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Die sexuelle Selbstbestimmung des Mannes

*********ckit Mann
859 Beiträge
Themenersteller 
Die sexuelle Selbstbestimmung des Mannes
Nachdem das Thema Die sexuelle Selbstbestimmung der Frau doch reichlich Diskussionsbedarf für die männliche Seite der Medaille aufgezeigt hat, soll dieser Thread die Chance geben, eben diese Seite zu betrachten.

Wie steht es denn um die sexuelle Selbstbestimmung bei uns Männern? Sind wir da wirklich so frei und uneingeschränkt, wie es den Anschein hat?

• Wir wissen, dass viele Produkte rund um Sex speziell auf Männer zugeschnitten sind. Nach wie vor wird ein Großteil der Pornos rein für die Zielgruppe ‚Männer‘ produziert. In wie weit werden wir von den Darstellungen dort in unserer Sexualität manipuliert?

• Bi- und Homosexualität wird nach wie vor immer noch als Schwäche betrachtet. „Schwul“ wird häufig als Schimpfwort oder negatives Attribut missbraucht. Können wir überhaupt von Selbstbestimmung sprechen, wenn die Gesellschaft einige Formen von Sexualität mehr toleriert als andere?

• Es gibt unzählige Hinweise von Frauen, was Bilder von männlichen primären Geschlechtsteilen und die ungewollte Konfrontation mit selbigen an geht und dennoch sind wir so in dieser phallozentrischen Grube gefangen, dass die meisten von uns glauben, unsere sexuelle Identität zu einem Großteil vom Penis abhängig zu machen. Ist das tatsächlich selbst auferlegt oder lassen wir uns da womöglich fremdsteuern?

• Im Thread um die weibliche Selbstbestimmung wurde die Frage gestellt
„oder ist es einfach so, dass Männer triebhafter sind weil sie biologisch darauf programmiert sind, ihren Samen in die Welt zu verteilen? Müssen Frauen dies in einer Beziehung berücksichtigen damit Mann nicht unzufrieden wird?“
Können wir die Frage nicht auch anders herum stellen? Sind wir wirklich sexuell bedürftiger als Frauen oder liegt es nur daran, dass wir diesen Zustand als naturgegeben ansehen und es dadurch automatisch zur Aufgabe der Frau machen, da quasi „aufzuholen“? Können wir von Selbstbestimmung reden, wenn wir uns so von Klischees leiten lassen?


Das Thema birgt gewaltig viel Sprengstoff und starke Emotionen. Einige der Fragen klingen recht provokant und für manch einen wahrscheinlich auch angreifend oder verletzend. Bitte versucht dennoch, euch nicht gegenseitig zu zerfleischen. Wir können hier viel von- und übereinander lernen.

Natürlich sind auch die Perspektiven von Frauen und Menschen außerhalb des binären Geschlechtermodells gefragt und erwünscht.

Jetzt bin ich sehr auf Eure Beiträge gespannt *g*

Liebe Grüße und ein frohes Diskutieren
Tempus
Zuerst einmal muss ich sagen, dass es Männer bei der sexuellen Selbstbestimmung immer noch einfacher haben, als Frauen. Eine sexuell selbstbestimmte Frau muss schon einen breiten Buckel haben, während ein Mann, der all seine Neigungen auslebt, als normal angesehen wird.
Inwiefern Männer von der Pornoindustrie fremdgesteuert werden, liegt wohl sehr am Charakter und Grips des Mannes. Sio wie jeder Mensch, der sich auf irgendeine Weise fremdbestimmen lässt, selbst dran schuld ist.
Die Freiheiten, die der Mann also sexuell hat und darin einen Vorsprung vor den Frauen, gilt allerdings nur für "normale" Hetero-Männer.
Ist der Mann schwul oder trans, dann sieht die Sache aber anders aus.
Und da kommen die Probleme zum allergrößten Teil vom eigenen Geschlecht. Denn Homophobie ist ein typisches Männerleiden.
Wenn man als Transe, egal ob schwul, bi oder sonstwas, seine Sexualität selbst bestimmen möchte, braucht man eine ordentliche Portion Selbstvertrauen. Womit Trans-Menschen in Bezug auf Selbstvertrauen den meisten "normalen" Männern weit überlegen sind.
Hat man dieses Selbstvertrauen, lässt sich das Sexualleben auch wunderbar selbstbestimmen. Wobei man immer gut zu tun hat, sich die Kerle vom Hals zu halten, für die eine TV einfach nur ein exotisches Fickobjekt ist. Aber da diese Männer sehr oft verkappte Bisexuelle ohne Selbstvertrauen sind, ist man denen auch überlegen.
Denn die müssen im Gegensatz zu mir, ihre sexuellen Neigungen heimlich im Verborgenen ausleben.
*****l12 Mann
1.780 Beiträge
Zitat von *********ckit:
Wie steht es denn um die sexuelle Selbstbestimmung bei uns Männern? Sind wir da wirklich so frei und uneingeschränkt, wie es den Anschein hat?

