Fisting

Alles was du über Fisting wissen musst und Tipps für das erste Mal Fisten

Unter Fisting oder Fisten versteht man per Definition eine Sexpraktik, bei der mehrere Finger, die ganze Hand oder gar mehrere Hände in die Vagina oder den Anus eingeführt werden. Um den Vorgang, beziehungsweise die Praktik des Fistings genießen zu können, erfordert es allerdings Einiges an Übung, sowie auch an Vertrauen dem oder den Sexualpartnern gegenüber.

Unsere Fisting-Anleitung möchte euch einen Einstieg in dieses sensible Thema und weiterhin einige Tipps und Ratschläge mitgeben. Tiefergehende Informationen findet ihr in der Themengruppe dazu.

Fisten ist nicht gleich Faustverkehr

Jemanden zu "fisten" bedeutet frei übersetzt, Faustverkehr mit jemandem zu haben. Dies muss aber nicht zwingend wörtlich gemeint sein.

Sollte es den Partnern angenehmer sein, so ist durchaus auch bei einer gestreckten Hand von Fisting die Rede. Auch die Bewegung, die zwischen dem Strecken der Hand und dem Ballen zur Faust entsteht, kann durchaus als angenehm empfunden werden.

Dennoch: Keinesfalls sollte der Partner, der penetriert wird, Schmerzen empfinden.

Tipps für Fisting-Anfänger

Gerade Anfänger sollten sich umfassend im Fisting-Forum informieren und das langsame Herantasten an ihr persönliches Optimum so behutsam und komfortabel wie möglich gestalten. Vertrauen, Einfühlungsvermögen und Kommunikation, sowie gemeinsam gesetzte Grenzen sind hier unerlässlich.

Eine entspannte Atmosphäre, angenehme Lage für die Partnerin (etwa das Becken auf einem Kissen gebettet) und unbedingte Hygiene tun ihr Übriges. Insbesondere Unerfahrene sollten sich über den Gebrauch von Einweghandschuhen Gedanken machen: Unter Umständen nehmen Finger und Hand zu viel Gleitmittel auf, was zu Schmerzen bei der Partnerin führen kann, da die Hand zu trocken und zu rau wirkt.

Vaginal-Fisting

Vagina-Fisting: Mit der Faust in die Scheide eindringen.
Vagina-Fisting: Mit der Faust in die Scheide eindringen.

Da die Vagina als natürlicher Geburtskanal vorgesehen ist, ist sie sehr dehnbar. Dennoch sollte behutsam vorgegangen werden, damit auch die Frau das Vaginal-Fisting als angenehm empfinden kann. Grundvoraussetzung dafür ist eine bereits erhebliche Scheidenfeuchtigkeit, die natürlich nur dann zustande kommt, wenn die Frau erregt ist. Ein gefühlvolles Vorspiel sollte zu diesem Zweck unbedingt stattfinden.

Anschließend kann vorsichtig ausprobiert werden, wie weit die Vagina sich zu diesem Zeitpunkt dehnen lässt. So sollte die Scheide zunächst nur mit einigen Fingern penetriert werden, je nach Wohlbefinden kann anschließend der Rest der Hand oder eine weitere Hand eingeführt werden. Dies sollte auf keinen Fall mit ruckartigen Bewegungen geschehen, da auch die Schleimhäute einer Vagina nicht unbegrenzt belastbar sind.

Da Hände nicht nur ein größeres Volumen als ein Penis haben, sondern die Haut an den Händen auch sehr viel rauher und saugfähiger ist, sollte bei geringer bis normaler Scheidenfeuchtigkeit unbedingt ein Gleitmittel zur Hilfe genommen werden. Dies erleichtert das Eindringen in die gewünschte Körperöffnung ungemein, das meist kühle Gleitmittel lässt auch die Hautoberfläche glatter erscheinen.

