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Diagnose "Sexsucht" innerhalb einer festen Beziehung

******_81 Frau
178 Beiträge
Themenersteller 
Diagnose "Sexsucht" innerhalb einer festen Beziehung
Hallo,

ich muss mich aktuell mit dem breitgefächerten Thema "Sexsucht" auseinandersetzen.

Anfang September habe ich meinen Partner beim Sex mit einer anderen Frau im Insomnia erwischt. Es gab bereits vorher einige Verdachtsmomente, die ich ihm aber nicht genau nachweisen konnte. Nachdem ich ihn dann aber inflagranti ertappt hatte, gab es kein Vertun mehr.
Bei unserer Aussprache fiel dann plötzlich der Satz: "Schatz, ich denke ich habe ein ernstes Problem."

Wir haben daraufhin eine Paartherapie begonnen, in der ziemlich schnell die Diagnose "Sexsucht" gestellt wurde. Die genauen Auslöser dafür müssen nun erst einmal ans Tageslicht gebracht werden.

Unsere Beziehung war eigentlich perfekt, zumindest hätte ich sie so beschrieben. Natürlich gab es auch mal ein "Wortgefecht" aber ich denke, dass gehört irgendwo mit zu einer gesunden Partnerschaft dazu. Auch sexuell gab es keinerlei Probleme. Wir hatten sogar die Absprache, dass innerhalb unserer Beziehung sexuell (fast) alles möglich ist, man hätten nur offen darüber sprechen müssen. Oder anders formuliert, hätte er offen gesagt, dass er Sex mit einer anderen Frau haben möchte, wäre es ok gewesen. Ein paar Erfahrungen in Swingerclubs hatten wir bereits sammeln können. Und trotz allem hat er mich betrogen und für mich viel schlimmer, auch belogen.

Er beschreibt unsere Beziehung ähnlich und kämpft auch wirklich dafür. Trotzdem ist es unglaublich schwer für mich, mich wieder auf ihn einzulassen und vor allem ihm wieder zu vertrauen. Unser Therapeut hat uns auch schon gesagt, dass es eine schwere Zeit wird, da wie bei jeder Sucht, hier auch ein gewisses Rückfallpotential besteht.

Ich würde daher gerne wissen, ob es unter Euch jemanden, vielleicht sogar Paare, gibt, die sich bereits mit diesem Thema auseinandersetzen mussten. Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Kann man solch eine Sucht tatsächlich innerhalb einer Partnerschaft bekämpfen, ohne daran "zu Grunde zu gehen"?

Liebe Grüße
Tallis
*******ust Paar
5.626 Beiträge
das ist wohl eine Frage des Glaubens...
schaffen wir es oder schaffen wir es nicht?

Wenn ihr die beide mit JA beantworten könnt,
dann solltet ihr es probieren,
mit konkreten Grenzen und Fristen,
damit niemand daran zu Grunde geht.
Hallo tallis,

Kritisch sehe ich für ein Gelingen nicht den Vertrauensbruch an sich; wir alle sind Mensch und je nachdem in welcher Phase sich die Partnerschaft befindet, besteht die Möglichkeit, dass man/frau einer Situation erliegt. Für mich ist also nicht die Frage 'Möglich oder nicht?' wichtig, sondern 'Wie geht es mir/dir damit?'.

Problematisch für mich wäre die Pauschalaussage 'Ein Rückfall ist immer möglich' in der Kombination 'mein Partner verschweigt mir seinen Drang'...

Vertrauensbruch an sich ist überwindbar. Geht nur mit Transparenz - auf beiden Seiten. Heißt: Er muss! klar äußern, wie es ihm geht. Du musst! klar äußern deine Gefühle, Zweifel, Verdachtsmomente. Und zwar dann, wenn sie jeweils auftauchen. Das kann eine Partnerschaft aushalten; ob die dafür gestrickt/dazu in der Lage ist, steht auf einem anderen Blatt...

Will meinen:
Wenn für dich wieder-vertrauen (im Moment) nicht (mehr) geht, dann geht es nicht. Ergo, du benötigst Abstand. Räumlich wie persönlich. So ist das.

Wohnt ihr zusammen? Das macht es etwas kompliziert.

