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Sicherheit beim Bondage

*********os_81 Mann
234 Beiträge
Themenersteller Gruppen-Mod 
Sicherheit beim Bondage
Mal Abseits von der Bondage Gruppe im Joy...
Was fällt euch so alles ein zum Thema 1. Hilfe/ Sicherheitsregeln und Bondage?

Meine Gedanken dazu, "round about"
1. Person (Kommunikation):
Welche Erfahrungen/ Praxis vom Fesselnden (Rigger) und der zu fesselnden Person (Bunny) vorhanden?
(Youtube Videos/ Bücher nur oder auch Workshops/ Praxis/ Bondageevents oder zu Hause, wie lange,...)
Was gibt es zu beachten wenn ihr euch noch nicht kennt?
(Absprachen, Safewords, Operationen, Herz/ Kreislaufprobleme, andere schwerere Krankheiten wie Asthma,Allergien,..., No gos beim Bondage)
Wie geht es eurem Partner am heutigen Tag?
(Medikamente, Tagesverfassung/ Erlebnisse wie "doofer Autofahrer/ Chef,...", genug getrunken/ gegessen für Kreislauf, Wehwehchen, Frauenprobleme etc., geht heute eine bestimmte Bondageform nicht?)
Welche Bondage-Kleidung?
(drinnen/ draußen, Wetter/ Temperatur, sind glatte Stoffe praktisch - oder rutscht das Seil dann da rum/ ab..., oder geht auch normale lockere Sportkleidung, Bügel-BH, nackt?,...)
MATERIALVERTRÄGLICHKEIT
(Hat das Model/ Bunny etc. eine Allergie oder ähnliches gegen Eisen, Chrom, Zink, oder Baumwolle, Naturfasern oder anderes Fesselmaterial etc.?)

2. Ort: (praktisch)
Kennt ihr die Fesselstätte/ Hängepunkte? Was gibt es dabei zu beachten?
(drinnen/ draußen, sind die Fessel-/ Hängepunkte sicher, Materialermüdung/ Wetterbeeinflussung, Zug/ Druck/ ruckartige Bewegungen,...,TEST)
Wie ist der Platz drumrum vom Fesselpunkt beschaffen?
(Abstand zu anderen, Untergrund wie Decke, Bastmatte zum Drauf liegen, Kopfkissen,... )
Ist die Bondage Location in einer Räumlichkeit oder in der Natur?
(darf man da bondagen *zwinker* , Genehmigungen?, gemietet/ Privatgrundstück/..., taugt die Umgebung/ Räumlichkeit dazu? Toiletten/ Verkehrsanbindung/..., ist Publikum beabsichtigt, was ist an diesem Ort zu beachten, KOSTEN )
Werden andere Gegenstände zum Bondagen mit verwendet?
(soll an einem Gegenstand gebondagt werden wie Mauer, Säule, Denkmal, Brücke, Baum, Wand,...)
oder auch
(soll ein Material zum Bondagen mit verwendet werden wie Andreaskreuz, Ring, Bambusstab, anderes BDSM Spielzeug, aber auch Kleidung oder Dekomaterialien)
Der eigene Fessel- / Hängepunkt in den eigenen 4 Wänden?
(was gibt es zu beachten, taugt eure Decke/ Wand überhaupt dazu oder muss ein Gestell her, Nachbarn/ Sicht/ Krach,...)

3. Seil (oder andere Materialien): (tauglich)
Was gibt es bei den Seilarten und -typen (Material) zu beachten?
(Materialien wie Naturfaserseile/ Baumwolle oder künstlich, gewebt/ geflochten (Seilinneres fest oder locker, Vorteile und Nachteile dieser Materialien...)
Welche anderen Fesselmaterialien kennt ihr so und was ist dabei zu beachten?
(Ketten mit Karabinern/ Vorhängeschlössern, "Mittelalterschellen", Leder, Folie, Bondagetape,...)
Fesselmaterialmüdigkeit/ PFLEGE
Ist dieses Seil, Leder, Bambus, Kette etc noch für alles verwendbar? Oder zum Aufhängen und belasten nicht mehr geeignet? (Risse, Splisse, aufgedreht, brüchig, rostig...)
(kann man es noch mal reparieren/ pflegen/ waschen / wachsen oder hilft ein Tropfen Öl im Getriebe?)
Welche Sicherheitsvorrichtungen für Seilbondage oder anderes habt ihr noch in euren Utensilien?
(Ringe, Karabinerhaken, Panikhaken, etc..... und taugt das auch für diese Form der Belastung)
.........was ist Physik eigentlich nochmal?...........

