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seelische Störungen

seelische Störungen
Hallo,

ein gesellschaftlich immer noch als Tabuthema betrachtetes Problem ist das weite Feld der seelischen Störungen, die bekannteste darunter ist wohl die Depression, dann haben wir da bipolare Störungen, Zwangs- und Angsterkrankungen u.v.a.m.

Lt. einer Statistik gibt es in der BRD derzeit ca. 7 bis 8 Mio. Menschen, bei denen die Depression diagnostiziert ist. Dennoch ist das Wissen über diese Art der Erkrankungen noch sehr gering.

Dabei werden es - allein schon durch Arbeitslosigkeit und Existenznöte, die Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust von geliebten oder nahen Menschen, es immer mehr Menschen, die daran erkranken. Viele davon wissen es aber nicht, da die Diagnostik oft nicht richtig oder überhaupt nicht durchgeführt wird.

Dann haben wir natürlich die Frage der Behandlung. Es ist in vielen Bundesländern sehr schwer, einen Psychotherapeuten zu finden, in eine Gruppen- oder Einzeltherapie hineinzukommen. Auch dabei ist der Faktor Glück haben gut dabei. Stimmt die Chemie zwischen Patient und Behandler? Findet man sich in eine Gruppe hinein? Welche Art der Therapie benötigt man? Analyse oder Verhaltenstherapie. Es gibt sehr viele Methoden. Dabei sei nur am Rande bemerkt... die Couch gibt es zwar, aber ihre Rolle wird überschätzt.


Was mir immer wieder auffällt: Betroffene werden oft dazu aufgefordert, positiv zu denken, "hab Dich mal nicht so", "das bildeste Dir alles nur ein", ein Mann steckt das weg, du spinnst ja. Nichts, was den Betroffenen noch tiefer ziehen könnte, wird da weggelassen.

Dabei kann ein an Depressionen erkrankter Mensch gerade das nicht: Positiv denken und dadurch seine Stimmung verbessern. Die Aufforderung dazu überfordert ihn und macht ihn u.U. noch trauriger. Man steht neben sich und bemerkt, wie es einen tiefer zieht, die Spiralle dreht sich und man sucht verzweifelt den Knopf, die Gedanken abzuschalten. Doch den gibt es nicht.

Alles in allem möchte ich an dieser Stelle alle bitten, sich - bevor man auf Menschen, die scheinbar oder tatsächlich an einer psychischen Erkrankung leiden, losgeht, sich darüber im Klaren zu sein, daß man sehr viel Schaden anrichten kann. Das das Wissen über die Krankheit bei einem anderen Menschen, mit dem man Kontakt hat, verlangt, sich damit auseinanderzusetzen und sich entsprechend zu verhalten. Mobbing, Jammervorwürfe und dergleichen sind da falsch.

Im übrigen habe ich zwei Arten von Menschen mit dieser Krankheit erlebt, die einen zeigen, dass es ihnen schlecht geht. Die anderen zeigen es nicht sondern treten sehr forsch auf und machen denen, die zeigen, dass es ihnen schlecht geht, u. U. das Leben zur Hölle. Immer wieder gern in Internetforen beobachtet.

Antidepressiva machen nicht abhängig, auch ein gängiges Klischee. Aber sie sind Medikamente, deren Einnahme sehr viel Verantwortungsbewußtsein verlangt, ebenso deren Verordnung.

Wer weiteres wissen mag, der schau mal auf die Webseite http://www.kompetenznetz-depression.de.

Abschließend hoffe ich sehr, dass dieser Beitrag freigeschaltet wird und er zum Verständnis beiträgt. Auch er gehört zur Kultur in der Freude. Es gibt Menschen, die Freude suchen, weil sie so traurig sind. Sie brauchen unser Verständnis und unsere Hilfe.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Adson
Ergänzung
Zunächst ein großes Dankeschön an das Joyteam für die Freischaltung dieses Threads.

Dann möchte ich hier noch ein paar interessante Links beifügen:

gerade entdeckt:

http://www.depression.de (Organon)

http://www.trevilor.de (Wyath)

Dann gibt es noch den großen Komplex der Angst- und Zwangsstörungen. Auch diese werden immer mehr. In einer Zeit, wo Angst um den Arbeitsplatz herrscht, wo Existenzängste grassieren, kein Wunder.

Abschließend noch eine große Bitte an alle: Schaut nicht weg, sondern helft, wenn Ihr merkt, dass es jemanden schlecht geht.

Und der oder dem es schlecht geht, der zögere bitte nie, die Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen. Auf Kompetenz-Depression findet man einiges dazu.

Für die Berliner gibt es was ganz feines: den Berliner Krisendienst.

