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Rettet die deutsche Sprache

Rettet die deutsche Sprache
Dieser Tage wurde ich darauf hingewiesen, dass z.B. Latein hier unerwünscht ist und Deutsch die Forensprache sei. Gut, das kann ich verstehen. Doch andererseits wimmelt es vor englischen Begriffen, teilweise eingedeutscht. Und das nicht nur hier. Überall wird man mit Denglisch und Englisch überschüttet.

M. e. ein gefährlicher Trend. Denn: Wer soll den Quatsch dann noch verstehen? Die Jugend vielleicht, die damit groß wird. Selbst in der DDR gab es kaum die Übernahme von russischen Wörtern ins Deutsche. Warum unterwerfen sich alle so freiwillig und ohne Rücksicht auf die eigene Sprache dem Englischen?

Richard Wagner läßt seinen Sachs im 3. Akt singen:

Das unsre Meister sie gepflegt (die deutsche Kunst Anmerkung Gurnemanz)
grad recht nach ihrer Art,
nach ihrem Sinne treu gehegt,
das hat sie echt bewahrt:
blieb sie nicht adlig, wie zur Zeit,
da Höf und Fürsten sie geweiht,
im Drang der schlimmen Jahr
blieb sie doch deutsch und wahr;
und wär sie anders nicht geglückt,
als wie, wo Alles drängt und drückt,
Ihr seht, wie hoch sie blieb im Ehr:
was wollt Ihr von den Meistern mehr?
Habt Acht! Uns dräuen üble Streich: -
zerfällt erst deutsches Volk und Reich,
in falscher wälscher Majestät
kein Fürst bald mehr sein Volk versteht,
und wälschen Dunst mit wälschem Tand
sie pflanzen uns in deutsches Land;
was deutsch und echt, wüsst keiner mehr,
lebt's nicht in deutscher Meister Ehr.

(Auszug aus dem Textbuch, Text: Richard Wagner)

Vielleicht können wir hierzu ein paar Standpunkte zusammentragen. Gleichzeitig wäre es mal ganz gut, vielleicht ein paar Begriffe wie z.B. Thread oder ähnliches in das Deutsche hier zu übersetzen.

Grüße, Gurnemanz
Des Deutschen nicht mehr mächtig?
Lieber @******anz, dieses Thema, dieser Strang scheint mir ausgelöst durch die sensible Reaktion auf eine einzelne Zurechtweisung in einem anderen Themenstrang.

Nun ja: Weil das Internet aus Amerika kommt, wird halt viel Englisch gesprochen.
Da werden dann halt E-Mails statt elektronischer Briefe geschrieben, statt zu plaudern, chatten wir und anstelle der guten alten Querverweise setzen wir Links.

Diese Amerikanisierung der deutschen Sprache ist kein aktuelles Thema:

Als ich meiner Babyzeit (sorry - Säuglingszeit) entwachsen war und im Petticoat zu den neuesten Hits der Band tanzte, sagte mein Tanzpartner laut und deutlich: Stop!

Die Verdeutschung englischer Wortbegriffe finde ich persönlich nicht tragisch. Was mir jedoch deutlich misshagt, ist die zunehmende Unfähigkeit, sich in korrekten und zusammenhängenden Sätzen zu artikulieren und statt dessen in Ein- oder Zweiwortäußerungen Meinungen kund zu tun. Ein Dialog, ein Austausch, ein Sich-Mitteilen ist auf diese Weise kaum möglich.

Dies ist einer der Gründe, warum ich nicht gerne das Geplauder (den Chat *cool* ) aufsuche und entweder den Dialog lieber via Mail, telefonisch oder Auge in Auge bevorzuge.

Viele Grüße
Angelika
******_wi Mann
1.035 Beiträge
Der Versuch einer einfachen Erklärung.....
Nun, das Internet ist - das merken wir schon bei jeder Adresse, die wir
eingeben und mit "www" beginnen - weltumspannend.

Wir alle sind uns, auf Grund dieses Mediums, ein wenig näher gerückt -
Menschen, die am anderen Ende der Welt ihr zu Hause haben, sind
nur mehr einen Mausklick weit von uns entfernt.

Doch halt - eine Barriere bleibt! Die Sprache!

Und so ist es eigentlich nur zu verständlich, dass man auch auf diesem
Gebiet etwas näher zusammen rückt.

Die Welt ist "kleiner" geworden und das nicht nur im Internet.

Warum für Begriffe wie Thread, Handy, Email, Support, Chat, Date und
viele, viele andere, deutsche Ausdrücke verwenden, oder sie vielleicht
gar erst erfinden müssen, wenn doch so sofort jeder weiß, was gemeint
ist - und das auf der ganzen Welt!

Natürlich könnte man zum Beispiel zu chatten auch plaudern sagen, zu
support - Unterstützung, aber diese Ausdrücke sind spezifischer und
haben aus diesem Grund mehr Aussagekraft, als dies ihre wörtlichen
Übersetzungen hätte.

Vielleicht würde Richard Wagner, wäre er noch am Leben, tatsächlich
seinen tragbaren Rechner nehmen und sein Fenster hochfahren,
vielleicht würde er mit seinen Künstlerkollegen am Wege der
elektronischen Post verkehren, oder sich mit ihnen auf der Leitung in
einem Plauderraum treffen. Er hätte auch sicher eine Hausseite, die
ihm ein namhafter Netzentwerfer zusammenstellen und auf dem
Diener seines Versorgers hochladen würde.....

.....aber sehr wahrscheinlich ist das nicht - wahrscheinlicher hingegen ist:

Richard Wagner würde seinen Laptop nehmen und sein Windows hoch-
fahren, er würde mit seinen Künstlerkollegen via Email verkehren, oder
sich mit ihnen online in einem Chatroom treffen. Er hätte auch eine
Homepage, die ihm ein namhafter Webdesigner zusammenstellen und
auf dem Server seines Providers hochladen würde.....


lg raider
Ich bin der Meinung, dass durch diese ganze Globalisierung, mit dem einhergehenden Anglizismus, ein Stück Nationalstolz verloren geht.

Gut, dass wir diesen Nationalstolz nicht mehr wie vor über 60 Jahren haben werden, hat seine geschichtlichen Hintergründe und ist auch, wenn auch nicht in jedem Punkt, berechtigt.

Nur stellt sich hier die Frage, warum sollte der Nationalstolz nicht genauso gefrönt werden, wie es unsere europäische Freunde machen, warum ist es immer noch verpönt, das Wort DEUTSCH in den Mund zunehmen oder gar die entsprechende Fahne zu schwenken.

Für mich wäre es mal interessant zu erfahren, ob unsere europäischen Nachbarn (im nicht deutschsprachigen Raum) auch dementsprechend der Meinung sind, ihre Muttersprache teilweise einfach durch eine Fremdsprache zu ersetzen.

