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Bücher, Filme - und die liebe Realität

********iebe Mann
10.423 Beiträge
Themenersteller 
Bücher, Filme - und die liebe Realität
Hier in diesem Faden möchte ich gerne mal die unter BDSMlern bekannten Bücher und Filme auf ihre Realitätstreue bzw. Realisierbarkeit abklopfen. Also nicht, ob sie als Rollenspiel umsetzbar sind - das geht so gut wie mit allem. Sondern wie weit sie selber dem realen Leben entsprechen und ob man sie (mit etwas gutem Willen) ebenso leben könnte.
Ihr seid natürlich herzlich eingeladen mitzutun! Sowohl zu kommentieren als auch eigene Literatur aufzudröseln.

Der Gedanke dazu ist mir gekommen, als ich wieder mal irgendwo im Forum gelesen habe: "Nehmt euch doch kein Beispiel an 50 Shades of Grey - das ist grottenschlecht - wenn schon Secretary, das ist viel besser!" (sinngemäß zitiert)
Nun geht es hier nicht um die schriftstellerische oder filmische Qualität. Sondern darum, was man sich wirklich zum Vorbild nehmen kann, wenn man will. Was macht 50SoG so "schlecht" und Secretary so "gut"? Warum sind MaleDoms immer Anwälte, Manager oder sonstwie reich und schön? (femsubs brauchen nur schön zu sein, das ist unfair!)

Ich fange mal mit was ganz Einfachem an:

GOR:
Umsetzbarkeit = 0. Wir sind nicht auf einer anderen Welt, sondern der Erde, bei uns gibt es keine Kastengesellschaft, keine Krieger und keine Sklavinnen. Und Priesterkönige schon gar nicht. Muss reine Fiktion und Vorlage für Rollenspiele bleiben.

(Es geht weiter ...)
*******e81 Frau
25 Beiträge
Achtung, Ironie an:

Natürlich ist Shades of Grey schlechter als Secretary, ist bei SoG doch der Dom derjenige mit dem psychischen Problem und bei Secretary ist es die Sub.
Ironie aus.

Beides sind Filme und genau als solche sollte an sie auch sehen.
Der eine hat die einen Fans, der andere die anderen.

Ich weiß nicht, warum es gerade im BDSM üblich ist, die Qualität eines Films an der Realität zu messen. Hat das schonmal jemand bei Terminator, Avatar, Herr der Ringe und Harry Potter getan? Nicht zu vergessen all die vielen Horrorfilme...

Filme sind für mich Filme und Bücher sind für mich Bücher und in beiden erwarte ich mir keine real lebbare Geschichte.
Bücher und Filme sollten nämlich genau eines: Die Menschen unterhalten, aus dem Alltag entführen und sie den Alltag für kurze Zeit vergessen lassen - meiner Meinung nach.

Kann man Secretary leben?
Natürlich, die Frage ist, ob man mit einer psychisch derart kranken Frau wirklich so etwas leben sollte und möchte. *nixweiss*
******ara Frau
9.128 Beiträge
SM-Richter - nach einer wahren Begebenheit verfilmt.

Blue Velvet, 8mm, Venus im Pelz, Hana to Hebi, Im Reich der Sinne... Die Liste ist gross.

Zum Vorbild kann man sich alles nehmen. Es ist halt eben die Frage ob es wirklich im Sinne von BDSM ist, alles auszuleben, was man da sieht. Aber es kommt auf den Kink an den jeder hat und wo er sich wiederfindet.

Die Maledoms haben wirklich immer Führungspositionen und die Femdoms werden als männermordendes Etwas dargestellt während die Subs irgendwie immer bisserl blöde und weltfremd erscheinen.

Lässt sich wahrscheinlich besser verkaufen...
*******mlos Frau
2.474 Beiträge
Dr. Jeckil und mr Hyde
****an Mann
308 Beiträge
Will man die Realität denn sehen? Wenn die Sub das erste Mal zu ihrem neuen Dom in die Wohnung kommt und bei ihm dann feststellt, dass er ein Hygieneproblem hat, sie außerdem nicht weiß und nicht wissen will, warum er Meerschweinchen unter dem Bett hält...

