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Konkurrenz und Wettkampf in offener Beziehung

****yn Frau
13.442 Beiträge
Themenersteller 
Konkurrenz und Wettkampf in offener Beziehung
Hallo zusammen *g*


Meine Frage richtet sich vor allem an Menschen, die nicht-monogame Beziehungsmodelle pflegen, sei es nun offene Beziehung, Polyamorie oder auch gemeinsames Swingen.

Mein Freund und ich führen seit Dezember 2017 eine offene Beziehung. Davor haben wir mehr als ein Jahr darüber geredet und ganz allgemein findet zwischen uns eine sehr offene und auch dauerhafte Kommunikation statt. Das Problem liegt also definitiv nicht in mangelnder Kommunikation oder mangelndem Verständnis füreinander oder daran, dass wir keine Lösungen finden wollen.

Das Problem, mit dem ich aktuell massiv konfrontiert werde, ist der ausgeprägte Konkurrenz- und Wettbewerbssinn meines Partners, der mir allmählich wirklich zu schaffen macht. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass sich dieses Verhalten nicht allein auf die sexuelle Ebene beschränkt, sondern mein Freund generell gerne aus allem einen Wettbewerb macht. Er ist gerne überall der Beste, Schnellste, Erfolgreichste und es macht ihm Spaß, andere zu übertrumpfen. In bestimmten Bereichen, wie im Beruf, ist dieser Ehrgeiz auch sehr produktiv, aber zwischenmenschlich macht es manchmal doch ziemliche Probleme.

Es gibt drei ganz konkrete Problemfelder, mit denen ich mich beschäftige und bei denen ich mir ein paar Lösungsanreize oder Verständnisantworten erhoffe: Konkurrenz mit anderen Sexpartnern, Wettbewerb innerhalb der Beziehung, und ein besitzergreifender Beschützerinstinkt.


Im Grunde war der Wettbewerb innerhalb der Beziehung das Erste, was durchschimmerte. Zum Beispiel hat mein Freund bereits Monate vor dem Öffnen der Beziehung eine mehrmonatige Affäre gehabt, die er damit begründet hat, dass er mir beim Sex außerhalb der Beziehung zuvorkommen wollte. Die Diskussion ums Fremdgehen tut hier allerdings nichts zur Sache, da wir diese Geschichte bereits geklärt haben. Wichtig ist hier nur: Er hatte die Befürchtung, dass ich, sobald die Beziehung offen sein würde, sehr viel erfolgreicher beim Finden anderer Sexpartner sein würde und er sich besser damit fühlte, der Erste von uns beiden zu sein, der außerhalb der Beziehung mit jemand anderem Sex hat. Es hatte praktisch einen „Abhaken“-Charakter, damit alles, was danach kommt, nicht mehr denselben Stellenwert hat.
Ein weiteres Mal äußerte sich dieser Charakterzug bei ihm, als ich meinen ersten Dreier mit zwei anderen Männern hatte. Hier ging es ihm nicht darum, dass ich er nicht Teil dieses Dreiers war (damit hat er kein Problem), sondern dass ich vor ihm einen hatte. Ihm gefällt es nicht, dass ich zuerst etwas erlebt habe, was bei ihm noch auf der „Liste“ steht. Es wäre für ihn kein Problem gewesen, wenn er zuerst einen MMF mit einem anderen Paar gehabt hätte, oder einen FFM mit zwei anderen Frauen, oder einen Dreier mit mir. Bevor ich den Dreier hatte, war die Vorstellung für ihn kein Problem, doch jetzt, wo es passiert ist, nervt es ihn. Es geht ihm allein darum, dass ich eine Erfahrung gemacht habe, die er noch nicht gemacht hat und jetzt hat er das Gefühl, er müsse „nachziehen“, weil er hinterherhinkt. Er rechnet also auf.


Das Konkurrenzdenken kam bei ihm auf, nachdem ich eine Affäre mit einem anderen Mann begonnen hatte. Dabei geht es auch nicht darum, dass diese Sexbeziehung langfristig angelegt ist und ich diesen Mann häufig sehe, sondern darum, dass ich andere Bedürfnisse an ihm stille. Zum Beispiel bin ich diesem Mann gegenüber devot und sehr darauf bedacht, ihn sexuell glücklich zu machen. Diese Devotion ist aber wirklich nur sexueller Natur und wenn ich ihm zufällig auf der Straße begegne, hat er auch nicht einfach „Zugriff“ auf mich, sondern eben nur in diesem zeitlich festgelegten Rahmen, in dem wir uns treffen. Er ist kein Teil meines Alltags.
Jetzt wurmt meinen Freund die Vorstellung, dass ich jemand anderen „glücklich machen“ will, ihn aber nicht. Dabei stimmt das überhaupt nicht. Im Gegenteil, mir ist das Glück meines Freundes sehr, sehr wichtig und es kommt immer wieder auch mal vor, dass ich bewusst für ihn auf etwas verzichte, oder ihm etwas Gutes tue. Das ist aber etwas, das sich nicht nur auf das Sexuelle beschränkt, sondern auf jeden Aspekt seines Lebens. Er gibt dem Sexuellen in diesem Kontext aber dermaßen viel Gewicht, dass er nur noch sieht, was ich mit dem anderen Mann im Bett mache, aber nicht mit ihm und immer wieder scheint er zu glauben, dieses Problem ließe sich damit lösen, dass ich ihm öfter mal einen blasen soll. Zumindest ist das immer das Erste, worüber er meckert, obwohl Blowjobs das Normalste der Welt bei uns sind und er mehrmals die Woche einen bekommt.
Dabei ist er mittlerweile durchaus in der Lage zu verstehen, dass nicht jeder Sexualpartner dieselben Bedürfnisse in einem auslöst (er kennt das ja auch von sich, dass er mit einigen Frauen gerne Dinge macht, die er nicht mit mir machen mag) und dass Devotion bei mir etwas personenbezogenes ist, etwas, das durch den Charakter eines Menschen ausgelöst wird. Es ist keine Betriebseinstellung. Ich fühle meinem Freund gegenüber nunmal keine Devotion, mache mit ihm im Bett aber auch so einige Dinge, die ich nicht mit anderen Sexpartnern mache oder machen will. Seine Exklusivstellung und die Dinge, die ich nur mit ihm mache, kann er aber nicht halb so gut wahrnehmen wie das, was ich nicht mit ihm mache, aber dafür mit meiner Affäre. Selbst wenn es sich um etwas handelt, was meinen Freund eigentlich gar nicht interessiert (zum Beispiel Public Disgrace und Exhibitionismus).


