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Polyamorie - Kann das funktionieren?

**********ymian Frau
202 Beiträge
Themenersteller JOY-Team 
Polyamorie - Kann das funktionieren?
Liebe Mitglieder,

Polyamorie ist ein Thema, das unsere Community immer wieder beschäftigt. Im Zuge unserer Video-Reihe "WIR MÜSSEN REDEN!" haben wir JOYclub-Mitglieder nach ihrer Meinung zu polyamoren Beziehungen befragt. Dabei sind einige interessante Antworten zusammengekommen:


Quelle: Wir müssen reden!/YouTube

Nun möchte wir von den polyamor lebenden Mitgliedern unter euch wissen:
  • Woran habt ihr gemerkt, dass dies der richtige Weg für euch ist?
  • Und wie hat sich euer Leben dadurch verändert?

Ich freue mich auf eure Antworten!

Liebst,
RosmarinThymian
JOY-Team
**********ymian:
Polyamorie - Kann das funktionieren?

Ja. Es ist wie in allen anderen Bereichen auch: wenn alle wollen und an einem Strang ziehen, klappt es. Es kann auch mal Ausrutscher usw geben. Nichts und niemand ist perfekt. Aber wenn alle offen und ehrlich miteinander (auch im Umgang) sind, ist vieles machbar und man kann Berge versetzen.
Polyamorie - Kann das funktionieren?
Ja. Es müssen nur alle Beteiligten dies vom Herzen wollen, auch für sich wollen.
Und es bedeutet viel mehr Kommunikation und das ist gut.

Und aufpassen, dass nicht einer mit alleinbesitzen wollen das Ganze untergräbt.
*********sicht Paar
2.589 Beiträge
@***er fuchs......
"Besitzen" kann man freie Menschen sowieso nicht ....es ist wohl eher so, dass es Verlustangst oder das Gefühl, rausgedrängt oder geringer gachtet zu werden als der/die Andere/r/n Probleme macht.
Meistens eine Zeit lang.
So lange bis die erste oder zweit Krise kommt.
Wären wir das von Klein auf gewöhnt, dann OK.
Aber wir wachsen mit Konkurrenzdenken und Besitzdenken auf. Das hat natürlich auch im Privaten eine Auswirkung.
Darum klappt Polyamorie in der Praxis ungefähr so gut wie unsere aktuelle Regierungsform *g*
*******ust Paar
5.537 Beiträge
definiere funtionieren!
Für einen Abend?
für einen Monat?
ein Jahr?
ein Leben?
..
*******icht Mann
3.453 Beiträge
Polyamorie - Kann das funktionieren?

Die Frage würde ich anders formulieren: "kann ich polyamor funktionieren ?"

Menschen funktionieren oder funktionieren nicht. Beziehungsformen beschreiben lediglich, wie sie dann funktionieren müssten.

Beziehungsformen können nicht scheitern. Nur die Beteiligten in ihrer realen Umsetzung.

Wer nicht funktioniert, kann es erlernen ... über Jahre und Jahrzehnte. Ob monogam oder polyamor. Ganz gleich.

Mir bleibt es ein Rätsel, woher die Vorstellung stammt, Beziehungen seien beziehungsunfähig und nicht man selbst.
*****ven Frau
7.238 Beiträge
Ich lebe seit über 15 Jahren polyamor - in Beziehungen
**********ymian:
Woran habt ihr gemerkt, dass dies der richtige Weg für euch ist?

Eigentlich habe ich "nur" gemerkt, dass das, was alle anderen rund um mich machen für mich nicht funktioniert. Der Rest hat sich entwickelt.

**********ymian:
Und wie hat sich euer Leben dadurch verändert?

Ich kann mein Leben als ich selbst leben. Mit PartnerInnen, die an mir - und wirklich mir - interessiert sind.

P.S.: Die Überschrift habe ich übrigens deshalb so gewählt, weil man durchaus polyamor fühlen kann, auch wenn man gerade keine oder z.B. eine monogame Beziehung führt. Das Innenleben und die Umsetzung im Außen müssen nicht übereinstimmen, damit das Gefühl valide ist.
*****kua Frau
4.310 Beiträge
JOY-Angels 
Ich glaube, dass sich alle Menschen im Prinzip neben einer bestehenden Partnerschaft verlieben können, das aber meist aus den verschiedensten Motiven nicht zulassen.

