Mehr brandheiße Inhalte
zur Gruppe
Offene Beziehung
1499 Mitglieder
zur Gruppe
Liebe auf Augenhöhe
1178 Mitglieder
zum Thema
Kommunikation in der Beziehung254
Heho, nachdem ich zur Zeit die Muße habe, mich durch diverse Threads…
zum Thema
Hilft Kommunikation bei Beziehungsproblemen?136
Ich lese hier immer wieder, wenn es um Bez.Probleme geht, den…
Das Thema ist für dich interessant? Jetzt JOYclub entdecken

Was hilft, wenn das Thema Sex zur Belastung wird?

********lara Frau
5.910 Beiträge
Themenersteller 
Was hilft, wenn das Thema Sex zur Belastung wird?
Es häufen sich die Threads zu dem Thema "Unerfüllte Sexwünsche bzw. zu wenig Sex in der Beziehung".
Oft kommt man irgendwann zusammen und verdrängt in der Verliebtheit die Eigenschaften, die nicht passen. 'Das wird sich schon einrenken.' Oder: 'Der/Die wird das bestimmt mir zuliebe (nicht) machen.'
Oder zwei Menschen entwickeln sich unterschiedlich und werden sich mit der Zeit fremd.

An erster Stelle steht natürlich eine funktionierende Kommunikation, um einen gemeinsamen Weg aus der Sackgasse zu finden. Meist wird hier diskutiert, ob ein Swingerclubbesuch hilft oder ob Fremdgehen gerechtfertigt sei. Oft wird eine Paartherapie oder eine Öffnung der Beziehung vorgeschlagen.
Als finales Mittel die Trennung.

Was mich jetzt interessiert, sind ECHTE Erfahrungen von Menschen/Paaren, die sich in einer solchen Situation befunden haben. Wie habt Ihr es gelöst? Was hat Euch geholfen? Was war effektiv? Bereut Ihr etwas und würdet Ihr es gern anders gemacht haben?

Ich selber befinde mich nicht in einer solchen Lage, aber das Thema berührt mich. Vermutlich weil ich sehr harmoniebedürftig bin.
Aus diesem Grund bin ich gespannt auf Eure Wegbeschreibungen aus der Sackgasse heraus!

Bitte keine allgemeinen Tips und keine Bewertungen! Und freundlich bleiben...
*******ant Frau
26.633 Beiträge
Hallo @****na2 ,
ein gutes (und für mich zentrales) Thema.
Ich sammle und sortiere mich und melde mich später.
******hat Mann
2.538 Beiträge
Guten Morgen, ich kann nur mitlesen ,da ich seit Jahren in genau der Situation bin.
Für mich stellt sich auch die Frage ob die Beziehung vielleicht sogar schon vorbei ist und ich es einfach nicht merke, merken will.
*********neues Paar
150 Beiträge
Oder zwei Menschen entwickeln sich unterschiedlich und werden sich mit der Zeit fremd./quote]

Das sich die Menschen weiterentwickeln ist der lauf der Dinge, das Fremdwerden ist aber das Problem. Das löst man mit Verständnis und stolz das der Partner nicht "klebenbleibt" manches davon ist toll- manches weniger. Aber das ist doch überall so und ein Kompromiss muss halt manchmal sein. Es gibt wenig Verständnis dafür wenn Leute sagen ich gehe keine Kompromisse ein- das ist Egoistisch.
*******n_HH Frau
5.904 Beiträge
So neu ist das Thema in meiner Wahrnehmung gar nicht und im JC überproportional verteten. Kommunikation, Motivation, Offenheit, Neugier, Reflexion, Zugewandtheit braucht es . Egal welcher Weg dann gegangen wird. So einer der Üblichen halt und von dir bereits aufgezählt.
Bei uns wurde die Beziehung zu meiner Seite hin geöffnet ( ich war ohne ein sex. Interesse) und so hatte ich die Möglichkeit zur Exploration. Das hat nachhaltig gut getan.
****Wo Paar
2.753 Beiträge
🤔...
Sexualität halte ich primär für ein Resultat/ Symptom dessen, wie es uns geht/ wie wohl wir uns fühlen (pathologische Asexualität ist natürlich nicht gemeint).