Oder ob wir Deutschen nur der Meinung sind, desto mehr Fremdwörter (wenn man sie denn heute noch so bezeichnen kann) wir einsetzen, umso eloquenter wirken wir.

Warum für Begriffe wie Thread, Handy, Email, Support, Chat, Date und viele, viele andere, deutsche Ausdrücke verwenden, oder sie vielleicht
gar erst erfinden müssen, wenn doch so sofort jeder weiß, was gemeint
ist - und das auf der ganzen Welt!

Warum erfinden, wenn es diese Wörter denn schon so gibt. Warum sollten die deutschen Übersetzungen zur Belustigung beitragen, wenn sie von der Begrifflichkeit im englischen, die gleiche Bedeutung haben.

Und ja, wir befinden uns im weltweiten Netz, nur kommunizieren wir hier mit einem Japaner, Koreaner oder Mexikaner. Nein wir kommunizieren mit Menschen, die der deutschen Sprache mächtig sind und oder gerade deswegen sollten wir sie auch so darlegen.

LG, HS
Deutsche Sprache aus dem Schmelztiegel der Geschichte
Alle heute noch lebenden europäischen Sprachen sind - mit Ausnahme des Finnischen, des Ungarischen und vielleicht des Baskischen - indogermanischen Ursprungs. Das heißt: Englisch, Italienisch, Griechisch, Deutsch und Russisch (um nur einige der größten zu nennen), gehen alle auf dieselben sprachlichen Wurzeln zurück.

Wissenschaftlichen Theorien des 19. Jahrhunderts zufolge waren die Indogermanen ursprünglich in Mittel- oder Südasien beheimatet, um von da aus zwischen 4000 und 1000 v.Chr. in mehreren, zeitlich weit auseinander liegenden Wellen nach Europa einzuwandern.

Nun ist nicht zu erwarten, daß irgendwelche Wörter über tausende von Jahren stets gleich geblieben sind. Sprachen sind nicht statisch, sondern wie organische Gebilde verändern sie sich, verzweigen sich, entwickeln sich weiter oder sterben aus.

Für sprachliche Veränderungen gibt es viele Gründe.Mit Sicherheit ist aber einer der wichtigsten Gründe, daß Stämme und Völker sich trennen, daß Volksgruppen abwandern, in der neuen Heimat auf Bewohner anderer Sprachen treffen und sich vermischen, daß sie neue Dinge kennenlernen, denen sich ihre Sprache anpassen muß. So verästeln sich einheitliche "Hochsprachen" zunächst in Dialekte, aus denen letztlich neue Sprachen geboren werden.

Die europäischen Unterfamilien des Indogermanischen:

Bis in die Zeit um Christi Geburt waren in Europa außer dem Germanischen vier weitere sprachliche Zweige entstanden, von denen heute noch Nachfolgesprachen lebendig sind:
Hauptgruppen

1. Das Keltische beherrschte den Westen Europas, die britischen Inseln, Spanien, Frankreich, Süddeutschland. Bis auf wenige, zum Teil künstlich aufrecht erhaltene Reste in Irland, in der Bretagne und im Norden Schottlands ist die einstmals größte Sprachgruppe heute praktisch ausgestorben. Sie fiel zunächst römischen Invasionen, später der germanischen Eroberung Großbritanniens zum Opfer.

2. Im äußersten Süden etablierte sich das Italische mit seinen Hauptvertretern Etruskisch und Lateinisch. Von Italien aus verbreitete sich seit Julius Caesars Zeiten (100 - 44 v.Chr) die Sprache der Römer über halb Europa. Dank der römischen Eroberung und jahrhundertelangen Überfremdung Galliens, Spaniens und des Balkans gaben die dort lebenden Völker ihre eigenen Sprachen auf. Es entstanden vulgärlateinische Dialekte, aus denen sich im Mittelalter die romanischen Sprachen Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch und Rumänisch entwickeln sollten. 1000 Jahre nach dem Untergang Roms setzten Portugiesen und Spanier die Ausbreitung des Romanischen fort, indem sie Südamerika und viele andere Teile der Welt eroberten.

3. Von den osteuropäischen Völkern wurde die Gruppe des Balto-Slawischen hervorgebracht. Da die Slawen erst zu Beginn des Mittelalters (wieder) massiv nach Europa eindrangen und damit verhältnismäßig spät in das Licht der Geschichte und der Schriftkultur traten, finden sich nicht vor dem 9./10. Jahrhundert schriftliche Zeugnisse ihrer Sprachen. Die baltischen Sprachen (Litauisch, Lettisch) sind sogar erst seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das macht die Zurückverfolgung ihrer sprachlichen Entwicklung besonders schwierig. Das Slawische verzweigte sich in die Einzelsprachen Russisch, Polnisch, Tschechisch, Slowakisch, Bulgarisch, Slowenisch und Serbokroatisch.

4. Das Griechische stellt in zweierlei Hinsicht ein Unikat unter den europäischen Sprachen dar: Es ist von allen indogermanischen Tochtersprachen die am frühesten und weitaus am reichhaltigsten überlieferte - gleichzeitig hat Griechisch sich aber am wenigsten in Europa verbreitet, oder besser gesagt: es hat seine einstige weite Verbreitung in Südosteuropa nicht halten können. Mit dem Untergang des oströmischen Kaiserreichs von Konstantinopel war die Sprache auf ihr Stammland zurückgeworfen.

5. Als Kernland des Germanischen ist wohl der Süden Dänemarks oder der Norden Deutschlands anzusehen. Von da aus breiteten die Germanen sich nach Skandinavien und Island aus, im Süden über Deutschland, Österreich und Burgund. Einzelne ostgermanische Gruppen, von denen noch zu reden sein wird, eroberten zeitweise Italien, Spanien und Nordafrika, hinterließen dort aber nur geringe sprachliche Spuren und verschwanden selbst aus der Geschichte. Zukunftsweisender wurde die mehrmalige germanische Eroberung der britischen Inseln: im 5. Jahrhundert durch die Angelsachsen, im 8./9. Jahrhundert durch die Wikinger, zuletzt 1066 durch die (romanisierten) Normannen. In der Neuzeit sorgten die Engländer dafür, das Germanische über den ganzen Erdball zu verbreiten. Außer dem Englischen und dem Deutschen gehören Isländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Niederländisch, Afrikaans und Jiddisch der germanischen Sprachenfamilie an.

Der Verschmelzungsprozeß im Norden Europas war zwischen 1200 und 1000 v.Chr. abgeschlossen. Die darauf folgende Periode bis etwa 200 v.Chr., in welcher in Skandinavien, Jütland und in der Nordhälfte Deutschlands, vom heutigen Belgien im Westen bis in den baltischen Raum eine ziemlich einheitliche Sprache gesprochen worden sein muß, bezeichnet man als die Zeit des "Urgermanischen".

