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die Beziehung öffnen und sich dabei einschränken

*******fly Frau
6.266 Beiträge
Themenersteller 
die Beziehung öffnen und sich dabei einschränken
Falls es was ähnliches schon gibt, den Thread bitte gerne verschieben ich hab nix dazu gefunden.

Ich habe ein grosses Fragezeichen im Bezug darauf, dass Paare (oder auch wir) sich gegenseitige Regeln aufstellen wollen, wenn sie ihre Beziehung (oder Teile davon) öffnen/offen leben.

Bsp (fiktive und teilweise so gesagt *g* )

Ich wünsche mir, dass ich ausserhalb meiner festen Beziehung mit jemandem intensiveres D/s und auch SM leben kann, als dies mit meinem Partner möglich ist. Nun kommt seine Regel dazu:
• keine Spuren auf deinem Körper

oder er möchte sich ebenfalls gewisses ausserhalb gönnen und nun kommt meine Bedingung dazu:
• kein Küssen, kein Oralverkehr

lernt man nun jemanden kennen, die/der hat ebenfalls Regeln...dann finde ich hat man doch eine beachtliche Anzahl von Regeln welche einem, nach meinem Empfinden, total einschränken. Macht das dann überhaupt Sinn? also für mich...im ersten Blitzgedanken ein klares "Nein" dann lass ich es lieber bleiben.

Ich verstehe den Ansatz nicht, ich gehe durch einen riesen Prozesss von Beziehungsarbeit, persönlichen Loslösungsängste konfrontieren, Verlustängste aufbröseln etc etc...und dann am Ende soll ich mich dann nur zu gefühlt 50% ausleben können *gruebel*

Klar muss ich das für mich entscheiden, nur sehe/lese ich, dass es quasie "usus" ist sich solche Regeln aufzu stellen.
Da stell ich ktr automatisch die Frage, ist das nicht wieder nur ein andere (versteckte) Form von Exklusivitätsanspruch, damit man etwas (eine Handlung, ein Gefühl) ganz für sich behält und so bewusst eine Hierarchie aufstellt (Statment)...welche ich z.B in einer polyamoren, offenen "what ever" Geschichte nicht haben möchte...sagt mein Bauchmensch *g*
**********67_sh Frau
3.789 Beiträge
Du hast nicht ganz Unrecht. Stellt man solche Regeln auf wie: kein Küssen, kein Oralsex....schränkt man den anderen ein. Und ich glaube, dass das reiner Eigennutz ist.
Für mich gehört beides z. B. definitiv zum Sex dazu und ist somit elementar. Würde mein Mann mir das "verbieten", hätte ich schon gar keine Lust, Sex mit einem anderen Mann haben zu wollen.
Faktisch können dann zwei Dinge passieren: entweder verzichte ich oder aber ich mache es heimlich. Beides würde letzten Endes zu Frustration führen. Das eine, weil ich diese Regeln für Unsinn halten würde und das andere, weil es Lug und Betrug nach sich ziehen würde. Das ist nicht mein Verständnis von offener Beziehung.

Fazit für mich: den anderen beim sexuellen Kontakt einschränken ist Tinnef. Offen zu leben und da einzuschränken wiederspricht sich für mich.

Regeln sind wichtig. Ansonsten täte jeder ja was er will. Was wiederum meinem Verständnis von Beziehung widersprechen würde.
Wir haben auch Regeln. Aber die schränken den anderen nicht beim sexuellen Kontakt ein.
Es sind Regeln wie z. B. Familie geht immer vor. Private Dinge werden für ein Date nicht verschoben. Die Wochenenden sind nahezu tabu. Und das deshalb, weil wir eine Wochenendehe führen. Urlaub ist tabu. Keine Dates in der Zeit.
Das war es schon. Ansonsten lassen wir dem anderen komplett seine Freiheiten.