Denke, dass "radikale" Ehrlichkeit notwendig ist um das, was da ist zu sehen.
Dummerweise fängt die bei sich selbst an und ist weder leicht noch von jetzt auf gleich getan.
Ich denke, dass es als Paar nur ein gemeinsamer Prozess sein kann.
Wenn man sich einig ist es probieren zu wollen, dann hat man ein Fundament für den Start zur Entdeckung " neuer Welten", da es vor alles um Wahrnehmung/ Bewertung geht, die maßgeblich in der frühen Kindheit geprägt wurde.

Wenn man sich nah ist und sich gut kennt, besteht die Möglichkeit einander bei der Heilung zu unterstützen.

Wohlwollen ist unabdingbar. Einander gegenüber und sich selbst.
Ebenso ist die Annahme von Gefühlen unabdingbar und idealerweise etwas worüber geredet wird, so dass Verständnis entstehen kann die sich auf die Verbundenheit auswirkt.
Wenn man den anderen nicht mehr versteht, entsteht zwangsläufig Distanz und Desinteresse...
Letztlich zeigt sich das in der Sexualität.

Natürlich hat Sexualität unterschiedliche Aufgaben.
In der Paarbeziehung nach meinem Verständnis vor allem Verbindung.
Der Wunsch nach Exploration kann sicherlich sehr unterschiedlich sein und das sollte man nicht negieren....

PS.: Ein Einblick in die GfK kann eine Initialzündung sein...

PPS.: Hat sehr geholfen. Ist aber letztlich an der Richtung in die das Leben gehen sollte gescheitert..
*******n_HH Frau
5.904 Beiträge
P.s. Ich denke dass in meiner Partnerschaft besonders war, dass nicht der "Mangel" (meines Mannes) und dessen Befriedigung an anderer Stelle im Fokus stand, sondern mein Desinteresse an Sex. Dabei war wichtig, mich nicht als Problemfall zu fühlen. Nicht als etwas was kaputt ist und repariert gehört. Mein Mann konnte mir das Eindruck vermitteln, dass es um meine Lebensqualität geht und ich sah dass es für mich selbst einfach schade wäre, diesen Teil meines Lebens auszuklammern. So gab es für mich die Möglichkeit, mich selbst als autonom, ohne Druck und ohne den Blick/ die Sorge auf den Partner zu Erleben und das brachte mir ein neues Lebensgefühl ein.
Natürlich hatten wir vor/nach einem Treffen Gespräche und ggf. Zweisamkeit.
*****_54 Frau
10.877 Beiträge
Als mein Partner mir mitgeteilt hat, dass das Thema Sex für ihn selbst zur Belastung wird, die Gründe dafür spielen hier keine Rolle, war für mich klar, dass das kein Grund zur Trennung ist.
Denn neben der Erotik gibt es in unserer Beziehung eine starke freundschaftliche und intellektuelle Ebene.

Verzichten auf Erotik und Sex wollte ich selbst aber nicht.
Wir haben darüber gesprochen, ohne Drama, ich habe das akzeptiert - Sex kann man sich ja nicht "erzwingen" - und die Beziehung geöffnet.
Man kann reden soviel man will, der Mensch ist ein Meister des Selbstbetrugs und von daher wird das alles nicht viel bringen, sich an Taten des Gegenübers zu orientieren ohne entschuldigen dafür zu erfinden ist der bessere Weg.

Beispiel.
In der ersten Nacht werden von 3 Aktionen die man startet schon 2 abgeschmettert ich meine jetzt keine "sonderbaren Dinge" sondern ganz einfache o
0815 Dinge, dann neigt man dazu durch die rosa Brille das eine das Anerkennung fand zu hoch aufzustellen die anderen Bedürfnisse werden dann erstmal als ach das wird schon an die seite gedrängt.

Nach Jahren trifft man einen Menschen wieder den man mal toll fand.
Der Mensch ist immer noch interessant hat sich aber äußerlich eher zu seinem Nachteil entwickelt vielleicht auch durch einen Lebensstil der nicht zu seinem eigenem Leben passt.
Man landet im Bett und erhofft sich das am nächsten Morgen der Mensch neben einem aufwacht den man in Erinnerung hat.