Und als letztes schließlich der Beschützerinstinkt. Selbstverständlich kann ich nachvollziehen, wenn er ungern sieht, dass ich etwas tue, das mir schaden könnte, oder bei dem er glaubt, dass es mir nicht guttut. Er entwickelt dabei aber häufig eine Art Besitzanspruch, der sich darin äußert, dass es nicht primär darum geht, etwas „fahrlässiges“ nicht zu tun, weil es eben fahrlässig ist, sondern weil er nicht möchte, dass SEINE Freundin das tut. Es geht, so habe ich den Eindruck, häufig mehr um Kontrolle als um wirkliche Besorgnis.
Zum Beispiel möchte er nicht, dass jemand anderes mir beim Sex wehtut. Nun ist es aber so, dass ich harten Sex und im gegebenen Kontext auch Schmerzen beim Sex sehr mag. Ich mag es, wenn die Penetration zeitweise schmerzvoll ist und ich mag es auch, hin und wieder geschlagen zu werden. Mein Freund tut mir beim Sex fast immer weh. Von meiner Affäre lasse ich mich manchmal auch bis zu einem Punkt würgen, wo mein Körper allmählich an Kraft verliert, aber bisher nicht bis zur Bewusstlosigkeit (das wollen wir auch erstmal nicht).
Dass ich mich schmerzvoll vögeln lasse, weiß mein Freund. Dass meine Affäre mir auch in bestimmten Situationen ziemlich fest auf die Pussy schlägt, weiß er auch. Das mit dem Würgen weiß er allerdings noch nicht. Ich habe nicht vor, ihm das ewig zu verschweigen, warte aber noch den richtigen Zeitpunkt ab. Aktuell habe ich das Gefühl, er könnte deswegen an die Decke gehen.
Ein anderes Beispiel ist, dass ich eine Weile Kontakt zu jemandem hatte, den er für „gefährlich“ hielt und obwohl er den Kontakt an sich tolerierte, hat er schnell klargemacht, dass er nicht möchte, dass ich mit diesem Mann schlafe. Und aus dem „bitte kein Sex“ wurde im Laufe der Zeit dann ein „bitte gar nicht erst treffen“ und am Ende wurde daraus durch eine Verkettung vieler Umstände ein erstmal temporär abgebrochener Kontakt.


Die Sache ist, dass ich in all diesen Punkten so völlig anders ticke als er. Für mich ist unsere offene Beziehung kein Wettbewerb. Jeder soll das machen, wonach ihm ist und bedürfnisorientiert mit anderen Menschen zusammenkommen können. Wenn mein Freund jetzt an einem Gangbang teilnehmen oder eine Sub fremdbenutzen würde, würde ich kein langes Gesicht ziehen, nur weil das Dinge sind, die ich auch gerne mal machen würde (halt als passiver Part). Es gibt Dinge, die ich gerne mit ihm zusammen machen will, aber für mich ist es keine Voraussetzung, dass er sie nicht schon vorher mal allein ausprobiert hat.

Ich habe auch kein Problem mit seinen Sexpartnern oder den Frauen, mit denen er gerade anbandelt, obwohl ich zwei davon nicht wirklich leiden kann. Aber darum geht’s ja auch nicht, denn er muss sie mögen, nicht ich. Ich weiß, dass die letzte Frau, mit der er geschlafen hat, einen absoluten Traumkörper hatte, mit exakt den Brüsten, die ich mir für mich selbst wünsche. Makellose Haut, eine wunderschöne Pussy und jünger als ich war sie auch. Und hat wohl auch besser geblasen. Zumindest für ihn, denn ich denke, ich blase fantastisch, aber natürlich ist es möglich, dass jemand seine Knöpfe besser bedienen kann als ich.
Bei anderen Frauen lebt er auch seine sexuell sehr sadistische Ader aus, etwas, das er bei mir weder kann, noch will, zumindest nicht in diesem Maß. Das ist für mich in Ordnung.

Und auch dann, wenn ich denke, dass einer seiner Kontakte problematisch ist, verbiete ich ihm keine Treffen oder den Sex, sondern verlange nur, sich an die grundlegenden Regeln zu halten, wie eben kein Sex ohne Gummi und sobald sich jemand aggressiv und manipulativ oder über unser Kind in unser Leben einmischt, hat er auf den Tisch zu hauen und diesen Mist zu unterbinden. ER. Nicht ich. Es ist sein Kontakt. Ich reagiere lediglich auf das, wovon ich dann persönlich betroffen bin.


Die Option, die Beziehung wieder monogam zu gestalten, ist für keinen von uns eine Antwort. Zum einen, weil ich persönlich keine sexuell monogame Beziehung mehr führen will, zumindest nicht, wenn dies die Voraussetzung ist. Monogam bin ich nur dann, wenn ich es selbst will und verlange dasselbe nicht von meinem Partner.
Zum anderen, weil er selbst sich nach eigener Aussage nicht dauerhaft an die Monogamie würde halten können, weil er nunmal hin und wieder, aber nicht oft, eine Gelegenheit zum Sex mit einer anderen Frau wahrnehmen will. Und ich habe keine Lust, dass er glaubt, er müsse das hintenrum machen, das ist einfach nur unnötig und bescheuert.
Unterm Strich haben wir also kein Problem damit, selbst mit anderen Sex zu haben, ich habe kein Problem, dass er mit anderen Sex hat, aber für ihn ist es teilweise ein Problem, dass ich mit anderen Sex habe, bzw geht es wohl nicht rein um den Sex an sich, sondern um die Praktiken und die Art der Vögelei und darum, dass ich mich meinen Sexpartner auch emotional hingebe, aber ohne diesen Liebeskram.

Anfangs hat er, so glaube ich, das noch mit sehr viel Sex auszugleichen versucht. Ihm war wichtig, dass er und ich trotz allem unterm Strich häufiger Sex miteinander haben, als wir es mit anderen haben. Das führte dazu, dass er jeden Tag mindestens zweimal Sex mit mir haben wollte, um ja derjenige zu sein, der am häufigsten Sex mit mir hat. Mir war das absolut recht und ich fand es toll, aber ihm wurde das nach ein paar Wochen dann doch zu viel und der Frust kam wieder zurück.
Dabei geht ihm durch das, was ich mit anderen mache, überhaupt nichts verloren. Zum Beispiel lege ich die Treffen mit meiner Affäre – und auch alle anderen Kontakte – immer so fest, dass mein Freund und ich uns zB durch Arbeitszeiten in der Zeit sowieso nicht gesehen hätten. Die Zeit, die er und ich effektiv miteinander verbringen können, verbringe ich auch mit ihm und nicht mit anderen.
Auch wurde durch meinen Sex, den ich außerhalb der Beziehung habe, der Sex innerhalb der Beziehung häufiger und stetig besser und auch außerhalb des Schlafzimmers hat es zu vielen positiven Veränderungen geführt. Ich nehme seine Bedürfnisse viel häufiger wahr und versuche, sie zu befriedigen und zu berücksichtigen, wir lachen viel mehr als früher.
Es ist also durch und durch ein Gewinn, kein Verlust.