Am Ende muss jedes Paar seinen ganz eigenen Weg gehen.
Aber aus meiner Sicht führen solche Regeln, wie du sie schilderst, auf lange Sicht immer wieder zu weiteren Konflikten.
*******eyan Mann
136 Beiträge
Impulsiv gebe ich Euch Recht, dass solche Einschränkungen das ganze Konzept ins Wackeln bringen. Aus eigener Erfahrung und auch vielen Gesprächen muss ich aber sagen, ohne solche Regeln wirds es gerade am Anfang noch viel schwieriger, da Verlustängste oder Ängste in Bezug auf Benachteiligung oder Vernachlässigung enorm sein können. Ich empfehle daher lieber mehr Regeln als zu wenige am Beginn und mit zunehmendem Vertrauen und Routine mit dem Konzept in der eigenen Partnerschaft ist es nach und nach sicher kein Problem, diese zu lockern oder überhaupt dem eigenen Ermessen vertrauen zu können.
****on Mann
16.112 Beiträge
Die Regeln sollen das Gefühl von Kontrollverlust kompensieren.

Sie sind aber ein Störfaktor, der niemandem wirklich hilft. Es ist wohl eine Mutprobe, auf sie zu verzichten - und damit auf die bestehende Beziehung bedingungslos zu vertrauen.
********er75 Mann
6.718 Beiträge
Ich schließe mich grundsätzlich @**********67_sh an, dass Regeln grundsätzlich nötig sind, aber sowenig wie möglich.
Gerade wenn es um Zeitplanung und Prioritäten geht ist es wichtig, dass das klar geregelt und geklärt ist.
Das heißt nicht unbedingt, dass diese Regeln und Absprachen in Stein gemeißelt sein müssen, aber wenn man davon abweichen möchte muss man fragen und eine Lösung finden, die beide mittragen.
Für mich ist auch wichtig, dass safer Sex und STI Tests klar geregelt sind, da mache ich keine Kompromisse.

Zum EP:
Für mich sind Regeln nur dann gut und dauerhaft lebbar, wenn sie nachvollziehbar und sinnig sind.
Für mich hat der Partner immer ein Mitspracherecht oder auch Vetorecht, wenn sein Leben und die gemeinsame Zeit mit dem Partner von Themen direkt betroffen sind.

Beispiele aus dem EP:
Thema Spuren im BDSM-Kontext ist sehr heikel, da viele Partner, besonders wenn sie selbst vanilla sind, keine Spuren am Geliebten Menschen sehen wollen.
Ich fand einen Vergleich dazu sehr treffen:
„Spuren sind wie Sperma des anderen Partners, ich möchte sie beide nicht an meiner Partnerin sehen“.
Genauso ist es schwierig D/s über die Zeit mit dem Spielpartner hinaus auszudehnen, da dann das D/s mitunter auch den Alltag (vielleicht sogar die Sexualität) der anderen Beziehung beeinflusst. Auch hier möchten viele Partner nicht, dass ihr (Familien-)Leben von anderen Partnern „ferngesteuert“ bzw. stark beeinflusst, oder gar eingeschränkt wird.

Bei Sexualität und Küssen ist für mich wichtig, dass der Gesundheitsaspekt für alle eine wichtige Rolle spielt.
Das muss aber in jeder Konstellation individuell unter allen Beteiligten geklärt werden. Auch hier gilt: Alle müssen die Rahmenbedingungen mittragen können und wollen.
*******OfMe Frau
2.567 Beiträge
Generell halte ich nicht viel von Regeln. Sex ist etwas, das sich intuitiv mit jedem Partner unterschiedlich entwickelt, es lässt sich meist nicht künstlich beschränken. Meiner Erfahrung nach fangen viele dann an, Dinge halt "heimlich" zu machen, und untergraben so das Vertrauen in der Offenen Beziehung. Lieber offen kommunizieren und gegenseitige Rücksichtnahme praktizieren.

Ich hatte jedoch für meine Partner immer die Regel, zu duschen bevor man nach Hause kam (oder, wenn nicht möglich, halt direkt zu Hause als erstes). Mein Partner möchte nicht den Geruch eines anderen Mannes an mir haben, und umgekehrt auch nicht. Auf dieser Schiene finde ich auch Spuren vom SM-Spiel schwierig. Mal ein blauer Fleck oder Striemen wäre für mich okay, aber wenn jemand richtig gezeichnet wäre, würde mich das massiv stören.

