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Emotionaler Absturz in einer BDSM-Session
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Seid ihr schon einmal emotional abgestürzt? Was tun?

Seid ihr schon einmal emotional abgestürzt? Was tun?
Hallo ihr Lieben,

wer schon einmal einen emotionalen Absturz bei einer BDSM-Session erlebt hat, weiß, wie urplötzlich aus einem lustvollen Spiel für beide Spielpartner eine sehr ernste Situation entstehen kann.

Zwei Damen im JOYclub haben diese Talfahrt der Gefühle schon einmal durchlebt. Beide haben mit uns offen über dieses sensible Thema gesprochen und uns Einblicke in ihr Seelenleben gegeben:

http://www.joyclub.de/bdsm/emotionaler_absturz_in_einer_bdsm_session.html

Habt ihr diese Erfahrung auch schon einmal machen müssen? Bei euch selbst oder bei eurem Partner? In welcher Situation? Wie seid ihr damit umgegangen, was habt ihr für euch daraus mitgenommen und welche Tipps habt ihr für Betroffene?

Wir freuen uns über eure Antworten!

Beste Grüße,
Condwiramurs

JOYclub-Redaktion
*****lnd Mann
27.796 Beiträge
Nicht
ich selbst, aber ich habe einige Frauen erlebt, die abgestürzt waren, die man in der Szene "Trümmersubs" nennt. Die Gründe können vielfältig sein, aber einer ragt heraus: zu großes Vertrauen, Liebe auch, mit Unterwerfung unter den falschen Mann. Und was mich fast jedes Mal, kaum dass ich zum Aufrichten meinen Teil beigetragen hatte, wunderte, manchmal entsetzte, begann das Spiel von Neuem. Ein bestimmter Männertyp hat es diesen Frauen angetan- und das lässt sich kurz danach wieder wörtlich nehmen.

Direkte Abstürze ohne Auffangen habe ich selbst nie erlebt. Ich erwarte von einem Mann, der sich ins BDSM begibt, dass er auch ohne Sicherheitswort mitfühlt und in der Lage ist, einen Absturz vielleicht nicht zu verhindern, wohl aber dann so aufzufangen, dass die Nachwirkungen sich in vertretbaren Grenzen halten.
Erstmal glaube ich, dass man die Gründe für den emotionalen Absturz nicht wirklich benennen kann - das wurde auch in dem Beitrag nicht getan.

Ich denke auch, dass solche Abstürze bei Subs nicht zu verhindern sind.
Dann gilt es nur, sie entsprechend auf- und abzufangen - auch das variiert mit den Personen. Was der Einen gut tut, kann der andere nicht gebrauchen.
Hier ist dann die Empathie und auch die Kommunikation auf allen Kanälen gefragt.

Eine ganz heikle Sache sehe ich in emotionalen Abstürzen des Dom während der Session. Keine Frage: Dom ist Mensch, darf Gefühle zeigen, zeigt dadurch auch seine psychische Stärke.

Wenn ich mir als Dom aber vorstelle, dass Sub gerade in den Seilen hängt, sich ins emotionale Nirwana begeben hat, nicht oder kaum ansprechbar ist und ich würde "abstürzen". Nein, das will und kann ich mir nicht vorstellen.
Das nicht geschehen zu lassen, ist dann schon der Anspruch, den ich an mich selbst habe.
*********iten Paar
1.804 Beiträge
Die hier beschriebenen Abstürze liegen wohl eher in einer labilen (oder freundlicher ausgedrückt, nicht so stabilen) Psyche des Abstürzenden.
Frage ist, ob die plötzlich auftretende Panikattacke bei z.B. strenger Fixierung schon einen Absturz darstellt, wenn "schlimmstenfalls" Dom zeitweise nicht zugegen ist um die Panik zu mildern ...
Absturz kann einen aber auch weiter bringen.
Ich bin einmal sehr tief emotional abgestürzt. In einer scheinbar harmlosen Situation. Wenn ich von heute auf die Situation schaue kann ich sagen das es einfach nur Auslöser in einer sowieso schon schwierigen Zeit gewesen ist.
Es war ein harter Kampf, denn mein Gegenüber ist bis heute nicht bereit darüber mit mir zu reden. Inzwischen kann ich ihm das verzeihen, weil ich glaube das ich ihm einen genauso großen Schrecken eingejagt habe wie mir selbst.
Ich würde sagen ich bin auf Grund gelaufen in meiner Seele... endlich(!) kann ich heute sagen.

