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622

****orn Mann
11.971 Beiträge
Themenersteller 
622
Von Walhorn und Kea2012

Liebe Freunde der erotischen Künste, der geschriebenen Wörter und der unendlichen Fantasien,

dieser Thread wird von Kea Ritter und mir nach Rücksprache mit unserer Gruppenleitung wolfscat eröffnet, weil wir euch teilhaben lassen wollen, an einer im Joyclub wirklich einmaligen Geschichte. Wie sie noch nie zuvor geschehen ist und wohl auch kein zweites Mal passieren wird, es sei denn, der Klabautermann oder wer immer für derlei Projekte zuständig ist, hat andere Pläne.

Wie viele von euch wissen, gab es im Jahr 2018 in Hamburg ein Gruppentreffen der Joy-Kopfkinogruppe, organisiert von Wolfscat und einem fantastischen Organisationsteam, mit dem Motto: „Piraten in Hamburg“. Hierzu wurde vorab ein Schreibthread eröffnet, in dem die Teilnehmer der Veranstaltung ihre Gedanken und Fantasien dazu zu Papier bringen und veröffentlichen konnten. Es waren viele sehr spannende und interessante Seiten entstanden und die interaktive Fortsetzungsgeschichte füllte letztendlich sogar mehrere Threads.
Doch mit dem Zeitpunkt des Gruppentreffens endete die Geschichte abrupt. Was im Grunde schade war, aber so lautete eben die Spielregel, und so ist es auch jedes andere Mal vor einem Gruppentreffen.

Zwei fleißige Schreiberlinge aber hatten so dermaßen viel Spaß an ihrer Fantasiewelt gefunden, dass sie beschlossen, die Piratengeschichte nicht nur weiterzuschreiben, sondern einen kompletten Roman daraus zu stricken, der weit mehr ist als „nur“ ein weiterer Piratenroman in den unendlichen Weiten der Abenteuerliteratur.
Es entstand ein Buch, das seinesgleichen sucht, und das dazu beitragen wird, dass die Geschichte, und insbesondere die der Hansestadt Hamburg, neu geschrieben werden muss. Ungelogen, Hagel und Granaten! Walhorn & Ritter haben in mühevoller Puzzlearbeit und Recherche aufgedeckt, was wirklich geschehen war, damals, vor 622 Jahren.

Die unglaublichen Vorkommnisse im Jahr 1396 werden durch besondere Umstände in die Gegenwart, ins Jahr 2018 getragen, und nehmen ausgerechnet an der renommierten, noblen Hamburger Elbchaussee ihren Fortgang. Als die beiden Protagonisten Bjarne Michelson und Pia Stegemann dort ein Erbe antreten, machen sie nur wenig später nicht nur eine höchst dramatische Entdeckung, die fortan ihr Leben verändern wird. Sie kommen auch unerwartet in Kontakt mit einer skrupellosen Verbrecherbande, die auch vor Mord nicht zurückschreckt. Bjarne und Pia müssen schon sehr bald um ihr Leben bangen, setzen aber trotzdem ihre Suche fort, um ein großes Familiengeheimnis zu lüften.
Hilfe bekommen sie dabei von Pias Chef, dem unerschrockenen Privatdetektiv Paul Hilker, wegen seiner genialeren Kombinationsgabe allseits nur „Poirot“ genannt, und von der ebenso mutigen wie attraktiven Haushalthilfe Johanna.

Der Roman spielt in zwei parallel verlaufenden Zeitebenen und bringt die Protagonisten in der Gegenwart unerwartet in Kontakt mit den Ereignissen im Jahre 1396. Es führt sie hinein in eine Welt der Piraten und Huren, der Alchimisten und Spioninnen, Seefahrer, Kaufleute und Pfeffersäcke. Aber auch zu einer unerschrockenen Truppe höchst agiler und sexuell aktiver Seeräuber, die auf der Elbe, der Nord- und Ostsee und insbesondere auch auf der kleinen Insel Neuwerk, ihr lustvolles Unwesen treiben.

Wir möchten euch hiermit einladen, die Geschichte, wie dieser außergewöhnliche Roman entstanden ist, mitzuverfolgen. Alles begann genau hier im Joy in der Kopfkino-Gruppe. Und wir hätten selbst nicht gedacht, wo es hinführen würde. Man stößt doch auf die erstaunlichsten Schwierigkeiten, wenn man einen Verlag finden und ein Buch veröffentlichen will.
So haben wir diesen Thread nun für euch eröffnet, in loser Abfolge werden wir mit kleinen Geschichten darüber berichten und immer wieder auch Leseproben des Romans einstellen, der mit dem gestrigen Tag dann schlussendlich doch den Weg in die Buchhandlungen gefunden hat, überall gelistet ist und in ein paar Tagen, wenn all die digitalen Verknüpfungen vorgenommen worden sind, auch im Onlinehandel und in ein paar Wochen auch als Ebook erhältlich sein wird.
Der Thread steht auf „öffentlich“, jeder kann mitschreiben und gerne auch Kommentare hinterlassen, wir bitten aber darum, auf Trollereien zu verzichten.
Der Thread wird auch darüber berichten, wie es möglich sein kann, als Autorenpaar, als ein Duett, das sich noch nie zuvor im realen Leben begegnet ist, nicht nur ein solches Werk zu schaffen, sondern auch, wie unsere Schreibstile nach und nach immer mehr miteinander verschmolzen, sodass irgendwann wir selbst nicht mehr wussten, wer von uns denn nun eigentlich was geschrieben hatte. Das ist wirklich verrückt und ein unglaublich spannendes Experiment, das wohl auch seinesgleichen sucht im Joy.

Wer Lust hat und interessiert ist, im Original die Geschehnisse mitzuverfolgen, ist herzlich eingeladen. Die ISBN lautet: 9783752815498 Walhorn&Ritter, 622 – Vermächtnis.
Am günstigsten und schnellsten ist es über den BoD-Buchshop erhältlich im Moment, weil ohne Versandkosten, hier aber mit einer 20-seitigen, satten Leseprobe. Oder aber direkt im Buchladen bei euch um die Ecke.

