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Mit Kompromissfähigkeit zum Wir

****ga Frau
1.031 Beiträge
Themenersteller 
Mit Kompromissfähigkeit zum Wir
Wenn zwei (oder mehr) Menschen zusammen leben oder eine intensive Beziehung miteinander haben, ist ihnen i.d.R. klar, dass Singles anders leben - meist mit mehr Zeit/Freiraum für sich alleine, mehr Komfortabilität bezüglich eigener Entscheidungen, aber eben auch mit viel weniger Nähe, Liebe, Körperlichkeit, Sex. Ich muss jetzt mal etwas verallgemeinern, um meinen Hauptaspekt herauszuarbeiten. *zwinker*

Wenn aber Singles wieder eine Beziehung, eine Liebe suchen, dann lese ich in den Profiltexten, aber eben auch in Beiträgen oft von ihrer "bewussten Haltung", da sie nun wissen, was sie mögen, wünschen, suchen, aber auch, was sie gar nicht mögen, suchen, wünschen.
Mir kam deshalb in den letzten Tagen durch zwei unterschiedliche Themen und auch durch private Diskussionen das Stichwort Kompromissfähigkeit in den Sinn.

Ich halte sie für elementar, um aus zwei Ichs ein Wir zu kreieren, das beiden noch ihre eigene Persönlichkeit lässt, ihr ganz eigenes Leben und gleichzeitig aber eben das Wir, dieses Neue, Schöne, Große zu ermöglichen.
Dafür aber sind Abstriche nötig, die viele nicht mehr bereit sind zu leisten, weil sie in der Vergangenheit genau bei solchen Zugeständnissen unterschiedlichster Art eben keine gute, konstruktive Beziehung führten, sondern Kummer/Leid/Unglück und mitunter auch Trennungen erlebten.

Für mein Gefühl ist die "Stellschraube", um eine glückliche Beziehung zu finden und zu führen, aber nicht nur diese bewusste Haltung zu allem, was ich möchte oder eben nicht möchte (obwohl diese Haltung auch wichtig ist), sondern eine fortgesetzte Bereitschaft zu Kompromissen , auch zur Annahme und Wertschätzung des/der anderen, OBWOHL wir mitunter früher damit scheiterten.
Wir müssen uns also deutlich aus der sicheren Komfortzone bewegen, um ein bisschen schutzlos auf einen anderen Menschen zu treffen, der im besten Fall ähnlich denkt, auf dass wir dann zusammen etwas Neues erschaffen.

Ich weiß nicht, ob mein Grundgedanke ersichtlich ist?
Es geht mir um bewusste Kompromissfähigkeit, nicht ums Anbiedern, nicht ums sich Aufgeben, nicht um "Beziehungen um jeden Preis".

Wie seht ihr das ? *kaffee*
********aika Frau
1.473 Beiträge
Solche Gedanken habe ich mir auch schon oft gemacht, weil ich auch beides kenne.

Letztendlich kam die vielleicht entscheidende Frage:
Wenn es wirklich, WIRKLICH! der richtige Partner ist, dürften solche Gedanken und Fragen doch gar nicht erst auftauchen, oder?
********eher Frau
362 Beiträge
Dieses Thema ist erheblich schwierig.
Menschen kommen (oft) aus unzufriedenen unglücklichen und oftmals aus unterdrücken Beziehungen.
Viele haben über Jahrzehnte due besagte „Faust in der Tasche“ gemacht um in dem Konstrukt von Familie, Verpflichtungen, Kindern, Verwandtschaft, Beruf und was auch immer für Kreise und Verflechtungen und Verpflichtungen zu überleben und nicht unterzugehen.
Dann trennt man sich endlich. Arbeitet an sich, will wachsen, anderes erleben, eine neue Bindung eingehen....
Dann kommt die große Herausforderung.
Wieviel Kompromiss kann erneut eingegangen werden?
Bis wohin kann/will gegangen werden um sich nich wieder in eine Spirale von Kompromissen zu begeben oder anders, wieviel Gleichmut braucht es um nicht in alte Muster zu verfallen?
Sätze wie:„ xxxx habe mir ich jahrelang gefallen lassen, ich mache jetzt nun noch was ich will, ich will das Leben so genießen wie es mir gut tut“ mögen grundsätzlich zu verstehen sein. Meiner Meinung nach schließt das vieles an möglicher Nähe und Geborgenheit aus....
*******over Mann
97 Beiträge
Bei einer Zweckgemeinschaft, die man eingeht um nicht alleine zu sein, ist Kompromissbereitschaft und Toleranz sicher unabdingbar.

