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Kochen mit Feuer & Glut
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DDR Rezepte

*********frau Frau
9.261 Beiträge
Ich mache Soljanka immer frei Schnauze. Dazu kaufe ich Wurstabschnitte beim Fleischer. Die schneide ich klein, brate sie mit Zwiebeln an, eine Knoblauchzehe (kleingeschnitten) dazu. Eine klein geschnittene rote Paprika. Man kann auch ein bissel Kartoffeln dazugeben. Die Paprika kann man auch mit Letscho ersetzen.

Ich gieß das dann mit Tomaten-Gemüsesaft auf. Da hat man den tollen Gemüsegeschmack noch mit dabei.

Gern verwende ich auch noch scharfes Paprikamark ungarischer Herkunft. (Csipös heißt scharf!) - BItte erst mal rantasten, denn es ist wirklich SEHR scharf!!!
Dann muss man mit dem Salz vorsichtig sein, denn die Paste enthält viel Salz.

https://www.amazon.de/Univer-Sparset-Paprikacreme-scharf-160g/dp/B00G8HZ89W/ref=asc_df_B00G8HZ89W/?tag=googshopde-21&linkCode=df0&hvadid=310692536359&hvpos=&hvnetw=g&hvrand=11096542335837442960&hvpone=&hvptwo=&hvqmt=&hvdev=c&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=9043040&hvtargid=pla-589736062061&psc=1&mcid=a1982dd7f70c3a719cbffd189d50608d&th=1&psc=1&tag=&ref=&adgrpid=63366087553&hvpone=&hvptwo=&hvadid=310692536359&hvpos=&hvnetw=g&hvrand=11096542335837442960&hvqmt=&hvdev=c&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=9043040&hvtargid=pla-589736062061

Essiggürkchen dazu, ein bissel Flüssigkeit davon, man kann noch Kapern dazugeben. Dann ein paar Minütchen kochen lassen. Unbedingt mit einer (halben) Zitronenscheibe und einem Löffelchen Saure Sahne servieren! - Leggor!
****ath Mann
1.010 Beiträge
@*********ility Glaub mir, geschmacklich gab es bei der "Kalte Hundeschnauze" keinen Unterschied zwischen dem Rezept meiner Mutter (Köln) auch zu meinem Geburtstag und dem meiner Tanten (in MV), wenn wir zu Besuch waren *zwinker*
****ath Mann
1.010 Beiträge
@*********frau Genau, es fällt mir schwer, um die Diskussion nicht anzuheizen, dass Soljanka eine Art Resteverwertung war. Ich habe Soljanka immer geliebt, das war für mich typisch DDR und lecker! Wichtig war, dass sie eine gewisse Säure und Schärfe hatte. Da kamen eben Paprika, Gurke, eventuell Sauerkraut und Wurst- und Fleisch-"Reste" rein. Diese Resteverwertung ist aber nichts ehrenrühriges oder DDR-typisches, jede Landesküche hat ihre Rezepte für die Resteverwertung.
****ath Mann
1.010 Beiträge
Zitat von *********frau:
Et voilá, an prominenter Stelle bei den DDR-Rezepten: DER KALTE HUND *ja*

https://www.familienkost.de/kategorie-ddr-rezepte.html

Ich habe nur die Ecken an den Seiten der Cottbuser Kekse gezählt. Wenn man die vier Ecken weglässt, sind es auch 42 wie beim Leibniz Butterkeks und das Rezept ist auch sonst gleich! Die genaue Kakaomenge in Ost und West weiß ich nicht, habs als Kind nicht gemacht, nur gegessen... *zwinker*
*********Easy Paar
20.215 Beiträge
Will ja hier niemandem was wegnehmen, aber unser West kalter Hund hatte genau dasselbe Rezept *mrgreen*.
*********frau Frau
9.261 Beiträge
Hauptsache, es war/ist lecker und ein bissel Kindheitserinnerung ...
*********Easy Paar
20.215 Beiträge
Darum geht's... *top*
*******d18 Frau
6.186 Beiträge
Genau darum geht es, viele der hier genannten Rezepte gibt es in ganz Deutschland und sogar darüber hinaus.
Dadurch, dass in der DDR-Mangelwirtschaft eben nicht alle Zutaten erhältlich waren, wurden alte Rezepte, wie auch aus den Uralt-Dr. Oetker-Kochbüchern, der neuen Situation „angepasst“.

Zum Beispiel beim Jägerschnitzel, da wurde das teure Schweinfleisch durch Jagdwurstscheiben ersetzt („Jäger“!), die kaum erhältlichen Champignons waren raus aus dem Rezept.
Tomatensoße für Nudeln wurde mit mit Wasser gestreckten Tomatenketchup zubereitet, dabei mit Zucker und Essig überwürzt, mit Mehlschwitze angedickt.

Und so verstehe ich den Begriff DDR-Rezept. Nicht regionale, vornehmlich in der Lausitz, in Meck-Pomm oder in Sachsen oder Thüringen beliebte Gerichte, sondern Rezepte, die in den 40 Jahren DDR gewisse Veränderungen erfuhren …

Sie sind und bleiben Kindheitserinnerungen., die ich sogar unseren Enkeln in der Schweiz nahebringen darf.