Ich hatte endlich etwas verstanden über mich selbst. Es tat in mir sauweh, ich hab geflucht, geheult, getobt, um mich geschlagen und wusste nicht vor und nicht zurück Zu tief vertraut? Ja vielleicht. Aber es war nicht falsch! Nichts war falsch an der Situation. Denn es war eine Baustelle in mir die für mich fühlbar wurde. Sie war immer schon da, aber ich konnte bis dahin sie nicht zulassen. Es war ein Wendepunkt in meinem Leben der mich immer begleiten wird. Heute danke ich ihm sehr das ich ihm begegnet bin.

Das Ergebnis von einem Monate auernden Kampf der tiefer ging als jede Krise die ich davor oder danach jemals hatte?

Ich habe endlich mein Leben in meine Hand genommen, ich habe für mich geklärt was ich von mir möchte, was ich von anderen möchte und wo ich hin will. Habe mein Leben komplett umgekrempelt, alles was ich wollte angefangen und versucht zu leben. Angekommen in einem Neuanfang nach über einem Jahr mit dem Gefühl glücklich zu werden. Nicht glücklich nach dieser Krise, sondern das erste Mal bis dahin glücklich mit mir und meinem Leben. Ich bin mir meiner selbst bewusster.

Ich merke wenn etwas unrund läuft. Klar kann ich nicht alle angewöhnten Gewohnheiten sofort ablegen mit denen ich mir im Weg stehe. Aber ich weis jetzt wie ich ticke und was ich will. Traue mich mutig an alles heran was danach riecht das es mein Leben bereichert.

BDSM geht tief, deshalb gehen auch Abstürze tief. "Trümmersubs" finde ich ein furchtbares Wort. Keine Sub ist schwach, denn sie haben den Mut sich einem anderen zu schenken und mehr auszuhalten als ihnen oder anderen möglich scheint. Sie geben alles für den gemeinsamen Moment und dieses Geschenk sollte wert geschätzt werden auch oder gerade wenn es schief geht.

Wobei ganz klar ist - wer richtig tief abstürzt braucht professionelle Hilfe. Kein Dom der Welt kann ein aufgebrochenes Trauma, eine schwere Depri oder Angststörung heilen und das ist auch nicht seine Aufgabe. Ich hätte mir gewünscht das der andere mir einfach die Hand gereicht hätte und gesagt hätte " Ich kann dir nicht helfen, aber ich bin da." Nicht als ich wirklich nur geweint und nicht klar denken konnte. Doch als Hilfe gefruchtet hatte und es mir wirklich besser ging - die Sehnsucht bleibt nach einem Gespräch. Aber ich habe auch gelernt das ich nichts erzwingen kann oder will und die Menschen genauso lassen muss wie ich gerne ich sein möchte.

Abstürze sind nicht zu vermeiden. Wer sagt er fesselt sicher, er spielt sicher oder sein SM ist sicher und es kann nie etwas passieren - ich glaube ihm nicht. Es muss gar nichts Großes sein oder passieren um eine Seele abstürzen zu lassen. Das kann kein Dom verhindern und jedes Wort der Sub das sie das erträgt kann es genauso wenig. Denn die Seele hat manchmal Falltüren die nicht sichtbar und nicht beschriftet sind. Was eben noch völlig OK war kann sich in der Kombi mit anderen Reizen ganz anders da stellen.

