Homosexualität & BDSM: Wie ist bei euch die Rollenverteilung

 
ThemenerstellerJOY-Team
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2. Feb

Homosexualität & BDSM: Wie ist bei euch die Rollenverteilung
Hallo ihr Lieben,

Nina (46) ist Transgender, dominant und lesbisch. Für den heutigen Magazin-Artikel "Ich bin eine dominante Lesbe." haben wir uns mit ihr über ihre Sexualität und ihr Verhältnis zu BDSM unterhalten.

Sie erzählt: "Als dominante Transfrau muss ich mich in der BDSM-Szene oft erklären. Dort existieren verschiedene Rollen, in denen Männer Frauenkleider tragen – feminisierte Rollen als Fetisch oder als Bestrafung. Transfrauen werden dabei aber wie folgt wahrgenommen: Sie wechseln von der starken, männlichen Rolle in die schwache, weibliche Rolle."

Daher unsere Frage an homosexuelle Paare in der BDSM-Szene:

• Wie sind eure Erfahrungen zum Thema Rollenverteilung und Dominanz als homosexuelles Paar im Bereich BDSM?
• Habt ihr auch die Erfahrungen gemacht, dass sich dominante Frauen häufiger für ihre Neigung erklären müssen? Oder habt ihr andere Erfahrungen gemacht?

Ich wünsche euch eine rege Diskussion!
 
 
2. Feb

Ich fang mal an...
Vorzustellen brauche ich mich nach diesem Interview wahrscheinlich nicht mehr. Mir fiel in den letzten Jahren immer wieder auf, dass Homosexualität in der BDSM Szene eine sehr einzigartige Rolle spielt.

Während viele schwule Männer BDSM sehr oft offen ausleben habe ich nur wenige lesbische Frauen kennengelernt, die klar zu BDSM stehen. Zwar sind sehr viele Subs, wenn man den Profilen glauben darf, offen für Bisexualität, in der Praxis scheint das aber nur in der FFM *ffm* Kombination praktiziert zu werden.

Auch auf ladies only parties sind erstaunlich viele Frauen, die abseits ihrer Beziehung zu einem Mann, "mal eine Frau" haben wollen.

.... Das lass ich jetzt mal so stehen
 
 
2. Feb

Interessantes thema!

Mal intressant ein paar zu erleben, das dann immer noch zusammen ist!
Bei den meisten läuft es früher oder später ja oft doch auf eine Trennung heraus.

Was mich irritiert hat, ist der satz

"warum andere immer nur im männlich weiblich denken würden und das der partner ja immer noch der gleiche sein. "

Aber genau das stimmt ja nicht! Oder?
Da der partner sich ja früher oder später doch zu einer anderen person entwickelt. Anderes aussehen, eventuell auch anatomisch, auch Hobbys, verhalten ändert sich!

Und da is es für mich sehr nachvollziehbar das, das der/die partner/in nicht mitmacht weil eben von der Person, sie man von 5,10,20 jahren geheiratete hat praktisch kaum mehr was übrig ist.

🤔 denke das hat auch nicht wirklich was (nur) mit steriotypen denken zu tun. Den man hat sich die person ausgesucht weil sie so ist wie sie ist männlich (im/oder Geschlecht und oder verhalten). Vom körper her ect ect p.p Und auch von der Persönlichkeit her. Für mich also durchaus nachvollziehbar das manche sagen ne damit kann ich jetzt nix mehr anfangen.

Natürlich ändern sich alle menschen im lauf der jahre mehr oder weniger. Aber selten sind die Veränderungen so drastisch.
 
 
2. Feb

Ja, man verändert sich definitiv. Aber der Mensch, der Kern bleibt gleich. Natürlich gibt es viele trans, die vor dem Coming Out eine sehr tief sitzende Rolle spielten.

Meine hobbies haben sich nicht wesentlich verändert... Tiefer war der Einschnitt durch die Freundschaften, die sehr plötzlich "im Sand verliefen".

Ich verstehe was du meinst, das ist aber hier nicht so das Thema *g*
 
 
2. Feb

Die einzig devote Frau in meinem Leben war - eine Butch, die im Lauf der 2-jährigen Beziehung sozial zum Mann wurde.

