21.03.2007

Gefahren und Sicherheit

Bondages – erst recht Hängebondages – können, auch bei korrekter Ausführung, zu gefährlichen Situationen führen.

Angefangen bei leichtem Unwohlsein, über Blutstau, Nerventaubheit bis hin zu Atemnot oder Kreislaufkollaps. Wichtig ist – in allen diesen Fällen – überlegtes und rasches Handeln des Aktiven.

In der Regel bedeutet dies, dass der passive Part sofort aus seiner Fesselung befreit werden muss. Von daher gehört – von der materiellen Seite her – eine qualitativ hochwertige Verbandsschere zur Grundausstattung, damit die Fesselung im Notfall rasch zerschnitten werden kann.

Weitere Sicherheitsgrundregeln sind:

  • Safeword muss vereinbart sein.
  • eine immobilisierte Person NIE alleine in einem Raum lassen.
  • Abbruch der Session bei Anzeichen von Unwohlsein bei einer der beteiligten Personen.
  • Acht geben auf empfindliche Körperteile (Handgelenke, Hals).
  • Seile nie zu schnell abziehen (Verbrennungsgefahr durch Reibung)

Grundregel: Miteinander reden! Der passive Part sollte laufend verbal mitteilen, wenn etwas unbequem ist, ein Blutstau auftritt oder ähnliches. Nur so kann gewährleistet werden, dass auch keine Nervenbahnen beschädigt werden. Insbesondere im Bereich der Handgelenke ist dies sehr wichtig. Es kann Wochen dauern, bis sich ein tauber Daumen wieder erholt. Es kann sogar ein bleibender Schaden zurückbleiben.

Ein weiteres sensibles Körperteil ist der Hals. Immer Vorsicht, dass es in keinem Fall zu einer Würgung kommen darf. Die Mumifizierung ist auch ganz klar nichts für Anfänger. Dabei sind so viele Aspekte zu berücksichtigen, das ein Anfänger damit überfordert wäre.

Ein Aspekt geht auch immer mal wieder vergessen. Was ist, wenn der aktive Part plötzlich Probleme bekommt und dem Passiven nicht mehr helfen kann? Je nach Bondage kann der passive Part wenig bis gar nichts unternehmen. Man darf diesen Punkt einfach nicht immer ganz verdrängen.

Bondages sind Vertrauenssache. Vertrauen des Passiven in die Fähigkeiten des Aktiven aber auch Vertrauen in die "Technik". In etwa zu Vergleichen mit dem Vertrauen in die Funktionssicherheit die ein Taucher zu seinem Pressluft-Tauchgerät oder ein Feuerwehrmann in sein Atemschutzgerät haben muss.

Autor: faustspiele

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