Sicherlich liebt ihr euch; Liebe ist jedoch ganz oft nicht das Problem. Liebe allein macht noch keine sinnvolle, tragende, lebensbejahende Partnerschaft. Selbst bei größter, ehrlichster Liebe auf beiden Seiten kann das Ergebnis 'Trennung' das einzig sinnvolle für beide! sein.
*******nep Frau
15.225 Beiträge
Erstmal hut ab das du es bisher geschafft hast.

Sexsucht.... muss ich Google fragen. Denn oft Frage ich mich auch ob ich das habe.
Ich kann, zumindest meinem Partner gegenüber; auch nicht anders als an Sex denken und ich brauch es auch bisher (eineinhalb jahre) auch jeden Tag von und mit ihm......

Vertrauensmissbrauxh ist und war für mich immer ein Tabu
Mein Exmann (zu dem Zeitpunkt gab es für mich noch keine clubs) hat mich betrogen. Mehr wie einmal. Drei Jahre habe ich versucht vertrauen aufzubauen. Ich bin psychisch daran gescheitert und musste, trotz Trennung zwischendrin, die Ehe komplett beenden.

Ich hoffe und wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg, egal wohin dieser dich führt.
Das Hintergehen und Betrügen...
. hätte er offen gesagt, dass er Sex mit einer anderen Frau haben möchte, wäre es ok gewesen. Ein paar Erfahrungen in Swingerclubs hatten wir bereits sammeln können. Und trotz allem hat er mich betrogen und für mich viel schlimmer, auch belogen.

..ist für mich der Knackpunkt.
Das Ganze klingt für mich, gerade aufgrund Eurer Offenheit, schwer nach Veräppelei.
Das da ein Paartherapeut so schnell die "Diagnose" gestellt hat, ist fast kurios.

Belogen, betrogen und angesichts Eurer "Harmonie" ein Schlag ins Gesicht.

Wäre Sex das Problem, wäre doch eindeutig die Partnerin die Erste, die es hören und spüren würde.
Hallo,

ich finde es ehrlich gesagt schade das in Beziehungen der sogenannte Vertrauensbruch immer so auf Sex reduziert wird.
Sex ist nunmal ein sehr intimis Thema, in der man sich oft auch innerhalb einer Beziehung hinter einem Vorhang versteckt und nicht alles erzählt. Aus Schamgefühl, aus Angst!? Da ist schon das erste Vertrauensproblem, er vertraut dir nicht genug um offen mit dir zu reden. Die Ursache könnt ihr da auch nur gemeinsam finden.
Wie oft ist es denn so das jemand für seine Vorlieben schief angeguckt wird, oder gar in den Wind geschossen!?
Jedenfalls ist es meist kein "öffentliches" Thema welches mal eben so zwischen Tür und Angel oder am Esstisch mit Freunden besprochen wird, wie z.B. andere persönliche Vorlieben wie Discobesuche, der Männerabend, Nagellack etc.

Mir ist in meinen bisherigen Beziehungen aufgefallen das es eher im Alltagsleben Vertrauensbrüche gibt.
Diese sind für mich wesentlich entscheidender für den Bestand einer Beziehung als ein Seitensprung.
Da könnte man jetzt auch viele Beispiele bringen.

Bei euch ist nun das Kind in den Brunnen gefallen.

Aber ist dieser Vertrauensbruch es wert eine Beziehung in Frage zu stellen?
Sind da nicht noch 1000 andere Dinge die eine Beziehung tragfähig machen? Du schreibst die Beziehung ist nahezu perfekt!?
Jetzt wo ihr doch den Weg in die Offenheit gefunden habt, warum nutzt ihr ihn nicht?
Wenn es für dich doch ok gewesen wäre, wenn er offen darüber geredet hätte!?
Er hat es nicht getan und deswegen wäre es nun nicht mehr ok? Und man geht somit das Risiko eines Rückfalls ein? Zumindest verstehe ich es so das es ihm nun verboten ist?

Ich denke nicht das du die Sucht bekämpfen kannst.
Du kannst für dich entscheiden ob du damit leben kannst und unter welchen Voraussetzungen.
Sprich mit deinem Partner, findet Kompromisse, probiert euch aus und redet offen über eure Gefühle.