Das Buch hat 488 Seiten und ein wirklich tolles Cover, es gefällt uns beiden sehr und ist ebenfalls selbst entworfen. Und doch ist die Geschichte dermaßen gewaltig und umfangreich, dass es erst der erste Band ist, den wir nun publiziert haben. Es werden noch weitere folgen. Und wir hoffen, Ihr habt so viel Spaß daran, wie wir.
Profilbild
****012 Frau
476 Beiträge
Das ist es also ...
Unser Frontcover! Mit dem Meer, das durch unsere Geschichte rauscht. Und den alten Büchern, die ihre eigenen Geheimnisse bergen.

Ich muss sagen, ich bin im Laufe dieses Projekts echt zum Photoshop-Junkie geworden. Es gibt ja so gut wie nichts, das dieses Programm nicht kann. Wenn man nur wüsste, wie...
*******y42 Mann
1.027 Beiträge
Die bekannten Episoden aus dem KK-Piratenthread habe ich noch in bester Erinnerung.
Jetzt bin ich seeeehr gespannt auf das Buch....
*****169 Frau
6.132 Beiträge
Ein Roman *wow* das klingt mehr als nur spannend *spitze*

... und nach einem tollen Projekt, welches ihr zwei da auf die Beine gestellt und im Laufschritt zur Druckerei gebracht habt *hutab*

*sekt* Congratulation *cheers*





*undwech* ... auf den Weg ins Archiv zur Nach *les*
*****cat Paar
42.365 Beiträge
Gruppen-Mod 
Ich bin ganz hibbelig jetzt...unruhigaufdemstuhlhinundherrrutsch*
****orn Mann
11.971 Beiträge
Themenersteller 
Im Laufschritt ist gut! *haumichwech* Über zwei Jahre sind inzwischen vergangen, seit der ersten Zeile. Aber darüber werden wir noch ausführlich berichten.

*stoesschen*

*****cat:
Ich bin ganz hibbelig jetzt...unruhigaufdemstuhlhinundherrrutsch*

Oh oh ...! *huch*
*zwinker*
*****002 Paar
1.330 Beiträge
Es ist vollbracht!

Ganz herzlichen Glückwunsch euch zwei Wortkünstlern!
Ich hatte die Ehre und das Vergnügen in den letzten zwei Jahren immer mal wieder Auszüge aus der Geschichte lesen zu dürfen.
Umso neugieriger bin ich jetzt auf das Gesamtwerk!
Und , Kea, das Cover ist klasse geworden! Macht Lust aufs Schmöckern.

Ich werde mir das Buch tatsächlich in meiner Buchhandlung bestellen. Dann hat der Händler auch was davon und kriegt mit, dass es was Neues gibt!

🎉🎈🍾🎊🍸🍸🍸🍸
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****012 Frau
476 Beiträge
Für Euch!
Vielen Dank schon mal für all die begeisterten, anspornenden und neugierigen Kommentare *bussi*!
Es ist diese Atmosphäre, die ich hier so schätze. Und die uns damals schon motiviert hat, die ursprüngliche Piratengeschichte immer weiter und weiter zu schreiben. Ohne Euch würde es dieses Buch nicht geben. Und deshalb steht Ihr auch ganz am Anfang in der Widmung von "622":

Gewidmet den Kopfcineasten,

insbesondere Dem aus den Alpen und Maj ten Brook. Und allen, deren Fantasie durch die Zeit reisen kann.


Nun aber genug der Vorrede. Ihr sollt ja auch ein bisschen was zu lesen bekommen. Wir werden Euch hier nach und nach ein paar Episoden einstellen, in denen Ihr unsere Protagonisten kennenlernen, in die Handlung hineinschmecken und natürlich auch in erotische Welten eintauchen könnt. Heute beginnen wir mit dem Prolog - und einem gefährlichen Schachspiel. Viel Spaß!
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****012 Frau
476 Beiträge
Prolog (1/4)
Es hatte zu schneien begonnen. Ein lautloses Kristallgewirbel, wie gemacht für die Vorweihnachtszeit. Die Passanten, die lächelnd in die schweren, grauen Wolken über der Stadt Hamburg blinzelten, sahen eine idyllische Szenerie. Aber das war natürlich nur ein Teil der Wahrheit. Denn eigentlich schwebten die Flocken viel zu harmlos und friedlich aus dem dunklen Himmel. Jede von ihnen schien ihr eigenes, kleines Wintermärchen zu erzählen. Nur dass ihr Weiß nicht die Farbe der Unschuld war, wie die meisten Leute dachten. Sondern die des Todes. Lautlos legten sie sich auf den Boden wie ein Leichentuch. Man sah es durch das Küchenfenster und die Glastür, die hinaus auf die Terrasse führte. Denn ihr Gastgeber hatte draußen das Licht brennen lassen.

Hatte er vergessen, es auszuschalten, weil er zu überrascht gewesen war über ihren unangemeldeten Besuch? Vermutlich. Die elegante Frau im figurbetonten, rauchgrauen Kostüm lächelte in sich hinein. Sie und der nicht weniger vornehm gekleidete Mann an ihrer Seite waren wohl so ziemlich die letzten Personen auf dem Planeten, die Rudolf Michelson an diesem Abend vor seiner Haustür erwartet hätte. Man konnte ihm seine Überraschung ja auch nicht verdenken, nach allem, was passiert war.

Natürlich war der Empfang nicht besonders herzlich ausgefallen. Im ersten Moment hatte es so ausgesehen, als würde er ihnen das Tor zum Grundstück gar nicht erst öffnen. Sie war sehr froh gewesen, als er es nach nur kurzem Zögern doch getan hatte. Aus purer Neugier vermutlich. Und dann hätte der dilettantische Auftritt ihres Gatten um ein Haar noch alles ruiniert.

Sie rollte innerlich mit den Augen. Vielleicht hätte sie ja doch einen besseren Schauspieler heiraten sollen. Oder zumindest einen Komplizen, der diesen Namen auch verdiente. Ihr werter Gemahl hatte jedenfalls entschieden zu dick aufgetragen, da auf den winterglatten Stufen vor dem Eingang: Das falsche Lächeln, mit dem er die Weinflasche vor dem Gesicht des Hausherrn geschwenkt und „Überraschung!“ gerufen hatte. Die aufgesetzte Jovialität, mit der er gefragt hatte, ob es nicht an der Zeit sei, sich zu versöhnen und die alten Geschichten zu begraben? Sie hätte den Schmierenkomödianten im dunklen Anzug am liebsten kräftig vors Schienbein getreten. Aber das hätte ja nur noch seltsamer gewirkt. Und Rudolf Michelson war ein misstrauischer, alter Bastard. Das war er immer gewesen und würde es mit Sicherheit auch bis zu seinem letzten Atemzug bleiben.