Von der ersten, der germanischen Lautverschiebung, durch welche das Germanische sich im letzten vorchristlichen Jahrtausend vom Indogermanischen schied, war schon die Rede. Hier geht es nun um die zweite, die "althochdeutsche" Lautverschiebung. Wie der Name schon sagt, betrifft dieser Vorgang, der zwischen 500 und 700 n.Chr. stattgefunden hat, nur die deutsche Sprache, oder besser gesagt: jene südgermanischen Dialekte, die eben aufgrund der gemeinsam durchgemachten Lautverschiebung im Laufe des Mittelalters zur deutschen Sprache zusammenwachsen sollte. Es handelt sich um die Stammesdialekte, die in der schematischen Darstellung in die Gruppen Rhein-Weser-Germanisch (daraus später Thüringisch, Hessisch, Fränkisch) und Elbgermanisch (Bairisch, Alemannisch, Langobardisch) eingeteilt sind. Der Ausdruck "Elbgermanisch" rührt übrigens daher, daß die Alemannen und Bayern ursprünglich - wie die 568 nach Italien einfallenden Langobarden - an der mittleren Elbe saßen und erst in spätantiker Zeit nach Süddeutschland wanderten.
Südgermanisch

Die Sprache der am Meer und in der norddeutschen Tiefebene sitzenden Stämme wird als "Nordseegermanisch" zusammengefaßt. Ihnen ist gemeinsam, daß sie nicht an der zweiten Lautverschiebung teilnahmen und also auch keinen Anteil an der Entstehung der deutschen Hochsprache haben sollten. Die wichtigsten Volksgruppen hier sind im Norden die Jüten und Angeln, weiter südlich (im heutigen Niedersachsen und Westfalen) die Sachsen, im Westen die Friesen, südwestlich davon die Niederfranken (die heutigen Flamen und Holländer).

In den ostdeutschen Raum stießen slawische Völker vor, seit die Ostgermanen von dort abgezogen waren. Indem Abteilungen der schleswig-holsteinischen Angeln und Jüten sowie der Sachsen seit dem 5. Jahrhundert nach Großbritannien auswanderten, um dort das verwaiste Erbe der Römer anzutreten, gelangten ihre Dialekte auch auf die andere Seite der Nordsee und verbanden sich dort zum Angelsächsischen, das im Zuge seiner Verselbständigung gegenüber dem kontinentalen Altsächsischen auch Altenglisch genannt wird.

Der Süden Dänemarks wurde dem nordischen Sprachraum angeschlossen, indem skandinavische Stämme in das von den Jüten freigegebene Land nachrückten. Im norddeutschen Raum entwickelte sich das Altsächsische zum Mittelniederdeutschen und weiter zum heutigen Platt- oder Niederdeutschen. Aus dem Altniederfränkischen wurde Mittelniederländisch, daraus das jetzige Niederländisch in Holland und Belgien, mit einem Ableger in Südafrika, dem burischen Afrikaans.

Durch einen weiteren Lautwandel im Konsonantensystem setzten sich die Dialekte in der Südhälfte Deutschlands von den übrigen germanischen Sprachen ab. Es entstand ein Gegensatz der oberdeutschen und mitteldeutschen Mundarten nicht nur zu den nordgermanischen und ostgermanischen Sprachen, sondern innerhalb des Westgermanischen nun auch zu den nord- und westdeutschen Dialekten. Die Veränderungen waren auch in den betroffenen Gebieten nicht überall gleich, sondern man kann verkürzt sagen, je weiter südlich ein Dialekt beheimatet war, desto gründlicher hat sich die Konsonantenverschiebung ausgewirkt - am vollständigsten im Bairischen und Alemannischen.

Die mit der zweiten Lautverschiebung entstandene deutsche Sprache ist seit dem 8. Jahrhundert schriftlich bezeugt. Die Sprachstufe von hier an bis etwa 1050 heißt "Althochdeutsch". Dabei ist unbedingt zu beachten, daß für diese frühe Zeit der Ausdruck Hoch-Deutsch noch nicht gleichbedeutend ist mit "Standardsprache", sondern "hoch" ist wie Ober-Deutsch geographisch zu verstehen: Es sind die höhergelegenen, südlichen Regionen Deutschlands, deren Dialekte im Frühmittelalter in ihrer Gesamtheit das Deutsche repräsentieren.

Nachdem sich das westgermanisch-deutsche Sprachgebiet zu Beginn des Mittelalters auf dem Festland deutlich verkleinert hatte, indem die westfränkischen und langobardischen Bevölkerungen in Frankreich bzw. Italien romanisiert worden waren, dehnte sich das Deutsche in alt- und mittelhochdeutscher Zeit wieder erheblich aus. Im Osten eroberten deutsche Kolonisten Schlesien und Obersachsen (das heute so genannte "Sachsen"), Pommern und große Teile Preußens, teils für die niederdeutsche Sprache, teils für mitteldeutsche Dialekte.

Während des gesamten Mittelalters gab es innerhalb des deutschen Reichs noch einen anderen Sprachraum, der abseits vom hochdeutschen Bereich stand: das Niederfränkische. Obwohl sprachlich und wirtschaftlich dem Norden Deutschlands näherstehend, nahm der niederfränkische Kulturraum aktiv am Import der französchen Literaturstoffe und sogar anregend an der literarischen Entwicklung Oberdeutschlands teil.

Den Übergang vom Mittel- zum Neuhochdeutschen kennzeichnen wiederum lautliche Veränderungen. In dieser Zeit gab es immer noch keine einheitliche hochdeutsche Sprache, aber sie war nun dabei, getragen von bewußt gestaltenden Autoren, sich einigermaßen zielstrebig zu entwickeln. Insofern bekommt das Wort "Hochsprache" einen neuen Sinn: Es bezeichnet im Neuhochdeutschen nicht mehr die Dialekte der hochgelegenen deutschen Länder, sondern es steht jetzt für eine ideelle Standardsprache.

Wenn es nun immer noch Texte deutscher Autoren gab, die anderen Deutschen unverständlich waren, so lag das an Latinismen und eingeführten französischen Wörtern, nicht mehr am eigentlichen Deutsch, das da geschrieben wurde. Die Orthographie war allerdings auch im 18. und 19. Jahrhundert noch nicht klar geregelt. Erst seit 1901 (Rechtschreibreform und Herausgabe des "Duden") besitzen wir endlich eindeutige Rechtschreibregeln, die außer für Deutschland auch für die Schweiz und Österreich gelten - besser gesagt: wir besaßen ein sinnvolles Regelwerk, bis es durch die "Reform" von 1997 wieder zerstört worden ist.