Und trotzdem kann er das Konkurrenzdenken und das Wettkampfverhalten so schlecht abschalten, immer wieder entgleiten ihm bissige Kommentare und obwohl wir ständig darüber reden, kommen wir in dieser Hinsicht wenn überhaupt nur sehr langsam voran. Ich habe viele Gelegenheiten deswegen schon verstreichen lassen, habe das Tempo enorm gedrosselt, meine komplette Suche im Joy eingestellt und kürzlich hat es mir einen sehr wichtigen Kontakt vorläufig zerstört. Das war für mich dann der „Weckruf“, mir zusätzlich ein paar Tipps von außerhalb zu holen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mit diesem Problem allein bin und es würde mir sehr helfen, wenn ihr eure eigenen Erfahrungen schildern könnt, egal ob ihr euch nun mit meiner Situation, oder mit der meines Freundes identifiziert. Ich rede weiterhin mit meinem Freund, aber mir gehen gerade ein wenig die Ideen aus. *nachdenk*

Wie habt ihr das gelöst? Habt ihr spezielle Abmachungen getroffen? Was hat euch geholfen?
Schwach geht nicht?
Solche Menschen gibt es. Ich glaube, er wird erst anders können, wenn er sein Selbstbewustsein nicht nur aus momentanem Erfolg schöoft.
Stärke erwächst nicht aus Siegen, sondern aus dem souveränen Umgang mit vermeintlichen Niederlagen.
Im Übrigen ist es nicht ungefährlich, für ihn selbst, wenn er immer und überall der erste und beste sein will. Da können psychische Probleme entstehen.
Micha
HPS
Ich kenne das aus der Psychologie:

https://de.m.wikipedia.org/w … ische_Persönlichkeitsstörung

Es ist ein sehr komplexes Thema und ist i. d. R. innerhalb einer Beziehung, gerade in einer offenen am besten zu zweit im Rahmen einer Paartherapie zu behandeln.

Ich weiß, wovon ich rede. Habe meine letzte Partnerin deswegen verloren.

Viele Grüße DerGentleman72
Ich danke Dir fürs Teilen Kailyn.

So leid es mir tut, dass sagen zu müssen, aber ich denke, dass Du nichts machen kannst.
Das Problem liegt einzig und allein bei Deinem Partner.
Mir scheint das Wettbewerbsdenken Deines Freundes schon krankhaft.
Aber er muss das für sich erkennen und bereit sein, daran zu arbeiten.

Du kannst ihn dabei dann vielleicht unterstützen.

Aktuell braucht er vielleicht einen Warnschuss vor den Bug, damit er merkt, dass er so nicht weitermachen kann.

Die Beziehung wieder zu schließen, würde mMn nicht helfen, weil es ja nur ein Aspekt ist, wo sich das Problem zeigt. Es ist nicht die Ursache des Problems.
Mann kann es auch alleine schaffen!
Wenn eine ausreichend große Krankheitseinsichtigkeit vorliegt oder im Gespräch zwischen Euch geschaffen werden kann, dann kann Mann das auch alleine bewältigen.

Mir haben Elemente aus der kinesiologischen Therapie mit Balancen und auch Familienaufstellungen sowie eine tiefe, innere Bereitschaft, sich mit seiner Kindheit und Vergangenheit auseinanderzusetzen. Dort liegen die Gründen und Ursachen...
****ken Mann
45 Beiträge
Ich wäre nicht so schnell mit Diagnosen, aber...
lese aus dem Geschilderten ebenfalls viele Aspekte heraus, die ich innerhalb einer Paarberatung oder Paartherapie bearbeiten würde.

*my2cents*

LG
Annaken
**********iform Mann
101 Beiträge
Ich sehe das ähnlich wie TeamPlayer oder MattSee...

Entweder professionelle Hilfe in einer Paatheraphie o.Ä.
Oder ihr könnt das so unter euch klären.

Das Hauptproblem hat hier ja dein Freund.
Eigentlich möchte er ja was ändern... du scheinst ja eigentlich mit der momentanen Vereinbarung kein Problem zu haben.
Such doch noch einmal ein klärendes Gespräch...
Dabei musst du ihm klar machen, dass ER sich mal Gedanken über mögliche Lösungen machen, die fair für euch beide sind.

Wenn ihm keine Lösung einfällt, muss er sich halt noch mehr Zeit zum Nachdenken nehmen.

Mir scheint ja, als ob ihr sonst über sehr viel reden könnt... ihr findet sicherlich zusammen eine vernünftige Lösung. *zwinker*

Alex
*********ated Mann
222 Beiträge
Ich kann seine Denkweise nachvollziehen.

Das Ding ist durch, die Frage ist nur noch, ob ihr noch zusammen Weihnachten feiert oder schon nicht mehr. Für den nächsten Anlauf hast du jetzt jedenfalls schon einmal erste Warnzeichen gesammelt.
Ich glaube jeder Ratschlag ist hier wirklich einem „Schlag“ gleich.

Dass das Problem bei ihm liegt, wurde bereits gesagt. Dass das auch kein kleines sondern eher schon ein pathologisches Problem ist, liest sich aus deinen Schilderungen raus.
Wenn ich das richtig verstanden habe, setzt er vor einem Agreement, die Beziehung aufs Spiel, um ja erster zu sein.
Innere Kind Arbeit wurde genannt. Das
„Ich bin nicht genug“ schreit mir quasi als roter Alarm entgegen.
Ich lese gerade Stefanie Stahl Das Kind in dir muss Heimat finden. Finde ich persönlich sehr gut nachvollziehbar.