NIemand ist Schuld, beide wollten es. Nur jeder sollte für sich entscheiden ob er einen Menschen danach allein lassen muss oder ob er dabei bleibt oder für ein gespräch zu haben ist das manchmal so gut tun würde.

Wie auch immer ... ich sage das Abstürze auch die wertvollsten Momente im Leben sein können. Nicht in dem Moment aber das was aus der verbrannten Erde wächst *zwinker*
Nein. Und sowas gibt es auch nicht bei Männern. Sondern anders herum.
Ja, ich bin emotional abgestürzt
und wurde danach nicht aufgefangen. Im Gegenteil, es wurde weiter getreten. Die Situation möchte ich hier nicht wiedergeben.
Ich bin damals falsch damit umgegangen, ich bin selbst wieder zurück gekrochen gekommen, was ich mir bis heute noch vorwerfe.
Die Beziehung ging noch eine Weile weiter, aber der Bruch blieb unterschwellig immer.

Seitdem hatte ich nur noch emotional oberflächliche Beziehungen. was ich selber sehr schade finde, weil es eigentlich nichts schöneres gibt als sich komplett fallen lassen zu können.
Sobald ich merke, ich könnte wieder in eine ähnliche Situation geraten, breche ich ab oder beende die ganze Verbindung.

Was ich für mich mitgenommen habe, ist, das ich jetzt weiß was ich nicht noch mal erleben möchte.
Manchmal...
.. frage ich mich dann doch woher der Eine oder Andere hier seine Weisheiten bezieht...

Nein. Und sowas gibt es auch nicht bei Männern. Sondern anders herum.

Ganz ehrlich, einen gröberen Unfug habe ich seltenst gelesen.

Zum Thema:

Absturz kann vorkommen, muss aber nicht, nur wenn er passiert ist er auch nicht aufzuhalten. Als Aktiver steht man dann meist da wie der sprichwörtliche begossene Pudel.
Eine ganz andere Nummer ist der Absturz danach wie ihn eine der Damen beschrieben hat. Da fehlte es eben m.E. nach an der nötigen "Nachsorge", ein Punkt den ich meinen Beginnern stets sehr ans Herz lege.
@**an: nicht mein Problem. Andere Menschen machen andere Erfahrungen.

Autismus hilft niemandem. ^^
*****des Paar
1.396 Beiträge
Einen wirklich so krassen Absturz, wie beschrieben, dass das Spiel länger pausiert wurde, haben wir noch nicht erlebt.
wintersonne: Wir hatten von Anfang an nie ein Safeword, da ich meinen Dom in einer Session immer ansprechen kann und er bisher dabei auch immer gemerkt hat, wenn eine Situation wirklich ernst ist. [...] Ich denke, ein Safeword ist keine Garantie, um einen Absturz zu verhindern.
So ist es bei uns ebenfalls. Klar, denke ich als Dom darüber nach, ob ein solches sinnvoll wäre, um meinem Sub einfach mehr Sicherheit bieten zu können. Doch er lehnt es ab und dafür habe ich Verständnis.

Es kam mittlerweile (wir spielen etwa seit 5Jahren jetzt) zu Situationen, die ihn aus dem Spiel gerissen haben und die dann eine Pause bedingt haben. Natürlich wünscht man sich das niemals, da dadurch natürlich viel kaputt gehen kann.
Mir ist es einmal passiert, dass mein Sub Angst hatte. Ich halte das selbst für ein totales NoGo und habe das sehr ernst genommen. Wenn das Vertrauen dadurch gestorben wäre, wäre wahrscheinlich auch unsere Beziehung daran zerbrochen.
Ein anderes mal verschob sich die Ebene auf der die Demütigung für ihn stattfand. In dem Fall war die Wirkung, dass er nicht als mein Sub sondern als Mensch gedemütigt wurde. Das war ein ziemlicher Schock für mich. Denn wenn er nicht im Spiel ist, wieso verweigert er sich der Aufgabe nicht? Er konnte es mir auch nicht wirklich erklären.
Zudem kam seine Kränkung verzögert. Auf diese Situation folgte ein langes Gespräch, da für uns beide die Geschehnisse nicht ganz greifbar waren.

