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Ein paar Fragen über Polyamorie

Ein paar Fragen über Polyamorie
Hallo zusammen! *wink*

Hier im JC-Forum lese ich häufig von Polyamorie. Ich selbst bin nicht polyamor und kann mir das für mich auch nicht vorstellen, da ich aber extrem neugierig bin und liebend gerne einen Blick über meinen Tellerrand riskiere, möchte ich den Polyamoren hier gern ein paar Fragen stellen:

Unterscheidet ihr für euch grundsätzlich zwischen Verliebtheit und Liebe?

Gibt es Unterschiede in der Tiefe der Gefühle zu euren Partnern? Gibt es eine Art "Gefühls-Hierarchie"?

Wie lang dauerte eure längste polyamore Verbindung?

Wie geht ihr damit um, wenn einer eurer Partner mal über längere Zeit dringend eure volle Aufmerksamkeit/Nähe braucht?

Ich bin total gespannt auf eure Antworten und freue mich sehr darauf.
Und bitte seid lieb zueinander. *blume*
*****ven Frau
7.346 Beiträge
Zitat von *******phe:
Unterscheidet ihr für euch grundsätzlich zwischen Verliebtheit und Liebe?

Ja

Zitat von *******phe:
Gibt es Unterschiede in der Tiefe der Gefühle zu euren Partnern? Gibt es eine Art "Gefühls-Hierarchie"?

Nicht per se, wiewohl ich Vergleiche diesbezüglich schwierig bis (für mich) sinnlos halte. Jeder Mensch ist anders. Jede Verbindung ist anders.

Zitat von *******phe:
Wie lang dauerte eure längste polyamore Verbindung?

Im August werden es 17 Jahre

Zitat von *******phe:
Wie geht ihr damit um, wenn einer eurer Partner mal über längere Zeit dringend eure volle Aufmerksamkeit/Nähe braucht?

Dann stelle ich sie zur Verfügung, wenn mir das gerade möglich ist.
*********uest Mann
2.139 Beiträge
JOY-Angels 
Ich unterscheide nicht grundsätzlich zwischen Verliebtheit und Liebe, auch Verliebtheit ist Liebe, nur die Intensität kann etwas anders sein.

Ja es gibt Unterschiede in der Tiefe der Gefühle, aber die kann auch schwanken, und ich stelle keine Hierarchie auf.

Dauer von einigen Monaten bis mehrere Jahre.

Volle Aufmerksamkeit und Nähe ist in dieser Konstellation leider nicht über einen längeren Zeitraum möglich.
*******r_73 Mann
4.017 Beiträge
Ich wahr in beide sehr verliebt, so das ich mir Vorstellen konnte auch beide zu heiraten, und Ringe zu tättoowieren. Auch Kinder mit Ihnen zu haben.
Also nein ich habe Beide als,Gleichwertig angesehen.
Zur Info, war der Dominante Part, Herr über beide.
Zitat von *****ven:
Im August werden es 17 Jahre

Wow. *hutab*


Danke schon mal für eure offenen Antworten. *blume*

Ich frage mich halt wie das ist, wenn ein Partner z.B. schwer erkrankt und/oder pflegebedürftig wird. Kümmert man sich dann im vollen Ausmaß um sie/ihn und "vernachlässigt" die anderen Partner? Oder wie löst man sowas? Ist man in einer polyamoren Verbindung überhaupt für sowas "zuständig"?
*******r_73 Mann
4.017 Beiträge
Auch bei negativem, wie Erkrankungen, ist man gemeinsam füreinander da, man ist genauso eine Einheit wie zu zweit.
*****ven Frau
7.346 Beiträge
Zitat von *******phe:
Zitat von *****ven:
Im August werden es 17 Jahre

Wow. *hutab*


Danke schon mal für eure offenen Antworten. *blume*

Ich frage mich halt wie das ist, wenn ein Partner z.B. schwer erkrankt und/oder pflegebedürftig wird. Kümmert man sich dann im vollen Ausmaß um sie/ihn und "vernachlässigt" die anderen Partner? Oder wie löst man sowas? Ist man in einer polyamoren Verbindung überhaupt für sowas "zuständig"?

