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Liebe, Zeit, Pflege - Polyamorie?

****d88 Frau
22 Beiträge
Ich finde, es wurden hier schon einige richtig gute Beiträge geschrieben.

Vielleicht noch ein Input von meiner Seite: Ich habe ein relativ kleines "Bedürfnis" nach gemeinsam verbrachter Zeit. Auch in festen und monogamen Beziehungen musste ich den Partner nicht täglich sehen und als wir zusammen wohnten war ich manchmal sogar regelrecht erleichtert, wenn er ein paar Tage auf Geschäftsreise war und ich einfach alleine und für mich war. Oder mal wieder andere Leute sehen konnte (wohlgemerkt - es ging niemals darum, ihn zu betrügen - rein platonische Freundschaften).
Auch enge Freunde sehe ich manchmal mehrere Wochen nicht und es gibt nur eine Person, die ich tatsächlich fast täglich höre.

Die Tiefe der Beziehungen mass ich selten in der gemeinsamen Zeit, sondern darin, wie diese zusammen verbracht wurde.

Ich kann mir gut vorstellen, dass eine polyamouröse Beziehung funktioniert, wenn eine oder mehrere Personen auch ein eher kleineres Bedürfnis nach gemeinsam verbrachter Zeit (in reinen Stunden) haben.
***44 Paar
1.698 Beiträge
Er schreibt
*********t6874:
Polyamorie muss sogar gar nichts mit Sex zu tun haben. Polygamie be deutet übrigens, mit zwei Menschen verheiratet zu sein.

So wurde es anfänglich im 20. Jahrhundert wohl interpretiert. Seit der sexuellen Befreiung und der weitgehenden gesellschaftlichen Gleichsetzung von Ehe und Partnerschaften versteht man aber zunehmend das sexuelle Verhalten mit einem oder mehreren Sexualpartnern unter Monogamie und Polygamie.

Und deshalb mache ich für mich den Unterschied zwischen Polygamie und Polyamorie bei dem Vorhandensein einer gepflegten Beziehung. Wer Sex und Beziehung will muß auch Beziehungsarbeit investieren bzw sich um die Beziehung bemühen, wobei ich Sex nicht nur im herkömmlichen Sinne sondern schon in einem weiteren BDSM Kontext betrachte. Wenn ein Masochist durch Schmerzen sexuell erregt wird hat er/sie für mich auch Sex oder jedenfalls ein intimes körperliches Erlebnis. Und damit sind wir dann zurück beim eigentlichen Thema. Eine polyamore Beziehung kann unterschiedliche Intensität und Pflegebedürfnis haben und auf unterschiedlichen Bedürfnissen aufbauen, in jedem Falle aber müssen sich die Menschen, die in dieser Beziehung leben um einander bemühen, sonst wird die Beziehung nicht funktionieren.

Die Asymetrie polyamorer Beziehungen ist für mich jedenfalls eine logische Konsequenz aus der Individualität des Menschen. Wenn ich intime Beziehungen mit mehreren Menschen habe ist es äußerst unwahrscheinlich, dass sie alle die gleichen Bedürfnisse bei mir ansprechen. Ein dominanter Mann hat z.B. eine Ehefrau mit der er Vanilla Sex und Kindern hat und daneben noch Sklavinnen und regelmäßige BDSM Spielpartner. Er wird sicher nicht die gleiche Beziehungsintensität bei allen pflegen aber auch nicht freiwillig auf diese Beziehungen verzichten weil sie seinen Bedürfnissen entsprechen.
********lack Frau
18.857 Beiträge
@******nee

