Mit der Einsamkeit angefreundet... ist das krank?

21. Juli 2011
Mit der Einsamkeit angefreundet... ist das krank?

Hallo zusammen,

Mir ist der Unterschied zwischen temporärem Alleinsein und gefühlter Einsamkeit bewusst:
Was mich aber zur Zeit umtreibt, ist, dass mir das Alleinsein gar nichts mehr ausmacht, es sogar oft genieße und Gefühle von Einsamkeit nur noch ganz selten da sind.

Möglicherweise würde ein Psychologe hier sagen: "Es ist Handlungsbedarf. Der Mensch ist eigentlich ein soziales Wesen und Du solltest was dran tun, sonst wirst (bist) Du krank!"

Ich frage mich folglich ernsthaft, ob ich einen an der Klatsche habe.

Aber: Mir reicht die "soziale Interaktion" auf der Arbeit...darüber hinaus tue ich mich schwer, die Nähe zu anderen Menschen zu suchen...am liebsten würde ich wohl gerne gefunden werden. *lach*

Kurz gesagt: Ich mag Menschen nicht besonders...zu anstrengend!
...besondere Menschen hingegen mag ich sehr...besondere Menschen sind für mich z.B. Frauen, mit denen ich Sex genieße...besonders, weil ich mir dann "Nähe" gestatte und es für mich lustvoll ist, damit Freude zu schenken ...

...aber bitte nicht auf Dauer...

Mal ganz im Ernst: Bin ich krank und soll ich meiner mittlerweile "gewählten" Einsamkeit die Freundschaft kündigen?
21. Juli 2011

Bleib schön wie Du bist ... das passt alles schon.
Würdest Du Dich selbst in Deiner Situation ernstlich unwohl fühlen, dann wäre womöglich Handlungsbedarf angesagt ... so ist aber alles ok.
Jeder Mensch ist eben anders ... der eine braucht eine ganze Stadt um sich und der andere zieht die Einsamkeit Alaskas allem anderen vor.

Al
22. Juli 2011

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier... und man kann sich an (fast) alles gewöhnen, man kann alles hinnehmen und die meisten Menschen schaffen es sogar, de positiven Dinge aus einer Situation zu nutzen - so wie Du in Deinem Fall.

Ob es Dich stört, musst Du allein wissen. Wenn Du allerdings ein Problem mit Nähe hast, Dich nicht mitteilen kannst oder willst, dann steckt vielleicht auch die Angst vor Verletzung dahinter. Eine gewisse Oberflächlichkeit zu leben ist einfacher - ob es besser ist? Die meisten Psychlogen würden nein sagen - andererseits Du damit glücklich bist.

Ich würde es nicht als Lebensmotto nehmen - und ich glaube, so lange Du offen bist und auch eine Partnerschaft nicht ausschließt, weil Du niemanden mehr so nah an Dich ranlassen möchtest, könnte es durchaus eine Frage der Zeit sein, bis Du Deine Gefühle dahingehend wieder änderst.
22. Juli 2011