Im Idealfall basiert eine Beziehung aber auf Liebe. Wenn man sich gegenseitig wirklich liebt, ergibt sich das von selbst. Weil jeder sich um das Wohl des anderen kümmert und dazu gehörte auch, ihm die Freiräume zu geben, die er braucht.
*******d18 Frau
6.168 Beiträge
Und alles richtet sich von alleine! Bei Liebe …
Welch eine romantisierende Vorstellung von einer von selbst „funktionierenden“ Partnerschaft.

Liebende Partner können manchmal auch die erbittertsten „Gegner“ sein. Schmunzel.

Sicher ist es so, dass Kompromisse und gewisse Annäherungen leichter fallen, wenn man in Liebe verbunden ist. Aber dem Partner nur Gutes tun zu wollen, aus Liebe, kann auch schnell zur Selbstaufgabe führen. Ein gesundes Mittelmaß finden.

Es mag sich so recht „herzlos“ anhören, aber 42 gemeinsame Jahre, viele überschäumend vor Glück, manche eher gekennzeichnet vom „Kampf“, miteinander neue Wege aus der Routine zu finden, zeigen, dass immer Herz und Liebe bei uns waren.

Es gibt kein Patentrezept, es gibt nur für jedes einzelne Paar eigene Wege. Ich weiß nicht, was ich irgendwann will. Ich weiß aber, dass es sich richtet …
Auch in Liebe ist Kompromissbereitschaft und Toleranz unabdingbar, @*******over . Sonst musst du dir deinen idealen Partner backen!
**********r_OOE Mann
73 Beiträge
Zitat von *******over:
Bei einer Zweckgemeinschaft, die man eingeht um nicht alleine zu sein, ist Kompromissbereitschaft und Toleranz sicher unabdingbar.

Im Idealfall basiert eine Beziehung aber auf Liebe. Wenn man sich gegenseitig wirklich liebt, ergibt sich das von selbst. Weil jeder sich um das Wohl des anderen kümmert und dazu gehörte auch, ihm die Freiräume zu geben, die er braucht.
Theoretisch sehe ich das auch so.
Andererseits ist der Partner nicht zuständig, dass es mir gut geht.
Wenn es von selber so läuft wäre es toll.
LG
**********berer Mann
6.386 Beiträge
Zitat von ********aika:
Wenn es wirklich, WIRKLICH! der richtige Partner ist, dürften solche Gedanken und Fragen doch gar nicht erst auftauchen, oder?

Aber doch, wieso denn nicht? Auch "der oder die Richtige" entbindet doch nicht von Gedanken um das Wir. Und ich finde es durchaus sehr wichtig, sich solchen Gedanken zu stellen.

Die Frage, ob es Kompromisse braucht, um trotz aller Nähe und Verbindlichkeit auch Freiheit und Individualismus zugestehen zu können, kann ich mit einem eindeutigen "Ja" beantworten, und das aus ganz realen Erfahrungen heraus.

Ich finde mich gerade in einer Partnerschaft mit einer Frau wieder, mit der ich schon einmal zusammen war. Und wir gehen jetzt beide deutlich mehr Kompromisse ein, wohl wissend, dass sich das auch manchmal blöd anfühlt oder Bedürfnisse nicht direkt befriedigt werden, und trotzdem sind wir zu diesen Kompromissen bereit, weil wir beide erfolgreich beim Aufbau unserer Partnerschaft und in dieser glücklich sein wollen - auf Dauer glücklicher als zuvor!