Ich kann Deine Gedanken sehr gut nach vollziehen.
Auch was die Zeit und die Pflege betrifft, denn das der Tag nur 24 Std hat, gilt ja für alle.
Klar kann man jetzt argumentieren, das es mehr um gelebte Zeit geht, die man als wertvoll an sieht.
Aber irgendwie habe ich schon das Gefühl, das diese Wertigkeit sich eben nur auf intime Zeit bezieht und nicht um gemeinsam verbrachte Zeit. Die kann man ja auch sehr unterschiedlich gestalten.
Und das ist bei den heutigen Anforderungen im Job schon schwierig bei Freundschaften.
Nicht immer wenn man selbst Zeit hat, hat der andere sie auch. Und ich sehe es schon unterschiedlich ob ich mit jemanden telefoniere oder wirklich nebeneinander sitze und rede.
Der Unterschied macht es eben aus, denn wenn ich das Bedürfnis habe, mich einem bestimmten Menschen zu öffnen, das muß es eben auch dieser Mensch sein und kein anderer.
Sicher ist es auch wichtig Zeit für sich selbst zu haben. Seine Interessen und Hobbies ausleben zu können.
Deswegen muß auch Zeit dafür sein.
Aber wenn mehr als zwei Menschen wirkliche Gefühle füreinander haben, dann ist Zeit ein Problem und wer das ab streitet, der ist nicht ehrlich.
Dann kommen ja auch noch Verpflichtungen dazu, die man nicht so ohne weiteres an andere Abgeben kann.
Wer Kinder hat, der kennt das. Aber irgendwann sind da auch Eltern um die man sich kümmern will und da ist es eben auch wichtig, das man das selbst macht und nicht an andere weiter gibt.
Klar wäre die Pflege etc gesichert, aber es ist noch lange nicht dasselbe.
Mag auch sein, das es Menschen gibt die wirklich mehr als mit einem Menschen eine tiefe Beziehung leben.
Meist leben die aber doch eine Hauptbeziehung und das das andere ist Plus. Aber auch da die Frage, was wenn das dann auch intensivere Zeit beansprucht?
Ich mag mich lieber nur auf einen Menschen einlassen und die Zeit mit ihm verbringen und das bezieht sich dann auch auf die Zeit, die eben nicht mit Sex zu tun hat, aber durchaus mit Nähe und Verbundenheit.

WiB
*********1_Fen Paar
1.253 Beiträge
Mein..
..Verständnis von Polygamie war bisher auch, das der Begriff ausschließlich die Mehrfach-Ehe bezeichnete.
Dies wollte ich auch mit einem Zitat aus Wiki belegen & siehe da:
In der Tat hat sich diese Definition überholt und beinhaltet neuerdings wohl auch eheähnliche Beziehungen!

Kuck an, wieder was dazugelernt.^^

Ich nehme das mal als gegeben hin und tröste mich mit dem Gedanken, das ich mehr als genügend Ehen kenne in denen es nun keineswegs liebevoll zugeht, sich arrangiert hat und so weiter.

Für mich bleibt Polyamorie trotzdem schlicht, das Menschen auch im sexuellen Kontext in der Lage sind mehr als einem Menschen liebevoll (<-- im Wortsinn, bitte: voller Liebe!) zu begegnen und ein Beziehungsgeflecht einzugehen / eingehen zu wollen/ eingehen zu können.

Und (nochmal) ja: das hat was mit Management von Zeit zu tun.

Ist ja mein Ureigenen Interesse - der ich Bestandteil eines solchen Geflechtes war/bin- dieses zu pflegen.
Und zwar ohne Streß & ohne Schuldgefühle, sondern weil ich etwas geben möchte und gern auch nehme was mir die jeweils anderen geben wollen.

Aber nicht mit Management von Gefühlen. *schiefguck*
********lack Frau
18.857 Beiträge
@*********1_Fen

Für mich bleibt Polyamorie trotzdem schlicht, das Menschen auch im sexuellen Kontext in der Lage sind mehr als einem Menschen liebevoll (<-- im Wortsinn, bitte: voller Liebe!) zu begegnen und ein Beziehungsgeflecht einzugehen / eingehen zu wollen/ eingehen zu können.

Das ist m.E. auch gar nicht strittig, die Umsetzung allerdings schon.

Und da ich auch mehrere Menschen liebe, z-B. meine Kinder, wurde mir schnell klar, das ich jedes auf seine/ihre Art und Weise und mit ihrer/seinen speziellen Eigenschaften und Macken annehmen muß.
Da half es wenig wenn man Zeit gleich aufteilte, denn z.B die Mädchen hatten nie Probleme mit lernen, da sie auch einige Fähigkeiten hatten, die der Sohn eben nicht hatte. Also brauchten sie nicht so viel Zeit für diese Belange, mein Sohn aber brauchte mehr und bekam sie auch.
Was aber, wenn das ein Mensch wäre, den ich auch sexuell begehren würde?
Würde der es so einfach weg stecken, wenn er in dem Moment eben hinten anstehen müßte, wenn er mich wirklich braucht?
Lieben heißt ja nicht nur in guten Zeiten, sondern auch in Zeiten wo es eng wird, wo niemand sonst da wäre, der das ersetzen kann.
Genauso wie Freundschaften über lange Zeit und über alle Hindernisse hinweg bestehen können, wenn man da ist, wenn man da sein sollte. Dann hält eine Freundschaft das auch aus.
Bei sexuellen Interessen habe ich da meine Zweifel, da ich nicht davon ausgehe, das Menschen austauschbar sind.

