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Luftballon-Fetisch – Ein Looner klärt auf

Aufblasen, reiben, zerplatzen: Alles über die Ballon-Befriedigung
07. November 2017

Orgasmen bis zum Bersten – des einen Looners Ziel ist des anderen Looners Graus. Denn nicht alle Luftballon-Liebhaber ergötzen sich am Knall eines zerplatzenden Ballons. Doch eines haben Looner, die Anhänger der Luftballon-Erotik, gemeinsam: Ihr Fetisch bezieht sich auf aufblasbare Ballons in verschiedensten Formen und Farben.

Die Ursprünge für einen Ballonfetischismus sind komplexer sowie individueller Natur. Oft liegen die Wurzeln der sexuellen Prägung im Kindheitsalter, als Luftballons zum Equipment eines jeden Kindergeburtstags gehörten. Die emotionale Bindung zum Ballon wurde unter anderem von der Angst des Zerberstens oder der Herausforderung des Aufblasens beeinflusst. Auch bei Gesellschaftsspielen wie dem "Luftballon-Tanz" entstanden möglicherweise affektive Abhängigkeiten, die das Reiben an Ballons für Looner so erregend machen.

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Auch der weibliche Part von JOYclub-Paar Sarkasmousse fühlt sich zu Luftballons sexuell hingezogen. Im Interview berichtet uns die Loonerin, wie sie ihre Vorliebe für Luftballons entdeckt hat und wie sie ihre Lust als Looner auslebt.

Interview: Popper, Non-Popper oder doch Semi-Popper?

Luftballon-Sex meint einen objektbezogenen Fetisch. Welche Eigenschaften verhelfen Luftballons zum Lustobjekt?

Sarkasmousse: Luftballons sind weich und anschmiegsam, sie speichern Körperwärme und bestehen aus Latex. Für viele Fetischisten ist allein das Material schon reizvoll. Der Geruch ist speziell und ihre Farben, Formen sowie Muster vielfältig.

Luftballon-Sex ist ein weit gefasster Begriff. Manche Looner nutzen die Ballons direkt als Sextoy. Weibliche Looner wie ich reiben sich dann daran. Männliche Looner nutzen gerne die Öffnung von sogenannten "Geo"-Ballons. Diese sehen aus wie Donuts, also wie Kringel mit einem praktischen Loch in der Mitte. Wieder andere Looner, zum Beispiel Paare, ziehen Riesenballons mit Durchmessern von einem Meter und mehr vor. Die sind gleichzeitig sehr stabil, um das Gewicht von zwei normal gebauten Erwachsenen tragen zu können, ohne sofort zu zerbersten. So ist es möglich, den Ballon als Liebeskissen zu verwenden, was spannende Stellungen und einen rückfedernden Effekt zur Folge hat.

Luftballons waren zu Kindertagen ein Höllenspielzeug für mich.

Andere Looner setzen Luftballons eher passiv beim Liebesspiel ein, beispielsweise im BDSM-Kontext als Strafe. Der Knall kann einen hohen Schreckfaktor fördern. Auch als Hilfsmittel zur Bewegungseinschränkung durch Ballon-Bondage mit sogenannten Climb-In-Ballons, also Luftballons, in die man hineinklettern kann und die sich beim Ablassen der Luft eng um den Körper legen.

 

Wie hast du deine Vorliebe für Ballons entdeckt und wie gehst du mir ihr um?

Sarkasmousse: Der Austausch mit anderen Loonern hat mir gezeigt, dass mein "Werdegang" in Sachen Looner-Fetisch gar nicht so ungewöhnlich verlief. Im Gegenteil! Vielen anderen Loonern erging es genauso wie mir: Luftballons waren zu Kindertagen ein Höllenspielzeug für mich. Ich hatte Angst vor ihnen und kann mich gut an das Schreck- und Schlüsselerlebnis erinnern; eine schlechte Erfahrung, bei der ein Ballon in meiner Nähe zerplatzte und mich zu Tode ängstigte.