Hach mach
*********frau Frau
9.261 Beiträge
Danke, liebe @*******d18
*********gel79 Frau
1.132 Beiträge
Ich denke auch es dürfte kaum ein "reines DDR Gericht" geben da der Ursprung der meisten Gerichte ja vor 1945 gewesen ist.
Es dürften eher kleine regionale Nuancen im der Zubereitung oder in der Namensgebung geben.

Gold Broiler - halbes Grillhähnchen

Ketwurst - Hot Dog

Schweinebraten (wird im Topf angebraten und gedünstet) - Schweinebraten wird im Backofen gebacken.

Pfannkuchen - Berliner - Krapfen


Von daher ist allerdings die Frage nach dem regionalen Rezept dennoch gerechtfertigt.


In diesem Sinne "habt euch einfach lieb" und tauscht die Rezepte aus. 😉
****ath Mann
1.010 Beiträge
Zitat von *********frau:
Hauptsache, es war/ist lecker und ein bissel Kindheitserinnerung ...
*top*
*********gel79 Frau
1.132 Beiträge
Was ich hier in Bayern tatsächlich noch nie gesehen habe allerdings in Sachsen, Thüringen, Mecklenburg Vorpommern, Berlin, Brandenburg eigentlich so gut wie jeder kennt und heute dort noch oft auf der Speisekarte steht:


https://www.chefkoch.de/rezepte/766511179498471/Wuerzfleisch.html
*******d18 Frau
6.186 Beiträge
@*********gel79 ,
Würzfleisch war der DDR-Ersatz für Ragout fin. Das rare und teure Kalbfleisch wurde durch billigeres Schweinefleisch (am besten noch Schweinekamm) ersetzt.
Und zum Schluss wurde in den Restaurants einfach noch der Name ausgetauscht … sollte doch keiner auf die Idee kommen, dass da womöglich mit den Zutaten getrickst wurde. Das Ragout-fin-Rezept war ja schließlich bekannt. Also „Würzfleisch“ - es hat toll geschmeckt, vor allem mit der Worchestersauce, die es auch kaum im Laden, aber im Restaurant gab.
*********gel79 Frau
1.132 Beiträge
Zitat von *******d18:
@*********gel79 ,
Würzfleisch war der DDR-Ersatz für Ragout fin. Das rare und teure Kalbfleisch wurde durch billigeres Schweinefleisch (am besten noch Schweinekamm) ersetzt.
Und zum Schluss wurde in den Restaurants einfach noch der Name ausgetauscht … sollte doch keiner auf die Idee kommen, dass da womöglich mit den Zutaten getrickst wurde. Das Ragout-fin-Rezept war ja schließlich bekannt. Also „Würzfleisch“ - es hat toll geschmeckt, vor allem mit der Worchestersauce, die es auch kaum im Laden, aber im Restaurant gab.

Das getoastete Toastbrot nicht zu vergessen was soweit ich mich erinnern kann auch eine Seltenheit damals gewesen ist, sowie die "frische Scheibe Zitrone" 😉 .... Lecker war es auf jeden Fall gewesen. 😋😉


Das aus dem Würzfleisch resultierende
https://www.chefkoch.de/rezepte/2114001340629572/Steak-au-Four.html nicht zu vergessen, was noch seltener war als das Kalbfleisch selbst. 😉
*******d18 Frau
6.186 Beiträge
Ja natürlich, wie konnte ich nur, Toastbrot und frische Zitrone … zum Würzfleisch. Unbedingt. Wenn’s schon nicht im Laden gab.

Und Steak au Four war die Krönung auf der DDR-Speisekarte …
*******963 Mann
80 Beiträge
Beim Bau des des Rennsteigtunnel gab es in der Kantine mal Jägerschnitzel. Ich war aus dem Westen und freute mich auf ein Jägerschnitzel nach westdeutscher Definition. Statt dessen kam ein Jägerschnitzel aus panierter Jagdwurst. Das war eine unerwartete Überraschung.
********xe70 Frau
855 Beiträge
@*******963 so ging es mir bei einem Kur-Aufenthalt in Kühlungsborn, bis mir die Erzählungen einfielen und sich nicht nur die Form erklärte.
****i67 Frau
6.661 Beiträge
Gehacktesstippe ist m. E. auch ein DDR-Rezept
*******cht Frau
36 Beiträge
Mein Ex ist aus Thüringen und ich kenne die Gerichte auch alle und habe das meiste auch schon gekocht/probiert und habe einiges auch für die Kinder übernommen.

Was aber ganz eckelhaft schmeckt, finde ich, ist Ossi Grütze. Da fehlen mir wahrscheinlich die Kindheitserinnerungen dazu.

Es gibt übrigens in Berlin ein Restaurant "Volkskammer" das von der Einrichtung angefangen bis über die Speisekarte alles in alten DDR Style hat. Für meinen Ex war es immer eine wundervolle Reise in die Vergangenheit. Ich kann es auch sehr empfehlen.

..... Und da lohnt sich auch ein Blick in die Speisekarte.
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