gif
©

BDSM

Sadomaso, Bondage sowie dominante und devote Spiele
14. März 2017

BDSM ist eine vielschichtige Abkürzung für alle sexuellen Neigungen, die mit Dominanz und spielerischer Bestrafung, mit Lustschmerz sowie Fesselspielen in Verbindung stehen. In erotischen Rollenspielen wählen Sadomasochisten für ihre gemeinsame "Session" freiwillig ein extremes Machtgefälle, das beiden einen Lustgewinn beschert. Was Subs und Tops alles miteinander erleben, dem sind eigentlich nur durch die gemeinsamen Spielregeln Grenzen gesetzt.

 
Das Spiel mit Kerzenwachs gehört zu einer beliebten SM-Praktiken.
Das Spiel mit Kerzenwachs gehört zu einer beliebten SM-Praktiken.
©

Neu hier und Interesse an BDSM? Dann spiel mit uns mit :)

Im JOYclub findest du BDSM-Kontakte und alles Interessante rund um das Thema "dominant und devot". Schau dich einfach kostenlos um und gib deinem Sexleben einen Kick. Unsere Tipps für dich:

 


JOYclub ist diskret und seriös. Daher ist vieles nur für unsere Mitglieder sichtbar. Natürlich ist die Anmeldung kostenlos!

Jetzt kostenlos anmelden

 

Die Bedeutung von Sadomaso

Sadomaso, oder auch Sado Maso (kurz: SM) geschrieben, ist ein Spiel mit gezielt ungleichen Machtverhältnissen. Dabei beinhaltet das Rollenspiel eine psychische und eine physische Seite, die die sexuelle Erregung erzeugt oder steigert.

Sadomaso setzt sich aus den Begriffen Sadismus und Masochismus zusammen, womit auch die jeweiligen Rollen der Partner beschrieben sind: Der eine Part empfindet als Sadist Lust und Befriedigung dabei, andere Menschen zu unterdrücken oder ihnen Schmerzen zuzufügen und nimmt damit die dominante Rolle ein. Der Masochist wiederum zieht seine sexuelle Befriedigung daraus, dass ihm eben diese Schmerzen beigebracht werden und nimmt die devote Rolle ein.

Nice to know: War früher alles SM oder Fetisch, so legten die Leute mehr und mehr Wert darauf, dass ihre ganz spezielle Vorliebe auch extra gewürdigt wurde. In diesem Zuge setzte sich mehr und mehr der Begriff "BDSM" gegen das kürzere "SM" durch, denn manch einer hielt diese aus den USA übernommene Abkürzung für aussagekräftiger: BD für Bondage and Disciplin, DS für Dominance and Submission, SM für Sadomasochism

 

Sado Maso: Dominanz und Unterwürfigkeit

Lustvolles Hinternversohlen mit einem Rohrstock.
Lustvolles Hinternversohlen mit einem Rohrstock.
©

Beim Sado Maso existiert die psychische und physische Seite. D&S – "Dominance and Submission", sprich Dominanz und Unterwerfung meinen eher den psychischen Aspekt. Der Reiz liegt dabei im Gefühl zu gehorchen, sich der Verantwortung des Anderen hinzugeben bzw. auf der anderen Seite gehorchen zu lassen und über seinen Gefährten 100-prozentig verfügen zu können.

Das klischeehafteste Verhältnis ist Sklave versus Herr. Aber auch andere erotische Rollenspiele funktionieren meist nach dem Prinzip der Dominierung und Unterwerfung. Teilweise wird das gelebte Verhältnis des erotischen Spiels durch besitzanzeigende Kennzeichen nach außen getragen. Halsbänder, Tätowierungen oder auch sehr kurz getragene Haare sind hier einige Möglichkeiten.

In der Regel beschränken sich die gelebten Beziehungen auf die "Sessions", während im Alltag ein gleichberechtigtes Verhältnis gepflegt wird. Die Ausnahme bilden sogenannte 24/7-Beziehungsformen, die das selbst gewählte Macht-Missverhältnis bewusst auch in den nicht sexuellen Alltag hinein tragen.

Sadomaso: Schmerzen empfinden und zufügen

Die eher physische Seite wird mit dem Begriff Sadomaso selbst betont. Hier geht es ganz konkret darum, Schmerzen zu empfinden oder zuzufügen. Durch den intensiven Sinneseindruck, der erzeugt wird, schüttet der Körper Endorphine aus, die in einen trance-ähnlichen Zustand versetzen ("Subspace").