Das erfordert Mut und Kraft, weil wir uns in eine Situation begeben, die uns schon einmal am Ende beide verletzte, als wir uns trennten. Aber wir sind mutig, wir möchten uns noch einmal voreinander seelisch nackig machen und beide glauben wir daran, dass wir mit dem Wissen, warum wir zuvor scheiterten, diesmal ein Werkzeug besitzen, welches wir für uns arbeiten lassen können.

Ich glaube, das kommt dem von @****ga Geschilderten schon recht nahe, oder nicht?
****ke Frau
1.849 Beiträge
Wenn ich in der Lage bin, für alle was mir in meinem Leben widerfahren ist, zu 100% die Verantwortung zu übernehmen…

Dann bin ich auch in der Lage ein WIR über das ICH zu stellen…

Ein Ausbilder hat mal zu mir gesagt, das Grundproblem vieler Menschen ist, dass sie romantische Beziehungen eingehen, dafür aber noch nicht reif genug sind… man stolpert dann seinen Bedürftigkeiten hinterher, erwartet dass der Partner diese kompensiert, und ist dann tief gekränkt wenn die Beziehung scheitert….

Anstatt erst einmal an seinen eigenen Themen zu arbeiten… ist der Andere schuld 🤷‍♀️
****ga Frau
1.031 Beiträge
Themenersteller 
Ich habe keine *danke* mehr.
Lieben Dank für eure tollen Beiträge. Ich könnte auf jeden einzelnen eingehen, muss jetzt aber erstmal kurz weg... *blumenschenk*
Schön, dass alle verstanden haben, was ich versucht habe auszudrücken. Ich wollte keine Vorwürfe o.ä. machen.
*****ssA Frau
2.263 Beiträge
Zitat von ****ga:
.
Ich halte sie für elementar, um aus zwei Ichs ein Wir zu kreieren, das beiden noch ihre eigene Persönlichkeit lässt, ihr ganz eigenes Leben und gleichzeitig aber eben das Wir, dieses Neue, Schöne, Große zu ermöglichen.
Bin ich völlig bei dir...aber
Dafür aber sind Abstriche nötig, die viele nicht mehr bereit sind zu leisten, weil sie in der Vergangenheit genau bei solchen Zugeständnissen unterschiedlichster Art eben keine gute, konstruktive Beziehung führten, sondern Kummer/Leid/Unglück und mitunter auch Trennungen erlebten.

Hier wird's für mich schwierig...ich gehe Kompromisse ein, mit denen ich mich gut fühlen kann...ebenso,wie es mein Partner auch tun sollte.
Fühlt es sich nicht gut an,mache ich etwas "aus Liebe" für meinen Partner, aber mit Bauchschmerzen, ist das für mich kein tragbarer Kompromiss mehr.
Diese vermeintlichen Kompromisse,die ich in der Vergangenheit gemacht habe aus Liebe, waren Entscheidungen ,die nur einem von uns gut taten und ich war es nicht.
Also ja, ich gehe definitiv keine Kompromisse mehr ein, die ein ungutes Gefühl in mir auslösen. Es passt dann einfach schlichtweg nicht.
Ein Partner sollte eine Bereicherung in meinem Leben sein, so wie ich für ihn.
**********ede56 Mann
5.898 Beiträge
Hatte kürzlich eine ähnliche Diskussion.
Der folgende Text ist nicht von mir, aber trifft genau das Thema.

Die Basis beginnt bei Offenheit & Ehrlichkeit, sich an Absprachen halten, Wertschätzung und sich so sehr mögen, daß man sich auch mal durch nicht so rosige Zeiten durchbeißt und nicht gleich das Handtuch schmeißen ... und jemand, dem ein WIR mehr bedeutet, als die Summe zweier Menschen.
****ke Frau
1.849 Beiträge
Ich finde den Begriff WIR auch erklärungsbedürftig… zumindest in dem Zusammenhang in dem ich ihn verwende.