WiB

Nachtrag
das es auch Beziehungen gibt, wo sich die Partner aus den Augen verloren haben, ist auch nicht strittig.
Aber wieso sie nicht versuchen wieder auf Augenhöhe zu kommen und oftmals viel mehr Zeit in Nebenaktivitäten vergeben, das schon.
Den polyamoren Ansatz kann man leichter verstehen wenn man in einer Situation ist bei der ein einziger Partner nicht genug ist für das Leben, das man führen will. Dies tritt z.B. immer bei bisexuellen Menschen mit mittlerer Kinsey Klassifizierung auf, also Menschen die gleich starke Neigng zu homosexuellem wie heterosexuellem Sex haben.

Es regt mich immer wieder auf, wenn man bisexuelle Menschen so darstellt, als ob sie zwanghaft zwei Partner brauchen. Das ist nicht IMMER der Fall, wie es oben steht.
Mir reicht EIN Partner, obwohl ich eine gleichstarke Neigung zu Männer und Frauen habe.
Wenn man monogam leben möchte, dann ist es egal, ob man hetero oder bi oder schwul ist.
********lack Frau
18.857 Beiträge
@*******_DA

Da stimme ich Dir gerne zu, da ich da auch einige Beispiele von Menschen persönlich kenne.
Und sie auch nicht in Frage stelle.

WiB
in regeneratione
Ich sehe das *genau* so wie Du! Finde das einen Menschen die komplette Aufmerksamkeit gehört, wenn man in einer Liebesbeziehung ist !
Mir persönlich reicht auch ein Mensch, den meiner komplette Aufmerksamkeit gehört!
Aber ich habe da auch eine naive Einstellung, denn ich glaube das wenn man die richtige/ denn richtigen gefunden hat, man erst komplett ist!
Ich glaube auch an eine tiefe Liebe die, die Seelen berührt und ewig ist! Aber selber bin ich immer noch auf der Suche!
Aber das muss jeder so sehen wie er will!
Aber auf dieser Plattform geht es sowieso eher um die Befriedigung der Lust und nicht um einen Partner zu finden, der Seelen verwandt ist!
Gruss Adrian
*********1_Fen Paar
1.253 Beiträge
auch sexuell begehren würde?
Würde der es so einfach weg stecken, wenn er in dem Moment eben hinten anstehen müßte, wenn er mich wirklich braucht?

Anhand des Beispiels deiner Kinder hast du dir das ja schon selbst beantwortet, meine Liebe *g*

Du kannst "nur" deinen Anteil dazu tun um so ein Geflecht zu leben. Die anderen involvierten müssen halt ihren Teil dazu beitragen.
Und dazu gehört auch Verständnis für die Situation/ das Geflecht zu haben.

Indem du (!) das in Frage stellst/ bezweifelst, zerbricht du dir deren Kopf!

Mach das nicht, die haben ihren eigenen...und die werden dir schon was dazu sagen *zwinker*
******nee Frau
3.499 Beiträge
Themenersteller 
****d88:
Die Tiefe der Beziehungen mass ich selten in der gemeinsamen Zeit, sondern darin, wie diese zusammen verbracht wurde.

Ich kann mir gut vorstellen, dass eine polyamouröse Beziehung funktioniert, wenn eine oder mehrere Personen auch ein eher kleineres Bedürfnis nach gemeinsam verbrachter Zeit (in reinen Stunden) haben.

Das wurde mir auch schon erklärt und kann ich auch in dem Zusammenhang nachvollziehen. Aber zu Menschen die ich partnerschaftlich liebe (also im Sinne, dasa ich eine Liebesbeziehungaufbauen möchte) zu denen hatte ich immer das Bedürfnis: mit dem will ich mein Leben aufbauen.