Bin ich krank und soll ich meiner mittlerweile "gewählten" Einsamkeit die Freundschaft kündigen?
Ich finde es wird seine Gründe haben warum Du, oder auch andere sich damit abfinden, mit dem Alleinsein klar zu kommen.
Ob es krank ist keine Ahnung, zumindest ist es anders als vor Jahrzehnten.
Viele meiner verheirateten Freunde sagen mir ständig, das ich es gut habe. Ich empfinde es nicht so. Kein Gezanke, Freiheit, Meinungsfreiheit und Sex wenn ich es denn will und der € ist kein halber €, so sind die Aussagen. Die Verkupplungen haben auch nachgelassen, als ich sagte...
Wollt Ihr das ich genauso viele Probleme hab, wie Ihr?
Nämlich das Gejammer der Eheprobleme ging mir auch irgendwann auf den Keks.
Beim Sex muss ich gestehen hat es stark abgenommen. Nicht das ich nicht könnte, nur die passende fehlt und ich möchte dafür noch nicht bezahlen, auch wenn Symphatie vorhanden ist. Obwohl im Puff bestimmt tolle Frauen rumlaufen und im Enddefekt billiger sind, als die ein oder andere Frau. Doch das ist eine andere Sache.
Es geht ja hier darum, warum das Alleinsein, auch schön sein kann.
Wichtig ist es, ob man allein zurecht kommt, oder einen Reiz braucht weiterzukommen bzw. nicht stehen bleibt. Ich fand es immer schön, gemeinsame Ziele zu verfolgen und zu verwirklichen. Es ging schneller und beide wuchsen im Selbstbewusstsein und Stolz gemeinsam. Es war einfacher. Glücklich zu sein und dieses Glück teilen zu können, macht sein restliches.
Natürlich sind Menschen verschieden. Der eine braucht eine einsame Insel, der andere würde ohne großem Umfeld nicht existieren können.
Doch wenn man als Mann darauf getrimmt wird alles selbst zu bewältigen, wofür braucht man dann eine Frau?
Die Zeiten wo Männer nicht waschen, bügeln, saubermachen und kochen können, ist vorbei. Tja da glaube ich schon das man ins grübeln kommt, wofür man eine Frau oder Partnerin braucht.
Mein bester Kumpel hört mir mehr zu, als manch Ex dies tat, doch ohne Frau gibts halt kein Sex.
Nun möchte ich nicht sagen das die heutigen Frauen nur noch für den Sex gebraucht werden, aber ganz abwägig ist es nicht.
In der heutigen Zeit ist es schwierig geworden, die Vorzüge einer Ehe oder Beziehung in den Vordergrund zu bringen. Vielleicht auch weil viele Frauen männlicher denken.
Für mich war es immer wichtig für einander da zu sein. Zu wissen das der Partner für mich einspringt, wenn ich etwas nicht konnte und umgekehrt. So eine Art Symbiose, doch das funktioniert nur, wenn man auch mal für den Partner verzichtet.
Ich glaube das egoistische Denken mancher, wird der Menschheit irgendwann den Hals brechen.
Wichtig ist wie woody_68 sagt, das man sich wohlfühlt. Ob allein, oder gemeinsam.
Das muss jeder für sich entscheiden.
22. Juli 2011

"Mit der Einsamkeit angefreundet" finde ich eine tolle Idee! Überhaupt bin ich begeistert von deinem mutigen Beitrag! Dich würde ich gerne kennenlernen! Du hast was zu sagen und hälst deine Klappe auch dann nicht, wenn du Gefahr läufst damit anzuecken. Das gefällt mir und ich wünschte es wären mehr Menschen so wie du, weil alle Gespräche davon profitierten, wenn die Angst wegfallen würde, etwas falsch zu machen. Alle wollen immer so ekelhaft normal sein und fühlen sich deswegen permanent schlecht und zu minderwetig, um ihre Meinung zu vertreten und Gefühle zu zeigen!

Ich gehe gerne nachts spazieren. Am liebsten gegen 3:00Uhr, wenn wirklich alle schlafen. Auf einem solchen Spaziergang ist mir erst kürzlich diese Idee gekommen: Als der Mensch in der Nacht noch Angst vor wilden Tieren haben musste, mag es durchaus sinnvoll gewesen sein sich durch Steinmauern davor zu schützen. Das wir uns bis heute derartig verschanzen spricht doch nun eindeutig dafür, dass der Mensch KEIN soziales Wesen, SONDERN ein Gewohnheitstier ist! Wir brauchen keine anderen Menschen, aber wir haben uns daran gewöhnt in der Gesellschaft anderer Raubtiere zu leben, denen wir -aus Erfahrung und Gewohnheit- so wenig vertrauen, dass wir überall Mauern bauen. Leider ist diese Einstellung aber kein biologischer Vorteil und wird aussterben.
22. Juli 2011

Lieber TE..

wenn du dich noch fragst, ob du einen an der Klatsche hast, hast du (noch) kein Problem. Die richtig Verrückten merken diesen Umstand nicht. *gg*

Mir fehlt in deinem Beitrag so ein bisschen eine Zeitangabe. Wie lange bist du denn schon alleine ?