Beziehung öffnen heißt halt nicht, dass jetzt jeder ab sofort nur noch macht was er mag und will, sondern die Ursprungs-Beziehung sollte immer noch Priorität haben. Ich finde es wichtig, dass dem Partner immer wieder deutlich zu machen. auch indem ich mich selber einschränke in meinen Wünschen, um auf ihn und die Beziehung Rücksicht zu nehmen.
****ody Mann
11.640 Beiträge
Ich kenne die OB ohne ausgesprochene Regeln und erlebte das "Überrennen" von bekannten Grenzen, die vermutlich in fast jeder Beziehungsform zu Problemen geführt hätten. Bei mir ging es gar nicht so sehr um Sexpraktiken, mehr um das, welche Folgen davon in mein Beziehungsleben hineingetragen wurden. Mehr Intensität draußen, weniger Intensität zwischen uns. Mehr Liebe draußen, weniger Liebe in unserer Beziehung.

Ich habe für mich (!) die Regel, dass Beziehungsprobleme zuerst innerhalb der Beziehung besprochen werden. Vielleicht könnte man das als Loyalität bezeichnen. Dient der Sexpartner jedesmal zum Ausheulen und zum darüber hinweg Trösten, weil ja alles so schön alltagslos ist, wenn eigentlich geredet werden müsste, sind meine Grenzen verletzt.

Ich hasse das Aufstellen von Regeln und wenn zwei sich lieben und über ein ähnliches Empathielevel verbunden sind, braucht es m.E. auch keine. Dann wissen beide, was sie dem anderen zumuten können. Ohne diese empathische Verbindung helfen Regeln vermutlich aber auch nicht.

Ich fand diese Thesen vor ein paar Monaten hier in der Gruppe sehr beachtenswert:

Beziehungs-Anarchie: BA und Polyamory (Hintergrundthesen)
Wenn sexuelle Praktiken und damit auch deren Spuren reglementiert würden wäre ich raus aus der Sache.
Halte ich im DS und SM eh nicht für anwendbar.mal davon abgesehen.

Regeln ja
Wir wissen wo wann und mit wem wobei erstere besprochen werden aber es beim wem ausschließt das wir mit Freunden des Partners oder Arbeitskollegen etwas anstellen
Bei allen anderen gibt es kein Veto Recht.

Zuviel Regeln sind wie Zuviel Köche sie verderben den Brei.
****on Mann
16.112 Beiträge
Ich finde es seelenhygienisch gut, wenn meine jeweilige Partnerin sich bei anderen über unsere Beziehung austauschen kann. Überhaupt würde ich einer Partnerin praktisch keine Grenzen setzen wollen. Und tue es auch nicht. Sie wiederum setzen mir keine Grenzen. Das macht die hohe Qualität unserer Beziehungen aus.
Auch ich kenne viele Paare wo gewisse Regeln herrschen. Ich hinterfrage sie dann gern, denn wie schon erwähnt dienen diese meist im Außen als Sicherheitsanker.
Ich möchte nicht im Kopf haben was gerade geht oder nicht, dass ist mir zu anstrengend. Allerdings habe ich es auch schon erlebt, dass durch offene Kommunikation und tiefes Vertrauen gewisse Regeln auch aufgehoben werden. Solch eine Entwicklung finde ich immer besonders schön und bin dankbar dafür.

Für mich gilt: nicht regelbasiert sondern bedürfnissorientiert.

Wenn ich mir mein eigenes Gefühl die Sicherheit der Beziehung nicht gibt, können das auch 20 Regeln nicht. *nein*
**********thena Frau
183 Beiträge
Ich denke auch, dass aus solchen Regeln Unsicherheit und vielleicht auch Angst sprechen und dass sie den*die andere*n einschränken.

Für mich hindern sie die Individualität der Beziehungen und geben einen hierarchischen Aufbau der Beziehungen.

Ich denke schon, dass unterschiedliche Beziehungen auch durchaus einen Unterschied in der Verantwortlichkeit mit sich bringen können. Z.B. Familie (Kinder), aber auch gemeinsame/s Haus/Wohnung, Ehe etc. und das sich dadurch auch durchaus eine Hierarchie der Beziehungen ergeben kann.

Für mich persönlich ist das aber eher auf der Ebene von Zeit und Verbindlichkeit. Die Sexualität einzuschränken ist für mich problematisch und so erlebe ich das auch momentan.

Zu Spuren: wenn ich die Spuren auf meinem*meiner Partner*in nicht sehen kann, kann ich einen Teil seiner*ihrer Sexualität nicht sehen. Das finde ich schade, bedeutet das aus meiner Sicht doch, dass man einen Teil der Sexualität des*der anderen nicht wertschätzen oder akzeptieren kann.