Wie zu allen Zeiten, so drangen auch während der Periode des Neuhochdeutschen viele neue Wörter ein. Mit dem Niedergang der ritterlichen Gesellschaft ging der Einfluß des Französischen zunächst zurück. Dafür wurde in der Renaissance das Lateinische wieder stärker, was vor allem in der Bildung von latinisierenden Familiennamen seinen Ausdruck findet.

Ein sehr weites Feld ist auch das Thema der Bedeutungsveränderung von Begriffen: Alte, vom Ahd. über das Mhd. überlieferte Wörter bekamen einen neuen Inhalt, indem sich ihr Sinn erweiterte oder verengte.

Anfänge der Entwicklung einer deutschen Standardsprache

Um 1450 erfand der Mainzer Bürger Johannes Gutenberg die Kunst, Bücher zu drucken. Die Druckerpresse ermöglicht es, innerhalb von Wochen Texte in hunderten von Exemplaren herzustellen, wofür früher, wenn Mönche sie hätten mit der Hand schreiben sollen, Jahrzehnte gebraucht worden wären. Hatte es zuvor für die meisten Menschen keinen Sinn gehabt, überhaupt lesen zu lernen, da es kaum etwas zu lesen gab, so war mit einem Male die geschriebene Sprache breiten Bevölkerungsschichten zugänglich: Gedruckte Bücher, Flugschriften und Kirchenlieder wurden zu den ersten Massenmedien der Geschichte.

Daß nun sehr viele lesekundige Deutsche dieselben Texte lasen, hatte natürlich auch auf die heraufziehende neuhochdeutsche Sprache große Auswirkungen: Was sich im hohen Mittelalter innerhalb einer kleinen, sehr elitären Literarurszene angedeutet hatte, konnte nun auf stetig sich verbreiternder Front durchbrechen - die Entstehung einer einheitlichen Sprach- und Schriftnorm. Der Wortsinn von "Hochsprache" verschiebt sich, der Begriff steht jetzt - wie oben schon erwähnt - für eine ideelle Standardsprache.

Eine besondere Rolle spielte die Bibelübersetzung Martin Luthers für die Entstehung des Neuhochdeutschen. Obwohl Luther selber aus dem nordthürigischen Raum stammte und dort wirkte, setzte er nicht einfach seinen heimischen Dialekt bei der Übersetzung um, sondern bemühte sich gezielt um eine möglichst ausgleichende Sprache und volkstümliche Ausdrucksweise. In ganz Deutschland waren um die Mitte des 16. Jahrhunderts rund 100.000 Exemplare einer wittenbergischen Ausgabe der Lutherbibel im Umlauf. Ihre Sprache wirkte über den hochdeutschen Raum hinaus: Als billig zu kaufendes Buch drang sie auch nach Norddeutschland vor und half bei der schleichenden Verdrängung des Niederdeutschen mit. Nicht im Hinblick auf die lautlich-formale Entwicklung, aber wegen seinen stilisten Gebrauchs darf Martin Luther als Schöpfer, als "Vater" der deutschen Sprache gelten.

Allerdings setzte schon bald nach dem verheerenden Ausgang des 30-jährigen Krieges eine Gegenbewegung ein, die wieder gehäuft französisches Wortgut einführte: Unter dem Eindruck des "vorbildlichen" Versailler Absolutismus wurden Maitresse, Dame, Kavalier, galant und vieles andere aus dem Gesellschaftsleben in Deutschland heimisch, Fürsten nannten ihre Schlösser Sanssouci, Monrepos oder Solitude. Während sich das Lateinische nun auch aus den Wissenschaften allmählich zurückzog, gingen mehrere Höfe und Akademien dazu über, nur noch Französisch zu sprechen. Friedrich II. der Große von Preußen meinte mit Voltaire, Deutsch sei nur für Pferde und Soldaten eine geeignete Sprache.

Indirekt hatte der französische Einfluß jedoch eine positive Nebenwirkung: Man bemühte sich im 18. Jahrhundert, den Franzosen auch das nachzumachen, daß sie eine einheitliche Schriftsprache mit festen Schreibregeln besaßen. So gewann im Deutschen das Schriftliche langsam die Oberhand über die Mündlichkeit, Schriftdeutsch wurde Standardsprache: "Sprich, wie du schreibst!"

Seit dem Ende des Siebenjährigen Krieges (1756 - 1763), erst recht nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches und Abtrennung Österreichs (1806), hat sich das politische Gewicht innerhalb Deutschlands nach Norden verlagert. Brandenburg-Preußen wurde zur Vormacht im "kleindeutschen" Verband der Länder. Der Anspruch, das "reinste Hochdeutsch" zu sprechen, ging auf die ehemals niederdeutschen Gebiete über. Da ihre eigene Sprache weiter vom Schriftdeutschen entfernt gewesen war als die ober- und mitteldeutschen Dialekte, aus denen der hochdeutsche Standard ja hervorgegangen war, hatten die Niederdeutschen das "Buchdeutsch" gewissermaßen wie eine Fremdsprache schulmäßig gelernt. Daraus folgt bis in die Gegenwart, daß sie fast ganz ohne mundartliche Einsprengsel Deutsch sprechen, während alemannischen, (ober-) sächsischen oder bayerischen Sprechern trotz Bemühens um mündliche Verwirklichung der Schriftsprache meistens die regionale Herkunft anzuhören ist. Mit Recht wird deshalb gesagt, daß die in Niedersachsen gesprochene Sprache heute das repräsentiert, was wir die neuhochdeutsche Standardsprache nennen. Ihr entsprechen auch die 1898 getroffenen Ausspracheregeln für das hochdeutsche Theater, die auch in Österreich und in der Schweiz anerkannt werden.

Deutsch ist heute Staatssprache im wiedervereinigten Deutschland, in Österreich, in der Schweiz (neben Französisch und Italienisch), in Luxemburg (mittelniederfränkischer Dialekt "Lëtzebuergesch"), Liechtenstein und Belgien (Minderheitssprache neben Niederländisch und Französisch). Darüberhinaus gab es bis vor kurzem deutschsprachige Bevölkerungsgruppen in der ehemaligen Sowjetunion, in Polen, Rumänien und Ungarn.

Die Geltung und das Ansehen der deutschen Sprache sind durch das Unheil des Nationalsozialismus schwer geschädigt worden. Auch wurde ein Nebenzweig des Deutschen im Zuge der Herrschaft Hitlers und des zweiten Weltkriegs praktisch ausradiert: das Jiddische, das sich im 13./14. Jahrhundert im Rheinland aus dem Mittelhochdeutschen entwickelt hatte und mit der Auswanderung jüdischer Bevölkerung nach Osteuropa zu weiter Verbreitung gelangt war. Wenn Deutsch bis 1933 mit großer Selbstverständlichkeit bei den meisten unserer Nachbarn, in Belgien, Holland, Skandinavien, Polen, Ungarn die erste Fremdsprache war, die gelernt und gesprochen wurde, so sind es dort heute gerade noch 10% der Fremdsprachenschüler, die sich dem Deutschen zuwenden.