Nein, da sind mir Filme wie "The Image (Punishing Anne)" lieber, da sind die Menschen halbwegs gutaussehend, man lebt in Paris, fährt Sportwagen, geht gut essen etc.

Dass die Bedienung im Dessous-Geschäft nicht schreiend wegläuft, als sie Annes leichte Striemen bei der Anprobe sieht, sondern drei Minuten später dem Herren einen bläst, während sie sich von A lecken lässt, verbuche ich mal nicht unter "unrealistisch", sondern "Glück gehabt" :-).

Sicher hat auch das Animalische, der Dreck seinen Reiz, aber auch das bitte ästhetisch überhöht.

Die Realität ist mir meist zu traurig.

LG Herr C
********noxx Frau
3.657 Beiträge
Meine BDSM Bücher: da ist was von Matthias Grimme dabei, das "(New) Topping rep. Bottoming Book", "Screw the roses-send me the thorns", "Besser kommen" und ne ganze menge anderer.
Die sind extrem an der Realität, denn da geht es um die Umsetzung im realen Leben.
Alles andere von der "Sleeping Beauty Trilogy" über "Q Biefe" und der "O" bis zur "Venus im Pelz" und ganz viele andere (kein SoG -der Schreibstil ist dermassen lausig, dass es weh tut) sind Romane oder Novellen. Und da ich auch nicht überlege die Harry Potter Romane oder LOTR ins reale Leben zu setzen, sind das halt eben nur fiktive Romane oder auch ggf Filme.
Was ich mal nett fand als Rollenspiel war halt Gor... aber das mochte an meinem Mittelalterfaible liegen.

Zur Frage, ob man sich von den ganzen BDSM Vorlagen etwas als Vorbild nehmen kann oder sollte:
Bei allen Vorlagen für mich persönlich 0. Weil anderer Leute Fiktion eben nicht meine Realität ist.

noxx
*****_54 Frau
11.035 Beiträge
"Mit dem Schmerz gehör ich dir: Bekenntnisse einer Masochistin" Autorin Eva B.

Ein sehr mutiger und sensibler Tatsachenbericht einer dreifachen Mutter und ihren Erfahrungen auf ihrer Suche nach sexueller Erfüllung, bis sie endlich "angekommen" ist.
Sehr spannend zu lesen!
********e_68 Frau
3.186 Beiträge
Das allererste Buch, dass ich gelesen habe, in dem es um BDSM ging, war autobiographisch und ich habe leider den Titel vergessen.
Aber es handelte sich eben um eine wirklich erlebte Geschichte.
Oft schreibt das Leben sowieso die besten Geschichten. *zwinker*

Ich mag es nicht so gerne, mich in eher unrealistischen Fantasien zu begeben.
Ich mochte schon keine Märchen als Kind.
Und ich mag in Filmen und Büchern auch nicht immer ein Happy End haben.
Und erst recht keine Klischees.
*******987 Frau
8.535 Beiträge
Zitat von ********iebe:
Was macht 50SoG so "schlecht" und Secretary so "gut"?
Warum "Secretary" gut sein soll, kann ich nicht beurteilen, habe ich nicht gesehen.
Meine Meinung dazu, warum sich "Fifty Shades" nicht als Vorbild eignet:
Herr Grey hat noch nie von Einvernehmlichkeit/ Konsens gehört. Oder hat davon gehört und es interessiert ihn nicht. Das ist das, was mich daran als einziges richtig krass stört. Anastasia sagt mehrfach zu verschiedenen Anlässen "komm nicht dahin." und "lass mich da in Ruhe" und was macht er? Geht jedes Mal trotzdem dahin und lässt sie nicht in Ruhe. Das ist einfach nicht in Ordnung und wer sich das als Vorbild nimmt, wird denke ich nicht auf Gegenliebe stoßen. Ob man das schon Stalking nennen kann, weiß ich nicht. Auf jeden Fall rennt er permanent mit wehenden Fahnen über ihre Grenzen. Das ist nicht gut.

