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Wie können wir uns im Guten trennen – oder bleiben?

JOYclub-HerzJOYclub-Herz
*********tion Frau
266 Beiträge
Themenersteller JOY-Team 
Wie können wir uns im Guten trennen – oder bleiben?
Auch die sexpositivsten und offensten Beziehungen können in eine Krise geraten, in der wir entscheiden müssen, bleiben wir zusammen?

In unserem Magazinbeitrag Conscious Uncoupling stellt Paartherapeutin Aino Simon eine Methode vor, diese wichtige Frage anzugehen.

So oder so muss nicht jede Krise eine schlimme Erfahrung sein, darum wollen wir euch heute nicht nach Beziehungsproblemen fragen, sondern wollen wissen:

• Wie habt ihr euch bisher im Guten getrennt?
• Und warum hat es gut funktioniert?
• Wie ist euch der Neustart nach einer Krise gelungen?

Natürlich kann auch eine einseitige Trennung absolut die richtige Entscheidung sein, aber heute soll es um positive Geschichten von einvernehmlicher Trennung und Neustart gehen.

Wir freuen uns auf eure Erlebnisse,
eure JOY-Redaktion
*****o13 Mann
279 Beiträge
im guten trennen ist immer besser als wenn es zum krieg kommt. da haben beide nichts von.
*****ite Frau
8.535 Beiträge
Deine Beziehung hat vermutlich keine Chance mehr, wenn …
Wenn dein:e Partner:in bereits innerlich zugemacht hat und sich nicht mehr hinwenden möchte – auch nicht, um freundschaftlich und fair voneinander Abschied zu nehmen – dann hast du wenig Chance auf einen Neustart. Wenn Anklagen, Vorwürfe, Kritik und Abschottung euren Alltag dominieren und du nur noch Abwehr und Einsamkeit spürst, ist vermutlich das Ende erreicht. Nimm so schnell wie möglich Abschied und gib dir Raum, deine Verletzungen zu heilen.
Mit meinem Mann war ich (von meiner Seite aus) genau an dem Punkt. Ich hatte zugemacht und der Karren war sowas von festgefahren ohne dass ich eine Idee hatte, wie die Beziehung zu retten sei. Ich hatte schon nach Anwälten gegoogelt...
Ich ging fremd, er auch (was ich nicht wusste).
Gerettet hat uns dann hier tatsächlich der JC, wir stolperten unbeabsichtigt hier übereinander, und nach einem kurzen Schockmoment ("du?"... "und duuu?") lagen dann mal wirklich alle Karten auf dem Tisch.
Da war der Knoten geplatzt, und wir konnten endlich aus dieser Sprachlosigkeit raus. Und schnell hatte sich dann auch die Lösung rauskristalisiert. Trennung nein, Öffnung ja.
Und seitdem ist unsere Beziehung (für mein Empfinden) sehr viel inniger und vertrauter als jemals zuvor. Vielleicht weil wir diese Krise gewuppt haben.
*******ssa Frau
5.037 Beiträge
Ich stehe exakt vor diesem Ereignis, dass eine Trennung vom langjährigen Spielpartner und wieder eigene Wege gehen unausweichlich scheint, die Gefühle sind noch da aber sie beziehen sich auf die wirklich tolle Zeit die wir hatten, die Gegenwart ist nur noch schleppend mehr von Verzicht als frohgelaunter Vorfreude geprägt.

Wird es im Guten sein?
von ihm aus ja, er denkt man kann ja trotzdem in Kontakt bleiben und er kommt auf nen Kaffee vorbei.
Ich will einen klaren Schnitt wenn es so weit ist, und die Trauer wird bei mir immens grösser sein als bei ihm, für ihn endet lediglich ein Kapitel seines Lebend - und die Enttäuschung dass er uns einfach gefühlt auslaufen liess bzw mitgenommen hat was bei ihm noch geht.

Im Guten an die Erinnerung an die ersten Jahre.

