Der deutsche Porno hat gerade im Fetischbereich mit AlexD einen besonders wohlklingenden Namen zu bieten. Der Pornofilmer ist seit 1992 am Wirken und steht für eine sorgfältige Auswahl der Drehorte, exklusive Outfits, außergewöhnliche Kameraführung und gute und authentische Sexszenen. Er selbst sieht sich gar nicht als SM- oder Fetischfilmer, wird aber immer wieder in diese "Ecke" gerückt.
Mit MissEve verbindet ihn seit 2006 eine äußerst fruchtbare berufliche Zusammenarbeit. MissEve ist Künstlerin, sie fotografiert, entwirft Kleidung und filmt gerne Menschen beim Sex. Beide warfen nun ihre Vorstellungen von einem paartauglichen Porno in die Waagschale und drehten gemeinsam den Film "absoluteWOMAN".
- Inhaltsverzeichnis
- Der Pärchenfilm "absoluteWOMAN"
- Die Macher von "absoluteWOMEN" wider den Frauenporno
- Die Idee für "absoluteWOMEN" als Paarporno wird geboren
- Echte Frauen und sexy Modestücke
- Stilvolle und erotische Sexszenen dominieren "absoluteWOMEN"
- "absoluteWOMEN" öffnet sich dem Mainstream, ist aber keiner.
- Die DVD von "absoluteWOMEN"
- Kommentare
Der Pärchenfilm "absoluteWOMAN"
Originaltitel: absoluteWomen
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2011
Regie: MissEve
Darsteller: Jill Diamond, Black Lady, Kathleen White, AlexDirk, Katja, MissEve
Freigabe: XXX ![]()
Laufzeit: 80 Minuten
Bild: 16:9 (anamorph)
Ton: Deutsch
Format: PAL
Ländercode: 0 (Codefree)
Extras: Behind the Scenes, Werbetrailer für "Mondin", DVD-Rom Part
Verpackung: Metallcase
"absoluteWOMEN" ist kein Handlungsporno. Stattdessen reiht er drei erotische Episoden aneinander. Verbunden werden die Episoden nicht durch einen narrativen Rahmen, dafür durch den Spaß an der Sexualität.
Episode 1: "Point of View"
Ein recht langer Einstieg bebildert unkommentiert den Drehort St. Martin und beinhaltet natürlich auch Bilder der spektakulären Landeanflüge auf den Flughafen "Princess Juliana". Nach diesem Beginn, der wahrlich Lust auf Urlaub macht, erleben wir ein Pärchen (Regisseurin MissEve und AlexD im zugegebenermaßen recht knappen String
) beim Strandtennisspiel und beim Herumtollen im Wasser. Nach weiteren sehr schönen Inselbildern ertönt klassische Musik und wir erleben das Paar in unterschiedlichen Stadien der Nacktheit in einer Art Urlaubsfinca.
Hier geht es dann in einem Stilmix aus klassischen Klängen, beatlastigem Gestampfe und teils sehr atmosphärischer Musik zur Sache. Die präsentierte Sexszene ist allerdings keine typische, wie man sie aus Pornos kennt. AlexD präsentiert seinen aufgepumpten, fleischigen Bullenschwanz in Großaufnahme und leckt MissEve. Ein Blowjob für ihn bleibt ebenso aus wie mehrminütige Gynäkologieansichten sich vereinender Geschlechtsteile. Zwar wird MissEve irgendwann penetriert, aber die Kamera filmt weitgehend aus einem Blickwinkel, der ein Übermaß an expliziten Einstellungen verhindert.
Zur Erholung geht es wieder an den Strand, wo beide ein Modeshooting durchführen. Kurz darauf ist AlexD wieder mit MissEve am Wirken. Diesmal wird ausgiebig dem Analverkehr gefrönt. Wie im vorherigen Akt variiert nicht nur die Musik, auch die Stilmittel tun es. Mal zieht die Regisseurin die Farbe aus den Bildern, mal leuchtet sie die Szenerie klar und deutlich aus und präsentiert satte Farben und mal überblendet sie den Akt mit der Aufnahme eines sommerlichen Wolkenhimmels. Auch hier bleiben zu viele explizite Aufnahmen aus ...
