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Wege zu erfüllendem Sex

Innere Einstellung zu sich selbst, zum Körper & zur Sexualität zählt
02. Januar 2018

Es klingt so einfach: Lass dich fallen, um ein erfüllendes Sexleben zu genießen! Doch jeder weiß, dass das nicht immer so leicht ist. Etwas blockiert in einem drin, Angst taucht auf oder auch einfach gar kein Gefühl. Die Situation ist okay, der Partner bzw. die Partnerin auch, aber es geht einfach nicht. Dafür kann es viele Gründe geben, die in einem selbst liegen, seien es alte Erfahrungen oder einfach die eigene Einstellung zu sich selbst.

Autorin: Silke Maschinger

Die innere Einstellung zum Sex entsteht durch Prägung von außen

Jeder Mensch wird von seinem Umfeld geprägt: eine offene Einstellung der Eltern, der Familie, des sozialen Umfelds hilft sehr dabei, Sexualität genießen zu können. Wer jedoch schon als Kleinkind oder Teenager erfahren hat, dass der eigene Körper und das "da unten" schmuddelig ist, kann vielleicht auch als erwachsener Mensch nicht richtig loslassen, weil "das" nicht in Ordnung ist.

Jeder Mensch wird von seinem Umfeld geprägt – auch in Sachen Sex.

Zum Glück kann man diese Prägung ändern. Zuerst gilt es, sich dieser Einstellungen bewusst zu werden. Nimm dir dafür einmal Zeit für dich. Stell dir Fragen wie: Was würde mein Vater zum Thema Sex sagen? Was würde meine Mutter dazu sagen? Welche Botschaften habe ich von der Schule oder Freunden/Bekannten erfahren? Schreibe dir die Antworten dazu auf und schaue sie dir an. Sind sie wirklich wahr? Was wäre, wenn sie nicht wahr wären, sondern nur eine von mehreren Perspektiven? Welche anderen gibt es? Welche Perspektiven würden dir helfen, dich selbst schön zu finden und den Sex zu genießen?

Vor-Erfahrungen haben Einfluss auf die Lustfähigkeit

Aber auch Sex- oder Beziehungspartner prägen die eigene Lustfähigkeit. Je unsicherer du mit dir selbst bist, umso leichter bringt dich ein negatives Urteil über dich aus dem Gleichgewicht. Da reicht ein blöder Kommentar von jemandem, der dir wichtig ist, manchmal schon aus, dass du dich innerlich zurückziehst und gar nicht mehr wagst, zu dir selbst zu stehen.

Das soziale Umfeld mit all seinen Regeln prägt unsere innere Einstellung zum Thema Sex.
Das soziale Umfeld mit all seinen Regeln prägt unsere innere Einstellung zum Thema Sex.
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Auch in einer Beziehung geschieht dies immer wieder, dass man aus Liebe bestimmte erotische Wünsche und Fantasien nicht mehr äußert, weil man weiß, dass der andere sie nicht mag. Wenn das über eine längere Zeit hinweg geschieht, vergisst man leicht, was man sich mal gewünscht hat. Oder man übernimmt unbewusst die Wertung und fühlt sich schlecht dabei. Wenn du also denkst, du bist nicht okay bzw. deine Wünsche seien es nicht, dann schau mal genau hin, wer aus deiner intimen Vergangenheit dich so geprägt haben könnte.

Wer sich selbst nicht mag …

Häufig höre ich von Frauen, dass sie bestimmte Sex-Stellungen nicht mögen, weil ihre Figur dabei angeblich nicht gut wegkommt. Oder sie haben Angst, dass sie zu laut sind oder beim Orgasmus nicht schön aussehen. Doch damit nehmen sie sich selbst die Lust am Sex. Wer sich dafür schämt, wie oder was er ist, kann sich selbst, seinen Körper und die eigene Lust nicht genießen.

