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Ist Polyamorie/Monogamie angeboren oder erlernbar?

Ist Polyamorie/Monogamie angeboren oder erlernbar?
Hallo Leute!

Gibt es hier jemanden, für den es früher ein Alptraum war sich vorzustellen in einer polyamoren Beziehung zu leben und heute tut er es aber?

Ich frage mich ob Polyamorie und Monogamie angeboren sind.

Mich beschäftigt schon lange der Gedanke, ob es richtig oder falsch ist, sich für den Partner zu verändern. Bei mir konkret ist es der Fall, dass ich monogam leben möchte und mein Partner (zumindest eine Zeit lang) polyamor leben möchte.

Ich Danke Euch schon im voraus für hilfreiche und einfühlsame Antworten :*
*********uest Mann
2.138 Beiträge
JOY-Angels 
Ich vertrete ja die...
...Ansicht, dass Monogamie zumindest bei Männern nicht zum genetischen Programm gehört, dass sie also immer ein "künstlicher" Zustand ist.

Unsere auf Familien gegründete Gesellschaftsordnung basiert zwar auf Monogamie. Das hat sich meines Erachtens durch gesellschaftliche Normen und allgemein anerkannte Werte bei uns so verfestigt. Aber es gibt ja Beispiele polygamer Gesellschaftsmodelle, die auch irgendwie funktionieren.

Für die rein biologische Aufgabe der Arterhaltung und Vermehrung ist Polygamie förderlicher, weshalb sie in uns von Natur aus eben auch immer noch angelegt ist.

Wenn das anders wäre, würden viel mehr Ehen viel länger halten und vor allem dauerhaft gut funktionieren... *zwinker*
*******ust Paar
5.668 Beiträge
von der Biologie her...
geht es um den optimalen Fortpflanzungserfolg.
Den haben Männer, indem sie möglichst viele Frauen befruchten
und Frauen, in dem sie sich alle 9 Monate befruchten lassen.

Das führt natürlich nicht nur bei den Menschen zu Mord und Totschlag.
Von daher ist Monogamie eine soziale Errungenschaft,
die Mord und Totschlag verhindern soll.

Seitdem es die Geburtenkontrolle gibt,
ist die Monogamie aus biologischer Sicht eigentlich überflüssig geworden,
und Polyamorie wird mehr und mehr gesellschaftsfähig.
(Zumindest in unserer Gesellschaft,
in den meisten Ländern - Südamerika, Afrika, Asien - sind Kondome und Pille keine Selbstverständlichkeit.)

Das hat aber nichts damit zu tun, ob du dich für deinen Partner verändern solltest.
Wenn ihr Kinder hättet,
ihr ansonsten optimal zueinander passen würdet
und das ganz etwas mit verantwortungsvoller Liebe zu tun hätte,
dann müßt ihr gemeinsam Wege suchen.
Wenn ihr keine gemeinsamen Wege findet,
muß eine/r auf seinen/ihren Weg verzichten,
was auf Dauer zur Frustration führt.

Oder ihr trennt euch.
Das ist auch nicht ohne Leid zu haben,
aber für die Ehe (mit Kindern) braucht man/frau sowieso die Gelassenheit,
dass nach der ersten großen Liebe die zweite kommt.

Ihr müßt wissen,
was ihr euch wert seid.
Da gibts (zum Glück) kein richtig oder falsch.

Wenn ihr euch ganz viel wert seid,
dann solltet ihr mehr machen,
als nur ein Anfrage im Forum zu stellen
und zu einer Beratungsstelle gehen.

Aber ihr seid noch so jung,
wenn es da schon so große Unterschiede gibt,
dann ist eine Trennung ja noch nicht das große Problem.
Such dir jemanden,
der besser zu dir paßt.