Aber immerhin hatte er sie in sein Haus gelassen und sich sogar recht zuvorkommend verhalten. Er hatte ihnen die Mäntel abgenommen, an der Flurgarderobe einen Platz dafür gesucht und die Besucher dann in die Küche gebeten. Nun holte er drei Weingläser und einen Korkenzieher aus dem Küchenschrank.

„Ein Premier Grand Cru classé“, konstatierte er nach einem fachmännischen Blick aufs Etikett der Flasche. Doch als er das Chateau erkannte, weiteten sich seine Augen ein wenig. „Na, sieh einer an! Lafite-Rothschild?! Nicht schlecht, nicht schlecht.“
Das war natürlich mehr als untertrieben. Ihr Gastgeber war ein Weinkenner und wusste sehr wohl, dass so ein Fläschchen um die 600 Euro kostete. Prompt schien sein Interesse zu wachsen.
„Ein solch edler Tropfen bedarf selbstverständlich auch der entsprechenden Pflege und Präsentation und darf nicht einfach so in die Gläser gekippt werden“, verkündete er. „Da sind Sie doch sicher meiner Meinung, oder?“

Gemessenen Schrittes ging er hinüber zur Vitrine und entnahm ihr einen gläsernen Dekanter. Routiniert entkorkte er die kostbare Flasche, füllte die bauchige Karaffe mit dem flachen Boden und dem langen Hals und nickte versonnen, als der edle Rotwein langsam hineinlief. Ein Mann wie Rudolf Michelson wusste so einen erlesenen Spitzenwein selbstverständlich zu würdigen.
„So viel Zeit muss sein“, meinte er. „Doch nun bin ich wirklich gespannt, was mir die Ehre verschafft.“ Der Blick, mit dem er seine abendlichen Besucher bedachte, hatte etwas Tückisches an sich. Und das dezente, spöttische Lächeln, das seine Lippen umspielte, war das eines Haifischs.

Doch die Frau an seinem Küchentisch schlug nonchalant die Beine übereinander und lächelte kühl zurück. Die Nylonstrümpfe knisterten leise. Wenn er sie beeindrucken wollte, musste er sich schon ein bisschen mehr einfallen lassen. Nicht umsonst hatte ein spanischer Kollege ihr den Spitznamen „La Reina“ verpasst. Nach der Dame im Schach, der gefährlichsten Figur auf dem Brett. Das Spiel war eröffnet. Sie war am Zug.

Während Rudolf nach einer Weile würdevoll den schweren Bordeaux in die drei Gläser einschenkte, legte die Dame eine Mischung aus Vernunft und Beschwörung in ihre Stimme.
„Wie mein Mann schon sagte: Wir würden sehr gerne unsere absurden Streitigkeiten beilegen. Und jetzt in der Vorweihnachtszeit ist doch genau der richtige Zeitpunkt dafür, meinen Sie nicht?“
Der Angesprochene sah sie abwartend an, sagte aber nichts. Er würde es ihr nicht leicht machen, so viel stand fest. Ihr Lächeln wurde noch eine Spur sanfter.
„Es ist wirklich zu dumm, dass es überhaupt erst soweit kommen musste“, fuhr sie fort. „Wir hätten uns damals nicht so auf Ihr Grundstück fokussieren sollen. Sie hatten ganz recht: Es ist ja nicht das einzige Gelände in Hamburg, das für unser Projekt infrage kommt. Es gibt besser geeignete und nebenbei auch deutlich günstigere Objekte, auf denen sich unsere Investition noch rascher amortisieren wird.“
„Ach!“ Aus Rudolfs Stimme tropfte der Hohn.

Sie gab vor, das nicht zu bemerken, blieb weiterhin sanftmütig und beschwor ihren Mann mit einem strengen Blick, sich aus der Konversation herauszuhalten. Nur zu deutlich sah sie den Grimm in ihm aufsteigen.
„Reiß dich bloß zusammen, du Depp!“, knurrte sie innerlich.
Ihr Gesicht aber war eine honigsüße Fassade, als sie sich wieder an Rudolf wandte: „Ja, tatsächlich.“
Das Strahlen in ihren Augen wirkte fast ein wenig euphorisch. „Wir haben bereits ein konkretes Areal im Visier. In der erweiterten Hafencity, bei den Elbbrücken. Das hatten Sie uns damals doch vorgeschlagen, erinnern Sie sich?“

Dass es in dem besagten Gespräch vor etwa zwei Jahren weniger um mögliche Projektstandorte als vielmehr um gegenseitige Drohungen, Beleidigungen und dreiste Erpressungsversuche gegangen war, ließ sie unerwähnt. Doch sie war sicher, dass Rudolf diese Tatsache noch sehr gut im Gedächtnis hatte.

Er sah ihr direkt in die Augen, nahm sein Glas in die Hand, schwenkte es sanft und ließ das Aroma in seine Nase aufsteigen. Offensichtlich genoss er das feine Bukett, denn er nickte anerkennend. Trank aber nicht. Sein Blick gab nicht preis, was er dachte. Hatte er Angst? Er nahm doch wohl nicht ernsthaft an, dass sie die sündhaft teure Versöhnungsflasche irgendwie präpariert hatte? Lächerlich! Das hier war das Leben und kein Fernsehkrimi.

... (Fortsetzung folgt)

© Walhorn & Ritter, 2020

.
*****cat Paar
42.365 Beiträge
Gruppen-Mod 
*les*...wo kann man hier umblättern *motz*....
Jeden morgen muss ich mich auf dem Weg zur Arbeit zwischen dem auf dem Gehweg parkierten Lieferwagen, der die Buchhandlung mit Nachschub versorgt, und dem Laden hindurchschlängeln, lass den Blick immer wieder über die verlockenden Auslagen schweifen. Morgen werde ich wieder einmal hinein gehen und eine Bestellung aufgeben *freu*
It´s me!
*********ld63 Frau
8.204 Beiträge
Wow, was für ein verheißungsvoller Beginn! *spitze* *hypno*

Bin jetzt schon auf Entzug... *schwitz*
Sehr sehr gut, Monsieur @****orn und Madame @**a!
*bravo*
*********Easy Paar
20.168 Beiträge
Hach... das droht richtig spannend zu werden *ungeduldig*.
Immer warten, warten warten.... grummel...

