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Petplay – Wenn Menschen Tiere spielen

JOYclub-Mitglieder erzählen von ihrem tierischen Fetisch
01. September 2017

Sie galoppieren schnaubend über Wiesen, bellen und fordern mit kratzenden Gummipfoten zum Stöckchenwerfen auf. Beim Petplay schlüpfen kostümierte Erwachsene in Tierrollen. Klingt befremdlich? Fand ich auch. Deshalb habe ich mit Petplayern gesprochen und gefragt, was für sie so faszinierend am Tierspielen ist.

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Was ist Petplay?

Um direkt mit Vorurteilen und falschen Annahmen aufzuräumen: Beim Petplay handelt es sich nicht um sexuelle Spiele mit echten Tieren. Petplay ist ein Rollenspiel. Eine Person spielt das Tier, die andere den Besitzer oder den Trainer.

Petplay zählt zu den Praktiken des BDSM. Klassische Elemente wie Machtgefälle und sexuell stimulierende Erniedrigung können Bestandteil des tierischen Rollenspiels sein. So lieben es viele Masochisten, ihrem Herren bzw. ihrer Herrin als Hund mit Halsband und Hundeleine zu gehorchen oder sich wie ein Pferd zügeln und peitschen zu lassen. Die Idee dabei ist, dass der Mensch sein Mensch-Sein ablegt und als Tier in der Hierarchie eine Stufe hinabsteigt. Nach diesem Rollenverständnis praktiziert es auch das JOYclub-Paar Antares_shanuka.

Das Ponygirl – eine Frau in Zaumzeug und Fesseloutfit

Antares_shanuka haben eine SM-Beziehung. Seit einigen Jahren leben sie den Fetisch des "Ponygirls" aus – gelegentlich sogar vor Publikum. Sie, Shanuka, ist das Pferd. Er, Antares, ist der Trainer. Dabei geht es um ihre erotische Zurschaustellung – blind, gefesselt, mit knebelnden Zaumzeug und eng geschnürtem Taillengurt. Das Outfit zielt darauf ab, ihre sexuelle Unterwerfung im Rahmen erniedrigender Dressurübungen zu dokumentieren und sie dennoch als stolze und begehrenswerte Rasse-Stute zu zeigen. Es geht nicht um die naturnahe Imitation des Tieres.

 
Blind, gefesselt, mit knebelnden Zaumzeug: Ponygirl Shanuka
Blind, gefesselt, mit knebelnden Zaumzeug: Ponygirl Shanuka
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Antares_shanuka: Es ist nicht nur das Annehmen einer Rolle, sondern die völlige Kontrollabgabe an meinen Herrn.

Wie kommt man dazu, die Lebensgefährtin wie ein Zirkuspony zu dressieren – und das sogar vor Zuschauern? "Es ist ein schmaler Grat zwischen Exhibitionismus, (halb)öffentlicher Demütigung und der Erfüllung sexueller Lust", erklärt Antares. Und fährt fort: "Als Shanukas Trainer bin ich hundertprozentig für sie verantwortlich. Sie ist mir blind und sprachlos 'ausgeliefert'. Bei den Vorführungen, die wir einem BDSM interessierten Publikum in unregelmäßigen Abständen anbieten, bin ich anfangs immer etwas nervös und frage mich: Habe ich an alles gedacht? Wenn ich in die Rolle eingetaucht bin, gibt es nur noch uns beide. Eine ungemeine Erregung und Nähe baut sich auf. Ich muss spüren, ob es ihr trotz kleiner Quälereien gut geht oder ich zu viel fordere. Die Reaktionen des Publikums sind übrigens sehr zweispältig: Von Begeisterung bis Unverständnis ist alles dabei."

Welche Bedeutung hat das Rollenspiel für Shanuka? "Wir haben gleich zu Beginn unserer Beziehung Fesselspiele für uns entdeckt. Als ich beim Sex irgendwann zu laut wurde, hat er mir aus Spaß den Gummiball meines Hundes in den Mund geschoben. Und ich hab festgestellt: Das Tragen eines Knebels macht mich beim Sex sehr an. Irgendwann wurde daraus ein Zaumzeug. Pferde haben mich sowieso schon immer fasziniert. Mir gefällt ihr Stolz, die Eleganz und die Dressur. Kein anderes Tier hatte je diese Wirkung auf mich", erzählt sie.

 
JOYclub-Paar Antares_shanuka während einer Dressurübung.
JOYclub-Paar Antares_shanuka während einer Dressurübung.
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Wenn sie in die Rolle des Ponygirls schlüpft, hat dies immer auch eine sexuelle Wirkung: "Ich trage währenddessen einen Doppel-Dildo-Schrittgurt, der mich zwar nicht befriedigt, aber erregt hält. Meine Orgasmen muss ich mir durch eine möglichst fehlerfreie Vorführung, Gehorsam und Zungenfertigkeit verdienen. Für mich ist "Ponyplay" nicht nur das Annehmen einer Rolle, sondern die Unterwerfung und die völlige Kontrollabgabe an meinen Herrn. Das funktioniert nur mit meinem langjährigen Lebensgefährten Antares. Ihm vertraue ich bedingungslos."