Danke, Adson
Drepressionen
volkskrankheit nummer eins in den westeuropäischen ländern.........unglaublich oder?wir leben im vollem wohlstand und die leute sind seelisch krank.und kein ende ist abzusehen..........

in den ärmsten ländern der welt sind die menschen glücklicher wie wir?woran liegt es.sie haben keine ängste seeelischer natur oder depressionen.ich versteh das nicht..............aber es ist klar festzustellen bzw. wurde festgestellt..........

z.b. mutter teresa............sie war eine einfache frau ohne hab und gut und war glücklich und voller freude...........obwohl sie viel leid sah und auch immer menschen geholfen hat...........fragen über fragen..........

oder der mönch im kloster............lebt einfach und seelig und ist glücklich.obwohl er keine materiellen dinge hat oder besitzt!!!
z.b. mutter teresa............sie war eine einfache frau ohne hab und gut und war glücklich und voller freude...........obwohl sie viel leid sah und auch immer menschen geholfen hat...........fragen über fragen..........

oder der mönch im kloster............lebt einfach und seelig und ist glücklich.obwohl er keine materiellen dinge hat oder besitzt!!!

Genau das ist es ja.
Wer nichts hat, muss dessen Verlust auch nicht fürchten.
Wir in den "entwickelten" Ländern müssen uns sorgen um unseren Besitz/ Status - entweder um den den wir haben oder den den wir wollen.
Beides schürt Angst - Verlustangst, Versagensangst.

Angst - ein wichtiger Grundstein der Depression.

Ich möcht gern näher auf dieses Thema eingehen, da es auch mich selbst betrifft.
Aber nicht mehr um diese Uhrzeit.^^
Ich werd mir morgen mal ein paar Stunden Zeit nehmen.

Ich möchte Adson ersteinmal danken für dieses Thema.
In seinem Sinn hoffe ich auf rege Beteiligung in diesem Thread.
Zu wichtig ist es um in der Versenkung zu verschwinden.


Zenobia
Depression
Moin,
Seelische Störungen, oder psychiatrischen Krankheiten,
sind ein so weites Feld, das schwer in einem Thread
diskutiert werden kann.

Depression, oder wie es richtig lauten sollte,
Affektive Störungen sind grundsätzlich etwas ganz
anderes als Angststörungen oder Zwänge oder
Psychosen.
Sicher gibt es psychopathologisch Überschneidungen,
aber vom Gesamtbild unterscheiden sich Menschen
mit Depression von Menschen mit einer Angststörung
ganz erheblich.

Zur Depression: Sie ist kein Zivilisationkrankheit.
Die Verteilung ist weltweit nahezu identisch und war
schon vor 2000 Jahren bekannt.
Affektive Störungen sind mittlerweile gut erforscht und
die Hintergründe bekannt. Zur Auslösung einer Depression
gehört in der Regel eine genetische Disposition sowie ein
auslösendes Ereignis. Das kann der Verlust des Arbeitsplatzes
sein aber auch der Tod des Lieblingstieres eines Nomaden.
Die Symptome der Depression, siehe obiger Link, werden
durch eine unzureichende Serotonin und/oder Noradrenalin-
versorgung im synaptischen Spalt in bestimmten Hirnarealen
ausgelöst. Dabei werden die beiden Neurotransmitter von
der Präsynapse zu schnell resorbiert, so dass nicht genug
Rezeptoren des Postsynpase besetzt sind.
Mittlerweile ist die Depression, wenn richtig erkannt, sehr
gut durch Serotoninwiederaufnahmehemmer und/oder
Noradrenalinwiederaufnahmehemmer zu behandeln.

Leider erkennne viele Hausärzte und Allgemeinmediziner
die Depression nicht, da die Patienten häufig
somatische, also körperliche Symptome wie Magenbeschwerden,
Rückenschmerzen und so weiter schildern. Größte Gefahr der
Depression ist das Aufkommen von Suizidgedanken,-plänen und
-versuchen. Der Patient gibt sich selbst die Schuld an allem und
möchte dann häufig in den Tod gehen. Gerade die Altersdepression
hat einen hohen ANteil an Suiziden, weil die Menschen zum
Beispiel ihren verstorbenen Angehörigen folgen wollen.

AUf der Website von Organon, siehe oben, sind alle wichtigen
Infos kurz dargestellt. Vieleicht die richtige Grundlage, um
hier weiter zu diskutieren.