Meiner Meinung nach überhaupt nicht. Man schaue sich die ganzen Fragen zum Themenkreis "was gefällt Frauen?' an. Seien es köperliche Attribute, charakterliche, geschmackliche Eigenschaften, Techniken, Fähigkeiten usw. Dass die Phallusfixierung hausgemacht ist, halte ich für ein Gerücht. Bei sexuell motivierten Kontaktaufnahmen kam die Größe bei ca. 80% sehr schnell, sehr direkt zur Sprache.

Themen zur eigenen Sexualität fristen ein Schattendasein. Vieles ist unbekannt. Ich habe früher gewusst, dass es einen vaginalen und einen klitoralen Orgasmus gibt und dass da unterschiedliche Hirnareale beteiligt sind etc. als dass ich gewusst habe, dass Ejakulation und Orgasmus was unterschiedliches sind.

Pornos sind zwar für Männer gemacht. Dienen aber hauptsächlich der schnellen Reizung (shock and surprise) als der Entwicklung.

Auch wenn Männer meist die aktiven, leider auch mal die Täter (nicht nur im strafrechtlichen) sind, ist es zur Selbstbestimmung noch ein weiter Weg.

Gerade die Fixierung dadrauf, wie Mann sein muss, um Frauen zu bekommen und zu beglücken (bewusst so formuliert!), macht diesen Weg nicht einfach.
Und das ist wiederum so vorgeben, das muss man können, um toll zu sein sonst ist man kein richtiger Mann!?
Gerade die Fixierung dadrauf, wie Mann sein muss, um Frauen zu bekommen und zu beglücken (bewusst so formuliert!), macht diesen Weg nicht einfach.

Das mag schon so sein, aber hat das wirklich etwas mit der sexuellen Selbstbestimmung zu tun?
Ein Mann hat es meist einfacher seine Neigungen und Triebe auszuleben, als eine Frau.
Inwiefern er dann Probleme hat, geeignete Partnerinnen zu finden, ist ein separates Thema.
Von Außen betrachten liegt auf den, ach so starken Schultern, der Männer eine Menge Gewicht. Was sie nicht alles können müssen. Eloquenz und Einfallsreichtum beim Anschreiben beweisen und auch noch erfahrene Liebhaber sein, ohne wahllos zu wirken. Während Frauen einfach nur...präsent sein müssen.

Der erste Einschnitt in Puncto Selbstbestimmung ist bereits das Ausfüllen des Profils. Ja, die Mädels lesen doch so gerne Floskeln, die irgendwie charmant, frech und/oder intelligent sind und erahnen lassen, was da für ein toller Liebhaber hinter dem Profil steckt. Doch ich habe oft den Eindruck, dass sich dort schon viele verstellen. Sich ehrlich darzustellen wäre sicher auch ein gutes Signal für die männliche Selbstbestimmung. Bringt dann aber nicht das gewünschte Feedback. Schade.
*****l12 Mann
1.780 Beiträge
Zitat von *******_DA:
Inwiefern er dann Probleme hat, geeignete Partnerinnen zu finden, ist ein separates Thema.

Ein bisschen gehört es schon dazu. Selbstbestimmt mit seinen Trieben und Neigungen allein zusein, ist nicht so toll.

Darauf wollte ich auch nicht hinaus, sondern dass sich vielleicht einige nicht wirklich mit ihren Trieben und Neigungen befassen, sondern darauf schauen, was ankommt und dann versuchen so zu sein.
Sagt mal, bin es nur ICH, der eine andere Vorstellung davon hat, was "sexuelle Selbstbestimmung" bedeutet?
Darauf wollte ich auch nicht hinaus, sondern dass sich vielleicht einige nicht wirklich mit ihren Trieben und Neigungen befassen, sondern darauf schauen, was ankommt und dann versuchen so zu sein.

Ganz deiner Meinung.
Beim Thema Sex sind Männer eher die Dienstleister.
Oft sind Männer auch mehr bereit sich neuen Dingen zu öffnen.