Ich frage deshalb weil manche hier schon glauben 5 Monate Single zu sein wäre das Schlimmste auf der Welt. Aber erst viel später ist man wirklich auch gern allein, aber auf jeden Fall noch weit entfernt von "schrulligem Eigenbrödler".

Alleinsein ist grundsätzlich erst einmal nicht besonders schädlich für die Psyche.... allerdings ist Einzelhaft im Knast nicht umsonst eine Strafe.

Der Mensch IST ein Herdentier auch wenn hier anders argumentiert wird.

Auf Dauer ganz allein zu sein ist schädlich.. ganz klar. Denn es fehlt die "Reibung". Du selbst glaubst im Laufe der Zeit immer mehr, dass alles schon so richtig ist, was du tust... es fehlt jedoch die Interaktion mit anderen Menschen als Spiegel, als Ratgeber, für den Gedankenaustausch, als Ideengeber und letztlich auch als Schub für das eigene Selbstbewusstsein.

Dir sind Menschen zu anstrengend... aha ! Bist du selbst anders ? *gg*

Du möchtest von einem besonderen Menschen gefunden werden... o.k. du kannst darauf warten.. klar, aber vergeude mit der Warterei nicht dein Leben.. an deiner Haustür klingeln wird dieser Mensch wohl nicht.
Ich habe einen guten Kumpel, der auch wartet gefunden zu werden... jetzt seit 11 Jahren.

Sich für eine gewisse Zeit mal aus allen Konventionen herauszunehmen und nur für sich zu leben ist sicherlich in Ordnung... pass aber auf, dass du den Anschluss an die Menschen nicht verpasst.

Je länger du nämlich allein lebst, umso "schrulliger" wirst du... ob DU dann nicht einem anderen (besonderen) Menschen zu anstrengend bist ?

Alle Liebe
Ich
22. Juli 2011

Der Mensch IST ein Herdentier auch wenn hier anders argumentiert wird.
Ich_bin_echt das streitet doch keiner ab.
Doch heute wo man durch die Arbeit stark eingebunden ist, entsteht eine neue wie der TE sagt...
Aber: Mir reicht die "soziale Interaktion" auf der Arbeit...
...eine neue Art der sozialen Herdenbildung.
Ich kenne sogar Leute die lieber auf der Arbeit sind , als bei der Frau daheim. Selbst mein Bruder der in Trennung lebt sagt, dass er sich seit er wieder eine Wohnung hat, sich aufs zuhause freut. Obwohl er auch nie gern alleine ist. Liegt wohl am Arbeitgeber und an den Arbeitskollegen. Oder vielleicht doch an der Frau?

Je länger du nämlich allein lebst, umso "schrulliger" wirst du... ob DU dann nicht einem anderen (besonderen) Menschen zu anstrengend bist ?
Schrulliger oder wählerischer? Aber eine Änderung der Ansichten wird auf jeden Fall eintreten.

Wie Du jedoch schreibst...
Ich habe einen guten Kumpel, der auch wartet gefunden zu werden... jetzt seit 11 Jahren.
... das passiert wenn man darauf hofft das Frauen den Anfang machen und das eine Frau etwas bieten soll bzw. etwas hat, was sein Leben ergänzt. Es wird mir wohl irgendwann genauso gehen, wenn man merkt es geht auch allein. *zwinker*
22. Juli 2011

Kurz gesagt: Ich mag Menschen nicht besonders...zu anstrengend!
...besondere Menschen hingegen mag ich sehr.


Nun, dann leiden wir unter der selben Krankheit *grins*.