Liebe Grüße
Thorsten
interessant
Zur Auslösung einer Depression
gehört in der Regel eine genetische Disposition sowie ein
auslösendes Ereignis.


das ist ja mal interessant,weil diese aspekte ich bei anderen menschen erkannte.immer waren es ereignisse, die diese menschen in die depression brachten oder trieben.
finde es auch schade, dass ärzte es nicht erkennen...........und die leute mit medikamente nur vollpumpen.
komischerweise erkennt man als laie schon depressive menschen.leider manch ärzte gar nicht.............hm.......
viel alte menschen die einsam sind verfallen auch in eine depression und werden nur mit medikamente ruhiggestellt oder behandelt.ich finde es sehr schlimm.man sollt den uraschen auf den grund gehen und mal zuhören was sie zu sagen haben.............aber das ist ja in einer vivagesellschaft manchmal nicht einfach.
jeder sollte ein ehrenamt ausüben und gutes leisten.........menschen wollen von menschen gehört werden und zuneigung empfangen das ist es.und nichts anders.(bsp.)
@**se: Das mit dem Mönch finde ich einen komischen Vergleich. Gut, er hat keine materiellen Dinge, dafür auch keine Existenzangst, die viele Menschen von uns erleben. Er kennt viele Dinge nicht, die wir "Normalsterblichen" Mensch tagtäglich erleben...
Und auch bei uns gibt es genug arme Leute, die grad halt ihr Essen und ihre Wohnung bezahlen können - manche nicht mal das.
Klar, daß das depressiv macht! Die ständige Angst, auf der Straße zu stehen oder den nächsten Tag nicht zu überleben!
Wir leben in einer Gesellschaft, in der nur der Beste, Schnellste, Reichste besteht (da geb ich dir recht, liebe muse) und zählt. In vielen Firmen müssen die Mitarbeiter für zwei und mehr Leute arbeiten und der Druck wächst und wächst... Das hält auf die Dauer der Körper nicht aus und wie wirkt sich das aus? Man wird physisch oder psychisch krank!

Oder wenn man sich die Familien ansieht: In armen Ländern hat diese oft einen hohen Stellenwert - bei uns wird auch das leider immer weniger. Liebe, Geborgenheit, Werte, Benehmen, Grenzen sind in unseren Breiten schon Fremdwörter geworden? Wie viele Eltern gibt es noch, die sich um ihre eigenen Kinder kümmern (wollen)???
Auch das macht depressiv und kann dich dein ganzes Leben lang verfolgen...

Es gibt sehr viele Gründe, depressiv zu werden - hat oft nichts mit materielle, Vermögen zu tun!
Die meisten Menschen, die man im Internet trifft haben Depressionen aber nicht jeder möchte sich von Psychologen helfen lassen... (kennt das aus eigener Erfahrung..)

Was mir immer wieder auffällt ist, das meistens genau die, denen es selbst schlecht geht, anderen helfen, ihnen gut zureden und dabei sich selbst nicht berücksichtigen... denen, denen es gut geht ist es meist nicht möglich mit diesen Menschen richtig in Kontakt zu geraten.

Die meisten Menschen, die heutzutage als Kinder schon an Depressionen leiden sind meist in sich gekehrt, werden in der Schule bereits gehänselt und haben vielleicht sogar Schicksalsschläge in der Familie gehabt. Depressionen kehren immer wieder, man kann sie nicht wirklich behandeln da nützen auch keine Medikamente...

[b]meine Meinung zumindest[/b]
Medikamente
Hallo,

Danke für Eure bisherigen Beiträge.

Zu einem möchte ich versuchen, etwas zu schreiben, dass sind die Medikamente:

Richtig ist m.E., das Medikamente gegen Depressionen diese nicht heilen. Lithium zum Beispiel verhindert ggf. nur, dass sie wiederkommen.

Aber: Sie können die Lebensqualität des Betroffenen verbessern. Und das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg aus der Depression.

Voraussetzung dafür ist aber, dass der Betroffene diese Medikamente konsequent einnimmt, seine psychischen und physischen Reaktionen auf das Präparat genau beobachtet und die Dosierung und die Art des Antidepressivums darauf basiserend in Zusammenarbeit mit dem Arzt genau festgelegt werden.

Ich habe mittlerweile einige Präparate genommen. Dabei habe ich vieles erlebt. Nicht nur gutes. Unter einem Mittel hatte ich ein Zittern der Hände, das extrem war. Jetzt habe ich gelegentlich Schweissausbrüche. Gut, damit kann und muß ich leben. Auch mit den Problem der gegenwärtigen Medikamentenumstellung/Veränderung. Aber auch da: Direkter Kontakt zum Arzt und Abstimmung, wenn es Veränderungen bzw. Probleme gibt, die einer Besprechung bedürfen und ggf. Änderung der Dosierung oder Änderung des Wirkstoffes.


Wichtig ist vor allem: das man nicht versucht mit Baldrian und Johanniskraut sich selbst zu therapieren, sondern sich einen guten Arzt sucht, der sich mit so was auskennt. Wußtet Ihr eigentlich, dass Baldrian auch völlig entgegengesetzt wirken kann?