Ich wünsche dir die Kraft ihn zu unterstützen, oder auch rechtzeitig die reißleine zu ziehen
****yn Frau
13.442 Beiträge
Themenersteller 
Unsere Beziehung ist ansonsten sehr liebevoll und sehr innig und wir wollen unser Leben miteinander verbringen und planen auch immer noch sehr enthusiastisch unsere Zukunft miteinander. Wir tauschen jeden Tag Zärtlichkeiten aus, sagen uns, das wir uns lieben, lachen gemeinsam, unternehmen gemeinsam etwas.
Er ist auch außerhalb dieser Problematik ein sehr fürsorglicher Mensch, der sich in der Rolle des Beschützers und Ernährers sehr gefällt und der zu Hause auch eher ruhig und ausgeglichen ist. Was ich tue, ist für ihn in diesem Sinne auch kein Trennungsgrund, aber es führt eben immer wieder zu blöden Diskussionen und ich versuche wirklich, ihn besser zu verstehen und nachvollziehen zu können, warum ihm das so viel ausmacht.
Ich könnte mir unter anderem vorstellen, dass meine sexuelle Entwicklung eine Rolle dabei spielt. Dass ich zum Beispiel bis Herbst letzten Jahres kein sexuelles Interesse an Menschen hatte, sich das aber in sehr kurzer Zeit sehr heftig geändert hat und er vielleicht denkt "Oh Gott, wo soll das nur alles noch hinführen." Dass also Unsicherheit ein Grund ist, weil er nicht einschätzen kann, was sich bei mir in Zukunft noch so tun wird.
Allerdings steht das ja nicht im Zusammenhang damit, dass er auch außerhalb des sexuellen Aspekts sehr wettbewerbsorientiert ist.

Ich jedenfalls denke aktuell nicht daran, mich deswegen von ihm zu trennen. Das wäre erst der Fall, wenn ich mir eine Zukunft mit ihm nicht mehr vorstellen könnte, oder ich irgendwann an einen Punkt gelange, an dem ich meine Sexualität nur noch nach seinen Bedingungen würde ausleben dürfen. So krass ist das jetzt noch nicht und ich würde dem gerne den Wind aus den Segeln nehmen.

Er ist ansonsten ein wirklich sehr lieber, sehr fürsorglicher Mensch, der großes Interesse an mir und meinen Bedürfnissen hat, aber der Angst hat, nicht die Nummer 1 zu sein.
******986 Frau
3.104 Beiträge
Also mir persönlich wären die charakterzüge so unsympatisch das es das für mich glaube ich wäre.

Dieser Konkurrenz und besitztsdenken steht konträ zu eine offenen beziehung! Wenn man das nicht als dauerthema haben will und vom charakter so unterschiedlich ist ist es meistens nur ne frage der zeit bis entweder eine sich nach dem anderen richtet oder es zur Trennung kommt. Weil beide einfach so sind wie sie sind!

Dieses is will aus Prinzip überall der erste sein, das sagen haben, mehr erfolg haben neee is für mich in dem ausmaß ein chrakterfehler!
***by Mann
43 Beiträge
Grüß Dich,

wahrscheinlich ist Dein Freund ein Narzist.
Er ist selbstverliebt, möchte überall der Beste sein u. er scheint in dieser Beziehung auch rücksichtslos zu sein.
Mit Niederlagen wird er nicht umgehen können u. ist dann wohl gefrustet u. mißgelaunt.
Man kann nicht überall der Beste sein.
Irgendwann kommt immer jemand um die Ecke der einfach besser ist.
Es liest sich so, als wenn Dein Freund aus diesen ´Wettkämpfenˋ sein Selbstbewusstsein zieht.
Er war in Grundzügen sicherlich schon immer so gewesen.
Das wird sich auch nicht mehr ändern, nur noch schwieriger werden.
Er sollte lieber froh sein eine Freundin an seiner Seite zu haben die so eine sexuell offene Beziehung mit möglich macht u. ihm gefühlt jeden Wundch von den Augen abliest.
Mach Dir übrigens wegen Deiner Oberweite keine Sorgen...das ist alles Geschmackssache u. ob eine andere Frau besser blasen kann ist auch Ansichtssache. 😉
****ken Mann
45 Beiträge
Nicht so schnell mit Urteilen....
Es gibt die Schilderung von Kailyn. Diese ist recht deutlich ... aber eben auch rein subjektiv.

Zu (fast) jedem Problem in Beziehungen gehören aber zwei oder mehr Menschen. Und zu jeder subjektiven Wahrnehmung und Schilderung einer Situation oder eines Charakterzuges gehört immer auch die zumeist doch etwas anders gefärbte Wahrnehmung bzw. Schilderung der Gegenseite ...

Daher wäre ich sehr vorsichtig damit, vorschnell einem Teil eines Systems die Schuld zu geben.

Annaken
****yn Frau
13.442 Beiträge
Themenersteller 
****ken:
Nicht so schnell mit Urteilen....
Es gibt die Schilderung von Kailyn. Diese ist recht deutlich ... aber eben auch rein subjektiv.

Absolut richtig. *g*

Ich halte meinen Freund jetzt nicht für einen Vollbutnarzissten. Ich komme ansonsten auch sehr gut mit ihm klar. Ganz allgemein komme ich mit kaum einem Menschen auf so vielen Ebenen derart gut klar. Und wie bereits geschrieben: Er ist ansonsten ein sehr lieber, freundlicher Mensch, dem es sehr wichtig ist, dass es mir gut geht. Das Wettbewerbsverhalten im Alltag hat über die Jahre stark abgenommen, aber jetzt spüre ich es eben ganz deutlich bei der Sexualität.

Es ist auch nicht so, als würde er sich hinsetzen und ein total dramatisches Theater deswegen machen, aber es ist eben ein ständiges Thema.

Manchmal habe ich sogar das Gefühl, wenn es ihm zu "nett" ist, braucht er irgendeinen Konflikt oder wärmt irgendeine olle Kamelle wieder auf.
@****ken
Hier hat auch niemand was von Schuld geschrieben.
Aber wir haben nur die Schilderung der TE und da ist grundsätzlich recht offensichtlich zu erkennen wo/was das Problem ist.
Das ändert sich auch nicht grundlegend mit dem Verhalten der TE.
Möglich das sie es durch ihre neue Offenheit forciert, aber es ist damit trotzdem nicht in ihrer Hand das Problem zu ändern, da es auch schon vorher in anderen Lebensbereichen vorherrschte.

Für mich liest es sich sehr manipulativ.
Und ja das basiert ausschließlich auf dem was ich lese. Weil mir hier im Forum nichts anderes zur Verfügung steht.
Da Du hier sehr umfangreich Eure Situation schilderst, scheint es Dir sehr nahe zu gehen.