Die Suche nach Patenlösungen / -antworten ist zum Scheitern verurteilt.
Zitat von *******phe:

Unterscheidet ihr für euch grundsätzlich zwischen Verliebtheit und Liebe?

Nein.

Zitat von *******phe:

Gibt es Unterschiede in der Tiefe der Gefühle zu euren Partnern? Gibt es eine Art "Gefühls-Hierarchie"?

Nein. Liebe ist Liebe. Die Interaktion mit den geliebten Menschen ist nur unterschiedlich, nicht die Intensität der Liebe.
Mit dem Partner mache ich Sex, mit allen anderen nicht.
Selber bin ich sexuell monogam, demnoch kann ich mir polyamorose Konstellationen vorstellen.

Zitat von *******phe:

Wie geht ihr damit um, wenn einer eurer Partner mal über längere Zeit dringend eure volle Aufmerksamkeit/Nähe braucht?

Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, solange mein eigenes Bedürfnis nach Nähe und Distanz sich ausgeglichen fühlt.
*******fee
59 Beiträge
Ich frage mich halt wie das ist, wenn ein Partner z.B. schwer erkrankt und/oder pflegebedürftig wird. Kümmert man sich dann im vollen Ausmaß um sie/ihn und "vernachlässigt" die anderen Partner? Oder wie löst man sowas? Ist man in einer polyamoren Verbindung überhaupt für sowas "zuständig"?

Ich möchte bezweifeln, dass die Frage, ob man sich, wenn ein Partner z.B. schwer erkrankt und/oder pflegebedürftig wird, etwas mit Polyamorie zu tun hat. Sie stellt sich doch in einer monogamen (oder anderen auf Besitzanspruch basierenden Beziehungen) ebenso. Es ist ja unter anderem eine Zeitfrage.
Viele Menschen würden vielleicht sagen: Ich pflege meinen Partner, „ohne Wenn und Aber“. Dafür bin ich bereit, mein anderweitiges Leben einzuschränken (das wird passieren). Jemanden pflegen ist nicht einfach romantisch, sondern es ist Arbeit (die man ggf. gerne tut).
Wie voll mein anderweitiges Leben ist, und inwiefern ich es als einschränkend erlebe, hängt ja nicht nur von dem einzigen Parameter ab, ob es weitere Partner gibt oder nicht. Warum sollte sich dann ausgerechnet daran entscheiden, was ich für einen kranken Partner (aufzu)geben bereit bin?
ich kann nur aus der Position einer "ehemaligen" Zweitfrau schreiben...ich lebte 2x in polyamoren Konstellationen, wobei ich monoamor bin (Polyamorie / Monoamorie hat man in sich oder nicht, so erlebte ich das). Eine Beziehung dauerte 3 Jahre und dieser Mann machte einen Unterschied in dem er eine Haupbeziehung definierte und daneben noch eine sehr enge Gefühlsbeziehung (er nannte es nicht Liebe) mit mir hatte...mir ging es gut damit, ich bekam alles was ich brauchte an Aufmerksamkeit, Zuneigung und auch Zeit. Die andere Geschichte war eine Fernbeziehung wo er keinen Unterschied in der Intensität der Gefühle machte und auch keine Wertung im Sinne von Haupt und Nebenbeziehung. Räumlich gesehen war da aber doch ein Unterschied, er wohnte km-weit weg mit der anderen Frau zusammen. Erst dachten wir (alle drei) das wäre kein Problem, ich könne bei Besuchen auch bei ihnen wohnen bzw er käme 2x/Monat zu mir /ich zu ihm...die Realität war dann anders, die Zeit zu knapp, der Weg zu weit, der Neid auf die Zeit mit der Anderen wuchs automatisch (bei beiden Frauen). Die Trennung war wegen der Distanz und der Polyamoriekonstellation unumgänglich. Er lebt aber nun schon länger mit zwei Frauen, wo alle in der selben Stadt wohnen und das geht seit Jahren prima.

Bei meine Geschichten wurde es stets schwierig wenn eine Frau mal mehr Zeit einforderte. Da musste man sehr viel kommunzieren, denn gleich viel geben ist meist unmöglich. In polyamoren Geflechten muss man damit klar kommen, dass man auch mal zurückstehen muss, dem/der anderen zu liebe...aber sowas muss man im Leben ja ab und zu mal..gönnen können, nicht immer ganz einfach, meine Erfahrung
*****ite Frau
8.974 Beiträge
Zitat von *******phe:
Unterscheidet ihr für euch grundsätzlich zwischen Verliebtheit und Liebe?