Ich denke, es ist ok damit Schwierigkeiten zu haben, mit sich selbst und dem*der anderen zu hadern, das auszudrücken und es zu besprechen. Es ist nicht ok, die eigenen Gefühle dem*der anderen aufzuzwingen. Man muss das mit sich selbst ausmachen. Kann ich das akzeptieren oder kann ich es halt nicht. Das heißt ja nicht, dass man durch diese Gefühle nicht gemeinsam durch oder dass man sie nicht äußern kann.
****ody Mann
11.640 Beiträge
Zitat von ****on:
Ich finde es seelenhygienisch gut, wenn meine jeweilige Partnerin sich bei anderen über unsere Beziehung austauschen kann.

Wie wäre es dann bei einer besten Freundin oder einem besten Freund statt einem Sexpartner?
*******fly Frau
6.266 Beiträge
Themenersteller 
Liebende können den Wunsch haben, für sich selbst Regeln festzulegen und Grenzen zu ziehen. Dies ist eine wichtige Übung der Selbsterkenntnis und Selbstentfaltung. Regeln und Grenzen drücken aus, wer wir sind, was wir tun und sein wollen. Doch wenn es um Liebe und Sex geht, werden Regeln unweigerlich gebrochen, Grenzen überschritten. Die „Kunst“ der Polyamorie ist eine kontingente, kontextabhängige, ambivalente Praxis: Wie vollziehen wir solche Überschreitungen, wie akzeptieren und begrüßen wir Abweichungen, wie handeln wir unsere Regeln neu aus und wandeln sie ab? Wie überwinden wir dabei unsere Furcht? Diese wichtigen Fragen sind nicht a priori beantwortet.

aus Beziehungs-Anarchie: BA und Polyamory (Hintergrundthesen) (danke @****ody )

interessant....besonders der Aspekt "Doch wenn es um Liebe und Sex geht, werden Regeln unweigerlich gebrochen, Grenzen überschritten." Impliziert ja, dass Betrug dann innerhalb der OB (durch die gesetzten Regeln) fast eine automatische Konsequenz sein wird *gruebel*
*********ter42 Mann
335 Beiträge
Zitat von ****ni:

Klar muss ich das für mich entscheiden, nur sehe/lese ich, dass es quasie "usus" ist sich solche Regeln aufzu stellen.

Da stell ich ktr automatisch die Frage, ist das nicht wieder nur ein andere (versteckte) Form von Exklusivitätsanspruch, damit man etwas (eine Handlung, ein Gefühl) ganz für sich behält und so bewusst eine Hierarchie aufstellt (Statment)...welche ich z.B in einer polyamoren, offenen "what ever" Geschichte nicht haben möchte...sagt mein Bauchmensch *g*

Na ja, das ist das Forum für Beziehungsanarchie - da gibt es auch verschiedene Sichten auf "Regeln". Soweit ich sehe findet man solche Regeln oft in (sexuell) offenen Beziehung. Dort sollen sie dann auch relativ explizit die Haupt-/Ursprungsbeziehung schützen, die sonstigen Menschen in einem gewissen Abstand zu halten. Und sie stellen ganz klar eine Hierarchie her ("du bist die einzige Person, die mich küsst").

Das ist erst mal ganz wertneutral - wenn diese Form der offenen Beziehung das Ziel ist, kann es funktionieren.

Im polyamoren Kontext werden solche Regeln oft sehr kritisch gesehen, und es geht um Grenzen und Absprachen.

Eine Grenze ist etwas, das ich für mich und meinen persönlichen Bereich festlege - also eine Aussage über mich.

Zum Beispiel: Ich möchte dir oder der anderen Person nicht beim Küssen zuschauen/nicht mit der Person meinen Urlaub verbringen/ungeschützten Sex mit dir haben wenn du das auch mit anderen machst. Es geht also darum, was ich selbst möchte oder nicht und schreibt dem anderen auch nicht vor, was zu tun ist: Meine Partnerin/Partner kann mit der anderen Person oder mit mir in den Urlaub fahren. Entweder auf das Küssen verzichten oder darauf, dass ich dabei bin.

Grenzen zu setzen ist gut und richtig.

Eine Regel ist dagegen eine einseitige Anforderung an das Verhalten der anderen Person: Du sollst niemanden küssen ausser mir und mit niemand anderem in den Urlaub fahren.