Es gibt diese geht und geht gar nicht ankreuzdinge.
Viel Sex
Hey passt *freu*
Wird denn da noch darüber gesprochen was viel eigentlich ist?

Diese sogenannten Entscheidungen aus dem Bauch heraus oder ich bin eher der kopfmensch
Beides ist ein Glücksspiel
Nicht mehr und nicht weniger
Und das ist auch gut so
Denn das Leben ist auch nur ein Spiel mal gewinnt man mal verliert man.
Alles gut, solange man seine Einsätze gut unter Kontrolle hat und dabei kann man sich auch wieder schön selbst belügen.

In diesem Sinne
Immer an Pippi Langstrumpf denken.
Ich mach mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt.
*****rDu Paar
1.778 Beiträge
Er schreibt :
Wir haben uns in meinem damaligen Swingerclub kennengelernt und so ging es recht schnell das anfängliche Verliebtheit und Sex zusammenkamen. Es hat wunderbar gepasst. Bis vor wenigen Jahren gesundheitliche Probleme auftauchten, die wir heute auch in unserem Profil beschreiben. An guten Tagen haben wir immer noch guten Sex miteinander, aber sie möchte diese Momente nicht mehr mit anderen Teilen, wohingegen dieses Bedürfnis bei mir nach wie vor besteht. Zunächst habe ich es aus Rücksichtnahme unter den Tisch gekehrt, aber meine Unzufriedenheit wurde immer größer. Und so haben wir uns ausgesprochen. Und ich bin froh, dass sie unsere Beziehung daraufhin für mich wieder geöffnet hat. Ich werde mit "Viel Vergnügen" verabschiedet und muss nach meiner Rückkehr alles haarklein erzählen. Was nicht selten dazu führt, das wir beide dann auch noch mal Spass miteinander haben.
Sicherlich klappt das so nicht bei Jedem oder Jeder. Aus unserer Erfahrung heraus kann ich es nur empfehlen. Wir sind jedenfalls nach wie vor glücklich miteinander.
****yn Frau
13.442 Beiträge
Zitat von ****na2:

Was mich jetzt interessiert, sind ECHTE Erfahrungen von Menschen/Paaren, die sich in einer solchen Situation befunden haben. Wie habt Ihr es gelöst? Was hat Euch geholfen? Was war effektiv? Bereut Ihr etwas und würdet Ihr es gern anders gemacht haben?


Ich war bis Ende 20 an Sex komplett uninteressiert. Er hat mich abgestoßen, nicht im Sinne von "eklig", sondern einfach im Sinne von Widerstand allein beim Gedanken daran. Das war einfach nicht meine Welt. Ich habe keine Pornos gesehen und auch nicht masturbiert. Ich bin keine Beziehungen eingegangen. Sex wurde erst zu einem konkreten Thema, als ich mit 22 meinen Exmann kennenlernte (meine erste und bis heute einzige Beziehung).
Wir hatten Sex und ich wurde sehr schnell schwanger. Die ersten zwei Jahre unserer Beziehung hatten wir relativ viel Sex, den ich nicht mochte, aber ich habe mich sehr angestrengt, war sehr experimentierfreudig, um vielleicht etwas zu finden, das mir Spaß machen könnte. Aber als ich nichts fand, wurde Sex zunehmend belastend für mich, weil ich absolut kein Interesse daran hatte. Ich begann damit, Orgasmen vorzutäuschen, um den Sex schnell abzuschließen. Aber irgendwann war ich an dem Punkt, an dem ich Sex einfach ablehnte.

Es folgten fünf Jahre Beziehung ohne Sex. Mir selbst fehlte absolut gar nichts, mein Exmann litt aber sehr stark darunter. Weil er aber auch sehr unkommunikativ bei Problemen war, redete er nie mit mir darüber und ich war damals noch nicht reif genug, um selbst das Gespräch zu suchen und ihn nach seinen Gefühlen zu fragen. Er betrog mich in diesen fünf Jahren mehrere Male. Zu dem Zeitpunkt wusste ich das noch nicht konkret, aber mir war klar, dass es vermutlich sein könnte und ich beschloss, ihm deswegen nicht böse zu sein, wenn es sich als wahr herausstellen sollte.