Ich weiß es offen gesagt nicht. Wenn ich verliebt bin habe ich selbstverständlich das Gefühl zu lieben.

Gibt es Unterschiede in der Tiefe der Gefühle zu euren Partnern? Gibt es eine Art "Gefühls-Hierarchie"?

Ja. Jein. Unterschiedliche Partner für unterschiedliche Bereiche. Mein Mann ist seit 24 Jahren an meiner Seite, wir haben Kinder.
Das ist ganz anders gewachsen.

Wie lang dauerte eure längste polyamore Verbindung?

Drei Jahre. So in etwa.

Wie geht ihr damit um, wenn einer eurer Partner mal über längere Zeit dringend eure volle Aufmerksamkeit/Nähe braucht?

Die betreffenden Personen waren/sind auch polyamor, ich war/bin nicht die einzige Person in seinem Leben.
Wenn jemand mich braucht und ich es leisten kann und will, tu ich es. Dazu muss ich denjenigen noch nicht einmal lieben.
Zitat von *******phe:
Unterscheidet ihr für euch grundsätzlich zwischen Verliebtheit und Liebe?

Ich unterscheide zwischen "verknallt" und Liebe.
Verknallt sein kann ich in jede Frau, die auf mich einen besonderen Reiz ausübt, ohne dass ich darauf angewiesen bin, dass das erwidert wird... und da kann ich auch gut damit leben, dass das meist nur ein Strohfeuer ist.

Liebe entwickelt sich bei mir meist nur, wenn ich das Gefühl habe, dass mir eine Frau ein emotional warmherziges Entgegenkommen zeigt (ob die das dann selbst auch "Liebe" nennt oder nicht ist mir im Grunde Wurst, was zählt ist was bei mir ankommt).
... und das macht dann meist auch echten Trennungsschmerz, wenn es auseinandergeht.

Zitat von *******phe:
Gibt es Unterschiede in der Tiefe der Gefühle zu euren Partnern? Gibt es eine Art "Gefühls-Hierarchie"?

Kommt darauf an, wie man es betrachtet.
So in der Summe steht natürlich die Lebenspartnerin ganz oben.
Aber für den Moment ist immer die ganz oben, die gerade meine Aufmerksamkeit hat.
Und der "Königin in der Gefühls-Hierarchie" kommt die besondere "Ehre" zuteil, den Trennungsschmerz wegen der Anderen mit mir zu teilen. *hackfresse*

Zitat von *******phe:
Wie geht ihr damit um, wenn einer eurer Partner mal über längere Zeit dringend eure volle Aufmerksamkeit/Nähe braucht?

Ich habe ein derartig "einnehmendes Wesen", dass das noch nicht vorgekommen ist. *lach*
Im Gegenteil, meine Partnerin kann es kaum erwarten, dass sich die Zustände wieder etwas normalisieren, damit diese Last wieder auf etwas breitere "Schultern" (hier bitte ein Körperteil der eigenen Wahl eintragen) verteilt werden kann. *lol*
*******r_73 Mann
4.017 Beiträge
Also bei uns war es so, dass wir die Hälfte unseres Polyarmouren Beziehung im gleichen Haushalt lebten. Es klappte sehr gut.
****ha Frau
117 Beiträge
Zitat von *******phe:
Unterscheidet ihr für euch grundsätzlich zwischen Verliebtheit und Liebe?

Ja. Es gibt zwar von beiden auch unterschiedliche Arten, aber verlieben kann ich mich einigermaßen schnell und ich spüre die Gefühle auch wesentlich stärker in meinem Körper, während Liebe für mich mehr mit Sicherheit und Stetigkeit verbunden ist.

Zitat von *******phe:


Gibt es Unterschiede in der Tiefe der Gefühle zu euren Partnern? Gibt es eine Art "Gefühls-Hierarchie"?