Als eigenständige Persönlichkeit, ohne Bedürftigkeiten, bin ich mir meiner Selbst sicher, und „brauche“ keine Kompensation durch z.B. einen Partner. Ebenso brauche ich kein Täter/Opfer Spiel, da ich für alle was mir widerfährt, die Verantwortung übernehme.

Dieser Zustand nennt sich maximal „frei“…

Lerne ich einen Partner kennen, bin ich mir meinem ICH bewusst, entscheide mich aber in der Interaktion mit dem Partner, bewusst für das WIR…

Wenn beide das so handhaben, ist das WIR ein weitaus zufriedenstellender Zustand als das ICH
*****k76 Mann
709 Beiträge
ich gehe Kompromisse ein, mit denen ich mich gut fühlen kann...ebenso,wie es mein Partner auch tun sollte. Fühlt es sich nicht gut an,mache ich etwas "aus Liebe" für meinen Partner, aber mit Bauchschmerzen, ist das für mich kein tragbarer Kompromiss mehr.

Genau so sehe ich das auch! Jeder Mensch ist anders, und nur weil ein bestimmter Mensch, ein früherer Partner oder die Mehrheit etwas machen oder aushalten kann, bedeutet das nicht, dass das jeder kann! Leider verstehen das nicht alle.
*******over Mann
97 Beiträge
Zitat von **********r_OOE:
Zitat von *******over:
Bei einer Zweckgemeinschaft, die man eingeht um nicht alleine zu sein, ist Kompromissbereitschaft und Toleranz sicher unabdingbar.

Im Idealfall basiert eine Beziehung aber auf Liebe. Wenn man sich gegenseitig wirklich liebt, ergibt sich das von selbst. Weil jeder sich um das Wohl des anderen kümmert und dazu gehörte auch, ihm die Freiräume zu geben, die er braucht.
Theoretisch sehe ich das auch so.
Andererseits ist der Partner nicht zuständig, dass es mir gut geht.
Wenn es von selber so läuft wäre es toll.
LG
Ich schrieb ja auch vom Idealfall. Meiner Meinung nach passen Erwartungen an den anderen und Zuständigkeiten für den anderen nicht in eine echte Liebesbeziehung. Setzt halt immer voraus, dass die Liebe beidseitig ist. Eine einseitige Liebesbeziehung kann sehr toxisch sein. Ich habe mich wohl auch nicht richtig ausgedrückt. Ich finde schon, dass Kompromissbereitschaft auch in einer Liebesbeziehung wichtig ist, man würde es nur nicht so empfinden.
****ga Frau
1.031 Beiträge
Themenersteller 
Hmm, doch, ich empfinde es auch in Liebesbeziehungen so.
Wenn ich ungern spazieren gehe, es aber meinem Partner viel Spaß macht, gehe ich eben auch mal spazieren, aber nicht ständig.
Was jetzt ein eher harmloses Beispiel ist.
*******over Mann
97 Beiträge
Zitat von ****ga:
Hmm, doch, ich empfinde es auch in Liebesbeziehungen so.
Wenn ich ungern spazieren gehe, es aber meinem Partner viel Spaß macht, gehe ich eben auch mal spazieren, aber nicht ständig.
Was jetzt ein eher harmloses Beispiel ist.

Würde es sich für dich dann gut anfühlen, ihm diese Freude zu machen? Oder wäre es ein Opfer?
*****ena Frau
3.430 Beiträge
Diese Gedanken kommen mir sehr bekannt vor und gerade wenn es wirklich WIRKLICH der richtige Mensch ist sind Kompromisse wichtig um das ich im wir nicht zu verlieren. Das denke zumindest ich mittlerweile.
Oder sind meine Überlegungen seit wir es konkretisieren zusammen zu leben. Das wird noch dauern.
Es konnte mir eine Zeit lang nicht schnell genug gehen, aber im Moment bin ich gerade sehr dankbar dafür, dass es noch etwas dauern wird und ich mir überlegen kann, zu welchen Kompromissen ich bereit bin.