Sogar daß das Englische dem Deutschen als europäische Verkehrssprache den Rang abgelaufen hat, ist indirekt eine der Folgen des Krieges: Die heutige militärische und kulturelle Vormacht der USA ist dadurch begründet worden, daß sie in den Krieg einbezogen wurden, seither als "Schutzmacht" von Demokratie und Freiheit an der europäischen Politik beteiligt sind und ihre Lebensart exportieren. Und wie einst lateinische Wörter in allen Sprachen, mit denen die Römer in Berührung kamen, sich einnisteten, so sind heute fast alle anderen Sprachen - einschließlich des Deutschen! - von englischen Ausdrücken durchsetzt.

Zusammenfassend - und damit schließe ich diese kurze Übersicht über die germanisch-deutsche Sprachgeschichte ab - läßt sich der Weg einer Weltsprache als Aneinanderreihung von historischen Zufällen darstellen: Vor 1500 Jahren eroberte eine Schar von Sächsisch sprechenden Germanen aus Deutschland die britischen Inseln. Verstärkt durch wikingischen Abenteuergeist, machten sich diese Auswanderer 1000 Jahre später auf, ein riesiges Kolonialreich zu begründen. Sie eroberten einen neuen Kontinent und entwickelten dort eine neue Staatsform. Die amerikanische Neugründung war so erfolgreich, daß ihre Träger in die Lage versetzt wurden, ihre Sprache über die ganze Erde zu verbreiten. So ist das Idiom der Auswanderer, nun getragen von einem ganz anderen Volk, in neuem Gewand als Eroberer in die alte Heimat zurückgekehrt - nach Mitteleuropa, nach Deutschland.

Quelle: Stefan Jacob, Vom Indogermanischen zum Deutschen
Geschichte der deutschen Sprache von den Anfängen bis zur Gegenwart,
2003
soweit ich weiß
bekommt man in Frankreich mächtig Ärger, wenn man da die Sprache verhunzt. Dort ist man mehr auf Sprachkultur bedacht, als hier den deutschen Landen.

Danke für den langen Artikel, ich werde ihn mir lieber mal kopieren, das könnte Ärger mit dem Urheberrecht geben, dann möchte ich ihn wenigstens als pdf haben, wenn er vielleicht gelöscht wird.

Heute schaffe ich es nicht mehr, dass alles zu lesen.

G.
******_wi Mann
1.035 Beiträge
Gehört Deutsch den Deutschen.....
.....und wenn ja, welchen?

.....dass durch diese ganze Globalisierung, mit dem einhergehenden Anglizismus, ein Stück Nationalstolz verloren geht.
Die Verknüpfung von Sprache mit nationalem Stolz verwundert mich
an dieser Stelle ein wenig. Worüber hinaus auch immer ein ungutes
Gefühl in mir hochsteigt, wenn in solchen, oder ähnlichen Zusammen-
hängen, mehr Nationalstolz eingefordert wird - dass dieser nicht
immer nur das Beste im Menschen zutage fördert, hat uns die
Geschichte schon zur Genüge gelehrt.

Außerdem machen Sprachregionen vor Grenzen nicht Halt und können
somit gar nicht als spezifisches und alleiniges Gut einer Nation
angesehen werden - wie uns auch der hier zitierte Artikel von
< youwillfindme > eindrucksvoll vor Augen hält.

Wenn man dann noch die unterschiedlichen Dialekte bedenkt, die zur
Folge haben, dass selbst Menschen desselben Landes und derselben
Muttersprache einander nicht verstehen - sich in diesem Fall die
gemeinsame Sprache eher trennend, als verbindend erweist - dann
bleibt in diesem Bezug nicht mehr viel Raum für nationalen Stolz.

Trotzdem - oder gerade deshalb glaube ich, dass ein pfleglicher Umgang
mit der eigenen Sprache, sehr viel zu Individualität und eigenständiger
Kultur beiträgt, etwas auf das man durchaus stolz sein darf, ja sogar
stolz sein sollte.

Es ist ein Unterschied, ob man die Sprache mit unnötigen Anglizismen
verunstaltet, oder in angemessener Art und Weise technische, fach-
spezifische, oder mediumspezifische (Internet) Ausdrücke verwendet,
um sich innerhalb des entsprechenden Umfelds verständlich auszu-
drücken.


lg raider
*******viva Mann
7 Beiträge
Ich bin noch nicht sonderlich alt geworden in diesem Leben, habe es jedoch noch vor.
Jedoch erscheint es mir so, dass "wir" (also die junge Generation) viel weniger zu Büchern und anderer Literatur greifen.
Und selbst wenn wir dies täten, würden wir nicht mehr mit dem Grad an deutscher Sprache empfangen wie dies vielleicht vor 30 Jahren noch der Fall gewesen wäre.

Ich finde es auch traurig in Öffentlichen Verkehrsmitteln von "ey alta voll krass ey" und HipHop Klängen aus irgendwelchen Handies beglückt zu werden, trotzdem versuche ich mein Sprachbild so gut es geht von Einflüssen fern zu halten und das Beste ( *g* ) aus ihr zu machen.
Natürlich komme ich, wie raider oben schrieb, als Informatikstudent nicht um eine fachspezifische Sprache herum.

Englisch ist wirklich eine wunderbare Sprache, ich spreche, lese und höre sie wirklich gerne, vorallem weil Filme und Unterhaltungsmedien in Orginalsprache (meist Englisch) wesentlich autentischer sind. Jedoch eine Mischung aus Englisch und Deutsch muss nicht sein - oder wer isst gern Vanilleeis mit Senf?
******_wi Mann
1.035 Beiträge
Stimmt, aber.....
Vanilleeis mit Kürbiskernöl, ist der Hit!

Kurzer kuhlinarrischer Einwurf.....

lg raider
**vi Frau
4.637 Beiträge
Kleiner Einwurf...
Der ehemals ergraute Wolf hatte bereits vor geraumer Zeit den gleichen Thread-Gedanken:

Die Sprache
(Der Threadbeginn...)

Auch ich hab damals meinen Senf dazu gegeben... *ggg*

Den damals umfangreichen und eher ironischen Beitrag erspare ich Euch; wer mag, soll es nachlesen.

Die Sprache
(...mein Beitrag dazu...)

Nur so viel:

Das kompromissfreie Verteufeln gewisser Fremdwörter sehe ich als übertrieben an.
Ebenso aber auch das übertriebene Verenglischen.