4. Habt ihr das passende Befreiungswerkzeug dafür? Was ist praktisch? Taugt es dafür überhaupt?: (Vorher Kontrolle)
(Bolzenschneider für Ketten, Drahtschneider/ Gartenschere/ Sicherheitsmesser für Seile, Schere für Folie, oder hilft doch auch ein Schlüssel für die Vorhängeschlösser *ggg* )
Was ist beim (Seil)schneidwerkzeug generell zu beachten?
(Taugt dieses Gerät dafür, habt ihr es schon mal an einem Seil etc vorher getestet? Ist es gut wenn man mit einem Messer an einem Seil am Bunny unter Seillast rumsäbelt und das Bunny endlich sieht wann sie fällt *zwinker* ?, oder ist diese Schere dafür wirklich praktisch wenn es schnell gehen muss, oder ist es besser wenn man ein Seil durchkneift wie beim Drahtschneider?)
......Liegt es in Griffweite oder nicht ganz so schnell erreichbar?..............

5. Das Bondage: (keine Selbstüberschätzung)
Muss es immer das Hängebondage sein oder geht auch Kunst-, oder Bodenbondage, etc...?
(Überlegt euch vorher was ihr wolt, was wollt ihr fesseln, gibt es ein Muster/ Figur zum Nachahmen, könnt ihr das so oder nehmt ihr einen sichereren anderen Weg, Improvisation, ist es vielleicht besser diese Figur beim nächsten Mal noch mal zu probieren und heute abzubrechen?, was passiert wenn...)
Welches Seil/ Fesselmaterial ist wofür?
(Kann man das personennahe Seil zum verschönern/ betonen der Figur oder für das Brustkorsett etc auch zum aufhängen benutzen, oder sollte man ein anderes für die andere Funktion des Seils verwenden?)
Ist "spielen" oder anderes beim Bondage hier, jetzt, mit dem Partner, in dieser Situation, erlaubt?
(Öffentlichkeit, Örtlichkeit, Absprachen, streicheln/ Berührungen, Küssen, Sex, Spielzeuge,etc....)
.......Taugt euer Fesselmaterial überhaupt für diese geplante Figur?............

nun zum Eigentlichen
6. Unfälle/ 1.Hilfe/ Notfälle und VERMEIDUNG: (Mayday)
Kennt ihr eigentlich euren Körper bzw den des Bunnys?
Was sind Nervenpunkte, Venen, Adern, Aterien und wo liegt das eigentlich?
Ist das bei jeder Person gleich?
Wo sind gute Bereiche zum Fesseln am Körper und wo weniger bei eurem Bunny?
Wo könnte eine Belastung mit diesem Fesselmaterial nicht so gut sein?
...
Was ist beim Bondage mit Seilen aber auch anderen Materialien zu beachten?
(ständige Kontrolle vom Bunny und Rigger der Verfassung des Bunnys, fangen Körperteile des Bunnys an zu kribbeln/ Taubheit, abgebunden, Verfärbung, bis hin zur Bewusstlosigkeit oder anderen Notfällen)
Auch als zu fesselnde Person (Bunny) immer auf sich selbst achten, nicht in den Seilen sich hängen lassen zum Abschalten sondern weiterhin eine Grundkörperspannung vorhanden lassen, selbst spüren ob was anfängt zu kribbeln oder man seine Finger etc nicht mehr spürt, oder fühlt ihr euch einfach nicht mehr gut gerade, sagt eurem Rigger das Wort Abbruch etc.!
Es geht um eure Sicherheit/ Zukunft!
Auch als Rigger immer wieder auf alles achten, hilft es wenn man eine Seillage nochmal ordentlich kontrolliert und nachführt? Manchmal hilft es, wenn man das "störende Seil" nochmal neu "einen Millimeter" daneben legt.
Wenn es heißt Abbruch , dann Abbruch - egal wie toll diese einmalige Bondage-Figur gerade sein könnte und das Foto noch nicht geschossen ist!
Es kann immer...
nach einem Bondage neben den schönen Ropemarks (Seilabdrücke auf der Haut) auch noch evtl 1-2 Tage später oder gleich danach eine Nervschädigung, Taubheit, blauer Fleck/ Bluterguss, Verrenkung entstehen. Dabei auf das eigene Bauchgefühl hören und gucken ob man Abwarten (nächster Tag besser?) sollte, oder gleich zum Arzt gehen sollte.
Schließlich könnten aber auch gesundheitliche Langzeitfolgen mit beruflichen und privaten Folgen entstehen...
wenn es schnell gehen muss...
...........ist die Zeit in Ruhe zum Abfesseln oder muss es schnell gehen?.........
...........Ist jemand in der Nähe zum Helfen?..........
(gibt es Schnelllösevorrichtungen, schaffst du das alleine, Befreiungswerkzeug, befindet sich die Person dann im freien Fall auf den Boden, wenn du das Seil durchtrennst, wo das Seil durchtrennen.......)
Wenn der Arzt/ Notarzt / Polizei kommen muss...
(Anzeige wegen Körperverletzung ist das Unwichtigste dabei. Auch was die Versicherung sagen könnte. Dem Arzt immer alles sagen, was wie entstanden ist. Die Ärzte/ Feuerwehr etc haben alles schon mal gesehen und gehört. Auch können Sie halt besser helfen wenn Sie den Grund der Art der Verletzung wissen. Natürlich sich um die Person/ Bunny kümmern und helfen und nicht den Kontakt danach abbrechen. (Wenn Sie es so will.)