Nach Neustart sehne ich mich trotz Traurigkeit weil ich wieder mehr erleben will, bin gespannt zu lesen wie andere das hinbekommen haben.
**********lerin Frau
664 Beiträge
Mein Ex und ich haben nach über einem Jahrzehnt Partnerschaft, einige Jahre davon Ehe, irgendwann die Entscheidung gefasst, zur Paarberatung zu gehen. Das half uns, wieder liebevoller miteinander umzugehen, das Gute im anderen zu sehen, achtsam mit uns selbst und dem anderen zu sein. Das war gut und hat unseren Alltag schöner gemacht.

Doch es gab zwei Dinge, die sehr tief gingen und bei denen wir einfach nicht mehr zueinanderkamen. Das hatte nichts mit alltäglichen Kleinigkeiten zu tun. Was es war, gehört hier nicht hin. Aber es gab Risse, die sehr tief gingen und über die wir keine Brücken mehr bauen konnten.

Der Zeitraum, in dem wir uns allmählich darüber klar wurden, war sehr furchtbar. Ich denke, es wäre kurzfristig leichter gewesen, wenn wir uns da angeschrien hätten. Irgendwann hätten wir uns gegenseitig dann das Leben so sehr zur Hölle gemacht, dass eine Trennung eine Erleichterung gewesen wäre. Stattdessen gaben wir uns Mühe, die Risse zu ertragen und auszuhalten, dass sie existierten. Zu warten und zu suchen, ob wir vielleicht doch noch ein Netz von Brücken bauen konnten oder ob es nicht mehr funktionieren würde.

Irgendwann kam dann der Tag, an dem er mich fragte, wo das Stimmgerät für die Musikinstrumente steckte. Ich sagte es ihm. Er nahm es, guckte drauf und sagte: Davon werden wir zwei brauchen, das kann man ja auch nicht immer hin und her schleppen.

Da wusste ich es. Dieser Satz ergab keinen Sinn, wenn man davon ausging, dass unsere Musikinstrumente alle weiter in der gleichen Wohnung stehen würden. Ich habe es eine Woche mit mir herumgetragen und dann ausgesprochen: "Wie es aussieht, geht es dem Ende zu. Aber wir drücken uns vor der Erkenntnis. Das ist anstrengend und tut weh."

Er hatte gar nicht mehr im Kopf, dass er diesen Satz gesagt hatte, erinnerte sich dann aber daran. Es war keine Absichtserklärung gewesen, sondern ihm in diesem Moment ganz unbewusst rausgerutscht. Irgendwo in ihm drin gab es wohl bereits eine Klarheit, die seinem bewussten Alltags-Ich noch fehlte (und meinem auch).

*

Wir haben dann überlegt, was wir tun sollen. So richtig Schluss machen wollten wir eigentlich nach wie vor nicht. Viele gemeinsame Jahre, viele Male, wo wir uns gegenseitig Rückhalt gegeben hatten, geteilter Humor, geteilte Hobbies ...

Eine "Trennung auf Zeit" stand im Raum. Ich überlegte, aber das wollte ich nicht. Nach allem, was ich beobachten konnte, führt so was nie zu einem Wiederaufflammen der Liebe. Es ist einfach nur Schlussmachen auf Raten, weil man einen Monat nach dem Schock "es ist vorbei" erst mal noch mal einen Aufschub bekommt und den Schock gemeinsam mit einem wertvollen Menschen verarbeiten kann, der gerade das Gleiche erlebt hat.

"Lass uns das Gegenteil tun", sagte ich. "Zusammenbleiben auf Raten. Wir beschließen einen Termin, in einem Monat oder so. An dem verabreden wir uns zum Schluss machen. Bis es so weit ist bleiben wir lieb miteinander. Wenn wir beide tief in uns spüren, dass wir doch eine gemeinsame Zukunft wollen, dann werden wir im Lauf dieses Monats einen Weg dahin finden. Und sonst können wir uns achtsam und ehrenhaft eine gute Reise in die Zukunft wünschen."