Instrumente und Hilfsmittel, wie beispielsweise Fesseln oder Rohrstock, unterstützen dabei die Kreativität der Spielenden. Zudem lassen sich für SM-Spiele zahlreiche banale Alltagsgegenstände zweckentfremden: Wachs, Eiswürfel und vieles mehr – der Fanatasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Video: So lustvoll sind SM-Spiele

Welche SM-Spiele gibt es? Was gilt es zu beachten? Unsere Sexpertin Jana Förster gibt im Video einen Überblick über beliebte SM-Praktiken.


 

Erfahre mehr über SM-Spiele

BDSM und Sicherheit

Sowohl Anfänger als auch Erfahrene, sowohl Tops als auch Subs müssen sich fragen, wie sie ihren favorisierten Praktiken am sichersten nachgehen. Der verantwortungsvolle Umgang der eigenen sowie der anderen Person gegenüber, gleich ob auf körperlicher oder geistiger Ebene, ist enorm wichtig und der Ausgangspunkt eines harmonischen Zusammenspiels. Hierfür hat sich in der Szene der SSC als wichtigster Grundsatz etabliert.

Mit Hilfe von SecretSins, Kenner der BDSM-Szene, möchten wir wichtige Aspekte der SSC-Regel erklären. Auf diese solltet ihr achten, wenn ihr härtere Fantasien mit dem Partner oder fremden Menschen realisieren möchtet.

  • Das Glaubensbekenntnis und selbst auferlegte Gesetz der BDSM-Szene lautet SSC. SSC steht für "safe, sane and consensual", zu Deutsch sicher, gesund und einvernehmlich. Diesen Grundsätzen ist die Szene verpflichtet. Das heißt, mündige Partner lassen sich in gegenseitigem Einverständnis und freiwillig auf die verschiedenen Spiele ein. BDSM hat also rein gar nichts mit psycho-pathologischen Zuständen eines Realsadismus oder -masochismus zu tun. Ausgiebige Absprachen über Vorlieben, Abneigungen, Details und auch über medizinische Voraussetzungen sind vor allem vor den ersten gemeinsamen Erlebnissen üblich und unabdingbar.

  • Die außergewöhnlichen SM-Spiele verlangen einen besonders behutsamen und einfühlsamen Umgang miteinander. Es gibt bestimmte Dinge, die Menschen beispielsweise aufgrund von traumatischen Erlebnissen nicht mögen. Wird diese Grenze überschritten, kann dies zu starken seelischen Belastungen führen. Sehr häufig ist beispielsweise der Griff am Hals dabei. Solche Grenzen müssen besprochen und streng eingehalten werden.

    Neben den individuellen Grenzen gibt es auch allgemeine NoGo-Bereiche. Das Schlagen mit Peitsche, Paddel oder anderen Schlaginstrumenten ist die wohl am weitesten verbreitete Form des BDSM-Spiels. Ausgelassen werden sollten dabei jedoch unbedingt Gelenke, Augen-, Ohren-, Nasen-, Nieren-, Leber-, Milz-, Magen- und Herz-Region sowie Hals und Wirbelsäule. Tabu sind des Weiteren Faustschläge ins Gesicht. Bei Ohr- und Backpfeifen empfiehlt es sich den Kopf festzuhalten, um Hals- und Wirbelsäulenverletzungen zu vermeiden. Bedacht werden muss zudem, dass das Schlagen der weiblichen Brust deren Milchdrüsen verletzen kann.

  • Bei der gemeinsamen vorbereitenden Absprache sollte der submissive Part via Ampelprinzip festlegen, wo seine Schmerzgrenze liegt. Dafür können die Ampelfarben bzw. drei bestimmte Wörter genutzt werden. Eines der drei Wörter bedeutet analog der grünen Ampelfarbe, dass alles ok ist und das Spiel weitergehen kann. Das gelb-parallele Wort drückt aus, dass die Schmerzen hart an der Grenze sind und die Praktiken umsichtiger ausgeführt werden sollten.

    Einen sofortigen Stopp aller BDSM-Praktiken hat das Safeword, also das Wort, das der roten Ampelfarbe entspricht, zur Folge. Spricht der Sub dieses Wort, beispielsweise "Mayday", aus, weiß der Top, jetzt ist die absolute Schmerzgrenze erreicht. Es sollten dafür keinesfalls Wörter wie "Stopp" oder "Aufhören" gewählt werden, da solche Begriffe vielfach auch absichtlich genannt werden können, um das Spiel noch spannender zu machen.

    Im BDSM-Spiel ist es jedoch auch möglich, dass der Mund beispielsweise durch Knebel oder Folie verschlossen ist und deshalb die Wörter nicht gesprochen werden können. Daher sollten zudem Klopfzeichen vereinbart werden.