Ihr habt den Weg in die Paartherapie gewählt, reduziert diese bitte nicht auch nur auf das Sexualleben.


LG
*******nep Frau
15.225 Beiträge
**********r8496:
ch finde es ehrlich gesagt schade das in Beziehungen der sogenannte Vertrauensbruch immer so auf Sex reduziert wird.
**********r8496:
Jedenfalls ist es meist kein "öffentliches" Thema welches mal eben so zwischen Tür und Angel oder am Esstisch mit Freunden besprochen wird, wie z.B. andere persönliche Vorlieben wie Discobesuche, der Männerabend, Nagellack etc.
**********r8496:
Mir ist in meinen bisherigen Beziehungen aufgefallen das es eher im Alltagsleben Vertrauensbrüche gibt.
Diese sind für mich wesentlich entscheidender für den Bestand einer Beziehung als ein Seitensprung.

Nun ist es aber so wie geschrieben wurde:
Es ist etwas intimes was man nicht mit jedem besprechen kann/will.
Ich könnte meinem Partner auch vieles verzeihen.
Wir führen auch eine sexuelle Offenheit. Gehen zusammen in Clubs. Haben zusammen alleine oder mit anderen gemeinsam unseren Spaß.
Alleingänge, egal ob wir darüber reden oder es heimlich machen, ist für uns tabu, ein NoGo, ein Aus unserer Beziehung. Das war es bei uns beiden auch in den vorherigen Beziehungen so und wird es immer bleiben.

Ob man, ob die TE aus diesem intimen Vertrauensmissbrauch wieder Vertrauen fassen kann, kann keiner sagen.
Bei mir wäre immer ein bitterer beigeschmack:
geht er wirklich zu seinem Freund oder geht er wieder seiner Sexsucht nach?
reiche ich ihm nicht mehr?
was kann ich machen um mehr Lust für ihn zu bekommen?
soll ich ihm hinterher und schauen ob er wirklich beim Kupel ist oder irgendwo im Club?

Wenn man DAS nicht los wird, geht man daran kaputt.

Wenn man schon Sex offen lebt und GEMEINSAM in Club geht, wieso soll man(n) das risiko eingehen und heimlich eine andere poppen? Scheinbar war es bis vor geraumer Zeit ja nicht nötig.....

Ich habe also vollstes Verständnis das die TE misstrauisch ist und genau diesser Vertrauensmissbrauch ist einer der meißten Gründe, warum Partnerschaften auseinander gehen.
*******nep Frau
15.225 Beiträge
Nach ein paar Zeilen über Symptome der Sexsucht bin ich zu dem Entschluss gekommen, NICHT sexsüchtig zu sein. Auch wenn ich es viel brauche und oft daran denke.

Nun sollte man mehr wissen über den Partner der TE, ob er wirklich diese Symptome hat oder nicht.

Denn einen Ausrutscher alleine gleich als Sexsucht hin zu stellen ist die einfachste Lösung für ihn, aber nicht für die TE.

Vielleicht solltest du dich auch mal an Google wenden und die Symptome durchlesen. Wenn von den ersten 3 vielleicht nur eine Kleinigkeit übereinstimmt, ist das definitv KEINE SEXSUCHT.

Dann wollte dein Partner eben mal eine Poppen, auf die er gerade in dem Moment Lust bekommen hat.... ist dann einfach auf und davon und wollte im nachhinein so tun als wäre nichts gewesen.
Aber dazu kenne ich dann eure Absprachen nicht.
*******erli Paar
4.368 Beiträge
und für mich viel schlimmer, auch belogen.

Ja das Lügen ist ein großes Problem und hat Dein Vertrauen in ihn ja auch zu recht extrem erschüttert, da er Dich belogen hat, obwohl Du ihm sexuelle Freiheiten zugestanden hast.

Zuerst solltest Du für dich schauen, was schlimmer ist, dass er hypersexuell ist oder lügt.

Das Lügen wird in ihm stecken und ein Verhaltensmuster sein, mit dem er bisher gute Erfahrungen gemacht hat.

An seiner Hypersexualität kannst Du nichts ändern und wirst dementsprechend lernen müssen seine Sucht als einen Teil von ihm zu akzeptieren oder dich von dem Menschen zu trennen.

