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Dildos und Vibratoren aus Holz selber bauen

In wenigen Schritten zum selbstgebauten Holz-Sextoy

In unserem Artikel Sexspielzeug selber basteln haben wir euch bereits einige Möglichkeiten nahe gelegt, wie ihr in einfachen, wenig aufwändigen Schritten eure eigenen Sextoys basteln könnt. Heute gehen wir einen Schritt weiter und erklären euch, wie ihr euch euren eigenen Dildo aus Holz herstellen könnt! Und wer dann noch nicht genug hat und weiter basteln möchte, der bekommt sogar die Anleitung für die simple Herstellung eines Vibrators aus Holz geboten! Also: Einmal in die Hände gespuckt und auf geht’s!

Wie baue ich einen Holzdildo selbst?

In diesem Artikel möchte ich erklären, wie man sich ohne große Mühe einen Holzdildo und sogar einen Holzvibrator selber bauen kann. Sofern man keine großen Ansprüche stellt, benötigt man noch nicht einmal besonders viele Geräte und erst recht keine großen Investitionen.

Zunächst gilt es, das richtige Holz zu finden!
Zunächst gilt es, das richtige Holz zu finden!
 

Ich werde in diesem Beitrag unterschiedliche Vorgehensweisen und Möglichkeiten vorstellen, damit jeder für sich selbst entscheiden kann, wie er oder sie vorgehen möchte. Fangen wir zunächst mit einem Dildo aus Holz an, denn um einen Holzvibrator herzustellen, braucht man erst einmal einen Holzdildo.

Hierfür gibt es zwei Varianten.

 

Einen Dildo aus Holz selbst drechseln

Entweder man besitzt eine Drechselbank für Hobbydrechsler und kann einen Dildo aus Holz drechseln, oder man muss sich nach einer einfachen Alternative umschauen. Sofern man eine Drechselbank besitzt, braucht man zunächst ein Stück Holz zum Drechseln. Meine Empfehlung ist ein Stück Holz mit den Maßen 40 x 40 x 260 mm als Werkstück. An beiden Enden des Holzes sucht man zuerst die Mitte des Werkstücks. Hierbei kann man ganz einfach mit Hilfe eines Lineals die jeweils gegenüberliegenden Ecken mittels einer Linie verbinden, um dann in dem Punkt, in dem sich die (logischerweise zwei) Linien kreuzen, die Mitte zu finden.

Glücklich ist, wer eine Drechselbank sein eigen nennt... Ansonsten tut es auch ein Besenstiel!
Glücklich ist, wer eine Drechselbank sein eigen nennt... Ansonsten tut es auch ein Besenstiel!
 

Markiert auf beiden Seiten die Mitte, indem ihr einen Nagel ein wenig hineinhämmert und wieder herauszieht. Nun spannt das Holzstück auf die Drechselbank. Achtet darauf, dass ihr auf beiden Seiten vom Holz genau die markierte Mitte einspannt. Nun beginnt man mit dem Drechseln, bis man die richtige Form und Länge und den idealen Durchmesser erreicht hat.

Vergesst nicht, an der Kopfseite eine Rundung einzuarbeiten! In unserem Beispiel gehen wir von einer Länge von 20 cm und einem Durchmesser von 3 cm aus. Sobald man diese Maße erreicht hat, fängt man an, direkt auf der Drechselbank den angehenden Holzdildo zu schleifen. Hierzu nehmen wir Schleifpapier mit der Körnung 40 und für den Endschliff Schleifpapier mit der Körnung 120.

Die beiden Enden werden später abgesägt und mit Hilfe von einem Dremel oder auch per Hand (sehr mühselig) in Form gebracht und auch geschliffen. Nun haben wir einen Rohling, mit dem man weiterarbeiten kann.

 

Die Schnellvariante für alle ohne Drechselbank

Wer keine Drechselbank besitzt und erst recht keine Ahnung hat, wie man drechselt, der kann sich ganz einfach, schnell und ohne großen Aufwand Abhilfe schaffen. Sicherlich findet sich in den meisten Haushalten irgendwo im Keller oder im Gartenhäuschen ein alter Besenstiel aus Holz. Sollte man gerade keinen Besenstiel übrig haben, kann man sich für wirklich kleines Geld einen Besenstiel im Baumarkt des Vertrauens kaufen. Meistens haben Besenstiele oben am Kopf eine Rundung. Das ist natürlich von größter Wichtigkeit, da dies die erste Voraussetzung für einen Holzdildo ist.

Auch sollte man auf den Durchmesser des Besenstiels achten. In der Regel variieren die Durchmesser zwischen etwa 2 bis 3 cm. Wir gehen davon aus, dass unser Lieblingsbaumarkt in seinem Sortiment einen Besenstiel mit einem Durchmesser von etwa 3 cm hat.