Eine medikamentöse Therapie ist eine Unterstützung, ein Leben zu führen, dass einen halbwegs normal "ticken" läßt. Und damit ist man in dieser Leistungsgesellschaft schon auf einem besseren Lavel. Ich nehme das Zeug übrigens seit September 2003. Auslöser war eine extrem schmerzhafte Trennung, eine schwere menschliche Enttäuschung. Allerdings kommt bei mir noch die Schlafkrankheit Narkolepsie dazu, die auch durch bestimmte Wirkstoffe bei ADs positiv beeinflußt werden kann. Mittlerweile habe ich eine Schwerbehinderung mit 80 % testiert worden und gehe dennoch zu mehr als 100 % arbeiten. Man kann also damit leben.


Ganz wichtig ist aber auch, selbst wenn man die Freude nicht spürt, sich immer wieder selbst gutes zu gönnen. Die Glückshormone im Gehirn gegen die negativen Hormone (Hilfe... bitte... bin kein Arzt) antreten zu lassen. Das sich Freude gönnen, auch wenn man die Freude nicht spürt... eine ganz wichtige Sache. Ich habe viele Monate und eigentlich oft noch heute weder Freude noch Ärger gespürt. Meine Emotionen waren kaltgestellt. Mittlerweile gelingt es wieder, gelegentlich etwas zu fühlen. Und das ist ein sehr gutes Zeichen. Aber der Körper schützt sich in solchen Situationen auch selbst.

Meine ganz große Bitte ist an alle, wie auch Eingangs geschrieben, habt bitte Verständnis für uns. Kein Mitleid. Aber versteht bitte, dass ein depressiver Mensch kaum die Möglichkeit hat, sich aus der Spirale des Traurigseins, der trüben Gedanken zu befreien.

Liebe Grüße, Euer Adson
es ist schön zu lesen, dass es leute gibt, bei denen medikamente helfen... bei mir selber wurden medikamente zwar probiert, aber da ich viele allergien habe auch gleich wieder abgesetzt und später bin ich einfach nichtmehr zum arzt weil es mir eh nichts gebracht hat..ich hasse ärzte und mach einen größeren bogen um sie medikamente nehm ich nicht ich versuch selbst mit mir klar zu kommen...
Medikamente
arbeiten nicht gegen die Hormone sondern mit ihnen. Es sind z.b. Serotoninhemmer und das heißt nicht etwa dass nun ein Hormon weniger produziert wird sondern dass Serotonin nicht so schnell vom Körper wieder abgebaut wird.

Man muss auch sehr deutlich unterscheiden. Es gibt Medikamente die sehr rasch wirken, absolut beruhigen, ein LMAA-Gefühl auslösen. Diese Medikamente können und dürfen keine Dauermedikation sein, sie werden in Krisen verabreicht und das auch nur bei stationären Behandlungen. Denn genau diese Medikamente können gefährlich werden und machen vor allem auch abhängig. Sie werden meist unterstützend zu einem anderen Medikament am Anfang einer Behandlung gegeben weil die Dauermedikamente erst eine ganze Weile brauchen um die richtige Wirkung zu entfalten. Setzt diese ein werden auch die "harten" Medikamente schrittweise abgesetzt. Es gibt tatsächlich Medikmente die nicht jeder verträgt und gerade in der Anfangszeit Nebenwirkungen auslöst. In der Regel verschwinden die Nebenwirkungen aber nach 2 Wochen und diese Zeit sollte man sich auch geben außer sie sind wirklich zu heftig.

Wenn man nun glaubt man wirft sich eine Pille ein und alles andere wird wieder gut - der irrt. Medikamente unterstützen nur aber sie heilen nicht die Ursache. Das ist oft ein langer, harter Weg den die Patienten gehen. Die eigentliche Arbeit fängt nach der Medikamenteneinstellung erst an. Schritt für Schritt aus dem Tief heraus und das mit Hilfe von Therapeuten, Neurologen, Familie und Freunde. Was hat den Menschen in dieses Loch geführt, wo muss man ansetzen und wo muss man an sich arbeiten?

Sich selbst zulassen, sich selbst kennen und lieben lernen, seine eigene Mitte finden, seine Ängste deuten, Ziele erarbeiten, Freude und Gefühle spüren.