So machten wir es. In diesem Monat hörten wir Schritt für Schritt auf, uns nachts im Bett doch noch mal an den Händen zu halten oder beim Einschlafen irgendwie zu berühren. Es tat weh, diese sanft und allmählich wachsende Distanz. Aber wir waren achtsam miteinander, weil wir wussten: Der andere fühlt einen ganz ähnlichen Schmerz.

Am Trennungstag gingen wir ein letztes Mal gemeinsam frühstücken. Wir machten endlich den Zoobesuch, den wir schon so lange auf der Liste stehen hatten, und gingen ein letztes Mal als Paar ins Restaurant. Dann fuhren wir an den Fluss und suchten uns eine Bank, wo wir den Nebel am Fluss sehen konnten. Hier redeten wir noch mal miteinander. Über alles. Was wir aneinander geliebt hatten. Wofür wir dankbar waren. Wofür wir den anderen nach wie vor am liebsten an die Wand klatschen würden, aber es war an der Zeit, es endlich zu vergeben. Über die traurigen Dinge, die so furchtbar waren, dass sie uns auseinandergerissen hatten.

Und über das, was wir uns gegenseitig für die Zukunft wünschten.

Irgenwann war alles gesagt. Wir fühlten uns so friedlich und liebevoll, dass es sich gar nicht nach Schluss machen anfühlte. Mehr nach der echten Nähe, die schon viel zu lange gefehlt hatte.

Und dann haben wir uns gegenseitig den Ehering abgezogen und sind nach Hause gefahren. Ganz übler Moment. So ein schockartiges Zurückgeworfenwerden ins eigene Sein, wo man unglaublich lange Teil eines Teams gewesen ist.

Von da an waren wir eine Zeit lang eine WG. Inzwischen sind wir nur noch Freunde, die sich einmal geliebt haben. Und das ist immer noch schrecklich traurig, irgendwie, denn wir hatten mal wunderschöne Träume von einem guten gemeinsamen Leben geteilt. Aber das gemeinsame Leben war irgendwann nicht mehr gut, und das, was wir jetzt jeder für uns haben, ist gut.

*

Diese Art, Schluss zu machen, war währenddessen härter als die Variante mit dem Anbrüllen und den verletzten Gefühlen und der wütenden Reißleine, glaube ich. Aber sie hat uns beide mit dem Gefühl gehen lassen: Wir sind es wert, dass man uns achtsam und liebevoll behandelt. Wir verdienen ein gutes Leben. Diese fast eineinhalb Jahrzehnte unseres Lebens waren eine gute Zeit, an die man liebevoll denken darf.

Aber ja, es war schwer, sich auf diese Art zu trennen.
********chaf Mann
7.323 Beiträge
JOY-Angels 
Wow, @**********lerin , was für eine anrührende *heul*, ehrliche, und unterm Strich aber auch irgendwo wunderschöne Geschichte. Wie viel Liebe darin steckt. Wie viel Zuneigung in den anderen Menschen, selbst nachdem die Liebe gegangen war. Wie viel Wertschätzung und Respekt voreinander.

Ja, du hast Recht, das ist der schwierige Weg. Der, der richtig weh tut. Der viel schwerer zu ertragen ist, als fliegende Teller.
Ich finde aber, dass er unterm Strich doch sehr schön ist. Wunderschön. *ja*

Denn: Ihr habt vielleicht eure Liebe verloren.
Aber auf diesem Weg eine, eure, Freundschaft gewonnen.
Und was für eine. *g*

---

Ich mag unter diese Zeilen gar nichts mehr groß schreiben, zu groß ist diese Geschichte, zu sehr hat sie es verdient, erst einmal alleine für sich zu stehen.