Nach meiner zweiten Ehe hab ich gesagt ich verbiege mich nie wieder für einen Mann und trotzdem ist es mir in meiner letzten Beziehung wieder passiert.

Ich denke ganz ist man davor auch nicht sicher. Mit Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, aber auch dem Partner gegenüber sollte es aber besser klappen. Zumindest versuche ich das dieses Mal.
Immerhin üben mein Partner und ich schon sieben Jahre langsam eine Beziehung aufzubauen und wir haben auch immer wieder Kompromisse finden müssen damit es allen in der Beziehung gut geht.

Auch meine Erwartungshaltung muss ich immer wieder überdenken und anpassen. Erwartungen hat man unweigerlich, auch wenn sie einen leider nicht weiter bringen, da sie häufig zu Enttäuschungen führen. Aber sie sind einfach menschlich. Ich hab allerdings gelernt, wenn ich reflektiert mit meinen Erwartungen an meinen Partner umgehe, dann bekomm ich das auch ganz gut hin mit dem nicht enttäuscht sein. Zwar nicht immer und nicht immer sofort, aber es wird.

Manchmal ist Liebe echt ganz schön kompliziert und trotzdem können wir es nicht lassen. 😉
****ga Frau
1.031 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von *******over:
Zitat von ****ga:
Hmm, doch, ich empfinde es auch in Liebesbeziehungen so.
Wenn ich ungern spazieren gehe, es aber meinem Partner viel Spaß macht, gehe ich eben auch mal spazieren, aber nicht ständig.
Was jetzt ein eher harmloses Beispiel ist.

Würde es sich für dich dann gut anfühlen, ihm diese Freude zu machen? Oder wäre es ein Opfer?

Es würde sich gut anfühlen, gerade auch weil wir dann gemeinsam Zeit zusammen verbringen können.
Etwas für eine Beziehung zu opfern, wäre für mich ein furchtbarer Gedanke, auf den ich noch nicht gekommen bin. Da käme dann der Kompromiss ins Spiel. *gg*
*****sin Mann
8.367 Beiträge
Die Basis beginnt bei Offenheit & Ehrlichkeit, sich an Absprachen halten, Wertschätzung und sich so sehr mögen, daß man sich auch mal durch nicht so rosige Zeiten durchbeißt und nicht gleich das Handtuch schmeißen ... und jemand, dem ein WIR mehr bedeutet, als die Summe zweier Menschen.
Bingo.
******lia Frau
7.134 Beiträge
Für mich ist es eine soziale Kompetenz von Menschen, Kompromisse eingehen zu können und auch zu wollen.
Eine langjährige Beziehung beruht immer auch auf weniger romantischen Verhandlungen, die mit Humor und Kreativität geführt werden dürfen.
Ich bin jetzt seit 25 Jahren mit meinem Mann zusammen, ich könnte nicht mehr aufzählen, wieviele Kompromisse wir gemacht haben, kleine und auch große.

Beziehungsfähigkeit heißt Kompromissfähigkeit.

Ich habe mal gelesen, dass arrangierte Ehen am Ende des Lebens in Befragungen genauso glücklich sind wie romantisch eingegangene Ehen.
In arrangierten Ehen (solche, die nicht völlig inakzeptabel unter Zwang stattfinden), sind die Partner meist von Anfang an bereit miteinander ein gutes Gelingen auszuhandeln, während in romantischen Ehen die Partner meist erst nach einigen Jahren an den Punkt kommen. Liebe kann in beiden wachsen, sie hat für mich aber definitiv etwas mit dem Willen eines guten Gelingens der Partnerschaft zu tun.
****ara Frau
2.657 Beiträge
Ich schließe nicht gerne Kompromisse und tue es auch selten. Ein Kompromiss bedeutet meist, dass beide Parteien nicht das bekommen, was sie sich wünschen und es hat oft etwas von einem gegeneinander sein.