Ich kann Euch beiden zu einem gewissen Teil sehr gut nachempfinden. Ich bin mit meiner Frau seit fast 12 Jahren zusammen, und wir führen seit etwa 3 Jahren eine eher offene Beziehung. Wobei wir uns vorab einige Regen festgelegt haben, damit das Ganze auch klappt.
Anfangs haben wir den Verkehr mit anderen Partnern nur toleriert, wenn wir dabei zusammen waren. Für mich als Bi-Mann ist dies bei einem Bi-MMF nie ein Problem gewesen. Mit der Zeit wurde unsere Beziehung aber noch ein wenig offener, so dass wir es gegenseitig tolerieren, wenn man auch mal mit einem anderen Partner alleine Spass hat. Für uns ist es allerdings Bedingung, dass jeder genau weiss was der andere mit wem macht. Wir reden nach jedem Treffen zusammen darüber, wie es gewesen ist, was einem gefallen hat oder auch nicht.

Ein Konkurenzkampf findet bei uns zwar nicht statt, aber anfänglich war es für mich schon etwas schwierig zu wissen, dass sie gerade mit einem anderem Mann mehr Spass haben könnte als mit mir. Ebenso war sie auch nicht immer Happy darüber, wenn ich mal über Nacht nicht nach Hause gekommen bin. Es kam soweit, dass wir uns gemeinsam fragen mussten, ob wir wirklich mit dem einverstanden sind, was wir gerade tun.
In langen, gemeinsamen Gesprächen sind wir uns einig geworden, dass wir zwar grundsätzlich kein Problem damit haben, aber dennoch ein minimales Gefühl von Angst entstanden ist, dass man sich irgendwann doch für einen anderen entscheiden könnte. Wir lieben uns beide sehr, und haben mittlerweile auch eine Lösung gefunden, wie wir beide damit besser umgehen können. Wir erzählen uns nur noch das notwendigste über den anderen Partner und lassen die Einzelheiten lieber weg.

Ich denke, er hat ähnliche Befürchtungen und versucht mit seinem Wettbewerbskampf Dir zu zeigen, dass er immer der Beste für Dich sein will. Versuche ihm zu zeigen, dass er immer der Beste ist (wenn es denn so ist, ihn etwas vorzumachen, was nicht der Fall ist wäre wohl kaum förderlich). Hier kann nur das gemeinsame, offene und ehrliche Gespräch helfen. Solange man sich im Klaren ist, dass man sehr wohl einen Unterschied zwischen Liebe & Sex machen kann, kann eine offene Beziehung funktionieren. Wenn nur einer von beiden diesen Unterschied nicht machen kann, wird es schwierig.
****eee Paar
539 Beiträge
Ich kann deinen Freund voll und Ganz verstehen. Viele der Dinge die du beschreibst haben wir ebenfalls als Regeln für den jeweils anderen aufgestellt.

Womit du einverstanden bist musst du selbst wissen. Aber nur weil es dir nichts ausmacht, wenn dein Partner gewisse Neigungen mit anderen aber nicht mit dir auslebt ist daraus kein "Recht" abzuleiten, dass er mit der anderen Version ebenfalls zufrieden sein muss. Eine Partnerschaft sind halt immer noch zwei Menschen, die Dinge immer wieder anders bewerten, wahrnehmen und einordnen. Da ist es egal, als wie sinnig, einleuchtend und logisch man seine eigen Ansicht hält. Wenn der Partner eine andere hat muss man sich irgendwie arrangieren.
Wenn es ihn stört und ihr euch liebt, dann ist es nicht "sein Problem". Dann ist das euer Problem, das ihr gemeinsam lösen solltet. Dieses "Mein Verhalten stört ihn, aber nicht mich, also ist es sein Problem!" ist eine Einstellung die ich von Teenagern in der ersten Beziehung erwarten würde. Das ist jetzt nicht unbedingt gegen dich gerichtet, aber manche Ansichten über Partnerschaft in diesem Thread finde ich ziemlich haarsträubend. Schuldzuweisung bringen nichts, aktiv gemeinsame Kompromisse zu suchen sollte meiner Meinung nach immer der Ansatz sein.

Ein Problem mit offenen Beziehungen ist, dass sie immer ein Ungleichgewicht vorliegt. Eine Partei (die Frau) kann praktisch alles erfüllen, was sie will. Dreier, Vierer, Gangbangs, einen anderen Partner jeden Tag, Große, Kleine, Dicke, Dünne....da gibt es praktisch keine Grenzen außer den eigenen Ansprüchen. Die Angebote sind praktisch unbegrenzt. Die andere Partei (der Mann) befindet sich in einer vollkommen anderen Situation. Auch mit absoluter Freiheit wird er viele oder gar die meisten Fantasien nicht umsetzen können und ist bei der Auswahl von Sexualpartner sehr viel eingeschränkter als die Frau.
Von daher ist bei vielen Männern die - nicht ganz ungerechtfertigte - Befürchtung, dass sie in einer offenen Beziehung fast keine Vorzüge genießen, während die Frau sich alles nehmen kann was sie will. Dieses Ungleichgewicht muss sich dann erstmal aushalten lassen.
Um dem entgegenzuwirken hat sie beispielsweise nur Einzeldates, wenn ich gleichzeitig ebenfalls ein Date habe. Ansonsten würde ich (der Mann) eben keinen Mehrwert aus einem Öffnen der Beziehung haben, während sie durch die Lande vögelt. Da käme ich mir schon ziemlich verarscht, unattraktiv, austauschbar und nutzlos vor.

Genauso würde ich nicht wollen, dass jemand anderes meine Partnerin schlägt oder würgt. Mir ist bewusst, dass das eine Spielart ist, aber ich würde es nicht aushalten. Ich habe selbst schon ein recht langes "Training" gebraucht bis ich dazu in der Lage war ihr Schmerzen zuzufügen, da das meiner Natur eigentlich ziemlich zuwider ist. Zu sehen, dass jemand anders ihr das "antut" wäre für mich zu viel. Da sprechen wir vorher ganz klare Grenzen ab.
Genauso würden wir es beide nicht wollen, dass der jeweils andere mit einem Partner/einer Partnerin Sex hat, die wir abstoßend finden. Wenn sie mit jemandem Sex haben würde den ich für absolut arrogant halte würde mich das beispielsweise für eine ganze Zeit das Interesse an ihr verlieren lassen. Genauso fände sie es ziemlich eklig, wenn ich eine Frau hätte, die sehr altertümliche Einstellungen zur Sexualität hat (Sex erniedrigt die Frau, Männer "machen" Sex an Frauen). Da würde ich in ihrem Ansehen auch sinken. Auch hier wieder, Absprache. Klar ist es blöd, wenn man dann bei einer Person nicht zu Zug kommt, die einen selbst unglaublich reizt, aber dem Partner nicht passt. Aber für uns beide hat da die Befindlichkeit des jeweils anderen hundert Mal mehr Wert als irgend ein Date, egal wie super die andere Person aussieht.

