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Sexuelle Revolution - auf den Spuren der 68er…

Sexuelle Revolution - auf den Spuren der 68er…
2018 - Wie weit sind wir gekommen?

Neulich sah ich einen alten Film (Der Eissturm 1967) in dem es u.a. um die gutbürgerliche, Gesellschaft und deren vermeintlichen biedere Moralvorstellungen ging. Man traf sich mit den Nachbarn und Freunden oder auch mit Geschäftspartnern im privaten Rahmen und zu fortgeschrittener Stunde wurden dann von den anwesenden Damen ein Spielchen begonnen…

Ich dachte zunächst, es ginge darum die mehr oder weniger alkoholisierten Ehemänner sicher nach Hause zu fahren. Dann dämmerte es mir – es handelte sich um eine Schlüsselparty! Man lernt ja nie aus…
In den 1970er Jahren gab es sogenannte Schlüsselpartys. Das ist eine meist private Veranstaltung, bei der mittels Auslosung Partner für eine Nacht ermittelt werden.

In der Regel läuft die Party so ab, dass die Männer bei der Ankunft ihren Auto- oder Wohnungsschlüssel in eine Urne oder ähnlichem zu Beginn der Party geben. Am Ende der Party ziehen die Frauen dann einen Schlüssel und bestimmen so den Mann, mit dem sie nach der Party den Geschlechtsverkehr vollziehen. Die Veranstaltung wird daher in der Regel dem Swingen zugeordnet.

Damals - Sex in Zeiten von Käseigel und Hawaiitoast...

Forderungen nach sexuellen Freiheiten stießen in weiten Teilen der 68er-Bewegung auf großes Interesse und Experimentierfreude: Einerseits wollte man sich von der „bigotten Prüderie“ der 1950er-Jahre befreien, andererseits war die Hoffnung auf gesellschaftliche Veränderung durch sexuelle Befreiung vorhanden.
Seit den späten 1960er Jahren kam es bei einer Minderheit zur Etablierung alternativer Lebensformen, bei denen auch neue Weisen des sexuellen Miteinanders erprobt wurden.

Vorläufer der (Beziehungs)Anarchie?

„Eine sexuelle Revolution im gesellschaftstheoretischen Sinne ihrer geistigen, Großväter‘ hat in der BRD nicht stattgefunden – weder damals noch irgendwann später. Stattdessen wurde unter gleichem Namen ein Medienhype entfesselt.“ [Annette Miersch] - wiki

Zurück in die 1970er Jahre…

Es ist festzustellen, dass „…das ursprüngliche Ziel, die „charakterliche Selbststeuerung des Menschen“ (…), völlig aus den Augen verloren wurde…“

Die sogenannte Sexwelle… Die sexualwissenschaftlich und links-libertär propagierte Befreiung der sexuellen Bedürfnisse war mit der Erwartung verbunden, dadurch Mensch und Gesellschaft umfassend und grundlegend verändern zu können. Jedoch folgte über die Liberalisierung der diesbezüglichen Gesetze zwischen Mitte der 1960er und Mitte der 1970er Jahre die sogenannte „Sexwelle“ in den Medien… - wiki

Ich erinnere mich – Schulmädchenreport und Tutti Frutti... und an meinen ersten Besuch im Erotikkino an meinem 18. Geburtstag *zwinker*

Und an „make love – no war!“

Toast Hawaii und Käseigel sind wieder im Kommen!

Befinden wir uns in einer retrograden Entwicklung?
Schlüsselparty..ein interessanter Ansatz
Vielen Dank für deinen Beitrag. Ich war überrascht, dass es einen Film darüber gibt. Ist in jedem Fall - ob mit Toast Hawaii oder Käse-Igel oder ohne - ein interessanter Ansatz. Vielleicht sollte man daraus einen Event machen...vermutlich gibt es jedoch auch das schon...

