![]() | 12. Dezember 2010 Hermaphrodit sein muss Klasse sein...oder?! Hallo Gemeinschaft, ich denke, dass dieses Thema nicht ganz ins "Shemale-Forum" passt... aber besser hierher als anderswo. Es wird in der Regel meist über TV`s, Transgende oder Shemales gepostet. Was mich sehr interessierte ist, wie es mit natürlichen Doppelgeschlechtlichen Menschen bezüglich Sexualität und Identifikation bestellt ist. Auch weiss ich nicht, ob jemand hier im JC Hermaphrodit ist. Vielleicht gibt es noch Andere, die ähnliche Fragen haben. Der Interessierte in mir fragt: Welches Geschlecht nimmt ein Großteil der Hermaphroditen in der Öffentlichkeit ein? Was beeinflusst diese Entscheidung. Der Mann: Es ist doch sicher hochspannend eine sexuell so interessante Person zu befriedigen. Es gibt hier doch weit mehr Möglichkeiten. Der Neider: Es muss doch der reine Wahnsinn sein alle Geschlechtlichen Merkmale zu haben und diese Benutzen, oder verwöhnen zu lassen. Hmmm, ist das so, oder sehe ich das zu "rosorot"? Sollte ich mit meinen Gedanken hier irgendjamand "Betroffenen oder Gesegneten" (stellt sich hoffentlich noch raus) unrecht getan haben, entschuldige bitte. Aber doch hoffe ich auf rege Kommunikation. J. |
![]() | 13. Dezember 2010 Jepp, ich glaube, du siehst das eindeutig zu rosarot Okay, vorab: Nein, ich bin nicht betroffen, hab mich aber viel mit dem Thema beschäftigt. Hermaphrodit zu sein bedeutet keineswegs, komplett mit allem ausgestattet zu sein, was beiden Geschlechtern "Vorteile" bringt, das trifft auf die wenigsten zu. "Echte" Hermaphroditen sind zum einen extrem selten und wissen bisweilen selbst nichts von ihrem "Glück". So kann jemand zu Beispiel außen deutlich weiblich sein, aber im Körperinneren über nicht sichtbare Hoden verfügen - was bis zur Pubertät nicht wirklich auffällt und man sich nur wundert, warum das "Mädel" flach wie ein Brett bleibt. Das gleiche kann für einen "Mann" gelten, der im Körperinneren über Eierstöcke verfügt - und dann plötzlich Brüste kriegt. Bei Zweigeschlechtlichkeit kommt es häufig vor, dass beide Geschlechtsmerkmale nur rudimentär vorhanden sind und schlichtweg in jeder Hinsicht nicht richtig "funktionieren": Das Ergebnis sind dann oft Impotenz oder Unfruchtbarkeit, ein Hormonhaushalt, der ziemlich durcheinander ist, mit allen Nebenwirkungen, die dazu gehören - und Identitätskrisen, sie sich gewaschen haben. Mediziner empfehlen in solchen Situationen irgendwann eine geschlechtsangleichende OP´s. Wirklich gesegnete Menschen, die mit allen Vorzügen beider Geschlechter ausgestattet sind und das entsprechend genießen können, sind mir bislang noch nicht begegnet - aber vielleicht kann hier ja jemand andere Erfahrungen weitergeben...? Ich glaube, viele verwechseln Hermaphroditen mit den klassischen Ladysboys, die man aus Pornos kennt. Die haben das aber künstlich beeinflüsst - und müssen zumeist Hormone schlucken, sonst steht das Ding nämlich nicht. |
![]() | 13. Dezember 2010 stimmt... so in dem gesamten Zusammenhang Deiner Antwort und insbesondere zu Deinem letzten Satz gebe ich Dir unbedingt RECHT! Dein letzter Satz in Deinem Beitrag, Zitat: "Ich glaube, viele verwechseln Hermaphroditen mit den klassischen Ladysboys, die man aus Pornos kennt. Die haben das aber künstlich beeinflüsst - und müssen zumeist Hormone schlucken, sonst steht das Ding nämlich nicht." |
![]() | 13. Dezember 2010 Das ist gut Wow, ich dachte schon Niemand würde etwas zu dem Thema schreiben... ... vielen Dank für Eure Infos. Das Thema habe ich tatsächlich nach der Überschrift gewählt. Hier soll es wirklich um zweigeschlechtlich geborene Menschen und deren Erfahrungen gehen. Dabei möchte ich wirklich keine Transgende oder sogenannte "Ladyboys" ausschließen - allerdings gibt es dazu doch schon genug Themenbäume. Na dann, ran an die Tasten. J. |