Bei solchen Regeln würde ich mir immer ernsthafte Gedanken machen, was das Sinn dahinter ist. Oft geht es um vorhandene Ängste und um "ich möchte, das Du mich nicht verlassen darfst" - eine Regel, die faktisch unmöglich ist.

Ich würde immer vorschlagen, lieber Grenzen zu ziehen als Regeln aufzustellen (und dabei dann nicht Regeln als Grenzen zu formulieren). Regeln können manchmal helfen, aber man sollte sich immer wieder überlegen welchen Zweck sie haben, und ob man damit noch einverstanden ist.

Ob man die Regeln anderer Menschen akzeptiert, liegt bei einem selbst. Bei mir würde es davon abhängen, ob die Regel meine Beziehung zu der Person einschränkt oder nicht.
********aika Frau
1.401 Beiträge
Ich teile im Großen und Ganzen die Meinung meiner VorschreiberInnen.
Regeln finde ich da sehr kontraproduktiv und zeigen eigentlich nur die Baustellen des Regelerstellers auf.
Sex mit Regeln/Verboten ist so nach dem Motto, wasch mich, aber mach mich nicht nass. Du kriegst die Freiheit, irgendwas zu tun, aaaaber dies und jenes ist verboten. Dann hätte ich schon gar keine Lust mehr.

Das einzige, womit ich ebenfalls ein Problem hätte, mit BDSM-Spuren auf dem Körper, vor allem, wenn diese Einfluss hätten auf Aktivitäten des Hauptpaares. Ich selbst würde z.B. auch nie solche Spuren wollen, die würden mich in meiner Liebe zu FKK und Baden im Sommer einschränken.
*******eyan Mann
136 Beiträge
Zitat von ****ody:

Ich hasse das Aufstellen von Regeln und wenn zwei sich lieben und über ein ähnliches Empathielevel verbunden sind, braucht es m.E. auch keine. Dann wissen beide, was sie dem anderen zumuten können. Ohne diese empathische Verbindung helfen Regeln vermutlich aber auch nicht.

Das ist m.E. ein wichtiger Punkt. Regeln zum Ausgleich der verschiedenen Empathielevel und meist auch Level des Vertrauens in sich selbst und die Beziehung. Öffnung einer Beziehung sollte immer auf einem soliden Grundvertrauen aufbauen, sonst gehts sowieso schief. Darüber hinaus bleiben dann aber dennoch unterschiedliche Bedürfnisse und auch unterschiedliche Herangehensweisen und Modelle. Zwischen belanglosen Sex mit wechselnden Partnern und einer wöchentlichen Affaire mit einem festen Außenpartner gibts praktisch unendlich viele Varianten. Dafür brauchts einfach Abstimmung, damit beide wissen und darauf vertrauen können, wie der Hase läuft.
****ody Mann
11.640 Beiträge
Ich frage mich, ob das Ablehnen von Regeln bedeutet, dass die Grenzen eines Partners auch nicht zu berücksichtigen sind.
*******ton Mann
23 Beiträge
...deswegen macht die Beziehungs-Anarchie viel mehr Sinn, weil man meistens an die Grenzen von Regeln stösst und diese meist überschreitet. Die gängigen Beziehungsformen machen in unserer individualisierten Gesellschaft, was übrigens seit die Kirche uns nicht mehr kontrollieren kann, keinen Sinn mehr ausser das Matriarchat, wie sie das Volk der Mosuo in Südwesten Chinas leben.

Wir sind immer noch von einer veralteten viktorianischen Zeit geprägt...prüde, verklemmt und von Unsicherheit geprägte Menschen, denn unsere selbstauferlegten Grenzen in unseren Gedanken hindern uns daran uns weiter zu entwickeln...

JM
**********thena Frau
183 Beiträge
Zitat von ****ody:
Ich frage mich, ob das Ablehnen von Regeln bedeutet, dass die Grenzen eines Partners auch nicht zu berücksichtigen sind.

Falsche Formulierung. Mein*e Partner*in bestimmt nicht über mich und ich nicht über sie*ihn. Ich entscheide, ob die Grenzen des*der anderen mit meinen Vorstellungen übereinstimmt oder nicht und umgekehrt.

Beide entscheiden, ob die Vorstellungen der* des jeweils anderen passen oder nicht und ob das eine Basis für eine Beziehung ist. Das ist ein Prozess und den sollte man offen führen.