Werden wohl nicht umhin kommen Euer Epos zu bestellen *grins*.
Da haben sich die Richtigen zusammen getan 👍 *top2* *bravo*
Profilbild
****012 Frau
476 Beiträge
Prolog (2/4)
Genau diese Botschaft ließ sie in ihren Augen aufschimmern, als sie nun ebenfalls ihr Glas hob. „Lassen Sie uns darauf trinken, Rudolf! Auf die Versöhnung und die Zukunft! Dieser Bordeaux ist etwas Außergewöhnliches und war nicht leicht zu beschaffen.“
Ihr Gegenüber führte das Glas betont langsam an die Lippen. Erst als seine beiden Gäste getrunken hatten, nahm auch er einen Schluck.
„Ausgezeichnet!“ Anerkennend verzog er die Lippen zu einer weiteren Prüfung, sog den zweiten Schluck leise schlürfend ein. Er ließ den Wein seine Zunge, seinen Gaumen und den Rachen umschmeicheln, bevor er ihn herunterschluckte.

„Na also!“, freute sich La Reina. „Das erste Eis ist gebrochen. Nun lassen Sie uns eine Kleinigkeit essen, und dabei erkläre ich Ihnen, warum wir vorbeigekommen sind. Wir würden Ihnen nämlich gern ein Angebot machen.“
Damit stellte sie die Tüte eines noblen Catering-Unternehmens auf den Tisch und hob vorsichtig drei gut isolierte Suppenschalen heraus. Behutsam zog sie die Deckel ab, schob vor jeden eine Portion hin und legte ein Stück knuspriges Baguette daneben.
„Wo gibt es denn Löffel?“, fragte sie mit einem unschuldigen Augenaufschlag.
„Da drüben in der oberen Schublade.“ Rudolf wies auf einen der Küchenschränke. „Sie haben ja wirklich an alles gedacht. Was gibt es denn Feines?“

Draußen wirbelte ein Windstoß die Flocken durcheinander. Es war Dezember. Ein Monat mit R, in dem man Muscheln aß.
Sie zwinkerte ihm zu. „Wir dachten, es sollte zur Feier des Tages schon etwas Besonderes sein. Und zu Ehren unseres Projektpaten natürlich etwas Maritimes. Es ist eine Muschelcremesuppe mit einem Hauch Sherry und indischen Gewürzen.“

Genauso gut hätte sie auch sagen können, es handele sich um Rattenragout mit einem Hauch von Fledermausblut und Schafsmist. Michelson rümpfte die Nase und schob seine Schale beiseite. „Danke, aber ich bleibe beim Baguette.“

Er nahm sich ein Stück Brot, kaute bedächtig und ließ sie nicht aus den Augen.
Sie unterdrückte ein Stirnrunzeln. Was war los mit dem Kerl? Wieso lehnte er ab? Hatte er Verdacht geschöpft? Unmöglich! Es lag bestimmt nur an seinem verdammten Starrsinn. Aber er musste das Zeug unbedingt essen, sonst würde es später zu viele unangenehme Fragen geben. Er musste einfach!

„Aber mein lieber Rudolf!“, sagte sie also mit leisem Tadel. „Sie wollen mein kulinarisches Versöhnungsangebot doch wohl nicht ablehnen? Da wäre ich aber wirklich beleidigt! Ich habe mir solche Mühe beim Aussuchen gegeben.“

Sie verzog ihre Lippen zu einem Schmollmund und beugte sich vor, um ihm einen großzügigen Einblick in den Ausschnitt ihrer Bluse zu gewähren. Die war nicht nur teuer und perfekt geschnitten, sie stand auch mindestens zwei Knöpfe weiter offen als nötig. Ihre Trägerin wusste, dass Rudolf sie attraktiv fand. Früher schon und jetzt noch immer. Ihr sportlicher, yogagestählter Körper war ihr Verbündeter, und sie spielte sehr gezielt mit ihren Reizen.

Der Adressat der Botschaft betrachtete sie zwar mit neugierigem Blick, blieb aber stur. „Verzeihung, aber mir wird schlecht von Muscheln. Allein der Geruch …“

Verdammt noch mal! Das war doch sicher ein Vorwand! Oder? Ungehalten zupfte sie an ihrem Kragen, ihre Augen unter dem schwarzen Pony funkelten. „Du meine Güte, Sie klingen wie der Suppenkasper! ‚Nein, meine Suppe ess‘ ich nicht!‘“

Sie versuchte es mit Spott. Doch er schien immun dagegen zu sein. Schaute sie nur wortlos an, von seinem hohen Ross herunter. Und lächelte hintergründig. Als wisse er mehr, als er sollte. Spielte er mit Ihr? Verlockte er sie, noch einen Schritt zu unternehmen, damit er von der Suppe kostete? Was wollte er? Sollte sie so weit gehen wie damals, als sie schon einmal alle Grenzen überschritten hatte? Es fiel ihm ganz offensichtlich schwer, ihren Reizen nicht zu erliegen. Daran hatte sich nichts geändert. Die Dame war und blieb eine einzige erotische Versuchung für ihn. Gut so!

Die Schachkönigin schwieg für einen Moment und hielt seinen Blick, badete in seinem Verlangen. Sie spielte ein wenig mit dem Löffel in ihrer rechten Hand. Behutsam ließ sie das Ende seines silbernen Stiels an ihrem Ausschnitt entlang wandern. Erst fuhr die kühle Metallzunge über ihre bloße Haut, dann stahl sie sich knapp unter den seidigen Stoff. Sie hob das zarte Gewebe hoch, tastete sich vor bis zum nächsten geschlossenen Knopf. Deutete an, dass auch der nicht lange standhalten würde, wenn sie es darauf anlegte. Wenn sie Ernst machte, die lippenleckende Venus.

La Reina wusste, dass vier Augen auf ihr ruhten. Spürte und genoss es in vollen Zügen. Sie lächelte Rudolf lasziv an, führte den Löffel langsam an den Mund und schob ihn sich zwischen die dunkelrot geschminkten Lippen. Er klickte leise gegen ihre weißen Zähne. Leer. Noch.