Darum nur in aller Kürze: Wir hatten den Zeitpunkt, uns zu trennen, ebenfalls nicht verpasst. Waren verlobt, aber seit der Verlobung ging es dann bergab. Irgendwie merkten wir beide, dass wir doch nicht so richtig in dieselbe Richtung gucken. Das tat weh. Sehr sogar.

Wir machten es aber ähnlich wie ihr. Erklärten einen Tag zum Trennungstag. Ich fuhr zu ihr (wir waren beide noch recht jung und wohnten deswegen auch nicht zusammen). Wir packten in aller Ruhe alle Sachen, die noch bei ihr waren und hatten dann tatsächlich noch ein letztes Mal Sex *ggg* In dem Wissen, es würde das letzte Mal miteinander sein. Wir genossen es, und im Nachhinein gesehen war, neben dem ersten Mal miteinander, dieser der beste Sex, den wir miteinander hatten. *ja* Weil wir befreit waren, weil klar war, dass es das letzte Mal ist, weil wir all die Liebe, die wir füreinander die Jahre über hatten, da noch einmal hinein legten.

Tja. Und dann fuhr sie mich nach Hause mit dem Gepäck.
Wir verabschiedeten uns.

Und begannen neu: Mit einer Freundschaft.
Übergangslos! Wir telefonierten den nächsten Tag. Drei Stunden lang! Hatten uns mehr zu sagen als die vier Wochen zuvor. Lachten, hatten eine gute Zeit, unternahmen viel, waren noch viele Jahre dick befreundet (inzwischen sind wir "nur" noch gute Bekannte, schätzen uns aber immer noch gegenseitig sehr).

Warum es geklappt hat, übergangslos sich danach freundschaftlich zu mögen?
Nun, ich denke, wir haben den richtigen Zeitpunkt erwischt.
Jenen, an dem man sich noch mit Respekt und Wertschätzung voneinander trennen kann.
Und nicht erst einmal den anderen hassen muss, um sich voneinander lösen zu können.
********in75 Frau
7.267 Beiträge
Meine Partnerschaften und auch die Ehe sind im guten getrennt. Ich kann den Menschen in die Augen sehen, sie mir oft nicht. Idk warum 🤷‍♀️ Nur eine einzige Partnerschaft hat jetzt einen No Contact Status. Aber ein Hallo, geht in all meinen Ex Beziehungen. Habe mich aber auch nie aus Enttäuschung oder Frust getrennt, sondern weil es einfach nicht mehr passte. Denke das Trennungen mit bösen Gründen da eher schlechter bei weg kommen.
********n_84 Frau
5.873 Beiträge
@**********lerin
Ein sehr beeindruckender Umgang miteinander, der mich berührt hat. Natürlich mag diese bewusste Trennung und Aussprache zunächst mal sehr schwer erscheinen. Ich glaube aber, dass man bei harten und abrupten Cuts oder wenn man ohne Aussprache auseinander geht, im Nachgang mehr darunter leidet und nicht so gut abschließen kann.

Ich hätte mir bei meinem Ex-Mann sehr gewünscht er wäre zu einer ehrlichen und respektvollen Aussprache und Trennung bereit gewesen, als klar war, dass es kein Happy End mehr geben wird. Ich kann da leider keine positive Erfahrung teilen und wurde im Unklaren gelassen, was das Problem, bzw. sein Problem, war. Die Trennung erfolgte einseitig. Auch das Projekt Freundschaft scheiterte. Wenigstens gab es keinen juristischen oder materiellen Krieg; aber emotional bei mir einen „Totalschaden“.

Ich finde das mit dem Trennungstag in der Zukunft sehr interessant. Das habe ich vorher noch nicht gehört.
**********lerin Frau
664 Beiträge
Zitat von ********n_84:

Ich hätte mir bei meinem Ex-Mann sehr gewünscht er wäre zu einer ehrlichen und respektvollen Aussprache und Trennung bereit gewesen, als klar war, dass es kein Happy End mehr geben wird. Ich kann da leider keine positive Erfahrung teilen. Auch das Projekt Freundschaft scheiterte. Wenigstens gab es keinen juristischen oder materiellen Krieg; aber emotional bei mir einen „Totalschaden“.