Was ich auch nicht gut finde, was aber leider ziemlich normal ist, ist, wie er sie manipuliert die ganze Zeit. Von großen Sachen, wie dass er ihr einen besseren Job besorgt, damit sie dankbar ist und tut, was er will bis hin zu den ganzen Kleinigkeiten wo er sie zu Dingen überredet,weil er weiß, sie liebt ihn und kann nicht nein sagen. Ich mag solche Menschen nicht und finde es nicht gut, wenn man so jemanden als Vorbild hat.
****yn Frau
13.440 Beiträge
Ich kenne bisher kein Buch und keinen Film, der BDSM so darstellt, dass es einerseits für den Ottonormalmenschen umsetzbar wäre, als auch halbwegs gesunde Beziehungen darstellt.

Ich denke aber auch, dass das erstmal nicht schlimm ist - Bücher und Filme sind Medien, die vor allem mit Fantasien spielen. Man wird einige reale Elemente finden, aber darüber hinaus viele Übertreibungen, um Konflikte zu provozieren und Fantasien anzuregen.

Nichtmal meinen eigenen BDSM-Roman habe ich vollkommen "realistisch" geschrieben. Absolut alles, was darin passiert, ist realistisch umsetzbar, und dennoch gibt es Elemente, insbesonders innerhalb der Beziehung und Charakterdarstellung, die darauf abzielen, den Leser etwas träumen zu lassen. Und ich halte das auch für wichtig, wenn es um solche Medien geht, zumindest dann, wenn man will, dass sich Film oder Buch halbwegs verkauft. Da gibt es bei der Überlegung, wie man die Geschichte gestaltet, den künstlerischen Anspruch an sich selbst, aber auch - und da macht man sich bitte nichts vor - die Gedanken darüber, wie man damit das Zielpublikum möglichst gut erreicht.
Und ist das Zielpublikum, wie im Fall meines Buches, primär weiblich, gibt es eben Tendenzen, was weiblichen Lesern von BDSM-Romanen, oder Erotikromanen, und allgemein Liebesromanen, gefällt. Was eben am häufigsten gelesen wird und was am erfolgreichsten ist. Ich persönlich orientiere mich bis zu einem gewissen Grad durchaus an diesen Tendenzen, weil ich etwas verkaufen will - man hat nur sehr selten das Glück, dass etwas überraschend zum Verkaufsschlager wird, darum beschäftigt man sich mit Vorlieben und Bedürfnissen von Konsumenten und Marketing.
Und na ja, es hat geklappt, ich hatte bereits nach zwei Monaten nur mit dem Verkauf dieses einen Buchs so viel Geld zusammen, dass ich spontan einen einwöchigen Urlaub für zwei Personen finanziert habe.

Aber das eben nur am Rande, um zu erklären, warum so viele - vielleicht alle? - Darstellungen von BDSM in Film und Buch nie komplett der Realität entsprechen, warum man sich selten wirklich daran orientieren kann und warum es so viele unrealistische Elemente gibt. Es sind nunmal keine Dokumentationen. Es ist Fiktion, soll unterhalten.

Bisher habe ich den Eindruck, dass es, wenn es jetzt eben nicht gerade um Pornos geht, der Markt für BDSM-Romane und -Filme primär auf ein weibliches Publikum abzielt. Besonders Romane. Sehr viele Frauen lesen lieber Erotik, als sie zu sehen. Und so sehe zumindest ich persönlich wiederkehrende Elemente in diesen Medien, die vor allem auf die Fantasie weiblicher Leser und Zuschauer abzielt.

Und dazu gehört tatsächlich ein Mann als Hauptprotagonist und Sex/Love-Interest, der einen höheren oder gar hohen sozialen (und oft auch finanziellen) Status hat und sehr gut aussieht. Da laufen dann natürlich Normen und Klischees zusammen, was viele oder gar ein Großteil der Frauen attraktiv findet. Es gibt immer bequeme Umstände, die im realen Leben so nicht einfach mal nebenbei umsetzbar wären, weil sie zu Unterbrechungen der Erotik führen würden.
Und wenn es richtig abgefahren wird, bewegen wir uns bereits im Bereich Elite, oder sogar Fantasy.