Bei uns ist es auch so, dass wir alle neuen Erfahrungen miteinander machen wollen und auch dazu bereit wären, sie miteinander zu erleben. Wenn ich beispielsweise einen Fetisch nur mit einer fremden Person ausleben würde, aber nicht mit meiner Partnerin, dann wäre sie schon ziemlich gekränkt. Umgekehrt ist es genauso. Wir haben beide ein großes Interesse daran, den jeweils anderen komplett zu befriedigen. Eine Situation wie du sie beschreibst, in der ein Partner dir etwas bietet, was dein Freund nicht hat, bzw. du bei ihm Situationen eingehen kannst, die du mit deinem Freund nicht erleben würdest....für uns wäre das auch ein riesiges Problem.
Die Ausnahme für uns ist, wenn wir Vorlieben haben, die einfach nicht passen. Sie ist gerne dominant und schlägt auch mal zu. Das würde sie auch mit mir machen wollen, ich kanns aber nicht ab. Also kann das ruhig im Rahmen von Dates ausgelebt werden. Aber ich habe die Gewissheit, dass ein anderer Mann mich hier nicht aussticht. Genauso hasst sie es, Sperma zu schlucken, würde mir den Wunsch aber gerne erfüllen. Also auch hier, ausleben in Form von Dates mit anderen Frauen.

Zum Schluss: Einer Person psychische Krankheiten oder Persönlichkeitsstörungen zu unterstellen, auf der Grundlage von einer Beschreibung von Dritten, ohne die Person je gesehen zu haben und nur im Hinblick auf einen(!) Aspekt seines Verhaltens in einer(!) Lebenssituation ist vollkommen unangebracht und disqualifiziert die Diagnose von vorneherein. Wenn Leute sich hier berufen fühlen die Arbeit von tatsächlichen Fachleuten zu übernehmen und Diagnosen zu stellen, dann haltet euch auch bitte an deren Standards.
*********d3647 Mann
55 Beiträge
Vielen Dank
****eee:
Dieses "Mein Verhalten stört ihn, aber nicht mich, also ist es sein Problem!" ist eine Einstellung die ich von Teenagern in der ersten Beziehung erwarten würde. Das ist jetzt nicht unbedingt gegen dich gerichtet, aber manche Ansichten über Partnerschaft in diesem Thread finde ich ziemlich haarsträubend.

Woher das kommt ist mir auch ein Rätsel.

****eee:
Aber für uns beide hat da die Befindlichkeit des jeweils anderen hundert Mal mehr Wert als irgend ein Date, egal wie super die andere Person aussieht.

Also wenn offene Beziehung, dann so.
*********ated Mann
222 Beiträge
Ich bin einmal so frei und stelle April und Juni gegenüber.

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Er ist nicht eifersüchtig, wenn es um Sex mit anderen geht

Jetzt wurmt meinen Freund die Vorstellung, dass ich jemand anderen „glücklich machen“ will, ihn aber nicht.

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Wir sind uns da auch mittlerweile einig, dass es Unsinn ist, Sexpartner im Vorfeld vom Partner "absegnen" zu lassen, weil das unserem Wertesystem von Freiheit widerspricht.

hat er schnell klargemacht, dass er nicht möchte, dass ich mit diesem Mann schlafe. Und aus dem „bitte kein Sex“ wurde im Laufe der Zeit dann ein „bitte gar nicht erst treffen“

---

Zu Hause habe ich dann mit meinem Freund darüber geredet und irgendwie scheint sich da auch bei ihm ein Knoten gelöst zu haben, jetzt, wo es "endlich" mal passiert ist. Netter Nebeneffekt: Wir haben aktuell fast täglich Sex. Und zwar richtig guten.

Anfangs hat er, so glaube ich, das noch mit sehr viel Sex auszugleichen versucht. Ihm war wichtig, dass er und ich trotz allem unterm Strich häufiger Sex miteinander haben, als wir es mit anderen haben

---

Ich lasse das einmal mehr oder weniger unkommentiert stehen. Ich möchte keinen Moderator-Rüffel kassieren.
****an Mann
1.807 Beiträge
****yn:
Ich könnte mir unter anderem vorstellen, dass meine sexuelle Entwicklung eine Rolle dabei spielt. Dass ich zum Beispiel bis Herbst letzten Jahres kein sexuelles Interesse an Menschen hatte, sich das aber in sehr kurzer Zeit sehr heftig geändert hat und er vielleicht denkt "Oh Gott, wo soll das nur alles noch hinführen." Dass also Unsicherheit ein Grund ist, weil er nicht einschätzen kann, was sich bei mir in Zukunft noch so tun wird.

Tatsächlich sehe ich Deine sexuelle Entwicklung als des Pudels Kern an. Die sexuellen Rahmenbedingungen in Eurer Beziehung haben sich ja innerhalb kurzer Zeit quasi auf den Kopf gestellt.

Über die Theorie zu reden ist eine Sache, die Realität kann dann schon ganz anders sein und es schwer machen damit klar zu kommen. Eventuell versucht er es daher mit "erprobten" Strategien um seine Ängste damit zu kaschieren.

Ich teile die ganze Schwarzmalerei und das Schlechtreden Deines Freundes hier nicht. Solche "Trenn Dich von ihm" Ratschläge sind mir immer zu kurz gegriffen. Für mich liest sich das einfach so, dass Dein Freund mit dem Tempo Deiner Fortentwicklung überfordert ist.

Möglicher Lösungsansatz:Es geht nicht darum, dass Du Deine Sexualität seinem "Gutdünken" unterwirft, sondern ihm eine Chance gibst, sich tatsächlich auf die neue Situation nachhaltig einstellen zu können. Das heißt einfach an der ein oder anderen Stelle das Tempo von Deiner Seite raus nehmen und vielleicht sogar ein oder zwei von den Sachen, die Deinem Freund am meisten Kopfschmerzen bereiten, zurück zu stellen.

Viel Glück und alles Gute!
****yn Frau
13.442 Beiträge
Themenersteller 
****eee:
Aber nur weil es dir nichts ausmacht, wenn dein Partner gewisse Neigungen mit anderen aber nicht mit dir auslebt ist daraus kein "Recht" abzuleiten, dass er mit der anderen Version ebenfalls zufrieden sein muss.

