Ich war fast 30, als ich das erste Mal eine Frau küsste. Auch in den Jahren danach konnte ich meine sexuellen Erfahrungen an einer Hand abzählen. Warum ich dennoch den Sprung in die JOYclub-Community gewagt habe, erzähle ich in meiner Geschichte.
JOYclub-Mitglied Oskar über seine Erfahrungen, aufgeschrieben von kinkyminky
Sexualität – eine leise Verheißung
Zuhause wurde kaum über Liebe oder Körper gesprochen. Meine Eltern klärten mich zwar auf und ich wusste, wo die Babys herkommen, aber vieles blieb unausgesprochen. Die wirklich wichtigen Informationen erhielt ich von meinem besten Freund, der BRAVO und einschlägigen Magazinen, die wir heimlich im Elternhaus meines Freundes lasen.
Sexualität war für mich immer etwas Verheißungsvolles. Einer anderen Person so nahe zu sein, sie zu berühren, mich berühren zu lassen, stellte ich mir wunderschön vor.
Gleichzeitig empfand ich es als respektlos, wie abfällig Gleichaltrige über Mädchen oder deren Körper sprachen. Das war mir zuwider, genauso wie der schlichte Wunsch nach Penetration. Ich wusste schon, dass Frauen kaum über das stumpfe Rein-Raus zum Orgasmus kommen. Aktiv auf Mädchen zuzugehen, lag dennoch weit außerhalb meiner Vorstellungskraft.
Während meine Fantasien zaghafte Wurzeln schlugen, suchte ich erste Erfahrungen – versteckt, neugierig, voller Unsicherheit. In der Pubertät erkundete ich zusammen mit anderen jungen Männern diese unbekannte Welt. Wir hatten immer Angst, dass wir von unseren Eltern erwischt werden. Gefühle spielten da keine Rolle, wir waren neugierig und erforschten unsere Sexualität.
Frauen gegenüber blieb ich auch im jungen Erwachsenenalter sehr schüchtern. Einfach so zu flirten, eine Frau anzusprechen – konnte ich mir nicht vorstellen. Oft verliebte ich mich, konnte meine Gefühle aber nicht ausdrücken. Für das weibliche Geschlecht war ich nur als Schulter zum Anlehnen da.
Das frustrierte mich so, dass ich mit Mitte 20 auch darüber nachdachte, zu einer Sexarbeiterin zu gehen. Aber ich konnte mir erfüllenden Sex nicht ohne Liebe vorstellen.
Die ersten Male: geflasht, nervös, zu schnell
Als ich knapp 30 war, änderte sich alles: Wir waren mit einer Freundesgruppe in der Dominikanischen Republik. Einer der Kollegen machte dann den Besuch in einem Club klar, wo wir schnell von mehreren schönen Frauen empfangen wurden.
Doch der Knoten war geplatzt und ich wollte mehr. In den folgenden Jahren traf ich mich immer wieder mit Sexarbeiterinnen. Davon kann man halten, was man will – für mich war es eine Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln. Ich würde deshalb auch andere Menschen ohne sexuelle Erfahrung nicht verurteilen, wenn sie diesen Weg gehen. Meine Erlebnisse mit Frauen waren oft ähnlich: Ich bekam keine Erektion oder kam zu schnell, weil ich so aufgeregt war.
Irgendwann führte mich das Leben zu meiner ersten Partnerin. Ich lernte sie über ein Inserat kennen und es dauerte nicht lange, bis wir bei ihr zu Hause auf der Couch saßen und sie die Initiative ergriff. Dass ich als Absoluter Beginner* keine Erfahrung mit partnerschaftlichem Sex hatte, verschwieg ich ihr lieber. Vielleicht war auch deshalb mein erstes Mal mit ihr richtig schön.
Doch in meinem Innersten fehlte etwas: Vertrauen in mich selbst, in meinen Wert. Unsicher klammerte ich mich an diese erste zarte Liebe – vielleicht zu sehr. Ich denke, das ist der Grund, warum sie mich später verließ.
*Absolute Beginner, oder ABler/ABs (engl: Absolute Beginners), sind Menschen, die auch im Erwachsenenalter keine oder wenig sexuelle und partnerschaftliche Erfahrungen gesammelt haben. Im Gegensatz zu anderen Personen, die bewusst darauf verzichten, Erfahrungen mit Beziehungen und Sex zu machen – etwa bei asexuellen oder zölibatär lebenden Menschen – leben ABler unfreiwillig enthaltsam.
Sexuelles Neuland entdecken
In den JOYclub kam ich im Alter von 40 über eine Bekannte, die von einer anderen Plattform hierhin gewechselt war. Daraufhin meldete ich mich auch an, brauchte aber eine Weile, bis ich mich auskannte und mein Profil ausgefüllt hatte. Mittlerweile sind es fast 20 Jahre, die ich im JOYclub bin.
Ich lernte, richtig zu küssen und besuchte mit meinen Dates Swingerclubs. Wenn aus mir auch nie ein begeisterter Swinger wurde, finde ich die Ausstattung dieser Clubs bis heute spannend.