Den Besenstiel nehmen wir und messen von der Kopfseite aus 20 cm und markieren die Stelle. Mit Hilfe einer Tischsäge, Kreissäge, Stichsäge oder - wenn es gar nicht anders geht - einer Handsäge sägen wir an der markierten Stelle. Wichtig ist hierbei vor allem, dass man sich Zeit lässt und sehr langsam, gerade und präzise vorgeht. Nachdem wir zu Ende gesägt haben und unseren Rohling in der Hand halten, empfehle ich mit einem Schleifpapier der Körnung von mindestens 120 den Rohling noch ein wenig glatter zu schleifen. Besenstiele sind eigentlich in der Regel recht gut geschliffen, aber es schadet nicht, wenn man ein wenig nachschleift.

 

Splitterfrei und hygienisch: Die wichtigsten Merkmale deines neuen Dildos

Mit beiden Methoden hat man erreicht, dass man einen Dildo-Rohling besitzt. Aber der Rohling ist keinesfalls als Holzdildo einsetzbar! Trotz eines perfekten Schliffs kann es immer noch passieren, dass sich einzelne Fasern des Holzes lösen und dem Anwender ernsthafte gesundheitliche Schäden zufügen. Außerdem ist der Rohling noch nicht konserviert und daher ein Eldorado für Keime, Bakterien und Pilze (Schimmelpilze).

 

Öle eignen sich nicht zum Versiegeln des Holzdildos

An dieser Stelle rate ich vom Ölen ab. Öle für die Anwendung auf Holzoberflächen basieren in der Regel auf kaltgepressten Pflanzenölen. Solche Öle sind natürlich eine Einladung für Keime, Bakterien und Pilze und daher nicht zu empfehlen. Außerdem werden sich bei langfristiger Nutzung Holzfasern lösen und splittern, weshalb ich das Ölen definitiv ausschließen möchte.

 

Kinderspielzeugtauglicher Klarlack ebnet den Weg zum Holzdildo

Für Hygiene und Sicherheit bedarf es Lack, Lack, Lack und nochmals Lack!
Für Hygiene und Sicherheit bedarf es Lack, Lack, Lack und nochmals Lack!
 

Daher nehmen wir für unseren Holzdildo einen kinderspielzeugtauglichen Klarlack. Natürlich können wir auch kinderspielzeugtaugliche Lacke in den verschiedensten Farben verwenden, aber ich denke, für unser Beispiel ist ein Klarlack besser, weil wir auch die Holzstruktur erhalten möchten. Im Übrigen: Selbst bei der Anwendung von farbigen Lacken empfehle ich die Anwendung von Klarlack als Endversiegelung.

Kinderspielzeugtauglichen Klarlack bekommt man schon in der kleinsten Einheit von 125 ml Dosen in jedem gut sortierten Baumarkt. Der Kostenpunkt liegt hierbei bei etwa 2 bis 5 Euro. Mit dem Klarlack wird der Rohling dick bestrichen. Achtet darauf, dass keine Tränen entstehen. Sollten Tränen entstehen, und das ist in der Regel der Fall, weil man den Klarlack sehr dick aufträgt, dann ist dies nicht weiter schlimm.

Fertig ist der erste selbst gebastelte Dildo!
Fertig ist der erste selbst gebastelte Dildo!
 

Am nächsten Tag, nachdem der Klarlack auf dem Rohling getrocknet ist, lackieren wir den Sockel und die Unterseite des Rohlings. Wieder am nächsten Tag, wenn Sockel und Unterseite getrocknet sind, schleifen wir den lackierten Rohling mit einem Schleifpapier der Körnung 240, bis der Rohling von allen Seiten glatt und geschmeidig ist. Achtet darauf, dass Tränen perfekt weggeschliffen werden! Keine Angst, wenn der Rohling durch das Schleifen nicht mehr glänzt und eventuell ein wenig milchig wirkt.

Nach dem Schliff putzen wir den Dildo mit Hilfe eines trockenen Tuches und lackieren den Rohling erneut. An dem darauffolgenden Tag lackieren wir den Sockel und den Boden des Rohlings. Bei der zweiten Lackschicht muss darauf geachtet werden, dass man eine dünne Schicht aufträgt und vor allem, dass keine Tränen entstehen. Eigentlich ist der Holzdildo nach der zweiten Lackschicht und nach der Trocknung einsatzbereit, aber ich empfehle eine dritte Lackschicht aufzutragen. Der Rohling braucht vor der dritten Lackschicht nicht erneut geschliffen zu werden.

Spätestens jetzt hat man einen perfekten Holzdildo, der auch noch wasserfest ist und einem sicherlich lange Zeit Freuden bereiten wird.

Der Basteltipp

Die nächste Bastelstufe: Aus dem Holzdildo wird ein Holzvibrator

Aber was ist, wenn wir nun einen Holzvibrator haben möchten? Sicherlich hat Ottonormalo nicht die Möglichkeit, die Technik für die Vibration und das Batteriefach selber zu bauen. Auch die oftmals im Internet angepriesene Variante, den Motor und einige Kleinteile bei einem Modellbau-Fachgeschäft zu kaufen, halte ich erstens für sehr teuer und zweitens für sehr aufwändig in der Montage.