Wenn ich mich nun in jemand anders verliebe und dann dieses Bedürfnis entsteht, wie soll das Zeitlich gehen? Mein Partner will ich dann ja nicht vernachlässigen. Abet er "bekäme" automatisch weniger Zeit, weil ich ja auch Zeit mit dem Anderen/ der Anderen verbringen möchte.


***44:
Und deshalb mache ich für mich den Unterschied zwischen Polygamie und Polyamorie bei dem Vorhandensein einer gepflegten Beziehung

Was ist denn der Unterschied?

@ https://www.joyclub.de/profile/2099674.bluevelvet6874.html

Wie löst du es denn, wenn du sagst Zeitlich sei es kein Problem?

Weil für mich gehört es tatsächlich zu der gemeinsam gestallteten Zeit dazu auch mal einfach zusammen Fern zu schauen, zu kuscheln und miteinander vom Tag entspannen. Das ist immer anders in solch einer Stimmung, als wenn ich das allein mache.

Ich stimme dir allerdings auch zu - Partnerschaft/Ehe bedeutet nicht gleich tiefe und gepflegte Beziehung. Und manche Partnerschaften wandeln sich auch einfach in eine tiefe und enge Freundschaftsliebe. *g* (In diesem Zusammenhang würde ich es wieder verstehen, aber dann wären es ja keine zwei oder mehr Beziehungen gleichzeitig.)

@ redraven
Ganz einfach: Indem unterschiedliche Menschen unterschiedliche Dinge als "wertig" wahrnehmen. Nicht alle Menschen setzen "Zeit" mit "Wert" gleich. Für manche ist es z.B. "Intesität" oder ganz andere Dinge.

Für mich ist Zeit und Intensität kein Unterschied, da ich nur diese Zeit bemesse, die eine Beziehung bisher bei mir an Pflege und Zuwendung brauchte.



Sorry für die vielen doofen Fragen. *smile*

Aber mir ist es ein echtes Anliegen zu verstehen wie es in der Realität dann funktioniert.
*******_nw Frau
7.610 Beiträge
Interessant ist, dass viele gute Argumente für Polyamorie genau von den Leuten kommen, die sie in Frage stellen ... *zwinker*

Nehmen wir mal Kinder als Beispiel. Würde da jemand argumentieren, nein, mehr als ein Kind geht nicht, wo bleibt denn da die Zeit für das zweite Kind? Von einem Dritten gar nicht zu reden? Würde man da von Haupt- und Nebenkindern sprechen oder von Menschen, die sich halt auf Kinder gar nicht wirklich einlassen wollen? Oder denen ein Kind einfach nicht genug sein kann, man braucht halt mehrere Kinder um seine Bedürfnisse nach unterschiedlichen Kindern zu befriedigen?

Ich bin selber mit einem sehr traditionellen Beziehungsverständnis aufgewachsen - the one and only. Der Wert der Beziehung misst sich daran, dass man für diese eine Beziehung auf alle anderen verzichtet, alle anderen weniger wichtig sind. Sonst ist es nicht die Richtige.

Tatsächlich ist das aber nur eine Konvention, eine willkürliche Festlegung - und geholpert hat die schon immer. Es gab oft genug auch parallele Beziehungen, die einen hohen Wert hatten. Die beste Freundin/ den besten Freund beispielsweise. Oft genug rankten sich auch um solche Beziehungen Eifersuchtsdramen. Da wurden dann Etiketten draufgepappt dass diese Beziehung ja 'nur' so und so wäre und damit keine 'Konkurrenz'.

Beziehungen nicht werten, nicht hierarchisieren zu müssen empfinde ich als psychische Befreiung. Man nimmt einander nichts weg außer der Notwendigkeit, andere Beziehungen abwerten, kleinreden und bemänteln zu müssen. Es fällt die Leistungs- und Beweispflicht weg. Man muss nicht mehr ängstlich darauf achten dass der Partner nicht das Gefühl bekommt, er wäre aber nicht mehr der einzig relevante. Man kann seine Gefühle teilen und kommunizieren - statt sie zu rationieren.