Lieber alleine Alleinsein, als sich in einer Partnerschaft unendlich einsam fühlen.
22. Juli 2011
„Allein sein zu müssen ist das schwerste, allein sein zu kön

nen das schönste!

finde genau das trifft es ziemlich gut!

ich kenne das gefühl die einsamkeit zu genießen, obwohl ich früher ein generelles problem damit hatte. heute ist es mir mittlerweile wichtig zeit einfach nur für mich zu haben und nicht weil ich nicht gerne mit anderen menschen zusammen bin, sondern um ganz bewusst diese zeit für mich zu nutzen.

du sagst dir reicht die interaktion am arbeitsplatz, fände es jetzt interessant welcher tätigkeit du nachgehst und wieviel du in deinem job mit anderen menschen zu tun hast, denn auch das spielt meiner meinung nach eine ziemlich große rolle.

ich arbeite im handel und habe den ganzen tag kundenkontakt, freundlich sein obwohl man schlecht drauf ist... immer nett lächeln... smalltalk mit kollegen, telefonieren usw usw usw.... danach dann noch eine gefühlte ewigkeit mit den öffentlichen verkehrsmitteln nach hause. da bin ich abends froh, wenn ich endlich meine haustür hinter mir zumachen kann und niemanden mehr sehen oder hören muss! in solchen momenten denke ich mir dann oft "I HATE PEOPLE!"

aber das sind menschen mit denen du dich nicht freiwillig abgibst, sondern mit denen du zwangsläufig in kontakt kommst.

ich habe beispielsweise einen relativ großen freundeskreis und bin auch sehr froh diese menschen in meinem leben zu haben und zeit mit ihnen verbringen zu können! aber genauso gerne ich sie um mich habe, genauso gerne bin ich auch alleine. und trotz allem fühle ich mich oft einsam.
klar würde wohl jeder am liebsten gefunden werden, aber so läuft es halt nun mal nicht! leider!
und mal angenommen dich würde tatsächlich jemand finden, was wäre dann???

du schreibst:
besondere Menschen sind für mich z.B. Frauen, mit denen ich Sex genieße...besonders, weil ich mir dann "Nähe" gestatte und es für mich lustvoll ist, damit Freude zu schenken ......aber bitte nicht auf Dauer...

aber warum nicht auf dauer? was wäre denn so schlimm daran? oder ist es dir einfach nur zu anstrengend mit einem, so wie du es nennst, besonderen menschen eine intensivere beziehung aufzubauen, die über das sexuelle hinausgeht?

sehnst du dich nicht danach zu lieben oder geliebt zu werden???

interessant finde ich auch die formulierung "Nähe gestatten", denn für mich hört sich das an, als ob du dir selbst wirkliche nähe gar nicht erlaubst!

ich kann mir einfach nicht vorstellen, das du wirklich generell gerne alleine bist! niemand ist gerne allein! zumindest nicht auf dauer...

ob du einen an der klatsche hast, kann ich dir leider nicht beantworten...

ich denke jeder sollte das tun, was sich für ihn richtig anfühlt!
ganz egal aus welchem grund auch immer du scheinbar die einsamkeit der zweisamkeit vorziehst, solang du glücklich damit bist, ist es absolut in ordnung!

aber bist du wirklich glücklich damit???
22. Juli 2011

Hey,

ich bin noch recht neu hier und über diesen interessanten Beitrag gestoßen, den ich extrem gut nachvollziehen kann *zwinker*

Mir geht es genau so, ich genieße die Ruhe, die Möglichkeit Dinge dann zu erledigen wenn ich es möchte und niemanden der mir von seinem Tag erzählt obwohl es mich eigentlich nicht interessiert...

Ich würde mich schon als sehr gesellig bezeichnen, lege viel Wert auf Freundschaften und ich lebte erst einmal mit einer Frau unter einem Dach. Aber ich war sehr froh als ich mich davon lösen konnte.

