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Labienkorrektur – mein Weg

Wie mich eine Operation veränderte und doch nicht die Lösung war

Vielleicht hast du schon einmal darüber nachgedacht, ob dein Körper "normal" aussieht. Vielleicht kennst du diesen Moment, in dem Unsicherheit lauter wird als Lust. Genau dort begann mein Weg – ein Weg, der mich zu einer Vulvalippenkorrektur führte und später zu der Frage, was wahre Selbstannahme eigentlich bedeutet.

Von einem weiblichen JOYclub-Mitglied

Als mir klar wurde: Ich sehe nicht aus wie die anderen

Ich war 13, als ich zum ersten Mal bewusst bemerkte, dass meine Vulva anders aussah als die meiner Freundinnen. Wir waren offen miteinander, wir waren neugierig, wir zeigten uns körperlich unbefangen. Trotzdem sah ich bei ihnen etwas, das mir fehlte: innere Schamlippen, wie ich sie damals noch nannte, die kaum sichtbar waren. Bei mir war es anders.

 
Und obwohl niemand jemals etwas Negatives gesagt hatte, fühlte ich mich plötzlich zu viel. Dieses Gefühl setzte sich fest. Es wuchs leise, aber stetig – durch Teenagerjahre, frühe sexuelle Erfahrungen und die vielen Bilder, die mir zeigten, wie ein Körper vermeintlich auszusehen hat.
 

Die Unsicherheit wirkte unterschwellig weiter. Ich ging ungern in die Sauna. Ich wollte mich im Freundeskreis nicht nackt zeigen. Bei intimen Begegnungen blieb ich oft im Kopf statt im Körper. Ich konnte mich schwer fallen lassen, besonders beim Oralsex. Ich schämte mich – ohne, dass mich jemand je beschämt hätte. Das Gefühl kam aus mir selbst.

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Warum ich mich für die Operation entschied

Mit Anfang 20 wuchs der Wunsch, etwas zu verändern. Erst leise, dann deutlicher. Die inneren Labien fühlten sich für mich wie eine Grenze an, die zwischen mir und meinem Körper stand.

Ich spürte, wie stark mich dieses Thema beeinflusste. Ich wollte mich wohlfühlen, mich zeigen können, mich beim Sex hingeben können, ohne diese innere Stimme, die immer wieder flüsterte: Du bist anders.

Niemand ermutigte mich zu diesem Schritt. Manche fanden es sogar unnötig. Aber ich hatte mich entschieden. Und wenn ich etwas wirklich will, lasse ich mich selten davon abhalten. So kam es, dass ich mit 27 schließlich den Eingriff plante – obwohl ich innerlich eine Mischung aus Hoffnung, Angst und Verwirrung trug.

Erfahrungsbericht Brust-OP

Die Tage vor der OP: Erwartungen, Sorgen und Unsicherheiten

Vor der Operation beschäftigten mich mehrere Ängste gleichzeitig. Wird das Ergebnis so aussehen, wie ich es mir wünsche? Werde ich Empfindungsstörungen haben? Was ist, wenn ich nicht mehr zum Orgasmus komme? Diese Fragen begleiteten mich intensiv.

Ich wusste nicht, wie hoch das Risiko wirklich ist. Ich wusste nur, dass jede Operation Unsicherheiten mit sich bringt – von der Narkose bis zur Heilung. Und obwohl ich versuchte, rational zu bleiben, war da ein großer emotionaler Druck.

 
Ich wollte mich endlich 'richtig' fühlen. Ich wollte dazugehören. Ich wollte meinen Körper annehmen können.

Der Operationstag: ein chaotischer Start

Der Tag der OP begann alles andere als ruhig. Falsche Informationen der Klinik, ungeklärte Kosten, ein Arzt, der mich schon mal abgewiesen hatte – all das machte mich nervös.

Ich war nüchtern, angespannt, und musste plötzlich meine Kreditkarte aus der Wohnung holen, um die OP bezahlen zu können. Dieser Auftakt fühlte sich nicht gut an. Gleichzeitig dachte ich: "Jetzt bin ich schon hier. Jetzt ziehe ich das durch."

Die Operation selbst verlief schnell und ohne Komplikationen. Als ich aufwachte, holte mich meine Mutter ab. Körperlich ging es mir gut. Doch emotional war ich erschöpft und unsicher, was mich erwartete.