Jein. Also es kommt auf die Art der Beziehung an würde ich sagen. Wenn ich mich mit Jemandem einige, dass dieser bewusst nur ein kleiner Teil meines Lebens sein will, ist es was anderes als wenn ich mit der Person den Großteil meiner Zeit verbringe. Das kann (muss nicht!) manchmal in die Gefühle reinspielen bzw. in wie man sich wem verpflichtet fühlt und Konflikte löst.

Ich persönlich hab' aber Schwierigkeiten damit Menschen, mit denen ich zusammen bin, in eine
Hierarchie zu stecken. Ich habe eher das Bedürfnis Probleme zusammen zu lösen und meine Partner:innen sich gleichwertig fühlen zu lassen. Ich liebe die Menschen für das was sie sind. Natürlich unterscheiden sie sich, natürlich sorgt das auch dafür, dass es unterschiedliche Arten von Beziehung gibt. Deswegen ist aber die eine Beziehung nicht besser als die andere, weil es immer Punkte gibt die sich ausgleichen.

Zitat von *******phe:
Wie lang dauerte eure längste polyamore Verbindung?
Ich hatte bisher eine (bis vor 2 Wochen) und die ist rückblickend betrachtet ein gutes Beispiel gewesen, wie man es nicht machen sollte. Das ist mir währenddessen schon aufgefallen, dass ich es einfach nicht mehr geschafft habe, den Emotionen meiner Partner:innen gerecht zu werden. Deswegen: Polyamorie ist halt auch Arbeit. Mit anderen Menschen und auch an sich. Dazu muss man bereit sein, man sollte das wollen. Ansonsten ist's nicht besonders schön für irgendjemanden.

Zitat von *******phe:
Wie geht ihr damit um, wenn einer eurer Partner mal über längere Zeit dringend eure volle Aufmerksamkeit/Nähe braucht?

Das kommt halt drauf an wie die Ausgangslage ist. Wenn die andere Person damit kein Problem hat, dann ist das schick. Bestenfalls verstehen sich die Menschen auch und haben auch ein Interesse sich untereinander zu stützen. Ansonsten muss man einen Kompromiss finden. Ja, die andere Person braucht Hilfe. Vielleicht auch mehrere Tage 24/7. Aber das wird wohl nicht für 3 Monate der Fall sein, vor allem weil man ja auch für sich selbst Regenationszeit braucht. Wenn es daran liegt, dass die Person Angst hat, dass die emotionale Bindung mit dem anderen Menschen stärker sein könnte als die eigene, die man hat, dann ist das aber ein anderes Problem und bedarf anderer Lösungen.

Idk, ich denke halt, dass es ein Prozess ist, der sehr davon abhängt wie die Beteiligten auch dazu in der Lage sind, die eigenen Emotionen reflektieren und offen drüber können, sowie wollen. Ist auf jeden Fall meine Erkenntnis, dass wenn ich das nochmal mache, ich diese Fähigkeit erwarte. Sowie ein grundsätzliches Interesse an Polyamorie. Das mag sich jetzt doof und irgendwie klar anhören, ist's aber nicht immer (wie auch bei mir feststellte). Das "Jealousy Worknook" von Labriola find ich übrigens sehr hilfreich.
********rauh Frau
1.016 Beiträge
Zitat von *******phe:
Zitat von *****ven:
Im August werden es 17 Jahre

Wow. *hutab*


Danke schon mal für eure offenen Antworten. *blume*

Ich frage mich halt wie das ist, wenn ein Partner z.B. schwer erkrankt und/oder pflegebedürftig wird. Kümmert man sich dann im vollen Ausmaß um sie/ihn und "vernachlässigt" die anderen Partner? Oder wie löst man sowas? Ist man in einer polyamoren Verbindung überhaupt für sowas "zuständig"?
Ich hatte mal als Pflegekraft in einem Hospiz mit einem polyamoren Geflecht zu tun. Eine Frau aus dem polyamoren Geflecht lag bei uns im Sterben.
Wir mussten alle erstmal die soziale Situation verstehen. "Normal" hast Du oft einen Ehepartner oder einen Angehörigen, der sich kümmert und sich verantwortlich zeigt. Die passten so gar nicht in unsere Schublade. Als ich aber verstanden habe, dass ich alles mit allen absprechen muss und alle sich in "Schichten" gekümmert haben, lief alles gut. In der Spalte "Lebensparter:in" standen halt mehrere Namen. Man muss nur klein genug schreiben können.
Ich denke die Problematik Pflege und Gesundheit sollte irgendwann bedacht und besprochen werden. Polys, die älter sind und damit "näher" am Thema dran tun das meiner Erfahrung nach auch gelegentlich. Viele (Monos wie Polys) gehen diesem Thema so oder so gerne aus dem Weg .
Ich persönlich habe diese eine direkte Erfahrung mit diesem Polygeflecht als sehr positiv empfunden.
Unterscheidet ihr für euch grundsätzlich zwischen Verliebtheit und Liebe?
*ja*
Gibt es Unterschiede in der Tiefe der Gefühle zu euren Partnern? Gibt es eine Art "Gefühls-Hierarchie"?
Ja