50 Shades of Grey war meines Erachtens nicht primär wegen der Darstellung seines BDSM so erfolgreich. Ich halte diese Buchreihe für ein Phänomen, das von zu seiner Zeit sehr besonderen Umständen profitierte:
• der noch anhaltende Twilight Hype (50SoG begann als Twilight Fanfiction)
• die "Verbannung" der Fanfiction von einschlägigen Fanfic-Portalen aufgrund ihrer teilweise fahrlässigen Darstellung von Gewalt in einer Beziehung und dem Fokus auf pornografischem Inhalt
• der Skandal um die Verbannung, der zum Reiz des Verbotenen führte, als die Fanfiction auf einem privaten Blog fortgeführt wurde
• die Veröffentlichung der Fanfiction als eigenständige Original-Geschichte in E-Book Format; zu diesem Zeitpunkt begann das Zeitalter der E-Books mit Kindle und Co. und erlaubte Lesern, Bücher ganz anonym auf einem Tablet oder E-Reader zu lesen, ohne dass Außenstehende anhand des Covers mitbekamen, was da gelesen wurde. Welch besserer Zeitpunkt, um Smut überall zu lesen, wo man will?

E.L. James hatte bereits eine riesengroßen Fangemeinde in der Fanfiction-Community, bevor das Buch erstmals in irgendeiner Talkshow erwähnt wurde und der Verkauf damit durch die Decke ging. Es waren viele, sehr glückliche Zufälle, die da zusammenspielten. Und darauffolgend lasen viele die Bücher auch nur deshalb, um sie zu verreißen. Was ihr wohl egal sein dürfte, finanziell hat sie ausgesorgt.

50SoG hatte nie den Anspruch, realistisch zu sein. Inhaltlich wurde die Fanfiction kaum verändert - es wurden lediglich Namen und ein paar Haar- und Augenfarben verändert, ansonsten ist es dieselbe Fanfiction geblieben, die nunmal Twilight zum Vorbild hatte. Und auch bei Twilight finden wir maßlose Übertreibungen, was den Reichtum der Protagonisten betrifft, ihr Aussehen, und natürlich die übergriffige und toxische Beziehung zwischen Bella und Edward.

Unrealistische Darstellungen und ungesunde Beziehungen ziehen sich in der Regel wie ein roter Faden durch Filme und Bücher mit dem Thema BDSM, weil die meisten nicht den Anspruch haben, die Realität wiederzugeben, sondern erotische Fantasien zur Unterhaltung.
Insofern kann ich nicht sagen, dass ich ein Buch oder einen Film kennen würde, den ich mir zum realistischen Vorbild nehmen würde. Nichtmal 9 1/2 Wochen, den ich für einen der besten und realistischsten Filme mit diesem Thema halte, der aber nunmal auch kein Happy End hat.
Bei gor bin ich mit nicht so sicher
Wenn man nämlich in den Irak schaut da gibt es nämlich genau das Pristerkönige, Sklavinnen und Soldaten die die Ordnung im Volk mit Gewalt herstellen.

In einigen asiatischen Staaten gibt es kasten für die auch unterschiedliche Gesetze angewendet werden.

Im Prinzip ist jeder Film irgendwo auf diesem Planeten auch Realität, leider.
********in75 Frau
7.307 Beiträge
Ich analysiere Filme nicht, dann macht das gucken doch keinen Spaß mehr. Und natürlich sind sie weit von der Realität entfernt aber ich schaue sowas ja nicht um dann den Film auseinander zu nehmen und Fehler zu suchen. Aber einen Mann mit Hubschrauber ist schon toll 😉 oder ein Vamp der glitzert in der Sonne 😂
*******ssa Frau
5.188 Beiträge
SoG habe SM geselschaftsfähiger gemacht - aber: wollten WIR das?
Die Bücher haben Ehen zerstört, live miterlebt, weil sie plötzlich einen Dom wie Christian zuhause haben wollte.
In den Clubs genervt von jungen Frauen die fragten "was macht ihr da?" bis hin zu "kann man dich buchen?", zum Dom.
Richtig "harte Kerle" die es ihr erstmal ordentlich besorgt haben während ihre Begleitung sich vorgekommen haben muss wie bei seiner Einschulung.
Es war ein sehr anstrengender Hype diese Zeit.