Anal-Fisting

Beim Analfisting ist das Ausmaß an Risiken sehr viel höher, da der Anus bei weitem nicht so dehnbar ist wie eine Vagina. Auch hier sollte unbedingt reichlich Gleitmittel verwendet und behutsam vorgegangen werden. Ein wesentlicher Vorteil beim Analfisting ist jedoch, dass es, im Gegensatz zum Vaginalfisting, von beiden Partnern in gleichem Maß durchgeführt werden kann. So können beide Partner untereinander ihre jeweiligen Grenzen klarer verständlich machen, auch hier ist eine gesunde, schamfreie Kommunikation unerlässlich.

Anal-Fisting: Mit der Faust in den Po eindringen.
Anal-Fisting: Mit der Faust in den Po eindringen.

Ruppige oder gewaltsame Bewegungen können zu einer Analfissur, einem Einriss der Afterschleimhaut führen. Dadurch kann es zu Infektionen kommen, auch wenn Geschlechtsverkehr mit Kondom stattgefunden hat. In schlimmeren Fällen kann es sogar zu einer Perforation des Darms oder gar zu einer Schädigung des Schließmuskels, beziehungsweise der Beckenbodenmuskulatur, kommen. Dies kann Inkontinenz zur Folge haben.

Deshalb: Unbedingt vorsichtig und behutsam vorgehen. Muskeln sind lernfähig, aber sie können nicht von jetzt auf gleich um ein Vielfaches ausgedehnt werden. Vergleichsweise kann man sagen, dass es sich dort wie mit einem Besuch im Fitnessstudio verhält; niemand geht spargeldünn hinein und kommt anderthalb Stunden später muskelbepackt wieder heraus. Das Fisting erfordert ebensoviel Übung: Mit zunehmender Dehnungsfähigkeit des Anus stellt sich auch das Wohlbefinden beim Vorgang selbst ein. Dem Muskel ist dies bereits bekannt, er entspannt sich, verkrampft nicht mehr. So kann der hocherogene Darmendbereich stimuliert werden, was schließlich auch zum Orgasmus führen kann.

Schmerzen beim Fisting

Schmerzen beim Fisting: Fisten erfordert vor allem Vertrauen!
Schmerzen beim Fisting: Fisten erfordert vor allem Vertrauen!

Durch Schmerzen beim Fisting verkrampfen sich Muskeln, was dazu führt, dass die Vagina oder der Anus "enger" und die Schmerzen dadurch noch gesteigert werden. Deshalb ist es besonders wichtig, sich langsam heranzutasten und sich immer wieder zu vergewissern, dass es nicht nur für einen Partner angenehm ist. Auch beim Herausziehen der Hand, beziehungsweise der Hände, ist Vorsicht geboten. Hier gilt ebenfalls: Ruckartige Bewegungen vermeiden, da es ansonsten zu Verletzungen der Schleimhäute, etwa durch Fingernägel kommen kann.

Beide Partner sollten nur soweit gehen, wie es ihre "erträgliche" Schmerzgrenze erlaubt, keinesfalls darüber hinaus. Regelmäßiges "Üben" wird schon bald Erfolge hinsichtlich der Erträglichkeit zeigen. Dann kann langsam das einzuführende Volumen gesteigert werden, in kleinen Schritten. Dazu müssen nicht zwingend Finger oder Hände beutzt werden, auch mit Dildos oder Vibratoren lassen sich durch langsame Steigerung Erfolge erzielen.

Analfisting ist, wie jede andere Sexpraktik auch, nicht jedermanns Sache. Genau wie beim Analverkehr mit Penis oder Vibrator kann die Penetration mit der Hand sehr schmerzvoll sein. Eine Tatsache, die sich durch Übung leicht beheben lässt, bei vielen Frauen übertritt dies aber eine Schamgrenze, die in diesen Fällen dann auch nicht verletzt werden sollte.