Meine Beobachtung.

Würde gern wissen was du Tatjana_DA unter sex. Selbstbestimmung verstehst?
*muede*
Dieses Thema ist für Männer überhaupt nicht wichtig, da Männer selber nie behaupten, selbstbestimmt und emanzipiert zu sein.
Das denken die Frauen, ist so eine Fixe Idee.
Deshalb wollen Frauen auch immer in Männerdomänen ihren Fuss reinschieben, weil sie immer denken, dass Leben wäre besser als Mann, was natürlich nicht stimmt.

Kenne kein Mann der sagt, ich schaff alles alleine, ich brauche keine Frau.
Alle Männer wissen, dass ein Leben mit Frau schöner ist als ohne.

Deswegen ist dieser Thread völlig unnütz, und langweilig. *gaehn*
Würde gern wissen was du Tatjana_DA unter sex. Selbstbestimmung verstehst?

Ich verstehe es nicht nur so, sondern "sexuelle Selbstbestimmung" ist, wenn ich selbst bestimmen kann, wie ich meine sexuellen Neigungen und meine sexuelle Orientierung auslebe, ohne große Probleme zu bekommen.
Das heißt zum Beispiel: Ich alleine bestimme, dass ich schwul bin oder monogam oder polygam oder BDSM'ler oder DWT ...
Es geht nicht darum, ob ich es durch irgendeine gelebte Neigung schwerer habe, den passenden Partner zu finden, denn das ist individuell verschieden.
Und so lange der Mann hetero ist, hat ein Mann keine großen Probleme in der Gesellschaft, seine Neigungen auszuleben, sollte er den oder die passenden Partner finden.
Kenne kein Mann der sagt, ich schaff alles alleine, ich brauche keine Frau.

Ich kenne viele schwule Männer, die sagen, ich brauche keine Frau. *lol*

Und wenn du das Thema für unnütz hältst, dann klicke bitte auf "nicht beobachten" und verschone uns mit deinen geistigen Ergüssen.
Zitat von *******_DA:
Würde gern wissen was du Tatjana_DA unter sex. Selbstbestimmung verstehst?
Und so lange der Mann hetero ist, hat ein Mann keine großen Probleme in der Gesellschaft, seine Neigungen auszuleben, sollte er den oder die passenden Partner finden.

Der Mann lebt nicht seine eigene Neigung.
Ein Mann passt sich immer einer Gruppe an.
Als Mann lebt man eigentlich immer die Neigungen, welches das Alphamännchen der Gruppe hat.

Ein Mann hat keine eigenen Neigungen. Man versucht immer das Alphamännchen zu beeindrucken.

Wenn zum Beispiel Bushido singt, arschficken ist geil, dann wollen alle jungendlichen plötzlich arschficken. Nicht weil sie persönlich es geil finden, sondern weil Bushido dass so singt. Und Bushido ist das Alpha Tier, dem alle nacheifern.
Männer funktionieren so!

Darum stehen auch alle Männer auf Fussball... Männer denken nicht an eigene Interessen, da ist immer die Gruppe im Vordergrund.
Zitat von *******_DA:
Kenne kein Mann der sagt, ich schaff alles alleine, ich brauche keine Frau.

Ich kenne viele schwule Männer, die sagen, ich brauche keine Frau. *lol*

Und wenn du das Thema für unnütz hältst, dann klicke bitte auf "nicht beobachten" und verschone uns mit deinen geistigen Ergüssen.

Schwule Männer sagen sowas? *skeptisch*
Schwule Männer lieben Frauen! Schwule Männer vergöttern Frauen.
Sie brauchen sie nicht für Sex, aber zum tratschen braucht jeder schwule Mann eine Frau.
Die Homosexuellen schätzen die Frauen noch mehr als Hetero Männer.

Ich habe von schwulen gelernt, was Frauen alles bieten können, ausser Sex.
Sowas erkennt der schwule sofort. Da muss der Hetero lange für suchen.
Ich sehe als wichtigen Teil der sexuellen Selbstbestimmung auch Übergriffe durch andere Personen.
Dieses Problem wird Männern abgesprochen.

In Filmen ist der sexuelle Übergriff/die Vergewaltigung eines Mannes eher Quelle für Witze als für #aufschrei oder #metoo.