Nach vier Jahren schlug ich erstmals eine offene Beziehung vor. Ich fand es erstaunlich, dass er überhaupt bei mir bleiben wollte und dachte mir, dass er in so einer Situation wenigstens sexuell souverän und ohne Heimlichkeiten und Schuldgefühle leben sollte. Ich hatte mich aus der gemeinsamen Sexualität verabschiedet und fand es nicht fair, dass er da mitziehen sollte. Der Gedanke, dass er mit anderen Sex haben könnte, löste keinerlei Eifersucht in mir aus, darum erschien mir die offene Beziehung mit sexueller Souveränität eine gute Lösung, solange es nicht in starker Promiskuität ausartete.

Wir sprachen ein Jahr lang darüber, innerhalb dieses Jahres lernte er eine Frau kennen, mit der er sich häufig traf. Die Beziehung war noch nicht einvernehmlich offen, dennoch war mir ziemlich klar, dass er wohl Sex mit dieser Frau hatte, darum beschleunigte ich das Gespräch und fragte ihn auch geradeheraus, ob er Sex mit anderen hatte. Er verneinte. Was mich einerseits stutzig, andererseits sauer machte, weil ich ihn mittlerweile gut genug kannte um zu wissen, dass er log. Aber ich schluckte das erstmal herunter und dachte mir, dass er vielleicht noch unsicher war, wie "ernst" mir das mit der offenen Beziehung war, dass er vielleicht nicht einschätzen konnte, wie ich ganz real darauf reagieren würde, wenn er Sex mit anderen hatte, denn bisher hatten wir aus seiner Perspektive nur darüber gesprochen, während mir aus meiner Perspektive bereits klar war, dass er Sex mit anderen hatte.

Erst in den nächsten Wochen sprudelte die Wahrheit aus ihm heraus, aber auch hier immer erst mit Lügen. Erst hieß es, er habe mit dieser Frau nur einmal Sex gehabt. Irgendwann wurden daraus acht Mal. Irgendwann gestand er, dass er schon seit Monaten eine Affäre mit ihr hatte. Und dann erfuhr ich auch von all den Frauen in den Jahren davor.
DAS war es dann eigentlich, was mich sauer machte. Nicht, dass er fremdgegangen war, das hatte ich ja schon lange vermutet und war nicht wirklich imstande, ihm das übelzunehmen. Aber dass er auf Nachfrage eben erstmal gelogen hatte, dann immer wieder log und ich irgendwann nicht mehr sicher sein konnte, was nun stimmte und was nicht. Das hat mich sehr geärgert. Trotzdem habe ich das verziehen, wollte eben dieses ganze Kapitel abschließen und nach vorne blicken, immerhin wollte ich mein Leben mit ihm verbringen und beschloss, diesen immensen Knacks in der Beziehung kitten zu wollen, ohne böses Blut, ohne Nachtragen. Immerhin hatte ich mich auch jahrelang unfair verhalten.


Gut, nun war die Beziehung offen. Allerdings passierte dann etwas, womit wir beide nicht gerechnet hatten. Ich erkrankte recht heftig an einer Bipolaren Störung (genetische Disposition durch meine Mutter, die dieselbe Erkrankung hat; bei mir dann letztendlich ausgelöst durch eine sehr starke, emotionale Stresssituation). In meinem Fall wird mein Gehirn dabei während einer Episode zunächst extrem mit Dopamin überflutet. Da Dopamin stark an sexueller Erregung beteiligt ist, führte das dazu, dass ich zum ersten mal in meinem Leben sexuelles Interesse entwickelte. Und zwar starkes.
Positiv daran war erstmal: Ich wollte Sex mit meinem Mann. VIEL Sex.
Negativ daran war: Mir wurde ssehr schnell klar, dass ich sexuelles Interesse an Dingen bekam, die ihn völlig überforderten und nicht wirklich in seiner Natur lagen.

