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Mein wilder SRD-Partybesuch in Zürich

Endlich wieder Kink!

Im Frühjahr 2022 blüht das Clubleben wieder auf. Unsere Mitglieder berichten im JOYclub-Magazin, wie es sich anfühlt, Teil außergewöhnlicher Events zu sein. Ausblick auf einen aufregenden Partysommer.

Vor zwei Monaten ließ ich mich von einem spontanen Impuls leiten und fünf Minuten später landete das Ticket für die SubRosaDictum in Zürich in meinem Postfach. Nun sitze ich aufgeregt in der Tram und frage mich, ob der Impuls nicht doch zu mutig für meine Verhältnisse war. Zwei Jahre ohne große kinky Events hinterlassen Spuren. Kann ich "es" noch? Wie wird die Stimmung sein? Hat sich die Szene verändert?

Von Marie Moreau

Erotisch feiern: dein Party-Guide
Mein wilder SRD-Partybesuch in Zürich

Schau in unsere JOY-Reportage Erotisch feiern: dein Party-Guide, in der wir Menschen durch ihre kinky Partynacht begleiten: vom ersten Mal im Swingerclub über ekstatische Privatpartys bis hin zum Blick hinter die Kulissen.

Der Online-Kurs ist auch für Basis-Mitglieder kostenlos.

Mein Outfit? Sexy Schulmädchen!

All das werde ich heute Abend herausfinden müssen. Zwischen eindrucksvollen Bankgebäuden erblicke ich den Eingang zum Club. Nach dem freundlichen Empfang durch die Security biege ich nach links in die Garderobe ab. Der Latex-Geruch und das spezielle Quietschen, beim Versuch das enge Gummi über den Körper zu ziehen, versetzen mich sofort in Euphorie. Ich muss mich zusammenreißen, nicht jetzt schon mit offenem Mund die Outfits zu betrachten. Auf Reisen ist mir das Latex-Handling zu aufwändig und deshalb habe ich mich für ein sexy Schulmädchen-Kostüm entschieden: ein weißes bauchfreies Top, ein kariertes Röckchen und schwarze, glänzende Overknee-Stiefel. Unter dem Rock trage ich keinen Slip.

Ein rot beleuchteter Tunnel weist mir den Weg in die Unterwelt. Ganz dumpf höre ich bereits die Musik. Obwohl ich mich allein in einer fremden Stadt befinde, fühlt sich das Betreten des Clubs wie nach Hause kommen an. Ich könnte an jedem Ort dieser Welt sein:

Kink, Latex und Hedonismus erzeugen ein unsichtbares Band zwischen Gleichgesinnten.

Mit einem Getränk in der Hand erkunde ich die Location. Im Erdgeschoss befindet sich der Main Floor, auf dem elektronische Musik läuft. Hinter der Tanzfläche erblicke ich eine Spielgelegenheit und die Bühne für die Bondage-Performances. Als kleines Gimmick haben die Veranstalter eine Candybar aufgebaut. Im ersten Stock liegt der zweite Floor und in einem gesonderten Raum die eigentliche Play Area – Letztere hat eine eigene Security. Überhaupt vermittelt mir das gesamte Personal ein angenehmes Gefühl von Sicherheit, ohne aufdringlich zu sein.

Party-Styling für Fortgeschrittene

Der erste Flirt auf dem Main Floor

Wieder auf dem Main Floor angekommen setze ich mich an den Rand, um das Treiben zu beobachten. Bereits bei meinem kleinen Rundgang habe ich einige interessierte Blicke ausgetauscht. Die Zeichen stehen auf Flirten. Und es dauert keine zwei Minuten, bis sich ein sehr attraktiver Mann neben mich setzt und Hallo sagt. Sein Outfit und seine Stimme machen Lust auf mehr. Wir unterhalten uns kurz und ziehen sofort weiter auf die Tanzfläche.

Erst so langsam begreife ich, dass ich gerade wirklich auf einer Party bin. Auf einer echten Party. Kein Online-Workshop, keine angezogene Handbremse, keine maskierten Gesichter. Es ist kein Vergleich zu dem kleineren Event, das ich letztes Jahr im Sommer in Deutschland besucht habe. Es war schön, aber Ausgelassenheit sieht anders aus. Nein, man spürt förmlich, dass die Partygier in den Köpfen der SubRosaDictum-Besucher:innen gewonnen hat.