Gefühle sind keine Torte von der nichts übrig bleibt. Den Spruch, 'Glück verdoppelt sich wenn man es teilt' benutzen viele - nur scheint es kaum jemand wirklich zu glauben.
*******_nw Frau
7.610 Beiträge
Der Zeitfaktor existiert natürlich - aber hat er wirklich auch die Bedeutung die wir ihm da beimessen? Wenn jemand 30, 40 oder 60 Stunden die Woche arbeitet, einen längeren Arbeitsweg hat, eine große Familie hat, sagen wir dann auch, du hast aber für eine Beziehung nicht genügend Zeit? Oder ist es hauptsächlich das Gefühl das man über die freie Zeit verfügen könnte um die es dabei geht?

Zeitkonflikte gibt es immer, auch ohne Polybeziehung. Mal mehr Aufwand im Job obwohl es gerade nicht passt, jemand aus der Familie oder ein guter Freund braucht Hilfe, von Kindern wollen wir da gar nicht erst anfangen - das Leben fragt nicht nach Platz im Terminkalender - das ist insofern nichts neues.

In der Regel darf alles seine Berechtigung haben, das stellt nicht grundsätzlich eine Beziehung in Frage - nur eine weitere Beziehung, da wäre auf einmal alles anders? Wieso eigentlich?
Tatsächlich ist das aber nur eine Konvention, eine willkürliche Festlegung - und geholpert hat die schon immer.

Und der Unterschied zur Polyamorie liegt jetzt wo genau?
Auch nur eine willkürliche Festlegung die holpert (nicht seltener als in der Monogamie).

Da wurden dann Etiketten draufgepappt dass diese Beziehung ja 'nur' so und so wäre und damit keine 'Konkurrenz'.

Was du gerade so kritisierst, tust du aber selbst in deinem Beitrag *zwinker*
******nee Frau
3.499 Beiträge
Themenersteller 
*****de2:

Zeitkonflikte gibt es immer, auch ohne Polybeziehung. Mal mehr Aufwand im Job obwohl es gerade nicht passt, jemand aus der Familie oder ein guter Freund braucht Hilfe, von Kindern wollen wir da gar nicht erst anfangen - das Leben fragt nicht nach Platz im Terminkalender - das ist insofern nichts neues.

Genau, und weil diese Zeitkonflikte da sind und ich weiss, dass die mich eh schon manchmal Stressen (mittlerweile weniger, wie früher) - vorallem zum Beginn einer Beziehung - kann ich mir nicht vorstellen, wie das mit einer weiteren Beziehung gehen sollte.

*****de2:
In der Regel darf alles seine Berechtigung haben, das stellt nicht grundsätzlich eine Beziehung in Frage - nur eine weitere Beziehung, da wäre auf einmal alles anders? Wieso eigentlich?

Habe ich nirgends gesagt. *g*

Wie löst du es in dem Falle?
*******Kali Frau
556 Beiträge
Du schreibst doch selbst
daß du innige Beziehung auch in mehrfacher Form z.B zu FamilienMitgliedern haben kannst.
Was funktioniert nicht?
Der Romantizismus des Patriarchats wo jeder Mann "seine" Frau "bekommt" die Haushaltshilfe und sexsklavin in einer ist?!
Sorry, ich brauche das mit vielen tollen Menschen und auch Liebhabern um mich herum! Frei und doch von allen begehrt und geliebt! *g*
*********1_Fen Paar
1.253 Beiträge
Aber zu Menschen die ich partnerschaftlich liebe (also im Sinne, dasa ich eine Liebesbeziehungaufbauen möchte) zu denen hatte ich immer das Bedürfnis: *mit dem will ich mein Leben aufbauen*.

Wenn ich mich nun in jemand anders verliebe und dann dieses Bedürfnis entsteht, wie soll das Zeitlich gehen? Mein Partner will ich dann ja nicht vernachlässigen. Abet er "bekäme" automatisch weniger Zeit, weil ich ja auch Zeit mit dem Anderen/ der Anderen verbringen möchte.

Ja, mach doch einfach! *g*

Das Gefühl kenn ich ....und wenn du das bei & mit jemand anderen spürst aber auch deinen Mann nicht vernachlässigen willst, dann sieh zu, wie du / wie ihr das unter einen Hut bekomm(s)t! *zwinker*

Man(n/Frau) kann seine Zukunft/ sein Leben ja durchaus mit mehreren gestalten und planen wollen, hm ?!

