25.09.2008

Piercings
Alles über Piercings und was dazu gehört...

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Das Wort Piercing stammt vom englischen "to pierce" ab, was soviel wie durchbohren oder durchstechen bedeutet. Es bezeichnet eine Form der Körpermodifikation und damit die künstliche Verschönerung von Körperpartien, bei der Schmuck in Form von Ringen oder Stäben an den verschiedensten Stellen des menschlichen Körpers durch die Haut und das darunter liegende Fett- oder Knorpelgewebe eingefügt werden.

Soweit die Basisinformationen eines jeden Lexikon. Doch was genau ist medizinisch machbar? Wovon sollte man besser die Finger lassen? Wer kann piercen und wo? Mit all diesen Fragen und vielen mehr beschäftigen wir uns ausführlichst in diesem Artikel.

Piercings
 

Ein kleiner historischer Abriss

Beginnen wir am Anfang, wo sonst? Wobei dieser schwer auszumachen ist. Das gezielte Durchstechen verschiedener Haut- und Körperstellen als Körperschmuck wird bereits seit Jahrtausenden praktiziert. Dabei hatten diese neben der schmückenden Funktion meistens auch den Zweck, sich von anderen Volksstämmen abzugrenzen. Auch waren sie durchaus Bestandteil spiritueller Rituale, sollten symbolisch Zeugnis ablegen für einen vollzogenen Reifeprozess und ab und an waren sie schlicht und ergreifend ein Statussymbol.

Piercings

So ist der Pharao Tut-ench-Amun auf seiner berühmten goldenen Sarkophargmaske mit einem geweiteten Ohrläppchenpiercing zu sehen. Die Ägypter haben diese Kunst des Durchstechens fast ausschließlich im Bereich der Ohren kultiviert. Ganz anders dagegen die Hochkulturen im 9000km entfernten Südamerika. Schon die Azteken und Maya stachen sich zu bestimmten religiösen Anlässen diverse Naturmaterialien wie Holz, Quarz, Perlmutt, Knochen und einfache Metalle durch und unter die Haut. Der berühmte Pflock durch das Ohr oder die Unterlippe ist in Südamerika, Afrika und Asien beheimatet. Aus Indien ist zudem das aus dem Kamasutra stammende Intimpiercen überliefert.

Warum nimmt man solche Schmerzen in Kauf und dann vielleicht auch nur temporär? Nun, das Volk der Mursi empfindet den Unterlippenteller als Schönheitsideal, ohne den eine Frau nicht als richtige Frau gilt und nicht heiraten darf. In Thailand und Malaysia werden den Teilnehmern im Rahmen einer Götterbeschwörung Spieße, Schwerter, Eisenstäbe, aber auch alltägliche Haushaltsgegenstände in Wangen, durch die Nasenwände, die Zunge oder die Haut am Rücken gestochen. In der westlichen Kultur gilt das Piercing fast ausschließlich als Schmuckstück. Ein eher kleiner Kreis nutzt die beim Piercen entstehenden Schmerzen, um spirituelle Erfahrungen zu sammeln.

Piercen, aber wo?

Wir sehen also, dass jeder seine eigenen Gründe für ein oder mehrere Piercings hat. Möglichkeiten diese zu bekommen, gibt es viele. Traditionell bekommt ein Zimmermann während der Walz mittels einem Zimmermannsnagel sein Ohrläppchen durchstochen. Wer diesem Berufsstand nicht angehört, kann natürlich auch in ein Piercingstudio gehen.

Piercings

Dabei sollte unbedingt auf Helligkeit und Sauberkeit geachtet werden, denn Studio ist nicht gleich Studio. Zur Vorbereitung des Piercens gehört ein ausführliches Gespräch über mögliche Komplikationen, Risiken und die notwendige Nachsorge. Ist dies erfolgt und habt ihr euch für dieses Studio entschieden, werdet ihr in ein Karteisystem aufgenommen. Darin wird die Art und die Stelle des Piercings vermerkt. Ihr werdet auch nach eurem allgemeinen Gesundheitszustand, Allergien oder sonstigen Krankheiten befragt.