Am leichtesten knüpfte ich Kontakte über gemeinsame Aktivitäten in Gruppen oder den Austausch im Forum. Selten schrieb ich Profile direkt an – es fühlte sich für mich stimmiger an, erst ins Gespräch zu kommen. Oft entstanden Verbindungen ganz beiläufig, über gemeinsame Interessen, ohne dass der Flirt im Vordergrund stand. Manchmal vergingen Wochen oder sogar Monate, bevor aus einem freundlichen Austausch ein Date wurde. Und auch heute noch geht es mir nicht darum, möglichst viele Sextreffen zu haben – sondern um echte Begegnungen, die sich für beide richtig anfühlen.
Einmal spielte ich auch Amor: Eines meiner Dates nahm ich zu einem Stammtischtreffen mit, wo sie eine andere Frau kennenlernte, mit der sie heute verheiratet ist. Ich hatte mich schon gewundert, warum sich meine Bekannte nach dem Treffen nicht mehr meldete. Später gestand sie mir, sich Hals über Kopf verliebt und keine Zeit mehr für mich gehabt zu haben.
Vom Absoluten Beginner zum erfahrenen JOYler
Wen auch immer ich in meinen ersten JOYclub-Jahren traf – mit meinem geringen sexuellen Erfahrungsschatz ging ich nie hausieren. Mein Gefühl sagte mir, dass das eher abschreckend wirken würde. In der sexuellen Praxis habe ich hingegen nie Ablehnung erfahren. Auch in meinem Freundeskreis gab es nie blöde Sprüche, weil ich keine Frau hatte.
Heute blicke ich auf viele wertvolle sexuelle Erfahrungen zurück und genieße den Austausch mit anderen im JOYclub. Besonders in der Gruppe "Das erste Mal" fordere ich mich immer wieder selbst heraus, meine Komfortzone zu verlassen und auf neue Mitglieder zuzugehen. Es berührt mich jedes Mal, zu sehen, wie andere ABler ihre ersten Schritte wagen, neue Erfahrungen sammeln und dabei spürbar an Selbstvertrauen gewinnen.
Ungeküsst und JOYclub – passt das?
Für mich ist der JOYclub ein wunderbarer Ort, um neue Leute kennenzulernen – in einem Tempo, das sich gut und richtig anfühlt. Besonders der schriftliche Austausch hilft mir, weil ich mir dabei Zeit nehmen kann. Ich muss nicht sofort reagieren, nicht spontan eine perfekte Antwort parat haben. Das nimmt den Druck und lässt echte Verbindungen entstehen.
Ganz anders ist es, wenn ich im Alltag, etwa im Supermarkt, jemandem begegne. Schon die kleinste Hoffnung auf mehr lässt einen inneren Schalter umlegen – und plötzlich geht gar nichts mehr. In der Community hingegen kann ich in Ruhe ein Profil lesen, an gemeinsamen Interessen anknüpfen und einen Kontakt wachsen lassen, ohne Angst, etwas falsch zu machen.


Lass deine Chancen nicht liegen!
Für die Zukunft wünsche ich mir, wieder öfter Nähe zu erleben – echte, warme Begegnungen. Manchmal braucht es nur einen einzigen Moment der Offenheit, um sich selbst für ein neues Date zu öffnen.
Und ich weiß selbst am besten: Verpasste Chancen kommen nie wieder. Das ist auch ein Rat, den ich anderen Menschen mit wenig Erfahrung geben würde.
Für Menschen, die sich kaum vorstellen können, dass jemand auch im Erwachsenenalter noch keine sexuellen Erfahrungen gesammelt hat, wünsche ich mir vor allem eines: echtes Verständnis. Ein einfühlsamer und respektvoller Umgang macht es leichter, sich zu öffnen, Vertrauen zu fassen und neue Erfahrungen zuzulassen – ganz ohne Druck oder Angst.
Im Erwachsenenalter keinen Sex zu haben, ist gar nicht so ungewöhnlich. Aktuell zeigt eine große Meta-Studie, dass vor allem junge Leute später Sex haben als frühere Generationen. Doch trotzdem fühlen sich viele sexuell Unerfahrene als Exoten – dabei sind sie damit nicht allein.
Viele berichten, den Schritt ins Sexualleben einfach nicht geschafft zu haben. Im Jugendalter, wo andere in ihrem Umfeld ihre ersten Erfahrungen mit Sex und erster Verliebtheit machten, ergab es sich einfach nicht. Spätestens ab den frühen Zwanzigern fühlt es sich an, etwas Grundlegendes verpasst zu haben – und auf diesen zu schnell fahrenden Zug nicht mehr aufspringen zu können.
1. Bleib bei der Kontaktaufnahme entspannt und suche eher nach gemeinsamen Interessen statt nach Sex. Über das Forum und die Gruppen kommst du am leichtesten mit anderen ins Gespräch.
2. Wäg selbst ab, ob du anderen von deinem Erfahrungsstand erzählen möchtest. Manchmal kann es hilfreich sein, manchmal ist es für dein Gegenüber vielleicht zu viel Input.
3. Sei wählerisch. Bleib dir selbst treu und hab nur den Sex, den du auch wirklich willst. Jede Gelegenheit für Sex abzugreifen, nur um ihn zu haben, macht dich auf Dauer nicht glücklich.Keine Erfahrung – so what!?
Keinen Sex zu haben, ist nicht ungewöhnlich. Wenn du mehr Sex möchtest, werde selbst aktiv und suche den Sex und die Verbindungen, die dir gut tun. Sei mutig – so wie Oskar.
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