Oder ist das ganze nur eine theoretische Frage?
Dann wartet es einfach ab,
bis es praktisch wird.
Hallo

wenn für dich Monogamie ansprechend ist, ist ein Partner der genauso lebt doch die schönste Vorstellung*flirt*

Vielleicht wird ja was daraus und das Küssen nicht vergesseng*g*

Liebe grüsse
Das sind ja gleich drei Fragen auf einmal.
1. Beziehungsverhalten ist meiner Meinung nach nicht angeboren, sondern wird vom gesellschaftlichen Umfeld erlernt.
2. Natürlich kann man die bevorzugte Variante des Zusammenlebens verändern. Das ist ein willentlich zu steuernder Prozess. Ich habe es selbst erlebt.
3. wenn Du Dich umorientieren willst ist das Deine Entscheidung, die Du für Dich treffen solltest. Wenn Dein Partner das gut findet um so besser. Wenn Du es aber nur um seinen Willen machen möchtest, wird es wahrscheinlich schief gehen
Micha
Ihr sagt alle..
..das wäre von den gesellschaftlichen Umständen von Anfang an im Leben so antrainiert. Stimmt schon irgendwie aber hetero und homo Sexualität dann auch? beides gründet irgendwie evolutionsbiologisch auf gewissen Logiken die zur Sicherung der Art führen sollen aber meine Frage ist eben ob es genauso schwer durch den Verstand zu umgehen ist wie mal so eben die sexuelle Orientierung zu switchen?! für mich scheint es also hetero unmöglich plötzlich homo zu sein oder bi. mein Rad läuft eben in diese eine Richtung. Frage mich ob das bei Polyamorie und Monogamie genauso ist.

Vielleicht ist es ja schonmal jemanden passiert, dass er immer dachte es würde ihm wehtun wenn der Partner andere Liebschaften pflegt und es dann doch irgendwann super ging und wie man da hin kommt
*******ust Paar
5.668 Beiträge
dein Rad läuft jetzt noch in diese eine Richtung...
aber mit den Jahren
entwickelst Du dich immer weiter
und je freier dein Geist wird
(und das wird er vermutlich mit den Jahren,
ist jedenfalls meine Erfahrung,
zumindest, wenn du gute geistige und materielle Entwicklungsmöglichkeiten hast...)
desto freier und weiter wirst du dich entwickeln
und auch leben wollen.

Unsere Erfahrung ist,
dass,
je mehr Menschen zu sich selbst stehen,
desto interesssanter besser findet man auch andere gleichgeschlechtlichen Menschen
und um so liebevoller geht man miteinander um.
*******na57 Frau
22.196 Beiträge
JOY-Angels 
Homosexualität ist eine sexuelle Orientierung - und ich denke, das ist angeboren. Bei Poly- oder Monogamie geht es um Beziehungsformen, die kann man ändern. Ich habe meine von Monogamie (Ehe) zu Single zu polyamor lebend geändert.

Um genau zu sein, bedeutet "Polygamie", das man mit mehreren Leuten verheiratet ist, und das ist in unserem Staat verboten.

Aber is klar, es geht hier darum, ob man einen oder mehrere Partner hat. Allerdings ... geht es um die rein sexuelle Öffnung einer ansonsten monogamen Beziehung oder geht es um Polyamorie? Also - mal mit Erlaubnis "fremdf*****" oder wirklich mehrere Liebespartner haben ?

Darüber kann man reden, das kann man für sich entscheiden, das kann ein Paar im Laufe der Zeit auch verändern.

Und wenn man merkt, dass einem die "Poly-Variante" nicht liegt, dass man damit nicht glücklich wird, dann geht es eben nicht.

Wenn ich jetzt so auf Dein Profil gucke und sehe, dass Du noch relativ jung bist, dann denke ich, dass Du nicht unbedingt alles ausprobieren musst, wozu Du keine Lust hast. Vielleicht informierst Du Dich mal, was es heutzutage so für Beziehungsmodelle gibt, vielleicht hast Du auch die Möglichkeit, mal mit Leuten zu reden . Und vor allem mit Deinem Freund, was er sich unter "Polygamie" so vorstellt. Höre dann im Endeffekt auf Deine innere Stimme und tue das, was DU für Dich richtig findest.