Für mich sind Bücher oder Filme wie zb 'Geschichte der O' inspirierend in puncto:
macht mich das an, regt sich da was, finde ich mich in der einen oder anderen Szene wieder.
Ohne dass es realisierbar sein muss, ohne dass mich der Ort des Geschehens sonderlich interessiert: es muss prickeln, unterhalten wie in jedem anderen Genre auch.
********nnie Frau
1.097 Beiträge
@********eeds Nun ja, wenn man davon absieht, dass die Priesterkönige der Gor-Welt große insektenartige Aliens sind - und vor allem mit acht Gehirnen …
*********iette Frau
4.595 Beiträge
Zitat von *******ssa:

Die Bücher haben Ehen zerstört, live miterlebt, weil sie plötzlich einen Dom wie Christian zuhause haben wollte.

In den meisten Fällen wird es nicht nur am Buch gelegen haben.
Ich habe auch damals eine langjährige Beziehung beendet, nachdem ich zunächst Fifty Shades und anschließend sehr viele weitere BDSM-Bücher gelesen habe.
Nicht die Bücher haben die Beziehung zerstört - sondern mein Verlangen. Mir haben diese Bücher gezeigt, dass das, wonach ich mich sehne, vielleicht doch nicht so schlimm ist.

Ich bin froh, dass es dadurch gesellschaftsfähiger wurde - weil ich sonst womöglich heute noch versuchen würde, mich in ein Vanilla-Dasein zu quetschen.
*******ssa Frau
5.188 Beiträge
Zitat von *********iette:
Zitat von *******ssa:

Die Bücher haben Ehen zerstört, live miterlebt, weil sie plötzlich einen Dom wie Christian zuhause haben wollte.

In den meisten Fällen wird es nicht nur am Buch gelegen haben.
Ich habe auch damals eine langjährige Beziehung beendet, nachdem ich zunächst Fifty Shades und anschließend sehr viele weitere BDSM-Bücher gelesen habe.
Nicht die Bücher haben die Beziehung zerstört - sondern mein Verlangen. Mir haben diese Bücher gezeigt, dass das, wonach ich mich sehne, vielleicht doch nicht so schlimm ist.

Ich bin froh, dass es dadurch gesellschaftsfähiger wurde - weil ich sonst womöglich heute noch versuchen würde, mich in ein Vanilla-Dasein zu quetschen.

"Fälle" wie deiner will ich nicht ausschliessen, aber ich habs oberflächlicher miterlebt, beziehe mich dabei ausschliesslich auf SoG.
@*********iette weise Worte, denen ich mich nur anschließen kann. Zwar hab ich 50SoG erst kürzlich gelesen, weil es immer hieß das sei so ein Scheiß - und es hat mir gefallen, weil es eigentlich ein sehr rührender Liebesroman ist - aber auch ich habe meine Veranlagung schon als Kind gespürt, aber selbst als ich älter war und mitbekommen habe, daß es da sowas gibt ... immer gedacht, ich dürfe da nicht mitmachen, weil man jung sein muß und biegsam und immer in diesen Stellungen am Boden hocken muß die ich in meinem Alter und mit dem Rheuma garnicht mehr einnehmen kann.

Von daher fand ich es schon toll, daß BDSM mehr in die Welt hinausgetragen wird und sich Menschen, die eine diesbezügliche Sehnsucht verspüren, die Möglichkeit haben - falls sie wen finden der dazu paßt, was ja dann das Nächste ist - diese auch auszuleben.