Wie lang dauerte eure längste polyamore Verbindung?
18 Jahre

Wie geht ihr damit um, wenn einer eurer Partner mal über längere Zeit dringend eure volle Aufmerksamkeit/Nähe braucht?
Keine Ahnung
Alle meine Partnerinnen hatten ein sehr ausgefülltes Leben
Und wer mich liebt der tut das auch obwohl ich nicht der Typ bin der andere zum Mittelpunkt seines Lebens macht und auch nie selber volle Aufmerksamkeit einfordern würde.

Er schrieb.
*******r_73 Mann
4.017 Beiträge
Man liebt auch Polyarmour bedingungslos, und hilft wo man kann, allen Partnern.
Sonst sehe ich es einfach nur als "Spielbeziehung" oder einfach als sexuelle Beeziehung mit Verliebtheit.
@********rauh

Das klingt wirklich sehr schön, wobei die Voraussetzung dafür ist, dass alle Menschen in diesem polyamoren Beziehungsgeflecht miteinander verbunden sind. Ich weiß ja nicht, ob das immer so ist. Wenn nicht, dann stelle ich es mir schon schwierig vor.
Ich habe meinen krebskranken Vater bis zum Schluss im Hospiz begleitet, ihn häufig besucht, mich noch nebenbei um meine psychisch kranke Mutter gekümmert und derweil mein Abi gemacht (auf dem zweiten Bildungsweg) und nebenher gearbeitet. Eine Beziehung hatte ich zu dieser Zeit auch, allerdings blieben für meinen Partner so gut wie keine Kapazitäten mehr übrig, wofür er auch Verständnis hatte. Es waren ja meine Eltern.
Ich frage mich halt, ob in einer polyamoren Konstellation die anderen Partner dieses Verständis dann genauso aufbringen könnten, wenn es nicht um Eltern geht, sondern eben um einen anderen Partner. Wenn also für sie kaum Kapazitäten mehr übrig bleiben würden, über Monate oder sogar noch länger.

Aber wahrscheinlich ist das wirklich ein Thema, über das sich die wenigsten Gedanken machen (egal ob poly oder nicht).
********rauh Frau
1.016 Beiträge
Zitat von *******phe:
@********rauh

Das klingt wirklich sehr schön, wobei die Voraussetzung dafür ist, dass alle Menschen in diesem polyamoren Beziehungsgeflecht miteinander verbunden sind. Ich weiß ja nicht, ob das immer so ist. Wenn nicht, dann stelle ich es mir schon schwierig vor.
Ich habe meinen krebskranken Vater bis zum Schluss im Hospiz begleitet, ihn häufig besucht, mich noch nebenbei um meine psychisch kranke Mutter gekümmert und derweil mein Abi gemacht (auf dem zweiten Bildungsweg) und nebenher gearbeitet. Eine Beziehung hatte ich zu dieser Zeit auch, allerdings blieben für meinen Partner so gut wie keine Kapazitäten mehr übrig, wofür er auch Verständnis hatte. Es waren ja meine Eltern.
Ich frage mich halt, ob in einer polyamoren Konstellation die anderen Partner dieses Verständis dann genauso aufbringen könnten, wenn es nicht um Eltern geht, sondern eben um einen anderen Partner. Wenn also für sie kaum Kapazitäten mehr übrig bleiben würden, über Monate oder sogar noch länger.