Das is ja kein "entweder/oder" *g*

Ach und Bibabumsemann:
Jo, *genau*

Eine Poly-beziehung unterliegt den selben Mechanismen wie jede andere Beziehungsform auch. Die gibt dir auch keine Garantien oder sonstiges, auch ne Poly-beziehung will geführt & gefühlt werden wie jede andere auch.

Im Grunde ist ne Poly-beziehung was total "normales"....- nur halt mit mindestens einem/r mehr als "gewohnt" *zwinker*
*******_nw Frau
7.610 Beiträge
******nee:
Wie löst du es in dem Falle?

Wie bei allen anderen Zeitkonflikten auch - mal mehr, mal weniger gut. Schauen ob es andere Sachen gibt die weniger wichtig sind die man dafür mal zurückstellen kann. Tatsächlich verbringen wir wohl die meiste Zeit unseres Lebens nicht mit dem, was uns doch vermeintlich am Wichtigsten ist, oder? *zwinker*
********lack Frau
18.857 Beiträge
@*****de2

Wenn jemand 30, 40 oder 60 Stunden die Woche arbeitet, einen längeren Arbeitsweg hat, eine große Familie hat, sagen wir dann auch, du hast aber für eine Beziehung nicht genügend Zeit? Oder ist es hauptsächlich das Gefühl das man über die freie Zeit verfügen könnte um die es dabei geht?

Ich habe mich das immer gefragt und wenigstens versucht das vorher ein zu schätzen.
Deswegen auch 3 Kinder und keins mehr, denn das wäre zu viel gewesen.
Das es hart an die Grenze ging, als mein Mann so krank wurde, das ich seinen Job komplett mit machen mußte, wußte ich auch das es neue Ansätze geben mußte, bevor ich dann auch noch aus falle.
Der Unterschied ist aber dabei, das ich bisher und ich bin ja 63 keinen zweiten Menschen begehrt und geliebt habe. Deswegen mein Beispiel mit den Kindern.
Und ja, da macht man sich einen Kopf (und das sollte man auch so handhaben) denn einfach mal so ins Blaue, dafür ist es zu wichtig

@*********1_Fen

Der Anspruch kommt sicher von mir, aber das gehört eben auch dazu.
Wie o.g. kenne ich es nicht gleichzeitig einen anderen Menschen zu begehren.
Es ist einfach nicht passiert. Aber ich habe es eben auch nicht vermißt, weil ich mit den Menschen mit denen ich Beziehungen geführt habe auch ausgelastet war.
Und ich weiß selbst wie es ist, wenn man an seiner Zeit knapsen muß und dabei nicht sich selbst aus den Augen verlieren darf.

Wenn es Menschen gibt, die das leben können und wo alle auch mit zufrieden sind, klasse.
Ich für mich kann sagen, das es nichts für mich wäre.

WiB
Meine Freundschaften müssen und möchten alle nicht gepflegt werden.
Egal wie lange man sich nicht gesehen hat, wir können immer nahtlos anknüpfen an das, was uns verbindet.

Im Hinblick auf Polyamorie den Anspruch auf „Gleichwertigkeit“ zu haben bedeutet, man fängt an zu vergleichen und konstruiert so eine Konkurrenzsituation, die ich nicht haben möchte.

Für mich ist relevant leben zu dürfen, was empfunden wird, dafür einen Rahmen zu schaffen, der unberührt bleibt von dem, was sonst so ist und aus dem heraus auch keine Übergriffigkeit erfolgt.

Natürlich strebt man an, möglichst viel seiner Sehnsucht auch auszuleben und entsprechend Zeit dafür zu finden. Das ist nicht immer einfach. Wenn man etwas wirklich möchte, dann findet man auch einen Weg.
*********1_Fen Paar
1.253 Beiträge
Es ist einfach nicht passiert. Aber ich habe es eben auch nicht vermißt,

Mir ist es passiert & es war unglaublich *love*

Allerdings hab ich es genauso unglaublich vermißt als es vorbei war ...und es hat ewig gedauert, bis ich es "loslassen" konnte, das ich genau sowas wieder haben wollte.