Depressionen, ihre Ursache und ihre Auswirkung, die Medikation, Behandlungsart und Dauer sowie die Betroffenen, sind so unterschiedlich wie die Farben dieser Welt.


lg Nanny
@*******rlin
dir erstmal danke für dieses thema und das du dir die mühe gemacht hast so viele infos zu posten.
das forum kompetenznetz-depressionen. de ist mir sehr gut bekannt und dies habe ich in einem früheren thread auch mal gepostet. ich finde die linkhinweise die du gepostet hast im allgemeinen sehr gut und nützlich.

es wurde ja so gut wie alles schon gesagt zu diesem thema in einigen beiträgen hier, ich kann mich jedenfalls den meisten auch nur anschliessen.

ich nehme schon seit ein paar jahren ad und ich weis wie beschissen das alles sein kann. aber ich muss auch sagen, ich bin froh das es die ad gibt denn sie haben mich erstmal aus der spirale am anfang der depris rausgeholt so das ich weiter agieren konnte. heute mache ich zusätzlich noch verhaltenstherapie und habe auch einen guten neurologen der immer auf dem laufenden ist.
hausärzte kann man in diesem bereich oft total vergessen.
eine gute behandlung steht und fällt mit einem guten neurologen und einem guten psychotherapeuten. diese wege sind steinig, aber man muss dran bleiben.
allen hier die betroffen sind wünsche ich alles gute.
gruss
****nae Frau
90 Beiträge
auch von mir erstmal einen daumen für dieses thema! da ich berufsbedingt fast ausschließlich mit depressiven und neurotischen bzw psychotischen menschen zusammenarbeite, fällt mir das sehr stark auf, dass immer mehr menschen, auch fest im berufsleben stehende, erkranken. wirklich eine traurige entwicklung... *snief* ...sovielen menschen begegnet man auf der straße und da kommt schon mal der ein oder andere gedanke, was wohl in diesem oder in jenem vorgeht,der da so versunken vor sich hinstarrt. auch einige von meinen "klienten"..sind so lebenslustig, wenn man sie in der öffentlichkeit antrifft und so fröhlich und lachen und im nächsten augenblick stehen sie am fenster und wollen springen. und letztlich kann man ihnen gar nicht wirklich helfen...man kann ihnen lediglich eine helfende hand reichen, ok, dies ist auch schon sehr viel wert, da der großteil allein mit seinen ängsten und sorgen dasteht...da im strudel der zeit und in der hektik des tages " die schwachen" einfach untergehen...traurig...
Verhaltenstherapie in den Vordergrund
Hallo zusammen,

die Beiträge sind hochinteressant, wenngleich ich das Thema der Gesprächstherapie in den Vordergrund stellen möchte. Medikamente sind, wie schon mehrmals erwähnt ein guter erster Anfang aber meiner Meinung keine Lösung für eine Depression.

Nach dem Buch "Das weibliche Gehirn" bin ich etwas allergisch gegen "hormonelle" Argumente da ich die These ablehne, daß Menschen hormonell gesteuert werden. Provokant jawohl, aber eben ein Standpunkt.

Eine professionelle Psychotherapie finde ich enorm wichtig um am Verhalten des Betroffenen zu arbeiten, d.h. veränderung des Verhaltens -> ändert die Dynamik -> bietet neue Wahlmöglichkeiten.

@*****oxy: full ack., die Kombination macht's. *ggg*

@***ny: zum vorletzten Absatz noch eine Ergänzung, "negative Gefühle auch mal zulassen" sie sind Teil von uns, somit OK.

Gruß
Verhaltenstherapie
ist gut und richtig. Dazu aber den richtigen Therapeuten zu finden, sehr schwer. Ich habe mal eine Gruppentherapie erlebt, ca. 10 Leute, jede Woche 50 min. War grauenvoll, mir ging es danach immer schlechter.

Danach hatte ich eine Einzeltherapie, die verdammt gut war. Bei einem anderen Psychologen. Der sagte damals: Sie brauchen jemanden, wo sie sich einmal die Woche richtig auskotzen können. Außerdem: Menschen, die sie mögen, akzeptieren. Und ich setze hinzu: einen Menschen, dem ich Liebe geben kann und der mir Liebe gibt.

Die Ursachen zu erkennen ist oft recht leicht. Aber die Situation zu ändern, verdammt schwer.