zu guter Letzt
7. FOTOS:
(Ist Fotografie vom Model/ Bunny oder anderen Personen oder Orten erlaubt, - Nachfrage, auf das gebondagte Model achten - nicht auf das 1A perfekte Foto, wenn ja: wo sind die Fotos veröffentlichbar...)


Es geht um eigene Gedankenanregungen, was für euch in eurer Situation mit diesen Materialien gut ist!
Auch geht es natürlich nicht darum, Angst zu machen fürs Bondagen sondern Spaß zu haben und dennoch an die Sicherheit dabei zu denken!

(Wenn ihr gute Webseiten etc kennt, dann kopiert nicht einfach alles, sondern nennt soweit bei joy erlaubt, die Linkadresse, und auch der Verfasser bei anderen Dateien/ Dokumenten sollte genannt sein! ........Urheberschutz.........)
ODER
Seid Selbst Kreativ

Worauf achtet ihr so? / Was habt ihr noch für Tipps/ Ideen/ Anregungen?

lg
Rudi
****aon Mann
147 Beiträge
Ich bin Anfänger, mein zauberhaftes Ropebunny habe ich etwa eine Woche vor einem Einsteigerkurs kennengelernt - bei einem Treffen in einem Cafe, zu dem wir uns verabredet haben, da ich ein Date suchte für eine Mit - Teilnehmerin.

Zuvor gab es eine rege Kommunikation hier via CM, um abschätzen zu können, ob eine Vertrauensgrundlage da ist. Hierbei gelang es uns Beiden das im JC von sich Geschriebene zu verifizieren und festzustellen, das sich in kurzer Zeit eine tiefe emotionale Bindung entwickelte und viele Interessen geteilt wurden.