Auch wenn die alten Haudegen der 'Szene' das immer voll übel finden und sich einig sind, daß es früher viel besser war, als das Ganze noch heimlich in irgendwelchen versteckten Privaträumen vor sich ging.
Da hat ihnen halt auch niemand auf die Finger gucken können und in Frage stellen, was sie da eigentlich machen und ob das gut ist für die Subs ... *undwech*
********noxx Frau
3.657 Beiträge
Zum Thema SoG:
eine Azubine hat mich in der Firm angesprochen, weil ich damals ein Halsband getragen habe und sie gerade SoG gelesen hat und sie das so spannend fand und unbedingt etwas über BDSM wissen wollte, ihr direkter Vorgesetzter hat sie da an mich verwiesen (manchmal taugt es, wenn man geoutet ist)...
Ich hab sie dann mal darüber aufgeklärt, was da in dem Buch eigentlich steht und dass das alles aber kein gesunder einvernehmlicher BDSM ist, sondern eine missbräuchliche toxische Beziehung mit nem Typen als aktivem Part, der ordentlich eigene psychische Probleme und 'nen Kontrollwahn hat.
Als ich ihr dann erklärt habe, was BDSM sein kann und wie die Realität so ist, war sie komplett erstaunt.
Ich hab sie dann an die SMJG verwiesen (von der ich nicht uneingeschränkt ein Fan bin, aber da sie noch nicht ganz 18 war, war das die beste Alternative). Was sie draus gemacht hat - keine Ahnung... *g*

noxx
********iebe Mann
10.423 Beiträge
Themenersteller 
Ich glaube, ich muss das noch mal etwas präzisieren, worum es mir ging.

1. vor allem um die allseits bekannten und immer wieder genannten "Bibeln" des BDSM, als da wären, Die Geschichte der O, Secretary, 50 Shades of Grey ...
Ich hätte noch sehr viele Bücher und auch Filme zuhause, aber es bringt nichts, wenn die wenigsten sie kennen.

2. Es geht auch nicht um die Beurteilung der Qualität á la Literarisches Quartett. Sondern rein darum, ob diese Geschichte so auch in der Realität möglich wäre, und zwar wenn möglich für jedermann/frau. So dass, wenn jemand das Buch liest oder den Film schaut, sich denken kann - "Das ist geil, das möchte ich auch, das mach ich auch!"
Weil z.B. GOR genannt wurde: Ja, ich habe auch an Mauretanien und andere Wüstenstaaten gedacht, wo es noch Sklaverei gibt, und auch der IS hat so etwas eingeführt. Aber das sind nicht die Leute, die hier bei uns John Norman lesen. Außer jemand schließt sich wirklich deswegen dem IS an ...

Aber danke, waren schon interessante Beiträge dabei! Ihr dürft gern auch eigene Betrachtungen posten, feel free, nur denkt bitte daran - es sollte möglichst weit verbreitet sein und es geht um die Realisierbarkeit! Aber die darf gerne auch 0/10 sein, dann ist es halt so.

Dass es bei den Mainstream-Medien praktisch nie 10/10 sein wird, liegt auch auf der Hand. Die würden nie die Reichweite bekommen. Wir wissen alle, dass das nur Fiktion ist. Trotzdem, genau wie @********noxx schreibt - Vanillas und Newbies sehen sie und wollen das dann auch ...
********iebe Mann
10.423 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von *******1987:
Zitat von ********iebe:
Was macht 50SoG so "schlecht" und Secretary so "gut"?
Warum "Secretary" gut sein soll, kann ich nicht beurteilen, habe ich nicht gesehen.
Meine Meinung dazu, warum sich "Fifty Shades" nicht als Vorbild eignet:
Herr Grey hat noch nie von Einvernehmlichkeit/ Konsens gehört. Oder hat davon gehört und es interessiert ihn nicht. Das ist das, was mich daran als einziges richtig krass stört. Anastasia sagt mehrfach zu verschiedenen Anlässen "komm nicht dahin." und "lass mich da in Ruhe" und was macht er? Geht jedes Mal trotzdem dahin und lässt sie nicht in Ruhe. Das ist einfach nicht in Ordnung und wer sich das als Vorbild nimmt, wird denke ich nicht auf Gegenliebe stoßen. Ob man das schon Stalking nennen kann, weiß ich nicht. Auf jeden Fall rennt er permanent mit wehenden Fahnen über ihre Grenzen. Das ist nicht gut.