Das sowieso. Also ich sehe unsere Beziehung ganz generell nicht als etwas, wo "ausgleichende Gerechtigkeit" auch nur im entferntesten Platz hat, weil das für mich total kindisch ist und vor allem völlig gegen meine individualistische Weltanschauung geht.
Mir ist völlig klar, dass ich der Situation anders begegne als er und mir ist auch völlig klar, dass seine Gefühle und Bedürfnisse legitim sind und er sich mir nicht aus Prinzip "anzupassen" hat.

Allerdings ist es so, dass dieses Aufrechnen oder Ausgleichen eher von ihm aus kommt. ich zum beispiel sage nicht, dass er so empfinden muss wie ich und im gleichen Maße mit der Situation klarkommen muss wie ich. Er wiederum will aber immer auf demselben Level sein und erträgt es nur schwer, wenn ich aus seiner Perspektive "weiter" bin als er und das selbst dann, wenn ich etwas erlebt habe, das für ihn völlig uninteressant ist und er gar nicht ausleben will.


****eee:

Ein Problem mit offenen Beziehungen ist, dass sie immer ein Ungleichgewicht vorliegt. Eine Partei (die Frau) kann praktisch alles erfüllen, was sie will. Dreier, Vierer, Gangbangs, einen anderen Partner jeden Tag, Große, Kleine, Dicke, Dünne....da gibt es praktisch keine Grenzen außer den eigenen Ansprüchen. Die Angebote sind praktisch unbegrenzt. Die andere Partei (der Mann) befindet sich in einer vollkommen anderen Situation. Auch mit absoluter Freiheit wird er viele oder gar die meisten Fantasien nicht umsetzen können und ist bei der Auswahl von Sexualpartner sehr viel eingeschränkter als die Frau.
Von daher ist bei vielen Männern die - nicht ganz ungerechtfertigte - Befürchtung, dass sie in einer offenen Beziehung fast keine Vorzüge genießen, während die Frau sich alles nehmen kann was sie will. Dieses Ungleichgewicht muss sich dann erstmal aushalten lassen.


Auch hier ist es so, dass das speziell auf unsere Beziehung nicht zutrifft. Nicht nur ist es so, dass er insgesamt bereits mehr Frauen hatte, als ich Männer (er hatte insgesamt in seinem Leben nun zehn Frauen, nur zwei davon vor unserer Beziehung und mich nicht mitgerechnet, ich dagegen hatte vor ihm niemanden und war Jungfrau und hatte mit ihm zusammen genau drei Männer). Er hat zudem auch sehr viel mehr Gelegenheiten, Frauen zu treffen und zu daten.
Das mag jetzt großkotzig klingen, aber mein freund ist ein verdammt hübscher und sehr charmanter Mann. Er hatte noch nie Probeme damit, frauen kennenzulernen und von sich zu überzeugen. Er flirtet gern und gut und hat an sich keine Schwierigkeiten, Sexpartnerinnen zu finden.
Ich wiederum bin nicht nur introvertiert und sehr schüchtern, ich bin auch etwas sozialphobisch, tue mich schwer damit zu flirten und mich mit Fremden zu treffen und habe vor allem neben meinem Freund nur einen einzigen festen Sexpartner und eben nicht ständig wechselnde, kurze Abenteuer, so wie er.

Also er ist in unserem Beziehungsmodell deutlich erfolgreicher als ich. Ich denke, es ist möglich, dass er ein "gefühltes" Ungleichgewicht sieht, weil ich Angebote bekomme, er aber gezielt "auf die Jagd gehen" muss.


****eee:

Um dem entgegenzuwirken hat sie beispielsweise nur Einzeldates, wenn ich gleichzeitig ebenfalls ein Date habe. Ansonsten würde ich (der Mann) eben keinen Mehrwert aus einem Öffnen der Beziehung haben, während sie durch die Lande vögelt. Da käme ich mir schon ziemlich verarscht, unattraktiv, austauschbar und nutzlos vor.

Gut, das ist natürlich eine persönliche Sache. Aber ich selbst werde mein Sexualleben niemals von jemand anderem abhängig machen und würde jetzt nicht auf Treffen mit meiner Affäre verzichten, nur weil mein Freund gerade keine Frau aktiv datet. Denn in dieser Hinsicht sage ich mir tatsächlich: Es ist nicht mein Problem, dass er nur kurze Abenteuer hat und sucht, ich einen Sexpartner aber gerne für eine Weile haben möchte, weil ich keine Lust habe, mich durch zig Männer durchzuprobieren. Er könnte problemlos mehrere Frauen parallel über einen längeren Zeitraum daten, tut das aber nicht und da sehe ich nicht ein, dass ich mich seiner Methode anpassen muss, weil das MIR dann keinen Mehrwert gibt.


****eee:

Wenn ich beispielsweise einen Fetisch nur mit einer fremden Person ausleben würde, aber nicht mit meiner Partnerin, dann wäre sie schon ziemlich gekränkt. Umgekehrt ist es genauso. Wir haben beide ein großes Interesse daran, den jeweils anderen komplett zu befriedigen. Eine Situation wie du sie beschreibst, in der ein Partner dir etwas bietet, was dein Freund nicht hat, bzw. du bei ihm Situationen eingehen kannst, die du mit deinem Freund nicht erleben würdest....für uns wäre das auch ein riesiges Problem.
Die Ausnahme für uns ist, wenn wir Vorlieben haben, die einfach nicht passen.

Hier sprichst du ein paar Sachen an: Zum einen halte ich es für unrealistisch, alle Bedürfnisse eines anderen Menschen zu befriedigen und bin sogar von vornherein so eingestellt, dass ich meinen Partner nicht als Bedürfnisbefriediger betrachte und weder von ihm verlangen würde, alle meine Wünsche zu erfüllen, noch möchte, dass man das von mir verlangt. Hier bin ich absolut kopfmäßig unterwegs und setze mir keinen unrealistischen Standard, der am Ende nur zu Frust und Kontrollwahn führt.