Zum Glück vertraut er mir als Dom und Partnerin weiterhin und solche Vorfälle schärfen den Blick für Prävention. Ein Safeword halten wir nach wie vor nicht für notwendig, da er es in solchen Situationen auch nicht benutzen würde. Dafür werde ich weiterhin genauer hinschauen und mich bemühen ihn nicht mehr auf solche Arten aus dem Spiel fallen zu lassen.

Persephone
Leider...
...schon aus der Sicht eines Subs sowie eines Doms erlebt ..
Ich kann hier natürlich nur für mich sprechen, aber ich denke, das hat etwas mit der psychischen Instabilität oder/und mit unverdauten Erlebnissen zu tun ..

Ich hatte paar Situationen, in denen ich mich nach einer devoten Hingabe schlecht gefühlt habe, down war und Tränen in den Augen hatte - das Gefühl der Erniedrigung, das für ein paar Momente befriedigend war, führte irgendwann zu Flashbacks und dem Gefühl, nichts wert zu sein - was nicht nur an den falschen Männern lag zu denen man eh kein Vertrauen hatte, sondern auch an dem ständigen Drang nach Nähe und Zuneigung, die ich ständig bei Männern suche ....
--> was zu einer Dom-Situation führt. Durch das ständige Verlangen nach Nähe (die man nicht so bekommt, wie man es braucht), entwickelt sich die innere Wut und der Drang nach Unterwerfung des Mannes - immer, wenn es so weit kommt, dass der Mann sichtliche Verletzungen am Körper hat, befriedigt es mich zwar in dem Moment, in dem es geschieht, führt aber zu einem emotionalen Tiefpunkt, wenn nicht sogar zur Leere, sobald das Spiel vorbei ist..

Ich denke, es ich ein ständiges Spiel der eigenen Psyche..in einigen Fällen.
****hia Frau
477 Beiträge
Emotional abstürzen geht auch ohne BDSM - mein heftigster Absturz kam durch ein Tantraseminar, bedingt durch die unglückliche Kombination aus körperlicher Reaktion (Asthma), bisher nicht bewussten Grenzen und der daraus resultierende Überforderung.
Es hat dann auch 2, 3 Wochen gedauert, bis ich da durch war. Geholfen hat mir die Nähe und die Gesprächsbereitschaft meines Partners und anderer lieber Menschen.

"Kleinere" Abstürze (is ja jetzt auch wieder ne individuelle Defintionsfrage), wie z.B. die erwähnte Panikattacke, sind bei mir meist schnell behoben, indem mein Partner mir Sicherheit vermittelt (Kuscheln und verstecken in seinen Armen/unter einer Decke/unter seinem Rock).

Vermeiden lässt sich das nie vollkommen und vorraussehen auch nicht - es sei denn, man spielt ohne Emotionen. (Auch wenn sichmir nicht erschließt, wie das gehen soll. Und ob das Spaß macht, ist noch mal ne ganz andere Frage...)
Man kann aber daraus lernen und sich weiterentwickeln.
Und Abstürze sind weder geschlecht- noch rollenspezifisch, sondern geschehen.
@boethia
Man kann aber daraus lernen und sich weiterentwickeln.
Man lernt daraus - indem man es z.B. ganz lässt oder die Ursache für die Abstürze bearbeitet.