In seiner Gesamtheit wirkt diese Episode bzw. diese Collage aus Bildern und Eindrücken ungemein vertraut. Fast wie ein Urlaubsvideo, das man im Rahmen eines Traumurlaubs auf einer kleinen Insel als Erinnerungsstück spontan mitgedreht hat und bei dem man den Sex nicht schamhaft abgekoppelt hat, gehört dieser doch einfach dazu.
Episode 2: "absolute WOMEN"
Diese Episode spart sich jedweden erzählerischen Rahmen und kommt gleich zur Sache. Eine großbusige Blondine sitzt an einem Kamin und studiert den Katalog einer Ausstellung, in der AlexDirk Freyling, der Künstler hinter AlexD, Teile seiner künstlerischen Arbeit ausstellt. Zwei sehr sexy Damen in leckerer Fetischwäsche gesellen sich zu der Blondine und verwöhnen sie und sich nach Strich und Faden ...
Untermalt wird die erotische Szenerie von sparsam eingesetzter, orientalisch angehauchter Musik, die sich allerdings ein wenig mit der aufgetragenen Kleidung aus Korsetts, Spitzenmasken, Lederstrapsgürteln, Spitzenhandschuhen und winzigen Hütchen beißt. Eine eher burlesk angehauchte Musik hätte diese Szene in den Augen des Rezensenten treffender abgerundet. Dennoch weiß die stilvolle und vor allem den Ohren schmeichelnde Musik definitiv zu gefallen.
Die Handkamera ist beständig um Abwechslung bemüht und viel in Bewegung, ohne allzu explizite Bilder zu transportieren. Finger und Dildos werden zwar eingeführt, überbetont abgebildet werden diese "Akte" allerdings nicht. Es geht mehr um das Aufeinandertreffen der Damen, wobei vor allem die beiden brünetten Damen eine hervorragende Show bieten und auch wirklich zu kommen scheinen.
In der Behandlung der blonden Dame durch die beiden Brünetten sticht dann immer mal der ansonsten deutlich zurückgefahrene Fetischansatz der Arbeiten von AlexD durch. So werden beispielsweise die großen Brüste der blonden Dame sehr vorsichtig abgebunden.
Episode 3: "Dreamland"
Auch diese Episode kommt relativ flott zur Sache und präsentiert eine schlafende junge Dame, in deren erotischem Traum die Rollenverteilung komplett umgekehrt wird und sie einen mit Spitzenmaske "unkenntlich" gemachten AlexD verführt und mit einem Strap-On nimmt.
Diese Episode ist optisch am reizvollsten, agiert man hier doch vor einem strahlend weißen Hintergrund und setzt mit sowohl schwarzer als auch weißer, sehr stylischer Kleidung, blutroten Lippen und einem dunkelroten Brokatsofa als Spielwiese interessante Farbakzente. Die surrealen Traummomente werden mit hübscher Tribalmusik und etwas eigenwilligem Sounddesign unterstrichen und hier und da setzten Videoinstallationen hübsche Akzente mit künstlerischem Anstrich.
Die Macher von "absoluteWOMEN" wider den Frauenporno
Sich von den bekannten Pornostandards abheben ... Dass AlexD das kann, hat er mit seinen vor allem in Fetischkreisen bekannten Vorgängerwerken als Produzent und Regisseur hinlänglich bewiesen. Nun geht er mit MissEve vollends neue Wege. Triebfeder waren dabei Anfragen bei MissEve, ob sie nicht einmal "Frauenfilme" machen wolle.