Nach meiner letzten sehr schmerzhaften Trennung lebte ich es zeitweise extrem aus und habe mich am laufenden Band mit Frauen getroffen, logischerweise ( hätte ich mir auch denken können ) ist aus keiner Bekanntschaft eine Beziehung geworden und blieb nur beim Sex. ( Vermutlich die typische unbewusste Sorge nochmal eine Beziehung einzugehen ).
Seit gut 2 Monaten geht es mir genau wie dir. Eigentlich will ich nur meine Ruhe haben und die ganzen Bekanntschaften sind mir zu anstrengend geworden und ich habe kaum noch Lust Energie aufzubringen um sie kennenzulernen.

ABER, ich weiß auch das wenn die richtige Person in mein Leben tritt es sich wieder komplett ändern wird.
Zum Punkt Freunde und Kollegen: Jeder Mensch ist anders, ich kenne viele Leute die lieber ihren Tag allein gestalten und keine Lust auf Besuch haben. Das andere extrem sind vermutlich die Leute die jeden Tag die Bude voll haben, was ich mir übrigens auch nicht vorstellen könnte.

Ich bin jedenfalls der Meinung das du keinen an der Klatsche hast, wichtig ist wie du dich wohl fühlst. Irgendwann kommt mit Sicherheit der Punkt das du jem. an deiner Seite haben willst oder du merkst das dir deine Freunde fehlen.
22. Juli 2011
Mal anders gesehen...

Hey NiceTry,

der Mensch ist ein soziales Wesen, das ist richtig. Aber wie sozial ist sozial?

Wieso sehnt sich ein Mensch nach anderen Menschen oder Gesellschaft? Oft doch, um sich nicht zu langweilen, nicht einsam zu sein, weil sie sich bei anderen wohl fühlen usw.

Der "soziale Mensch" ist nüchtern betrachtet eigentlich sehr egoistisch veranlagt: "Ich umgebe mich mit Menschen, bei denen ich mich wohl fühle, die mir gute Gefühle geben, die mich in meinem Leben unterstützen, die mich zum Lachen bringen, mit denen ich guten Sex haben kann" usw.

Oder vereinfacht formuliert, weil man sich etwas von anderen Menschen verspricht bzw. etwas von Ihnen haben möchte was man sich selbst nicht geben kann!

Was wäre denn, wenn Du Dir keine Gesellschaft wünscht, weil Du Dir selbst schlicht genug bist. Wenn Du Dir all Deine Wünsche selbst erfüllen kannst, nach Unterhaltung, nach Wohlbefinden, nach Abwechslung und Abenteuern usw. und dafür niemand anderen brauchst.

Offenbar beherrscht Du es ja trotzdem, Menschen in Dein Leben zu lassen, wenn Dir danach ist.

Das spricht für mich also nicht nach einer "kranken" Person, sondern nach einer, die mit sich im reinen ist, bestens mit sich selbst klar kommt und keine "externe Bestätigung" braucht.

Klingt für mich gut und gesund *g*
22. Juli 2011
@woody_68

@Woody_68
[„…Würdest Du Dich selbst in Deiner Situation ernstlich unwohl fühlen, dann wäre womöglich Handlungsbedarf angesagt ... so ist aber alles ok…“]

Ernstlich unwohl fühle ich mich wirklich nicht damit. Ich mag die Gelassenheit Deiner Aussage. Da spiegele ich mich gerne drin. Merci!
22. Juli 2011
@Ruby

[„…Wenn Du allerdings ein Problem mit Nähe hast, Dich nicht mitteilen kannst oder willst, dann steckt vielleicht auch die Angst vor Verletzung dahinter…]

Das macht mich nachdenklich, Ruby. Problem mit Nähe? Körperlich jedenfalls nicht. Eins ist klar, ich habe keinerlei Probleme, mich mitzuteilen. Ggf. mit allen „Sinnen“. *lach*. Ich bin sehr meinungsfreudig und stehe auf offene Kommunikation. Ich bin ein analytisch-tiefgründiger UND gleichzeitig ein sehr empathischer Mann. Das wird in der heutigen Spaßgesellschaft von vielen (Frauen) wohl als zu anstrengend empfunden. Das bedeutet für mich aber nicht, dass ich „downgrade“. Nähe/Angst vor Verletzung? Da ist was dran. Aber auch irgendwie banal. Wer wird schon gerne verletzt, ne? Angst ist etwas zu stark formuliert, denke ich. Vielleicht habe ich eher ein Problem mit dem richtigen emotionalen Maß aufgrund mangelnder Einübung. Würde also lieber sagen „begründete Vorsicht“ bei gleichzeitiger Sehnsucht nach Nähe… die aber leider (???) abnimmt, je älter ich werde. So in etwa.
22. Juli 2011
@hanauer1969