Es ist auch üblich, das der "Kunde" eine schriftliche Einverständniserklärung vor dem Piercen abgibt, um den Piercer von rechtlichen Folgen zu befreien. Denn jeder Piercingvorgang an sich ist rein rechtlich gesehen eine strafbare Körperverletzung. Der Gesetzgeber sagt, dass jeder gepierct werden darf, wenn er das 18. Lebensjahr vollendet hat oder von seinen Erziehungsberechtigen die Einverständniserklärung, und somit die Erlaubnis, bekommt.

Piercings

Wenn es losgeht, achtet darauf, dass der Piercer sterile Handschuhe trägt und noch verschweißtes Werkzeug verwendet. Auch das Piercing selber muss vor dem Einsetzen frisch desinfiziert/sterilisiert werden.

Dann geht alles ganz schnell. Je nach Art des Piercings spürt man einen kleineren Pieks oder schon einen recht heftigen Schmerz. Das hängt ganz von eurer Tagesstimmung, der persönlichen Sensibilität und der durchzustechenden Stelle ab.

Achtung: Menschen mit Diabetes sollten eher auf ein Piercing verzichten, da der Stichkanal nur sehr schlecht verheilt, unmöglich ist ein Piercing bei diesem Krankheitsbild allerdings nicht. Eine genaue Beratung durch den Hausarzt ist aber unumgänglich. Dass einem Bluter eigentlich keine Wunde zugefügt werden sollte, ist klar. Dennoch ist auch hier ein Piercing nicht unmöglich (auch hier ist eine Beratung durch den behandelnden Arzt Pflicht!), außer, man gehört zu jenen Blutern, deren Blut aus Behandlungsgründen künstlich verdünnt wird. Auch bei Erkältungen oder anderen das Immunsystem beeinträchtigenden Erkrankungen sollte man warten, bis diese abgeheilt sind.

„Was für ein Piercing soll es denn werden?“

Da Piercings in der Gesellschaft und in vielen Berufen nach wie vor nicht gern gesehen sind, sollte man sich die Stelle, wo man gepierced werden möchte, gut überlegen.

Das Ohr

Piercings

Das Gesicht bietet mit seinen vielen Hautfalten und knorpeligen Stellen ideale Möglichkeiten zum Durchstechen. Fangen wir also mit den Ohren und dem allseits bekannten Ohrläppchenpiercing an. Dieses ist schon seit mehreren Jahrhunderten in der westlichen Kultur bekannt.

Der sich an dem oberen Ohrrand befindende Helix (1 in der Zeichnung) ist in den letzten 20 Jahren sehr publik geworden. Wenn man jeweils neben dem Helix ein Piercing setzt, kann man dieses oft mit einem Barbell-Stab (=Ein in Länge und Stärke variabler Stab mit zwei abschraubbaren Enden) verbinden. Man nennt das dann Industrial-Piercing (2). Ihr könnt die Stiche separat mit zwei Ball Closure Ringen verheilen lassen oder den Barbell-Stab von vornherein drin lassen.

Hierbei empfiehlt sich die Methode des Punchens (die Haut wird hierbei sozusagen "heraus gestanzt"). Dadurch wird das Knorpelgewebe nicht nur beiseite gedrängt, sondern gänzlich entfernt. So verheilt das Piercing bei guter Pflege innerhalb von 2-4 Wochen, wohingegen das gestochene Loch bis zu einem Jahr zum Abheilen braucht.

Piercings

Die Querbrücke im oberen Teil der Ohrmuschel nennt man den Anti-Helix (6). Auch darin kann man bei ausreichender Ausprägung ein Piercing stechen. Der Snug (5) und der Conch (3) werden jeweils am mittleren äußeren Rand des Ohres gesetzt. Ersterer verläuft parallel zur Ohrkante durch die innere Knorpelauswölbung . Der Conch hingegen umfäßt die Ohrmuschel. Beides lässt sich gut mit einem Ball Closure Ring tragen.