Doch schon der Begriff bereitete ihr Bauchschmerzen. Markttechnisch gesehen steht "Frauenfilm oder Frauenporno" für einen expliziten Erotikfilm, der es schaffen soll, den riesigen Markt der Frauen, die angeblich mit normalen Pornos nicht viel anfangen können, anzusprechen und für sich zu gewinnen. Um dies zu erreichen, bedient er sich einer idealisierten und weiblich geprägten Sicht auf Sex.
Zumindest auf dem Papier klang das für MissEve auch ziemlich gut. Doch die Realität schaut ihrer Ansicht nach anders aus: Für sie sind viele Frauenpornos auch nur "schlechte" "Pornofilme", die handlungsüberladen, wenig intensiv und über weite Strecken langweilig anmuten. Addiert man dazu noch statische Kameraeinstellungen, die programmtechnische Anwendung diverser Kunstfilter und eine konsequente Vermeidung offener Ejakulationen, hat man so gut wie alle Frauenpornostereotypen erfasst.
Doch mehr noch störte sich MissEve an dem krampfhaften Bemühen jener Filme, die männliche Sichtweise zu vermeiden. Konsequenterweise verwarf sie dann auch sämtliche Frauenfilmgedanken ... vorerst.
Die Idee für "absoluteWOMEN" als Paarporno wird geboren
Als MissEve sich mit AlexD in dieser Angelegenheit austauschte, beschloss man einfach, das Frauenfilm-Konzept auf ein Paarfilm-Konzept zu erweitern. Das Ergebnis: "absoluteWOMEN". Ein Film, der sich sowohl an die Männer- als auch die Damenwelt richtet und dabei durchaus seine eigenen Ansätze findet.
Man setzt auf schöne Bilder, sehr wenig Dialog, verzichtet auf einen narrativen Rahmen und liefert stattdessen ein Mehr an Leidenschaft und authentische Darsteller. Das Ganze gerne einmal eingebettet in einen "leicht" surrealen Rahmen und gepaart mit Fantasie und praller Weiblichkeit.
Echte Frauen und sexy Modestücke
Und das ist absolut ernst gemeint, denn die Frauen in "absoluteWOMEN" sind definitiv ABSOLUTE Frauen! Sie haben Hüften, Arsch und Brüste und widersprechen auch im Alter dem klassischen Pornochique teils vollkommen. Sie werden vermutlich nur wenigen sofort als klassische Schönheiten erscheinen. Vor allem Freunde des 0815 Standardpornos werden sich hier vermutlich ziemlich umschauen. Die Darstellerinnen in "absoluteWOMEN" sind Frauen mit was zum Anpacken dran, tragen Körperschmuck und Intimpiercings und sind mit vollem Körpereinsatz vor der Kamera tätig.
Des Weiteren ist "absoluteWOMEN" auch eine Art Premiere für das Modelabel "Mondin". Das Label von MissEve findet in den stilvollen Bildern des Paarpornos eine reizvolle Werbeplattform, sind doch alle Darstellerinnen in Kleidungsstücke aus dessen Kleidungsfundus gewandet (wobei hier sehr gerne sehr wenig verdeckt wird.
).
"Mondin" versteht sich als Kleidungsquelle für die weibliche, sinnliche und starke Frau. Eben genau jener Typ Frau, der sich in "absoluteWOMEN" schon einmal das vermeintlich starke Geschlecht zur Brust bzw. zum Strap-On nimmt. Leichte, transparente Spitzenstoffe bilden dabei die Basis der Kollektion und ergeben in Kombination mit schweren Stoffen und Federn Kleidungsstücke für diverse frivol erotische Anlässe.
Ein weiteres Kleidungsstück aus dem "Mondin"-Angebot
Und noch ein Kleidungsstück aus dem "Mondin"-Angebot
Stilvolle und erotische Sexszenen dominieren "absoluteWOMEN"
Die Sexszenen machen durchweg Spaß. Insbesondere die Lesbosexszene aus Szene zwei ist definitiv eine Entdeckung wert, wird hier doch sehr innig, intensiv, leidenschaftlich und vor allem in aller Langsamkeit der Fleischeslust gehuldigt.