So wie ein Alkoholiker der nicht mehr trinkt und doch zeit seines Lebens ein Alkoholiker (wenn auch ein trockener) bleiben wird.
Wird auch er, immer ein hypersexueller Mensch bleiben.
Hat man eine Sucht, egal welche, bleibt diese Sucht bestehen und wird oftmals leider reaktiviert in Stresssituationen.

Ob er wenigstens in der Lage ist das Lügen sein Zulassen, wird nur die Zeit zeigen und wie gut Du wiederum mit der Wahrheit umgehen kannst, die er Dir dann evtl. mitteilen wird.

Denn die Wahrheit kann dann lauten ......
Heute hatte ich Sex mit
**2 Mann
6.134 Beiträge
ich finde es ehrlich gesagt schade das in Beziehungen der sogenannte Vertrauensbruch immer so auf Sex reduziert wird.

Vertrauensbruch bleibt Vertrauensbruch - themenunabhängig.
Das hat nichts mit einer vermeintlichen "Reduktion" zu tun, sondern ist eine Grundsätzfrage.
**********esign Mann
2.972 Beiträge
Im Prinzip habt ihr 2 Baustellen:
Die Sexsucht und den Vertrauensbruch.
Ohne an der ersten zu arbeiten denke ich dass alle Versuche vergebens sein werden an der 2. herumzudoktorn.
Daher ist die Frage wie ihr die erste bearbeitet. Da sehe ich die Möglichkeiten, dass er sich entweder heimlich oder unheimlich außerhalb der Beziehung ausleben kann / darf, oder dass ihr seine Sexualität auf die Beziehung begrenzt und versucht die Sucht zu bekämpfen.


Ich persönlich könnte da auch ein wenig sadistisch und richtig gemein werden und ihn "zur Strafe" mit einem Keuschheitsgürtel mit in einen Swingerclub nehmen, ihn dort so richtig heiß machen (lassen) und ihn dann vor die Wahl stellen unverrichteter Dinge wieder mit nach Hause zu kommen, oder ihm 10 Min zu geben,
xxx
xxx

Je nach Verhalten dort kannst du ihn dann nachher im eigenen Bett "erlösen"...


Posting editiert by Mod xxxotb. Bitte die https://www.joyclub.de/hilfe/spielregeln.html beachten

********s_63 Frau
2.985 Beiträge
Oh, das ist aber wirklich sadistisch..

Eine weitere Möglichkeit wäre, wenn er sich selbst hinterfragt ggf. mit therapeutischer Hilfe, welche Ursachen es hat...falls es wirklich Sexsucht ist...das muss er aber auch selbst wollen..

Vertrauensbruch...ist natürliche eine eigene Schwäche...die aber nicht unwesentlich auch vom Partner beeinflusst werden kann...hat er wirklich das Vetrauen in dich liebe TE...das er dir ALLES offen und ehrlich anvertrauen kann und du dann Verständnis für ihn aufbringen kannst?
******_81 Frau
178 Beiträge
Themenersteller 
Vielen Dank für Euren regen Gedankenaustausch!

Natürlich ist diese Diagnose nicht gestellt worden, weil er ein Mal "Fremdgefickt" hat. Durch die Therapie weiß ich jetzt, dass er dieses Verhalten bereits seit fast 20 Jahren an den Tag legt und jede seiner Beziehungen, seit dieser Zeit, an Untreue seinerseits gescheitert ist.

Wir haben uns auch auf solch eine Weise kennengelernt... Ich bin nämlich die Frau, mit der er seine Expartnerin betrogen hat. Wir haben uns Anfang 2016 über Joyclub kennengelernt... Ich war Single, er war angeblich Single. Die Sache zwischen uns war damals noch nichts Festes, wir hatten halt Spaß zusammen. Er sagte Dates meist kurzfristig ab und erzählte die waghalsigsten Geschichten dazu. Und natürlich dachte ich mir dann immer: "Holzauge sei wachsam!", da ist doch etwas faul. Bis ich schließlich seinen Bruder kennenlernen durfte, wir waren ein Wochenende alle zusammen in Hamburg. Danach dachte ich mir dann... "Ok, ja irgendwas ist da aber es ist auf keinen Fall eine andere Frau. Ich hab schließlich einen Teil seiner Familie kennengelernt und die hätten ja was sagen müssen.". Zwei Monate später schrieb mich über Joyclub eine Frau an: "Woher kennst du meinen Freund?!..."