Beim Besuch des Kurses (Studio 6x6) wurden die ersten gemeinsamen Gehversuche unternommen im Thema und die positiv voreingenommene Erwartungshaltung gegenüber dem Thema und gegenüber meinem Robebunny wurden mehr als erfüllt - auch ihre Erwartungen wurden positiv übertroffen und ich genieße trotz der kurzen Zeit des sich - kennens ein sehr hohes Maß an entgegengebrachtem Vertrauen. Dies liegt vermutlich auch daran, das eine engmaschige Kommunikation stattfindet und sie erfahren konnte, das ich sehr sensibel auf ihre Bedürfnisse reagiere - auch nonverbal. Daneben fanden zwischenzeitlich Treffen statt bei mir wie bei ihr - auch um das Gelernte zu wiederholen und um damit zu spielen. Ich selbst habe hierfür einen Raum mit dicken Tatami - Matten ausgelegt und ein "Ambiente" geschaffen, welches unter Anderem für Shibari / Kinbaku etc. stilgerecht ist, welches aber auch Yoga, Meditation oder das Training der Kraftausdauer zulässt. Wir haben uns mit guten Seilen eingedeckt, die wir im Workshop kennenlernten (Jute 6mm/8m) und ein wenig ergänzt um Hanfseile und dickere Juteseile, die dem Aufhängen von Ringen / Bambusrohren in einem für Hängefesselung (und Leibesübungen) dienendem Gerüst (meine Indoor - Shibari Pergola oder auch Shibarigola wie eine Freundin meinte) dienen sollen. Dieses Gerüst ist aus massivem Konstruktionsvollholz (Douglasie und Fichte) gefertigt und mit robbusten Holzverbindungen versehen, zusätzlich ist jeder Pfosten mit der Wand verankert. Getestet habe ich das Ganze bis über 150 kg pendelnde Belastung an dem für die eigentlichen Aufhängungen vorgesehenen Balken (Eigengewicht + einige schwere Kettlebells). Die Architektur ist so gestaltet, das die Lasten auf das Gesamtgerüst verteilt werden und erscheint zumindest mir und meinem Bunny als hinreichend sicher. Das Gerüst wird aktuell noch NICHT für Bondage in hängender Position benutzt, da wir erst mehr Sicherheit im Thema (Semi-) Suspension in begleitet - kontrolliertem Umfeld (Workshop) sammeln wollen, bevor wir dies auch zu Hause vertiefen. Aktuell dient das Gerüst dem Aufhängen eines Boxsacks und eines TRX - Suspensionstrainers *liebguck* .

Ein System aus Safewords analog einer Triage - Ampel wurde etabliert :
grün = Alles ok,
gelb = Alles ok, es wird aber als ein wenig zu intensiv wahrgenommen
orange = bitte ein bisschen weniger,
rot = Stop, Pause, sofort aufhören, Fesseln lockern / lösen nach Absprache, schwarz = Totaler sofortiger Stop, alles Seile SOFORT entfernen, auch mit Schere, danach Entscheiden, ob ich das Zimmer verlassen soll oder auffangen soll.

blau = entgegen der klassischen Triagekategorie nicht zwischen rot und schwarz, sondern eher ein "zu locker, zu harmlos, bitte mehr.

"Schwarz" ist daher das unmissverständliche Safeword im Worst Case, der Rest dient mehr der Rückversicherung zum Empfinden des Bunnys / dem Mitteilen des Wohlfühlstatus.

Ich weiß um die Gesundheit / Medikamente meines Bunnys. Ich bin in der Lage, beruhigend einzuwirken, sollte dies einmal erforderlich sein. Zur Not auch mit notfallmedizinisch relevanten Medikamenten, auch wenn ich dies ganz sicher nicht anstrebe - so weit beabsichtige ich in keinem Fall zu gehen, das es zu Panik / Angstattacken etc. kommen würde. Die Psyche ist aber nicht immer berechenbar, daher ist das Wissen hierum ein Sinnvolles.

Im Kämmerchen gibt es jede Menge Kissen, eine warme Kuscheldecke, es steht stets Wasser bereit und es kann unmittelbar eine Futonmatratze bereit gestellt werden, um Bunny im Bedarfsfall einen ruhigen Rückzugsort zu schaffen. Ein separates Gästezimmer steht hierfür auch bereit.

Im Kämmerchen sind Sicherheitstools vorhanden (1 Rettungsmesser mit legaler Fallklinge, 1 Rettungsschere Leatherman - mit diesen Scheren zerschneidet man Motorradkombis als seien diese aus einem Blatt nassen Reispapier...), ich selbst bin langjährig erfahrener Notarzt / Facharzt im überwiegend notfallmedizinischem Aufgabenspektrum. Notfälle kann ich glaube ich gut und auf professionellem Niveau gut behandeln. Die Ausrüstung hierzu ist in einem Nebenzimmer griffbereit, da ich diese im Nebenerwerb ab und an benötige.

Bekleidung. Ich selbst trage zu Hause und bei den Workshops gerne Scrubs aus Mischgewebe (Cherokee) in schwarz. Vielleicht wird das mal ersetzt durch Hakama / Gi, mal sehen. Mein Bunny trägt hierfür bisher vorwiegend Leggings und enger anliegende Oberbekleidung. Schmuck wird abgelegt, wenn risikoträchtig erscheinend. Bügel - BH sind hier doof.