Im Laufe eines Lebens kann sich alles immer wieder ändern, das ist auch nicht schlimm, finde ich.
*******ust Paar
5.668 Beiträge
das gehört noch zum den vorigen Beitrag von mir:
ich habe zwar meinen 6er im Lotto (meine Frau) gefunden...
aber wenn uns dieses Leben auch noch die Zusatzzahl vor die Füsse rollt,
dann würde ich sie nicht wegkicken.

Aber wenn meine Frau lieber ohne Zusatzzahl leben wollen würde,
dann würde ich den 6er auch nicht gegen die Zusatzzahl tauschen.

Bisher ist die Zusatzzahl noch nicht gekommen,
aber wer weiß,
das Leben ist endlich
und es wird passieren,
dass jemand alleine zurückbleibt.
Wer weiß, was dann passiert.

Ich wäre jedenfalls froh,
wenn im worst case
mein 6er im Lotto nicht alleine bliebe,
und einen Freund, Freundin oder befreundetes Paar findet,
wenn sie denn will.

Das Leben kann spannend bleiben bis zum Schluß.
*g*

Keine Ahnung, ob das irgendwie verstehbar ist...
*******nep Frau
15.311 Beiträge
Ich war bisher monogam und nicht bi. Habe die Poly Seite ausprobiert und die Bi Seite und es war definitiv nicht meins.

Jetzt gehört es zu mir.

A: aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen habe ich für mich beschlossen sexuell auf nichts mehr zu verzichten. Und nun habe ich einen Partner, bei dem ich das nicht muss.

B: durch ihn bin ich auf die bi Schiene geraten und es ist so traumhaft schön sich auszuleben. Spaß zu haben. Mit anderen Frauen und Männern Diese Lust zu genießen.

Poly? Bin ich das weil ih einen Partner habe und eine Partnerin die ebenso verheiratet ist?

Ich stecke niemanden und nichts mehr in eine Schublade. Gibt zu viel Diskussionen was richtig und was falsch ist.

Einfach (er)leben, neues entdecken.

Ich bin gerade erst 37 geworden und denke immer wieder: wenn ich doch schön viel früher joyclub kennen gelernt Hätte, wenn es ihn schon viel früher gegeben Hätte.... toll.
Aber dafür nutze ich daacjetzt und hier mich zu entdecken, erforschen und all das, was das leben mih sich bringt:

Aber bleibe immer mit selbst treu und mach nur das was ich für mich wirklich will und nicht für andere damit sie mich wollen. Das ist der falsche Weg.

Ich Wünsche dir allescgute deinen für dich besten Weg zu finden.

BikerSub
****tia Frau
1.972 Beiträge
Ich glaube nicht das das es angeboren oder erlernbar ist,aber dennoch anerzogen wird.Wir werden von unserem Umfeld geprägt und wir sammeln Eindrücke.Aber wie wir uns ab einem gewissen Punkt für das Eine oder Andere entscheiden,ist uns selber überlassen und manchmal braucht man auch eine große Portion Mut dazu, neue Wege zu erschließen.
Ich glaube nicht, dass es angeboren ist, einfach weil es um Beziehungsformen geht. Ganz viele Gesellschaften und Kulturen haben unterschiedliche Beziehungsformen und Gemeinschaftsmodelle.

Also wir Menschen werden geprägt. Ich schätze mal, dass es auf die Prägung und psychische Mechanismen (die oft erlernt sind) ankommt, wie leicht oder schwer man etwas lernen kann.

Theoretisch kann mensch alles lernen, praktisch (das wissen wir alle) sind manche Dinge sehr sehr schwer für einen selbst zu erlernen.

Beim Lernen kommt es auch stark auf die Motivation an. Du solltest Dich nicht verbiegen, denn dabei kannst Du großen Schaden nehmen. Aber wenn Du es selbst für Dich möchtest, kannst Du sicherlich Denkprozesse und emotionale Strategien erlernen. Wie leicht Dir das fällt, ist eine andere Frage.
*******981 Paar
1.060 Beiträge
Wir wissen doch eigentlich gar nicht, was angeboren ist und was nicht, da uns in der Kindheit so viel anerzogen wird.
@Nina1979: Mit ein Grund, warum ...
... es oft die Studien mit/an eineiigen (früh getrennten und gerennt aufgewachsenen) Zwillingen gab und gibt ...