Grüße, Adson
Ich habe eine Agoraphobie die 2 Jahre lang nicht erkannt wurde und nach den 2 Jahren bin ich zu einem Gesprächstherapeuten gekommen. Der absolut falsche Weg finde ich. Habe dann 2 Monate Reha in einer Verhaltensmedizinischen Klinik bekommen. Hat keine Wunder bewirkt aber eine deutliche Verbesserung der Gesamtsituation!
Danach hab ich einen Super Verhaltenstherapeuten gefunden mit dem ich bis heute Arbeite.
Ich hab bis heute auch noch Kontakt zu Depressiven die auch alle auf die Verhaltenstherapie schwören. Es ist nicht der leichteste Weg aber meiner Meinung nach der Effektivste!
@*******rlin In der Klinik hatte ich auf Gruppentherapie die mir am Anfang rein gar nichts gebracht hat! Nach ein paar Wochen hat mir die Therapeutin klar gemacht, dass die nur was bringt wenn ich aktiv mitarbeite und mich nicht still in eine Ecke hocke. Und tataaa es war eine wirklich gute Hilfe. Mir ging es teilweise auch ziemlich dreckig wenn Leute über ihre Probleme erzählt ham(hab mich da immer zu arg reingesteigert!) bin dann aber einfach 10 min rausgegangen und dann gings wieder. Gruppentherapie kann ich nur empfehlen!

Grüße
Tobi
Hallo Adson,
sehr interessanter Thread... er lässt manches sicher in einem anderen Licht erscheinen... es ist sicher so, dass man mit zuviel Optimismus vieles kaputt machen kann.. versuch bitte vieles gerade hier im Forum nicht so persönlich zu sehen... es ist andersherum nämlich genauso.. einem grundoptimistischen Menschen gehen manche Jammereien einfach auf den Keks, weil sie völlig anders an Probleme ran gehen.. und so empfinden: Probleme sind dazu da gelöst zu werden und nicht aufgebauscht..

Es ist also niemals böse gemeint, wenn jemand sagt: nimm dein Leben in die Hand..

Es ist gut, dass du um Verständnis bittest, ich fühle mich allerdings überfordert, angemessen zu reagieren, denn ich kenne nunmal keine Depressionen und finde immer irgendwie ein Lösung...
Dir nicht zu antworten, geht auch nicht, da du das als fehlendes Feedback wertest.. was soll ein Mensch wie ich nun machen? Da bleibt mir nur zu sagen: Mensch beweg dich!

Wenn man nicht selbst betroffen ist fehlt da sicher das Verständnis und man meint oft zu vorschnell, krieg deinen Arsch hoch.. vor allem, wenn man erlebt hat, dass das durchaus auch bei depressiven Menschen geht, wenn sie bereit sind, daran zu arbeiten und sich medikamentös so einstellen lassen, dass sie mit ihrer Erkrankung am "normalen gesellschaftlichen Leben" teilnehmen können... manchmal entsteht (nicht bei die konkret) der Eindruck, dass viele sich hinter ihrer Erkrankung verstecken. dann brauchen sie wengstens nix zu ändern und können sich bemitleiden lassen.. sie sind ja so arm drann...

Insofern bitte auch Verständnis für Menschen, die wenig Verständnis für die Jammerei zeigen.. sie können es nicht verstehen, weil sie nicht im geringsten wissen, was im Kopf eines depressiven Menschen vor sich geht und das daran schlecht dosierte Botenstoffe beteiligt sind..

Viel Erfolg hier im Thread und Freude im Joy...
Als Informationsfred sehen
darum geht es in erster Linie und nicht um eine einzelne Person!

Dir nicht zu antworten, geht auch nicht, da du das als fehlendes Feedback wertest.. was soll ein Mensch wie ich nun machen? Da bleibt mir nur zu sagen: Mensch beweg dich!

falsch lustbaer - du kannst deinen beitrag gern wieder rausnehmen lassen und adson wird es auch bestimmt nicht auffallen *zwinker*

man erkennt an deinem beitrag dass du wirklich keine oder sehr wenig erfahrung damit hast.

danke für dein verständnis und für das nasse handtuch all den anderen gegenüber die diese erfahrung leider machen mussten ob nun als direkt betroffene oder angehörige, freunde, partner.

lg Nanny
Sorry,
hier scheint etwas in den völlig falschen Hals gekommen zu sein.
Die Frage des Feedbacks bezog sich auf eine konkrete Anfrage im entsprechenden Thread, wo es um ehlendes Feedback ging..

Mit dem Thema habe ich mich sehr ernsthaft auseinandersetzen dürfen.

Ich versuchte darzustellen, weshalb Menschen die nicht davon betroffen sind, dazu neigen zu sagen: Mensch beweg dich... oder drastischer und um Verständnis zu werben, das nicht persönlich zu sehen, einfach weil nicht Betroffene es vielleicht gar nicht bös meinen, sondern als Aufmunterung, die vielleicht fehl am Platz ist.. nur woher soll man das wissen? Steht das im Profil, auf der Stirn oder im Ausweis...

In einem gebe ich dir und den anderen völlig Recht, da ist besser Zurückhaltung angesagt, als gutgemeinte Sprüche... ich werde diesen Hinweis auch sehr ernst nehmen...