Kommunikation zum Befinden findet selbstredend statt. Auch außerhalb des Themas. Es wird nur gemacht, wozu Bunny ausdrücklich ihr Einverständnis gegeben hat.

Ich war mehrere Semester lang als HIWI Präparationsassitent in anatomischen Kursen der Uni. Damals vermittelte ich gemeinsam mit dem Tischprofessor anatomische Kenntnisse etc. . Heute betäube ich ab und an gezielt die Nerven, die auch beim Thema Bondage von Relevanz sind. Durch die doch eher überdurchschnittlichen Kenntnisse der Anatomie und der Nervenausfälle kann ich in der Regel Nervenkompressionen vermeiden / sehr rasch erkennen und zuordnen *ja* . Ich fessle gerne fester. Mein Bunny spürt(e) dies auch noch einige Tage nach dem Workshop - voll positiver Erinnerung *liebguck* . Aber ich fessle hierbei sorgsam und bedacht (beinahe ausschließlich) auf das Wohlergehen der Person, die mir ihr Vertrauen in so hohem Maße schenkt, das sie sich mir letzten Endes komplett ausliefert - darauf vertrauend, das ich dies nicht ausnutze. Da ich mein Ropebunny wirklich toll finde *handkuss* *liebguck* , werde ich den Teufel tun, mir dieses Vertrauen zu verspielen .

Ich bin noch wirklich am Anfang des Themas, weiß aber, das dieses mir liegt, das ich viel Spaß haben und intensive Eindrücke bereiten werde - nicht nur im wortwörtlichen Sinne .
******ter Mann
8 Beiträge
sicherheit wird Grossgeschrieben ;)
schau dir oder schaut euch clips ,videos ,utube und sonstiges an das wird euch einwenig sicherer im Umgang mit Bondage *fessel* / seilen machen und habt immer eine Schere in der Nähe ...falls ihr das Seil nicht mehr aufbekommt
#LifeIsACircus @nirvanaberni
******tig Mann
210 Beiträge
auch schneiden will gelernt sein
..denn hier gibts ein paar sachen zu beachten.

überall ließt man, die sache mit der schere, gurttrenner, safetyhooks oder messer. das wort griffbereit, klingt erstmal auch ganz vernünftig und wird oft so im raum stehen gelassen.

Die entscheidenen frage ist doch: wann schneide ich was, wie und wo und vielleicht sogar warum!

und die weitere wirklich wichtige frage ist: komme ich in dieser situation auch wirklich mit dem schneidewerkzeug meiner wahl zurecht.

ich denke es kommt wohl selten vor, dass jemand ganz toll fesselt, und plötzlich merkt, ohh.. ich bekomme den knoten nicht mehr auf. blöd, schneide ich mal lieber. (da ist dann schon ganz ganz viel vorher falsch gelaufen, was themen betrifft, wie die wahl des richtigen seils über basisknotenkenntnisse und vielen mehr)

wohl häufiger kommen andere dinge ins spiel, zb: ein seil ist unter großer belastung verklemmt, ein seil zieht sich zu, ein seil ist verrutscht und wird gefährlich, der fall einer ohnmacht oder panikattacke des ropebottoms oder andere dinge, wie es auf der letzten eurix passiert ist: feueralarm, was nun!?

und nicht zuletzt häufig gleichbedeutend und aus den situationen entstanden: panik des riggers.

gut, wenn das schneidewerkzeug dann schon wirklich zur hand ist und nicht erst vom boden aufgehoben werden muss oder aus einer tasche geholt werden muss. aus diesem grund trage ich zb immer ein hipbag und die einhändige bedinmöglichkeit scheint mir am sichersten.

ein beispiel was ich so noch nicht erlebt habe, aber denkbar wäre: ein seil rutscht zum hals und zieht sich zu.. dann ist sicher von vorteil, wenn ich eine hand frei habe und sofort die last rausnehmen kann. dass das schneidewerkzeug noch unter das zugezogene seil kommt und ich es noch schaffe zu schneiden (größe es werkzeuges - beispiel safetyhook) hier wird ganz schnell klar.. "ohh.. so leicht wie es gesagt ist (schere griffbereit) ist es vielleicht nicht"

ein tsurie,schneiden, was unter großer spannung steht (und ggf verklemmt ist), bedeutet dass es sich mit einem knall löst, wie gehe ich damit um. hab ich zeit ein oder mehrere hilf-zurie anzubringen, was die spannung raus nimmt, bzw den freien fall verhindert.