BerLonZur
***en Mann
4.112 Beiträge
Ich kann Nina 1979 nur bei Pflichten.. Polygamie ist nicht angeboren,das ist in meinen Augen völliger Blödsin .
Genauso wie Monogamie, das sind Wege für die Wir uns Entscheiden müssen.
****si Mann
10 Beiträge
eine frage von grosser bedeutung
muss ein mann böse auf den liebhaber einer frau sein...oder kann er sich freuen über seinen platz im alltag seiner frau und hat die grösse gelegentlich wohlwollend zurückzutreten ... und umgekehrt ... so finde ich das sehr schön ... und das gibt langfristigen beziehungen auch kraft ... und das hat auch viel bedeutung...
*****lnd Mann
27.796 Beiträge
Erlernbar im
eigentlichen Sinn ist das nicht. Es muss eine genetische Prädisposition vorhanden sein. Auch mit der Violine werden nur die Kinder Erfolg einheimsen können, die von Anfang an die Begabung hatten, andere können wenigstens erkennbare Melodien spielen.

Die Gesellschaft prägt ihrerseits die Menschen Richtung Monogamie, sodass es festen eigenen Willens bedarf, sich dagegen zu stemmen, Überwindung ankonditionierten schlechten Gewissens auch. Monogamie braucht keine Überwindung, weil sie als das "Normale" vorausgesetzt wird.

Was nun zum Beispiel erlernbar ist, sich selbst zu erforschen, in sich hinein zu horchen- und die Ermutigung, seine wahre Natur nicht zu verleugnen. Das geht auch über das Herstellen einer Trance.
*******olf Mann
587 Beiträge
Weder noch ...
Ich glaube nicht, dass beides in irgendeiner Weise angeboren ist, aber auch nicht erlernbar ist. Es ist individuell und vielfach den Umständen geschuldet.

Monogamie ist vielleicht ein über jahrtausende gewachsenen Bedürfnis von Verlässlichkeit und/oder auch Abhängigkeit, welches für das persönliche Überleben wichtig war. Mit der wachsenden Uhäbhängigkeit - gerade durch die Emanzipation - des weiblichen Geschlechts weiter verbreitet ...

Das öffnen zur Polyamorie sehe ich eher als das Aufbrechen anerzogener Werte. Ein Paar - Frau/Mann - findet sich, liebt sich, gründet eine Lebensgemeinschaft. Das gesellschaftliches Weltbild - auch politisch geprägt - läßt nichts anderes zu und damit wird das als das einzig wahre und legitime definiert ... ob richtig oder falsch!

Ich persönlich habe mich immer als monogam empfunden. Aber auch immer das Empfinden gehabt, dass ich in meiner Liebe teilen kann, wenn das Gefühl von "geliebt werden" bestehen bleibt. Nun liebe ich eine Frau, die mehr als einen Mann hat ... einen Ehemann, deren Ehe noch besteht ... einen Mann, den sie liebt und die seit Jahren eine Beziehung haben ... und mich, der hinzugenommen wurde, integriert wurde und auch einen Platz bekommen hat.

Vielleicht ist es die Reife des zunehmenden Alters, dass sich die Sicht ändert oder man Dinge akzeptiert. Befreit von mänchen Zwängen kann man dann doch etwas im Leben finden, das einen erfüllt - und das auch in Polyamorie ...

Seid offen für Neues - geniesst das Leben (auch gerne im Zusammenleben mit mehreren) *g*
********ne10 Frau
2.040 Beiträge
Mich beschäftigt schon lange der Gedanke, ob es richtig oder falsch ist, sich für den Partner zu verändern. Bei mir konkret ist es der Fall, dass ich monogam leben möchte und mein Partner (zumindest eine Zeit lang) polyamor leben möchte.