Was ich auch nicht gut finde, was aber leider ziemlich normal ist, ist, wie er sie manipuliert die ganze Zeit. Von großen Sachen, wie dass er ihr einen besseren Job besorgt, damit sie dankbar ist und tut, was er will bis hin zu den ganzen Kleinigkeiten wo er sie zu Dingen überredet,weil er weiß, sie liebt ihn und kann nicht nein sagen. Ich mag solche Menschen nicht und finde es nicht gut, wenn man so jemanden als Vorbild hat.

Du hast schon recht, was 50SoG angeht. Aber gerade das gibt es in der Realität auch - leider! Immerhin vereinbart Christian Safewords mit ihr, sogar zwei, und fragt sie auch einmal vor oder während einer Session einmal ab. Das ist durchaus realistisch, sogar vorbildlich.
Gar nicht vorbildlich, und da hast du natürlich auch recht, ist eben, dass er sie nicht beachtet. Das Manipulieren gehört in dieselbe Kategorie - er nimmt sie einfach nicht ernst, sie ist für ihn nur ein Spielzeug.
Das gibt es leider auch in der wirklichen Welt. Und als sie das erkennt, trennt sie sich folgerichtig von ihm - was wiederum so ist, wie es sein sollte. *grins*

Aber meine Einschätzung zu dem Buch/Film kommt noch ...
********iebe Mann
10.423 Beiträge
Themenersteller 
Weiter geht's:

Die Geschichte der O:
Wirkt heute etwas aus der Zeit gefallen, auch weil der Anzug für den Herren und das Abendkleid für die Dame heute nicht mehr die gängige Alltagskleidung darstellen. Die finanziellen Möglichkeiten der Herren werden die Mittel der meisten übersteigen (ein Roissy einzurichten und zu unterhalten, muss Unsummen verschlingen). Was René und Sir Stephen beruflich machen, erfährt man (glaube ich) nicht, O ist (Mode)fotografin, das immerhin ist ein alltagstauglicher Beruf. Vom BDSM- und Erotikfaktor her sehr möglich, sofern die Neigungen zusammenpassen. Nicht umsonst wird das Setting gerne nachgespielt. Ich gebe ihm 8/10.
********iebe Mann
10.423 Beiträge
Themenersteller 
Und jetzt endlich das, worauf schon alle gewartet haben - und wo sich die Geister am radikalsten scheiden:

Fifty Shades of Grey (ich beziehe mich nur auf Teil 1):
Ich meine, sowohl Buch als auch Film werden etwas unter ihrem Wert beurteilt. Klar wird das Klischee vom Millionärsprinzen und dem Aschenputtel hier überstrapaziert. Die wenigsten Doms werden ihren eigenen Hubschrauber ihr eigen nennen. Eine Luxuswohnung in Seattle mit komplett eingerichtetem Spielzimmer. Und mal eben so ein Auto verschenken können. Und Christian macht als Dom einen Haufen Fehler, die man bloß nicht nachmachen sollte ... Das Mieseste ist eigentlich, wie er bei Ana im Baumarkt einkauft, ausgerechnet Kabelbinder, geht's noch! Was doch der blutigste Anfänger weiß, dass die gar nicht gehen. Warum nicht Ketten und Karabiner?
Aber so schlecht finde ich die Handlung gar nicht. Die Geschichte mit dem Vertrag, mit den Hard und Soft Limits finde ich eigentlich vorbildlich. (Was auch immer man von Verträgen halten mag, das ist dann wieder eine eigene Geschichte.) Die Limits geben die Unterscheidung von Grenzen und Tabus eigentlich ganz gut wieder. Und dass Christian seine psychischen Traumata von früher mit sich rumschleppt, das ist zwar nicht sinnstiftend für BDSM, aber doch immerhin nicht unmöglich. (Im Film kommt es praktisch eh nicht vor.)
Ich gebe ihm immerhin einen Realitätsfaktor von 5/10. Man kan als erfahrener Dom eine Anfängersub durchaus in etwa so einführen. Un als er sich blöd benimmt, lässt sie ihn stehen. Sehr wirklichkeitsnah. *gg*
Secretary hab ich mir gekauft, aber leider hat sich mein DVD-Player geweigert, es abzuspielen *motz*

