Die Liebe zum Natursekt bzw. das Einbinden von Urin in sexuelle Spiele faszinierte unseren User Viriathus so sehr, dass er irgendwann begann, kleine Skizzen zu diesem Thema zu zeichnen. Dies trieb er immer intensiver voran und sammelte nun für alle Natursektliebhaber einen großen Teil seiner Zeichnungen in seinem Bildband "The Real Wet Book". Wir stellen euch das Projekt vor und widmen uns eingangs dem Natursektfetisch …
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Urophilie – die sexuelle Vorliebe für Urin
Die Urophilie bezeichnet die sexuelle Vorliebe für Urin. Die Natursektliebhaber empfinden den Urin, seinen Geruch, seine Wärme, wie er sich auf der Haut anfühlt oder das Urinieren selbst als erotisch und sexuell stimulierend. Auch ein Lustgewinn durch die orale Aufnahme von Urin, die sogenannte Urophagie, kann hier mit hineinspielen. In der Medizin/Psychologie definiert man die Urophilie im Übrigen als eine Störung der Sexualpräferenz, die allerdings erst dann als behandlungsbedürftig angesehen wird, wenn der Natursektfetisch die partnerschaftliche Sexualität komplett verdrängt.
Umgangssprachlich entstanden in entsprechenden Liebhaberkreisen schnell sprechendere Bezeichnungen wie Natursekt, Wassersport, Goldener Schauer, Golden Shower, Golden Waterfalls oder die Wet Games, um die Einbindung von Urin in das Sexspiel zu umschreiben. Zugehörige Praktiken werden sowohl von Männern als auch von Frauen ausgeübt, sind aber gesellschaftlich eher weniger akzeptiert, werden die körperlichen Ausscheidungen doch allgemein als etwas "Verbotenes", als Tabu betrachtet, die in stiller Einsamkeit ausgeschieden und besser nicht angesprochen werden.
Natursekt im Liebesspiel
Urophilie, zu zweit ausgelebt, bezieht ihren sexuellen Reiz vor allem aus dem Verlust der Kontrolle und dem Verlust der über die Jahre hinweg ankonditionierten Hemmungen, was für Natursektliebhaber einer Befreiung gleichkommt. Natursektliebhaber erleben also die Kontrolle über die Ausscheidungen des Partners/der Partnerin als ungeheuer intime Erfahrung, während sich der Ausscheidende im besten Falle trotz des "Schmutzes" akzeptiert und umsorgt fühlt.
Worin diese Liebe zum Urin – auch und vor allem beim Sex – gründet, gilt wissenschaftlich als nicht eindeutig belegt. Es kursieren maximal widersprüchliche Thesen. So sei die Urophilie beispielsweise eine Folge der Disziplinierung (Forderung bzw. das Verbot von Ausscheidungen: "Jetzt nicht!") durch die Eltern während der Kindheit.
Urophilie und die Risiken
Gesundheitlich gesehen ist der Umgang mit Urin (auch die orale Aufnahme) während Natursektspielen unter gesunden Menschen nicht schädlich. Zwar zeichnet den Urin eine niedrige Bakterienkonzentration aus, doch diese Bakterien sind in der Regel harmlos. Vom Kontakt mit gelagertem Urin sollte wegen der schnell einsetzenden Verkeimung der Flüssigkeit allerdings genauso abgesehen werden wie von der Aufnahme des Urins von kranken Menschen, da es hier möglich ist, sich mit Krankheiten anzustecken (Hepatitis A sei genannt). Ebenso sollte Urin von Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, nicht getrunken werden.
Natursekt und die Kunst
In der darstellenden Kunst spielten urinierende Personen schon immer eine Rolle. Rembrandt ("La femme qui pisse") und Picasso verwendeten entsprechende Darstellungen in ihren Bildern. Den Brunnenfiguren Männeken Pis und Janneken Pis dürfte bereits jeder einmal gegenübergestanden haben und auch in der erotischen Fotografie (auch hier im JOYclub) war dieser Fetisch schon häufiger Thema. In der Erotikliteratur band beispielsweise der Marquis de Sade in seiner Novelle "Die 120 Tage von Sodom" den Akt des Urinierens mit ein.
Viriathus "The Real Wet Book"
Ebenfalls künstlerisch setzte sich unser Viriathus mit dem Thema auseinander und brachte seine Fantasien in Sachen Natursekt in tollen Zeichnungen zum Ausdruck. Wir befragten ihn zu seiner Einstellung zum Natursekt und präsentieren euch einige seiner nassen Zeichnungen.
Die Inspiration für "The Real Wet Book"
Hierzu meint Viriathus: "Alles Leben kommt aus dem nassen Element, besteht überwiegend aus Nassem, tauscht seine Nässe miteinander aus, um sich zu vereinen und zu vermehren und entsteht neu in schützender, nährender Nässe. So ist denn auch die Lust des Menschen unvermeidlich nass im Austausch der erotischen Körpersäfte. Seit Urzeiten gehört dazu auch Urin. Immer wieder in der Geschichte wurde seine erotische Komponente tabuisiert: aus nachvollziehbaren hygienischen Motiven, aber auch aus Gründen rigider, körperfeindlicher Moral. Immerhin ist "Natursekt" als potentielles sexuelles Stimulans ständig und überall verfügbar und somit "sittengefährdend".
