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Vaginal, anal, Fisting – Welches Gleitgel wofür?

So findest du das passende Gleitmittel!
05. August 2016

Gleitgel sorgt für ein reibungsloses Liebesspiel. Insbesondere bei Praktiken wie Analsex und Fisting dienen Gleitmittel dazu, unangenehme Reibung und mögliche Schmerzen beim Sex zu verringern.

Doch die Auswahl an verschiedenen Gleitmitteln ist riesig. Sie kosten zwischen fünf und 35 Euro und sind in Apotheken, Drogeriemärkten und Sex-Shops erhältlich. Bei dem großen Angebot ist es nicht immer leicht, das passende Gleitgel zu finden.

Wir stellen euch die verschiedenen Gleitgele genauer vor und zeigen, welches Gel sich für welche Sexpraktik eignet!

Gleitgele für Vaginalverkehr

Nicht jede Frau wird beim Sex richtig feucht. Gleitgel unterstützt hierbei zusätzlich ein schmerzfreies Eindringen und verringert so ein Verletzungsrisiko. Gerade beim vaginalen Verkehr sollte man auf passendes Gleitgel achten. Die Scheidenflora ist empfindlich und kann durch falsche Inhaltsstoffe schnell aus dem Gleichgewicht gebracht werden. So entsteht mitunter ein Nährboden für Keime, Bakterien und Infektionen.

Für den Vaginalverkehr eignen sich Gleitgele auf Wasser- oder Silikonbasis.
Für den Vaginalverkehr eignen sich Gleitgele auf Wasser- oder Silikonbasis.
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Gleitgele auf Wasserbasis: Sie sind die wohl bekanntesten und am meist genutzten Gele. Gleitgele auf Wasserbasis eignen sich besonders für die vaginale Anwendung, da sie sich gut mit der Scheidenflüssigkeit vermischen und somit eine hervorragende Gleitwirkung erzielen.


Vorteile:
  • Eignet sich für den Sex mit Kondom.
  • Eignet sich für jede Art von Sexspielzeug.
  • Leicht abwaschbar.
  • Sehr günstig im Drogeriemarkt erhältlich.
  • Gibt es in verschiedenen Geruchs- und Geschmacksvarianten.

Nachteile:
  • Eher weniger für den Analverkehr geeignet. (Der Körper resorbiert das Wasser aus dem Gel. Dadurch wird der Anus schnell trocken und mitunter auch rissig.)
  • Wird schnell klebrig.
  • Zusatzstoffe können mitunter Allergien auslösen.

Gleitgele auf Silikonbasis: Bei diesen Gleitgelen handelt es sich um nichts anderes als flüssige Silikone, die besonders gut schmieren.


Vorteile:
  • Kann sowohl bei Vaginal- als auch Analverkehr benutzt werden.
  • Hat ein sehr gutes Schmierverhalten.
  • Tipp: Silikongele eignen sich auch gut für eine Körpermassage.

Nachteile:
  • Darf nicht in Verbindung mit Silikon-Toys benutzt werden: Das Silikon greift die Struktur der Toys an und zerstört diese.
  • Macht unschöne Flecken. Wenn möglich also beispielsweise mit einem Handtuch auf dem Bettlaken für Schutz sorgen.

Gleitgele für Analverkehr

Beim Analsex setzen viele Paare auf Gleitgele auf Silikon- und Fettbasis.
Beim Analsex setzen viele Paare auf Gleitgele auf Silikon- und Fettbasis.
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Beim Analsex reichen die gängigen Gleitgele auf Wasserbasis oftmals nicht aus. Viele Paare greifen deswegen auf Gleitmittel auf Silikon- oder Fettbasis zurück.

Gleitgele auf Silikonbasis: Bestehen aus flüssigem Silikon und sind durch ihr gutes Schmierverhalten hervorragend für den Analsex geeignet. Ihre Vor- und Nachteile könnt ihr im Abschnitt zum Gleitgel für Vaginalverkehr nachlesen!

Gleitgele auf Fett- bzw. Ölbasis: Diese Gleitgele sind ideal für den Analverkehr, da sie nicht austrocknen und so eine kontinuierliche Gleitfähigkeit gegeben ist.


Vorteile
  • Sehr gutes Schmierverhalten.
  • Trocknet nicht aus.
  • Eignet sich für Sex im Wasser, unter der Dusche oder der Badewanne.

Nachteile:
  • Darf nicht im Zusammenhang mit Kondomen oder jeglicher Art von Gummi verwendet werden.
  • Schwerer abwaschbar.
  • Sorgt für unschöne Flecken auf Textilien.