Schwul oder hetero oder bi - kannst du nicht ändern. Das ist eine Präferenz. Wobei bi bezogene Menschen evtl. Phasen haben können, wo es eher zu Mann oder Frau umschlägt.

Monogam vs. potentiell nicht (nur) monogam.

Das ist eine Geisteshaltung, ob man das zulassen kann oder nicht. Geisteshaltungen kann man verändern und gestalten.

Aus meiner Sicht hat das viel mit Selbstsicherheit zu tun. D.h. Man zieht seinen eigenen Wert nicht in Zweifel, wenn der Partner zusätzlich noch jemanden anderen spannend findet.
Selbstsicherheit, dass man dennoch wichtig bleibt. Selbstsicherheit, dass man sich nicht in einer Konkurrenzsituation befindet. Selbstsicherheit, dass man den Zuspruch des anderen nicht braucht (du bist die einzige für mich und ich kann es nur glauben wenn monogamie herrscht).

Es ist eine Frage wann deine (Verlust)ängste einsetzen und aus welchen persönlichen Gründen, wie du mit dem Thema umgehen kannst.

Ich persönlich freue mich mit meinem Partner, wenn er für sich schöne Erlebnisse erleben kann, zu denen er mit mir nicht käme. Jemanden etwas gönnen können ohne innere Aufrechnungshaltung.
Meine Bedingung: alle Beteiligten wissen von allen Beteiligten. Manchmal braucht man ein Veto, weil man emotional nicht stabil ist (warum auch immer).

Du siehst also offene Grundhaltungen können auch an konsequente Bedingungen geknüpft sein. Für mich persönlich muss ich sagen, ich habe schon mit 16 so gefühlt, aber es war mir nicht bewusst. Sexuelle Eifersucht ist bei mir schwach ausgeprägt.

Eifersucht an sich ist ein Gefühl, dass ich für mich persönlich nicht toleriere. D.h. Fühle ich Eifersucht mache ich mich schleunigst auf den Weg die Ursache abzustellen. Und die liegt nicht darin, dass ich dem Partner was verbiete.

P.S. Ich habe bisher meine Beziehungen immer monogam geführt, weil dies vom Mann gewünscht war. Ich könnte aber auch keine beliebige Beziehung fuhren. Sinnfrei in der Gegend rumvögeln wäre für mich auch nicht akzeptabel.

Du siehst du musst dir deinen eigenen Reim darauf machen, was du warum brauchst, was dir davon tatsächlich wichtig ist und wie du dann lebst.

Monogamie ist als Wert erlernt, so wie patriarchale oder matriachale Strukturen auch nicht gottgegeben sind. Beide Systeme existieren auf dieser Welt.
********ne10 Frau
2.040 Beiträge
Sich für einen Partner zu verändern ist ein Trugschluss. Dann stellt man sich gegen seine inneren Werte und wird unglücklich, weil man sich selber zu gering geschätzt hat und sich in den Realitäten nicht mehr wohl fühlt.

Du kannst dich nur für dich verändern, wobei dein Partner Input geben kann, wohin sich deine Einstellungen und Werte verändern könnten.

Zieh einfach ins Kalkül das Glück eine Frage von Bewertung von Situationrn ist. Situationen bewerten wir permanent, um entscheiden zu können wie wir uns verhalten sollten. Nichts schlimmes.

Nur als Gedankenbeispiel:

Ein Mann schläft mit einer anderen Frau, weil sie irgendwas mit ihm machen kann, was seine Frau nicht mag oder nicht kann, diese Sache für den Mann aber große Lustgefühle bedeuten.

Eine Frau hat zwei Möglichkeiten darüber zu denken:
A) gut manche Sachen interessieren mich nicht, ich will sie für meinen Mann auch nicht tun, d.h. aber nicht, dass mein Mann darauf verzichten muss. Ich freue mich, dass er dieses Erlebnis haben kann und danach wieder bei mir ist ohne dass er mir damit ständig in den Ohren liegt. Ich finde den Zustand bereichernd.