In neuerer Zeit gibt es in der "aufgeklärten" Zivilisation eine zunehmende Akzeptanz des Urins als Aphrodisiakum und sogar als Therapeutikum. Moralische und gesundheitliche Vorurteile konnten überwunden werden und es gibt geeignete hygienische Voraussetzungen im erotischen Umgang mit dieser Körperflüssigkeit.
Allein im JOYclub haben über 10 000 Mitglieder in ihrem Profil "Natursekt" unter erotischen Vorlieben benannt; wie hoch die Dunkelziffer der Sympathisanten/innen ist, kann man nur vermuten. In der Gruppe Natursekt hat sich die Zahl der Mitglieder innerhalb eines Jahres von 500 auf über 1000 verdoppelt. Googeln nach diesem Stichwort liefert 4,5 Millionen Einträge.
Jedoch ist das Thema "Nasse Lust" in der Praxis und auch künstlerisch nahezu unerschöpflich und wenig erschlossen. In den letzten Jahren ist per Internet eine rasant steigende Zahl von Natursekt-Liebhabern/innen festzustellen und auch die allgemeine mediale Akzeptanz nimmt zu. Es ist anzunehmen, dass eines Tages das Thema Natursekt nicht mehr unter der Rubrik "Ausgefallenes" firmieren muss, sondern eine ganz "normale" Sex-Variante sein wird, wie es OV, AV, Bi, Homo, Fisting, Fetisch, BDSM usw. inzwischen geworden sind."
Der Weg zum "Real Wet Book"
Viriathus, Jahrgang 1942 und katholisch aufgewachsen im prüden Mief der "Wirtschaftswunder"-Jahre, war schon bei kindlichen Doktorspielen infiziert worden mit dem nassen Virus. Da er gut zeichnen konnte, entstanden seit der Pubertät – unter strengster Geheimhaltung – obszöne Skizzen seiner Fantasien, die aber meist nach Verwendung als Masturbations-Hilfe vernichtet wurden.
Im Lauf der Jahre jedoch wurden daraus zunehmend anspruchsvollere kleine Kunstwerke (von denen die meisten zum Glück erhalten blieben), in denen sich eine sexuelle Passion entfaltete, die real auszuleben damals unmöglich war: lustvolle, meist kollektive Pinkelspiele.
Erst Jahrzehnte später, nach großen gesellschaftlichen Veränderungen der sexuellen Normen, traute der Zeichner sich, seine Werke auch anderen Menschen zu zeigen, nun aber mit (oft feuchter) Akzeptanz der Betrachter/innen. Aber erst durch das Internet wurde die Präsentation dieser Zeichnungen für ein breiteres Publikum möglich. Die starke positive Resonanz ermutigte Viriathus, eine repräsentative Auswahl von Zeichnungen in dem Bildband "The Real Wet Book" zusammenzustellen.
Von der Idee zum Bild
Die Ideenlieferanten für Viriathus Arbeiten könnten verschiedener nicht sein: Mal ist es ein Text, mal ein Foto, Gemälde oder eine Videoszene, meistens aber die eigene Fantasie und sein Real-Erleben. Am Anfang der Umsetzung steht dann eine flüchtige, freie Entwurfsskizze, darauf folgt eine präziser konturierte Entwurfs-Zeichnung, in der schon alle anatomischen und perspektivischen Proportionen festgelegt werden, und schließlich die Reinzeichnung mit Blei- oder Farbstiften auf gutem Karton. Hier werden dann die Schattierung oder eine farbliche Gestaltung ausgeführt.
Bei vielen Bildern kommt noch eine Textgebung hinzu, meistens in saftigem Dirty Talk. Viriathus zeichnet "freihand", also ohne Fotovorlagen oder Models. Die zeichnerischen Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit diesem Thema zeigen, dass urige, provozierende Geilheit und hohes ästhetisches Niveau keine Widersprüche sein müssen.
Der Bildband voller Natursektspiele
Der Bildband "The Real Wet Book" enthält 120 Zeichnungen in ihrer chronologischen Entstehungsreihenfolge auf Kunstdruck-Papier im Format 19 x 27 cm und kostet inklusive Versand 34,50 EUR. Es handelt sich dabei um einen Privatdruck in kleiner Auflage.
Für JOYclub-Mitglieder, die aus Diskretionsgründen kein Buch erwerben möchten oder können, ist auch eine Version auf einer neutral etikettierten CD-Rom für 21.50 Euro erhältlich. Bestellungen sind direkt über das Profil von Viriathus möglich.
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Urophilie
http://www.intimatemedicine.de/menschen-und-sex/worin-liegt-die-erotik-von-urophilie/
http://www.sexwoerterbuch.info/urophilie.html
http://www.miomedi.de/sexualitaet/sexualmedizin/stoerungen-sexualverhalten/paraphilien/urophilie/urophilie.html