Dogplay – Urlaub vom Alltagsstress

Nicht für alle Petplayer steht die sexuelle Lust im Mittelpunkt. JOYclub-Mitglied Meataalo etwa ist im Herzen ein treuer Hund. Der 25-Jährige gehört zu den Zoomimikern, den Petplayern, die ihre Tierrolle möglichst genau nachstellen wollen. Mit knapp zwei Jahren befindet sich "Cachorro", so seine Hunderolle, noch in der Junghund-Phase. Die Grundausbildung hat er abgeschlossen. "Wichtig sind Outfit und Halsband. Sie markieren für mich den Schnitt zwischen Alltag und Hundsein. Da ich vor Jahren meine Vorliebe für Latex entdeckt habe, ist mein komplettes Outfit aus diesem Material. Lediglich der Hundeschwanz ist aus Silikon und das Halsband aus Leder", erzählt er.

Meataalo: Für mich ist dieses Ausleben ein Stück Freiheit in der heutigen, schnelllebigen Gesellschaft.
JOYclub-Mitglied Meataalo als Junghund Cachorro in Aktion.
JOYclub-Mitglied Meataalo als Junghund Cachorro in Aktion.
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Was bewegt einen erwachsenen Mann dazu, einen Hund zu imitieren? Wenn er Cachorro spielt, fühle er sich frei, sagt er. Dass man den Begriff Freiheit mit einer Rolle verbindet, in der es um Besitz, Leinenführung und Käfighaltung geht, klingt zunächst paradox. Er erklärt: "Ich bin als Projektleiter in der Eventbranche tätig. Ich muss schnell koordinieren und bin immer unterwegs. Dabei fallen viele Worte. Es Bedarf viel Handlung. Umso inspirierender ist es, in der Hunderolle den Arbeitsalltag abzulegen und etwas auszuleben, das ganz ohne menschliche Handlungsarten auskommt. Als Hund muss ich nur die Kommandos meines Frauchens befolgen."

Und wer ist sein Frauchen? Bis Anfang des Jahres war es seine damalige Partnerin. Seit dem Sommer hat er eine neue Besitzerin: "Wir befinden uns noch in der Anfangsphase, das ein oder andere Mal waren wir aber schon zusammen Gassi."

In diesen Fetisch-Shops findet ihr Petplay-Outfits! Psst: JOYclub-Mitglieder bekommen exklusive Rabatte!


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Frei fühlt sich auch IT-Berater RubberRascal (47 Jahre), wenn er in die Rolle von Hermes schlüpft: "Sobald ich ein Hund bin, ist das wie ein kleiner Urlaub. Als Hund nehme ich die Welt anders wahr. Alles ist viel einfacher. Während dieser Auszeit vom Mensch-Sein brauche ich nicht vorzuplanen, darf albern und verspielt sein. Ich befinde mich absolut im Hier und Jetzt, wie bei einer Meditation, nur viel aktiver und spaßiger. Im Rudel mit anderen Hunden oder an der Leine des Herrchens kann ich sogar noch tiefer in die Rolle eintauchen. Dazu gehört das Balgen um ein Spielzeug oder das Befehle befolgen meines Herrchens. Auch wenn mir bewusst ist, dass ich als Mensch die Verantwortung dafür besitze, was mit mir passiert, gebe ich in diesem Moment einen Großteil davon ab und werde frei."

RubberRascal: Während dieser Auszeit vom Menschsein brauche ich nicht vorzuplanen, darf albern und verspielt sein.
Joyclub-Mitglied RubberRascal posiert als Hermes vor seiner Hundehütte.
Joyclub-Mitglied RubberRascal posiert als Hermes vor seiner Hundehütte.
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Wo findet man andere Petplayer?

"Überall in der Gesellschaft", erzählt JOYclub-Mitglied EinZebra. Dem 49-jährigen Softwareentwickler sind die persönlichen Treffen mit anderen Petplayern wichtig. In einem SM- und Fetisch-Club in Hamburg veranstaltet er in unregelmäßigen Abständen einen Petplay-Spielnachmittag: "Wir richten Bereiche für Hunde und Katzen ein und haben für die Ponys zwei Rennwagen zum Ziehen da. Einige Teilnehmer kommen direkt in Outfit und Rolle, andere schauen erst einmal nur." Im JOYclub gibt es Gruppen und Foren, in denen sich Gleichgesinnte über das Thema Petplay austauschen können.

Hier geht’s zur Petplay-Gruppe!

 
EinZebra: "Der Kopf des Zebrakostüms ist komplett in Eigenarbeit entstanden."
EinZebra: "Der Kopf des Zebrakostüms ist komplett in Eigenarbeit entstanden."
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Ob sie sich als Tiere verkleiden, sich Schmerzen zufügen lassen, sexuell motiviert dabei sind oder nicht – eines haben alle Petplayer gemeinsamen: Sie spielen mit Macht, Unterwerfung und der Abgabe von Verantwortung. Sie sorgen oder werden umsorgt. Genau das charakterisiert das Verhältnis von Mensch und Haustier. Und genau das bedeutet für sie Freiheit.

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