Meiner Meinung nach gilt es, ein gesundes Mittelmaß zu halten.
Nur einen Auszug zum Thema Nationalgefühl, aus dem mach mich via Internet schlau.


In Deutschland hatte immer die Vorstellung einer gewissen Blutsverwandtschaft zwischen den Menschen deutscher Muttersprache, den Volksangehörigen, bestanden, während sich die französische Nation grundsätzlich als Sprachgemeinschaft versteht, um die Standesunterschiede zu negieren.


Ich denke dieser Absatz erklärt einiges, ist zwar wie oben erwähnt nicht von mir aber bestärkt meine Darlegung.


Die Verknüpfung von Sprache mit nationalem Stolz verwundert mich
an dieser Stelle ein wenig. Worüber hinaus auch immer ein ungutes
Gefühl in mir hochsteigt, wenn in solchen, oder ähnlichen Zusammen-
hängen, mehr Nationalstolz eingefordert wird - dass dieser nicht
immer nur das Beste im Menschen zutage fördert, hat uns die
Geschichte schon zur Genüge gelehrt.

und das habe ich dazu erwähnt:

Gut, dass wir diesen Nationalstolz nicht mehr wie vor über 60 Jahren haben werden, hat seine geschichtlichen Hintergründe und ist auch, wenn auch nicht in jedem Punkt, berechtigt.


Wenn man dann noch die unterschiedlichen Dialekte bedenkt, die zur Folge haben, dass selbst Menschen desselben Landes und derselben
Muttersprache einander nicht verstehen - sich in diesem Fall die gemeinsame Sprache eher trennend, als verbindend erweist - dann
bleibt in diesem Bezug nicht mehr viel Raum für nationalen Stolz.

Aber in schriftlicher Form sollte es dann doch wieder funktionieren, wenn nicht sogar in sprachlicher oder hat jedes Bundesland eine eigene schulische Ausbildung. Wenn ja, wie werden dann diese Lehrer ausgebildet? Ich denke falls dem so sein sollte, dann nur in der Mundart als Zweitfach, wenn überhaupt.


Trotzdem - oder gerade deshalb glaube ich, dass ein pfleglicher Umgang mit der eigenen Sprache, sehr viel zu Individualität und eigenständiger Kultur beiträgt, etwas auf das man durchaus stolz sein darf, ja sogar stolz sein sollte.



Dem möchte ich wiederum nicht widersprechen.




Das Sprachregionen vor Grenzen nicht halt machen, hat ja auch niemand behauptet.

Sicher hat es auch Vorteile, sich entsprechend der örtlichen Gegebenheiten zu artikulieren.

Nur gehöre ich, wie etliche andere in diesen entsprechenden territorialen Grenzen einer Spezies an, die in ihrem Ausweisdokument das Wörtchen deutsch unter der Nationalität stehen haben. Was natürlich nicht immer damit verbunden ist, dass ich diese dazugehörige Sprache auch aus dem FF beherrsche, nur sollte es mir doch zum Ansporn dienen, mich auch entsprechend zuäußern. Sicher haben wir etliche Asylanten, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, nur ist ein großer Teil der in Deutschland verbleiben will, dazu angetan diese Sprache zu erlernen. Da sie bei nicht erlernen für die entsprechende Person, dann doch eine Art Barriere darstellt, wenn ich mich meinem gegenüber nicht verständlich äußern kann.

Das die geschichtliche Entstehung unserer Sprache so erfolgt ist, wie sie uns youwillfindme darlegte, möchte ich auch nicht widerlegen. Da sie in der geschichtlichen Ausführung korrekt ist, nur frage ich mich wer für zukünftige Generationen die Geschichte schreibt *zwinker*

Was ich hier gerne noch in den Raum stellen möchte, ist die Frage. Ob Menschen, die dieser Rhetorik nicht mächtig sind, dann nur deutsche zweiter Klasse sind, nur weil sie dem englischen nicht mächtig sind?

Falls es alles ein bisschen durcheinander sein sollte, entschuldigt dat war een langer Tach.

LG, HS und allen welcher sprachlichen Begabung oder Nationalität auch immer, ein schönes Wochenende.
Ups, meine Rektorin in Spee *roll*

Anmerkend, das war kein Diktat, also bedarf es auch keiner entsprechenden Zensur. *zwinker*

*undwech* HS *hackfresse*
vielen Dank
für diesen guten Hinweis Prizi, das ist sehr nett von Dir.

*blume*

Gern werde ich mir den Thread auch ansehen. Eventuell kann man die ja auch "fusionieren" oder besser zusammenführen.

Und Du sagst, gesundes Mittelmaß. Und das scheint mir derzeit bei der Vergewaltigung unserer Sprache verloren zu gehen.

Hier mal noch ein recht interessanter Artikel dazu:

http://www.die-bonn.de/zeitschrift/42001/gespraech.htm

und hier mal noch etwas, was zutiefst dem deutschen Wesen entspricht... hab ich ein Problem, gründe ich einen Verein.. Davon distanziere ich mich, aber etwas an netten Aussagen findet man darin auch:

http://rolfsmagazin.free.fr/deutsch.html


Und nun gehe ich mal in meine Ecke und hoffe, dass mir keiner etwas über den Schädel schlägt, weil ich Links eingebaut habe.
@***zi

Was ist ein gesundes Mittelmaß und wenn nicht du, wer kann denn dann einen Einfluss auf diese Entwicklung nehmen?

@******anz

Was ist ein Thread und was hast du links eingebaut?

LG, HS der weiß wo sein Hintern ist *schock*
**vi Frau
4.637 Beiträge
*schmunzel*
HS,

und wenn nicht du, wer kann denn dann

Hui, dankeschön...

Eben - ICH kann alles! Ich werd meine Schäfchen drauf drillen, dass sie ein "gesundes Mittelmaß" ihr sprachliches Eigen nennen.

Müsste man nur noch dieses "Mittelmaß" vernünftig definieren, denn...

SO kann ich nicht arbeiten!!!

*genau*

*zwinker*
@***zi

Meiner Meinung nach gilt es, ein gesundes Mittelmaß zu halten.

Wer will schon Mittelmaß sein und warum eines finden, wo doch die deutsche Sprache so reichhaltig ist und manchmal leider ist. *roll*

Eben - ICH kann alles!

Das verlangt keiner, nur setze dein erlerntes Wissen ein und sei eine Hüterin unserer Sprache.