Die darauf folgenden, letzten Jahre unserer Beziehung wurden dann ehrlich gesagt wirklich schwierig, wobei da sehr viel Unehrlichkeit von seiner Seite aus eine Rolle spielte - aber auch, das gebe ich zu, sehr viel Druck von meiner Seite aus.
Meine Erkrankung führte zum Beispiel eine längere Zeit zu einer belastenden Hypersexualität, die sich erst mit einer Medikation normalisierte. Aber ich verstand unsere Beziehung eben für beide Seiten als offen, obwohl zu dem zeitpunkt, als wir sie öffneten, eine andere Situation herrschte. Es ist nicht so, als hätte ich das vorher nicht angesprochen, ich habe meinen Exmann ganz konkret gefragt, wie er die Situation sieht, jetzt, wo ich auch sexuelles Interesse hatte. Er war damit einverstanden, dass es eine beidseitig offene Beziehung sein sollte.

Angeblich.

Ich frage mich im Nachhinein manchmal, was dümmer gewesen ist: Meine optimistische Naivität, ihn beim Wort zunehmen, darauf zu vertrauen, dass er sich mir mitteilt und die Wahrheit über seine Eindrücke, bedürfnisse und Gefühle sagt und wir beide auf derselben Seite im Buch sind, oder seine Idiotie, über all das fast bis zum Schluss zu lügen und zu schauspielern.

Was passierte war nämlich, dass ich sexuell aus einem Dornröschenschlaf erwachte, Triebe und Bedürfnisse entwickelte, die ganz klar von Beginn an in eine konkrete Richtung liefen und die ich auch befriedigen wollte. Ich wollte, dass wir beide sexuelle Befriedigung fanden, primär miteinander, aber in Teilen auch mit anderen. Ich wollte ihn nicht kontrollieren, ich wollte mich von ihm nicht kontrollieren lassen. Ich lebte ein Ideal, das reine Fantasie war, weil ich es konnte, er aber nicht - er mir das aber nicht sagte, sondern log und log und log und schauspielerte.

Das Ende vom Lied war: Er war mit meiner Sexualität überfordert, selbst dann noch, als sie nicht mehr hypersexuell, sondern normal war. Wir wollten nicht dieselbe Art von Sex. Er war unglücklich mit der offenen Beziehung, war er sie zwar für sich gut fand, aber nicht wollte, dass ich sie ebenfalls in Anspruch nahm und er daraufhin lieber das konsequente Ziel verfolgen wollte, die Beziehung wieder komplett zu schließen. Parallel zum Thema Sex und Beziehung wollte er unbedingt weitere Kinder - ich auf keinen Fall.

Ich habe erst wenige Wochen vor unserer Trennung wirklich erfahren, wie er sich fühlt, was er will und womit er alles nicht klarkommt. Ich weiß nicht, warum er das nicht früher sagen konnte, warum er mich in dem Glauben ließ, es sei alles in Ordnung zwischen uns und er würde genauso denken wie ich. Im Nachhinein nervt mich das so dermaßen, dass ich manchmal noch Zorneswallungen bekomme, weil das einfach so unnötig und dämlich war.

Aber es half ja am Ende alles nichts, weil wir in ganz wesentlichen, beziehungsentscheidenden Punkten nicht mehr dasselbe wollten. War früher das Thema "Zu wenig/kein Sex", was ihn belastete, war es nun "Zu viel/zu krasser Sex" - was auch ihn belastete. Aber ich konnte und wollte auf diesen Sex nicht verzichten, ich konnte mich nicht mehr "zurückfahren", weil es die einzige Art von Sex ist, die mich wirklich glücklich macht. Und ich auf keinen Fall mehr zurück zu diesem asexuellen Wesen wollte, das ich früher war und das ich unweigerlich wieder geworden wäre, wenn ich Sex haben müsste, der mich nicht befriedigte.

Hier noch einmal mein Unverständnis, warum er mich damals in unseren fünf Jahren ohne Sex nicht verlassen hatte. Ich meine - ja, es ist vielleicht nobel und vielleicht war ihm die Beziehung zu wichtig. Aber ich habe nicht so nobel sein können. Ich habe nicht verzichten können. Ich habe kein schlechtes Gewissen deswegen, ich finde nicht, dass ich ihm etwas schuldig war, seinen Verzicht damals hätte "zurückzahlen" sollen, indem ich auch verzichte. Ich fand tatsächlich, dass angesichts der Tatsache, dass wir unterschiedlichen Sex wollten, unterschiedliche Beziehungsformen und unterschiedliche Familienplanungen, eine Trennung besser wäre, weil es uns beiden die Chance geben würde, genau diese Ziele zu verfolgen. Nur nicht mehr miteinander.