Zum anderen geht es tatsächlich um Vorlieben, die er nicht mit mir teilt. Meine Affäre hat eine starke Vorliebe für Demütigungen, vor allem in der Öffentlichkeit. Das ist etwas, was meinen Freund überhaupt nicht reizt. Wenn ich es also mit meiner Affäre nicht machen würde, würde ich es trotzdem mit meinem Freund nicht machen, weil er dem nichts abgewinnen kann.
Auch vögelt meine Affäre mit Vorliebe in der Öffentlichkeit, oder mag es, wenn ich zum Beispiel das Kleid an einer stark befahrenen Straße lüpfen oder mich in der Öffentlichkeit befriedigen muss, usw. Das meiste, was er mag, hat mit der Öffentlichkeit zu tun, mit Demütigung oder mit Vorführen - alles Dinge, die mein Freund nicht mag. Und trotzdem gefällt es ihm nicht, dass ich so etwas mit einem anderen mache, obwohl er selbst gar kein Interesse daran hat.

Was das Schlagen betrifft, so ist meine Affäre kein "Schläger". Er haut nur in einer einzigen Situation zu und das ist, wenn ich ihn nicht ansehe, wenn ich einen Orgasmus habe und er von mir verlangt, ihm in die Augen zu schauen. Wenn ich das versaue, versaut er mir zur "Strafe" meinen Orgasmus und knallt mir mit der flachen Hand auf die Pussy. Das war's dann auch schon.
Mein Freund ist der "Schläger". Wenn ich mit ihm Sex habe, geht das fast nie ohne Spanking aus und beim Primal Play hole ich mir regelmäßig blaue Flecken.
****yn Frau
13.442 Beiträge
Themenersteller 
****an:

Tatsächlich sehe ich Deine sexuelle Entwicklung als des Pudels Kern an. Die sexuellen Rahmenbedingungen in Eurer Beziehung haben sich ja innerhalb kurzer Zeit quasi auf den Kopf gestellt.

Solche "Trenn Dich von ihm" Ratschläge sind mir immer zu kurz gegriffen. Für mich liest sich das einfach so, dass Dein Freund mit dem Tempo Deiner Fortentwicklung überfordert ist.

Möglicher Lösungsansatz:Es geht nicht darum, dass Du Deine Sexualität seinem "Gutdünken" unterwirft, sondern ihm eine Chance gibst, sich tatsächlich auf die neue Situation nachhaltig einstellen zu können. Das heißt einfach an der ein oder anderen Stelle das Tempo von Deiner Seite raus nehmen und vielleicht sogar ein oder zwei von den Sachen, die Deinem Freund am meisten Kopfschmerzen bereiten, zurück zu stellen.

Das ist auch das, was ich denke, beziehungsweise was ich mir als größte Triebfeder vorstellen kann.
Ich habe auch schon sehr zurückgesteckt, nur bin es jetzt ich, die ein bisschen Angst davor hat, dass ich irgendwann alles zurückstecke und praktisch gar nichts mehr mache, nur damit er zufrieden ist. Momentan beschränke ich mich ja nur auf einen einzigen, festen Sexpartner neben ihm.
Es gibt zwar noch einen weiteren Mann (den vom Dreier), aber das ist absolut nichts regelmäßiges und mit dem habe ich auch solo keinen Sex. Den habe ich insgesamt bisher nur dreimal getroffen.
*********acht Frau
7.344 Beiträge
Extrovertierter Sunnyboy sucht sich introvertiertes Mäuschen als Partnerin, und jetzt ist er nicht mehr Mr. Shiny Oneandonly... o-O.

Wenn sein Ego nicht permanent bedroht wäre, müsste er es nicht permanent behaupten, oder? - was er aber offenbar bei jeder Gelegemheit muss. Nun auch noch im Sex mit "seinem" Mäuschen.
Das wird nicht lange gut gehen, egal wie vernünftig du damit umgehst...

Vielleicht gönnt er es dir - andererseits steht ihm seine BestofAll-Anspruch im Weg. Er soll sich einen Therapeuten suchen. Nicht wegen des Sex, sondern um seine Egoprobleme in den Griff zu bekommen. Denn sie werden früher oder später zu einer Riesenbelastung für ihn und sein Umfeld.
Mein Eindruck, ohne jetzt alle Details von allen Seiten zu kennen, klar...
Schon beim lesen bekomme ich Beklemmungen.

Was genau gibt dir diese anstrengende Beziehung?

Gruß - Sie -
****sS Mann
1.120 Beiträge
@TE
Ich lese Deine Beiträge gerne und empfinde diese immer als sehr durchdacht, selbst reflektiert usw. ABER, ich vermisse oft den Bezug zu Deiner Beziehung.


Und nun dieser Beitrag. Ich bin hier arg ins Grübeln gekommen. Und die Gedanken möchte ich Dir gerne mitgeben.


Du tust Dich hier im Joy als Jemand hervor der eine offene Beziehung auf einer sehr fortgeschrittenem Level, sehr erfüllend auslebt. Zumindest wenn man verfolgt was Du in den Foren so schreibst.


Jetzt kommt dieser Post hinzu, der typisch sehr umfangreich und sehr bedacht ist.


ABER, es kommt raus das in eurer Beziehung, die Öffnung, erst seit November 2017 besteht. Das ist nicht sehr viel Zeit. Dafür hast Du aber schon sehr viel umgesetzt und erlebt. Ich erinnere mich an Beiträge in denen Du davon erzählst mehrmals die Woche bei deinen Spielgefährten zu sein.


Ich frage mich hier einfach ob die Art wie Du die Beziehung auslebst, wie Du dir die Freiheiten gönnst, deinen eigentlichen Partner nicht überfordert. Du gehst von Monogamie ziemlich schnell zu ganz anderen Sachen über. Mehrmals die Woche. Mit wechselnden (wenn auch ausgesuchten) Partnern.

Deine eigentliche Beziehung mag da äußerlich und in euren Gesprächen damit klarkommen, aber wenn der Zeitrahmen passt den du uns hier im Forum eröffnest, mutest Du ihm eine Menge zu. Das mag er zwar äußerlich /erstmal wegstecken und gut finden.

Dennoch kann ihm das zu schaffen machen, ich weiß nicht bzw. bezweifele es, das er in der selben Zeit entsprechend erfolgreich bei Frauen war. Und das bezieht sich nicht auf die Anzahl, sondern eher auf die gefühlte Befriedigung die er aus eurer Abmachung zieht. Ist diese im Gleichklang mit dem was Du uns beschreibst?

Seine Art der Konkurrenz, sein Wettkampf ist natürlich nur ein weiterer Faktor, wohl ein starker, der seine Gefühle beeinflusst.

Hast Du mal darüber nachgedacht, das Du ihn eventuell überforderst? Das er mitzieht, das er Affären eingeht, um Dir gerecht zu werden?

Und ja, ich kann voll daneben liegen, ich wollte diesen Aspekt nur einbringen.
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