    Das Ampelprinzip hilft dem Top die Situation relativ genau einschätzen zu können. Nichtsdestotrotz sollte der dominante Part stets selbst achtsam sein und mögliche Grenzen erkennen, indem er mit dem Sub Blickkontakt hält – also gegebenenfalls auf Augenbinden verzichtet – und ihn auch immer mal wieder anspricht. Vielfach ist es nämlich schwierig, vorab alle Szenarien durchzugehen: Mitunter verschieben sich auch Grenzen zum Positiven, d.h. der Sub geht doch weiter, als vorher erwartet.

  • Daneben ist es wichtig, sich über mögliche Krankheiten, Allergien oder wichtige Medikamenteneinnahmen auszutauschen. So ist beispielsweise bei der Krankheit Hämophilie die Blutgerinnung gestört. Hier muss dann bei der Session unbedingt darauf geachtet werden, dass keine Wunden entstehen. Ähnliches gilt auch bei anderen medizinischen Aspekten.

    Auch die Hygiene spielt beim BDSM eine große Rolle: Während beim konventionellen Sex Sauberkeit vollkommen ausreichend ist, sollte bei BDSM-Praktiken die Hygiene nicht vernachlässigt werden. BDSM-Partner nutzen beispielsweise beim sogenannten "weißen SM" Nadeln, Katheter, Einläufe oder Spritzen im Intimbereich oder Haut- und Schleimhautregionen. In anderen Fällen entstehen beim Einsatz von Schlaginstrumenten wie der Peitsche, dem Paddel oder dem Rohrstock Verletzungen am Körper. Eine sterile Umgebung ist aus diesen Gründen unabdingbar.

    Weitere Schutzmaßnahmen gegen Krankheiten wie HIV, Hepatitis, Syphilis oder Tripper stellen analog zum konventionellen Sex Kondome und Dental Dams dar. Letzteres sind dünne Lecktücher aus Latex, die über die Scheide oder den Anus gelegt werden und in jeder Apotheke erhältlich sind. Auch Sexspielzeug wie Analplugs oder Dildos sollten gegebenenfalls mit einem Kondom versehen werden, beispielsweise bleiben HI-Viren noch außerhalb des Körpers aktiv. Beim Fisten, Fingern oder Klinikspielen empfehlen sich zudem Einmalhandschuhe aus Latex, Vinyl oder Nitril.

    Und nochmals: Ein Anstecken mit Krankheiten ist vermeidbar, indem man sich gegenseitig ehrlich über bestehende Infekte aufklärt. Zur Sicherheit kann auch darauf geachtet werden, ob die Häute im Intimbereich des anderen bereits auffällige Merkmale zeigen.

Tipp: Covern lassen

Wer sich insbesondere als Frau mit devot-masochistischer Neigung mit einem vollkommen fremden Menschen für BDSM-Spiele treffen möchte, kann das Covern als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme nutzen. Dabei informiert man Familienmitglieder, Freunde und Bekannte über seine Absicht und den vereinbarten Ort. Zudem wird eine Zeit für einen Anruf abgesprochen, mit dem der Anvertraute sicherstellt, dass es dem "Gecoverten" gut geht.

Gern kann man dafür auch Mitglieder aus unserer Covering-Gruppe kontaktieren.

Der JOYclub als Podcast!

BDSM
©
 

Experten aus der BDSM-Szene tauschen sich am lauschigen Kamin über ihre Erfahrungen mit Lust & Schmerz, Dominanz & Unterwerfung aus.

Höre hier exklusiv den Experten-Talk zum Thema BDSM!

Jetzt anhören

Sexbibeln: Vom Kamasutra bis zur Geschichte der O

Erste Zeugnisse von Lustschmerz- und Unterwerfungssex gehen zurück bis ins 6. Jahrhundert vor Christus. Doch am ehesten werden SM-Neigungen mit Marquis de Sade und Leopold von Sacher-Masoch in Verbindung gebracht. Beide haben jedoch, abgesehen davon Namensgeber zu sein, wenig mit freiwilligen erotischen BDSM-Spielen zu tun.

BDSM

Umso mehr dafür das sagenumwobene Kamasutra. Hier finden sich wohl die ersten sadomasochistischen Anleitungen: Luststeigernde Schlag-, Beiß- und Kneiftechniken werden vorgeschlagen, diverse lüsterne Schmerzenslaute des Subs beschrieben.

Eine herausragende Stellung nimmt das Buch "Die Geschichte der O" von Dominique Aury ein. Die unkonventionelle Beschreibung der Unterwerfung einer Frau, die wertfrei und subtil aus der Perspektive der Heldin geschrieben ist, versorgte die Szene mit vielen Begriffen. Der bedeutungsvolle Ring, den O trägt, war Vorlage für den so genannten Ring der O, der lange als Erkennungszeichen für BDSMler diente, wenn er auch zunehmend Mainstream-Schmuck geworden ist.

