19.02.2011

Rollenspiele

Doktorspiele, Vanilla-Spiele, BDSM-Rollenspiele

Den Begriff Rollenspiele hat wahrscheinlich jeder schon einmal gehört. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Formen. So bezeichnet man beispielsweise eine pädagogische Methode in der Schule ebenso wie einen Therapieansatz in der Psychologie mit diesem Wort. Das Rollenspiel ist aber auch in der Erotik Zuhause. Bei allen Rollenspielen geht es darum, seine eigene Identität abzulegen, eine andere anzunehmen und durch die Situation Spannung aufzubauen.

Das erotische Rollenspiel

Ein erotisches Rollenspiel fördert die sexuelle Erregung. Durch den Identitätswechsel können sexuelle Wünsche erfüllt werden, für die man in der normalen Identität unter Umständen blockiert ist.

Eines der beliebtesten Rollenspiele ist das Doktorspiel.
Eines der beliebtesten Rollenspiele ist das Doktorspiel.

Das wohl bekannteste Rollenspiel ist das Doktorspiel. Dabei gewinnt der eine Partner sexuelle Lust daraus, den Körper des anderen ausgiebig zu erforschen und zu "behandeln", während dieser wiederrum sexuelle Stimulation daraus zieht, für diese Behandlung zur Verfügung stehen zu müssen. Beide Partner können auf diese Weise Hemmnisse abbauen, die sie in ihren eigentlichen "Rollen" hindern würden. Rollenspiele bauen eine große erotische Spannung auf und dienen vielfach als Vorspiel zum sexuellen Akt. Sie können aber auch über den ganzen Sex ausgedehnt werden.

Vanilla-Rollenspiele

In der Welt der erotischen Rollenspiele unterscheidet man zwei Varianten: Die "Vanilla"-Rollenspiele und die BDSM-Rollenspiele. Es gibt aber auch zahlreiche Praktiken, die sich als Grenzgänger zwischen beiden Versionen versuchen.

Im Vanilla-Rollenspiel wird die sexuelle Lust durch einen drastischen Identitätswechsel gesteigert. So ist man beispielsweise beim Doktorspiel Mediziner und Patient, im Berufsspiel hingegen Chef und Sekretärin. Was jedoch nie aufgegeben wird, ist der Anspruch auf Augenhöhe.

BDSM-Rollenspiele

Im Bereich BDSM ist dagegen letztlich jedes Spiel ein Rollenspiel. Es beginnt damit, dass sich der eine Partner unterwirft und zum Sklaven bzw. Diener macht, während der andere Partner Herr oder Domina wird. Das Spiel lebt hier von einem Machtgefälle, von dem Spiel mit Dominanz und Unterwerfung.

Weitere Rollenspiele in dieser Art sind beispielsweise Nonne und Sünder. In dem Spielverlauf werden wieder die Rollen dominant und devot bezogen und verschiedene BDSM-Praktiken vollzogen, zum Beispiel die Bestrafung des Sünders.

Rollenspiele werden meist von den Paaren im Laufe der Zeit weiter verfeinert. So kaufen sie sich auch oftmals entsprechende Kostüme wie zum Beispiel Schulmädchenuniformen oder sie vollziehen ihre Spiele im öffentlichen Raum. Der Bereich der bezahlten Erotik hat auf diesen Trend mittlerweile reagiert. So verfügten japanische Prosituierte beispielsweise als erste über einen reichhaltigen Kostümfundus.

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