Dennoch: Zur Zeit lebe ich zwar in keinem Poly-geflecht ( noch nichmal ansatzweise, aber passt schon, is ok...zur Zeit füllt mich die Liebe zu meinem Weib völlig aus *g* ) aber falls mir sowas nochmal passieren sollte...werd ich keine Angst haben *g* im Gegenteil *zwinker*

Ich weiß jetzt, das ich das kann & mag & will & dazu in der Lage bin....und das wird sich auch nie wieder ändern

Bei mir ist es zu einer Lebenseinstellung geworden ( anders als zb eine sexuelle Präferenz) . *g*
********lack Frau
18.857 Beiträge
@*********_love

Bei Freundschaften ist es auch anders. Da kann es durchaus sein, das man sich jahrelang nicht sieht.
Da reichen auch Mail, Karten oder einfach nur Gedanken und wenn man sich sieht, dann spielt Zeit keine Rolle.

Jetzt hätte ich auch viel mehr Zeit wie ich sie früher zur Verfügung hatte und das für alles.

Das was den Unterschied macht ist, das ich mit manchen Menschen wirklich gerne zusammen bin und dann auch viel mehr Einsatz zeige, damit das passieren kann.
Da sind auch welche dabei, die ich von Herzen liebe, aber ich begehre sie eben nicht.

WiB
@**b

Das Beispiel habe ich gewählt um aufzuzeigen, dass Zuneigung keiner Bestätigung bedarf.

Beim Begehren geht es schon darum, das auszuleben und dafür sollte man auch Zeit finden.

Es pendelt sich aber relativ leicht ein, wenn man gerade nicht damit beschäftigt ist, seine Zeit „gleichmäßig“ zu verteilen, sondern offen ist und die Dinge nimmt, wie sie kommen.

Gelegenheit macht Liebe 😉

Es hat doch ohnehin jeder seine Agenda, als ob man wirklich ständig mit dem Problem konfrontiert wäre, dass immer alle zum gleichen Zeitpunkt Zeit hätten. Das verteilt sich automatisch.
********lack Frau
18.857 Beiträge
@*********_love

Ok, dann bin ich eben zu viel von mir aus gegangen.
Also ich wäre enttäuscht, wenn etwas was auch noch mit Aufwand geplant ist, nicht statt finden würde.
Und sicher auch sauer, wenn das mehrfach passiert.
Also davon kann ich mich einfach - selbst bei nur einem Partner - nicht frei machen.
Da bin ich ehrlich. Und mit passiert es heute nicht, passiert es morgen, käme ich auch nicht so gut klar.
Ich möchte dann wirklich auch den "Rücken frei haben".

WiB
@**b

Das hängt aber mehr mit der Zuverlässigkeit der Beteiligten zusammen.

Es kann natürlich immer mal passieren, dass etwas unvorhersehbares dazwischen kommt, mir doch auch.

Aber bei zuverlässigen Menschen finden schon 90 % der Termine auch statt.
****ire Paar
570 Beiträge
Vorab, ich habe damit keine Erfahrung. Aber ich finde die Antworten von BlueVelvet6874 und womaninblack am treffen-sten, sehr aber da kein Widerspruch.

Man liebt ja auch seine Kinder und jedes Kind braucht halt mehr oder weniger Zuwendung. Und das ist doch Qulitätszeit besonders wenn man weis bei welchen Punkte das Kind Zuwendung braucht.

Was ich damit sagen will ist, das es eben nicht so sehr auf Quantität ankommt. Tut es doch eigentlich nie bei Beziehungen, sondern auf Qualität. Wenn man also gelernt hat ein Kommunikation so klar aufzubauen, dass jeder genau sagen kann was er für Qualitäten wann braucht, dann lässt sich die Zeit viel besser Managen.

Und noch ein Aspekt der hier manchmal unter dem Teppich gekehrt wird. Um so Größer einer Familie ist nicht gleich um so mehr Arbeit! Das ist wie bei großen Firmen, Aufgaben werden verteilt, Verantwortung wird weiter gegeben - Soll heißen am Ende sind die Eltern die Chefs, die scheinbar kein Finger krumm machen, aber verdammt viel Verantwortung für die Koordination und das es läuft übernehmen.

So ist es eben auch bei Polyamoren Beziehungen. Man kann Arbeit einsparen und weiter geben (Alltagsaufgaben), um sich so Qualitativ um die einzelnen Partner und ihre Bedürfnis kümmern.

Lieg ich mit der Vorstellung so falsch? *nixweiss*
Fire(m)
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