Sexual assault of men as comedy is so ubiquitous and so normalized that you may not have even noticed it shows up everywhere. Most popular comedic actors engage in this type of humor. The jokes are typically designed to demean, humiliate, control, or emasculate a male character for being the victim, or potential victim, of sexual violence.

http://popculturedetective.a … ult-of-men-played-for-comedy

Auf der Seite findet Ihr auch ein ausführliches Video zu dem Thema.
Zitat von ****See:
Ich sehe als wichtigen Teil der sexuellen Selbstbestimmung auch Übergriffe durch andere Personen.
Dieses Problem wird Männern abgesprochen.
Vor einigen Monaten schrieb mal ein Mann, dass ihm im Club einfach eine Frau zwischen den Schritt gegriffen hat. Er kannte die Frau nicht und hat sich mit einer anderen Frau unterhalten. Eindeutig sexuelle Belästigung. Aber soweit ich mich erinnere, wurde die Frau nicht aus dem Club geworfen.

In Filmen ist der sexuelle Übergriff/die Vergewaltigung eines Mannes eher Quelle für Witze als für #aufschrei oder #metoo.

Sexual assault of men as comedy is so ubiquitous and so normalized that you may not have even noticed it shows up everywhere. Most popular comedic actors engage in this type of humor. The jokes are typically designed to demean, humiliate, control, or emasculate a male character for being the victim, or potential victim, of sexual violence.

http://popculturedetective.a … ult-of-men-played-for-comedy

Auf der Seite findet Ihr auch ein ausführliches Video zu dem Thema.

Das haben wir aber jetzt ein Unterschied in den verschiedenen Ländern.

Soweit ich weiss, korrigiert mich, wenn ich falsch liege, kann der Mann in Deutschland eine sexuelle Belästigung der Frau nicht anzeigen.

In der Schweiz gibt es für Männer die Sexuelle Belästigung, die schon strafbar ist, die Sexuelle Nötigung, und neu ist auch die Vergewaltigung strafbar.
Exibitionismus ist auch für Frauen strafbar in der Schweiz, da es unter öffentliches ärgernis angezeigt wird, und dass betrifft auch Frauen.
Ich hab also viel mehr rechtliche Mittel als in Deutschland, so ist mein Wissensstand.

Und soweit ich weiss, habt ihr da in Deutschland für den Mann viel weniger Rechte.
In der Schweiz wäre diese Frau wegen sexueller Belästigung vorbestraft, das gibt eine recht hohe Geldstrafe, wenn der Mann eine Anzeige macht. Bis 10 000 Franken sind da möglich.
Plus Schadensersatz, welche man dann Zivilrechtlich noch einklagen kann.
Aber den Strafbestand sexuelle Belästigung für den Mann gibt es so in Deutschland nicht.
Deutschland
Sexuelle Belästigung als eigener Straftatbestand ist mit dem Gesetz zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung[23] vom 10. November 2016 eingeführt worden und betrifft nur Belästigungen, die mit körperlicher Berührung einhergehen (§ 184i StGB). Strafbar ist die Berührung einer anderen Person „in sexuell bestimmter Weise“, die für das Opfer eine Belästigung darstellt. „Der Tatbestand soll die sexuelle Selbstbestimmung von Personen vor sexuell motivierten Körperberührungen schützen, die belästigend wirken.“[24] Vor der Einführung des Straftatbestands waren einschlägige Handlungen nur in besonderen Fällen als Beleidigung (mit sexuellem Hintergrund) gemäß § 185 Strafgesetzbuch strafbar. Ob sich der Belästigte subjektiv beleidigt fühlte oder nicht, war dabei nicht entscheidend. Da § 185 kein Auffangtatbestand ist, fielen sexualbezogene Handlungen nur dann unter diese Vorschrift, wenn besondere Umstände einen selbstständigen beleidigenden Charakter erkennen ließen. Sexuelle Belästigungen ohne körperliche Berührung sind auch heute nur strafbar, wenn sie eine Beleidigung darstellen.

Schwere Fälle, bei denen eine „sexuelle Handlung“ im strafrechtlichen Sinn (§ 184h StGB) vorliegt, sind seit dem 10. November 2016 als „sexueller Übergriff“ bzw. gegebenenfalls Vergewaltigung im § 177 StGB mit Strafe bedroht.

Schweiz
Art. 198 5. Übertretungen gegen die sexuelle Integrität. / Sexuelle Belästigungen

5. Übertretungen gegen die sexuelle Integrität.

Sexuelle Belästigungen

Wer vor jemandem, der dies nicht erwartet, eine sexuelle Handlung vornimmt und dadurch Ärgernis erregt,
wer jemanden tätlich oder in grober Weise durch Worte sexuell belästigt,
wird, auf Antrag, mit Busse bestraft.