Aber wahrscheinlich ist das wirklich ein Thema, über das sich die wenigsten Gedanken machen (egal ob poly oder nicht).
Was ich im Kern damit auch sagen will, Poly kann auch bedeuten "Lasten" zusammen.
*****ite Frau
8.974 Beiträge
Zitat von *******phe:
Wenn also für sie kaum Kapazitäten mehr übrig bleiben würden, über Monate oder sogar noch länger.

So etwas geht in beide Richtungen. Hat einer keine Kapazitäten mehr, versuche ich ihm entweder etwas abzunehmen oder die Füße still zu halten.
********rauh Frau
1.016 Beiträge
Zitat von ********rauh:
Zitat von *******phe:
@********rauh

Das klingt wirklich sehr schön, wobei die Voraussetzung dafür ist, dass alle Menschen in diesem polyamoren Beziehungsgeflecht miteinander verbunden sind. Ich weiß ja nicht, ob das immer so ist. Wenn nicht, dann stelle ich es mir schon schwierig vor.
Ich habe meinen krebskranken Vater bis zum Schluss im Hospiz begleitet, ihn häufig besucht, mich noch nebenbei um meine psychisch kranke Mutter gekümmert und derweil mein Abi gemacht (auf dem zweiten Bildungsweg) und nebenher gearbeitet. Eine Beziehung hatte ich zu dieser Zeit auch, allerdings blieben für meinen Partner so gut wie keine Kapazitäten mehr übrig, wofür er auch Verständnis hatte. Es waren ja meine Eltern.
Ich frage mich halt, ob in einer polyamoren Konstellation die anderen Partner dieses Verständis dann genauso aufbringen könnten, wenn es nicht um Eltern geht, sondern eben um einen anderen Partner. Wenn also für sie kaum Kapazitäten mehr übrig bleiben würden, über Monate oder sogar noch länger.

Aber wahrscheinlich ist das wirklich ein Thema, über das sich die wenigsten Gedanken machen (egal ob poly oder nicht).
Was ich im Kern damit auch sagen will, Poly kann auch bedeuten "Lasten" zusammen.
Poly kann auch bedeuten "Lasten" gemeinsam zu tragen.
Zitat von *******phe:

Wenn also für sie kaum Kapazitäten mehr übrig bleiben würden, über Monate oder sogar noch länger.

Dann ist es halt so. Jeder ist nur ein Mensch und tut nur das, was er kann.
Für mich ist es doch klar dass pflegebedürftige und kranke Menschen den Vorrang haben und nicht ich. Deswegen würde ich nicht die Liebe des Partners, der sich mehr um sie kümmert, in Frage stellen.
****ha Frau
117 Beiträge
Zitat von *******phe:
Ich frage mich halt, ob in einer polyamoren Konstellation die anderen Partner dieses Verständis dann genauso aufbringen könnten, wenn es nicht um Eltern geht, sondern eben um einen anderen Partner. Wenn also für sie kaum Kapazitäten mehr übrig bleiben würden, über Monate oder sogar noch länger.

Naja, es kommt halt auf deine Partner:innen an, oder? Das kann genauso in einer Monobeziehung nicht verstanden werden. Aber in einer Polybeziehung in der alle Leute sich respektieren, ist das möglich. Man kann das ja auch zu Anfang mal absprechen und schauen, wo die Grenzen der anderen Person sind.

Habe ich keine feste Besziehung zu einer Person, sondern sowas wie ne F+, dann würde ich nicht erwarten, dass die Person mich unterstützt, sondern nur dass sie respektiert, dass ich gerade keine Zeit hat. In einer Beziehung würde ich dann versuchen zu kommunizieren: Hey, meinem einem Partner geht's sehr schlecht und das wird sich nicht in einem Monat auflösen. Ich will ihn unterstützen, zeitlich und emotional. Das bedeutet, dass ich weniger Zeit mit dir verbringe und wenn wir was machen, vielleicht auch nicht immer emotional ganz für dich da sein kann. Wie wollen wir das regeln? Ist das für dich in Ordnung? Was macht das mit dir? Wieviel Verständnis glaubst du aufbringen zu können? Kannst du sagen, wenn es dich nervt, aber gleichzeitig auch verstehen, dass ich nicht unmittelbar an dem Zustand was ändern kann?