Beste Grüße
Foto_Lust
*****s42 Mann
11.836 Beiträge
Gruppen-Mod 
****ie:
Damals - Sex in Zeiten von Käseigel und Hawaiitoast...
*haumichwech*
Wobei ich Toast-Hawaii (wir im Osten nahmen oft in Ermangelung von Ananas einen halben Pfirsich aus der Dose) immer noch gern mal esse. Und statt Käseigel dominierte schon immer der Mettigel *ggg*

Zum Thema:
Die sogenannte "sexuelle Revolution" war sicherlich ein wichtiger Meilenstein in der Lockerung prüder und engstirniger Moralvorstellungen. Andererseits gab es echte polyamore Beziehungen auch schon lange vorher.

Diese sexuellen Ausbrüche aus der bürgerlich-spießigen Welt wie "Schlüsselparties" sehe ich eher als Spielchen, um eben mal was "verrücktes" zu tun. War doch sonst öde und langweilig - und meist fand so etwas auch eher in Kreisen statt, die sonst keine "Abenteuer" mehr hatten *zwinker*

Und retrograde Entwicklung?
Hängt wohl vom Blickwinkel ab. Zurück in die 60er und 70er wohl eher nicht - dann schon eher (in Bezug auf "Beziehungs-Moral") noch weiter zurück, so um 200-300 Jahre.

Wobei ich das eher als Weiterentwicklung sehe, als Überwindung einer moral-doktrinierten Sackgasse, die sicherlich den damaligen Wünschen und Anforderungen entsprach (freie Entscheidung bei der Ehe nach den Gefühlen der Liebe und nicht nach wirtschaftlichen Vorgaben der Eltern).
Aber das, was damals (Beginn 19. Jhd.) fortschrittlich und gut war, wird inzwischen von vielen selbst einengend und dogmatisch empfunden.
*****e_3 Frau
2.065 Beiträge
Ich denke, dass der Gedanke, der dahinterstand, wesentlicher war, als die dagegen eher "kleinen Dinge" in denen sich der Grundgedanke ja nur scheinbar darstellt, wenn man sie ZU isoliert betrachtet.
Es ging um eine andere Gesellschaft, veränderte Werte und bestimmt nicht nur um das WIE zwischenmenschliche Normen aufgebrochen wurden, sondern um das, was dadurch entstehen sollte.

Diese "Schüssel- Sache" war auch Thema eines Films, den ich vor einigen Monaten gesehen habe. Ich glaube, es war sogar ein Film-Tipp in einer Gruppe.
Das Spiel kann ja spielen, wer das mag, aber leider ist das Politische, was dahinter als Idee stand , heute... irgendwie... beim Großteil der Gesellschaft kein Thema mehr.
Befinden wir uns in einer retrograden Entwicklung
Diese letzte Frage des TE bringt mich zum Nachdenken. Ich fürchte sie muss mit "ja aber" beantwortet werden. Weil - nach meinem Eindruck - nicht bei den 68-ern sondern eher bei der Prüderie der 50er angesetzt wird.
In meiner Wahrnehmung nimmt die Prüderie erschreckend zu und das nicht nur in den Medien, sondern vor allem auch beim alltäglichen Verhalten der jugendlichen Generation. Ich fürchte, dass die Freiheit und Leichtigkeit längst in weiten Teilen verloren gegangen ist und sich vieles in die für meine Begriffe "falsche" Richtung entwickelt.
Micha
*****e_3 Frau
2.065 Beiträge
Leider ist es wohl auch hier so, dass alte Normen und Zwänge lediglich durch neue ersetzt wurden. Die durchaus guten Idee der 68er hat man offensichtlich nicht verstanden. *nachdenk*
Schau mir in die Augen, Kleines (202311)
*********herz Mann
3.908 Beiträge
Wichtiger Rohrkrepierer, aber nicht wesentlich
So sehe ich die sexuelle Revolution heute. Ich weiß: ich klage auf sehr hohem Niveau, aber da alles relativ ist, hoffe ich, dass unsere Nachfahren irgendwann sagen können, dass die sexuelle Revolution erst der Anfang einer Entwicklung war auf dem Weg zu einer zärtlichen Gesellschaft. In der Polyamorie, die nun seit 3 Jahren konstant medienpräsent ist, sehe ich einen weiteren, kleinen Schritt.

