Als Selbstbefriedigung oder auch Masturbation wird die selbstständige, meist manuelle Erregung der Geschlechtsorgane verstanden. Sowohl beim Mann als auch bei der Frau ist der Orgasmus das Ziel der Selbstbefriedigung. Dazu können neben der eigenen Hand auch andere Hilfsmittel, zum Beispiel Sexspielzeug, eingesetzt werden.

Die Geschichte der Selbstbefriedigung
Schon im alten Griechenland war Selbstbefriedigung ein wichtiges Thema. Verschiedene Philosophen versuchten damit zu provozieren. So soll beispielsweise Diogenes von Sinope öffentlich auf einem Marktplatz masturbiert haben. Im Mittelalter wurde die Selbstbefriedigung insbesondere von der Kirche als Sünde dargestellt. Masturbation sei unnatürlich und unmoralisch. Außerdem entspräche sie nicht der Natur des Menschen. Selbst in der Aufklärung wurde in der Selbstbefriedigung eine soziale Gefahr gesehen.
Historisch wurden lange Zeit Unwahrheiten über die Selbstbefriedigung verbreitet. So sei sie für verschiedene Krankheiten wie zum Beispiel Rückenmarksschwund, Tuberkulose oder Krebs verantwortlich. Zudem hielt sich bis spät in das zwanzigste Jahrhundert hinein die Ansicht, dass Masturbation ausschlaggebend sei für Akne. Dies lag wohl daran, dass Akne häufig in der Pubertät auftritt, also zu der Zeit, in der die meisten Menschen zum ersten Mal mit Masturbation in Berührung kommen.
Selbstbefriedigung tut gut
Heute weiß man, dass Selbstbefriedigung oder Onanieren weder für Frau noch für den Mann schädlich sind. Man nimmt sogar an, dass Selbstbefriedigungspraktiken dem Mensch gut tun und die Seele beruhigen können. Allerdings ist anerkannt, dass Masturbation ähnlich wie fast jedes andere Verhalten auch zwanghaft durchgeführt werden kann und Suchtpotential hat. Allerdings ist dies eher selten und hat anders als Drogenabhängigkeit keine körperlichen Schäden zur Folge.
Selbstbefriedigungspraktiken
Statistische Zahlen belegen, dass Selbstbefriedigung keine Seltenheit ist und nahezu selbstverständlich durchgeführt wird: Rund 95 Prozent aller Männer und 75 bis 80 Prozent aller Frauen befriedigen sich regelmäßig. Die Praktiken unterscheiden sich dabei allerdings erheblich.
Während Männer mit der Hand ihren Penis umschließen und diese für die Stimulation auf und ab führen, erregen Frauen ihr Lustzentrum meist mit einem oder mehreren Fingern. Es sind aber auch Variationen mit der Duschbrause oder mit Hilfe eines Dildos möglich.
Je nach Situation dauert die Selbstbefriedigung länger oder kürzer. Meist werden dabei zudem Gleitmittel oder andere Lotionen angewandt, da feuchte Selbstbefriedigung meist mehr Lust bereitet als trockene. Viele Menschen finden es auch erregend, wenn der Partner dabei zuschaut oder das Ganze in der Öffentlichkeit stattfindet.



