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Aktenzeichen BDSM... ungelöst: Angst im Dunkeln

*******der Mann
22.562 Beiträge
Themenersteller 
Aktenzeichen BDSM... ungelöst: Angst im Dunkeln
Ich traute meinen Augen kaum, als ich diese Kreatur mit gesenktem Kopf aus der dunklen, leicht nebligen Nacht auf mich zukommen sah. Zerrissene Strumpfhosen, Füsse in ausgelatschten Turnschuhen, zerzauste schulterlange Haare, ein Jeansrock, der auch schon bessere Tage gesehen hatte und ein Rolling Stones T-Shirt, unter dem sich ihre üppigen Brüste ohne BH deutlich abzeichneten. In der Hand ein Paar High Heels, über der linken Schulter eine Handtasche.

Sie ging die Strassenbahnschienen auf der eigens dafür gebauten Brücke entlang, die nur wenig breiter war als das Gleisbett und die die Autobahn überquerte. Ein für Fussgänger gesperrter Not-und Unterhaltsweg, der nach einem Verbotsschild in die Haltestelle mündete, wo ich auf die nächste Bahn wartete.

Meine Atemluft erzeugte einen Nebelschleier vor meinem Mund. Es war kalt, wie es sich für den Beginn des Winters auch gehört. Ausser mir war niemand an der Haltestelle.

Sie sah wie eine Obdachlose aus, aber nein, irgendwie auch nicht: Dafür war sie wieder zu hübsch, wenn auch irgendwie heruntergekommen. Eine Frau, die auf dem Weg war, nach einer äusserst wilden Party, vielleicht eine Weihnachtsfeier ihres Arbeitgebers? Aber dafür war sie eigentlich viel zu zerstört, wer weiss, vielleicht sogar misshandelt und unter dem Einfluss irgendwelcher Substanzen auf der Suche nach ihrem Zuhause? Gab es denn niemanden, der sich ihrer annahm?

Sie kam näher. Und je mehr Details ich an ihr erkannte, desto erotischer wirkte sie auf mich. Aber ich kämpfte gegen dieses Gefühl an, denn es sah nicht so aus, als würde sie die Situation insgeheim geniessen - ganz im Gegensatz zu meinen Frauen, die ich nach gewissen Begegnungen in ähnlich erniedrigendem Zustand auf den Walk of Shame schickte. Ein Genuss für meinen inneren Sadisten.

Aber eine Frau in unverschuldeter Not sexy finden? Niemals! Warum nur steuerte sie geradewegs auf mich zu? Oder bildete ich mir das nur ein?

Mein Puls beschleunigte sich. Völlig lächerlich! Vor allem konnte ich überhaupt nicht ausmachen, woher diese Aufregung kam. Doch mein Unterbewusstsein war wieder mal klüger und schneller als meine kognitiven Fähigkeiten. Wenige Sekunden später stand sie vor mir und schaute direkt in meine Augen.

„Würden Sie mich bitte nach Hause begleiten?“, fragte sie mich ohne Umschweife, ohne Begrüssung, geschweige denn einer Erklärung. Obwohl ich wusste, dass niemand in der Nähe war, schaute ich mich um. Bevor ich eine sinnvolle Antwort geben konnte, begann sie zu lächeln. Das bezauberndste Lächeln, das ich seit langem gesehen hatte; eines von der Sorte, das alles vergessen lässt. „Entschuldigen Sie, wenn ich Sie mit dieser Frage überfordere“ schob sie verschämt nach.

Mein Ego packte mich. „Natürlich!“ Dass sie mitgenommen aussah, und die Fragen nach dem Grund dafür und weshalb sie diesen Weg eingeschlagen hatte, ja, wieso sie mich überhaupt mit diesem Wunsch konfrontierte: Nichts wäre natürlicher gewesen. Und doch befahl mir mein innerer Gentleman, mich zurückzuhalten.

Die leere Bahn kam und nahm uns mit.

Wir sassen uns eine Weile schweigend gegenüber. Sie schaute fast die ganze Zeit nur aus dem Fenster, was mir die Illusion gab, unbeobachtet zu sein. Ich musterte sie und glaubte, Spuren körperlicher Misshandlung zu erkennen. Entstanden sie mit Absicht oder nicht?

