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Offen, ehrlich, geil

Wie wir als Paar kinky Partys erleben – und drüber reden

Wenn du in einem Fetischladen arbeitest, ist der Weg zur ersten kinky Party kürzer, als du denkst. Irgendwann willst du eben nicht mehr nur verkaufen, sondern verstehen. Nur dass es dann wirklich passiert ist, war – na ja ... ein bisschen aufregend, ein bisschen nervös und am Ende einfach richtig, richtig gut.

Von Lisa Opel

Das erste Mal vergisst du nicht

Wir waren frisch zusammen. Dieses klebrige Verliebtsein, wo man sich dauernd küsst, obwohl es längst reicht. Ich mochte das. Dieses Sich-finden, dieses Wer-sind-wir-eigentlich-miteinander. Vielleicht war genau das der Punkt, warum das Thema so leicht aufkam. Es war irgendwie logisch.

Ich musste an einem Wochenende bei einer großen Party arbeiten, die Art von Nacht, in der alles ein bisschen glänzt, die Blicke länger halten und wo Leute rumlaufen, die höchstwahrscheinlich auf mehr als Vanilla stehen.

Also sagte ich es einfach. "Hey, da ist diese Party, wo ich arbeiten muss. Wär schön, wenn du mitkommst. Ich bin total neugierig, aber ehrlich, ich hab auch ein bisschen Schiss."

Er grinste, ruhig, vertraut, irgendwie süß. Dieses Grinsen, das sagt: Mach dir keinen Kopf, ich bin da. "Klar. Aber wir bleiben zusammen."

Und das war es. Kein Grundsatzgespräch, kein Was-bedeutet-das-für-uns. Nur ein stilles Einverständnis. Wir probieren das. Erstmal zusammen.

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Die Vorfreude war fast geiler als die Party. Wir verbrachten einen halben Tag damit, Outfits zu probieren. Latex, Netz, Leder, alles lag auf dem Bett. Ich versuchte mich in ein Kleid zu zwängen, das beim Atmen kleine Geräusche machte. Er kam aus dem Bad, schwarzer Rock, schwarzes Hemd, nackte Brust. Ich musste lachen und dachte nur: Scheiße, das wird heiß.

 
Wir hatten keine Regeln, kein Sicherheitskonzept, kein Wenn-dann. Nur das Gefühl.
 

Wir gehen da rein, und wenn was passiert, passiert es uns gemeinsam. Und vielleicht war genau das die Magie. Kein Verbot, keine Pflicht. Nur Freiheit.

 
Offen, ehrlich, geil
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Lisa Opel ist Speakerin und Autorin von "GIVE IT TO ME!" sowie "SEX SEX SEX". In ihrem deutsch/englischen Podcast DEEP&DIRTY widmet sie sich der sexuellen Ermächtigung und Erkundung.
Mit JOYclub arbeitet sie als Coachin für den Sex-Education-Kurs "Spice up your Langzeitbeziehung" zusammen.

Finde mehr zu Lisa auf ihrer Webseite pleasepinchmehard und auf Instagram.
 

Los geht's ins Insomnia

Berlin, später Abend. Die Straßen waren kalt, ich hatte Gänsehaut, aber nicht nur wegen des Wetters. Vor dem Club standen schon Leute, niemand mit Peitsche, keine dunklen Gestalten. Ganz normale Menschen. Nur eben verdammt gut angezogen in Lack, Leder, Harness.

Drinnen war warme Luft, Musik von oben, ein Duft aus Parfum, Latex, Körper und ein bisschen Rauch. Seltsam vertraut, obwohl völlig neu. Er sah mich an, ich nickte. Los geht's.

Die Treppe nach oben vibrierte vom Bass, der irgendwo tief aus dem Boden kam. Ich spürte, wie er meine Hand fester drückte. Oben war plötzlich alles rötlich, das Licht, der Raum, sogar die Luft. Haut, Schatten, Schimmer.

Ich erinnere mich, dass ich dachte: Okay. Das hier ist gar nicht schlimm. Eigentlich ziemlich schön. Wir liefen herum, redeten halblaut, lachten manchmal zu laut.