![]() | 13. Dezember 2010 Nun, ich schätze, die besten Infos bekämst du tatsächlich direkt von Betroffenen (die dann aber widerum nur ihre eigenen Erfahrungen weitergeben können) oder von Medizinern, die sich auf dieses Thema spezialisiert haben. Letztere sind allerdings, wie ich befürchte, noch seltener als "echte" Hermaphroditen... |
![]() | 13. Dezember 2010 Hi LuciLime Jo, das befürchte ich auch. Das Medizinische habe ich schon durch ... allerdings gehts da tatsächlich nur um die Anatomie (auch sehr interessant) aber nicht um das Erleben. Mr. Neugier |
![]() | 15. Dezember 2010 @LucyLime "Echte" Hermaphroditen sind zum einen extrem selten und wissen bisweilen selbst nichts von ihrem "Glück". So kann jemand zu Beispiel außen deutlich weiblich sein, aber im Körperinneren über nicht sichtbare Hoden verfügen - was bis zur Pubertät nicht wirklich auffällt und man sich nur wundert, warum das "Mädel" flach wie ein Brett bleibt. Das klingt ganz nach Links nur für Mitglieder Ich habe gelesen das bei Männer(XY) die mit diesen Gendeffekt geboren werden das Tetstosteron vom Körper in Östrogen umgewandelt wird. Ich weiß nicht wie sich das auf die Brüste auswirkt. Vorteile sind nur keine Akne, keine Schambehaarung und überdurchschnittliche Körpergröße. Man munkelt das einige Models betroffen sind, aber gehört hab ich nur von einer Sängerin. Nachteile sind natürlich Unfruchtbarkeit, kürzere Vagina und Hoden die zu warm werden können und somit anfällig für Kebs sind. Was mich immer noch fasziniert ist das beide Geschlechter gleich anfangen und nur die Hormone entscheiden was aus ihnen wird. Falls kein Testosteron kommt oder die Rezeptoren dafür kaputt sind ist der Standard weiblich. |
![]() | 15. Dezember 2010 Genau Deshalb haben Männer, wenn auch völlig überflüssig, Brustwarzen. Es entscheidet sich erst nach der Anlage der Brust, welchen Geschlechts das Embryo sein wird. |
![]() | 16. Dezember 2010 Kann sein, dass dieses Syndrum damit gemeint war, ja... Dementsprechend habe ich so meine Zweifel, ob es wirklich so toll ist, wenn die Hormone derart aus dem Gleichgewicht sind. Auch wenn Männer da immer wieder gern drüber lästern: Bei Frauen kann schon der Temperaturunanstieg um den Eisprung herum total ätzend sein, und vom prämenstruellen Syndrom (betrifft nicht jede Frau) wollen wir mal gar nicht erst reden - wobei sich das bei manchen extremer ist als bei anderen. Aber wenn ich mir vorstelle, dass das STÄNDIG so ist?! |
![]() | 16. Dezember 2010 google mal "david reimer" (david war allerdings kein "klassischer" intersexueller, sondern wurde durch eine missglückte op als säugling zum studienobjekt - und zum mädchen umoperiert). auch auf youtube finden sich ein paar interessante interviews zum thema. allerdings keine "geile" thematik, sondern eher eine traurige. rosig sieht das wohl kaum einer der betroffenen. ein guter freund von mir ist "zwitter", der mittlerweile geoutet lebt - und seine geschichte, sein hadern mit der sexuellen identität (die eigenene zu finden und mit der gesellschaftlich auferlegten zu leben) ist fern ab von Es muss doch der reine Wahnsinn sein alle Geschlechtlichen Merkmale zu haben und diese Benutzen, oder verwöhnen zu lassen. |
![]() | 16. Dezember 2010 @ lucy lime "Echte" Hermaphroditen sind zum einen extrem selten und wissen bisweilen selbst nichts von ihrem "Glück". eins von 2000 kindern ist in irgendeiner form (es gibt etwa 14 bekannte varianten, was in der embryonal- und hormonellen entwicklung schief laufen kann und weshalb kein "eindeutig" männliches oder weibliches kind zur welt kommt, sondern eben ein "zwischeneschlechtliches), wobei die dunkelziffer deutlich höher liegen kann, schließlich wird vermutlich in vielen fällen intersexualität niemals diagnostiziert, ist gar nicht extrem selten. nur thematisiert wird`s extem selten. |