Latexfreie Kondome für alle Gleitgele geeignet!
Ihr möchtet beim geschützten Verkehr nicht auf silikon- oder fetthaltige Gleitmittel verzichten? Dann setzt auf latexfreie Kondome. Sie werden nicht von den Inhaltsstoffen angegriffen und schützen so während des Sex optimal vor Krankheiten und Schwangerschaft.

Gleitgele für Fisting

Auch beim Fisting mindert ausreichend Gleitgel die Verletzungsgefahr für die Frau. Und die kühlende Wirkung wirkt angenehm und entspannend. Beim analen Fisting ist es allerdings nicht möglich, auf Gleitgel zu verzichten. Der Körper bildet im Darm nicht genügend körpereigenes Sekret, um dort ohne Gel zu fisten.

Beim Fisting eigenen sich vor allem Gleitgele auf Fettbasis sowie Babyöl, Melkfett und Vaseline. Diese sollten jedoch nicht in Kombination mit Latexhandschuhen verwendet werden. Alternativ: Einweghandschuhe aus der Drogerie sind ideal fürs Fisting und vertragen sich mit allen Gleitgelen.

Alternativen zum Gleitgel

Auch im alltäglichen Gebrauch finden sich verschiedene Gleitmittel, so beispielsweise Babyöle, Vaseline oder Melkfett. Doch auch hier gilt: Nicht alle Gleitmittel sind für alle Sexpraktiken optimal!

  • Babyöl: Dieses Öl eignet sich perfekt für den Analverkehr. Beim vaginalen Verkehr oder Vaginalfisting sieht es schon anders aus: Babyöl greift die empfindliche Scheidenflora der Frau an und bietet einen Nährboden für Bakterien und Pilze. Und: Babyöl zersetzt Kondome. Deswegen nicht beim geschützten Verkehr verwenden!
  • Fette: Melkfett oder Vaseline werden selbst von Frauenärzten als alternatives Gleitmittel empfohlen. Der Nachteil ist, dass es eine sehr schmierige Sache ist und eine Weile in der Scheide verweilt. Auch im Analbereich sind Vaseline und Melkfett ohne Bedenken zu benutzen. Vorsicht nur bei Kondomen! Vaseline zersetzt diese.
  • Kokosöl: Eine Gleitgel-Alternative aus dem Bioladen, die von Frauen auch gerne als Hausmittel gegen Scheidentrockenheit eingesetzt wird. Allerdings: Kokosöl verträgt sich nicht mit Kondomen und sollte deswegen nicht beim geschützten Verkehr benutzt werden.
  • Spucke: Wieso kompliziert, wenn es auch einfach geht? Für viele JOYclub-Mitglieder ist Spucke, gerade beim Vaginalverkehr, das Gleitmittel Nummer 1. Sie verträgt sich mit Kondomen und man hat sie schnell zur Hand. Jedoch ist auch hier Vorsicht geboten: Zwar sind viele sexuell übertragbaren Krankheiten nicht durch Speichel übertragbar, bei Virenerkrankungen, wie zum Beispiel (Genital-)Herpes, besteht jedoch eine erhöhte Ansteckungsgefahr.

Gleitgel selbst herstellen

Ihr möchtet euer eigenes Gleitgel herstellen? Mit diesem Rezept funktioniert das ganz einfach:

Zutaten aus der Apotheke

  • 30 g Glycerin
  • 3 Tropfen Teebaumöl (wehrt Viren, Bakterien und Pilze ab)
  • 1 Teelöffel Xanthan
  • 2 g Fluidlecithin Super (pflegt die Schleimhaut)
  • außerdem: 70 ml abgekochtes und abgekühltes Wasser

Zubereitung: Glycerin, Teebaumöl, Xanthan und das Fluidlecithin Super vermengen. Diese Mischung auf das Wasser gießen und rühren bis das Xanthan bindet. Fertig!

 

Auch in der Natur finden sich Gleitmittel: Für ein besonders reines Gleitgel schält ihr die Blätter einer Aloe Vera Pflanze, bis nur noch das durchsichtige, glitschige Mark übrig bleibt. Dieses gebt ihr in ein hohes Gefäß und mixt es mit dem Pürierstab noch einmal durch. Schon ist euer selbstgemachtes Gleitgel fertig. Alles, was ihr nicht sofort verbraucht, kann eingefroren werden und hält sich so mehrere Wochen.
 

Ihr möchtet mehr zu den verschiedenen Praktiken erfahren, bei denen die Gleitgele zum Einsatz kommen?


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Teaser: © iStock/Jochen Schönfeld

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