Etwas ausführlicher auf meiner HP: Die sexuelle Revolution - ohne Traum gibt es keine Realität
Homepage "Schön wär's - Erotopisches" von TomBaerenherz

Fazit: ich sehe einen Fortschritt seit den 68ern, wenn auch viel kleiner als der damalige.

Herzlich
Tom
***la Frau
369 Beiträge
Die 68er
... das Leben bewegt sich in Zyklen, immer revolutionär voran... es gibt Ebbe und Flut, Wellenbewegungen mit Höhen und Tiefen... und so können wir auch Die 68er einordnen.
Da gab es eine Flutwelle, die wieder zurück floß.
Mit der sexuellen Befreiung ist es auch so. Expansion und Verengung.
Und es gibt eine Tendenz zu etwas Neuem, das langsam wächst und den Boden bereitet für eine neue Kultur der Liebe, der Gleichberechtigung, des zärtlichen Muteinanders.

Alle, die Räume kreieren, in denen es möglich ist, dies zu teilen, dies zu kultivieren, sind Mitgestalter dieses evolutionären Prozesses.

Tantra boomt, immer mehr junge Leute sind auf der Suche danach... es gibt Liebesschlen und Liebesakademien und selbstorganisierte Gruppen, in denen diese neue Kultur gelebt wird.

68 war der Beginn einer Befreiungswelle...
heute 50 Jahre später hat sich so manches schon etabliert, was damals als erste Impulse gedacht und ausprobiert worden ist.
Danke an alle, die ihre Energie in das NEUE gegeben haben.
Wir tun es jetzt! *sonne*
***68 Mann
2.511 Beiträge
Zur Zeit dreht sich das Rad gewaltig rückwärts,das Stichwort dazu lautet: #metoo
Es wurde eine Jagd eröffnet mit dem Ziel jede Annäherung mit Strafandrohung zu belegen,ein Klima der Denunziation entsteht.Wenn dann Empfehlungen kommen einen Fahrstuhl nicht mehr allein mit einer fremden Frau zu benutzen weiß man wie krank ein beträchtlicher Anteil der Gesellschaft inzwischen ist!
*****e_3 Frau
2.065 Beiträge
Das Recht auf Unversehrtheit und auf Selbstbestimmung - und der Einsatz dafür - ist sicher KEIN Rückschritt, wenn man mal bedenkt wie viele Menschen in ihrer Biografie Missbrauchserfahrungen haben.

Wenn das Ganze - auch durch "Übertreibung", wie dieses Aufzug- Beispiel - lächerlich gemacht wird, so zeigt das, dass auch 2018 noch vieles nicht zielführend ist... *skeptisch*
*******na57 Frau
22.184 Beiträge
JOY-Angels Gruppen-Mod 
Dass junge Leute Sex vor der Ehe haben dürfen, dass ihre Eltern nicht mehr wegen Kuppelei angezeigt werden können, dass eine alleinstehende Mutter sich nicht mehr verstecken muss, dass man zusammen leben kann, ohne verheiratet zu sein, und trotzdem beide Eltern Rechte und Pflichten dem Kind gegenüber haben ... dann ist das ein Ergebnis dieser Zeit.

Dass nun nicht alle Leute poly leben oder Swingerclubs bevölkern oder so ... das ist für mich kein Maßstab für Freizügigkeit. Dass man es darf und dass man nicht schief angeguckt wird ... das wäre es.

Und die #metoo Debatte ist nur eine Folge der sexuellen Revolution 1968, denn da ging es ja um Selbstbestimmung. Sexuelle Belästigung und sexueller Missbrauch haben mit Selbstbestimmung nichts zu tun - und deshalb ist es gut, wenn auch da endlich ein Bewusstsein entwickelt wird.

find
Vielleicht OT
Die #MeToo Debatte ist von Ihrem Ansatz her eine wichtige Auseinandersetzung, mit vereinzelt auftretender Sexueller Gewalt. Was daraus in den Medien derzeit gemacht wird halte ich für eine maßlose Übertreibung, die den Medien einen vortrefflichen Anlass bietet irrationale Schlagzeilen zu produzieren. Ich habe über mehr als zwei Jahrzehnte mit Menschen gearbeitet, Sorgen, Nöte erfahren und auch Gewalt - auch sexuelle - mit Ihnen besprochen. Mein Fazit: Ja es gibt sie und jeder einzelne Fall ist einer zu viel! Aber es ist kein gesellschaftliches Phänomen, dass von allgemeiner Bedeutung ist, sondern steigert die Auflagenzahlen und füllt nur die Kassen der etablierten Medien.