Und da nach der Trennung ohnehin noch weitere Lügen ans Tageslicht kamen - wie zum Beispiel, dass er nie ein Kondom bei den anderen Frauen benutzt hatte und sich einmal sogar Clamydien eingefangen hatte - und ich auch herausfand, dass er aus unterdrückter Wut und Frustration über die Situation der letzten Jahre vor der Trennung auch Gaslighting mit mir betrieben und andere Dinge manipuliert hat, um irgendwie ein Stück Kontrolle zu behalten, wurde mir auch einfach klar, dass es mir nicht mehr möglich sein würde, eine Beziehung mit ihm zu führen, ohne Gefahr zu laufen, wieder belogen und manipuliert zu werden, wenn er Angst hätte, die Kontrolle zu verlieren, weil er eben nicht richtig und vor allem nicht rechtzeitig kommunizieren kann und erst etwas sagt, wenn der Vulkan an Scheiße ausbricht und Pompeji unwiederbringlich begräbt.



Zusammenfassend:
So abgedroschen es klingt, aber kein Weg führt vorbei an echter, aufrichtiger und zeitnaher Kommunikation. Nicht erst reden, wenn es zu spät ist. Kein schwammiges Herumgedruckse, kein "wird schon, einfach abwarten", keine "Nichts" als Antwort auf die Frage, was mit einem los ist.

Wenn was los ist, sagt es! Sagt es zeitig und sagt es klar, sodass es der andere auch wirklich versteht und nicht rätselraten muss oder denkt, es sei eigentlich alles okay und nur halb so wild.

Ja, Sex ist nicht alles in einer Beziehung, aber wenn man langfristig unglücklich in der Beziehung ist, ist eine Trennung nicht die schlechteste aller Optionen, sie kann sogar die beste sein. Sehr viele Menschen würden sich gern trennen, tun es aber nicht aus Gründen von Gewohnheit und Bequemlichkeit. Sie würden am liebsten einfach den Partner ändern, oder gegen jemand komplett Neuen austauschen, aber trotzdem alles Nette behalten, was bis dahin angehäuft wurde. Angst davor, neu anfangen zu müssen, Angst davor, sich wieder etwas erarbeiten zu müssen, Angst davor, nie wieder, oder nicht so schnell jemand Neuen zu finden, der an ihrer Seite sein möchte.

Das alles hält sie zurück. das sind aber keine guten Gründe, eine Beziehung aufrecht zu erhalten. Alles, was für mich zählt, ist die Antwort auf die Fragen: Bin ich mit diesem Menschen an meiner Seite so glücklich, dass ich mein Leben mit ihm verbringen will?
*******ter Frau
4.465 Beiträge
Wenn Sex zur Belastung wird, ...
dann liegt es meist daran, dass er als Thema überstrapaziert wird. Was bei mir eine ganz klare Gegenreaktion in Form von Ekel und Abgrenzung hervorruft.

Es fällt mir schwer zu glauben das die unzähligen Threads zum Thema von Erwachsenen geschrieben werden.
Einfach darüber reden. Das kann für den ein oder anderen schwer sein aber da muss man einfach seine Angst überwinden und sich jemanden öffnen.
*********eide Paar
106 Beiträge
Hm, weiß nicht, ob ich was Sinnvolles beitragen kann, will aber auf einen Aspekt hinweisen: Es wundert mich wenig, dass sich gerade auf Seiten wie dem JC Berichte über eine sexuelle Unzufriedenheit oder gar Belastung finden. Einerseits natürlich toll, dass hier die Möglichkeit besteht, sich offen mit anderen zu den Themen Sex und Partnerschaft austauschen zu können. Andererseits finden sich hier auch viele Mitglieder, die in sexueller Hinsicht äußerst aufgeschlossen sind und kaum der allgemeinen Norm entsprechen. Wie in allen sozialen Netzen gibt es natürlich auch hier ein paar Selbstdarsteller, die die Realität auffrisieren (höher, schneller, weiter, besser, häufiger). In beiden Fällen ist der Vergleich mit der eigenen Sexualität dann schnell negativ. Ich halte es daher für wichtig, sich mit den eigenen (sexuellen) Wünschen und Bedürfnissen auseinandersetzen und nicht einem vermeintlichen Ideal hinterherzurennen, dem die eigene Sexualität vielleicht ohnehin nicht entspricht. *my2cents*