In diesem Sinne sorry, falls ich mich schlecht ausgedrückt habe, es war nicht meine Absicht mit nassen Handtüchern um mich zu schlagen. 20 Jahre mit einem depressivem Vater haben mir jedenfalls gereicht, um da manches anders zu sehen.. Nicht zuletzt, weil er nach entsprechender Medikamenten Einstellung ganz anders drauf war.. aber ich sollte von diesem Einzelfall natürlich nicht auf allgemeine Lösungen schließen.. mein Fehler.. sorry.
Herzlichen Dank Lustbaer
so liest es sich doch gleich ganz anders und mehr als verständlich

*knuddel*

lg Nanny
Ich versuchte darzustellen, weshalb Menschen die nicht davon betroffen sind, dazu neigen zu sagen: Mensch beweg dich... oder drastischer und um Verständnis zu werben, das nicht persönlich zu sehen, einfach weil nicht Betroffene es vielleicht gar nicht bös meinen, sondern als Aufmunterung, die vielleicht fehl am Platz ist.. nur woher soll man das wissen? Steht das im Profil, auf der Stirn oder im Ausweis...

ist doch wie mit vielen sachen, wenn man noch nie damit in berührung gekommen ist, sieht man das von einer anderen warte. im allgemeinen gesehen.

ist gut und richtig. Dazu aber den richtigen Therapeuten zu finden, sehr schwer. Ich habe mal eine Gruppentherapie erlebt, ca. 10 Leute, jede Woche 50 min. War grauenvoll, mir ging es danach immer schlechter.

das ist wirklich sehr schwer den richtigen therapeuten zu finden, ich hatte glück das mein erster versuch gleich ein glückstreffer war. hätte aber auch anders ausgehen können.
gruppentherapie ist ja auch nicht jedem seine sache. da muss man auch probieren.


Die Ursachen zu erkennen ist oft recht leicht. Aber die Situation zu ändern, verdammt schwer.

ja leider ist es so. aber wenn man die ursachen mal erkannt hat, ist das schon ein erster schritt!

gruss
es ist sehr schwer zu beschreiben
aber ich erlebe es immer wieder. Es ist eine Spirale, diese fängt sich an zu drehen. Auslöser ist ein Trigger, etwas, was die Gedanken anstößt. Dann geht es weiter... eines kommt zum anderen, bis die Spirale der trüben Gedanken immer weiter nach unten zieht. Dann steht man daneben und denkt, wie schaffe ich es, da rauszukommen.

Genau diese Spirale, es ist zumindest mein Bild dafür, ist das, wo der Patient oft fragt: Wie schaffe ich es, diese Spirale des negativen Denkens zu unterbrechen, diese Gedanken abzuschalten.

Die Aufforderung, zum positiven Denken, die hilft dabei nicht unbedingt weiter, im Gegenteil, sie bringt das negative Denken noch mehr auf Trapp, wenn der Betroffene Pech hat.

Nur eines bremst das ganze aus, bevor es zum Knall kommt, das sind die Antidepressiva.

Was dabei helfen kann, jedoch sehr schwer zu finden ist: Gegenmaßnahmen auch menschlicher Natur. D.h. Verständnis, ein Mensch, der den Betroffenen so akzeptiert, wie er / sie ist und hilft, gegenzusteuern. Glücksmomente zu schaffen, positive Empfindungen zu produzieren. Den Betroffenen mit aus der Höhle zieht und versucht, diesen sanft zu unterstützen. Das ist eine der Maßnahmen.

Lieber Lustbaer, schau mal, wenn Du magst, auf die Seite vom Kompetenznetz Depression. Dort findest Du einen m. E. sehr guten Ratgeber für den Umgang mit Betroffenen. Auch wenn Du leider - wie ich lesen mußte - persönlich sehr viele Erfahrungen mit dem Thema machen mußtest.


Sprechen wir noch über ein ganz heißes Thema, den Selbstmord? Er ist leider ein Bestandteil der Krankheit.

Nein.

Ich glaube, dass sollten wir nicht machen. Denn das ist etwas, was triggern könnte und daher gehört es nicht in ein Forum. So zumindest meine Meinung dazu. Aber eines möchte ich Euch dazu auf den Weg geben: Der Mensch, der davon spricht, der ist u. U. wirklich gefährdet. Er braucht sofortige Hilfe. Das heißt aber nicht, dass er oder sie sofort auf die Geschlossene kommt oder eingewiesen wird. Aber es bedarf guter und flankierender Maßnahmen. Dazu gehört viel Geduld, Zeit und Einfühlungsvermögen. Daher bitte: Solltet Ihr mit dieser Situation konfrontiert werden, sucht Euch ggf. Hilfe, holt sie dezent herbei. Das kann das Telefon des Vertrauens sein, ein Moderator, wenn es im Chat z.B. geschehen sollte oder ruft den Notdienst. Hier ist jeder bzw. jede in der Pflicht.