Ich hab ihm also bereits ein Mal eine große Lüge verzeihen müssen und als wir uns für einen gemeinsamen Weg raus aus seiner damaligen Partnerschaft entschieden hatten, gab es stets einen ganz entscheidenden Grundsatz: Wir sind immer ehrlich zu einander, immer! Denn mir war damals durchaus schon bewusst, dass ein hohes Risiko besteht, dass er auch in unserer Beziehung fremdgehen könnte. Aus diesem Grund war es für mich auch nicht unbedingt das Schlimmste ihn mit einer anderen Frau zu sehen, sondern in diesem Moment wieder die Bestätigung zu haben, dass er mich erneut belogen hat.

Aber ich schweife gerade zu sehr ab! Ich möchte hier keine Diskussion darüber entfachen, wie idiotisch es ist ihm sein Verhalten zu verzeihen oder es mit der Diagnose "Sexsucht" zu rechtfertigen, denn das mache ich beides nicht. Wir haben diese Therapie begonnen, da innerhalb unserer Partnerschaft ein gravierendes Problem aufgetreten ist und wir nun schauen müssen, ob wir unseren weiteren Lebensweg besser getrennt oder doch zusammen gehen werden. Zudem nimmt er an Einzeltherapiesitzungen teil, um die Ursachen für sein "krankes Verhalten" und anschließend Lösungswege zu finden.

Sexsucht ist ein unglaublich breitgefächertes Thema. Genau so, wie jeder Mensch individuell ist, ist es auch seine Sexualität. Als sexsüchtig bezeichnet man sowohl den Familienvater, der sich freitags zahlreiche Drogen einwirft und das ganze Wochenende, in einschlägigen Clubs, mit so vielen Frauen, wie nur irgend möglich, schläft und sonntags dann reumütig zurück zu Frau und Kindern kriecht, als auch eine Frau, die sich zehn Mal am Tag auf der Toilette ihrer Arbeitsstelle selbst befriedigen muss.
Unser Therapeut hat das relativ gut erklärt... Mit Einsetzen der Pupertät und der Erkenntnis, dass uns Selbstbefriedigung ein sehr schnelles und unglaublich erfüllendes Glücksgefühl bringen kann, stellen wir fest, wie einfach wir uns selbst belohnen können. Das ist ganz normal und absolut nicht verwerflich, so lange es nicht "missbräuchlich" eingesetzt wird. Denn bleiben wir mal bei dem Beispiel der zehn Mal am Tag masturbierenden Frau... Wenn sie dieses Hochgefühl nutzt, um Stress abzubauen und damit ihr eigentliches Problem zu unterdrücken versucht, wird ihr Verhalten als "krankhaft" bezeichnet und je nach Leidensdruck auch als Sucht.

Bei meinem Partner scheint es etwas mit Anerkennung zu tun zu haben. Er suchte hauptsächlich das Insomnia als "sein Jagdrevier" auf, da er sich dort ein Stück wie zu Hause fühlt. Er kennt die Mitarbeiter schon, ja, seit der Gründung des Clubs und beschreibt diesen Ort als Ruhepol, wo er nicht verurteilt wird. Immer wenn er also in der Vergangenheit Probleme hatte, egal ob familiär, beruflich oder in einer Beziehung, ist er dort hingegangen und hat sich sein "Glücksgefühl" geholt. Und je unzufrieden er mit sich selbst war, um so öfter musste er losziehen. Dabei kam es ihm anscheinend nicht unbedingt nur auf den Sex an, sondern auf das Jagen... "Ja, ich hab meine Arbeit verloren oder das Geld ist grad knapp aber ich konnte diese schöne Frau von mir überzeugen - man bin ich ein Held!", so ungefähr muss man sich seine Denkweise vorstellen. Und dieses Verhalten hat er 20 Jahre gelebt und es perfektioniert.