Am Knorpelfortsatz über dem Ohrläppchen (Anti-Tragus (8) ) kann gut ein Barbell oder ein Ring angebracht werden. Die Knorpelauswölbung direkt am Kopf (Tragus-Piercing) kann sich nicht jeder piercen lassen, da dieses oft nicht groß genug ist. Also unbedingt beraten lassen! Genauso verhält es sich mit dem Daith-Piercing (9). Dieses sticht man in die waagerechte Brücke im mittleren Teil der Ohrmuschel (Anti-Helix – Rook-Piercing) und kann dann nur mit einem ganz kleinen Ball Closure Ring oder einem 1,2 mm starken Barbell getragen werden. Die letzten vier beschriebenen Piercings haben alle eine Abheilungsdauer von 4-6 Monaten.

Die Nase

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Gehen wir über zur Nase. Diese kann man sich an allen Stellen, an die der Piercer mit seinem Werkzeug heran kommt, durchstechen lassen. Angefangen vom berühmten, aus dem Indischen stammenden Nasenstecker (Nostril) durch die Nasenwand über das Septum-Piercing durch die Nasenscheidewand (auch bekannt als Bullenring) bis hin zum Bridge-Piercing, welches durch den Nasenrücken gestochen wird. Das Nostril-Piercing verheilt innerhalb weniger Wochen, das Septum hingegen braucht mit 3-4 Monaten etwas länger. Solange man kein Brillenträger (diese könnte den Nasenrücken immer wieder aufreiben!) ist, bestehen beim Bridge-Piercing gute Chancen auf eine Abheilung innerhalb von 2-3 Monaten.

Seltener sind Piercings durch die Nasenscheidewand und Nasenwand (Nasallang) und das so genannte Austin Bar, welches in der Nasenspitze angebracht wird.

Der Mund

Einfacher gestaltet es sich bei den Piercings im Mundraum. Das Bekannteste ist da eindeutig das Labret, also der Unterlippenring. Empfohlen seien hierbei Kunststoffmaterialien, da diese die Zähne und das Zahnfleisch weniger schädigen. Über der Oberlippe befindliche Piercings nennt man je nach Position Medusa-Piercing (Oberlippenfalte) oder Madonna-Piercing (seitlich). Ist letzteres schon auf der Wange gelegen, nennt man es schlichtweg Wangenpiercing oder auch Cheek. Da der menschliche Blick sich im Gesicht oft an den Lippen orientiert, sind diese recht schnell verheilenden Piercings (8-12 Wochen) immer ein Highlight.

Die Zunge

Piercings

Doch was kann man im Mund anbringen? Na klar, das Zungenpiercing. Dieses wird zumeist mittig senkrecht mit einem Barbell (Stab) durch die Zunge getragen. Wenn man die ersten 1-2 Wochen nach dem Stechen auf Milchprodukte, Alkohol und Nikotin verzichtet, bestehen gute Chancen auf eine Abheilung nach nur 1-1,5 Monaten.

Des Weiteren kann man sich im Lippen- und Zungenbändchen piercen lassen. Beide verheilen relativ schnell (ca. vier Wochen). Mit einem Barbell, Ring oder Hufeisenring ist das auf jeden Fall ein Hingucker. Das Frenulum (Lippenbändchenpiercing) braucht ca. 2-3 Wochen und das Frenulum Linguae (Zungenbändchenpiercing) nur ca. vier Wochen zum Abheilen. Man sollte zur Unterstützung der Abheilung nach jedem Essen den Mund mit Spülungen (beispielsweise mit Kamillosan) desinfizieren.

Etwas ganz Spezielles ist das Uvula-Piercing, dieses wird mit einem Ball Closure Ring durch das Gaumenzäpchen gestochen.

Oberflächenpiercings

Piercings

Im Gesicht findet sich natürlich auch das Augenbrauenpiercing. Dieses gehört zur Kategorie der Oberflächenpiercings. Solche können an allen Stellen des Körpers angebracht werden, an denen ausreichend Haut-, Knorpel- oder Fettgewebe vorhanden ist und die entweder konvex oder konkav gewölbt sind. Diese werden zumeist mit speziell gebogenen Surface-Bars gestochen. Alternativ werden auch gerne PTFE-Stäbe verwendet, diese passen sich den Bewegungen an und üben somit weniger Druck auf die Stichkanäle aus. Platziert werden Oberflächenpiercings gerne an der Schläfe, dem Zusammenfluss der Schlüsselbeine (Madison-Piercing), im Nacken, zwischen den Fingern (Handweb) oder im Nasenrücken (Bridge-Piercing).