Die Beziehung hat sich dadurch verändert (und ist zu Ende gegangen), weil ich damals komplett überfordert war mit all den neuen Rollen, die ich anscheinend plötzlich auszufüllen hatte. Dass das eher mein Problem war, habe ich erst Jaahre später zugelassen.

Ich hab‘ sie durch ihre Transition nur mehr geliebt - Dominanz hingegen wollte mir nicht mehr gelingen. Weil sie so verletzlich war und stark zugleich. Und weil sie (fast doppelt so alt) mich in der Entwicklung mehr als überrundet hatte.

Ich bin ganz gerührt, wenn ich sehe/lese, dass Paare diesen Prozess mehr als nur durchstehen, sondern sich definieren lassen.

Ob mir das heute auch gelänge? Vielleicht. Hoffentlich.

Menschen, seid großmütig miteinander. *g*
 
 
2. Feb

Diese Veränderung ist schwer
Danke ImapUkua

Die Rollen wieder zu finden war auch für uns ein langer Weg und führte dazu, dass wir die Beziehung für eine Spielbeziehung geöffnet haben.
 
 
2. Feb

Hm....
Ich bin zwar nicht trans sondern Inter aber erklären musste ich mich nie!
 
 
2. Feb

Ein Satz, den ich nicht verstehe, bedarf einer Erläuterung:

'Konnten Sie sich das Geschlecht aussuchen? Ich nicht.'

Hand aufs Herz: Wer kann das schon? *nachdenk*
 
 
2. Feb

Spannendes Thema
Erstmal DAUMEN HOCH für den Bericht von Nina und ihrer Art zu leben und ihrer BDSM-Auslebung. *top*
Das erfordert ja eine Menge Mut und ich finde es auch gut, das mehr und mehr Stellung dazu genommen wird, auch im Hinblick auf das Phänomen "Sich immer und überall irgendwie erklären zu müssen". *top*

Für meinen Teil lebe ich zwar nicht in einer Beziehung, also nicht in einer eher langandauernden Beziehung, da das, auch aus bestimmten Gründen, nicht so möglich für mich ist, daher bin ich immer an den sog. "Spielbeziehungen" bzw. "Spielpartnerschaften " interessiert, welche für mich als gleichwertig zu sehen sind. *top* *zwinker*

Ich habe für mich ein sog. "weibliches BDSM-geprägtes Alter-Ego" entwickelt, da halt die BDSM-Erotik und BDSM-Leidenschaft als Mann mit mir nicht funktioniert. Es ist für mich eine gewachsene Sache geworden, zwar im regulären Leben immer als zwar beziehungstechnisch und erotisch uninteressanter Mann zu leben, ABER halt in meinem persönlichen erotischen Leben mich einer Verwandlung zu unterziehen, welche mir im erotischen und beziehungstechnischen Sinne durchaus Vorteile bringt. *zwinker*

Da ich halt bi-sexuell veranlagt bin, was damals in meinen Teenagerzeiten latent vorhanden war, aber halt nicht richtig ausgeprägt war, wunderte ich mich immer, warum Beziehungen mit mir und heterosexuellen Mädels eh nicht funktionierten. Das lag und liegt heute noch an der AURA, welche ja jeden Menschen umgibt. Bei mir ist der Heteroanteil wohl unter 50% angesiedelt, gemäß der Erfahrungen oder auch Nicht-Erfahrungen, so konnte kein "Schuh daraus werden".
Die ganze BDSM-Erotik ist für mich die volle Offenbarung geworden, denn ich achte heute garnicht mehr auf von der Biologie vorgegebene Geschlechter, sondern NUR noch auf den jeweiligen MENSCHEN mit dem ich ein Play eingehe, egal ob nun Mann, oder Frau, andere Trans-Personen, oder Paare. Ich mache da keinerlei Unterschiede. Das ist halt der elementare Vorteil, welchen ich damals als verpeilter im Glauben heterosexueller Teenager, nie und nimmer haben konnte.