Zu diesem gewohnten Verhalten muss es aber in unserer Partnerschaft noch einen weiteren Auslöser gegeben haben, denn er bezeichnet unser Zusammenleben ebenfalls als perfekt und ohne Probleme. Daher hat er auf Fragen, wie: Warum haben Sie an diesem Abend die Entscheidung getroffen nach links, Richtung Berlin, abzubiegen und sind nicht, nach rechts, zu ihrere Familie nach Hause gefahren? Warum konnten sie nicht einfach einen netten Abend in dem Club verbringen, ohne dort mit der Frau zu schlafen?, keine Antworten. Der Therapeut vermutet, dass er etwas in sich versteckt, dem er sich vielleicht nicht mal selber bewusst ist. Eine sexuelle Neigung für die er sich schämt und die er nicht angesprochen hat, da er fürchtete mich dadurch zu verlieren. Und deshalb hat er sich an diesem Abend wieder fürs Inso entschieden und ist dort "seinen Gewohnheiten" nachgegangen, denn dort kann er so sein, wie er wirklich ist.

Hypersexualität ist in unserem Fall eher mein Problem... Ich war zu jeder verdammten Stunde, zu allem bereit und er hat mich oft zurückgewiesen. Wenn, dann hätte ich eigentlich einen Grund gehabt, meine Lust außerhalb unserer Beziehung zu stillen. Und ja, das macht das Ganze nur noch komplizierter.

Daher nochmal mein Aufruf: Gibt es Menschen dort draußen, die sich einer Sexualtherapie unterzogen haben oder es aktuell tun, die eine Form der Sexsucht als Grundlage hat/te? Und wenn ja, wie waren oder sind Eure Erfahrungen damit?
****ga Frau
17.236 Beiträge
@TE
Daher nochmal mein Aufruf: Gibt es Menschen dort draußen, die sich einer Sexualtherapie unterzogen haben oder es aktuell tun, die eine Form der Sexsucht als Grundlage hat/te? Und wenn ja, wie waren oder sind Eure Erfahrungen damit?

Also weil jetzt ein Therapeut gesagt hat das dein Partner sexsüchtig ist, muss es nicht so sein und zudem klingt Sexsucht ziemlich negativ nämlich wie eine unheilbare Krankheit. Nur weil ihm Sex Freude macht, ist er in meinen Augen nicht krank solange er selbst nicht darunter leidet. Du schreibst ja am Anfang selbst, das wenn er dir gesagt hätte das er gerne mit anderen Frauen Spass hätte, das Ganze gar kein Problem für dich gewesen wäre, richtig?
Somit geht es ja nicht darum seine Sexsucht zu heilen, sondern es geht darum dein Vertrauen wieder zu erlangen. Das heisst eigentlich musst du dich und dein Vertrauen heilen, denn er wird sich nicht ändern, warum auch ? Mein Rat, versuche nicht ihn zu ändern sondern dich selbst ! Frage dich selbst : wenn er so bleibt wie er ist, kannst du ihn weiterhin lieben und vertrauen oder eher nicht ?
Ich finde es keinen glücklichen Ansatz für eine Beziehung wenn diese nur "funktionieren" kann, wenn einer sich ändern muss um das verlorene Vertrauen wieder herzustellen und um es dem Anderen recht zu machen. Das Problem verlagerst du auf deinen Partner aber eigentlich sehe ich das er mit seiner sexuellen Neigung besser klar kommt als sein Umfeld, momentan also du, denn sonst würde er ja hier über sein Problem schreiben und nicht du über seines.
Ich kann nur sagen, viel Glück, sei ehrlich zu dir selbst und sorge gut für dich, dann klären sich manche Probleme von alleine. mMn.
vllt ist er einfach nicht monogam veranlagt?

öffnet doch eure Beziehung, ohne euch alles zu erzählen
dann hast auch du die Möglichkeit, dich mehr auszuleben und brauchst deine eigene "Hypersexualität" nicht mehr unterdrücken
*********en71 Frau
2.084 Beiträge
Wir haben uns auch auf solch eine Weise kennengelernt... Ich bin nämlich die Frau, mit der er seine Expartnerin betrogen hat. Wir haben uns Anfang 2016 über Joyclub kennengelernt... Ich war Single, er war angeblich Single.