Etwas glomm in Rudolfs Augen auf, ein winziger Funke nur. Wurde der Muschelverächter doch langsam weich? Oh ja, er erkannte, was sie ihm hier wortlos versprach. Welches kleine, verlockende Geschäft sie ihm anbot: Die pure Verführung wand sich schnurrend in Reichweite seiner Fingerspitzen. Was waren dagegen ein paar Löffel Suppe, die er nicht so besonders mochte? Nichts!
„Solch ein kleines Opfer nur“, schien es unhörbar aus den Küchen-Ecken zu raunen. „Und so viel gäbe es zu gewinnen!“

Leise, aber umso unwiderstehlicher surrte das unsichtbare Band der Lust zwischen der Schachkönigin und ihrem Turm. Geöffnete Lippen, stoßweiser Atem. Knistern …

Krachend knallte eine Faust auf die Tischplatte.


... (Fortsetzung folgt)

© Walhorn & Ritter, 2020

.
*********Easy Paar
20.168 Beiträge
Neeeein.... nicht aufhören, nicht jetzt *schock*
*****169 Frau
6.132 Beiträge
*oh2* wie könnt ihr nur *schimpf* ein Cut an dieser Stelle? *panik* ... *schmoll*

Nee *lol* perfekt durchtrennt, das unsichtbare Band *hutab*

*bravo* Hammer *spitze*
****orn Mann
11.971 Beiträge
Themenersteller 
622 - Wie alles begann
Als JoNa02 am 14.01.2018 den Begleit-schreib-thread zum Gruppentreffen „Piraten in Hamburg“ eröffnete, war mir noch längst nicht klar, ob und mit welcher Person aus dem Jahr 1396 ich mitschreiben sollte. War mir doch mein Ullrich von Hönnessen, dem Wurstfabrikanten aus Nürnberg zum GT 2016, ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert, noch so präsent und in Erinnerung, dass ich dachte, also wenn schon Piraten, dann auch eine schillernde, echte und historisch verbriefte Figur. Der olle Klaus Störtebeker erschien mir aber hierfür als zu durchgenudelt und abgerockt, und ich erinnere mich gut, ich wollte kein Aufbrühen oder nur einen weiteren Legendenepos schreiben, sondern eine Figur, die stets im Schatten jener Berühmtheit gestanden hatte, und doch der wesentlich interessantere und spannendere Typ gewesen war. Zumindest sein Name, der hatte mich schon in meiner frühen Jugend fasziniert. Gödeke. *g* Was für ein Name! Gödeke Michels. Es dauerte ein paar Tage, bis ich einen Einstieg gefunden hatte und stieß am 19.01.2018 dann auch mit dazu.
Wenn man mal zurück blickt, dann ist es schon ein tolles Miteinander gewesen, wer alles mitgeschrieben und sich beteiligt hatte, was für unterschiedliche Charaktere gezeichnet worden waren. Schon der Wahnsinn. Schaut selbst mal:

Kopfkino: Piraten in Hamburg!

Erst sehr viel später und nach vielen Verwirrungen fanden Gödeke und Isabella, geschrieben von Kea2012 , letztendlich zusammen, und zwar auf Neuwerk. Hier spoilere ich nun nicht, den meisten hier werden die Episoden bekannt sein. Und doch war dieses Zusammenfließen unserer Einzelcharaktere letztendlich endscheidend, die Piratengeschichte weiterzuschreiben, als ihr durch den Termin des realen Gruppentreffens in Hamburg ein Ende gesetzt worden war.

Aber warum weiterschreiben? Die Antwort ist, dass wir uns beide in unsere Romanfiguren dermaßen verliebt hatten, dass es wie eine Sehnsucht war (Zwang wäre hier zu viel gesagt), sie weiterleben und weitere Abenteuer bestehen zu lassen. Und vor allem: Dann auch noch weitere Charaktere, ständige Begleiter unserer Protagonisten, zu entwickeln und sie entscheidend an den spannenden Abenteuern teilnehmen zu lassen. Ja, sogar ein kleiner Hund findet irgendwann Einzug, auch ein Zeichen, wie sehr uns selbst die Geschichte ans Herz gewachsen ist.
Und so sind die Episoden aus dem Joy, die wir abgeändert und überarbeitet in unseren Roman aufgenommen haben, lediglich ein Teil dessen, was wir in der 622-Romanreihe erzählen.

Ich selbst fand in meiner Jugend, als ich Carl May hinter mir hatte und für Hesse & Co noch nicht so wirklich die Ader besaß, nach einem kurzen Umweg über Tom Sawyer, den Weg hin zu den großen Seefahrer- und Freibeuterromanen. Angefangen über Horatio Hornblower, des Königs Admiral von C.S. Forester, hin zu Sir Francis Drake, ebenfalls im Dienste der Königin von England unterwegs. Das waren Bücher, die mich wirklich begeistert und mitgerissen hatten.

Als sich nun die Möglichkeit bot, den Gödeke zu schreiben, ergriff ich sie. Zunächst nur für die Kopfkinogruppe im Joy gedacht. Und als der offizielle Part mit dem Gruppentreffen endete, begannen Kea Ritter und ich erst richtig loszulegen. Das, was wir in 622 geschrieben haben, geht weit über das hinaus, was wir anfangs für den Joy verfasst hatten. Anders auch, da wir nun ohne Reglementierungen *floet* schreiben konnten, insbesondere in der Nachbearbeitung unserer Episoden, die wir in dem Schreibthread zum GT veröffentlicht hatten. Endlich durfte auch Blut und Tod vorkommen, Seeschlachten und alles deutlich realistischer. Die erotischen Szenen haben wir allerdings beibehalten und so wird nach wie vor auch kräftig herumgehurt und gevögelt. Zumindest bei den Piraten. Etwas weniger drastisch in der Gegenwart, aber immerhin *schleck* auch ziemlich wollüstig und ausschweifend.

Klar war allerdings auch, dass wir weder einen reinen Piratenroman und auch keinen Erotikroman schreiben wollten, sondern ein Werk, das es in der Form noch nicht gegeben hat. So kamen wir nach einigem Brainstorming auf die Idee, einen zwei Zeitebenen-Roman zu schreiben, einen Krimi in der Gegenwart und im Jahr 1396 einen Abenteuerroman. Die aber beide in Hamburg spielen, und somit ist es auch ein wundervoller Hamburgroman geworden. Zwei Erzählstränge, die nach und nach immer mehr zueinander finden, und letztendlich einen Fall aufdecken, der 1396 seinen Ursprung hatte und im Jahr 2018 überraschend und unerwartet seinen Fortgang findet. Mit entsprechend fiesen Gegenspielern, damals wie heute.