Es fühlt sich gut an und ich habe im Heute und Jetzt halt meine Nische, bzw. meinen erotischen PLAN-B gefunden, was durchaus am Anfang auch nicht so wirklich einfach war.
Am Anfang waren ja nur eher fetisch- und bdsm-geprägte Gedanken, noch keinerlei Möglichkeit der Auslebung. Daher hatte ich nur theoretische Vorstellungen, wie ich so als "TRANS-DOMSE", ne Wortschöpfung von mir, so aussehen kann oder auch wirken kann. *kuss3*

Aber, ich habe mir dann mal den Mut gefasst und mich als "Lady" gestyled, gemäß meiner der Phantasie entstammenden Rollenantlitze. Leder-Lady, Reiterin und Lehrerin.
Klar, am Anfang als ich die ersten Clubbesuche gemacht hatte, wurde man schon ein bissel argwöhnisch beäugt, so nach dem Motto: "Ist Ziggy Stardust von David Bowie gelandet" o.ä. *mrgreen* *mrgreen*
Aber ich hatte mich in meinem erotischen Vorhaben von niemandem beirren lassen, daran etwas zu ändern, da es ja mein persönlicher erotischer Entwurf der Lustauslebung darstellt.
Am Anfang war ich eh etwas zurückhaltender, habe viel beobachtet, wurde dann aber doch freier in meinen Gedanken und in meinem Handeln, konnte schamfreier Fragen stellen, welche aber auch immer gehaltvoll für mich beantwortet wurden.

Praktische Erfahrungen konnte ich in meiner "VERY-SPECIAL" Auslebung schon machen, es gab durchaus immer sehr schöne Momente und Erfahrungen. Klar, kann man niemals "EVERYBODY´s DARLING" sein o.ä. aber die meisten Menschen, welche ich so in meinem Clublife so getroffen habe, bis wohl auf ein paar eher wenige Ausnahmen, kommen mit mir als Mensch und halt mit meiner Art der Auslebung durchaus klar.
Ja, das ist ja auch das Wichtigste dabei, denn wir leben ja schließlich in einer doch aufgeklärten Zeit im 21.ten Jahrhundert und nicht mehr 1933-1945.

Klar ist auch, das man sich auf keinen Fall alles gefallen lassen muss, falls es doch mal zu extremen Meinungsäusserungen mit diskriminierender Tendenz kommen sollte.
STARK BLEIBEN und das Leben leben und erotisch optimal genießen. *zwinker* *zwinker*
 
 
3. Feb

Es scheint grundsätzlich schwer zu sein...
zunächt möchte auch ich Nina für ihren Beitrag danken.

Wir angelwithbitch haben zwar keine feste Beziehung zueinander, jedoch herscht zwischen uns die sog. Freundschaft plus und sehr reger Austausch über unsere Gefühle, unser Denken, unsere Neigungen und Bedürfnisse.

Mein Outing als Transgender war bei ihr problemlos, es weckte grosses Interesse bei ihr an dem was da noch ist. So kam es nach und nach dazu das die weibliche Seite von Bitch (Transgender), mehr und mehr present wurde in allen Lebenslagen.. Wir gehen gemeinsam aus, verbringen unsere Urlaube als Freundinnen etc.
Die Vorliebe für SM wurde unserer SIE (Lady Angel) von Bitch nähergebracht. Es war freudig und spielerisch und fiel auf fruchtbaren Boden bei ihr. Gemeinsame Erfahrungen wurden gemacht und experimentell erweitert. Und das Verlangen mehr zu erfahren wächst. Jedoch erscheint es uns als sehr schwer bei Menschen mit BDSM Neigung auf Interesse zu stossen. Ich denke, dass es eben für die meisten einfach nicht vorstellbar ist, sich auf Transgender welcher "Intensität" auch immer, einzulasssen und die Spielweise des BDSM gerade mit solchen Menschen teilen zu wollen. Die klassiche Einteilungen zwischen DOM und SUB sind eben dann auch klar verteilt. Der Gedanke sich auf ein Paar mit BDSM Preferation einzulassen erscheint dann doch den meisten eher unvorstellbar.

