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Wie wird mein Sex noch besser?

Ein Sexualtherapeut enthüllt das Geheimnis: Es heißt Kommunikation und ...
19. April 2016

Wie wird mein Sex noch aufregender? Wie kann ich mehr davon bekommen? Wie werde ich besser im Bett? Wenn sich ein Sexualtherapeut und eine Erotik-Autorin treffen, sollte man meinen, dass es zwischen beiden um genau diese Fragen geht. Zur Überraschung unserer Sophie Andresky ging es dem Sexualtherapeuten aber überhaupt nicht um heißer, länger, schärfer.

In einem spannenden Interview voller erhellender Einsichten erklärt der Experte Dr. Ahlers, dass beim Sex weder artistische Leistungen noch teure Dessous wichtig sind, sondern nur, dass man sich selbst die richtigen Fragen stellt:

Wer bin ich eigentlich und wieso will ich mit diesem Menschen neben mir Sex haben?

Besserer Sex für alle, auch für deine Freunde! Teile dieses Interview!

Wie wird mein Sex noch besser?

Wie wird mein Sex noch besser?

Wie wird mein Sex noch besser?

Die Antwort auf die Frage nach besserem Sex ist bei Sexualtherapeuten häufiger "Bessere Kommunikation" © inklusive Teaser .shock auf istockphoto.com
Die Antwort auf die Frage nach besserem Sex ist bei Sexualtherapeuten häufiger "Bessere Kommunikation" © inklusive Teaser .shock auf istockphoto.com
 

Wie bleibt der Sex in langen Beziehungen heiß?

Die gute Nachricht zuerst Dr. Ahlers: Sie sagen, Sex wird auch in einer langen Beziehung nicht zwangsläufig langweilig. Das freut mich! Aber wie hält man denn das Liebesleben heiß?

Dr. Ahlers: Es existiert kein Zaubermittel, mit dem wir aus dem Nichts sexuelle Leidenschaft generieren können. Da helfen weder Busenvergrößerung noch Penisverlängerung noch Pornographie oder Swingerclubs. Auch nicht Pillen, Pumpen und Prothesen.

Der Grund für das Nachlassen sexueller Interaktion ist die Erosion partnerschaftlicher Kommunikation.
 

Deshalb schreiben Sie auch in Ihrem Buch "Himmel auf Erden und Hölle im Kopf - Was Sexualität für uns bedeutet", dass Reizwäsche, Parfum oder Sextoys keine Lösung sind?

Dr. Ahlers: Jeder, der schon mal versucht hat, einen im Inneren empfundenen Mangel mit diesen äußeren Dingen zu lindern, der kennt die Erfahrung, wie rasch sich diese Maßnahmen verbrauchen. Der Versuch, innere Leere durch Konsum, Ablenkung und Unterhaltung zu kompensieren, schlägt fehl. Das führt nicht zu der inneren
Erfüllung, nach der wir alle suchen.

 

Was ist denn Ihrer Meinung nach das Problem?

Dr. Ahlers: Dass wir nicht lernen, Beziehungen zu führen ...

 
Die wichtigste Frage, die sich jeder stellen sollte. © baytunc auf istockphoto.com
Die wichtigste Frage, die sich jeder stellen sollte. © baytunc auf istockphoto.com

... anstelle Beziehungen nur zu haben, wie Sie in Ihrem Buch schreiben.

Dr. Ahlers: Genau. Wir glauben, eine Beziehung zu "haben", genügt, damit sexuelle Leidenschaft entsteht. Es kommt aber darauf an, eine Beziehung nicht nur zu "haben", sondern sie aktiv gestaltend zu "führen". Eine Beziehung führen geht allein durch gelingende Kommunikation. Und die bringt uns keiner bei und darum können wir das nicht.

Wir lernen alle möglichen, vielfach unsinnigen Sachen, aber kein Mensch bereitet uns darauf vor, dass das Entscheidende für unser Lebensglück darin liegt, wie gut es uns gelingt, mit anderen Menschen in Beziehung zu treten. Und die einzige Möglichkeit, wie das gelingt, ist Kommunikation. Die kann man lernen wie Zähneputzen. Aber dafür gibt es in unserer Gesellschaft kein Bewusstsein.

 

Warum ist das so?

Dr. Ahlers: Die Bedeutung von Sexualität ist in unserem Kulturkreis aufgespalten in entweder Lust oder Fortpflanzung: Wir haben auf der einen Seite Erregungsaspekte, die potentiell sündig und schmuddelig sind, und auf der anderen Seite die heilige Fortpflanzung.

Diese Konzeption unterschlägt die zentrale Funktion von Sexualität, nämlich Kommunikation.

Lust kann sich jeder selbst machen, auch Fortpflanzung können wir in die Reproduktionsmedizin outsourcen. Der einzige Grund, warum wir uns heute noch als Paare zusammentun, ist partnerschaftlich sexuelle Beziehungszufriedenheit. Und die entsteht dann, wenn ich mich von einem anderen, der mir etwas bedeutet, gesehen und gemeint, gemocht und gewollt fühle. Und das kann ich sowohl durch verbale Mitteilungen als auch auf elementarste Weise durch sexuellen Körperkontakt erleben. Indem mich dieser andere Mensch anfasst und ich dadurch fühle, dass er mich gut findet. Das ist die Kommunikationsfunktion von Sexualität. That’s what it’s all about!

Das geht natürlich nur, wenn das, was ich in sexueller Hinsicht tue, mir etwas bedeutet und ich dadurch im Sexuellen dem anderen sage, dass er mir etwas bedeutet. Dafür brauche ich ein Bewusstsein von Sexualität, das über Fortpflanzung und Lust hinausgeht. Nur über dieses Verständnis kommen wir dahin, dass wir uns wieder neu angucken, neu aufeinander zugehen und am Ende womöglich aufeinander wieder neugierig werden.

 

Auf Seite zwei dreht sich alles um Leistungsdruck beim Sex und den Mann als eierlegende Woll-Milch-Sau.

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