Ich finde das mit dem Trennungstag in der Zukunft sehr interessant. Das habe ich vorher noch nicht gehört.

Es gehören immer zwei dazu, dass es funktioniert, ja ... Wenn der Respekt zusammen mit der Liebe geht, dann verliert man ja gleich zwei unendlich wichtige Dinge auf einmal. Eins allein zu verlieren ist schon schlimm genug. Du hast mein Mitgefühl!

Und das mit dem Trennungstag empfehle ich künftig allen Menschen, die in so eine Situation geraten. Manchmal ist es einfach verfahren und hässlich und/oder feige, aber oft ist es ja tatsächlich so, dass zwei eigentlich ganz korrekte Menschen sich einfach nicht mehr lieben und es trotzdem unendlich schwer wird, loszulassen. Es wäre schön, wenn sich dafür in der Gesellschaft rumspricht, was für Methoden man dann wählen kann, um es etwas leichter und achtsamer zu machen.

Tun muss man es natürlich trotzdem noch *schiefguck*
*****kua Frau
4.307 Beiträge
JOY-Angels 
Irgendwann nach vier Jahren hat ein Fremdtechtelmechtel meiner ersten längeren Beziehung in großer Flughöhe einen Totalschaden am Motor verpasst, so dass wir langsam im Gleitflug verschiedene Landebahnen anstrebten, immer auf Sicht. In der Zeit haben wir noch fast ein Jahr zusammen gewohnt, nicht nur aus finanzieller Abhängigkeit. Ein dunkles Jahr, im Herz mein nuklearer Winter. Krasse Sachen erlebt und mich im Vollen gespürt, ganz im Dunklen.

Es hätte 1000 Gründe gegeben, sich nicht wieder zu sehen - aber da war dann immer einer mehr, doch nicht aufeinander verzichten zu wollen.

Heute, 18 Jahre später, kenne ich sie länger als mein halbes Leben. Sie ist meine Schwester und vielleicht die größte Konstante in meinem Leben.
Weil sie radikal und ehrlich aufgeräumt hat, weil ich verzeihen konnte und ihr auf eine abstruse Art für das Gelernte unendlich dankbar bin - ohne Krise wäre ich wohl zu früh zu geil für diese Welt gewesen 😉
Durch die Beendigung unserer Liebesbeziehung hat unsere Loyalität noch einmal eine Stufe mehr gezündet.


Ich habe ganz aufrichtig keinerlei Partnerschaftswünsche mehr an sie, ich kann mich nicht mal mehr an den Sex mit ihr erinnern - aber sie ist Familie. Mehr als meine Herkunftsfamilie, die nach wie vor mit größtem Unverständnis der damaligen Trennung von ihr gegenübersteht.

Unser Band besteht wohl auf immer und verflossene, bestehende und künftige
Partner müssen diese Tatsache lieben wie uns.

Seit letztem Jahr gehört uns eine Wohnung in Berlin, in der wir - ironischerweise 18 Jahre nach der Trennung und 22 Jahre nach unserem Kennenlernen - ein nebeneinander Miteinander leben.

Und alle drumherum finden‘s knorke.
Hauptsache, es geht uns gut miteinander.
********n_84 Frau
5.873 Beiträge
@*****kua

Das ist ja auch ein schönes Happy End.
Ich denke auch, dass eine Freundschaft nur bestehen kann, wenn man sich wirklich respektvoll trennt und das ein oder andere aufarbeitet.