Aus meiner Sicht hat jo68 völlig recht! Wir haben es mit einem unguten medialen Prozess zu tun, der das gesunde und normale zwischenmenschliche Zusammenleben in Frage stellt und darauf ausgerichtet ist, Hysterie zu verbreiten und den abnormen Einzelfall zur allgemeinen Gefahr stilisiert.
Die Folge daraus ist die Vermeidung ungezwungenem Umgangs mit Sexualität und Offenheit im zwischenmenschlichem Miteinander.
Micha
*******na57 Frau
22.184 Beiträge
JOY-Angels Gruppen-Mod 
Was spricht denn dagegen, immer wieder mal darauf hinzuweisen, dass "einvernehmlicher Sex" bedeutet, dass BEIDE es wollen müssen?

Ich kann locker und unvoreingenommen flirten und Andeutungen machen und "verführen" .... aber wenn von der anderen Seite Ablehnung und ein deutliches "Ab hier nicht weiter !" kommt, dann sollte das doch respektiert werden.

Und wird es ja meistens auch, die Debatte artet nur immer in so Aussagen aus, die so klingen, als ob die Vereinigten Vergewaltiger Deutschland Angst um die Ausübung ihre Hobbies haben.

Ich denke, es geht ja auch darum, dass man erzieht: wer seine sexuelle Aufklärung nur aus Pornos bekommt, hat ein völlig falsches Bild von dem, was "Frauen wollen". Und der Zugriff zu solchen Sachen ist für Jugendliche leichter als zu meiner Zeit.

Die Mediendebatte sollte ruhig zu Diskussionen bei Paaren und im Freundeskreis führen. Warum sich nicht mal darüber unterhalten, ob das, was man so macht, eigentlich dem anderen noch gefällt ? Warum nicht mal deutlich sagen, dass man oder frau eine gewisse Art von Scherzen nicht witzig findet ?

Und ich denke, dass im normalen Umgang das Gefühl schon da ist - dass ein Mann, der sich für eine Frau interessiert, ihre Signale schon deuten kann und richtig reagiert - umgekehrt sowieso, angeblich können Frauen das sowieso besser. Es ist aber immer da, wo Machtgefälle im Spiel sind, die Gefahr, dass diese ausgenutzt werden.

Bisschen unsortiert, aber ein paar Gedanken dazu.
Wer wirklich liebt, der hindert und verletzt nicht, sondern erlaubt und öffnet neue Wege, damit wir uns in Ruhe und Vertrauen voran bewegen können.

dieses fundstück von heute stelle ich mal meinen ausführungen voran. es gefällt mir...

"hindert und verletzt nicht"...

und nutzt situationen aufgrund seiner position nicht aus, zum beispiel die auf der besetzungscouch - oder einer bewerberin, für welchen job auch immer. das sogenannte "sich hoch schlafen" kann doch heute keine option mehr sein für sogenannte abhängig beschäftigte..

erst kommt das fressen und dann die moral - böse fomuliert. noch immer wird die vermeindliche schwäche (der frauen) hier und dort ausgespielt.. "sei ein wenig nett zu mir.." abgetan als kavaliersdelikt..

nicht zu vergessen die unterdrückung, das kleinhalten (auch in der beziehung) durch finanzielle potenz.

[der guten ordnung halber - es soll auch frauen geben, die dieses spiel spielen und attraktiven männer eindeutig zweideutige versprechungen für deren aufstieg im unternehmen machen..]


die debatte um missbrauch ist schon immer eine, die auf glattes eis führt. neu ist die öffentliche kampagne und der (offensichtliche)"politische anstrich", der breit diskutierten anschuldigungen und tatbestände.


aus frankreich kommt nun die "gegenbewegung"...
*****s42 Mann
11.836 Beiträge
Gruppen-Mod 
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du hier Liebe und Sex miteinander vermischst.