In der Schweiz ist also schon nur sprechen sexuelle Belästigung, schreiben kann auch darunter fallen.
Wenn dich jemand anfasst, dann ist es sowieso sexuelle Belästigung, dass gibt dann wie gesagt recht hohe Bussen, da schon das sprechen oder schreiben mit Busse belegt ist.
Das heißt zum Beispiel: Ich alleine bestimme, dass ich schwul bin oder monogam oder polygam oder BDSM'ler oder DWT ...

Stimme ich dir generell zu!
Es braucht halt oft Mut. Zum einen es sich selbst einzugestehen und dann evtl. auch nach außen zu tragen.
**********tarii Mann
3.373 Beiträge
Zitat von *********ckit:
Die sexuelle Selbstbestimmung des Mannes
Nachdem das Thema Die sexuelle Selbstbestimmung der Frau doch reichlich Diskussionsbedarf für die männliche Seite der Medaille aufgezeigt hat, soll dieser Thread die Chance geben, eben diese Seite zu betrachten.

Wie steht es denn um die sexuelle Selbstbestimmung bei uns Männern? Sind wir da wirklich so frei und uneingeschränkt, wie es den Anschein hat?

Persönlich hätte ich da Eindruck, dass im benannten Thread der Diskussionsbedarf nicht darin lag, zu klären ob Männer ein Thema mit ihrer sexuellen Selbstbestimmung haben, sondern damit, wie Frauen ihre sexuelle Selbstbestimmung bezweifeln.

Generell habe ich den Eindruck, dass ich in Deutschland meine "sexuelle Selbstbestimmung des Mannes" leben kann (Frauen ihre als Frau auch). Das ist natürlich nur wichtig, wenn es Menschen gibt, die versuchen mich dabei zu manipulieren (ist bei Frauen auch so). Es liegt an mir für meine sexuelle Selbstbestimmung einzutreten (das zählt auch für Frauen und für Menschen mit anderen Präferenzen als der Durchschnitt).

Dafür, dass ich sexuell selbstbestimmt sein kann, muss ich den Preis zahlen der dafür notwendig ist. Es kann sein, dass ich mir vielleicht einen anderen Wohnort aus suchen darf, weil es in dem Kaff in dem ich klebe zu anstrengend ist (die mögen keine Schwulen, keine Swinger, kein FKK, und ihre Frauen soll ich auch in Ruhe lassen) bleibe ich dort, muss ich mit den Sanktionen dieser Gesellschaft leben. Natürlich bleibt mir das Rechtsmittel, die Cops leben aber auch in dem Kaff... Ist halt anstrengend.

Andere Option... Ich Lamm schnapp mir den Wolfspelz und pass mich an, werde der wildeste Wolf, gehe dienstags, freitags und sonntags in die Kirche, montags, mittwochs und donnerstags leg ich die Ministrantinnen, die Damen vom Kirchenverein und die Mütter in der Kita flach. Darf sich keiner beschweren.

In jedem Fall darf ich entscheiden, was ich mache und was nicht. Manchmal muss ich dafür bluten...

... Is halt so!

Delta
****nny Paar
1.724 Beiträge
Wie steht es denn um die sexuelle Selbstbestimmung bei uns Männern? Sind wir da wirklich so frei und uneingeschränkt, wie es den Anschein hat?

Zuerst müssten Männer erstmal für sich selbst klären was sie unter sexueller Selbstbestimmung verstehen. Als Frau hat man da öfter den Eindruck, dass es vielen dabei dann nur darum geht frei und offen alles auszuleben auch über den Kopf der Partnerin hinweg. Sie bestimmen das wann und mit wem ohne Rücksicht auf Verluste und nur dann ist das für sie Selbstbestimmung.

Mein Partner und ich verstehen unter sexueller Selbstbestimmung , dass man für sich selbst entscheidet mit wem man Sex hat, aber auch das wie (Vorlieben, Neigung) und das wann. Dies ist als Single ja nun gar kein Problem, aber in einer Beziehung sollte man das schon als Paar klären und auchmal zu Kompromissen bereit sein. Passt es eben überhaupt nicht überein, dann kann man sich selbstbestimmt zu einer Trennung entscheiden.