LG, HS und du musst nicht alleine in diesem Wald stehen *zwinker*
ich danke der lieben "prizi", das sie das alte thema vom ehemaligen
alten "grauenwolf" in diesem "neuen" thema nannte.
*bussi*
bin aber der meinung, deutsch bleibt deutsch und englisch (ausländisch)
bleibt englisch.
kann es sein, das einige deutsche erdenbewohner, eben deutsch sprechen und schreiben.
sind sie nun schlechter dran, weil sie in der schule kein englisch
als unterrichtsfach hatten?
grübel.
lg

kvc
der dem "gw1" dankt.
schmunzel. *ggg*
ja, die Leute
die kein Englisch hatten, sind schlechter dran. Das ist teilweise ein gewaltiges Problem sogar. Noch dazu, wenn der wenige Unterricht x-Jahre her ist und das Talent zum Erlernen einer Sprache nicht gerade stark ausgeprägt ist.

Ich hatte zu DDR-Zeiten, d.h. vor 1983 drei Jahre Englisch in der Schule und 5 Jahre Russisch. Beide Sprachen habe ich damals ganz gut aufgenommen. Aber was davon nach da ist, dass ist fast nichts. Ich habe es all die Jahre nicht gebraucht. Bei den Reisen in die Sowjetunion taugte unser Schulrussisch nicht viel, die konnten besser Deutsch, als wir Russisch. Englisch... kein Land besucht, wo das die Sprache war, die wirklich was brachte.

Seit 1990 arbeite ich bei einem Global player bei dem die englische Sprache immer mehr wird. In bestimmten Bereichen könnte ich nicht mehr arbeiten, da da die englische Sprache absolut dominiert.

Jetzt könnte man sagen, setz Dich nochmal auf die Schulbank. Das habe ich versucht, vor 2 Jahren, allerdings mit Spanisch. Ich bin beim Unterricht eingepennt und hatte gewaltige Probleme. Sch... Narkolepsie.

D.h., wenn der Trend so weitergeht, werde ich auf Grund fehlender Sprachkenntnisse in Deutschland ins Abseits geraten und das sogar im Beruf. Mir ist es herzlich egal, ob ich come in and find out oder ähnlichen Quatsch nicht verstehe, doch würde ich gern noch meinen Job machen können. Zum Glück ist es fast unmöglich, deutsche Rechtsbegriffe in Englisch zu übersetzen, da bestimmte Dinge dort einfach unbekannt sind.

Guads Nächtle... Gurnemanz
******_wi Mann
1.035 Beiträge
@Highspirits
Ich muss mich bei Dir - und allen anderen, die hier mitgelesen haben und
Deiner Meinung sind - entschuldigen.

Ich habe ein wenig in Sachen Nationalstolz und Sprache recherchiert und
feststellen müssen, wie unterschiedlich doch Deutsche und Österreicher in
manchen Belangen sind.

Gerade in der Entwicklung eines nationalen Bewusstseins - und worauf sich
dieses gründet - gibt es zwischen Deutschland und Österreich, so wie es
scheint, ganz gravierende Unterschiede.

In einer weltweiten Studie der University of Chicago, aus dem Jahre 2006,
geht hervor, dass Österreich in Sachen nationaler Identität mit Abstand der
Spitzenreiter unter den europäischen Nationen ist - in der Gesamtwertung
nur geschlagen von Venezuela, USA und Australien. Deutschland nimmt
hingegen in dieser Reihung nur einen der letzten Plätze ein.

Wenn man nach den Symbolen dieses offensichtlich sehr stark ausgeprägten
Nationalbewusstseins in Österreich fragt, dann stehen an erster Stelle Dinge
wie, die Schönheit des Landes, die Neutralität, die eigene Lebensart, die
heimische Küche, berühmte Musiker und Erfolge im Sport.

Das zusammengefasst ergab, dass ich in meinen Überlegungen, bezüglich
dem Ruf einer stärkeren Identifikation mit der deutschen Sprache, von
falschen Voraussetzungen ausgegangen bin. Deutschland ist - zumindest
in der Definition einer Doktorarbeit über dieses Thema - eine Sprachnation.
Österreich hingegen wurde als Willensnation beschrieben.

Genauere Erläuterungen, vor allem die geschichtlicher Natur, würden an
dieser Stelle zuviel Raum einnehmen und das eigentliche Thema auch nur
am Rande berühren.


lg raider
@Raider
Raider, sicher gebe ich dir recht, dass die Sprache nicht als
alleiniges Attribut zur Identifizierung einer Nation dienen sollte.
Doch ist es aber auch ein wichtiges Indiz, um sich als Mitglied
dieser Nation darzustellen.

Was wäre ein Wiener Prater, ein Kaiserschmarrn, die
österreichische Mundart in ihren Dialekten wert, wenn man
sie ins englische okkupieren würde. Es würde auch hier ein
Stück Nationalität verloren gehen und gerade dieses lässt doch
eine Nation leben und auf das vollbrachte mit einem gewissen
Stolz zurückschauen.

Wie auch immer, um wieder auf den Punkt zukommen, es ist
schade und nicht vonnöten sich von seiner Muttersprache
zu entfremden.

Es sei denn, die jeweilige Person ist ein Immigrant und versucht
sich eine zweite Heimat zu erschließen. In diesem Fall wäre ich
wiederum der Meinung. Das diese Person, um diesen
Integrationsprozess besser gestalten zu können, es als
unabdingbar ansehen sollte, die Sprache des jeweiligen Landes
zu verinnerlichen.

Das dieser seinen Patriotismus zu seinem Land nicht verlieren sollte,
sehe ich als selbstverständlich. Es sei denn er hat mit
seiner Vergangenheit radikal gebrochen und sie da Ruhen lassen, wo
er sie hinterlassen hat. Dies obliegt natürlich jeden selbst, da wir uns
in diesen Menschen nicht hineinversetzen können und er mit sich
selbst oder mit entsprechender Hilfe zu einem befriedigenden
Resultat kommen muss oder sollte.

Es gibt aber auch Entwicklungen, die sich in der moderne als
nicht besonders förderlich für die deutsche Sprache erweisen.

Wenn man Gesprächen jüngerer Generationen beiwohnt, wird ein
die Verstümmelung der deutschen Sprache immer bewusster.
Assoziiert man das ganze weiter, wird sich herauskristallisieren, dass
es irgendwann wirklich nur noch einen Mittelwert gibt und die Sprache
in Wort und Schrift verkümmert.


LG, HS der auch so das manchmal seine Schwierigkeiten hat
******_wi Mann
1.035 Beiträge
@HS
Ich möchte durchaus einräumen, dass durch meinen ersten Beitrag
vielleicht ein falscher Eindruck vermittelt wurde.

Ich denke es gibt einen ganz gravierenden Unterschied zwischen der
bewussten, dem Zusammenhang entsprechenden Verwendung von
technischen, fachspezifischen, oder mediumspezifischen (Internet)
Anglizismen und einer, durch gewaltsam geschaffene Wortschöpfungen,
rücksichtlosen Vermengung mit der eigenen Sprache.