Wir müssen einfach mehr zusammenhalten, uns - wenn erkrankt - auch gegenseitig helfen und für einander da sein. Das ist m. E. mit das Wichtigste. Menschlicher Zusammenhalt in dieser kalten und harten Gesellschaft. Suchen wir und finden wir die Menschen, die empfinden können. Dabei darf es niemals um Mitleid gehen.

Last but not least: ich bin selbst erkrankt. Dabei dominieren bei mir derzeit die Angststörungen, die Ängste vor Verlust ist dabei ganz groß. Das eine zieht das andere nach sich. Und das ist ein Teufelskreis, der durchbrochen werden muß.

Was für mich ein wichtiger Bestandteil geworden ist, dass ist die Arbeit für andere Erkrankte. D.h. Arbeit in einer Selbsthilfegruppe. Aber: nicht für seelische Störungen, sondern für Narkoleptiker. Auch wenn mir die Vereinsmeierei in unserem Land so manchen trüben Gedanken bereitet hat. Aber damit ist man für andere Menschen da und denkt weniger über sich selbst nach. Bitte aber das Helfersyndrom dabei vermeiden.

Jetzt hoffe ich, nicht zuviel Blödsinn geschrieben zu haben. Wenn, dann bitte ich Euch ganz herzlich um Verständnis.

Gute Nacht, Adson

[b]master[/b]


P. S. Seit vorsichtig bei Literatur zum Thema. Die Buchhandlungen sind voll von diversen Büchern. Versucht ggf. Literatur zu finden, die sich ernsthaft damit beschäftigt. Alles andere ist Geldverschwendung und schadet u. U. nur. Betroffene sollten nach Möglichkeit so wenig wie nur möglich über die Erkrankung lesen. Das Drehen um sich selbst wird dann weniger.
...
hab ich Euch jetzt totgeschrieben?
depressionen
ich denke mal das noch nicht mal viele wissen,dass sie depressiv sind oder diese verhaltensmuster aufweisen.
so bald eventuell eine verstimmung erscheint schieben diese menschen es auf andere dinge die im grunde damit nichts zu tun haben.
direkt werden medikamente genommen............aber die wirkliche ursache wird selten erkannt.
habe das gefühl,dass die ärzte sich gar nicht damit beschäftigen und lieber nur medikamente verschreiben.
sowas müßte doch ein arzt erkennen,gerade dann wenn einer wirklich depressiv ist.die merkmale sind doch eindeutig...........
wenn man es als laie bei anderen schon erkennt..............hm.........
denke auch,dass die seelischen erkrankungen in unserer gesellschaft zunehmen werden.....und die pharmaindustrie verdient sich dämlich und dusselig...........mit beruhigungsmittel......leider
ich hab mir jetzt nicht alles durchgelesen, aber ich finde auch das seelische störungen, seien es nun depressionen oder neurotische störungen oder was auch immer der ICD10 hergibt, gerne unter den tisch gekehrt werden... und mehr oder minder als schmarn abgetan werden...
und das in unserer zeit! in der zeit in der bewiesen ist das fast 80% (über diese prozentzahl scheiden sich die geister) der körperlichen erkrankungen auf eine seeliche erkrankung zurückzuführen ist!

also ich bin ja nicht immer freuds meinung aber ich teile doch sein menschenbild das jeder mensch pathologisch ist und grundsötzlich immer irgendwelche leichen im seelichen keller hat... genaugenommen heißt das das jedem eine psychische behandlung gut täte (ob diese behandlung nun die psychoanalytische, die verhaltentherapie, oder doch lieber eine therapie die ins humanistische geht ist, sei mal dahingestellt).

depressionen an sich sind sehr ernstzunehmen, auch wenn es auch hier verschiedene arten gibt, die ich hier jetzt aber nicht alle erkäutere sonst glühen mir die finger...
das schlimme daran ist das sich meist mehrere depressionsarten überlagern wenn man nichts dagegen tut, dazu kommen meist neurotische ängste und süchte (oftmals die alkoholsucht) und dann wirds schwer...

generell sollte eine depression mit einer therapie UND einer medikation behandelt werden. nur wenn eine alkoholsucht dazukommen wirds umso schwerer, da die medis meist starke wechselwirkungen mit alkohol haben...
ich weiß wovon ich rede meine mom ist depressiv und alki... allerdings kann man bei ihr nicht mehr so genau sagen was zuerst da war...

naja mal wieder ein schönes thema für so ne psychotante wie mich...

ach ja zur literatur empfehle ich abhandlungen von freud, rogers und auch gern mal von nem behavioristen wie bandura...
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