 
Gut gewickelt: Bondage-Performance auf der SubRosaDictum in Zürich
Gut gewickelt: Bondage-Performance auf der SubRosaDictum in Zürich
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Ein neuer Zeitgeist in der Szene?

Ich erkundige mich bei meinem neuen Begleiter nach seinem letzten Partybesuch, der schon über zwei Jahre her ist. Dabei merke ich, wie wenig Interesse da ist, über Corona zu sprechen. Es geht nur um das Hier und Jetzt – ein neuer Zeitgeist nach den letzten Monaten, die für die Szene alles andere als leicht waren? Sport kann man zur Not zuhause machen. Aber für einen Abend wie heute gibt es keinen Ersatz. Ich weiß noch mehr zu schätzen, was es bedeutet, unter Gleichgesinnten zu feiern.

Und genau das tun wir. Die Musik nimmt mich mit. Ein Endorphinschub folgt auf den nächsten. Wir kommen uns näher, lassen unsere Hände über den Körper des anderen gleiten. Es fühlt sich fast an wie mein erstes Mal. Ich bin übersensibel und nehme jede Berührung, jede Bewegung sehr intensiv war. Rechts und links von uns Körper in Latex, die all das ebenso genießen wie ich. Wir küssen uns und ich kann das Pochen zwischen meinen Beinen kaum noch verbergen. Er nimmt meine Hand, um mit mir nach oben zu laufen.

Clubs in der Corona-Krise

Gespräche auf der Damentoilette: Ist Corona noch ein Thema?

Dort verschwinden wir kurz (getrennt!) auf der Toilette. Ich komme mit einer Frau ins Gespräch, die ebenfalls auf eine freie Kabine wartet. Ich frage sie: "Dein erstes Event nach Corona?" Sie antwortet: "Ja. Ich habe zwei Jahre Pause gemacht – mit zwei Unterbrechungen. Das waren aber Events im privaten Kreis." Beim letzten Teil zögert sie. Hat sie Angst, dass ich sie verurteile?

In meinem Wohnort fanden ebenfalls kleinere Events statt, die nirgendwo ausgeschrieben wurden. Entweder stand man auf der Mailingliste – oder bekam davon nichts mit. Ich bin nicht in der Position, das zu bewerten. Aber ich habe mich oft über die Naivität der Politik amüsiert, die dachte, man könne vieles einfach verbieten, indem man die offiziellen Locations schließt.

Ich hake nochmal nach: "Wie ist das für dich heute hier? Ist Corona noch präsent?" Auch da zögert sie wieder: "Es hat mir alles so gefehlt. In meinem Umfeld hatten so gut wie alle Corona, inklusive mir. Wovor sollte ich Angst haben?" Ich nicke ihr verständnisvoll zu.

 
Gar nicht schüchtern: Diese Partygäste wollen gesehen werden.
Gar nicht schüchtern: Diese Partygäste wollen gesehen werden.
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Eiswürfel zwischen den Beinen

Vor der Toilette erwartet mich mein Begleiter. Wir wagen uns nochmal nach unten in den kleineren Spielbereich neben der Bar, um dort ein Paar zu beobachten, das sich voll und ganz einem ausführlichen Spanking widmet. Die Singletail rauscht durch die Luft, die Gesichtszüge der Frau zeigen Erregung und Schmerz. Zwischendurch kommt auch ein schmales Paddel zum Einsatz. Spätestens jetzt weiß ich:

Die Szene knüpft genau dort an, wo sie vor zwei Jahren unterbrechen musste.

Das Zuschauen macht uns Lust. Wir laufen mit unseren Getränken wieder Richtung Tanzfläche. Ich schließe die Augen und lasse mich im Rhythmus der elektronischen Musik treiben. Plötzlich spüre ich, wie es kalt zwischen meinen Beinen wird. Ich schaue meinen Begleiter an: "Da hatte ich wirklich noch nie Eiswürfel!" Er lacht nur. Die restliche Nacht verschwimmt zwischen intensivem Tanz, wilden Küssen und der Gewissheit, dass ich "es" noch kann – vielleicht sogar besser als je zuvor.

 

Fotograf der SubRosaDictum in Zürich: ReadyForFun

 

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Lustvolle Abendgestaltung

Du teilst deine Nächte gerne mit Gleichgesinnten und suchst nach neuen Events und Begegnungen? Wir haben ein paar Gruppenempfehlungen im JOYclub parat – für einen regen Austausch und vielleicht für mehr.

 

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