Das Ergebnis – und die Ernüchterung

Als die Schwellungen zurückgingen, sah ich ein Ergebnis, das mich irritierte. Die inneren Labien waren zwar gekürzt worden, doch die Klitorisvorhaut – die bei mir anatomisch stärker ausgeprägt war – blieb unverändert. Dadurch sah meine Vulva kaum anders aus als vorher. Ich war nicht wirklich zufrieden.

Gleichzeitig musste ich mir eingestehen, dass meine Erwartungen nicht realistisch waren. Ich hatte gehofft, durch die OP ganz anders zu werden. Vielleicht sogar schöner. Vielleicht richtiger. Doch das war ein Wunsch, der viel tiefer ging als Haut und Gewebe.

 
Vulven sind vielfältig, du musst es nur erkennen.
Vulven sind vielfältig, du musst es nur erkennen.
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Erste sexuelle Erfahrungen nach der OP

Trotz des nur teilweise erfüllten Wunsches fühlte ich mich direkt nach der Heilung freier. Ich konnte leichter genießen, ließ mich beim Oralsex eher fallen und merkte, wie sich meine Ausstrahlung veränderte. Ich zog auf einmal Menschen an, die sehr viel offener für meine Lust waren – oder vielleicht war ich es selbst. Ich hatte ihnen innerlich die Erlaubnis gegeben.

Und dennoch: Die tiefe Unsicherheit blieb bestehen. Die OP hatte etwas verändert, aber nicht alles. Sie war ein Türöffner, doch nicht die Lösung.

Selbstbetrachtung

Die Erkenntnis: Es war nie nur mein Körper

Heute weiß ich: Mein eigentliches Thema war nie meine Vulva. Ich trug ein verzerrtes Körperbild in mir, geprägt von Medien, von generationsübergreifenden Vorstellungen, von fehlenden Vorbildern, die ihre Sexualität frei lebten.

Ich habe viele Jahre gebraucht, Therapie gemacht, Coachings besucht, mich intensiv mit Weiblichkeit, Lust, Selbstannahme und Körperwahrnehmung beschäftigt.

 
Dadurch wurde mir klar: Keine Operation der Welt heilt mangelnden Selbstwert. Sie kann eine Erleichterung sein. Sie kann Türen öffnen. Aber sie ersetzt nicht die innere Arbeit.

Von der Außen- zur Innenschau

Würde ich mich wieder operieren lassen?

Ja – und nein. Ich würde die Entscheidung von damals nicht rückgängig machen. Die OP hat mir neue Erfahrungen ermöglicht und mich auf einen Weg gebracht, der mich tief in meinen Selbstwert geführt hat. Aber mit dem Bewusstsein, das ich heute habe, würde ich diesen Schritt nicht noch einmal gehen. Nicht bei dieser Ausgangssituation. Nicht, wenn der Wunsch eigentlich nur ein Ruf nach mehr Selbstannahme ist.

Ich verstehe jedoch alle Menschen, die leiden, körperlich oder seelisch. Es gibt hier kein Schwarz oder Weiß. Jede Person hat das Recht, eigene Entscheidungen über den eigenen Körper zu treffen.

 
Wichtig ist nur, ehrlich hinzuschauen: Welche Sehnsucht steckt wirklich dahinter?

Was ich mir gesellschaftlich wünsche

Ich wünsche mir, dass Vielfalt sichtbarer wird. Dass wir anerkennen, wie unterschiedlich Vulven aussehen können – und dass genau das wunderschön ist.

Ich wünsche mir mehr Wertschätzung für Körper, die nicht einem angeblichen Ideal entsprechen, sondern lebendig, individuell und einzigartig sind.

Und ich wünsche mir Räume, in denen über Vulven, Sexualität, Lust und Scham gesprochen werden kann, ohne Bewertung, ohne Druck, ohne Normen, die niemandem guttun.

 
Vulva-Ausstellung von Kathi Loop: ein Raum, der Diversität sichtbar macht.
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Was du für dich mitnehmen kannst

Wenn du selbst über eine Schamlippenkorrektur nachdenkst, lade ich dich ein, ganz ehrlich in dich hineinzuhören.

  • Was wünschst du dir wirklich?
  • Woher kommt der Wunsch?
  • Fühlst du dich körperlich eingeschränkt – oder ist es eher ein innerer Schmerz, der gesehen werden möchte?

Mein Weg war nicht gradlinig, aber er hat mich zu mir selbst geführt. Und genau das wünsche ich dir auch: Dass du deinen Körper annimmst, deine Lust entfaltest und dich in deiner Einzigartigkeit wertschätzt – so, wie du bist.


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