Bei mir ist es nach 13 Jahren Beziehung einfach passiert. Ich habe mich in einen weiteren Menschen verliebt, ungeplant, ohne Konzept. Und habe es einfach zugelassen. So leicht, so schwer.
In meinem Fall “exklusiv monogam” zu beiden Partnern (F/M). Weniger hat von mir dadurch niemand, aber das Vertrauen in diesen Umstand muß erstmal vorhanden sein.

Geplant und auf dem Reißbrett von Beziehungsverhandlungen skizziert, rechne ich dem weniger Chancen zu - zu bekannt einschlägige Gesuche und deren gebetsmühlenartige Wiederkehr.
Es passiert und hält, wenn es für alle passt.
Die Frage im Film ist falsch formuliert: "Hast du jemals mehr als einen Menschen geliebt?" Das tun die meisten andauernd - ihre Familie lieben, Freunde, Verstorbene, Ex-Partner und aktuelle Partner.
Im Kern wird bei Polyamorie nicht nach der Liebesfähigkeit zu mehreren Menschen gefragt (die steht außer Frage), sondern nach der Möglichkeit mehrerer sexueller Beziehungen zu Menschen, mit denen man sich übers Bett hinaus dauerhaft verbunden fühlt.

Polyamorie ist m.E. immer möglich und lebbar, wenn Menschen daran beteiligt sind, die sich an mehr als einen Partner binden können, weil sie grundsätzlich emotional nicht bedürftig sind, sondern als liebesfähige Person autark. Dann dient der Partner und die Beziehung nicht dazu, emotionale Defizite aufzufüllen und den Selbstwert zu stabilisieren. Verlustangst kann es dann nicht geben. Liebe - ob nun seelische, körperliche oder geistige - entsteht zwischen solchen Beziehungspartnern im aktuell gelebten Moment, sie ist keine Beziehungswährung, sondern bleibt im besten Sinne für jeden Beteiligten frei verfügbar.
Kann - wenn die gemeinsame Sprache stimmt
Da "Polyamorie" in Deutschland die schwere Erbschaft der Grobübersetzung "Viele Lieben" trägt, was hierzulande nur zu gern mit "Mit-Vielen-Liebe-machen" ausgelegt wird, ist es mit dem Oberbegriff allein nicht gemacht.
Auch das andere Extrem, daß aus "Poly-Amorie" von manchen Praktizierenden sogleich eine gewisse "Pan-Amorie" jenseits von Sex, Gender, Bedürfnissen, Ansprüchen und Erwartungen im Sinne "Universeller All-Liebe" posuliert wird, hilft nicht wirklich.
Im ersteren Fall landet man in einer Riege seriell bzw. parallel hochaktiver Matratzensportler - und könnte sich fragen, wozu es dabei ein so kompliziertes Beziehungsmodell wie die Polyamorie bräuchte, da dies doch alles schon von offner Beziehung, Swingertum, Wifesharing o.ä. Herangehensweisen abgedeckt wird. Da braucht das Rad nicht neu erfunden zu werden.
Im zweiteren Fall erlebt Mensch sich schnell als "unerleuchtet" oder "noch nicht reif", da wir man dann ja offensichtlich noch in verkrustetem Anspruchsdenken, womöglich mit Bedürftigkeiten verhaftet ist. Kann also nix für mich sein...
Pustekuchen!
Trotz all der Kaperversuche, in denen betont wird, daß Polyamorie entweder vorwiegend sexuell definiert wird oder eben gar transzendental - ist Polyamorie eine Lebensweise bzw. Beziehungsphilosophie, in der es erst einmal darum geht, ethisch verbindliche, auf allseitigem Wissen, Einmütigkeit und Berechtigung beruhende (Mehrfach-)Beziehungen zu führen.
Diese Grundlagen stehen jedem Beziehungsmodell (egal ob auto- [selbst], mono- oder poly-) gut zu Gesicht.
Auf dem seltsamen Kontinent "Poyamorien" haben wir darum unter den Menschen, die es damit ernst meinten, nahezu ausschließlich Leute getroffen, die sehr akurat über sich selbst und ihre Beziehungsführung Rechenschaft ablegen könnten. Harte Bezeihungsarbeiter*innen, die unter Beweis stellen wollen, daß sie für ihre Lebensweise einstehen und "die extra Meile gehen".
In dem Sinne ist die Polyamorie für uns eine folgerichtige Erweiterung unseres Reflektionshorizontes auf Beziehungsebene und hinsichtlich Zwischenmenschlichem. Seit wir polyamor leben, haben wir in 5 Jahren mehr "klassische Beziehungsarbeit" aufgewendet, als in den 20 davor.
Klar geht das
Wir haben gut 2 Jahre in einer FFM Beziehung gelebt. Ursprünglich war diese nicht als solche gedacht, sondern eher die Umsetzung ein lang gehegten Wunsches.
Wir hatten allerdings auch Glück auf Anhieb die Richtige gefunden zu haben, die so einer Konstellation auch mehr zugebilligt hat, als den Status einer netten Sache für nebenbei. Einer unserer Erkenntnisse war dann auch recht schnell, dass man Zuneigung, Nähe und auch Liebe gleichzeitig auch zwei Menschen zukommen lassen kann.
Was für uns sicherlich auch ein Vorteil war, dass wir aus auch aus der BDSM Ecke sehen, was automatisch gewisse Rollenverteilungen mit sich bringt, die es einfacher machen können.