Ab da mied ich sie, so gut ich konnte. Die Latexgebilde wurden für mich zur belastenden Phobie. Ich wechselte die Straßenseite, wenn ich eine Ballontraube als Dekoration vor einem Geschäft sah, oder verließ sechs Haltestellen zu früh den Bus, nur weil ein Kind mit Heliumballon zustieg. Erst während der Pubertät entdeckte ich hinter dem Gefühl der Angst eine andere, mir bis dato unbekannte Emotion: Erregung.

Video: Loonerin Maggy BerLoon erzählt.


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Die Scham, die mich befiel, wenn ich solche Vermeidungsstrategien in Bezug auf Luftballons ausführte, sowie die Angst und das Adrenalin hatten auch eine erregende Wirkung auf mich. Anfangs war es nicht leicht für mich, mir das einzugestehen. Mit der Neigung habe ich über Jahre hinweg gehadert und mich auch gefragt, ob mit mir in diesem Punkt etwas nicht stimmte. Dann fand ich jedoch ein Forum, das sich mit dem Loonen beschäftigt. Dessen Mitgliederzahlen ließen mich aufatmen, ich war nicht die Einzige mit diesem speziellen Fetisch!

Etwa zur gleichen Zeit entdeckte ich damals auch meine BDSM-Neigung. Gerade in diesem weiten Feld können Scham, Furcht, Peinlichkeiten, Panik und Zwang sehr reizvolle und wirksame Werkzeuge sein. Und so dauerte es nicht lange, bis ich merkte, wie viel Spaß es machen kann, mit der eigenen Phobie – den Ballons – konfrontiert zu werden und somit BDSM und Loonen zu verknüpfen.

Verschiedene Partner konnten damit nur wenig bis gar nichts anfangen. Für mich ist der Fetisch aber auch ein sehr intimer Teil meiner Sexualität, den ich nicht mit jedem teilen mag. Mit meinem Mann und Herrn kann ich mich jedoch auch heute in diesem Bereich gut ausleben und habe "Frieden", sowohl mit der Neigung als auch mit der Phobie, geschlossen.

"Blow to pop"-Filme schaue ich mir gerne an, denn man sieht die Angst der Darstellerinnen vor dem Knall in ihren Augen.

Bleiben wir doch bei den pikanten Details: Auf welche Weise stimulieren dich Ballons noch?

Sarkasmousse: Auch ich sehe mir gerne Pornos an, nur dass meine Clips eben den Schwerpunkt "Looning" haben. Besonders gut gefallen mir Filme mit Frauen, die "sit to pops" praktizieren. Die den Ballon durch reiten oder einfach nur darauf sitzen zum Zerplatzen bringen. Auch "blow to pop", aufblasen bis zum Bersten, schaue ich mir gerne an, denn man sieht die Angst der Darstellerinnen vor dem Knall in ihren Augen. Für mich ist das purer "Secondhandmasochismus". Ich leide dann freudig mit ihnen, weil ich mich gut in sie hineinfühlen kann.

Ansonsten finde ich Gefallen daran, mit Ballons gequält, mit ihnen in einen Käfig gesperrt oder gezwungen zu werden, sie empfindlich weit aufzublasen. Außerdem binden mein Partner und ich sie ins Bondage ein. Auch bei der Selbstbefriedigung benutze ich Ballons gelegentlich als Toy.

 
Der rückfedernde Ballon erleichtert Stoßbewegungen.
Der rückfedernde Ballon erleichtert Stoßbewegungen.
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Klingt nach vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Sind Luftballons vielleicht die besseren Liebhaber?

Sarkasmousse: Luftballons werden für mich nur in Interaktion mit einem Partner oder einer Gruppe richtig spannend. Ich teile die Vorliebe gerne und überlasse meinem Gegenüber die Kontrolle, auch über die Luftballons. So steigt für mich der Spannungsfaktor und auch die Erregung. Denn ich weiß nie, was als nächstes passiert.

 

Bei wie vielen Ballons fängt die Luftballon-Liebe an, Spaß zu machen? Reicht einer aus?