Diese Langsamkeit hat der gesamte Film für sich entdeckt. In den Sexszenen hat diese Langsamkeit dann etwas extrem Genießerisches, in den wenigen Szenen abseits des Sexes wirkt sie aber auch ein wenig streckend. Vor allem bei einer Zweit- oder Drittsichtung dürfte kaum eine der Szenen abseits des Sexes Gnade vor dem Auge des Zuschauers finden.
Die Szenen selbst sind, wie bereits angedeutet, sehr interessant gefilmt. Hier und da werden durchaus verschiedene Stilmittel bedient (Schwarz-Weiß-Szenen, Bildüberblendungen), die Kamera ist beständig in Bewegung und immer auf der Suche nach der besten Perspektive, die Schnitte sind interessant gesetzt und die ausgewählte Musik ist zumeist sehr atmosphärisch. Geschmackssache dürfte die durchweg sehr helle Ausleuchtung der Sexszenen sein. Diese ist zwar nicht ganz auf dem kalten Niveau gängiger Hochglanzpornos, aber nah dran.
"absoluteWOMEN" öffnet sich dem Mainstream, ist aber keiner.
"absoluteWOMEN" entpuppt sich als Film, der sich in seiner Ästhetik und seiner erstaunlichen "Nichtzeigefreudigkeit" vornehmlich an "pornofremde" Frauen und Männer sowie experimentierfreudige Paare richtet, die hier abseits des Mainstreams einen Weg ins Pornoland finden könnten.
Doch auch für den "klassischen" und aufgeschlossenen Pornogucker ist der Film durchaus geeignet. Dieser und jeder andere willige Zuschauer sollte sich allerdings im Vorfeld klar machen, dass viele hier genannte "Vorteile" des Filmes - je nach Sehgewohnheiten - ganz schnell zum Nachteil werden könnten:
Die Damen in absoluteWOMEN sind keine klassischen Pornoschönheiten. Die Sexszenen haben mit den üblichen Rein-Raus-Nummern normaler Pornos nichts gemein und verwehren sich deren Ästhetik, Abläufen und Gestaltungsmitteln rundweg. Die AlexD Fans der alten Schule werden mit diesem fast schon komplett fetischfreien Streifen gar nicht glücklich werden und so manche Spielerei (wie AlexD Vorliebe für aufgepumpte Riesenschwänze) könnte selbst manch aufgeschlossenem Pornofilmgucker quer einfahren.
Soll heißen: "absoluteWOMEN" öffnet sich dem Mainstream ziemlich weit, ist aber definitiv kein Vertreter des gewohnten Standardgerammels. Die Macher bemühen sich um atmosphärisch stimmige Szenerien (Settings, Kleidung, passende Musik), schöne Bilder, natürliche Darstellerinnen und authentische und vor allem saftige Sexeinlagen, lassen sich aber nicht vollends von den Regeln irgendeiner Pornounterart vereinnahmen. Und das ist auch gut so …
Die DVD von "absoluteWOMEN"
Die DVD von "absoluteWOMEN" kommt in einer hübschen Metallsonderverpackung und transportiert den Film in guter Bild- und Tonqualität. Die weitgehende Abwesenheit von Dialog macht den Film universell verständlich. An Extras haben es ein kleines "Making Of" und ein "Mondin" Werbetrailer auf den Silberling geschafft. Ein DVD-Rom Part liefert weitere Bilder und Informationen zu den Protagonisten und zur Insel St. Martin.
In Sachen Käuflichkeit des Produktes wird es ein wenig schwierig. Denn die Macher haben beschlossen, den Film nicht für die üblichen Erotik- und Pornoshops freizugeben. Über die Webseite zum Film absoluteWomen.net findet ihr einen Online-Shop namens "differenttaste", der den Film vertreibt.
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