Männer finden so etwas meist spannender als Frauen, welcher Mann träumt nicht von einem Dreier, allerdings ist das meist mehr oder weniger auf den Sex reduziert, was aber auch in einer 3er Beziehung nur einen Teil ausmacht.
Frauen haben oft Bedenken teilen zu müssen, oder sehen Rivalitäten entstehen.
Das sind natürlich recht subjektive und pauschale Betrachtungen, allerdings lehren uns unsere Erfahrungen seit wir wieder suchen das das oft der Hemmschuh ist.
Der Punkt ist einfach der das man offen sein muss, offen für was anderes, offen für mehr. So haben wir das nämlich gesehen, es hat unsere Beziehung, unser Sexleben erweitert und bereichert.
Abgesehen von alle dem ist Monogamie auch evolutionär recht problematisch *zwinker*

Gesellschaftlich ist das eben auch so eine Sache, viele können das eben gar nicht verstehen, sodass man teilweise einfach nicht darüber redet und die Menschen sich ihren Teil denken lässt.
Wir hatten auch den Plan zusammen zu ziehen, aber leider kam es ganz anders und nahm ein trauriges Ende.
******els Paar
1.243 Beiträge
*******tive:
Harte Bezeihungsarbeiter*innen, die unter Beweis stellen wollen, daß sie für ihre Lebensweise einstehen und "die extra Meile gehen".

Das ist in etwa das was ich mir vorstelle.

Harte Arbeit. Prinzipiell hätte ich vermutlich eine deutliche Veranlagung in die Richtung. Allerdings bin ich oft genug schon der Ansicht meinen Part in einer Zweierbeziehung nicht voll ausfüllen zu können und zugleich meinen eigenen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Jetzt mit Kindern noch deutlich mehr als vorher.

Mir wäre ein Modell mit mehreren Partnern also deutlich zu anstregend.
*****kua Frau
4.310 Beiträge
JOY-Angels 
Ich empfinde gelebte Liebe zu zwei Menschen nicht aufreibender als zu einem allein. Eher im Gegenteil *nixweiss*
******els Paar
1.243 Beiträge
Nun vielleicht hat dein Tag mehr Stunden? Oder du kommst mit weniger Schlaf aus? Oder mit weniger Zeit für dich? Oder denkst deine Partner müssen mit weniger von dir auskommen?

Das ist alles für mich völlig ok. Naja ausgenommen das dein Tag mehr Stunden hat, dann wäre ich neidisch. *zwinker*

Für mich ist das halt nichts. Mich füllt die Beziehungsarbeit an einem Partner schon völlig aus...
*********icht Frau
14.220 Beiträge
Abgesehen von alle dem ist Monogamie auch evolutionär recht problematisch *zwinker*

*sorry*

aber die schwäne haben das bis heute geschafft...

evolutionär zu über-leben
Ich denke dass es funktioniert wenn die beteiligten Personen gleich gepolt sind, am selben Strang ziehen.
Ich könnte mir das für mich sehr gut vorstellen.
*knicks*
..
*******icht Mann
3.453 Beiträge
Nun vielleicht hat dein Tag mehr Stunden?