Es muss ja nicht sein dass man miteinander "Spielt". Aber selbst auf div. Fetishveranstaltungen bleiben wir meist als Paar unter uns, weil niemand sich vorstellen kann auch nur small talk zu halten.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und wir freuen uns unseren Weg trotzdem zu gehen und wer weiss wann sich das eine oder ander nette Treffen ergeben kann. *freu*

vlg Bitch
 
 
4. Feb

Cerridwen:
Ein Satz, den ich nicht verstehe, bedarf einer Erläuterung:

'Konnten Sie sich das Geschlecht aussuchen? Ich nicht.'

Hand aufs Herz: Wer kann das schon? *nachdenk*

Ich vermute, das ist doch genau das, was der Satz aussagt und aussagen soll. *zwinker*


Tatsächliche Erfahrungen, die meine eigenen wären, kann ich leider nicht zum Thema beitragen. (Auch die Frage nach dem "erklären müssen" weiblicher Dominanz richtet sich hier nicht direkt oder sinnvoll an mich, ist aber für sich genommen schon vielsagend.)

Allerdings habe ich kürzlich einen ziemlichen Irritationsmoment erlebt, als ich herausfand, dass Joyclub anscheinend zwischen "Transgender" (u.a.) und "Normales Mitglied" unterscheidet. An sich gibt es die Option immerhin, es erschien mir dort nur absolut an der falschen Stelle. Und die kurz gefasste Bezeichnung, das Wort "normal" hat in diesem Sinne sowieso schon ein solches Gewicht, dass ich wirklich hoffe, ich hab diese "Aufteilung" und vor allem deren Auswirkung auf die Teilnahme und Interaktion von Leuten innerhalb dieser Plattform einfach auf den ersten Blick total missverstanden..?

Nehmt es mir nicht übel, falls dir/euch das zu sehr vom Thema abweicht, das soll es nicht. Die Erinnerung macht mich einfach nur gerade wieder betroffen genug, um kurz etwas sagen zu müssen, auch wenn ich nicht gefragt war. Für mich erscheint sowas nämlich auch sehr wohl relevant im Zusammenhang hier... damit, wer und welche vielen möglichen Rollen- oder Gruppenzugehörigkeiten überall wie sichtbar werden, um sich zu begegnen und auszutauschen - oder eben nicht und es immernoch viel zu wenig Austausch gibt.

Umso positiver und spannender finde ich eben, dass du dieses Gespräch hier so sensibel und besonnen eröffnet hast, Nina.
(... und das feucht werden vom feucht sein klingt bzw. ist übrigens auch noch einfach auffallend heiß. yes.)
 
 
4. Feb

Kaffee_Tee:

Ich vermute, das ist doch genau das, was der Satz aussagt und aussagen soll. *zwinker*

Stimmt. Ich höre oft "du willst ja eine Frau sein". Ich konnte nie entscheiden, dass ich eine Frau bin. Es war einfach so.

Kaffee_Tee:

Tatsächliche Erfahrungen, die meine eigenen wären, kann ich leider nicht zum Thema beitragen. (Auch die Frage nach dem "erklären müssen" weiblicher Dominanz richtet sich hier nicht direkt oder sinnvoll an mich, ist aber für sich genommen schon vielsagend.)

DA würde ich gerne mehr hören.

Kaffee_Tee:

Allerdings habe ich kürzlich einen ziemlichen Irritationsmoment erlebt, als ich herausfand, dass Joyclub anscheinend zwischen "Transgender" (u.a.) und "Normales Mitglied" unterscheidet. An sich gibt es die Option immerhin, es erschien mir dort nur absolut an der falschen Stelle.
Im joyclub gibt es die Möglichkeit, sich als trans zu registrieren. Allerdings kann ich nicht trans UND Frau auswählen. Ich hatte am Anfang, als ich meinen Account anlegte ziemliche Schwierigkeiten mit der what des Geschlechts für mein Profil.

Du sprichst noch ein anderes Thema an: das "normal" sein.. Das ist in der Tat ein schwieriges Wort geworden. Für viele ist "normal" im BDSM "männlicher Dom, weibliche Sub(s)"...
 