Alles Liebe!
*******n_HH Frau
5.904 Beiträge
Zitat von *******ter:
Es fällt mir schwer zu glauben das die unzähligen Threads zum Thema von Erwachsenen geschrieben werden.
Das geht mir inzwischen auch so.
Ich war in der Situation. Sex nicht vorhanden, alles anderes passte. Dann fing mein Mann an, mich aus den Augen zu verlieren, nahm mich nicht mehr wahr, hörte mir nicht mehr zu. Selbst wenn es um die Betreuung unserer Tochter ging.
Naja, jetzt sind wir getrennt...
Obwohl diese Nähe immer noch da ist bzw wiedergekommen ist. Aber jetzt wo ich Sex habe, möchte ich auch nicht mehr darauf verzichten. Er kann es mir nicht geben, kann es aber auch nicht akzeptieren, wenn ich es mir anderweitig hole.

Jetzt versuchen wir es als Freunde. Waren wir eigentlich die letzten Jahren auch nichts anderes.

Also, bei mir gab es kein happy end... 🤷🏻
****yn Frau
13.442 Beiträge
Zitat von *********eere2:

Also, bei mir gab es kein happy end... 🤷🏻

Ich finde ja, ein Happy End bedingt nicht zwingend einem Fortbestehen der Beziehung/Liebe. Wenn beide nach der Trennung glücklicher sind als vorher, hatte jeder ein Happy End. Wenn man auf einer bestimmten Ebene wieder zueinander findet, zum Beispiel als gute, verlässliche Freunde, hat man sogar ein gemeinsames Happy End, ganz ohne Beziehung.
Für mich ist kein Sex innerhalb der Beziehung kein Problem, weil es nur einen minimalen Anteil ausgemacht hat.
********lara Frau
5.910 Beiträge
Themenersteller 
Danke @****yn , für deine ausführliche Schilderung! Du hast ja wirklich beide Extreme erlebt und in meinen Augen auch richtig gehandelt.
Einziger Fehler und meistens der entscheidende: Man geht von sich selbst aus und stellt sich damit ein Bein. Aber auch das ist ein Lernprozess.
Dein Fazit ist sehr weise und ich hoffe, dass es viele lesen.

@*********eere2
Da schließe ich mich @****yn an: Euer Happyend ist, dass Ihr beide glücklich seid! Eine Trennung muss nicht die schlimmste Lösung sein, sondern ist mitunter die beste. Wenn auch nicht die bequemste ...
@****yn Puh, alle Achtung! Selten eine derart offene Erzählung gelesen. Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Aufarbeiten von diesem ganzen Wirrwarr. *hutab*
*****ron Mann
1.402 Beiträge
Aufgrund einer psychischen Erkrankung und dem dafür notwendigen Medikament, hatte eine vergangene Partnerin irgendwann selten bis gar keine Lust mehr. Wir haben dann vereinbart, dass sie von sich aus aktiv wird, wenn sie Lust hat und wir es ansonsten einfach lassen (bin bei der richtigen Person immer in Stimmung zu bringen). Teilweise hatten wir nur alle 1-2 Monate Sex, aber das vergebliche "Anrennen" war nicht vorhanden, was die Beziehung dadurch wenigstens nicht auch noch zusätzlich belastet hat. Ihr war in dieser Zeit kuscheln weit wichtiger als sexuelle Intimität und ich habe sie einfach zu fest geliebt als dass dies ein Thema gewesen wäre.
****Wo Paar
2.753 Beiträge
Ist, wenn die Trennung die Lösung ist, es nicht zwngsläufig ein Happy End, auch wenn es sich erst so nicht anfühlt? *nachdenk*
*******560 Paar
83 Beiträge
Ich habe beide Varianten erlebt.