Und Abstürze sind weder geschlecht- noch rollenspezifisch, sondern geschehen.
Weise Worte .
*****lnd Mann
27.796 Beiträge
Abstürze,
das kann ich ergänzen, kommen außerhalb des SM überall da vor, wo die Seele zu intensiv berührt wird. Manchmal geschieht das in Selbsthilfegruppen, in denen sich jemand, der nicht ausreichend psychologisch geschult ist, für berufen hält, therapeutisches Werkzeug zu benutzen. Mir sind drei Abstürze bei Familienaufstellungen bekannt.
Schön, dass der Artikel Beispiele für beide Absturzarten nennt, aber nicht die Begriffe dafür: Trigger und Drop.

Ein Drop ist an sich nichts anderes als eine Überlastung des Körpers und des Geistes vergleichbar mit Muskelkater und meiner Erfahrung nach intensiven Sessions nicht ungewöhnlich. Die Hormondepots sind leer und dann kann der Haushalt schon mal schiefhängen, bei Spielarten mit körperlicher Belastung muss der Körper regenerieren. Je nach Einzelfall reagiert der Mensch darauf depressiv oder manisch oder was ihm der Körper eben gerade signalisiert. Der Zustand sollte nicht länger als ein paar Tage anhalten.

Mit ansteigender Belastung steigt dann auch die Verletzungsgefahr. Je nach Fall nenne ich das dann Trauma und nicht mehr einfach Drop. Auch wieder analog zum Training reicht hier eine ungeschickte Bewegung und dann ist der Knöchel halt hin, oder ein Teil der Psyche beim Spiel. Vorbelastungen verringern die Belastung die notwendig ist, um ein Trauma auszulösen.

Ein Trigger beschreibt eine starke Traumatisierung bei geringer Belastung, was in der Regel eine deutliche Vorbelastung impliziert. Während es bei einem gebrochenen Bein noch einigermaßen einfach ist, weitere Brüche zu umgehen, sind gerade psychische Trigger herausfordernd, alleine, weil man sie Menschen nicht ansieht.

Die wichtige Frage ist, wie gehe ich mit den einzelnen Ausprägungen um, und da hilft nur:
Aftercare!
Eine Session endet nicht unbedingt mit dem Sich-wieder-anziehen. Und vorher Gedanken drüber machen! Ganz besonders, wenn es Grenzen der eigenen Bereitschaft dazu gibt. Hard Limits und Soft Limits kommuniziere ich optimalerweise vor dem Spiel.

Gute Aftercare kann dafür sorgen, dass aus einem Trigger kein tieferes Trauma sondern Post-traumatic Growth wird. Manchmal ist es sinnvoll alte Krusten von den Wunden zu reißen, aber nur, wenn der Verband danach der richtige ist.

Und an alle, die hier meinen implizites Victim Blaming alá "instabiles Wesen" betreiben zu müssen: kommt doch mal bei mir vorbei, jeder Mensch hat Belastungen, bei denen er bricht.
*******sub Frau
323 Beiträge
Völlig unabhängig...
...von BDSM kann es zu Abstürzen kommen und aus Erfahrung kann ich sagen, dass es dann nichts schlimmeres gibt als niemanden zu haben, der einen auffängt. Dieses Auffangen kann sehr vielseitig sein. Entweder genügt die pure Anwesenheit oder körperliche Nähe oder auch einfach nur Worte geschrieben oder gesprochen.
Ich bin einmal sehr extrem abgestürzt bisher und kann noch heute anfangen zu heulen, wenn ich daran denke. Mein damaliger Partner war während des Absturzes zwar körperlich anwesend aber hat es auf der emotionalen Ebene schlicht weg nicht geschnallt und war überhaupt nicht in der Lage mir zu helfen. Es war ein Absturz mehrere Stunden nach der eigentlichen Situation und bis heute bin ich davon geprägt. Dieses Gefühl des verloren seins und der Einsamkeit obwohl der Mensch den man doch eigentlich liebt anwesend ist und einem aber nicht hilft und einen nicht mal in den Arm nimmt wenn man extrem heulend zusammenbricht ist einfach grausam. Dieser Moment zerstört so unglaublich viel in einem selbst und auch im Verhältnis zu dem Partner.
Ich habe nach dem Absturz versucht mit meinem Partner darüber zu reden, aber bis heute hat er es nicht wirklich verstanden. Wir schreiben zwar hin und wieder noch aber letzten Endes war dieser Moment das Ende unserer Beziehung auch wenn es keiner von uns beiden so wirklich zugeben würde (dem anderen gegenüber zumindest nicht).
********nder Mann
2.896 Beiträge
***nt:
Und an alle, die hier meinen implizites Victim Blaming alá "instabiles Wesen" betreiben zu müssen: kommt doch mal bei mir vorbei, jeder Mensch hat Belastungen, bei denen er bricht.