wenn ich mehrere tsuries habe, welches schneide ich zuerst?

wenn mein ropebottom eine panikattake haben sollte, ist es dann wirklich eine gute idee, mit einer schere oder einem messer nahzukommen? selbst wenn sie abgerundet ist? was befreie ich zuerst um schlimmeres zu verhindern, falls sie versucht ist wild um sich zu schlagen? und gibts andere und vielleicht bessere möglichkeiten?

all dies beschreibt notsituationen. wie verhalte ich mich da richtig?! ganz klar: ruhe bewahren und und und.. da würde natürlich erschwerend dazukommen, wenn ich noch nie ein seil vorher am menschen geschnitten hätte, da man so selten aus spass seine seile zerschneidet. ich habe grad nur wenige möglichkeiten aufgezählt, da gibts sicher noch mehrere und was auch nicht unwahrscheinlich ist, probleme die gleichzeitig auftreten könnten.. (seil rutscht zum hals, bunny reagiert mit panik, rigger reagiert mit panik)

die standartantwort, wenn ich mich mit leuten über ihr schneidewerkzeug unterhalte und frage, ob sie schonmal damit geschnitten haben, ist: "ja.. ist sehr scharf, bekomm das seil gut durch, hab ich schonmal probiert" die standartantwort wenn ich frage, ob sie schonmal am menschen geschnitten haben ist "NEIN"

ich denke, dass schneiden, auch wenn es hoffentlich nie gebraucht wird, zum 1.hilfe bondagekurs dazugehören sollte. geübt werden sollte, und dass man sich dies auch durchaus mal zeigen lassen sollte, denn es gibt doch einiges zu beachten *zwinker*
#LifeIsACircus @nirvanaberni
******tig Mann
210 Beiträge
ampelcode vs scala
der ampelcode ist mir beim shibari definitiv zu ungenau.. ich habe gerne eine scala von 1 bis 10, besonders, wenn ich mit leuten fessel, mit denen ich selten oder das erste mal fessel.

1 bedeutet harmlos und sagt in der regel niemand *zwinker*
10 bedeutet, sofort runterscheiden, was eigentlich bedeutet, dass ich zu weit gegangen bin. ich versuche nicht die 10 zu erreichen *zwinker* meistens reicht mir ne 9.. oder auch mehrere neunen während einer session *ggg*

anders wie bei anderen bdsm praktiken, wo ein abbruch oder eine pause sofort möglich ist, kommt beim fesseln die abbauzeit dazu. das kann sich je nachdem hinziehen, je komplizierter, desto länger natürlich. ich werde ungern mit einem plötzlichen "rot" überrascht *zwinker*

die scala hat sich bewehrt, hier merke ich am besten die veränderung. braucht mein ropemodel support. hat der support etwas bewirkt *zwinker* hat die veränderung die ich vorgenommen habe (zb umhängen) einen großen sprung in der scala bewirkt, egal ob steigerung oder erleichterung. werden die zeiten zwischen den zahlen kürzer, wird eine zahl übersprungen. daraus kann ich verschiedenste dinge interpretieren und darauf reagieren.

als beispiel.. sind wir langsam schon bei 7 oder 8 angekommen und ich will die session noch nicht abbrechen lassen, wird es höchste zeit für support. aber ich sollte mich schon auf einen abbau vorbereiten, also zb keine komplizierte verbauungen mehr fabrizieren, was nur zeit kostet. eventuell schonmal alles so vorbereiten, dass ein abbau in sekunden möglich wäre. habe ich die vorbereitung getroffen und es gab keine steigerung, kann ich wieder entspannen und das model bis zur 9 leiden lassen *zwinker*

natürlich ist es nochmal schärfer, wenn wir schnell bei 7 oder 8 angekommen sind. (model zählt fast, 6, 7, 8 in zb 1-2 minuten) dann heißt es, so viel support wie möglich, sofort!!!