 
4. Feb

Ist es denn tatsächlich sinnvoll, für etwas wie sexuelle Ausprägung eine Norm zu definieren? Wenn ja, finde ich es wunderbar, dass so viele "unnormal" sind! *dafuer*
 
 
4. Feb

Cerridwen:
Ist es denn tatsächlich sinnvoll, für etwas wie sexuelle Ausprägung eine Norm zu definieren? Wenn ja, finde ich es wunderbar, dass so viele "unnormal" sind! *dafuer*
Hahaha. Ja, mir fiele sowas auch nicht ein.... Ich komme sehr gut mit "für mich und die, die dabei waren, war es geil" aus
 
 
4. Feb

An AngelwithBitch
also in meinen Cluberfahrungen kam ich durchaus oft in Gespräche, obwohl ich ja auch in meinen "speziellen Ladies-Rollen" dort auftrete. Besonders als Beginner bekam ich doch eine Menge "Aufmerksamkeit" in Form von Erklärungen von den erfahrenen Leuten, wie z.B. mal bei einem Beginners-Abend im SADASIA-Club in Dortmund. Fragen wurden für mich doch gehaltvoll beantwortet.
Die Gespräche waren doch immer gehaltvoll, witzig und gewöhnlich, ohne diskriminierende Tendenzen. Von daher habe ich wohl im Moment "Glück gehabt".
Am Anfang wurde man schon ein bissel "argwöhnisch" beäugt, so wie ich es in meinem ersten Post beschrieben hatte.
ABER: Ich war immer bestrebt, schon ein paar erklärende Infos zu mir abzugeben, ohne mich für irgendetwas schämen zu müssen. In den doch meisten Fällen wurde es, erstmal zur Kenntnis genommen, ob es allerdings immer zu einhundertprozent auch "kapiert" wurde, kann ich auch nicht mit Gewissheit sagen.
Weiteres positives Beispiel: Bei einem meiner mittlerweile doch nicht weniger werdenden Clubbesuche, hat mich mal ein Paar von sich aus angesprochen, warum ich das halt so mache. Dann hab ich denen das sachlich und recht cool und entspannt erklärt, und dann war alles gut.
Man wird es wohl nicht sooooo schnell verhindern können, das die einen und anderen Personen einen ansehen, als ob man wirklich bei "David Bowies Ziggy Stardust" mitgemacht hat, aber da grinse ich mir gedanklich einen und erlebe meine Erotik weiter.
Wer will denn etwas daran ändern.??
Wahrscheinlich liegt es auch an der höchstpersönlichen "Performance " der Sache, wie selbstsicher man in der "Rolle " auftritt, um dann eher als sympatischer oder nicht so sympatisch zu wirken. Heute mache ich mir allerdings darüber keinen "Kopp" mehr, denn dann ist man in der negativen Gedankenmühle gefangen und man ist dann nicht mehr frei in seinen Gedanken und in seinem Handeln.
Ich zitiere hier mal Udo Lindenberg: "Ich mach´mein Ding, egal was die Anderen sagen."
 
 
7. Feb

Ich werf mal meine 5 Cent dazu.

Seit nun mehr über einem halben Jahr lebe ich meine BDSM-Fantasien mit einem weiblichen Partner aus.
Anfangs war ich noch mehr in der Unsicherheit gefangen, einfach aufgrund mangelnder Erfahrung. Je länger jedoch das Verhältnis andauerte, desto sicherer wurde ich - und desto experimentierfreudiger obendrein.

Dann kamen die ersten Zweifel, vor allem als ich eine etwas dominantere Seite ausprobieren wollte. Ich stellte mir immer öfter die Fragen, welches Verhalten ich zeigen darf, ohne zu "männlich" zu wirken. Ich machte mir Sorgen, dass mein weibliches Auftreten durch zu dominantes Verhalten "vermännlicht" werden würde - was mir mittlerweile total absurd vorkommt.

Ich habe jedoch nie meine Partnerin plötzlich als "männlich" wahrgenommen, wenn wir in unser Spiel vertieft gewesen sind und sie wieder die dominante Seite angenommen hat. Das hätte das ganze vermutlich schlicht unmöglich gemacht.

So nach und nach - und nach einigen Gesprächen - bin ich zu der Einsicht gelangt, dass Dominanz nicht zwangsläufig mit Maskulinität gleichzusetzen ist. Außerdem habe ich mit der dominanten Seite so gut wie abgeschlossen, da ich gemerkt habe, dass mir die devote Rolle wesentlich mehr zusagt.