![]() | 16. Dezember 2010 Hab ich doch gesagt, oder? Hier: und wissen bisweilen selbst nichts von ihrem "Glück". |
![]() | 16. Dezember 2010 @ jean_trier zu der geschichte meines freundes: zur welt kam er als junge... allerdings war bald klar, "irgendwas stimmt nicht". sein penis entsprach nicht der normgröße, die hoden waren irgendwo im bauchraum verblieben und nicht in den hodensack gewandert, wie`s der üblichere entwicklungsweg wäre. sowohl von den chromosomen, als auch den primären geschlechtsorganen war`s dennoch ein junge, nur eben irgendwie "zu wenig" (klitoris und penis entwickeln sich ja aus dem selben gewebe. besagter freund hatte also entwder einen mikropenis oder eine zu große klitoris...) von ärztlicher seite erfolgte der rat, zu späterem zeitpunkt eine geschlechtsanpassende op durchführen zu lassen, da es technisch gesehen einfacher ist, eine vagina zu bauen, als einen penis zu vergrößern. mein freund wurde nach diagnosestellung als mädchen erzogen (hat sich aber auch als kind nicht als mädchen gefühlt), damals noch mit den "zu wenig entwickelten männlichen sexualorganen", bei schuleintritt erfolgte dann eine kastration. die pubertät musste künstlich eingeleitet werden. brustwachstum nur durch extern zugeführte hormone. weibliche geschlechtsorgane hat er nie bessessen, die männlichen waren ihm im alter von 6 jahren abgeschnitten worden. mit 16 - als ihm langsam dämmerte, dass es nicht normal ist, ständig unterleibsoperationen über sich ergehen zu lassen und dabei fotografiert und ganzen studentenruppen vorgeführt zu werden, kam erstmals die frage auf "was bin ich?". um überhaupt sex haben zu können und "normal funtionsfähig" zu sein, wurde ihm zur vaginalplastik geraten und eine künstliche vagina gebaut, in dem das unterleibsgewebe mit "phantomen" aufgedeht wurde. d.h. nach einer op. wurde mit "stöpseln" das gewebe immer weiter aufgedeht, bis ein loch entstand, das groß genug war für heterosexuellen geschlechtsverkehr. dumm nur, dass aus dem jungen, der als mädchen großgezogen wurde, gefühlsmäßig und von den vorlieben her nie ein "richtiges" mädchen wurde. er hat, damals noch als "sie", lesbisch gelebt, weil heterosexuell veranlagt, aber den falschen körper gebaut bekommen. erst mitte zwanzig, als das outing und eine ziemlich heftige auseinandersetzung mit der eigenen geschichte erfolgte, dann der entschluss "ich war nie eine frau und ich will auch nicht als frau leben". also wieder op - diesmal eine brustamputation, da unter hormoneinfluss ja brüste gewachsen waren. testosteron musste und muss auch weiterhin ebenfalls künstlich zugeführt werden. aus der sehr maskulinen frau mit schuhgröße 45 von einst wurde aber dennoch kein "richtiger" mann. bartwachstum hat sich nie eingestellt. der penis wird sich nie mehr rekonstruieren lassen. aber immerhin hat sich unter testosteroneinfluss sowas wie sexuelles empfinden eingestellt, dass vorher nicht da war. der großteil der "sexuell erregbaren" zonen ist und bleibt aber von operationen entstellt und gefühlsmäßig vertstümmelt. dieser freund hat sich heute irgendwie damit arrangiert, "dazwischen" zu stehen, aber glücklich oder sexuell erfüllt ist er deshalb nicht. |
![]() | 16. Dezember 2010 Hab ich doch gesagt, oder? neinnein, ich hatte mich auf das "extrem selten" bezogen. dafür, dass intersexualität im vergleich zu anderen "störungen" eben nicht extrem selten ist, wird`s extrem selten vernünftig thematisiert. (wobei... wenn du mit extrem selten "offensichtlich mit den sekundären geschlechtsmerkmalen beider geschlechter ausgestattet" meinst, dann sag ich auch gar nix gegen "extrem selten" |
![]() | 16. Dezember 2010 Jepp - das meinte ich. Weil viele nach wir vor denken: Intersexuelle sehen alle aus wie Ladyboys aus Pornofilmen (und auch alle genau grandios gut - äh...oder tussig, je nachdem. |