Auf der Besetzungscouch (oder ähnlichem) geht es wohl fast nie um Liebe, da geht es um sexuelle Befriedigung und meist auch um Machtdemonstration.

Und genau dagegen tritt die MeToo-Bewegung an, dahinter stehe ich auch *ja*

Liebe ist ein völlig anderes Thema, und wer wirklich meint, dass da eventuelles Geschwafel von Liebe usw. in den oben genannten Situationen ernst gemeint sein könnte, ist in meinen Augen mächtig naiv. Leider scheinen das viele auch zu sein - vielleicht sollte auch da mehr aufklärerische Arbeit geleistet werden, dann hätten es solche "geilen alten Böcke" (ein Stereotyp, das leider, aber nicht immer passt - es gibt auch junge Männer, die solche Situationen ausnutzen und sogar Frauen) auch nicht so leicht.

UND!
Diese Bewegung sollte auch nicht auf allgemeine sexuelle Anmache in entsprechenden Situationen oder Umgebungen übergriffig werden. Dann schießt sie in meinen Augen auch am Ziel vorbei.
Jeder Mensch sollte das Recht haben, in einer der Situation angepassten Form auch sexuelle Wünsche angemessen äußern zu dürfen - genau so wie jeder auch das Recht haben muss, ein entsprechendes Ansinnen abzulehnen. Letztlich nicht anders, wie ein Raucher vor der Kneipentür einen anderen um eine Zigarette bitten kann. Oder ein "Darf ich mich zu Ihnen setzen" in einem Restaurant, im Bus oder auch im Kino.
;-)
@****as

nein, ich kann da schon klar unterscheiden..

mein begriff von einen menschen lieben ist allumfassend. aber das sprengt hier jetzt den rahmen.

und bei deinem UND bin ich ganz bei dir
*****s42 Mann
11.836 Beiträge
Gruppen-Mod 
****ie:
nein, ich kann da schon klar unterscheiden..

mein begriff von einen menschen lieben ist allumfassend. aber das sprengt hier jetzt den rahmen.
Das DU das unterscheiden kannst, glaube ich dir gern. *ja*

Aber die meisten Opfer solcher subtiler sexueller Übergriffe (also nicht die Vergewaltigungen mit massiver körperlicher Gewalteinwirkung, die ja schon immer klar geächtet und entsprechend bestraft werden) können das anscheinend nicht.
Und wenn ihnen irgendwann klar wird, dass es gar nicht um Liebe, sondern ausschließlich um Sex und (sexuelle) Macht geht, und dann "Nein, DAS will ich doch gar nicht" sagen, so war das bisher nebensächlich, weil sie ja vorher ein Dutzend Mal zu allem "Ja, ich will" gesagt haben *schiefguck*

Bei mir ist der Begriff der Liebe auch sehr viel umfassend - aber der "Sex" gehört bei mir zur Liebe nicht zwingend dazu, das ist bestenfalls eine schöne und angenehme Ergänzung, die es aber auch ohne Liebe gibt *g*
******XXL Mann
3.802 Beiträge
Skala in Beziehungs-Anarchie: Sexuelle Revolution - auf den Spuren der 68er… und Katharina57 in Beziehungs-Anarchie: Sexuelle Revolution - auf den Spuren der 68er… haben schon viel gesagt, was mir auch dazu eingefallen wäre. Und haben es schöner formuliert, als ich es hätte können *g*.

Ich selbst bin ca. 10 Jahre zu jung um eine Chance auf diese Phase gehabt zu haben. Ob ich sie erlebt hätte, ist wieder eine andere Frage. Was ich von älteren FreundInnen höre, die das erlebt haben, ist meist: Die Menschen sind gefühlsmäßig nicht hinterher gekommen.