Insgesamt habe ich jedoch keine Probleme - abgesehen von meiner eigenen Wahrnehmung - im Ausleben von BDSM im gleichgeschlechtlichen Kontext gemacht. Auch nicht in Bezug auf meinen trans*identitären Hintergrund. Ich muss aber hinzufügen, dass ich noch keine Möglichkeit hatte, meine Erlebnisse auf Clubbesuche auszuweiten. Vermutlich sieht meine Erfahrung danach nochmal etwas anders aus.
 
 
7. Feb

LunaEisblume:

Dann kamen die ersten Zweifel, vor allem als ich eine etwas dominantere Seite ausprobieren wollte. Ich stellte mir immer öfter die Fragen, welches Verhalten ich zeigen darf, ohne zu "männlich" zu wirken. Ich machte mir Sorgen, dass mein weibliches Auftreten durch zu dominantes Verhalten "vermännlicht" werden würde - was mir mittlerweile total absurd vorkommt.

Danke. Diese Wahrnehmung, dass dominantes Verhalten männlich gelesen/wahrgenommen wird, habe ich auch kennengelernt. Gerade trans* Frauen haben, die von der männlichen Rolle (verbunden mit "stark", "Führungsqualität", "kräftig") in die weibliche Rolle wechseln, wird Dominanz nicht zugetraut.

Das erinnert mich an zahlreiche Diskussionen mit männlichen "Doms" , die Frauen als naturdevot bezeichnen. Weibliche Dominanz ist zwar alltäglich, aber sie wird oftmals nicht wahrgenommen. Abgesehen von professionellen dominas... Ach, dabei ist D/S unabhängig vom Geschlecht.

Vermännlicht fühlen... Das passierte mir nur mit einer eigentlich heterosexuellen Spielpartnerin, die forsierte Penetration als fixen Bestandteil von D/S betrachtete.
 
 
7. Feb

Vermännlicht fühlen... Das passierte mir nur mit einer eigentlich heterosexuellen Spielpartnerin, die forsierte Penetration als fixen Bestandteil von D/S betrachtete.

Das ist für mich weniger ein Problem. Mein Penis gehört eben auch zu meinem Körper dazu, wie alles andere eben auch. Zumal sich eine Frau für mich nicht zwangsläufig durch das biologische Geschlecht definiert. Wenn da keine Vagina ist schließt das dennoch nicht aus, dass die Person weiblich ist. Aber ich denke, das ist dann eher eine Sache, die jeder etwas anders empfindet.
 
 
7. Feb

LunaEisblume:
Vermännlicht fühlen... Das passierte mir nur mit einer eigentlich heterosexuellen Spielpartnerin, die forsierte Penetration als fixen Bestandteil von D/S betrachtete.

Das ist für mich weniger ein Problem. Mein Penis gehört eben auch zu meinem Körper dazu, wie alles andere eben auch. Zumal sich eine Frau für mich nicht zwangsläufig durch das biologische Geschlecht definiert. Wenn da keine Vagina ist schließt das dennoch nicht aus, dass die Person weiblich ist. Aber ich denke, das ist dann eher eine Sache, die jeder etwas anders empfindet.

Bin da ganz deiner Meinung. Genitalien und Geschlecht sind zwei Paar Schuhe

Die Penetration war nur technisch nicht möglich, da ich aufgrund der Hormone selbst damals (vor der OP) einfach nicht konnte. Für sie war es wichtig, für mich nicht möglich... Tja.
 
 
9. Feb

Manchmal glaube ich auch, dass ich lesbisch bin, weil "das Weibliche" in mir sich nach Vereinigung mit einer lesbischen Frau sehnt.
 
 
13. Feb

Da kann ich LunaEisblume gut verstehen, geht mir recht ähnlich.
Das dominante verbinde ich da auch mehr als männlich. Andererseits liebe ich besonders dominante Frauen und empfinde das überhaupt nicht männlich. Sollte man selber die dominante Rolle ausfüllen, empfindet man das für sich selber eben eher männlich oder "befürchtet" dass das männliche zu stark in den Vordergrund kommen könnte, worin man sich als Transfrau ziemlich unwohl fühlt. Mir geht es jedenfalls so.
Andererseits hatte ich schon immer eine devote Ausrichtung, von daher liegt mir die dominante Seite ohnehin nicht.
 