B) Eigentlich müsste er doch in mir alles haben was er braucht, wenn er sagt er liebt mich. Kann er sich nicht ein bisschen zurücknehmen? Man ist ja nun auch nicht die eierlegende wollmilchsau und außerdem muss ich für ihn auch auf Sachen verzichten. Ich finde den Zustand verletzend.

Beide Varianten sind Existent und okay. Es ist die Frage wonach man leben will/kann.
Hinten poltert halt ein anderes Gefühl raus.
"Er" schreibt...
Gibt es hier jemanden, für den es früher ein Alptraum war sich vorzustellen in einer polyamoren Beziehung zu leben und heute tut er es aber?

Alptraum ist zuviel gesagt... Auch Polyamore passt nicht wirklich, aber ich, oder besser gesagt wir beide, konnten uns Verkehr mit anderen, aus einer Beziehung heraus nicht vorstellen. Es war völlig abwegig und kam überhaupt nicht in Frage.
Angeboren war das sicherlich nicht, aber durchaus anerzogen. Es wurde einfach bestimmte Werte vermittelt die für gut gehalten wurden und so hat man diese auch lange Zeit angenommen. Das soll jetzt nicht heißen, dass es schlecht sei in einer Monogamen Beziehung zu leben. *g* Manche Dinge verändern sich aber, eben genau so wie sich auch jeder Mensch mit der Zeit verändert. Da werden dann mitunter einige Maßstäbe hinterfragt und ggf. "überarbeitet". Wir persönlich haben uns dafür geöffnet, weil wir es beide interessant fanden und diese Erfahrungen eben einfach machen wollten.

Mich beschäftigt schon lange der Gedanke, ob es richtig oder falsch ist, sich für den Partner zu verändern. Bei mir konkret ist es der Fall, dass ich monogam leben möchte und mein Partner (zumindest eine Zeit lang) polyamor leben möchte.

Hier würde ich sagen, dass es ganz sicher nicht verkehrt ist, wenn beide Partner in einer Beziehung aufeinander zu gehen, aber sich für einen Partner derart verändern halte ich nicht für gut oder richtig. Wenn du selber Interesse daran hast ok, aber Interesse und Lust darauf in der Art und Weise eine Beziehung zu führen sollte von einem selber kommen und nicht einem Partner zu liebe. Das geht auf Dauer in den allermeisten Fällen vermutlich nicht gut aus.
"Erlernen" die eigene Beziehung zu öffnen, dann auch noch mit Gefühlen inklusive (eben Polyamore), ist vermutlich nicht wirklich möglich. Lernen damit umzugehen schon deutlich eher, aber hierfür muss eben schon ein eigenes Interesse daran da sein.

Ganz am Rande frage ich mich gerade ob deine Partner in etwa in deinem Alter ist. Ich finde Neugier auf andere Lebensweisen durchaus gut und befürworte sie ohne Frage. Erfahrungen sammeln und das für sich beste raussuchen. Über den Tellerrand schauen und die Welt entdecken, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich in dem Alter keinen Gedanken an sowas "verschwendet". Da war ich froh um jede einzelne Minute mit meiner Freundin. *g* Ja, ich weiß, dass es durchaus auch Swinger, offene Beziehungen oder gar Polyamorie schon bei sehr jungen Menschen gibt, was für mich aber oft einen "faden Beigeschmack" hat, da eine solche Lebensweise mitunter als Vorwand genommen wird um den Freifahrtsschein zu bekommen mit anderen Spaß zu haben.

mein Partner (zumindest eine Zeit lang) polyamor leben möchte.

Hier sticht mir einfach dieser Zusatz in Klammer ins Auge. "zumindest eine Zeit lang".... Für mein Empfinden passt das nicht ganz zusammen. Ohne etwas unterstellen zu wollen, aber ist da vielleicht gerade noch jemand in seinem Leben zu dem er vielleicht etwas aufbauen möchte, ohne die Beziehung zu dir beenden zu müssen? Einfach nur um zu legitimieren zweigleisig zu fahren? Dieses "zumindest eine Zeit lang" hat bei mir irgendwie als ersten den Gedanken ausgelöst, dass da schon etwas ist, was über diesen Weg ins rechte Licht gerückt werden könnte.
Sorry falls ich da irgendetwas aus der Luft greife, aber dies waren einfach meine ersten Gedanken in Anbetracht der hier gegeben Informationen und Rahmenbedingungen.