Die 68er haben aber eins bewirkt: Die Frage "Wie wollen wir mit unseren erotischen und Liebesbeziehungen umgehen?" war plötzlich Teil des öffentlichen Diskurses. Das ist danach wieder verschwunden und auch wenn sich praktisch viel geändert hat, so war der Diskurs doch weg.

Lediglich bei den Homosexuellen hat sich der Diskurs nach meiner Wahrnehmung fortgesetzt - mindestens bei der männlichen Fraktion. Aber das ist gesellschaftlich eine (schmale) Nische.

Tatsächlich ist das für mich eine der größten Leistungen der Polyamorie-Bewegung (sic!), dass diese Themen wieder mehr und mehr im öffentlichen Diskurs sind. Die Themen sind ähnlich - wenn auch mindestens eine Generation weiter. Die Möglichkeiten sind andere - vor allem durch das Internet sowohl hinsichtlich Kontaktmöglichkeiten aber auch z.B. hinsichtlich Pornos. Und die Herausforderungen sind andere.

Der öffentliche - oder wie hier im JOYclub: halböffentliche - Diskurs hat einen riesigen Vorteil: Es muss nicht jeder und jede aber auch jedes Problem selbst lösen. Vielmehr gibt es die Möglichkeit, zu schauen, was andere sich an Gedanken schon gemacht haben und wir können voneinander lernen. Das finde ich unglaublich wichtig. Mal abgesehen von dem Gefühl: Ich bin nicht alleine mit meinem Wunsch nach Formen jenseits der Romantischen Zweierbeziehung.


Gruß
Stefan
neue erkenntnisse?
Führen gesellschaftliche Veränderungen zu größerer Freiheit in Liebe und Sexualität?


http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/195603/index.html
Die Talkshow, war so ziemlich das Schlechteste, was ich seit langem zu dem Thema gesehen habe. Sie war zum ersten sehr zäh und langatmig und hatte viele sachlich fragwürdige Behauptungen. Ständig wurden Liebe und Sex verwechselt und damit reihenweise fehlerhafte Schlussfolgerungen produziert.
Aus meiner Sicht führen gesellschaftliche Veränderungen natürlich zu Veränderungen der Verhaltensweise von Menschen. Da ist weder die romantische Liebe, als auch das Sexualverhalten auszunehmen.
Ob das zu größerer Freiheit führt, hängt von den Veränderungen ab. Es kann auch das Gegenteil passieren (Stichworte:religiöser Fanatismus; #Me Too ...)
Micha
*****s42 Mann
11.836 Beiträge
Gruppen-Mod 
Ich mag viele Ansichten von dem Prof. Clement ohnehin nicht Und fühle mich erneut bestätigt.

Ich sehe sogar die Liebe als einzige Konstante in der Vielfalt von Beziehungskonstellationen und sexuellen Ausprägungen. Die Liebe ist ein Gefühl, dass uns Menschen eigen ist (vielleicht auch einigen Tieren).

Selbst die Doktrin der "romatischen Liebe": "Du darfst nur Einen lieben!" hat es nicht vermocht, die Liebe wirklich auf diesen einen anderen Menschen zu beschränken. Sie hat nur dazu geführt, dass sehr viele Menschen in ihrer Unterwerfung unter dieses Dogma einen Großteil ihrer liebevollen Gefühle unterdrückt haben und es häufig auch immer noch tun.
@seehund_58
ich fand es auch eher schlecht.
im prinzip befürworte ich aber verschiedene aspekte, ansichten, (experten)meinungen - es kann ja nicht schaden *g*
*****e_3 Frau
2.065 Beiträge
Hier hatte der Sturm leider die Satellitenschüssel irgendwie verdreht, so dass ich es nicht störungsfrei ansehen konnte.
Das Bisschen, was ich mitbekommen habe, fand ich interessant, aber... ich muss mal gucken, ob ich's später nochmal irgendwo komplett finde.
***68 Mann
2.511 Beiträge
Das sollte der Film sein.....


***68 Mann
2.511 Beiträge
Ein weiterer Beitrag dazu....

http://www.deutschlandfunkku … .html?dram:article_id=407378

Gut dargestellt wie es mit den Zwängen so ist,sowohl aus der einen wie aus der anderen Richtung
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