Warum Männer sich so oft von Pornos, Klischees usw beeinflussen lassen , anstatt sich selbst mal richtig kennenzulernen, auszuprobieren und ggfs aus Fehlern zu lernen, das muss ich als Frau hoffentlich nicht verstehen. Umgekehrt wird es von Frau nämlich schon irgendwie erwartet.

Homophobie dürfte es eigentlich gar nicht mehr geben , denn so aufgeklärt und offen sollte man in diesem Jahrhundert eigentlich sein. Dadurch wird es ganz klar vielen Männern erschwert ihre Sexualität wirklich selbstbestimmt und offen auszuleben. Das ist mehr als schade und schlimm für die Betroffenen.

Männer und Frauen sollten vielleicht einfach offener, ehrlicher miteinander reden, dann wäre auch in Partnerschaften sexuelle Selbstbestimmung, auf beiden Seiten, kein Problem.
*****l12 Mann
1.780 Beiträge
Zitat von ****nny:
Warum Männer sich so oft von Pornos, Klischees usw beeinflussen lassen , anstatt sich selbst mal richtig kennenzulernen, auszuprobieren und ggfs aus Fehlern zu lernen, das muss ich als Frau hoffentlich nicht verstehen. Umgekehrt wird es von Frau nämlich schon irgendwie erwartet.

Ist eigentlich ganz einfach zu verstehen. "sich selbst mal richtig kennenzulernen, auszuprobieren" ist praktisch kein Thema. Thema ist guter Lover zu sein. Erwartet wird das Null, eher komisch beäugt. Und auch die Frauen sind sehr spärlich dabei, zu gucken, was man denn jetzt so mit dem anstellen kann.


Zitat von ****nny:
Als Frau hat man da öfter den Eindruck, dass es vielen dabei dann nur darum geht frei und offen alles auszuleben auch über den Kopf der Partnerin hinweg. Sie bestimmen das wann und mit wem ohne Rücksicht auf Verluste und nur dann ist das für sie Selbstbestimmung.

Ich glaub diese Fraktion, denkt nicht über Selbstbestimmung nach.
*****608 Mann
3.249 Beiträge
Tjaaaa, sind wir sexuell selbstbestimmt? Machen wir uns nicht irgendwie Abhängig von Pornos und dem Sex an allen Ecken der Welt? DA stehen viele von uns in einem SC und schauen den anderen beim vögeln zu und holen uns dabei einen runter... ist das sexuelle Selbstbestimmung? Wenn ich als Mann darunter sexuelle Selbstbestimmung verstehen... Prost Mahlzeit!
Aber was verstehe ich nun darunter? Zum einen meine Selbstkontrolle, ich sehe mich als Spielpartner zu meinen Spielmenschen, ja, wenn ich Lust habe hole ich mir einen runter, aber ich werde das sicher nicht als letztes Mittel in einem Club. Meine sexuelle Selbstbestimmung besteht auch darin meine Partnerin sich ausleben zu lassen, da habe ich freude dran. Meine sexuelle Selbstbestimmung ist meine Freiheit zu tun, was ich möchte, aber im Kontext mit meinen Spielpartner, es geht nicht darum was ich will, es geht darum was wir wollen. Was nicht geht in einer Ecke stehen und als letztes Mittel.. ja sich einen runterholen.
Andere haben daran sicher Freude, jeder so wie er will, auch das ist sexuelle Selbstbestimmung, auch Toleranz gehört für mich dazu.
@*******_DA

das ist nicht wahr was du da schreibst
Männer haben es nicht einfacher, Frauen auch nicht.
Wenn zB jemand egal on M oder W für sich selbstbestimmend eine Monogame Beziehung führt und in dieser 100 mal in der Woche *popp* wo ist da das Problem und wer soll Probleme machen?

Anders ist es wenn man mit seinem Sexualleben hausieren geht, dann erst kommen Wertungen ins Spiel.
die dann aber auch nicht für Männer positiver sind
Denn ein Mann der alles *popp* Was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, der wird wohl kaum von Monogamen Menschen positiv bewertet.

Wir leben in Deutschland Österreich Holland oder der Schweiz und ich glaube nicht das in einem dieser Länder es Vorgaben gibt wie man zu sexeln hat und vor allem mit wem und wie oft.

Die meisten denken wenn sie sich außerhalb der "Norm" bewegen würden sie Probleme bekommen, nein bekommen sie nicht, die gibt es nämlich nur dann wenn man denkt Menschen mit seiner Sexualität "belästigen" zu müssen und das zu Recht weil es nämlich niemanden etwas angeht.