Die Geschichte der O hatte ich mal auf Video, und das war so eine Sache, mich hat es damals abgeschreckt aber möglich, ja möglich ist das sicher in der Realität. Es wird ja immer wieder von Leuten, die dem Purismus im BDSM frönen, nachgespielt. Aber halt nur für ein Wochenende oder so. Auf Dauer geht sowas nicht. Selbst Paare die 24/7 TPE leben, wissen, daß sie das nicht so knallhart durchziehen können weil der Alltag halt immer wieder dazwischenfunkt. Sonst wäre es auch für Sub glaub ich zu schwer zu ertragen, wenn auch noch die Nachbarn und alle Bekannten Doms wären und sie nie mehr sie selber sein darf.

Es gibt ja so Erfahrungsberichte von Frauen, die allerdings, und das ist das Problem, zumindest nach einer Zeitlang keiner geregelten Arbeit (mehr) nachgingen und tatsächlich in solchen Zirkeln gelebt haben, die waren danach voll fertig. Und der Ausstieg ist ganz schwer möglich, genau wie bei Prostituieren, weil man halt schon so lange vom Arbeitsmarkt weg ist und nicht weiß, wie man das ohne Hilfe alles schaffen soll.
********iebe Mann
10.423 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von *******ara:
SM-Richter - nach einer wahren Begebenheit verfilmt.

Blue Velvet, 8mm, Venus im Pelz, Hana to Hebi, Im Reich der Sinne... Die Liste ist gross.

Zum Vorbild kann man sich alles nehmen. Es ist halt eben die Frage ob es wirklich im Sinne von BDSM ist, alles auszuleben, was man da sieht. Aber es kommt auf den Kink an den jeder hat und wo er sich wiederfindet.

Die Maledoms haben wirklich immer Führungspositionen und die Femdoms werden als männermordendes Etwas dargestellt während die Subs irgendwie immer bisserl blöde und weltfremd erscheinen.

Lässt sich wahrscheinlich besser verkaufen...

SM-Richter habe ich zuhause. Danke, den hätte ich übersehen. Der ist wirklich realitätsgetreu - kein Wunder, ist ja auch nach einer wahren Begebenheit! Leider entsprechend traurig ...

Ja, die anderen Sachen sind Fiktion. Ich hab eh schon geschrieben, worum es mir trotzdem ein Anliegen ist sie mit der Wirklichkeit zu vergleichen.

Und du hast mir etwas (vor)weggenommen ... es gibt bei sehr vielen Parallelen, das Aschenputtel-Klischee wird schon sehr strapaziert. Aber mit dieser Synopsis möchte ich gern noch etwas warten.
********iebe Mann
10.423 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von *********utzik:
Will man die Realität denn sehen? Wenn die Sub das erste Mal zu ihrem neuen Dom in die Wohnung kommt und bei ihm dann feststellt, dass er ein Hygieneproblem hat, sie außerdem nicht weiß und nicht wissen will, warum er Meerschweinchen unter dem Bett hält...

Nein, da sind mir Filme wie "The Image (Punishing Anne)" lieber, da sind die Menschen halbwegs gutaussehend, man lebt in Paris, fährt Sportwagen, geht gut essen etc.

Dass die Bedienung im Dessous-Geschäft nicht schreiend wegläuft, als sie Annes leichte Striemen bei der Anprobe sieht, sondern drei Minuten später dem Herren einen bläst, während sie sich von A lecken lässt, verbuche ich mal nicht unter "unrealistisch", sondern "Glück gehabt" :-).

Sicher hat auch das Animalische, der Dreck seinen Reiz, aber auch das bitte ästhetisch überhöht.

Die Realität ist mir meist zu traurig.

LG Herr C

Okay. Du willst es also gar nicht realistisch haben, weil die Realität ist traurig genug.
Das ist ein legitimer Standpunkt, danke dafür. Genau deswegen werden die Bücher und Filme sich ja auch so gut verkaufen!

(Wusste gar nicht, dass "The Image" verfilmt worden ist, ich kenne nur das Buch ... muss ich mir besorgen!)
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