Schon da wäre bei mir Schluss gewesen

warum sollte ein Mann bei mir nicht fremd gehen und lügen, wenn ich diesen schon so kennen lerne?????
******_81 Frau
178 Beiträge
Themenersteller 
Ich hab nicht vor ihn zu ändern. Zumal mir seine Vergangheit ja zeigt, dass es höchstwahrscheinlich gar nicht möglich ist.

In der Therapie klären wir grundlegende Dinge... Was möchte, brauche und wünsche ich mir für mich selber? Was möchte, brauche und wünsche ich mir von meinem Partner?... Und anschließend wird dann geschaut, ob wir unsere Bedürfnisse miteinander verbinden können. Wir definieren sozusagen unsere Beziehung neu und eventuell stellen wir mit der Zeit fest, dass es eigentlich besser ist, getrennte Wege zu gehen. Das ist alles möglich und mir durchaus bewusst.

Eine Therapie setzt ja immer eines voraus... die Bereitschaft tatsächlich etwas ändern zu wollen. Hätte ich ihm die Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt: "Los, wir gehen da jetzt hin und du änderst dich gefälligst!", hätte es gar nicht gebracht, da er einfach dicht gemacht hätte.
Die Initiative dazu kam aber von ihm... Er sagt selber, dass er ein Problem hat und er wünscht sich, dass wir diese sexuellen Dinge, die er vorher alleine ausgelebt hat, zusammen erleben können.
Suche nach Anerkennung könnte ein Stichwort sein. Das kann zurückgehen bis in die früheste Kindheit. Auch noch so unwichtige Aussagen des Partners können der Auslöser dafür sein.
Man beginnt es zu hinterfragen und dann zu suchen. Nur mit einem Psyhologen wird man die wahre Ursache heraus finden.
Vielleicht fehlt es ihm an Selbstwert , ohne es auch zu zeigen ....... da wären so viele Möglichkeiten denkbar.
Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute bei der Aufarbeitung , hab Verständnis für ihn und unterstütze ihn dabei, wenn er es Ehrlich meint.
LG
****ga Frau
17.236 Beiträge
@TE
Wir haben uns auch auf solch eine Weise kennengelernt... Ich bin nämlich die Frau, mit der er seine Expartnerin betrogen hat. Wir haben uns Anfang 2016 über Joyclub kennengelernt... Ich war Single, er war angeblich Single. Die Sache zwischen uns war damals noch nichts Festes, wir hatten halt Spaß zusammen. Er sagte Dates meist kurzfristig ab und erzählte die waghalsigsten Geschichten dazu. Und natürlich dachte ich mir dann immer: "Holzauge sei wachsam!", da ist doch etwas faul. Bis ich schließlich seinen Bruder kennenlernen durfte, wir waren ein Wochenende alle zusammen in Hamburg. Danach dachte ich mir dann... "Ok, ja irgendwas ist da aber es ist auf keinen Fall eine andere Frau. Ich hab schließlich einen Teil seiner Familie kennengelernt und die hätten ja was sagen müssen.". Zwei Monate später schrieb mich über Joyclub eine Frau an: "Woher kennst du meinen Freund?!..."

Was erwartest du von deinem Partner eigentlich noch ? Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit scheint nicht seine Stärke zu sein um es mal vorsichtig auszudrücken. *g* Mal anders gefragt, wieviele Personen kennst du die einen sehr kreativen Umgang mit der Wahrheit hatten und sich aber innerhalb kurzer Zeit zu einem ehrlichen aufrichtigen Menschen entwickelt haben ? Was für ein Wunder muss da innerhalb kürzester Zeit passieren ......*gruebel*...das sind Prozesse die lange (evtl. Jahre oder auch nie) dauern können, willst du solange warten ?
****ga Frau
17.236 Beiträge
Die Initiative dazu kam aber von ihm... Er sagt selber, dass er ein Problem hat und er wünscht sich, dass wir diese sexuellen Dinge, die er vorher alleine ausgelebt hat, zusammen erleben können.