Sarkasmousse: Mir persönlich genügt auch ein Ballon. Gerade wenn er eine schöne Farbe oder Form hat oder in die Kategorie "Riesenballon" fällt. Andere Looner, die ich kenne, füllen gerne ihr ganzes Schlafzimmer damit, da können schon mal ein paar hundert Stück zusammenkommen.

Aus meiner Forenaktivität schätze ich, dass nur jeder zehnte Looner eine Frau ist.

Ballon-Fetischisten werden innerhalb der Szene in "Popper", "Semi-Popper" und "Non-Popper" unterteilt. Außenstehende können mit den Begriffen vermutlich nichts anfangen. Worin unterscheiden sie sich?

Sarkasmousse: Das Ziel von Poppern ist es, den Luftballon platzen zu lassen. Für Poppers ist es der Höhepunkt schlechthin, wenn der Ballon sich mit einem lauten Knall in tausend kleine Fetzen verabschiedet. Manche von ihnen provozieren auch gerne in der Öffentlichkeit mit dem Fetisch und erfreuen sich am Erschrecken der Anderen. Diese Gruppe ist wohl die am stärksten vertretene unter den Loonern.

Non-Popper hüten die luftgefüllten Spielzeuge wie ihren Augapfel. Als Objektfetischisten sind sie darum bemüht, dass keiner von ihren "Lieblingen" kaputt geht. Sie kuscheln vorsichtig damit, legen sie in ihr Bett, schlafen daneben und erfreuen sich einfach an Geruch, Optik und Haptik.

Semi-Popper sind Hybridformen der genannten Looner-Ausprägungen. Manche Looner sehen den Semi-Popper auch als Übergangsform vom Non-Popper zum Popper an. Viele Semi-Popper würden gerne ihre Knallphobie überwinden, brauchen dazu aber einen Antrieb, eine Herausforderung oder eben Zwang von außen. Andere Semi-Popper nehmen den Knall in Kauf, wenn das Spiel mit dem Ballon einmal zu wild wird, aber er ist nicht ihr einziges Ziel.

Ich selbst würde mich zur letzten Gruppe zählen, bin aber als weibliche Loonerin auch eher eine Ausnahme. Aus meiner Forenaktivität schätze ich, dass nur jeder zehnte Looner eine Frau ist.

 
Frau Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, den Ballon zu lieben
Frau Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, den Ballon zu lieben
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Aus welchen Materialien können die Luftballons bestehen? Welches davon bevorzugst du persönlich?

Sarkasmousse: Luftballons kennen die meisten klassisch aus Gummi. Manche bestehen aber auch aus Metallfolie wie Mylar oder Kunststoff.

In der Dicke unterscheiden sich die billigen Luftballons von hochwertigen Exemplaren. Das Latex ist bei preisgünstigen Varianten aus dem Supermarkt oft ungleichmäßig gefertigt und zieht beim Aufblasen sogenannte "Fenster". Damit sind transparente, dünne oder farblos erscheinende Flecken in der Ballonhaut gemeint. Das Material ist für mich also nur insofern wichtig, dass es qualitativ einem gehobenen Standard entspricht, denn ich möchte nicht, dass der Ballon vorzeitig aufgrund eines Produktionsfehlers von alleine kaputtgeht.

Die Gestaltung eines Luftballons ist für mich bedeutender. Besonders beliebt ist die Form mit der Bezeichnung "Q24". Das ist ein Rundballon, der beim Aufblasen einen "Hals" entwickelt. Dabei dehnt sich das Mundstück aus und gibt dem Ballon eine überzeichnete Birnenform. Dieses Modell ist für viele Looner, wie auch für mich, sehr ansprechend. Doch auch Figuren-Ballons finde ich reizvoll.

Silikonöl sorgt für Glanz, verhindert aber auch das von manchen Looner erwünschte Quietschen.

Wie pflegen Non-Popper ihre Luftballons, damit sie nicht zerbersten?