Da bei den Onlineanbietern zu meiner Überraschung eine Leseprobe von 20 Seiten lesbar ist – unglaublich aber wahr (wie gut, dass das Buch so dick ist) – haben wir uns gedacht, können wir den Epilog auch ebenso gut hier als Leseprobe einstellen. Da wir hier aber im Joy in der erotischen Kopfkinogruppe sind, werden wir euch natürlich auch eine Kostprobe dessen geben, was erotisch geboten wird. Ganz schön versaut, und auch … eine faustdicke Überraschung für viele von euch, die damals in Hamburg real dabei gewesen sind auf dem Gruppentreffen.
Viel Vergnügen!
It´s me!
*********ld63 Frau
8.204 Beiträge
Oh wow, eine schöne Hexe mit kirschroten Lippen! *bravo* Ich will noch mehr.... *wiegeil*
*****cat Paar
42.365 Beiträge
Gruppen-Mod 

Ha! Ich bin jetzt in der glücklichen Lage weiterlesen zu können, wo ...ICH...möchte *pueh*

*stolzbin*---> *les*
*********Easy Paar
20.168 Beiträge
*nase*
Profilbild
****012 Frau
476 Beiträge
Prolog (3/4)
„Nein! Bitte, halt die Schnauze!“, flehte sie ihren Mann innerlich an.
Aber es war natürlich völlig umsonst. Das Rindvieh hatte beschlossen, die Initiative zu übernehmen. Oder vielleicht war es auch nur das Testosteron in ihm. War er eifersüchtig auf Rudolf, weil seine Gattin ihn nach allen Regeln der Kunst becircte? Konnte er es nicht mehr länger ertragen, weil nun doch alles noch einmal hochkam, was sich vor zwei Jahren ereignet hatte?

Jedenfalls schien ihr Herr Gemahl vorübergehend vergessen zu haben, wie man sich als höflicher Gast verhielt. Verärgert und mit hochrotem Kopf rief er: „Da gibt man sich die allergrößte Mühe, ein friedvolles und konstruktives Treffen zu arrangieren, und was passiert?“ Er starrte Rudolf wütend an, erhielt aber natürlich keine Antwort, nur ein amüsiertes Mundzucken. „Ich lass‘ mich doch hier nicht brüskieren. Das ist sehr unhöflich, Herr Michelson, um es mal so klar zu formulieren.“

Was zum Henker war bloß ihn gefahren? Wieso reagierte er so dermaßen unbeherrscht? Nur weil sie ein bisschen mit Rudolf gespielt hatte? Ihr Mann stand doch eigentlich auf sowas! Er hatte sogar schon Fotos gesehen, auf denen sie es schamlos und in allen möglichen Positionen mit fremden Männern trieb. Und es hatte ihn erregt! Seine zitternden Hände hatten es kaum geschafft, das Handy festzuhalten, während er von einem Bild zum nächsten wischte. Wie er sie angesehen hatte, mit dieser puren, zuckenden Gier in den Augen! So hatte sie ihn selten erlebt. Er war geradezu über sie hergefallen an jenem Abend. Mit einer völlig unerwarteten Leidenschaft. Was in drei Teufels Namen war also los? Warum genoss er das Spiel jetzt nicht?

Es musste an Rudolf liegen. Ja, ganz sicher! Sie hatte bestimmt nicht den sensibelsten Mann unter der Sonne geheiratet. Doch er musste einen entscheidenden Unterschied gespürt haben, der ihn fast wahnsinnig machte: Die Kerle auf den Bildern waren für seine Frau ja nicht mehr gewesen als eine Herde anonymer Hengste mit prächtigen Geschlechtsorganen. Spielzeuge, die nur dazu dienten, ihre Lust zu befriedigen. Der Kontrahent hier am Tisch jedoch …

Sie hätte ja selbst nicht genau sagen können, was Rudolf und sie verband. Ob es etwas mit ihrer Abstammung zu tun hatte? Mit jenem alten Erbe, von dem selbst ihr Mann nichts ahnte? Sie würde später darüber nachdenken, wenn es keine Rolle mehr spielte. Jetzt aber musste sie sich konzentrieren. Es durfte einfach nichts mehr schiefgehen!

Doch bevor sie etwas Diplomatisches sagen konnte, setzte ihr wenig hilfreicher Begleiter zu einer weiteren Tirade an – die allerdings jäh unterbrochen wurde. Denn auch ihr Gastgeber schien für einen Moment die Contenance zu verlieren. Allerdings schlug er nicht auf den Tisch, sondern riss eine Schublade auf. Im Handumdrehen hielt er ein langes Messer in der Faust und hieb es mit einem kräftigen Stoß neben seiner Suppenschale in die Tischplatte. Leise zitternd blieb es stecken. Entsetzt riss die Schachkönigin die Augen auf, mit einem solchen Zug hatte sie nicht gerechnet.

„Um es mal so klar zu formulieren“, echote Rudolf und grinste hintersinnig. „Ich habe jetzt langsam die Schnauze voll! Was ihr könnt, kann ich schon lange. Ich habe euch damals schon gesagt, dass wir es auch anders lösen können, nämlich auf alte Piratenart. Meint ihr wirklich, dass ich in meinem eigenen Haus etwas esse, das ich nicht essen will?“

Oh, verdammt! Verdammt! Verdammt! Die Sache drohte, vollkommen aus dem Ruder zu laufen. Gefordert war die weibliche Vernunft der Dame auf dem Brett. Denn es durfte auf keinen Fall Kampfspuren geben. Verfluchte Hornochsen! Sie wusste nicht, wen sie in diesem Moment mehr hasste: Rudolf oder ihren Mann. Aber wenn alles glatt ging, würde sich zumindest die eine Hälfte des Problems ohnehin bald erledigt haben.

„Was soll denn der Unsinn, meine Herren!“ Ihre Stimme klang nachsichtig. So schwer es ihr fiel. Begütigend legte sie Rudolf die Hand auf den Arm und starrte ihrem wutschnaubenden Gatten in die Augen, als wolle sie ihn hypnotisieren. Hatte er denn wirklich alles vergessen, was sie besprochen hatten?

Es dauerte ewige Sekunden, bis er überhaupt reagierte. Seine Kiefer mahlten. Aber dann setzte er sich schweigend wieder hin. Na also! Sie atmete unhörbar auf.