@**********lerin
Ja, das mit dem Trennungstag klingt sehr vernünftig.
Auch wenn die Entscheidung steht, ist der Prozess des Loslösens nach einem Jahrzehnt oder mehr echt schwer. Da braucht der Kopf und das Herz etwas Zeit…
Ich glaube auch, dass vielen Menschen deshalb Trennungen so schwer fallen, weil das Gewohnte und Vertraute dann erstmal weg ist und man vor dem großen Unbekannten steht.
*******ssa Frau
5.037 Beiträge
ich finde diesen Trennungstag bzw. ihn monatlich zu beschliessen auch sehr interessant - aber da müssen beide sehr konsequent sein:
ich hatte mal die Idee bei jedem Besuch Spielzeug in eine Kiste zu legen, so ein Abschied in Raten, verwarf es aber wieder weil der Gedanke an die drohende Endgültigkeit so weh tat.
******978 Paar
1.959 Beiträge
Sie schreibt; ich glaube, dass die Art einer Trennung von charakterlichen Eigenschaften eines Jeden abhängt.

Gerade in solch einer Situation erkennt man das wirklich Wahre in einem Menschen, egal wie kurz oder lang der gemeinsame Weg bis dahin war.

Ich hatte bisher keine Trennung, die nicht vernünftig und ohne Krieg ablief. 💋
*********lich Frau
2.266 Beiträge
Mit mir ist mal Schluss gemacht worden wegen Endes seiner Liebe für mich; da er irgendwann merkte, dass ich es "durch die Blume" nicht verstehen wollte, war er gezwungen, es klar auszusprechen.

Das war neu für ihn.

Und dann ist er an meiner Seite gewesen so oft ich Rotz und Wasser heulte wegen dieses Endes.

Er hat meine Trauer ertragen und ich, dass seine Gefühle unabänderlich vorbei waren.

Das hatten wir uns so nicht ausgemalt, das war nicht geplant. Durchlebt habe zumindest ich das sehr bewusst.

Ich bin daran ungeheuerlich gewachsen.

Jede neue Partnerin, die er nach mir hatte, machte mir weniger aus - die aktuelle gar nichts mehr, egal, wie innig die beiden miteinander sind in meinem Beisein. Da ist Frieden in mir.

Wir sind Freunde geblieben, bis heute.

Das schätze ich sehr, weil er mich beruflich damals mit Nachdruck auf
die absolut richtige Schiene gesetzt hat und wir noch immer viele gemeinsame Themen haben.
*******ter Frau
4.356 Beiträge
Zitat von *********tion:

• Wie habt ihr euch bisher im Guten getrennt?
• Und warum hat es gut funktioniert?
• Wie ist euch der Neustart nach einer Krise gelungen?

2 Beziehungen, 2 völlig verschiedene Gründe sich zu trennen.
Gut getrennt?
Wir gingen getrennte Wege und hatten danach keinen Kontakt mehr.
Neustart?
Natürlich dachte ich die Welt geht unter. Tatsächlich war sie schon lange untergegangen. Nur hatte ich das nicht bemerkt. Arbeit, Alltag, Sport da war kein Raum für hätte, könnte, sollte, wäre, wenn.
*********Cat75 Frau
859 Beiträge
Meine beiden Ex sind heute noch eine meiner besten Freunde. Das liegt vor allem daran, dass es gute und wertvolle Menschen sind. Mit einem Idioten hätte ich keine Beziehung angefangen.
Ex Nr1 ist auch der Vater meiner Kinder und obwohl wir beide sehr jung waren, die Kinder haben uns verbunden und - obwohl beide heute erwachsen sind - dieses Band bleibt einfach. Wir haben auch jeden Elternsprechtag, jeden Geburtstag gemeinsam gefeiert und am Matura Ball der Tochter auch zusammen getanzt. Natürlich waren die Kinder am Anfang das Hauptthema, aber mit der Zeit wurde die Beziehung freundschaftlich und wir helfen uns auch bei Bedarf.
Nr2 ist ebenfalls ein guter Freund - auf Grund eines Todesfall konnten wir unser gemeinsames Ziel nicht weiter verfolgen und eine Fernbeziehungen stand für uns nicht zur Debatte. Die gemeinsamen Interessen verbinden uns noch heute, wenn er mit seiner neuen Frau im Lande ist, haben wir auch sicher einen geilen FFM zusammen.
Beide Männer sind sehr wertvoll für mich und auch wenn es nicht für ein ganzes Leben gepasst hat, ich bin dankbar für die gemeinsame Zeit und bereue keine Sekunde.
Ich habe niemals das Gefühl einer Krise gehabt, eher die Chance auf Verbesserung gesehen. Ich habe es auch immer offen gesagt, wenn ich gefühlt habe, dass unsere Wege sich trennen.
Meine persönliche Meinung: Stillschweigend abzuwarten ob sich vielleicht etwas ändern könnte ist immer falsch. Nur redende Menschen finden eine Lösung. Und Akzeptanz, dass das Leben nicht planbar ist
****ody Mann
11.286 Beiträge
Ich habe einige Trennungserfahrungen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Die schlechten sind die, wo das Vertrauen irgendwann weg war. Da bekomme ich danach auch keine Freundschaft hin, weil ich das Gefühl habe, das vermeintlich Gute, auf das man sich besinnen könnte, wäre nicht oder nur zum Teil echt gewesen. Stichwort "Alternative Wahrheiten".