In meiner ersten Ehe, war es wie es sich gehört. Man zeigt sich von seiner besten Seite und macht alles wie es sich gehört, inkl. Kinder.
Wenn dann die Bedürfnisse auseinander laufen, stellt man fest, dass man nicht gelernt hat zu reden. Es wird zwar Ehrlichkeit eingefordert, aber man soll ja nichts falsches sagen. Und die Probleme des einen sind noch lange nicht die des anderen. Man rutscht in die Rolle des Unholds.
Verständnis Fehlanzeige.
Das Thema Sex wird dann zur Belastung, weil es gar kein Thema gibt.

Meine jetzige Ehe begann mit einem extremen Strategiewechsel. Ich habe von Anfang an meine "Abgründe" offengelegt und überraschenderweise wirkte es nicht abschreckend. Wir müssen keine Rollen mehr spielen und genießen beide unsere Beziehung.

Sex ist ein Thema wie viele andere auch. Und Probleme, die entstehen müssen angegangen werden. Belastend wird es, wenn Prägungen und Erwartungen die Kommunikation blockieren.
*******uld Mann
1.829 Beiträge
Was hilft, wenn das Thema Sex zur Belastung wird?
Ich vermute, dass solche Differenzen bei vielen Menschen irgendwann im Leben mal auftauchen.
Mir ist es jedenfalls nicht anders ergangen.

Was mir dabei u.a. geholfen hat:
- dass ich es von beiden Seiten erlebt habe (mal derjenige, dem es zu wenig war, mal das Gegenteil)
- dass ich mir bisher immer klar werden konnte, wie wichtig Sex mir in der Beziehung und wo das Wichtig-sein aufhört
- dass ich meine Toleranz-Bereiche dabei gefunden habe (was kann sein, was sollte sein, was muss sein, was ist mir eher egal / was kann ich hinnehmen)
- dass ich immer mehr gemerkt habe, dass "andere auch nur mit Wasser kochen" - also oft gleiche Probleme haben und es deshalb keinen Grund für Unsicherheit gibt
- dass es mir oft geholfen hat, mir zum Überdenken solcher Probleme viel Zeit zu nehmen und ich zumindest versucht habe, das Problem auch mal aus der Gegen-Perspektive zu sehen.

Zum dauerhaften Fortbestand der Beziehung hat es trotzdem nicht geführt.
Weil es bisher nie das alleinige Problem war, sondern nur zu den vorhandenen Problemen gehörte.
Auch weil selbst viel reden nicht immer dazu führt, dass man es miteinander schafft, das Wesentliche (woran man scheitert) anzusprechen - vielleicht auch, weil man genau das erst zu spät erkennt.
Und weil es - entgegen der Erwartungen, die erst vorhanden waren - es eben insgesamt dann doch nicht gepasst hat.
Schön, wenn dann wenigstens am Ende diese Erkenntnis gemeinsam vorhanden war. (Auch das war nicht immer der Fall.)
Zitat von *********2021:
ich kann nur mitlesen ,da ich seit Jahren in genau der Situation bin.
Für mich stellt sich auch die Frage ob die Beziehung vielleicht sogar schon vorbei ist und ich es einfach nicht merke, merken will.

Interessant. *nachdenk* *gruebel*

Woran würdest du merken, dass die Bez. in Wahrheit vorbei ist? *hm*
Hast du versucht, die sexuelle Situation zu "verbessern"? (Davon gehe ich aus.)
Warum hat es nicht funktioniert? (Falls du es versucht hast)
Ab wann ist eine Bez. für DICH vorbei?
Wieso lebst du eine Bez., wenn sowohl die Sexualität für dich nicht erfüllend ist und du nicht mehr hinter der Bez. stehst? (keine Kritik)
Was hält dich in dieser Bez.?
Sind Ängste oder Befürchtungen, Nachteile mit einer Trennung verbunden? *angsthab*
Anmelden und mitreden
Du willst mitdiskutieren?
Werde kostenlos Mitglied, um mit anderen über heiße Themen zu diskutieren oder deine eigene Frage zu stellen.