Die weit verbreiteten Brustwarzen- und Bauchnabelpiercings können von Mann und Frau getragen werden. Dabei ist es unerheblich in welche Richtung der Stab oder Ring zeigen soll. Dies hängt allein vom Geschmack des Trägers ab.

Intimpiercings

Kommen wir nun zu den für diese Community vermutlich interessantesten Piercings: den Intimpiercings. Man versteht darunter alle Durchstiche durch die primären Geschlechtsteile von Mann und Frau. Aber auch die sich im näheren Umkreis befindenden Piercings zählen hierzu.

  • das männliche Genital:

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Der Penis kann an allen Stellen modifiziert werden, zumeist geschieht dies aber im Bereich der Eichel und der Vorhaut. Sehr bekannt ist der Prinz Albert (12), welcher durch die Harnröhre in Richtung der unteren Peniswand gestochen wird. Der Prinz Albert Reserve (auch Queen Victoria genannt (11)) wird dagegen durch die obere Peniswand gestochen. Wenn man sich quer unter die Eichel, also parallel zur Hüfte, piercen lässt, nennt man das Ampallang-Piercing (9). In Kombination mit dem Apadravya (8) hat man dann ein Magic Cross (10).

Der Dydoe (7) wird entlang des Eichelrandes und das Oetang-Piercing (6) an der Vorhaut gesetzt. Es können mehrere davon angebracht werden. Durch den regelmäßigem Kontakt mit Eigenurin verheilen diese Piercings trotz verhältnismäßig langem Stichkanal schon innerhalb von 8-12 Wochen und bereiten dabei kaum Beschwerden. Wenn das Vorhautbändchen es zulässt (Frenulum-Piercing (5)), kann man auch hier mehrere Piercings hintereinander anbringen lassen.

Im Bereich des Hoden gibt es zwei Piercing-Kategorien: die Hafada-Piercings (3), oberflächliche Piercings, welche auf dem ganzen Hodensack angebracht werden können, und die Transscrotal-Piercings (4), bei denen der Stichkanal von der Vorder- bis zur Rückseite den gesamten Hodensack durchläuft. Erstere verheilen bei guter Pflege innerhalb von wenigen Wochen, durch den längeren Stichkanal brauchen die Transscrotals dagegen ca. drei Monate zum Abheilen.

Über dem Penis am Penisansatz kann das Pubic (1) angebracht werden. Es gehört zu den Oberflächenpiercings und von daher besteht hierbei eine lange Heilungsphase (min. drei Monate) und die Möglichkeit des Herauswachsens.

  • das weibliche Genital:

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Das Pendant zum Pubic-Piercing des Mannes ist das Christina-Piercing (a + b) bei der Frau. Dieses wird zumeist mit einem Barbell gestochen und befindet sich mit der einen Kugel noch zwischen den oberen äußeren Schamlippen und der anderen schon auf dem Venushügel. Mit noch weiterem Stichkanal ist das Nefertiti-Piercing ausgestattet. Es endet zwar wie das Christina auf dem Venushügel, beginnt aber schon in der Klitorisvorhaut und wird mit einem sehr langen Barbell gestochen.

Diese Module gehören zu den Piercings im äußeren vaginalen Bereich, so wie auch alle Schamlippenpiercings und das Fourchette (1) in der kleinen Hautfalte, wo die kleinen Schamlippen am unteren Ende zusammenlaufen.

Die Piercings in den inneren vaginalen Bereichen sind u.a. das bekannte Prinzessin Albertina (4), welches durch die Harnröhrenöffnung zur Vaginalöffnung gestochen wird und in 6-8 Wochen verheilt. Die Piercings unterhalb der Klitoris Isabella waagerecht (a + d) und Triangle senkrecht (7) verheilen ebenso schnell. Beliebt ist auch noch das Klitoris-Vorhautpiercing (6), dabei kann man ein Barbell, einen Ring, einen Bullenring, aber auch ein Fake-Plug einsetzen lassen. Gestochen werden sollte es aber zunächst mit einem Barbell.