Es gab Trennungen, die achtsam und einvernehmlich abliefen, weil wir beide merkten, da1ss es nicht passt. Das wurde rücksichtsvoll kommuniziert, alles war gut.

Eine von mir verschuldete Trennung, die jemanden ziemlich verletzt hat, belastete mich dagegen
sehr. Ich hatte lange damit hinter dem Berg gehalten, dass ich nicht glücklich war und ohne jemals darüber zu reden, irgendwann die Reißleine gezogen. Ich war noch relativ jung aber alt genug, um es besser zu machen. Die Sache war unwürdig, ich versuchte es wieder gutzumachen, sie lehnte aber jeden Kontakt ab.

Einige Jahre später trafen wir auf einer größeren Feier aufeinander, sie wollte erst gehen, überwand sich aber und kam zurück. Sie warf mir unter Tränen alles an den Kopf, duldete keine Einwürfe von mir und ich steckte es widerspruchslos ein. Danach nahm ich sie in den Arm, bat um Verzeihung, sie versprach über eine Annahme nachzudenken.

Es war der Beginn der stärksten und schönsten Freundschaft, die ich habe. Sehr offen und sehr loyal. Diese Frau hatte eine ganz, ganz harte Kindheit gehabt und bis dahin keine Vorstellung von der Kommunikation zwischen Frau und Mann. Sie hat für mich echte Größe bewiesen. Ich habe daraus gelernt, wie wichtig aufrichtige Kommunikation ist. Diese Verbindung hält jetzt schon 30 Jahre.
***ja Frau
1.004 Beiträge
Mir ist bei Trennungen wichtig, dass man sich gerne an die gemeinsame Zeit erinnert. Die Trennung von meinem sehr langjährigen Ehemann war respektvoll und wertschätzend, wobei er die Entscheidung getroffen hat, kaum Kontakt zu haben. Was ich schade finde, aber respektiere. Er wurde verlassen, er entscheidet. Zu vielen Affären und Spielpartnern habe ich freundschaftlich-,neutrale Beziehungen.

Ich wurde einmal verlassen, was extrem weh tat. Da war ich froh, dass er es respektiert hat, daß ich Abstand brauche, um komplett drüber weg zu kommen.