"Siehst du das Paar da hinten?"
"Ja. Wow."
"Ich frag mich, wie das wohl ist, so beobachtet zu werden."

Es war, wie durch eine neue Welt zu spazieren. Ich sah Paare tanzen, Menschen reden, Hände, die über Haut glitten, ohne Scham. Das Licht zeichnete jeden Körper weich. Kein Gaffen, kein Vergleich. Nur Lust, so selbstverständlich wie Atmen.

Beobachtungslust

Und dann war da diese Frau. Dunkles Haar, nackte Schultern, ein Blick, der kurz bei uns blieb und dann lächelte sie. Nur ganz leicht. Ich spürte, wie mein Magen kurz kippte. Er sah sie auch. Dann mich. Wir mussten beide lachen.

Kein Drama, kein Was-heißt-das-jetzt. Nur der Gedanke: Okay, das ist interessant.

 
Da habe ich verstanden, dass Anziehung kein Verrat ist. Sie ist einfach da.
 

Das war für mich und uns neu und irgendwie befreiend. Und auch der Anfang einer möglichen Bisexualität und Wunsch nach einem Dreier!

Der Heimweg

Wir redeten den ganzen Weg nach Hause. Über das Licht, die Menschen, das Gefühl, nackt zu sein und trotzdem sicher. Wie seltsam natürlich das alles war. Niemand forderte etwas, niemand bewertete. Es war einfach erlaubt, sich zu spüren.

"Wenn wir wieder feiern gehen, dann so", sagte er irgendwann. Ich grinste. "Deal."

Kein großes Gespräch danach, kein Regelkatalog. Nur dieses kleine Stück mehr Vertrauen zwischen uns.

Erotisch feiern: dein Party-Guide
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Zehn Jahre später

Wir gehen immer noch erotisch feiern. Nicht ständig. Aber regelmäßig, so wie es passt. Beim ersten Mal haben wir nur zugeschaut. Beim zweiten waren wir schon mutiger. Und ein bisschen nackter. Beim dritten, da ging es dann schon mal richtig zur Sache. Die Fantasien, die einst bei der Arbeit im Erotikladen entstanden waren, konnte ich nun endlich in die Realität umsetzen. Und heute? Heute ist es genauso schön, nur eben anders. Ruhiger. Erwachsener. Aber trotzdem heiß.

Bevor wir hingehen, reden wir. Nicht kompliziert, einfach ehrlich. Was brauchst du heute? Worauf hast du Lust? Bleiben wir zu zweit oder wollen wir offen spielen? Wollen wir Check-ins machen? Wonach steht dir der Sinn, eher kuschelig in der Ecke oder lieber sichtbar?

Diese Clubs sind für uns fast wie ein zweites Zuhause geworden. Es ist dieses Gefühl von alles kann, nichts muss. Da gibt es keine Erwartungen, keinen Druck. Nur Möglichkeiten. Manchmal tanzen wir, manchmal hängen wir ewig rum, trinken, reden, beobachten. Manchmal verschwinden wir einfach. Es ist jedes Mal anders. Und das ist das Schöne daran.

 
Unsere Regeln gehören nur uns. Und wir schreiben sie jedes Mal neu, wenn wir hingehen.
 
Die Regeln machen wir uns selbst.
Die Regeln machen wir uns selbst.
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Am Ende geht's nie um den Club

Es geht um das, was danach bleibt. Die Gespräche auf dem Heimweg, das Lachen, das Nachspüren. Dieses langsame Begreifen, dass jede dieser Nächte nicht nur ein Ausflug war, sondern ein Teil davon, wie wir unsere Sexualität erkunden.

Und das Schönste daran ist, dass wir immer wieder zu uns zurückkehren. Zu dem, was wir sind, wenn alle anderen Masken abgelegt werden. Zu dem, was wir sind, wenn nichts dazwischen steht. Ich glaube, genau das ist der größte Liebesbeweis. Sich frei bewegen zu dürfen und trotzdem verbunden zu bleiben. Sich zu verlieren und sich wiederzufinden.

Und ehrlich, das ist das schönste Gefühl der Welt.

 

 

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