„Wir sind doch hier, um uns zu versöhnen. Jetzt beruhigen wir uns erstmal alle wieder und trinken noch einen Schluck von diesem ausgezeichneten Bordeaux. Dann sehen wir weiter. Die Angelegenheit ist einfach zu wichtig, um sich zu streiten. Ich bitte um Nachsicht, Herr Michelson, aber woher hätten wir wissen können, dass Sie eine vorzügliche Muschelcremesuppe nicht zu schätzen wüssten? Sie als Seemann! Und als Hamburger Jung.“

Sanfter und eindringlicher war ihre Stimme geworden, beruhigend sprach sie, und ein feines, verlockendes Lächeln umspielte ihren Mund. Hauchzart war ihr Netz, das sie spinnengleich um ihn verwebte, geöffnet ihre Lippen, betörend das Parfum.

Dann aber räusperte sie sich. „Meine Herren, trinken wir auf die Freibeuter“, sagte sie energisch und hob mit einer eleganten Bewegung noch einmal das Glas. „Auf die bezwungenen Stürme, das Meer und die Solidarität der Seefahrer! Auf die Piraten und auf einen neuen Pakt.“

Sie grinste in sich hinein. Auf die Piraten? Ja, warum nicht! Ihr Nagellack erinnerte doch verdächtig an Blut, das von Entermessern tropfte, oder nicht? Sie hatte ihn extra für diesen Anlass ausgewählt. Der Farbton war nur eine Schattierung heller als das satte Rot des Bordeaux. Rudolfs Blick ruhte auf ihren Fingern, er lächelte kaum wahrnehmbar. Dachte er dabei an den Moment vor zwei Jahren, in dem diese Finger so überaus geschickt seine Lust geweckt hatten?

Sie erwiderte sein Lächeln in einer deutlich schwüleren Version. „Sehr gut, Rudolf!“, beschwor sie ihn innerlich. „Ja, erinnere dich! Ich werde deine Gedanken an der Leine um den Block führen. Bis du genau dort bist, wo ich dich haben will.“

Tatsächlich schien er auf ihr Spiel einzugehen und wirkte jetzt sogar auch ein wenig vergnügt. Selbstsicher. Er hatte wieder alles unter Kontrolle, hielt sämtliche Fäden in der Hand. So dachte er jedenfalls. Abermals war der Spott in seine Mundwinkel zurückkehrt, als er seinen Löffel in die Hand nahm.
„Wenn es Ihnen so wichtig ist, dann werde ich halt in Gottes Namen eine Kleinigkeit mitessen“, verkündigte er achselzuckend. „Vielleicht können wir tauschen, meine Liebe? Mir scheint, Ihre Schüssel ist nicht ganz so voll.“

Er war also immer noch misstrauisch, bemerkte La Reina. Aber das würde ihm nichts nützen.

... (Fortsetzung folgt)

© Walhorn & Ritter, 2020

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Prolog (4/4)
„Aber selbstverständlich, Rudolf! Das ist doch überhaupt kein Problem.“ Sie reichte ihm ihre Suppe über den Tisch und nahm dafür seine entgegen. „Und nun lassen Sie uns zur Sache kommen. Es ist eine etwas delikate Angelegenheit, über die wir mit Ihnen sprechen wollten.“

Drei Löffel tauchen in die cremige Flüssigkeit. Durch drei Kehlen rann die so heftig umstrittene Delikatesse hinab. Sie schmeckte wirklich köstlich. Selbst Rudolf schien sie zu seiner eigenen Überraschung nicht so übel zu finden. Wahrscheinlich wegen der fein abgestimmten Gewürze, die den Muschelgeschmack dezent in den Hintergrund schoben. Der Gastgeber schien sich zu entspannen.
„Ich muss gestehen, Sie haben mich neugierig gemacht“, sagte er mit ruhiger Stimme. „Worum geht es denn nun?“

Auch ihr Gatte schien sich wieder im Griff zu haben. Während sich die Suppenschalen allmählich leerten, erläuterte er detailliert, dass ihr zukünftiges Projekt auch eine … nun ja: erotische Facette bekommen sollte. In einem abgetrennten Bereich der angepeilten Immobilie würden spezielle Veranstaltungen für ein handverlesenes Publikum stattfinden. Stilvoll und dekadent. Und sehr diskret natürlich.

„Sehen Sie her, Rudolf!“ Er zog eine Mappe aus seiner Aktentasche und blätterte eine Seite auf, war jetzt doch mit Eifer dabei. „Wir haben extra für diesen Teil unseres Vorhabens ganz neue Entwürfe anfertigen lassen. Ich habe hier meinen persönlichen Favoriten mitgebracht.“

Der Angesprochene schien tatsächlich interessiert zu sein. Er beugte sich aufmerksam über den Plan und musterte das schwülstige Ambiente, in dem die besagten Ausschweifungen stattfinden sollten. Die Innenarchitekten hatten wirklich ganze Arbeit geleistet. Rudolf nickte mehrfach. Doch es war schwer zu beurteilen, ob ihn die versammelten Geschmacklosigkeiten eher amüsierten oder wütend machten.

„Wir wollen es sündig und unanständig“, fuhr sein ungebetener Gast fort und tippte energisch mit dem Zeigefinger auf das Papier. „Hier, sehen Sie!“
Für Unanständigkeiten war der Hausherr immer zu haben. Und so achtete er nicht weiter darauf, dass seine Besucherin derweil aufstand und die drei leeren Suppenschalen beiseite räumte. Die Männer waren in ihr Gespräch vertieft.

La Reina lächelte zufrieden, als sich ihre Hand um eine kleine Phiole schloss, die in ihrer Rocktasche auf diesen Moment gewartet hatte. Nur eine winzige Handbewegung im Vorbeigehen, und schon rann eine klare Flüssigkeit in Rudolfs Weinglas. Ein farb- und geruchloser Cocktail, wie er sich manchmal in den Muscheln der Ozeane anreicherte. Nur konzentrierter.

Es wäre natürlich eleganter gewesen, das Original zu verwenden und direkt mit einem Muschelgericht zu servieren. Doch sie konnte nicht sicher sein, ob die Dosis dann auch ausreichen würde. Nein, dieses Risiko war ihr zu groß. Nicht, dass ihre hochfliegenden Pläne am Ende in einem profanen Durchfall endeten! La Reina wusste, was sie ihrem Ruf schuldig war.