Ich zB kann tun und lassen was ich will, weil ich nämlich meinem Umfeld nicht auf die Nase binde wen ich wo und wann und wie oft gepoppt habe.
Auch ziehe ich mich nicht Schhwul an bewege mich nicht Schwul und quatsche nicht Schwul daherm weil es nämlich keinen hilft, mir nicht den Schwulen nicht und schon gar nicht denen die meine Sexuallität nichts angeht.
und wenn ich meinen Partner ablecken will mache ich das nicht öffentlich, warum? ganz einfach, weil ich ganz selbstbestimmt das mit meiner Partnerin auch nicht mache.

Selbstbestimmt Sexuallität zu leben ist nicht gleichbedeutend mit Sich selbst als Sexobjekt offentlich zu "verkaufen"
Und in meinen 4 Wänden kann sogar ich mit meinem Zweifelhaften Charakter und meiner flexibelen Moral meine ganzen perversen scheiß glücklich sein.
Aus dem einen Grund, ich gehe damit nur Leuten auf den Sack die mich auf Knien darum bitten und das nicht weil die anderen das gut/besser finden, sondern weil ich das so entschieden habe das ich niemanden belästigen will.

@TE
Wer sich Fremdbestimmt zB urch Pornos eine Sexuallität aneignet der macht das selbstbestimmt und wird seine Erfahrungen machen.
Ich find auch Superman *cool*
würde trotzdem nicht mit einem blauen Anzug rumrennen und Bösewichte jagen oder denken ich könnte fliegen.
Und wenn ich könnte würde ich es keinem erzählen weil es keinem etwas angeht und weil ich nicht von jedem hansel angeglotzt werden will.
@*******rmal

Ich finde, da machst du es dir aber auch sehr einfach. Mit "seiner Sexualität hausieren gehen"...da fehlen mir ein wenig die Worte.
Und wenn nun ein homosexuelles Pärchen im Park Händchen hält und Küsse austauscht, ist das für so manchen heute noch anstößig. Sollen sie deshalb den Körperkontakt nur heimlich in den eigenen 4 Wänden stattfinden lassen?
****Su Frau
1.291 Beiträge
Betrachtet man den Altersdurchschnitt der Frauen, die sich an Threads bzgl. "Selbstbestimmung der Frau" u.ä. beteiligen, wird schnell klar, dass die Meinungen der Frauen ab 40 Jahre polarisieren, da es genau diese Generation Frauen ist, die in der Hinsicht noch immer harte Kämpfe mit Männern entsprechenden Alters (und älter) und auch nicht selten mit sich selbst ausfechten. ...
Der Grundtenor der meisten Frauen dieses Alters: Jahrelang in der Ehe festgefahren, Kinder großgezogen, stets versucht, dem Mann alles recht zu machen, Scheidung und Schluss mit lustig! Danach wollen sie sich nichts mehr sagen lassen, sondern ihr Leben, ihre Sexualität frei/ungehemmt ausleben, nur noch das tun, was sie wollen und wenn Mann das nicht will: "Bitte, dort ist die Tür, wenn du nicht auf meine Bedürfnisse eingehst! Ich habe mich jahrelang unterdrücken lassen bzw. bekam nie, was ich wollte - jetzt will ich! Erfüll meine Wünsche und Bedürfnisse, ansonsten gilt: Nicht mehr mit mir! Zieh einfach weiter und such dir eine andere dafür!"
Männer diesen Alters äußern sich ähnlich, wollen ebenfalls dieses oder jenes, was ihnen die Ex verweigerte usw. und leben sich dann ebenfalls freier aus, z.T. auch mit Männern. Und doch sind sie dahingehend immer noch gehemmt, galt Sex unter Männern damals doch zumeist als Tabu. Ab einem gewissen Alter fallen die anerzogenen Grenzen und Mann/Frau wissen, was sie wollen. ...

Ich gehe insofern von einem spürbaren Generationsproblem aus, welches bei beiden Geschlechtern mit einigen Einschränkungen einherging, die der damaligen Erziehung und gesellschaftlichen "Norm" entsprachen - wie heute im gewissen Sinne ja auch wieder, nur dass es sich derzeit wiederum um ganz andere (sexuelle) Schwerpunkte zwischen Mann und Frau handelt.