das ganze kommt nebenbei mit wenig verbaler kommunikation aus, da ich nur hin und wieder eine zahl höre, bzw kurz frage, "scala?!" falls ich das gefühl habe, es ist viel anstrengender geworden. so bekomme ich jede menge informationen, ohne dass es wirklich die session stört. es ist mir auch gar nicht wichtig, dass der partner jetzt total überlegte antworten gibt, es reicht mir aber um ein gefühl für die fremden physischen oder psychischen grenzen zu bekommen.

ich habe die scala diverse male in eine bestimmte übung gepackt, bei workshops, die ich gegeben habe. dabei ging es weniger um ein abbrechen, sondern um das feedback für den rigger. dabei kommen immer wieder interessante dinge ans licht. zb festes binden: der partner sollte eine fesselung langsam steigern, von locker 1, bis ich bekomm keine luft mehr 10 *zwinker* auf den workshops war es oft so, dass das seil noch fast vom körper rutschte und der unerfahrene aktive dachte, er würde schon feste fesseln. ein feedback zur festigkeit: zb: 1,5, bei der wiederholung, nun aber viel viel fester, kommt dann als feedback die zahl drei, dass sorgte dann oft für große überraschung, dass der partner scheinbar viel mehr aushält, als man ihm/ihr vorher zugemutet hätte. natürlich geht das auch andersrum: bei dem versuch eine 5 zu fesseln und man bekommt die 9 als feedback.

natürlich gibt es dinge die ich ganz klar sofort fixe. zb wenn ich als feedback bekomme, dass ein nerv einen schaden bekommen könnte (partielles einschlafen der hand, wie zb daumen und zeigefinger, oder kleiner& ringfinger) solche dinge müssen sofort beseitigt werden, egal wie fit das model noch ist. dies spreche ich immer vor dem ersten fesseln an. erkläre ausgibig was eine fallhand ist, dass dies lange dauern, kann bis alles wieder gut ist und dass beide in der verantwortung sind, dass zu vermeiden. außerdem erkläre ich, dass ich auf das feedback angewiesen bin und dass dies nicht zwangsweise einen abbruch der session bedeutet, aber ich es wissen muss um reagieren zu können.

das einzige, was ein model wirklich in einer session falsch machen kann, ist mir diese vorzeichen mutwillig zu verschweigen. weil das model sich nicht traut, oder weil es keinen abbruch möchte. diese ängste versuche ich im vorhinein entgegenzuwirken. auch modelle haben oft leistungsdruck und wollen "gut" sein. ich erkläre dann gerne, dass ein gutes bunny jemand ist, der gutes feedback gibt und nicht besonders viel aushalten kann.

bislang bin ich damit immer sehr gut gefahren *zwinker*
******ara Frau
4.308 Beiträge
Danke Seilartig für deine interessanten Einsichten und auch den restlichen Vorrednern
#LifeIsACircus @nirvanaberni
******tig Mann
210 Beiträge
Fotos
fotos sind eine große gefahrenquelle für unfälle, wenn ich mit jemanden fotos machen möchte und ich dabei fessel, suche ich mir einen fotografen der dies macht.

die klare aufgabenteilung ist das wichtigste kontrollorgan.

als rigger sehe ich mich in verantwortung, dass dem model nichts passiert, der fotograf soll sich auf das fotografieren konztentrieren und einlassen können. wenn ich als rigger merke, meinem model geht es nicht gut, ist mir die letzte perspektive vollkommen egal und ich geh dazwischen.

wenn ich fessel, habe ich 100% fokus auf mein model.
wenn ich fotografiere habe ich den blick durch den sucher, das bedeutet ich habe einen verzerrten blick auf das model.

irgendwie erwartet man als der fesselnde ja auch, dass sich das model drauf einlässt, und nicht plötzlich den selfistick zieht und fotos macht, oder telefoniert oder irgendwelche dinge nebenbei macht. mich würde das nerven *zwinker*

leider wollen immer viele fotografen selber fesseln. dass halte ich für unverantwortlich und ich würde immer beiden parteien davon abraten.neben material und unwissenheit, ist es ganz klar eine der hauptursachen für unfälle.

die sache sieht etwas anders aus, wenn ein andenkenfoto bei einer session geschossen wird, weils grad passend ist und es für das foto keinen anspruch gibt.
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