Ganz allgemein und gerade in der Beziehung finde ich es wichtig, dass (etwas pauschal ausgedrückt) jeder bekommt, was er braucht (was noch zu definieren wäre). Ansonsten kann schnell passieren, dass ich den anderen für meinen Verlust verantwortlich mache, denn ohne ihn könnte ich tun, was ich wollte - und die Unzufriedenheit wäre im Laufe der Zeit vorprogrammiert.

Nun ist es natürlich wahrscheinlich, dass ich nicht immer mit anderen einig bin. Wenn es dann darum geht, dass die unterschiedlichen Wünsche nicht gleichzeitig möglich sind, finde ich wichtig, statt eines Kompromisses einen Konsens zu finden, also etwas, womit dann alle Beteiligten gewinnen, anstatt dass alle etwas verlieren.

Diese Sichtweise hat mein Gesichtsfeld radikal erweitert. Seitdem ich nach Konsens suche, ist mein Gegenüber nicht mehr der Mensch, für den ich im Zweifel verzichte(n muss), sondern wir sind immer Partner, die in dieselbe Richtung schauen, nämlich dahin, was wir beide mögen.
*******d18 Frau
6.168 Beiträge
Und wie kommt man zu einem Konsens? (Übereinstimmung der Meinungen)

Indem man Kompromisse eingeht. (Übereinstimmung, Einigung durch gegenseitige Zugeständnisse)

Wo liegt da der Unterschied???

Außer in der negativen Konnotation der Redewendung: „Einen faulen Kompromiss schließen“.

Meinungen werden bei zwei Menschen nur dann übereinstimmend, wenn beide sich annähern, indem sie Teile ihrer Meinung ändern. Also Konsens geht nur durch Kompromisse, @****ara .

Meine einfache Logik.
******lia Frau
7.134 Beiträge
Das mit dem Konsens-Gedanken finde ich eigentlich ganz gut!
Und ich werde es in Zukunft bestimmt immer mal ausprobieren, ob es sich als Konsens besser anfühlt als als Kompromiss.

Allerdings muss ich bei Kompromissen in der Partnerschaft immer an das gemeinsame Einrichten einer Wohnung/ eines Hause denken und das waren so ziemlich die härtesten Streitereien, die mein Mann und ich hatten.
Über den Fliesen unseres Badezimmers hätten wir uns fast getrennt und man kann die Armaturen unseres Waschbeckens echt nicht als Konsens betrachten, ich bin da einen jahrzehntelangen Kompromiss eingegangen! 😁
****ga Frau
1.031 Beiträge
Themenersteller 
Ich hatte gar nicht daran gedacht, zwischen Kompromiss und Konsens zu unterscheiden, weil ich davon ausging, dass beide ( oder mehr) mit dem Kompromiss gut leben können sollten - was dann ja irgendwie ein Konsens wäre ... *abgedreht*
****ara Frau
2.657 Beiträge
Zitat von *******d18:
Also Konsens geht nur durch Kompromisse, @****ara .

Vielleicht werden im Alltag Begriffe umgangssprachlich benutzt, so dass es so wirken könnte, jedoch ist der Ansatz ein anderer.

Bei einem Kompromiss wird auf die beiden Seiten geschaut: was ist jeder bereit von seinem Wunsch abzugeben und dem anderen entgegen zu kommen. Jeder hat einen gefühlten Verlust und die Lösungsmöglichkeiten sind begrenzt durch die anfänglichen Wünsche.
Ein (einfaches) Beispiel: er geht gerne griechisch essen und sie italienisch. Beide mögen das jeweils andere nicht und ein Kompromiss wäre, dass sie immer abwechselnd italienisch und griechisch essen gehen, damit beide ihre Wünsche wenigstens zur Hälfte erfüllt bekommen.

Ein Konsens könnte sein, dass jeder nur ohne den anderen in sein Lieblingsrestaurant geht und gemeinsam gehen sie Sushi essen, was beide mögen. Also kein Verzicht, sondern eine Öffnung der Lösungsmöglichkeiten.

Wie gesagt, nur ein einfaches Beispiel.
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