Meine Phantasie begann sich zu drehen; ich war zu müde, um dieses Verlangen, diese Urkraft meines Seins zu unterdrücken. Als dienende Sklavin inmitten einer Herrenrunde sah ich sie, die Hände mit scheuernden Handschellen gefesselt, auf den Beinen sitzend und einen Schwanz lutschend. Mehrere Schwänze, eine ganze Reihe von Männern, alle in Anzügen, nur den Hosenstall offen, mit harten Lustkolben, an denen sie rieben, bis sie an der Reihe waren. Immer wieder Ohrfeigen von allen Seiten, Tränen, die ihr über das Gesicht liefen und die Schminke zu einem Bild des Grauens verschmelzen liessen. „Da hast du deinen Nachtisch“, riefen sie nach dem Abspritzen, einer nach dem anderen, sie musste schlucken und schlucken… fast wie die Geschichte der O. Nur in Schön.

„Sie müssen ja wilde Fantasien haben!“ unterbrach sie mein Kopfkino abrupt. Ich erschrak.

Sie konnte unmöglich Gedanken lesen, so etwas gab es nicht. Nein, ihre Formulierung war bei näherer Betrachtung ja auch neutraler gewesen. Es war wohl mein schlechtes Gewissen, das sich ertappt fühlte. Wie ich später, viel zu spät, feststellen sollte, war es nicht nur das, sondern auch mein Bauchgefühl, das mich auf diese Weise warnte. Aber da war es schon zu spät. Die Ereignisse nahmen ihren Lauf.

„Phantasie ist nichts Schlechtes“, antwortete ich und fragte nach ihrem Namen. „Nennen Sie mich Lilly, Herr W., wenn ich darf?“

„Sie kennen meinen Namen?“, fragte ich verwirrt. „Nein, eigentlich nicht. Es war nur ein Lotteriespiel aus den Buchstaben des Alphabets.“ Sie zog die Mundwinkel ganz leicht nach oben, der Hauch eines Lächelns.

Die Warnung meines Verstandes war nur ein Echo aus einer anderen Dimension, ich liess sie nicht an mich heran. Meine Hormone und die Gier nach dem, was sich vor mir ausbreitete, hatten einen Pakt geschlossen und meinen klaren Verstand längst vernebelt.

Ich glaubte ihr.

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Fortsetzung folgt!
#aktenzeichenbdsmungeloest

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Oliver G. Wolff / gangleader 2023

*********sbar Paar
182 Beiträge
Die Spannung auf die Fortsetzung beginnt...

Frohe Weihnachten *zwinker*
*******der Mann
22.562 Beiträge
Themenersteller 
Ein bisschen Folter nach so viel Harmonie in der Weihnachtszeit tut Euch gut *lol* Ein paar Tage, dann geht es weiter *engel2*
******lor Mann
1.075 Beiträge
Gemein so ein Cliffhanger *ja*
*******der Mann
22.562 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von ******lor:
Gemein so ein Cliffhanger *ja*

Ich bin niiiiieeee gemein *angel* *engel2* *engel* *liebguck*

Und wehe, Du behauptest das Gegenteil *freundchen*
***e6 Frau
1.621 Beiträge
Ich hab schon gemeinere Cliffhanger gelesen *baeh*

Aber wieder schön geschrieben *ja*
*******der Mann
22.562 Beiträge
Themenersteller 
@***e6 Glaube ich nicht *pueh*
**********morex Frau
31 Beiträge
Wow, sehr gut, spannend und eloquent geschrieben! Bin sehr gespannt wie es weiter geht
********ttem Frau
58 Beiträge
Der Titel hat bei mir dazu geführt, dass ich erst mal kein Bedürfnis hatte die Geschichte zu lesen. Jetzt bin ich froh es doch gemacht zu haben. Entgegen meiner Erwartung ist sie atmosphärisch dicht und ich bin gespannt auf die Fortsetzung. Danke
****un Mann
464 Beiträge
Gut gemacht 😍
*******der Mann
22.562 Beiträge
Themenersteller 
Nächster Halt: Morgen... *floet*
*******der Mann
22.562 Beiträge
Themenersteller 
*******TcH2 Frau
2.784 Beiträge
Ich hätte zuerst diesen Teil lesen sollen, dann wären meine Herzklopfen noch stärker gewesen. Vielen Dank dafür! *kuss2*
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