Sarkasmousse: Bei der Lagerung der Ballons sollte man die gleichen Dinge beachten wie bei der Pflege von Latex. Luftballons mögen kein Sonnenlicht, die UV-Strahlung zersetzt das Material und schadet den Farbpigmenten. Außerdem muss man sie trocken, nicht zu warm und am besten gepudert lagern.

Viele Looner genießen es obendrein, einen Ballon mehrmals aufzublasen und die Luft im Anschluss wieder entweichen zu lassen. Denn so vergrößert sich die Hülle und der Luftballon dehnt sich beim erneuten Befüllen noch weiter aus. Bei so einem Vorhaben sollte man besser auf eine Ballonpumpe als auf die eigene Lungenkraft setzen, denn die Feuchtigkeit der Atemluft sammelt sich im Ballon und das führt zu ekligen Flüssigkeitsansammlungen. Spitze Fingernägel und scharfe Kanten sollten natürlich auch gemieden werden, außer man möchte, dass es knallt. Für besonderen Glanz lohnt es sich ebenfalls, Silikonöl auf den Luftballon zu reiben. Das verhindert aber auch das von manchen Looner erwünschte Quietschen.

 
Luftballon-Liebhaberin Sarkasmousse findet auch Figuren-Ballons erregend.
Luftballon-Liebhaberin Sarkasmousse findet auch Figuren-Ballons erregend.
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Was gibt es beim Loonen noch zu beachten?

Sarkasmousse: Ein sicherer Umgang mit Luftballons ist wichtig. Handelsübliche Ballons platzen mit etwa 130 bis 140 Dezibel, es geht aber auch lauter. Da beschweren sich unter Umständen die Nachbarn oder das eigene Trommelfell. Eine Decke über dem Luftballon dämpft das Geräusch erheblich und eignet sich auch gut für Angsthasen.

Beim Knall zieht sich die Ballonhaut mit Überschallgeschwindigkeit zusammen, die Fetzen können gerade im Gesicht und am Auge Verletzungen hervorrufen. Eine Schutzbrille oder eine Hand vor den Augen kann da Abhilfe schaffen. Hersteller empfehlen sowieso ausschließlich das Aufblasen mit der Ballonpumpe.

 

Woher beziehen Looner ihre Ballons? Hast du Empfehlungen?

Sarkasmousse: Ich persönlich kaufe gerne in speziellen Fachgeschäften. Dort lasse ich die Ballons auch mit Helium befüllen, wenn ich das wünsche. Obendrein besteht die Möglichkeit, die Ballons dort vor Ort anzuschauen und anzufassen.

Wenn ich Standardgrößen oder Ausgefallenes erwerben will, schaue ich auch mal bei den üblichen Auktionsplattformen vorbei. Ich bestelle auch gern bei topballon.de. Das ist ein Anbieter, der sich auf Looner und deren Kundenwünsche spezialisiert hat. Somit führt er auch beliebte Szenemarken.

Das Stoßen übernimmt der rückfedernde Ballon fast von alleine. Spart Kraft und Ausdauer!

Für Anfänger oder Paare, die einfach mal eine neue, kreative Unterlage beim Sex ausprobieren möchten, empfehle ich einen Zeppelinballon oder einen Riesenherzballon. Die muss man aber sehr behutsam befüllen. Mein Tipp: Nur bis etwa 60 oder 70 Prozent des möglichen Füllvolumens aufblasen und dann darauflegen. Der Effekt ist sehr anregend, das Stoßen übernimmt der rückfedernde Ballon fast von alleine. Spart Kraft und Ausdauer!

 

Wenn das Interesse am Loonen geweckt ist, wo kann man sich über diesen Fetisch austauschen?

Sarkasmousse: Austauschen kann man sich auf deutschen Looner-Seiten, beispielsweise auf LUDRW.de. Oder aber auch hier in der Community im Forum "Ausgefallenes", dort ist das Loonen gelistet. Wer an weiteren Infos interessiert ist, kann auch gerne mit mir persönlich in Kontakt treten.

Vielen Dank für das Gespräch, Sarkasmousse!

 

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