BDSM: Tausch dich mit der Community aus!

Weitere Artikel zum Thema BDSM

  • Die Peitschen von SMartWhips im Test

    Bei den Peitschen von SMartWhips handelt es sich um individuelle SM-Schlaginstrumente, die in einer kleinen Werkstatt in Deutschland angefertigt werden. Wir stellen auch das Peitschen-Wechselsystem vor.

  • Video: Haha, ein Dom, der mal Sub war!

    "Es war eine dominante Entscheidung, Sub zu sein." Dom und Ex-Sub Martin plaudert im langen Interview-Video aus dem Wehkästchen.

  • SM-Spiele: Top 10 + großer BDSM-Fotocontest

    BDSM-Spiele und Lustschmerz: Wir zeigen dir die beliebtesten Praktiken. Mach bei unserem aktuellen Fotocontest mit und zeig uns DEIN BDSM!

  • Transgender und BDSM

    "Ich bin eine dominante Lesbe." Transfrau Nina über das Verhältnis zu ihrem Körper und ihrer Sexualität.

  • Der Peniskäfig im großen Test

    Fünf JOYclub Paare haben verschiedene Peniskäfig-Modelle getestet. Wie es ist, wenn die Partnerin allein über die eigenen Orgasmen bestimmt, erfahrt ihr hier.

  • Sub, Dom, Flogger, Analstöpsel und Co.

    Kleines Einmaleins des BDSM: Das sind die wichtigsten Begriffe rund um Shades of Grey!

    • BDSM für Anfänger

      BDSM für Anfänger

      Als BDSM-Anfänger hast du den Spaß am Lustschmerz entdeckt und möchtest ihn ausleben. Ob dominant oder devot: Wir helfen dir dabei!

    • Paypig

      Paypig

      Paypigs sind Sklaven, die sich selbst finanziellen Schmerz zufügen, indem sie einer Geldherrin stetig Geschenke machen. Wir haben ein Paypig interviewt.

    • Bondage

      Bondage

      Bondage ist weit mehr als reines Fesseln. Bondage kann eine Geschichte erzählen. Hier findest du Bondage-Workshops, Videos und mehr!

    • BDSM Podcast

      BDSM Podcast

      Der JOYclub-BDSM-Talk als Podcast: Experten aus der BDSM-Szene tauschen sich regelmäßig über ihre Erfahrungen mit Lust & Schmerz, Dominanz & Unterwerfung aus. Hör gleich rein!

    • Die besten BDSM-Filme

      Die besten BDSM-Filme

      Der letzte Teil von "Shades of Grey" läuft aktuell im Kino. Das löst bei euch nur ein kaltes Schulterzucken aus? Dann haben wir hier eine ganze Liste von lohnenden Filmen mit BDSM-Bezug für euch!

    • So findest du den richtigen Dom

      So findest du den richtigen Dom

      Wie findet Sub einen verantwortungsvollen Dom, der dessen Neigungen und Fantasien respektiert und deren Ausleben unterstützt? Wir geben Tipps und Anregungen und fragen im Forum, wie man sich von einem "falschen" Dom lossagen kann.

    • Public Disgrace

      Public Disgrace

      Bei Public Disgrace geht es um Kontrolle & Hingabe und das Spiel mit dem Schamgefühl. Denn beim Public Disgrace werden Personen in der Öffentlichkeit sexuell vorgeführt, benutzt und zur Schau gestellt. Hier erfahrt ihr alles über diese Spielart!

    • Petplay – Wenn Menschen Tiere spielen

      Petplay – Wenn Menschen Tiere spielen

      "Seit dem Sommer habe ich eine neue Besitzerin. Das eine oder andere Mal waren wir schon zusammen Gassi." Diese Mitglieder sind Petplayer und zeigen uns ihren Fetisch in Wort und Bild!

    • Devot

      Devot

      Als devot werden im Kontext des BDSM Menschen bezeichnet, die ihren Lustgewinn aus einer unterwürfigen, dienenden Rolle gegenüber einem dominanten Sexualpartner beziehen.

    • BDSM 24/7 – Wenn Sadomaso Alltag ist

      BDSM 24/7 – Wenn Sadomaso Alltag ist

      Trend Sadomaso: Für viele ist BDSM nur eine Sex-Fantasie. Doch wie sieht der Alltag in einer SM-Beziehung aus? Spannende Antworten und Tipps gibt es hier.