Ich denke, dass es für den privaten Eigenbau in Ordnung sein wird, wenn man einen bereits fertigen Vibrator für den Einbau nimmt. Die Auswahl an Vibratoren ist im Zeitalter des Internets sehr groß und es lässt sich mit ein wenig Suche auch ein passender und preisgünstiger Vibrator finden.

Da wir nun einen Holzvibrator und keinen Holzdildo bauen möchten, muss der Rohling anders bearbeitet werden. Die Arbeitsschritte bleiben lange Zeit die gleichen, doch bevor wir bei dem Rohling die erste Lackschicht auftragen, muss eine Bohrung vorgenommen werden. Vor der Bohrung muss der ausgewählte Vibrator, der einzubauen ist, bereits vorhanden sein, da wir vor der Bohrung den richtigen Durchmesser und die richtige Länge wissen müssen.

Wir gehen von einem Vibrator mit dem Durchmesser von 2 cm aus (Vibratoren mit einem Durchmesser von 2 cm sind recht gut auf dem Markt vertreten). So ist gewährleistet, dass unser 3 cm dicker Holzrohling bzw. dessen "Wände" nach der Bohrung eine Mindestsicherheitsstärke von 0,5 cm besitzen. Man sollte diese Mindestsicherheitsstärke keinesfalls missachten!

 

Der schwierigste Schritt beim Bau eines Holzvibrators: Die Bohrung

Bei dem Dildo-Rohling muss als erstes auf der Bodenseite die genaue Mitte gefunden werden. Mit Hilfe eines Lineals und einem feinen Stift dürfte das nicht weiter schwierig sein. Nachdem die Mitte auf der Bodenseite des Rohlings gefunden wurde, wird an dieser Stelle eine Bohrung vorgenommen.

Um die Bohrung zu setzen, bedarf es höchster Konzentration!
Um die Bohrung zu setzen, bedarf es höchster Konzentration!
 

Achtet darauf, dass die Bohrung nicht schief verläuft, sondern exakt gerade! Hierbei ist ein Tisch- oder Standbohrer die beste und einfachste Alternative. Heutzutage finden sich sicherlich öfters kleine Standbohrmaschinen in den Kellern von Hobbybastlern als noch vor einigen Jahren. Bei der Bohrung muss man nicht nur die richtige Bohrgröße haben, sondern muss auch sehr präzise auf die Länge der Bohrung achten.

Hierzu misst man vor der Bohrung die Länge des einzubauenden Vibrators. Beginnend mit der Kopfseite, misst man bis zur ersten Kante vom Schraubverschluss des Batteriefachs. Denn es würde nur wenig Sinn machen, wenn der Schraubverschluss beim Einbau des Vibrators in den Rohling ganz oder auch nur teilweise verschwinden würde.

Die abgemessene Länge wird auf den Bohrer übertragen und markiert. Zum Markieren nehme ich immer gerne Klebeband. Nun weiß man, wie tief die Bohrung sein muss. Wenn man die Bohrtiefe erreicht hat, schaltet man den Bohrer aus und dreht den Bohrer sehr vorsichtig und vor allem per Hand aus dem Rohling. Achtet bitte darauf!

Nach der Bohrung wird wie bereits beschrieben lackiert. Achtet darauf, dass die Bodenseite mit lackiert wird, damit sich der Vibrator später bei Wasserkontakt nicht an der Bodenseite mit Wasser vollsaugt und unser Vibrator so bald kaputt geht. Achtet allerdings darauf, dass kein Lack in die Bohrung hinein gelangt, da wir ansonsten mit dem Durchmesser Probleme bekommen, wenn der Vibrator eingebaut werden soll.

 

Der Einbau: Der Vibrator wird in den Holzdildo eingepasst

Zum Schluss wird der Vibrator eingebaut. Für den Einbau benötigen wir einen sehr guten Kleber, um den Rohling und den Vibrator miteinander zu verkleben. Meine Erfahrung ist, dass teuer oder Markenware nicht unbedingt auch gleich gut ist, aber ich möchte hier an dieser Stelle auch keine Werbung für ein Produkt machen. Daher überlasse ich jedem selbst seine Wahl bei dem Kleber.

 

Oberstes Gebot beim Sextoy-Bau: Sorgfältiges Arbeiten

Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass es bei einem Sextoy, erst recht bei einem Sextoy aus Holz, sehr darauf ankommt, das man genau arbeitet. Außerdem ist es bei dem Material Holz auch so, dass man sich nach dem Material richten muss, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

Lasst das Vibrieren beginnen!
Lasst das Vibrieren beginnen!
 

Auch kann der kleinste Fehler oder die kleinste Unachtsamkeit bei der Herstellung gravierende Folgen bei der Nutzung haben. Das heißt im Klartext: Wer sich selbst einen Holzdildo oder Holzvibrator bauen möchte, haftet selbst für den Bau und das Endprodukt und kann weder meine Person noch den JOYclub haftbar machen.

Ich hoffe es hat euch Spaß gemacht meinen Beitrag zu lesen und vielleicht habt ihr Lust bekommen, euch einen Holzdildo oder Holzvibrator selber zu bauen.

© Text: Ramin/SeSin Erotics
© Bilder: pan_und_Syrinx

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