Rhabia

Autorin · 53 Jahre
Heidelberg

mit 44

Ich bin vierundvierzig

„Ja und?“ werden jetzt einige sagen. „Was ist daran besonders?“
Irgendwie nichts. Und irgendwie alles. Irgendwie ist das ein blödes Alter. Ein bisschen so, wie mit sechzehn. Nicht Fisch, nicht Fleisch.
Die Zeit der Brandstifter ist vorbei. Keine großen Abenteuer und Weltverbesserungsvorschläge mehr. Das Leben ist nicht mehr so hart, wie es mit zweiundzwanzig war. Das Gröbste hab ich hinter mir. Aber wenn ich mich umsehe, haben viele es „geschafft“. Ich nicht. Irgendwie fehlt mir dir richtige Richtung.
Jung bin ich nicht mehr. Aber eben auch noch nicht alt. Irgendwie dazwischen. Das Leben zieht in Spiralen an mir vorüber. Manchmal klebrigsüß wie Birnengelee. Theoretisch könnte ich sogar noch Kinder kriegen. Muss ich aber nicht mehr wollen. Das Ticken von biologischen Uhren beeindruckt mich nicht mehr. Insofern könnte ich das Leben gelassen angehen.
Männer meines Alters fühlen sich noch jung. So jung, dass sie magnetisch angezogen werden, von zweiundzwanzigjährigen Mädels. Vielleicht, weil sie sich morgens nicht schminken und deshalb vergessen, einen Blick in den Spiegel zu werfen. Trapper auf der Pirsch. Aber immerhin, für einen One-Night-Stand müssen sie noch nicht bezahlen.
Ab und zu hab ich auch mal ein Date. Aber leider ist mit vierundvierzig ein Date nicht wirklich ein Rendezvous, sondern ein Bewerbungsgespräch mit einem potentiellen Lebenspartner. Und das kann sich hinziehen, wie Kaugummi. Also alles andere, als entspannt!
Aber irgendwer muss ja die Blagen durchfüttern, oder nicht?
Die Herren suchen selbstständige, schöne, gebildete Frauen ohne Kinder, die für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen, ihnen sexuelle Erfüllung bieten und ansonsten keine weiteren Ansprüche stellen. Na ja, die Zeit wird sie von diesen Flausen auch noch heilen.
Die Frauen suchen Wunscherfüller die an ihrem Leben teilnehmen.
Da prallen Welten aufeinander.
Natürlich führen unverheiratete vierundvierzigjährige Männer „offene Beziehungen“ mit toleranten Frauen. Sie vögeln sich durch sämtliche Betten, ohne die Verantwortung für eine wirkliche Beziehung auf sich nehmen zu wollen.
Wo nehmen die nur alle die toleranten Frauen her?
Nein, ich bin nicht tolerant. Jedenfalls nicht so. Und das ist das Problem. Aber es ist mein Problem.
Eigentlich ist vierundvierzig ein tolles Alter. Ich fühle mich wohl in meinem Körper, weiß wer ich bin und wo ich stehe.
Ok, der Verfall beginnt so langsam, die Knochen krachen bei akrobatischen Sexspielchen und ab und zu überkommt mich auch schon mal die Müdigkeit und ich schlafe unter den Händen eines Spielgenossens ein. Aber immerhin bietet man mir im Bus noch keinen Sitzplatz an!
Dafür weiß ich, wer ich bin und was ich nicht will. Was ich will, das weiß ich vielleicht mit sechsundsechzig.
Hab neulich gelesen, dass die meisten vierundvierzigjährigen Männer schon mal Viagra ausprobiert haben. Ob ich vielleicht doch mal einen Minderjährigen verführen sollte?
Ich bin vierundvierzig.
Irgendwie ein blödes Alter. Nicht mehr jung, aber auch noch nicht alt. Und mit Sicherheit weit entfernt von Midlife-Krisis und Wechseljahren. Hoffe ich…
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