Meine Liebe zu einem oder mehrere Menschen teilt sich nicht in Stunden und Minuten des Tages auf.
*******fly Frau
6.221 Beiträge
ich
weiss das es unter den richtigen Menschen funktioniert. Mein sehr guter Freund ist polyamor und lebt diese Beziehungsform aus seit er Beziehungen lebt. Es können aber lange nicht alle polyamor leben und ein Grossteil der Leute die denken sie wären polyamor sind es doch nicht...es hilft einfach als Bezeichnung für "ich gönne mir mehrere Partner"

Als ich selber mal in einem polyamoren Netz lebte besuchte ich öfter Stammtische zu diesem Thema. Zwei (oder mehrere) Menschen zu gleichen Teilen zu lieben ( und nein, wenn man eine Reihenfolge hat ist das eben nicht polyamor) und jedem auch gleich viel zukommen zu lassen an Zeit, Gefühl, Aufmerksamkeit..ein hoher Anspruch.

Ich erlebte in den 10 Jahren JC gerade mal 3 Polygruppierungen welche seit Jahren (> 10 Jahre) in dem selben polyamoren Konstrukt leben und es wirklich gut passt. Die einen leben sogar alle unter einem Dach...funktioniert seit Jahren gut *g*

Ich selber konnte als monoamorer Mensch zwar gut ein Teil davon sein...die andere Frau störte nicht.. aber es wurde dann doch zu kompliziert, da mein Partner eben mit der anderen Frau zusammen lebte und mir zuviel an Alltagsgemeinsamkeiten fehlte (Ferien, Feiertage zusammen etc) es gab automatische eine Priorisierung und da hört für mich Polyamorie dann auf.

Ich für mich ziehe eine monoamore Geschichte vor, habe mich auch nie in einen 2. Mann verliebt wenn ich gebunden war...doch andere können so leben und es kann auch funktionieren.
*********icht Frau
14.220 Beiträge
Ich für mich ziehe eine monoamore Geschichte vor, habe mich auch nie in einen 2. Mann verliebt wenn ich gebunden war...doch andere können so leben und es kann auch funktionieren

genau das halte ich bei mir auch für das problem

also eine "offene" beziehung kann ich mir mittlerweile ganz gut vorstellen
(hatte ich allerdings noch nicht)

polyamor ist ja dann schon noch ne ganze ecke mehr...
Wird schon funktionieren, bei Menschen, die so drauf sind.
Mein persönlicher Lebensentwurf sah das bis dato nicht vor, und das wird auch so bleiben. Ich mags halt exklusiv und nicht unter ferner liefen.
*******fly Frau
6.221 Beiträge
**********Heart:
Ich für mich ziehe eine monoamore Geschichte vor, habe mich auch nie in einen 2. Mann verliebt wenn ich gebunden war...doch andere können so leben und es kann auch funktionieren

genau das halte ich bei mir auch für das problem

also eine "offene" beziehung kann ich mir mittlerweile ganz gut vorstellen
(hatte ich allerdings noch nicht)

polyamor ist ja dann schon noch ne ganze ecke mehr...

also ich denke nicht dass man polyamor werden kann...man ist so veranlagt oder nicht...zumindest sagten mir das die polyamoren Menschen welche ich kenne
*****kua Frau
4.310 Beiträge
JOY-Angels 
****See:
... und das wird auch so bleiben. Ich mags halt exklusiv und nicht unter ferner liefen.

😁 früher hätte ich dir einfach nackte Angst unterstellt.


Heute... will ich solche „was der Bauer nicht kennt...“-Kommentare einfach nicht wirken lassen. Stimmt halt einfach (leider) nicht.
Mein Netz ist stärker geworden, weil es nicht auf Ängsten und Abhängigkeiten basiert.

Aber hast Recht, einige Menschen kämpfen schon mit Raumnot im eigenen Herzen.
*********icht Frau
14.220 Beiträge
mir würden einfach mal ganz "praktische" hinweise helfen,

damit ich mir überhaupt was konkretes unter einem

"polyamoren beziehungsgeflecht"

vorstellen kann...
*****kua Frau
4.310 Beiträge
JOY-Angels 
Ich bin bigam.
Meine Frau hat keine weitere Partnerin, mein Mann lebt mit seiner Ex-Partnerin zusammen.
Das ist was recht Exklusives, Stabiles.

Sollte ich darüberhinaus erotische Gelüste haben, gibt es so gut wie keine Einschränkungen, wobei die sich dann schon in Bezug auf das Zeitmanagement limitieren.
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