Bis zu dem Absatz fand ich dein Posting richtig gut. Wenngleich das, was du beschreibst, eine gewisse innere Haltung voraussetzt. Und idealerweise auch eine entsprechende Qualifikation. Wobei man dann - je nach Setting des Zusammenkommens - Traumatherapie und dergleichen eher Externen überlässt.

Ich gehe davon aus, dass die wenigsten Menschen emotionale Abstürze bei anderen hervorrufen wollen noch bewusst und gezielt können. Meistens passiert das einfach. Beziehungsdynamik. Und dafür braucht kein BDSM, sondern lediglich zwischenmenschliche Begegnung. Und manchmal reichen scheinbare Banalitäten, damit man selbst oder andere flippen.

Zum Umgang: Achtsamkeit, Akzeptanz und idealerweise das ein oder andere Medi-Kit, um sich selbst in Krisensituationen einen sicheren Rahmen zu bauen. Je nach Beziehung(skontext) entstehen ja regelrechte Triggerkaskaden. Da ist's gut sich selbst grundlegend stabilisieren zu können.
*********iten Paar
1.804 Beiträge
Victim blaming setzt voraus, dass es Täter und Opfer gibt, was ich hier für unpassend halte.
Auch stösst mir etwas auf, dass das Thema Absturz hier schon wieder nahezu zur Glorifizierung des verantwortungsvollen BDSM missbraucht wird, indem sofort die besondere Verantwortung von Dom herausgestrichen wird. Keiner der hier ausführlicher beschriebenen Abstürze finden ihren Ursprung im BDSM. Es ist eher Zufall, dass BDSM so etwas ausgelöst hat. Genauso hätte es der Anschiss vom Chef sein können ...
Auffangen ist eine partnerschaftliche Verantwortung, fernab von BDSM ... wobei BDSM wohl auch keine so tiefgründige Beziehung bildet / bedingt, wie häufig gerne suggeriert wird.
Im direkten Zusammenhang mit BDSM sehe ich eher Abstürze, die durch Überlastung von Sub, körperlicher oder psychischer Art verursacht wird (z.B. die angesprochene Panikattacke)
kann auch ohne
BDSM passieren - ich hatte in meinem Trennungsjahr, als ich das erste mal wieder einen körperlichen und auch emotionalen Kontakt zu einem anderen Mann hatte, als meinem damaligen Ehemann, auch so einen emotionalen Absturz. Wir waren mitten im Spiel und ich habe aus heiterem Himmel angefangen zu weinen wie ein Schlosshund, dass hat mich schon sehr "erschreckt" und es hat ein Weilchen gedauert bis ich wieder klar denken konnte.

Selbstverständlich haben wir pausiert und über die Situation ausführlich gesprochen. Dabei war es sehr wichtig für mich, dass er mich in den Arm genommen hat und wir so gemütlich bei einem Kaffee zusammen saßen.

Letztendlich war einfach der sprichwörtliche Knoten geplatzt, ich konnte mich das erste Mal seit Jahren wieder als Frau fühlen, ich genoss den Sex, den Moment, das neue Leben, hab einfach mal an mich und meine Bedürfnisse gedacht.... Um so schöner war es dann später weiter zu machen, wo wir aufgehört hatten *g*
*******dor Mann
5.827 Beiträge
@Dunkle_Seiten
zeitweise nicht zugegen ist um die Panik zu mildern ...