Vielen Dank für Deine Anmerkungen, Hanauer. Klaro, wenn ich mich umgucke, scheint es keine Beziehungen zu geben, die nicht größtenteils aus Stress bestehen. Warum danach sehnen?

Stimmt, braucht kein Mensch, oder vielleicht doch? Ich glaube, es ist uns einfach die Fähigkeit abhanden gekommen, adäquat miteinander umzugehen, sprich für einen anderen wirklich „da“ zu sein und sich selbst zurückzunehmen, wenn man sich für eine „Beziehung“ entschieden hat.

Mir scheint, Mann und Frau bekommen es heutzutage nicht mehr auf die Reihe, weil die Ego-Ansprüche maßlos geworden sind. Passend zur „kranken“ Zeit, in der wir leben. Nehme ich mich selbst nicht von aus.

Meine „krasse“ Konsequenz: Mir genügt ein weiblicher „Kumpel“, mit dem ich hin und wieder Sex haben kann und der mir ansonsten nicht auf die „Nüsse geht“. Dennoch versuche ich, offen für „große Gefühle“ zu bleiben. Und das wird deutlich schwieriger, je mehr ich mich an das Alleinsein gewöhne und gleichzeitig mit wachem Blick meine Umwelt betrachte. *zwinker*
22. Juli 2011
@maxc28

Danke für Dein Lob, Max, ich bin dafür anfällig! *lach*

Ich glaube auch, dass es ein Zeitphänomen ist, sich ja keine Blöße vor den Mitmenschen zu geben. Damit könnte man sich ja angreifbar machen und die „Konkurrenz“ (auf welchen „Geschäftsfeldern“ des Lebens auch immer) begünstigt werden.

Und so wie sich der Kapitalismus zum Raubtierkapitalismus weiterentwickelt hat, scheint sich der Mensch in die überwunden geglaubten Zeiten des „homo homini lupus“ zurückzuentwickeln. Aber das führt jetzt hier zu weit, denke ich.

Eins vielleicht noch: Dass mit dem Mauernaufbauen hat ja auch mit Selbstschutz zu tun. Ich finde das einfach menschlich und ok so. Früher: Rückzug in die Burg. Heute: Rückzug ins Innere. Ich glaube, das ist der einzig verbliebene Rückzugsraum des Menschen, der von ihm noch nicht ökonomisch verwurstet und verwüstet wurde.

Übrigens: Coole Nummer mit dem Nachtspaziergang um 3.00 Uhr. Ich lade meine Akkus seit 1 ½ Jahren beim Jogging auf und halte es da wie die alten Römer: mens sana in corpore sano. Das tut mir wirklich guuut. Körperlich, weil ich mich spüre und geistig, weil ich „abschalten“ kann.

Für mich ist das Wellness ohne Schicki-Micki-Attitüde. Das hat mit meiner durchaus vorhandenen Eitelkeit zu tun und mit meiner Freude am Erhalt des „schönen“ Körpers. Dieses Geschenk möchte ich nicht vergammeln lassen wie viele andere meiner Altersgenossen.

Ob ich andere Menschen brauche, hm, schwierig. Beim Sex auf alle Fälle! *lach* Und wenn mein Selbstfindungstrip so weiter geht, wie bisher, könnte ich im Alter Probleme bekommen. Dann, wenn ich auf andere angewiesen bin. Ganz klar eine Horrorvorstellung, wenn ich daran denke. Nur die „Liebe“ könnte mich da retten. Stimmt, tief in mir bin ich Romantiker. *lach*

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