Oha, da fehlt ja noch der Nachtrag.
Mit der Fahrschule wurde es leider nichts, da die allermeisten Fahrschulen durch die zweistufige C+E-Ausbildung nur noch Hängerzüge fahren, da man auch mit der Zugmaschine alleine unterrichten kann. Eine leere Sattelzugmaschine ist für Fahrschulen nutzlos, habe ich gelernt.
Der Fahrlehrer hatte einige Klimmzüge unternommen, um einen Sattel von einer Spedition oder der Berufsgenossenschaft auszuleihen, aber es war nichts zu bekommen, alle Maschinen im Einsatz, keine entbehrlich. So habe ich mir im Internet einige Lehrvideos angeschaut, und er hat mir dazu noch den einen oder anderen Tip mit auf den Weg gegeben und vor allem auf die Weitwinkelspiegel zu achten.
Das war auch gut so, denn als ich das Teil dann abgeholt habe, stand der Auflieger in einer Halle und die Zugmaschine irgendwo draußen auf einem Parkplatz. Also erst mal den Actros (1843) vom Parkplatz in die Halle fahren und an den Auflieger rangieren. Zum Glück hatte ich mir angeschaut, wie man absenkt und wie der Sattelzapfen einrasten muß und die Stützen eingefahren und gesichert werden. Für die Bremseinstellung am Auflieger lag eine Anleitung im Fahrerhaus. Leitungen dran, Abfahrtkontrolle (das Hallenpersonal war behilflich und hat hauthals angesagt, welche Lichter hinten geleuchtet haben), und dann ging es durch das Tor, welches kaum breiter als der Zug war, nach draußen. Laut Papieren ist der Zug insgesamt sogar 19,70m lang und hat dafür eine Ausnahmegenehmigung.
Mit den beiden Fahrten lief alles gut, die meiste Strecke auf Landstraßen, und manche Kreisverkehre waren schon interessant, vor allem, wenn Verkehrszeichen auf der Mittelinsel fast in die Fahrbahn geragt sind. Aber das Heck hat sie alle verfehlt

und der Auftraggeber war zufrieden.
Und so habe ich meine ersten Sattel-Erfahrungen gemacht.


Da wurde es nochmal eng.

Angekommen. Alle waren glücklich.