„Dekadenz und Ausschweifung …“
„Das ist ganz besonders wichtig, weil …“
„Ja, sehr vielfältige Möglichkeiten, unendlich schamlos und erregend, und die Fesseln sind ja ziemlich …“

Die Stimmen der Männer rauschten wie ein murmelnder Strom an ihren Ohren vorbei. Sie gönnte sich diese kleine Auszeit und versuchte erst gar nicht, den Worten zu folgen. Minuten lang saß sie einfach still da. Sie sah zu, wie Lippen an Weingläsern nippten und versank genussvoll in ihrem eigenen Rausch. Die Aufregung, die sich ganz in der Nähe ihres Magens eingenistet hatte, spreizte die Flügel und begann zu flattern. Vergeblich versuchte sie, ihren jagenden Herzschlag zu zügeln.

Aber wollte sie das überhaupt? Hatte sie sich je lebendiger gefühlt? Nein, sie würde es in vollen Zügen genießen, dieses wilde Aufbäumen ihrer Sinne, das fast etwas Sexuelles hatte. Nicht mehr lange jetzt, dann würde der Tod mit an diesem Tisch sitzen. Sie, die Schachkönigin, hatte ihn eingeladen. Und er würde kommen. Wie ungeheuer faszinierend!

Ihre Gedanken stahlen sich auf ihre Zunge. „Wirklich faszinierend, nicht wahr?“ Sie nickte unbestimmt in Richtung der Mappe.
„Ja. Zweifellos.“ Rudolf griff nach seinem Glas und trank einen weiteren Schluck des teuren Bordeaux. Es würde nicht der letzte sein. Noch nicht.

Ihre Augen funkelten. Sie fühlte sich wie eine Spinne, die das angepeilte Insekt erfolgreich in ihr Netz gelockt hatte. Der Abend würde genussvoll enden. Für sie jedenfalls. Es konnte nichts mehr schief gehen. Trink, lieber Rudolf, trink! Genieß den feinen Lafite-Rothschild. Es wird der letzte Wein deines Lebens sein.

Wenn dann alles vorbei war, würde La Reina dafür sorgen, dass ihr Mann die Weingläser spülte und sorgfältig den Tisch abwischte. Die teure Flasche und die drei Suppenschalen würden sie wieder mitnehmen. Stattdessen würden sie eine angefangene Flasche Allerweltswein auf der Anrichte und etliche leere Muschelschalen im Mülleimer zurücklassen. Beides wartete schon in ihrer großen Umhängetasche. Ein kleines Säckchen mit indischen Gewürzen würde im Regal hinter dem Pfeffer Platz finden.

Falls jemand auf die Idee kommen sollte, Rudolfs Mageninhalt zu untersuchen, würden keine Fragen offen bleiben. Er hatte sich eine Muschelsuppe gekocht, einen Wein dazu getrunken und dann noch rasch das Geschirr gespült. Das war alles. Sie sah sich unauffällig um. Das Messer musste natürlich noch zurück an seinen Platz. Die Kerbe, die es in der Tischplatte hinterlassen hatte, würde aber keinen Verdacht erregen. Schließlich war niemand erstochen worden.

Als könne er ihre Gedanken lesen, fuhr Rudolf mit den Fingerspitzen sanft über den Griff des Schneidwerkzeugs, das immer noch senkrecht im Holz steckte. „Ich frage mich nur, warum Sie mir das alles erzählen?“
Zweifelnd wanderte sein Blick von ihrem Begleiter zur Schachkönigin selbst. Ahnte er, dass etwas nicht stimmte?

Ihre Zungenspitze leckte sich einen Bordeaux-Tropfen von den Lippen. Einen aus ihrem eigenen Glas.
„Na ja, wir dachten, Sie wollen vielleicht in das Projekt mit einsteigen“, schnurrte sie. „Mit Ihrem Schiff! Sie könnten die Gäste an einem vereinbarten Treffpunkt abholen und über die Elbe zu unserer Location schippern.“ Vielsagend sah sie ihn an. „Überlegen Sie doch: Wie stilvoll das wäre! Was für ein lustvoller Auftakt für die Gäste. Und für Sie ein ebenso gutes Geschäft wie für uns. Ein Arrangement, von dem alle Seiten profitieren könnten. Und selbstverständlich könnten Sie auch selbst an all den dekadenten Ausschweifungen teilnehmen, wenn Ihnen danach ist.“

Rudolf schwieg. Hatten sich seine Pupillen verändert? Wurde sein Blick schon glasig, die Stimme schleppend? Die Spinne auf dem Schachbrett beobachtete ihn mit der Akribie einer Wissenschaftlerin. Sollte sie ihm sagen, was ihn erwartete? Die Lähmungen schildern, die Angstzustände, die Atemnot? Spürte er schon etwas davon?

In seine Augen malte sich ein seltsamer Ausdruck. La Reina trat neben ihn an den Tisch und beugte sich zu ihm herunter. Ihr Blick fiel auf seinen Schritt. Wie konnte das sein? Eine Erektion? In einem solchen Moment? Das hatte sie nicht erwartet. Was für ein interessantes Phänomen! Doch das war offenbar die letzte Überraschung, die Rudolf Michelson noch auf Lager hatte. Er schien aufstehen zu wollen, schaffte es aber nicht.

Schachmatt. Es war Zeit, die Maske fallen zu lassen.
Mit samtiger Sinnlichkeit ließ sie die Worte von ihrer Zunge rollen: „Hast du eigentlich eine Ahnung, mein lieber Rudolf, wie es ist zu ersticken?“
Er schnappte nach Luft, und seine Stimme brach. „Was … was zum Teufel …“

(Ende des Prologs)

© Walhorn & Ritter, 2020

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****012 Frau
476 Beiträge
So endet der Prolog ...
... also mit einem Giftmord. Was genau dahinter steckt und was das alles mit den Piraten zu tun hat, wird sich im Laufe des Romans nach und nach entschlüsseln. Doch bis es soweit ist, werden Rudolfs Erben, Bjarne Michelson und Pia Stegemann, noch jede Menge Abenteuer zu bestehen haben. Und zwar nicht nur lebensgefährliche, sondern auch erotische. Von letzteren werden wir hier als nächstes berichten. Demnächst in diesem Kopfkino... *zwinker*
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