Das sollte IMHO aber obsolet sein.
[Wo isser denn ... eine rauchen?]


Es ist eher Zufall, dass BDSM so etwas ausgelöst hat.


Ja und Nein. Ja: weil es auf eine Empfänglichkeit fällt, die aufgedeckt wird. Durch was auch immer. Nein: weil zumindest inniges BDSM weit mehr Potential und Kraft besitzt, diese Psychodynamik auszulösen als der ganz überwiegende Teil auch aussergewöhnlicher Alltagssituationen. Gerade durch die Beziehung zu Top ... wenn es denn eine gibt. Eine "Glorifizierung" oder Überhöhung kann ich hier nicht entdecken.
[Was kennst du denn für Chefs?]
*********iten Paar
1.804 Beiträge
Naja, in deinem Beitrag ist ja schon wieder eine Glorifizierung enthalten:

inniges BDSM besitzt mehr Kraft und Potential etwas auszulösen, ist also etwas Besonderes ...

Sehe ich weniger "malerisch". Eher erfüllt der BDSM nicht die romantische Erwartungshaltung, die durch die überhöhte Darstellung und Auffassung erzeugt worden ist und schwächt damit noch zusätzlich. Gerade die Innigkeit ist meist nicht höher als bei gefestigten Partnerschaften. Die angeblich besondere Tiefe eher aufgesetzt ...

Sie lässt mich übrigens eher ungern fixiert alleine, will mir aber den Kick nicht vorenthalten. Ausserdem ist es nicht spannend stundenlang nur dabei zu sein *zwinker*
Gerade der Zwang eine eventuell auftretende Panik selbst in den Griff zu bekommen, macht einen gewissen Reiz aus, der die erwünschte Hilflosigkeit und Ausgeliefertheit sehr authentisch wirken lässt.
Ihr dann die Schuld für einen Absturz zu geben wäre dann wohl eher nicht fair. Deshalb hat sie einen Freibrief, dass es niemals Vorwürfe für misslungene Grenzüberschreitungen solcher Art gibt.
*******dor Mann
5.827 Beiträge
@Dunkle_Seiten
Naja, in deinem Beitrag ist ja schon wieder eine Glorifizierung enthalten:

Nö, ganz simpel: meine Erfahrung. Jedem das Seine.
[Wobei: so herum behieltest du schon wieder recht. Verflixt *zwinker* ]
*********iten Paar
1.804 Beiträge
Wenn ich jetzt ganz böse wäre (was ich gar nicht bin) könnte ich jetzt behaupten, dass diejenigen die die Innigkeit von BDSM so hochleben lassen, noch niemals wirklich innigen und tiefgehenden Stino - Sex hatte, der natürlich emotional viel schwerwiegender sein kann ...
Da könnte dem BDSM'er einfach nur der Maßstab fehlen.

Aber ich bin ja nicht böse, deshalb behaupte ich nur, dass es einen Maßstab gar nicht gibt.

Weiter habe ich meine Meinung, dass eine innige Partnerschaft deutlich kraftvoller ist, als der innigste BDSM.

*baeh*
*********iten:
Weiter habe ich meine Meinung, dass eine innige Partnerschaft deutlich kraftvoller ist, als der innigste BDSM.

Und wenn man aber innerhalb einer innigen Partnerschaft erfüllenden SM-Sex hat...

ist das dann nicht die Krönung?

Aber auch das kann einem nicht von einem Absturz bewahren

- wenn der Partner ungewollt Trigger berührt und dann fassungslos vor dem Scherbenhaufen steht und gar nicht weiß, womit er das Porzellan zerschlagen hat...
*******dor Mann
5.827 Beiträge
@Dunkle_Seiten
*baeh*

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