Um dann sagen zu können, man hat ge-chat-tet, support-et, ge-mail-t,
down-ge-load-et, up-ge-date-t, ge-boot-et, einge-scan-nt, ge-chill-t,
ge-out-et, ge-cast-et, ge-shop-pt, ge-check-t, ge-style-t, ver-link-t,
ge-cover-t, ge-cancel-t und zu guter Letzt fällt mir noch ge-googel-t,
so ad hoc, ein.

Hier wird die Sprache schlichtweg vergewaltigt.

Und daher gebe ich Dir vollkommen recht, dass es sehr schade wäre,
wenn man sich von der eigenen Muttersprache immer weiter entfernt,
weil sie - wie ich schon früher schrieb - ganz entscheidenden Anteil
an unserer Identität und unserer Kultur hat.

Für viele von uns - und die Zukunft wird es mit sich bringen, dass es
immer mehr werden - ist es ganz selbstverständlich und vor allem
beruflich auch notwendig, mehr als nur eine Sprache zu sprechen -
aber gerade aus diesem Grund sehe ich keine Notwendigkeit Sprachen
bis zur Unkenntlichkeit miteinander zu vermischen.

Weil Denglisch um nichts internationaler und allgemein verständlicher
ist, als Deutsch - sondern nur mit sich bringt, dass es kein wirkliches
Deutsch mehr ist.....


lg raider
*******viva Mann
7 Beiträge
natoinaler Stolz
Auch wenn ich immer noch nicht glaube, dass nationaler Stolz sich überwältigend auf die Sprachgewohnheiten von Menschen auswirkt, will ich ein paar Sätze zum Nationalstolz der Deutschen da lassen.

Da sind wir nun, nach Wirtschaftswunder, Wiedervereinigung und unserer ersten Bundeskanzlerin heute angekommen und so recht fühlt sich kein Deutscher als Deutscher.

Woran das liegt?
Ich vermute am fehlenden vermitteln von genau diesem Stolz in Schulen, Elternhäusern und offensichtlichen Dingen auf die wir Stolz sein können.
Ich zumindest wurde immer darauf getrimmt, dass Nationalstolz zu Weltkriegen führt - in der Schule.

In Kinderköpfen wird primär 1+1 = 2 gerechnet.
Also National + Stolz = Weltkrieg.
Danke liebe Schule *fiesgrins*
****he Frau
23 Beiträge
Problematisch wird es doch dann, wenn so krampfhaft englische Begriffe gesucht wird, das sogar welche erfunden werden (Handy, Beamer).

Da haben doch viele scheinbar ein echtes Problem mit ihrer Sprache, sie ist scheinbar nicht "hip", "cool" oder sonstnochwas. Aber ehrlich, die tun mir leid. Deutsch ist eine sehr schöne Sprache und man muss nicht jeder "Sprach-)Mode hinterherlaufen. In meinem alter versteht man die meisten Menschen schon gar nicht mehr, wenn man keine englisch Begriffe kennt, was aber auch nicht heißt, das die auch nur einigermaßen Englisch sprechen könnten.

Ein dummer Trend, er hoffentlich irgendwann vorbeigeht...

Nur meine Meinung...

Lieben Gruß an alle *bussi*
@****er:
Wenn ich nun nach Deiner Auflistung (ge-mailt, ge-chattet, usw.) gehe, muss ich mich wohl als Vergewaltigerin der deutschen Sprache "outen". *zwinker*

Das sind aber Begriffe, die aus dem Wortschatz schon kaum mehr wegzudenken -weil allgegenwärtig- sind.

Kürzlich hatte ich eine Auseinandersetzung mit meinem Sohn. Nachdem sich dann meine Stimme etwas hob, reagierte er mit dem Satz:
"Jetzt chill mal, Mom!"
Das ging mir dann doch etwas zu weit.

@******anz:
Seit 1990 arbeite ich bei einem Global player bei dem die englische Sprache immer mehr wird. In bestimmten Bereichen könnte ich nicht mehr arbeiten, da da die englische Sprache absolut dominiert.

Jetzt könnte man sagen, setz Dich nochmal auf die Schulbank. Das habe ich versucht, vor 2 Jahren, allerdings mit Spanisch. Ich bin beim Unterricht eingepennt und hatte gewaltige Probleme. Sch... Narkolepsie.

Hierfür fehlt mir jetzt allerdings ein bisschen das Verständnis. Du befürchtest, wegen fehlender englischer Sprachkenntnisse in Deutschland beruflich ins Abseits zu gelangen, Dir ist bewusst, dass diese Sprache in Deiner Firma auf dem Vormarsch ist, hast 17 Jahre Zeit, Dir diese Sprache anzueignen und belegst einen Sprachkurs um dort spanisch(???) zu lernen?!
Kann ich jetzt nicht ganz nachvollziehen.

Es ist eine Sache, die deutsche Sprache mit "Denglisch" zu verhunzen.
Dass aber englisch eine Weltsprache ist, wir mittlerweile Multikulti sind und es in vielen Berufen unverzichtbar ist, diese Sprache zu sprechen, ist eine ganz andere Sache.

L.G.
T.
ich gebe zu
es ist kaum nachvollziehbar mit dem Spanisch. Aber es war eine Phase, wo ich möglichst vieles für mich tun mußte, um nicht mich umzubringen. Dazu kam die frisch entflammte Liebe zu Spanien. Auch wenn das eine Entflammung am Ende einer großen Liebe war. Dabei stellte ich dann fest, es ging einfach nicht, arbeiten und abends noch lernen. Heute würde es vielleicht gehen, doch selbst mit meinem Vigil schlafe ich tagsüber auch in Sitzungen ein. D.h.: eine Sprache zu lernen, fehlt mir mittlerweile die Kraft. Zumindest Abends wird das kaum noch was, wenn ich nicht die Dosis hochschraube. Was wiederum andere Wirkungen hätte.

Englisch... ich vergesse es so schnell wieder. In meinem Bereich wird es zum Glück noch kaum gebraucht. Möge das so bleiben. Solange das Grundbuch- und sonstige Recht der Bundesrepublik noch auf Deutsch ist, wird das wohl halten. Kurioserweise habe ich mit der Sprache der Juristen keine Probleme.

Wie kommst Du auf 17 Jahre? achso, seit dem Mauerfall... Grins, wenn Du wüßtest, was ich in den 17 Jahren alles machen durfte. Einmal sogar einen Kurs bei Berlitz, von der Bank bezahlt. Kurios fand ich dort, dass man nicht gesagt bekam, was die Vokabeln bedeuten, die man reden mußte...

Nun, schauen wir mal.

Aber vielen Dank und ich hoffe, dass noch möglichst lange Deutsch unsere Sprache bleibt.
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