Dank jederzeit verfügbarer Medien, die den Mann unter enormen Druck setzen, wie z.B. der "perfekte" moderne Mann von Kopf bis Fuß auszusehen und als Mann in der Gesellschaft, Familie, als Lebens- oder Sexpartner zu "funktionieren" hat, um Frauen für sich zu interessieren und begeistern zu können, ebenso, wie die erstarkende Feminismuswelle und zudem der MeToo-Aufschrei dazu beiträgt, der all die Altlasten an die Oberfläche bringt, die (zurecht) aufgearbeitet werden müssen usw. ...

Genau das erscheint mir dabei auch mit einer enormen Veränderung im Bereich der sexuellen Selbstbestimmung des Mannes einherzugehen. Denn jüngere Männer der Generation U35 tauchen in den allgemeinen Forendiskussionen kaum auf, scheinen weniger diskutieren zu wollen, klicken dafür eher nur an, um per Klick zu erfahren, ob sie bei Frau XY *top* oder *flop* sind. Floppen sie, ziehen sie stillschweigend weiter und da frage ich mich schon, wo ihre Präsenz, ihr Selbstbewusstsein als Mann unabhängig der Style-Vorlagen bleibt, denen sie scheinbar wie die Lemminge folgen? Geben Sie ihre Selbstbestimmung damit zunehmend auf, um den einfachen Weg zu gehen? Wie handhaben es heutzutage junge Männer mit ihrer sexuellen Selbstbestimmung? Sind sie eher Draufgänger oder werden sie zunehmend zu Bittstellern bei all den selbstbewussten Frauen, denen sie gerecht werden wollen?

Bei der Frage nach der Selbstbestimmung des Mannes interessiert mich zugegeben vielmehr die Meinung jüngerer Männer, die mit den spürbaren gesellschaftlichen Veränderungen zwischen Mann und Frau umgehen (lernen) müssen. Denn wo die damaligen Fehler/Probleme der Ü40iger zu suchen und zu finden sind, weiß ich selbst aus eigener Erfahrung bzw. diversen Diskussionen. *zwinker*
****eee Paar
539 Beiträge
Ich weiss bei dem Thema nicht wo ich anfangen soll. Von daher hangel ich mich mal von Frage zu Frage.

• Wir wissen, dass viele Produkte rund um Sex speziell auf Männer zugeschnitten sind. Nach wie vor wird ein Großteil der Pornos rein für die Zielgruppe ‚Männer‘ produziert. In wie weit werden wir von den Darstellungen dort in unserer Sexualität manipuliert?

Was heisst hier "auf Männer zugeschnitten"? Das wurde mir als Jugendlicher auch schon immer eingebläut und ich Idiot habe es ernst genommen wenn dann gesagt wurde, dass nichts in Pornos etwas mit wirklicher Sexualität zu tun hat.
Ich bin dann davon ausgegangen, dass Frauen Sex und Männer nicht mögen, Oralverkehr und Analverkehr nie stattfindet, Sex ohne Beziehung eine Männerfantasie ist, etc.
Aus meiner Sicht richtet dieses krampfhafte Verteufeln der "Pornos für Männer" mehr Schaden an als alle Pornos es könnten.

Bi- und Homosexualität


Ich glaube nicht, dass es hier noch ein richtiges, weitläufiges Problem bzw. eine systematische/institutionelle Diskriminierung gibt. In manchen Gesellschaftsbereichen sicherlich und es sollte weiter daran gearbeitet werden. Aber insgesamt finde ich kriegen homophobe Äußerungen eher schräge Blicke zugeworfen als ein schwuler Mann.

Ist das tatsächlich selbst auferlegt oder lassen wir uns da womöglich fremdsteuern?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es ein sehr enges Schema gibt, was Mann erfüllen muss um attraktiv zu sein bzw um überhaupt wahrgenommen zu werden. Ja, das ist fremdgesteuert. Man kann natürlich auch die Anforderungen ignorieren, nur stellt sich dann die Frage, was die Konsequenz hieraus ist.
Wenn ich mich 100% authentisch verhalte bin ich für Frauen schlicht unsichtbar und sexuell absolut uninteressant. Zu schüchtern, zu devot, zu zurückhaltend, da erfülle ich einfach keine Erwartungen.


Insgesamt finde ich die Diskussion schwer, da viele Aspekte von männlicher Sexualität nunmal von Frauen begrenzt werden. Entsprechend muss halt zwischen zwei Dingen unterscheiden. Einmal Selbstbestimmung und einmal Verhalten zeigen/aneignen, dass realistische Chancen bietet, eine Partnerin zu finden. Hier empfinde ich immer einen Zwang, beides gegeneinander abzuwiegen da es sich teils doch sehr beisst.
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