Grundsätzlich handle ich nach dem Prinzip, Beziehungen zu beenden, die mir nicht gut tun. Das hat nichts mit Beliebigkeit zu tun, sondern mit Achtsamkeit. Ich bin lieber alleine als in einer Beziehung, die mir nicht gut tut.
****ody Mann
11.286 Beiträge
Eine andere Form der Achtsamkeit sorgt leider dafür, dass nach offensichtlich destruktiven, beziehungsfeindlichen Aktionen eine Art Schuldumkehr stattfindet. Da erklärt sich jemand zum "Opfer", der bewusst durch grenzüberschreitende Aktionen (Lügen, Hintergehen, Fremdgehen etc.) das Scheitern der Beziehung riskiert und somit schon frühzeitig dem anderen Achtsamkeit verweigert.

Ich habe mir das mit der Achtsamkeit einmal aus berufenem Munde erklären lassen. Bezieht sie sich nur auf mich, komme ich aus jeder Scheiße irgendwie heil heraus. Ich bin also immer der Gute, auch wenn meine ganze Umgebung das anders sehen würde. Scheint ein neuzeitliches Phänomen zu sein. Einem direkten Vier-Augen-Gespräch hält das allerdings nicht Stand. Dieses kann dann auch nur in einer reizarmen (wiederum achtsamen) Laboratmosphäre stattfinden. *gg*

Mit Menschen, die für sich und ihr Handeln keine Verantwortung übernehmen, kann es ziemlich unlustig und frustrierend werden. Sie werden sich eher die Zunge abbeißen, ehe sie sich für etwas entschuldigen. Keine gute Basis für erwachsenes Trennen.
*********lich Frau
2.266 Beiträge
Entschuldigen, @****ody ?

Geht es bei Trennungen wirklich darum, zu klären, wer die Schuld hat?

Und wenn ja, wer hat was davon?

Verantwortung übernehmen und für sich einstehen hat erstmal gar nichts mit Schuld zu tun.
*******ssa Frau
5.037 Beiträge
ich hab das im Zusammenhang anders verstanden:
dass der kritisierte Part sich als Opfer sieht warum er sich fehlverhalten hat.
****ody Mann
11.286 Beiträge
Wenn sich jemand zum Opfer erklärt, muss es auch schuldhaftes Verhalten geben, würde ich sagen.
*********lich Frau
2.266 Beiträge
Es muss kein schuldhaftes Verhalten geben, um sich selbst zum Opfer zu erklären.

Die subjektive Wahrnehmung der Opferrolle ist das eine - ihr objektives Vorhandensein das andere.

Eine Schuldzuweisung ist erstmal nur eine Hypothese - ob sie verifizierbar ist, ist offen.

Und nebenbei belanglos, wie ich finde. "Schuld klären" ist nicht der Tanzbereich, um den es sich wirklich dreht ...

Ich denke, am Ende einer Beziehung steht konstruktiverweise: "Hier trennen unsere Wege sich, wie geht's weiter für mich, wie für Dich? Was machen wir damit?"
*********enTe Frau
1.274 Beiträge
Um Leidtragende(r) zu sein, bedarf es nicht zwingernd einer personellen Schuldhaftigkeit.
Ich weiß, ich tendiere zum Schutzmäntelchen, nichtsdestotrotz können Krankheit, soziales Milieu und seiner mangelhaften Loslösung ausdemselben, Missbrauch in Kinderalter, dass mangelnde kognitive Entwicklung sowie Urvertrauen und wat auch immer, nach sich ziehen kann, nicht wirklich zur Schuld tragen beitragen.
Die Grenze zwischen Eigenverantwortlichkeit, Opferhaltung und einfach Resignation können Außenstehende als auch Mitbetroffene niemals ziehen, @****ody.
Das weißt du auch, denn etliche Beiträge lassen Weitsicht blicken. Borderline ist ne ätzende Hausnummer für Angehörige.
Abgrenzung ist für die eigene Gesundheit wichtig, Aburteilungen sicher nicht. Egal was war.
*********lich Frau
2.266 Beiträge
Unbestritten, @*********en_Te !

"Leidtragend" ist aber nicht dasselbe wie Opfer mutwilligen Verhaltens zu sein.

Siehe hier: Wie können wir uns im Guten trennen – oder bleiben?
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