Und dann kann man ja schauen, was man für Lösungen findet. Es ist halt ein schmaler Grad an dem man verstehen muss, dass die Beziehungen nicht immer was miteinader zu tun haben (müssen), aber eben auch nicht komplett losgelöst von einander stattfinden.
*******fee
59 Beiträge
Zitat von *******phe:
@********rauh

Das klingt wirklich sehr schön, wobei die Voraussetzung dafür ist, dass alle Menschen in diesem polyamoren Beziehungsgeflecht miteinander verbunden sind. Ich weiß ja nicht, ob das immer so ist. Wenn nicht, dann stelle ich es mir schon schwierig vor.
Ich habe meinen krebskranken Vater bis zum Schluss im Hospiz begleitet, ihn häufig besucht, mich noch nebenbei um meine psychisch kranke Mutter gekümmert und derweil mein Abi gemacht (auf dem zweiten Bildungsweg) und nebenher gearbeitet. Eine Beziehung hatte ich zu dieser Zeit auch, allerdings blieben für meinen Partner so gut wie keine Kapazitäten mehr übrig, wofür er auch Verständnis hatte. Es waren ja meine Eltern.
Ich frage mich halt, ob in einer polyamoren Konstellation die anderen Partner dieses Verständis dann genauso aufbringen könnten, wenn es nicht um Eltern geht, sondern eben um einen anderen Partner. Wenn also für sie kaum Kapazitäten mehr übrig bleiben würden, über Monate oder sogar noch länger.

Aber wahrscheinlich ist das wirklich ein Thema, über das sich die wenigsten Gedanken machen (egal ob poly oder nicht).

Die Skepsis geht davon aus, dass die anderen Partner wie selbstverständlich Besitzrechte reklamieren und einer „geliebten“ Person erst erlauben müssen, wie sie ihr Leben lebt, bevor sie das tut. Das ist insofern ein Problem, das sich aus Besitzansprüchen, nicht aus Polyamorie ergibt. (Besitzansprüche gibt es auch unter polyamorem Volk, aber darin unterscheiden sie sich gerade nicht von Monogamisten.)

Ich denke, besonders diese Frage (aber z.B. auch die Frage nach gleich oder verschieden großer Liebe) lebt von einem grundsätzlichen Missverständnis, das häufig besteht, wenn monogam fühlende Menschen staunend fragen, „wie ,poly' denn funktionieren kann, wenn ...“:
Man geht aus von der eigenen Gefühlswelt, in dem mehr als ein Partner sofort ein Konkurrenzverhältnis (um Besitz an und Zugriffsrechte auf den „geteilten“ Partner) begründen (würde) – ähnlich wie kleine Kinder, die beanspruchen, dass sie gefälligst auch ein Eis verdienen, wenn das Geschwisterkind eins bekommt. Und kann sich dann (selbstverständlich) nicht vorstellen, wie dies oder jenes denn gehen kann, wenn man mehrere Partner hätte. Die Antwort ist in der Regel: Gar nicht. *zwinker*
Wer so fühlt, der lebt konsequenterweise monogam oder in hierarchischen polygamen Verhältnissen.

Die Zuneigung und das Commitment eines mir nahe stehenden Partners, sind für mich ein wertvolles Geschenk und als solches selbstverständlich freiwillig (alles andere finde ich nicht erstrebenswert). Das konterkariert für mich mit der Vorstellung, jemand könne seinen Wünschen, z.B. eine kranke geliebte Person pflegen, womöglich nicht nachgehen, weil ein Dritter (aus Liebe?!) da wie selbstverständlich seinen Daumen drauf drückt, von dessen „Verständnis“ für die eigenen Prioritäten man sich abhängig macht.

Die Zweifel erzählen in meinen Augen über die Normalität monogamer (und sonstiger auf Besitzansprüchen basierenden) Beziehungen statt dass sie etwas mit Polyamorie zu tun hätten und zu deren Verständnis etwas beitragen könnten.
*******r_73 Mann
4.017 Beiträge
Irgendwie wird das hier sehr viel auf sexuelles und Besitzdenken hinuntergestuft, dabei ist doch Liebe viel mehr.

Da ist man in guten wie in schlechten Tagen zusammen.
Klar hofft man auf viele gute und viel ausleben seiner Neigungen, aber es ist einfach viel mehr.
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