Die Grenzen des*der anderen einfach zu übergehen ist respektlos und wie Fremdgehen.
*******eyan Mann
136 Beiträge
Zitat von *********ter42:
Na ja, das ist das Forum für Beziehungsanarchie - da gibt es auch verschiedene Sichten auf "Regeln".

Danke für Deine Gedanken zu Grenzen und Regeln, diese finde ich äußerst bereichernd.

Zu ein paar von Dir verwendeten Begriffen möchte ich aber was anmerken: Beziehungsanarchie bezieht sich meinem bisherigen Verständnis nach nicht auf die Abwesenheit von Regeln, sondern auf die Auflösung von allen bisher bekannten Beziehungsformen/-mustern und der Möglichkeit, dass ich gleichzeitig unterschiedlichste Beziehungen unterschiedlichster Form haben kann (z.B. eine romantische und sexuelle Primärbeziehungen, rein sexuelle Abenteuer im Sinne einer offenen Beziehung, polyamore Kontakte usw. usf.). Ich muss mich also nicht für ein Modell in Reinform entscheiden.

Dass Polyamorie ein Problem mit Regeln hätte, hab ich so noch nie gelesen. Ganz im Gegenteil steht dort die Transparenz und der Konsens aller Beteiligten (des gesamten Polyküls) an oberster Stelle und meines Wissens spielen da Grenzen/Regeln eine ganz große Rolle.
****on Mann
16.112 Beiträge
Zitat von ****ody:
Zitat von Trigon:
Ich finde es seelenhygienisch gut, wenn meine jeweilige Partnerin sich bei anderen über unsere Beziehung austauschen kann.

Wie wäre es dann bei einer besten Freundin oder einem besten Freund statt einem Sexpartner?

Wie meinst Du die Frage? Mir wäre es jedenfalls egal, mit wem sie sich austauscht. Ob's der Sexpartner ist, oder eine beste Freundin.
*******fly Frau
6.266 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von *********ter42:
Meine Partnerin/Partner kann mit der anderen Person oder mit mir in den Urlaub fahren. Entweder auf das Küssen verzichten oder darauf, dass ich dabei bin.

macht man mit dieser Aussage nicht im Umkehrschluss ebenfalls eine Form von Regeln? der Partner darf dann entscheiden...lebst du meinen Weg (gehst in den gemeinsamen Urlaub oder nicht...der gemeinsame Urlaub wird gar nicht zur Option) Im Sinne von..entweder gehst du mit mir du darfst aber auch darauf verzichten, wenn es sich für dich nicht gut anfühlt....dass liest sich für mich nicht viel anders.
*******fly Frau
6.266 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von ****ody:
Ich frage mich, ob das Ablehnen von Regeln bedeutet, dass die Grenzen eines Partners auch nicht zu berücksichtigen sind.

genau das meine ich bzw geht mir gerade durch den Kopf
****gei Mann
146 Beiträge
Ich möchte mich @*********ter42 voll anschließen.

Für mich bedeutet Beziehungsanarchie die Abwesenheit von Herrschafts-und Machtstrukturen, in welcher Form auch immer diese sich manifestieren.

Regeln tendieren für mich in Richtug Machtstruktur. Grenzen für sich selbst zu setzen und vor allem setzen zu dürfen ist ein elementares Menschenrecht, das nicht angetastet werden darf.

Allerdings zeigt mir meine Erfahrung, dass es wohl kein Konzept und kein Lebensweise gibt, das in Reinform gelebt werden kann. Denn wir sind Menschen mit unseren so unterschiedlichen Prägungen, mit unseren Ängsten und Träumen. Bei alledem sollte immer das Menschseindürfen im Vordergrund bleiben.

Ist ja auch spannend.
****ody Mann
11.640 Beiträge
Ist die Offene Beziehung eher ein philosophisches Konstrukt, das ohne basisdemokratische Vereinbarungen (selbstgeschaffene, individuelle Übereinkünfte) auskommt? Ist dann überhaupt noch eine Beziehungsform und Organisation von Nöten? Ich frage mich, woran ich dann noch merke, dass ich eine Beziehung führe. Vielleicht daran, dass der Kühlschrank halb leergefressen ist und nur ich ihn nachfülle, weil es dazu keine Regel gibt?
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