LG "Er" von NeueReize

P.S.: Allen frohe Weihnachten!
*****_78 Frau
307 Beiträge
Leben heißt Veränderung
Ich stimme einigen meiner Vorredner zu, man kann durchaus zunächst monogam empfinden und dann im Lauf der Zeit Polyamorie für sich entdecken. Das Problem entsteht meist dann, wenn eine Beziehung auf Monogamie begründet wurde und dann einer der beiden Partner merkt, dass er oder sie auch noch andere Menschen liebt oder zu lieben imstande ist. Ist genau meine Misere, da gilt dann behutsames Vorgehen.

Ich würde es Deinem Partner hoch anrechnen, dass er darüber offen mit Dir spricht. Das ist für ihn vermutlich eher schwierig gewesen, da man sich in so einer Situation der Angst zurückgewiesen zu werden ausgesetzt sieht bzw der Partner Angst haben könnte, dass man ihn weniger liebt. Ihr solltet diese Chance der Offenheit nutzen und viel darüber reden, wie Ihr Euch beide das vorstellen würdet, wie Polyamorie für Euch aussehen könnte. Wichtig ist, dass Ihr aufkommende negative Gefühle ansprecht und sie nicht aufstauen lasst, bis dann ein großes Gewitter losbricht. Alles Gute dabei und viel Spaß, falls Ihr es ausprobierern solltet!
Ausprobieren?
Ich habe das hier schon des Öfteren, in verschiedenen Zusammenhängen gehört. In Bezug auf Polyamorie halte ich das für unmöglich. Zum einen kann ich ja wohl kaum probieren mich in eine Menschen zu verlieben - entweder ich verliebe mich oder eben nicht. Zum zweiten wäre das gegenüber dem bzw. den dazukommenden Partnern verachtend und gemein, mit deren Gefühlen zu spielen.
Micha
*****_78 Frau
307 Beiträge
Vielleicht habe ich mich etwas ungünstig ausgedrückt. Ich meine natürlich nicht ausprobieren im Sinne von mit einem neuen Partner spielen und bei Bedarf wieder abschieben. Aber selbst wenn man sich verliebt hat (wobei wir die Situation des Partners der TE nicht genau kennen), ist die Frage, wie man damit umgeht. Gefühle lassen sich nicht einfach abstellen, doch behutsames Herantasten an eine solche neue Situation ist zu empfehlen, und das habe ich mit ausprobieren gemeint.
.
*******icht Mann
3.521 Beiträge
In Bezug auf Polyamorie halte ich das für unmöglich. Zum einen kann ich ja wohl kaum probieren mich in eine Menschen zu verlieben - entweder ich verliebe mich oder eben nicht.

Die Basis bei Polyamory ist Liebe. Nicht das Verliebtsein. Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun.

Zum zweiten wäre das gegenüber dem bzw. den dazukommenden Partnern verachtend und gemein, mit deren Gefühlen zu spielen.

Für meine Gefühle bin ich selber verantwortlich. Einen Menschen der spielen will oder sich mal polyamor versuchen möchte, liebe ich nicht. Insofern entscheidet der Polyamore ganz bewusst über das Erkennen auf wen er sich überhaupt einlässt.

Polyamory ist weder ein Spiel noch ein Mode-Trend. Polyamory ist für diejenigen eine Lebenseinstellung, die mehrere Menschen zur gleichen Zeit lieben bzw. lieben können. Eben das, was in der Monogamie aus unterschiedlichen Gründen vermieden werden soll. Ob Sexualität mit allen oder keinem stattfindet, ist dabei völlig belanglos. Es kann, muss aber nicht. Das entscheiden jeweils die Leute selber, ohne sich von wem auch immer die Erlaubnis dazu erteilen lassen zu müssen.
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