 
13. Feb

Ich kann es nicht verstehen.
Wieso tut man sich das an ? durch keine Op der welt durch keine Hormone der Welt wird man eine Frau! man kann sich was abschneiden und weibliche hormone nehmen aber man wird keine Frau. Für mich sieht das null weiblich aus eher seltsam. Meiner Meinung nach sollte man lieber lernen mit dem zu leben was man ist und was man hat. Jemand der klein ist der kann auch keine 2M groß werden jemand der keine Arme hat dem kann man auch keinen wirklichen ersatz bieten und einem Mann kann man niemals zu einer Frau machen.
 
 
13. Feb

Danke Sonic.
Menschen wie du sind der Grund, weshalb ich meine sexuellen und nonsexuellen Interessen lieber im bescheidenen Freundeskreis auslebe, da mir das Risiko auf so ignorante Personen wie du zu stoßen doch zu hoch ist.

Ich frage mich bei deinem Beitrag eine Sache: Hast du dich jemals mit dem Thema Transsexualität auseinandergesetzt? Warum man sich das antut ist ganz einfach: weil die Alternative (sehr oft) Suizid heißt - oder geschlossene Anstalt. Weil man sich selbst und sein Umfeld zunehmend beschädigt. Bis man irgendwann nicht mehr mit der eigenen Person klarkommt.

Transsexualität ist zudem keine Sache, die man sich einfach so aussucht. Man „entscheidet“ sich nicht spontan dazu, jetzt einfach eine Frau (oder ein Mann) zu sein.

Und nebenbei bemerkt: man ist Frau, wenn man sich so fühlt und sich als solche identifiziert. Nicht wenn man Kinder bekommen kann. So sprichst du auch sehr vielen Menschen, die als weiblich geboren wurden das Recht aus Frau zu sein. Genauso gibt es Frauen mit Penissen - oder Männer mit Vaginas. Sogar im genetischen Code gibt es eine unglaubliche Varianz.

Es ist nicht ganz so schwarz und weiss, wie du es dir hier vorstellst.
 
 
13. Feb

Edit:
„Sonic“ sollte hier „onix“ heißen.
Danke Autokorrektur.
 
 
14. Feb

onix89:
Ich kann es nicht verstehen.
Wieso tut man sich das an ? durch keine Op der welt durch keine Hormone der Welt wird man eine Frau! man kann sich was abschneiden und weibliche hormone nehmen aber man wird keine Frau. Für mich sieht das null weiblich aus eher seltsam. Meiner Meinung nach sollte man lieber lernen mit dem zu leben was man ist und was man hat. Jemand der klein ist der kann auch keine 2M groß werden jemand der keine Arme hat dem kann man auch keinen wirklichen ersatz bieten und einem Mann kann man niemals zu einer Frau machen.

Hallo Oxid,

Schön, dass du mir erklärst, was für dich Frau sein bedeutet. Mir ist dein Schönheitsideal übrigens herzlich egal. Ich konnte mein Geschlecht genauso wenig aussuchen wie du. Die OP machte übrigens wirklich keine Frau aus mir. Ich war schon vor der OP eine Frau - lediglich mit Penis. Der Grund für die OP war: meine Genitalien an mein Geschlecht anzupassen....

Was du über "man sollte lernen mit dem zu leben, was man ist" sagst stimmt haargenau: ich lebe damit, dass ich ne Frau bin. Der Körper lernt mit Hormonbehandlung und OP mehr dem inneren Zustand, der unveränderlich ist, überein zu stimmen.

Glaube mir, trans sein sucht man sich nicht aus. Hätte es nen weg gegeben, ohne Amputation meines Penis, ohne Entfernung meiner Hoden, ohne den ganzen Spott und verachtenden Kommentaren, wie deinen zu leben, indem ich sage "Ui, ich bin ein mann".... Ich hätte es getan.

Ignoranz ist übrigens keine männliche Eigenschaft... Du solltest lernen damit zu leben, dass es Menschen gibt, die deinem Ideal von Geschlecht und Schönheit nicht entsprechen.

Liebe Grüße,
Nina
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