Orgasmus durch Fisting

Hinsichtlich der Empfindungen beim Fisting gibt es extreme Unterschiede. Viele Frauen empfinden Vaginafisting als ungeheuer erregend und beschreiben ihre Orgasmen als sehr viel intensiver als durch eine Penetration der gewöhnlichen Art, was einerseits mit dem Volumen, andererseits aber auch mit der Beweglichkeit der einzelnen Finger zusammenhängen kann.

Leiern die Muskeln beim Fisting aus?

Ein Ammenmärchen, das mindestens so lange bekannt ist wie das Fisting selbst, ist das "Ausleiern" der Muskulatur. Bei langsamem Training, das, wie ein Fitnessprogramm, Stück für Stück gesteigert wird, lernt der Muskel, bei Bedarf auf seine Dehnungsfähigkeit zurückzugreifen. Der Muskel reagiert nicht mehr gereizt, nicht mehr schmerzhaft, wenn er penetriert wird. Sobald die Hand oder auch die Hände aus der Öffnung entfernt wurden, zieht die Muskulatur sich wieder in ihren Urzustand zurück. Vergleichbar ist dieser Vorgang mit der Geburt eines Kindes; keine Vagina bleibt soweit gedehnt, dass die Schultern eines Neugeborenen problemlos hindurchgleiten könnten.

Fisting und Geschlechtsverkehr

Fisting: Sex bei dem vor allem die Finger im Spiel sind
Fisting: Sex bei dem vor allem die Finger im Spiel sind

Obwohl sich sowohl die anale als auch die vaginale Muskulatur wieder entspannt und zurückbildet, ist es nicht allzu ratsam, unmittelbar nach dem Fisting auf herkömmliche Art miteinander zu schlafen. Zwar wird dabei die Partnerin dabei keine Schmerzen haben, aber ganz so schnell funktioniert die Rückbildung der Vaginalmuskulatur dann doch nicht, die Möglichkeit, dass die Frau so von der Penetration nichts spürt, ist durchaus gegeben, denn: Eine Hand, beziehungsweise eine Faust, füllt die Frau definitiv weiter aus als ein Penis. Das Gefühl ist ebenso ein völlig anderes.

Während beim Geschlechtsverkehr oftmals gerade die Reibung und die verhältnismäßig schnelle Bewegung das Erregende ist, reichen beim Fisting oftmals langsame, kleine Bewegungen aus, um die Partnerin sehr zu stimulieren. Dies verspricht zwar einen sehr heftigen Orgasmus, dennoch kann die Vagina für kurze Zeit nicht nur überdehnt, sondern auch überreizt sein. Deshalb sollte zwischen Fisting und Geschlechtsverkehr etwa eine gute Stunde liegen.

Tipp: Vorher Darm entleeren

Ferner ist es, für beide Partner, ratsam, den Darm zuvor zu entleeren. Zum einen, weil beim Vaginalfisting unter Umständen Druck auf den Darm ausgeübt werden kann. Das hat zur Folge, dass die Muskeln sich verkrampfen, die Entspannung ist dahin. Zum anderen, weil ein Muskel auf Signale reagiert. Wird der Schließmuskel im Anus stimuliert, ist das für ihn ein Zeichen, sich zu öffnen, was unschöne Ergebnisse zur Folge haben kann.

Erlaubt ist, was gefällt

Abschließend ist zu sagen: Erlaubt ist, was gefällt. Fisting ist, egal in welcher Form, keinesfalls pervers oder abartig. Dennoch sollten alle Beteiligten Spaß daran haben. Ist diese Voraussetzung gegeben, so spricht nichts dagegen, in der richtigen Stimmung nach Herzenslust auszuprobieren, herauszufinden, wie weit man gehen mag. Wichtig ist lediglich, dass man ausreichend Zeit mitbringt, um seine Muskeln an die neue Aufgabe zu gewöhnen. Dann sollte einem erfüllten Sexerlebnis nichts mehr im Weg stehen.

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