Spezialisierungen

Man kann viele Piercings ausdehnen, um Schmuck größeren Durchmessers tragen zu können. Zur Vergrößerung eines Piercings gibt es verschiedene Methoden unterschiedlichen Ursprungs und für verschiedene Zwecke. Das einfache Dehnen des Stichkanals erfordert dabei meist etwas Geduld, da das Gewebe zwischen den einzelnen Schritten einige Wochen benötigt, um sich zu lockern und bei weiterer Vergrößerung nicht einzureißen. Der gedehnte Stichkanal bildet sich nach Herausnehmen des Schmucks jedoch nach einiger Zeit wieder um einige Millimeter zurück.

Das Einschneiden des Stichkanals dagegen ist schmerzhafter und kann nur durch einen weiteren chirurgischen Eingriff wieder rückgängig gemacht werden.

Formen

Hier nun eine kurze Zusammenstellung geläufiger Piercingschmuckformen.

Form

Erklärung

Verwendung

Ball Closure Ring

Piercings

Ein klassischer Schmuckring. Als Verschluss dient eine Kugel, die zwischen die Öffnung des Rings geklemmt wird, wo sie aufgrund von kleinen Einbuchtungen an ihrer Oberfläche einrastet.

Bauchnabel, Ohr, Brustwarze

Barbell

Piercings

Ein in Länge und Stärke variabler Stab mit zwei abschraubbaren Enden, die oft mit bunten Acrylkugeln oder Acrylspikes verziert sind.

Ohr, Nase, Brust, Intim

Curved-Barbell

Piercings

Ein in Länge und Stärke variabler, ganz leicht gebogener Stab mit zwei abschraubbaren, verzierbaren Enden.

Augenbraue, Intim, Ohr, Nasenrücken, Oberflächen

Surface-Bars

Piercings

Ein in Länge und Stärke variabler, an jeweils beiden Enden um 80 bis 90 Grad in die gleiche Richtung gebogener Stab mit zwei abschraubbaren, verzierbaren Enden.

Oberflächen

Circular Barbell

Piercings

Ein in Hufeisenform gebogener Stab mit an den Enden auswechselbaren Kugeln oder ähnlichem.

Ohr, Nase, Mundraum, Intim, Bauchnabel, Brustwarzen, Oberflächen

Spiralen/Twister

Spiralförmig gebogene Stäbe, deren Endstücke zumeist mit Kugeln oder Schmucksteinen versehen sind.

Ohr, Bauchnabel, Augenbrauen

Bananabell

Piercings

Gebogener Stab, der meist durch unterschiedlich große Enden, die mit Modeschmuck und Acrylverzierungen versehen sind, gekennzeichnet wird.

Ohr, Bauchnabel

Labret

Piercings

Stab mit Kugel und flachem, tellerförmigem Ende, das möglichst aus Kunststoff sein sollte, da jener die Zähne und das Zahnfleisch nicht so sehr schädigt.

Mundraum, Ohrmuschel

Nasenstecker

Ebenfalls ein Stab, aber mit gebogenem Ende für besseren Halt in der Nase. Verziert mit kleinen Figuren oder Schmucksteinen

Nasenscheidewand

Plug

Piercings

Piercingstück, das in gedehnte Ohrlöcher eingesetzt werden kann, wobei es für das Schmuckstück kaum Größenbeschränkungen gibt.

Ohrläppchen

Fleshtunnel

Piercings

Entspricht einem Plug, allerdings als hohle Röhre gestaltet. Auch bekannt als "Fleischtunnel"

Ohr, Intim

Expander

Piercings

Ist ein länglicher Kegel, der zur Dehnung genutzt wird. Erhältlich in vielen Materialien, Größen und Farben.

Ohr, Intim, Nase, Zunge, Brustwarzen

Taper

Im Prinzip ein Expander, allerdings in vielfältigeren Formen, z.B. als gedrehte Spirale, als Bufallo oder als Tribal.

Ohr, Brust, Nase

Fakepiercings

Sehen aus wie ein Plug, Expander oder Taper, sind aber effektiv nur Ohrringe mit einem schmalen, kurzen Stab zwischen den abgeflachten Dekoenden.