Okay das ist doch schon mal ein sehr guter Ansatz, das er sich ändern will *top*
Die Frage ist mMn für dich wie lange du Geduld hast und Liebe um das gemeinsam mit ihm
zu durchleben, weil wie auch der Therapeut sagt, "rückfällig "zu werden immer möglich sein kann.
Viele Glück und Erfolg !! *sonne*
********e001 Paar
618 Beiträge
Einem Therapeuten gegenüber, der so schnell eine gewagte Diagnose stellt, würde ich argwöhnisch begegnen, zumal diese in eurem Fall überhaupt nicht hilfreich ist.
Ananga hat es schon angeführt.
Wenn jemand seine sexuelle Erfüllung nicht alleine durch einen Partner findet, ist noch lange nicht sexsüchtig. Eher ist er nicht immer ganz ehrlich (andere würden sagen, er sei verlogen). Und das ist es, woran er (!) arbeiten sollte; meinetwegen auch mit deiner Hilfe.
sexsucht?
reden wir hier von einer sucht, die.....
....seinen job gefährdet durch nicht erscheinen/ zu spät kommen?
....für die er sich verschuldet?
....er immer fröhnt, freunde und familie vernachlässigt (tagtäglich)?
....er nur noch erregung durch "das EINE" bekommt?
....vielleicht nur nach aufmerksamkeit schreit? <- wäre in dem fall geltungssucht

wurde wirklich "sexsucht" diagnostiziert?
dann würde es als F63.8 Sonstige abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle diagnostiziert werden und die kriegt man nicht so auf die schnelle.

auch darf man hypersexuelles verhalten nicht direkt als sexsucht runterspielen, wobei sexsüchtige dies in der regel sind.

ein sexsüchtiger muss lernen ein kontrolliert alkoholiker zu werden.
das heißt er muss es neu erlernen sex zu haben und seine konditionierungen neu zu lernen.
was da helfen kann ist z.b. eine neue wohnung und umgebung.
auch medikamente können die die libido unterdrücken, lösen aber dann auch eine erektile dysfunktion meist aus.

er muss seine sexualität ganz neu erlernen.
zusammengefasst:
Der Therapeut bringt Dir...und ihm..bei, das so handeln zu können, was Du nicht wirklich akzeptieren kannst...immerhin seine angebliche Sexsucht...
Ist im Therapie Paket auch ehrlich sein erlernen enthalten?.*ironie*
Mit der Nachtragsgeschichte von Dir, TE, fällt bei mir die Klappe.
Nur Kopfschütteln über soviel Verdrängen, ...auf eine deutliche Sichtweise der sehr verbreiteten " Bei mir passiert das nicht" - Haltung.

Selbst schuld ...ist dann mein sehr klares persönliches Fazit.
Hallo TE
Therapie für ihn alleine oder für Euch zusammen....und wo bleibst Du?

Aus Erfahrung: mach selber eine Therapie, ansonsten liegst Du schneller am Boden, als Dir lieb ist...und er vögelt dennoch munter weiter.
Du benötigst andere Gedankenansätze, die sich nur um Dich, Deine Wünsche und deren Umsetzung drehen.
Dein Rad dreht sich nur noch um ihn, Du wirst auf der Strecke bleiben.

*vielglueck*
Sorry, aber ich verstehe ein paar der Antworten hier nicht. *gruebel*
Die TE schrieb jetzt doch schon mehrfach, dass sie sich weder auf die Diagnose "Sexsucht" rausreden will, noch, dass sie ihren Partner zur Monogamie erziehen will, noch, dass sie erwartet, dass er sich in 3 Minuten komplett verändert...

Liebe TE, ich habe leider keine Erfahrung mit dem Thema, aber ich finde es GUT, dass ihr offen darüber sprecht und du (bzw. ihr beide) der Beziehung noch eine Chance gebt und euch dazu Hilfe holt.
Das große Problem ist hier ja wirklich die Unehrlichkeit.
Könnte natürlich sein, dass ihm gerade die Heimlichtuerei einen besonderen Kick gibt, auch wenn er dir gegenüber ein schlechtes Gewissen hat. Dann kann es schon was bringen, hier die Gründe zu hinterfragen.
So oder so solltest du dich in dem Fall aber auch fragen, ob du damit leben könntest/wolltest, wenn er auch weiter unehrlich bleibt.
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