Ist schönes Aussehen beim Orgasmus wirklich wichtig?
Ist schönes Aussehen beim Orgasmus wirklich wichtig?
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Wenn es wirklich um Schönheit ginge, dürfte ein Großteil der Frauen keinen guten Sex haben. Ältere Menschen ebenso: Je älter die Menschen werden, umso weniger entsprechen sie dem jugendlichen Schönheitsideal. Und doch haben auch ältere Menschen tatsächlich guten Sex! Es geht beim Sex nicht um den perfekten Körper. Was nützt ein perfekter Körper, wenn der Mensch darin keinen Spaß am Sex hat? Ein Supermodel im Bett zu haben, macht auch keinen Spaß, wenn sie nur daliegt wie ein Brett. Was wirklich zählt, ist Genuss und Freude an dem, was man macht.

Innerer Leistungsdruck steht besserem Sex im Weg

Auch die Gesellschaft trägt ihren Teil dazu bei. Während früher sexuelle Lust bei Frauen als nicht unbedingt notwendig erachtet wurde, so ist es heute fast eher der Fall, dass Frauen als nicht normal gelten, wenn sie keine Orgasmen haben.

Das Paradox der Aufklärung liegt darin, dass man zwar einerseits sehr viel mehr weiß als früher, aber dadurch auch der Druck gestiegen ist.

Also gilt es auch hier, mit Ruhe zu schauen: Wie sieht meine Sexualität wirklich aus? Wie war es früher, wie ist es heute? Vorlieben ändern sich im Laufe der Zeit, weil der Mensch oder die Rahmenbedingungen sich geändert haben. Es gibt zwar viele Bilder in den Medien, wie Sex zu sein hat, aber was willst du bzw. wer bist du? Jeder Mensch hat seine ganz eigene individuelle Art, auch beim Sex.

Muss Sex immer orgiastisch und außergewöhnlich sein oder reicht auch einfach "normale Hausmannskost"? Nur weil es unzählige Sextoys gibt, die das Sexleben bereichern können, bedeutet das noch lange nicht, dass jeder Spaß daran haben muss!

Auch Männern fällt es schwer, sich selbst zu spüren. Der Druck, ein ganzer Kerl sein zu müssen, lässt sie glauben, Feinfühligkeit oder Sensibilität seien nur etwas für Frauen. Und solange der Penis steht, ist alles in Ordnung. Doch auch sie könnten es wagen, zu schauen, was sie wollen. Und zwar bevor der Körper durch fehlende Standhaftigkeit von alleine darauf hinweist, dass da etwas nicht richtig läuft.

Die Blockaden haben nicht immer mit Sex zu tun

Auch wenn man mit seinem eigenen Körper zufrieden ist, eine positive Einstellung zum Sex hat, wenn alles andere auch stimmt, kann es sein, dass die Blockade gar nichts mit dem Sex zu tun hat, sondern in der Persönlichkeit selbst verankert ist. Man kann nicht nur ein bisschen loslassen, das ist so wie ein bisschen schwanger sein. Wenn man aber ganz loslässt, kann es sein, dass dann auch andere Emotionen mit hochkommen, die im Körper blockiert sind. Und dann geht es nicht mehr nur um Sex, sondern um den Menschen an sich.

Sex ist mehr als eine Praktik. Lerne etwas über dich selbst und du lernst etwas über deine Sexualität.
Sex ist mehr als eine Praktik. Lerne etwas über dich selbst und du lernst etwas über deine Sexualität.
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Wer generell ein sehr beherrschter Mensch ist, wird beim Sex auch eher kontrolliert sein. Um sich selbst mehr zu spüren, hilft es also auch im gesamten Alltag genau wahrzunehmen, wo es dir gelingt, Kontrolle loszulassen: Kannst du wütend sein? Kannst du herzhaft lachen? Kannst du beim Tanzen wild tanzen, ohne dich um die Blicke der anderen zu kümmern?

Sex ist mehr als eine Praktik. Lerne etwas über dich selbst und du lernst etwas über deine Sexualität. Lerne deine Sexualität kennen und du lernst etwas über dich selbst!

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