Ohr, Intim

Retainer

Platzhalter, die der Offenhaltung von Piercingkanälen dienen. Sind nahezu unsichtbar, da aus PTFE. In allen möglichen Formen erhältlich

Überall, wo ein Stichkanal offen gehalten werden soll

Dieser Schmuck kann aus den verschiedensten Materialien bestehen, die wir euch fortfolgend vorstellen wollen. Auch und vor allem, weil es auch bei der Auswahl des Materials einiges zu beachten gilt.

Materialien

  • Chirurgenstahl: auch Edelstahl genannt und der meist verbreitete Piercingstahl. Wegen seines 10-14%igen Nickelanteils darf er aber nur als Zweiteinsatz verwendet werden.
  • Chirurgenstahl (L316): diese Variante des Chirurgenstahls besitzt nur einen 5%igen Nickelanteil, und darf inzwischen auch als Ersteinsatz verwendet werden. Im Gegensatz zu Titan hat es eine glattere Oberfläche, was dem Heilverlauf entgegen kommt.
  • Titan: als Ersteinsatz gesetzlich vorgeschriebenes, anti-allergisches, im Vergleich zu anderen Metallen sehr leichtes und gut einfärbbares Metall.
  • Blackline: eine Sonderform des Titanmaterials, bei der der Titangrund mit einer schwarzen, dünnen, beständigen Titanschicht überzogen wird. Das Material ist sehr widerstandsfähig, erzeugt im Körper kaum Reibungen und es sind keinerlei allergische Reaktionen bekannt. Darum ist das Material auch als Ersteinsatz verwendbar.
  • Implantanium: ist die europäische Alternative zu Edelstahl, allerdings mit einem Nickelanteil von gerade einmal 0,05%. Sehr teuer in der Anschaffung bei mäßiger Qualität und stark eingeschränkter Schmuckauswahl
  • Niob: hat ähnliche Eigenschaften wie Titan, ist jedoch schwerer und sollte aus min. 99,9% Niob bestehen, da ansonsten Allergiegefahr besteht. Gesetzlich als Ersteinsatz erlaubt findet es wegen seiner schweren und damit kostspieligen Verarbeitung wenig Anwendung.
  • Silber: Edelmetall und oft Auslöser für Nickelallergien. Sollte nicht in frischen oder wunden Piercings eingesetzt werden, da durch Nickelabgabe irreparable Hautverfärbungen entstehen.
  • Bronze: eine Legierung aus 90%Kupfer und 10% Zinn, die Arsen enthalten kann. Es besteht zudem immer die Gefahr der Grünfärbung, weshalb man es nicht in offenen Piercings verwenden sollte.
  • Gold: Edelmetall, das zu mindestens 58% rein sein sollte. Ideal sind 75% und mehr. Nachteilig ist seine weiche und kratzempfindliche Konsistenz, was zu Hautirritationen führen kann. Als Zungenpiercing nicht zu empfehlen.
  • Zirkongold: eine hautverträgliche, sich selten verfärbende, widerstandsfähige und preiswerte Alternative zu Gold.
  • Glas: besonders körperverträglich und komfortabel zu tragen, Bei schlechter Qualität Gefahr des Zersplitterns.
  • Kunststoff: häufig als Erstmaterial verwendet. Geringe Allergiegefahr, aufgrund minimaler Poren im Material ist eine häufige und gründliche Reinigung notwendig.
  • PTFE: auch Teflon genanntes, biologisch verträgliches, anti-allergisches, leichtes, biegsames, sehr stabiles Material.
  • Acryl: ist ein transparenter, häufig als Plexiglas bezeichneter Kunststoff, der sowohl als Plugs und Expander als auch als Endstücke in Form von Kugeln und Spikes Anwendung findet. Splitteranfällig und aufgrund kleinster Poren regelmäßig gründlich zu reinigen.

Und damit sei dieser kleine Exkurs in die Welt des Piercens vorerst beendet ... Wenn euch interessiert, wie die im Artikel recht sachlich abgehandelten Piercing-Schmuckformen wirklich aussehen können, solltet ihr einmal in diesem Piercing-Shop vorbeischauen.

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