Bevor wir hier in wilden Beschimpfungen ausarten lasst uns doch mal gemeinsam zum Beginn des neuen Jahres etwas Nachdenken...
Wenn ich mir einen Dram einschenken - man ist ja großzügig, besonders zu sich selbst - sind das so ca. 3cl oder 30 ml. Bei einem Alkohohlgehalt von ca. 60% (CS, sonst kommt bei mir eh' kein Wasser rein) entspricht das 18 ml Alkohol.
Ein Teelöffel entspricht 5ml, ein Tropfen 50 Mikroliter oder 0,05ml.
Wenn ich nun 1TL Wasser auf 3cl Whisky gebe habe ich 35 ml Volumen, davon immer noch 18 ml Alkohol. Der Alkoholgehalt fällt von 60 auf 51%.
Gebe ich 5 Tropfen Wasser dazu erhöht sich das Volumen um 0,25ml auf 30,25ml und der Alkoholgehalt fällt von 60 auf 59,5%. Keine wirklich dramatische Veränderung... Eine signifikanten Effekt wage ich da eher zu bezweifeln.
Natürlich ändere ich so die Zusammensetzung. Aber genau das ist ja gerade das Ziel. Wenn ich Wasser zugebe will ich ja auch sehen, dass bzw. ob sich etwas am Geschmack verändert. Wie sagte mal jemand bei einem Tasting? "Wir sind Geschmacksjäger."
Und wer sagt denn, dass das, was da vom Abfüller in die Flasche gefüllt wurde die allein seligmachende Variante ist? Ich persönlich habe da bei vielen neueren Abfüllungen meine Zweifel... Und mit der gleichen Begründung dürfte ich, wenn ich in mein neues Haus einziehe weder Bilder aufhängen noch Möbel hinstellen. Das verändert ja die Komposition des Architekten...
Ja, ich kenne den Spruch "just like the dew on the rose" auch. Aber zu sagen, wer weniger Wasser zugibt als die Destillery selber beim Verdünnen auf Trinkstärke (aber mehr als man selber) dürfte deswegen keinen Single Malt mehr trinken halte ich, vorsichtig gesagt, für einen doch leicht überzogenen Absolutheitsanspruch. Wir reden ja hier nicht von in die Cola schütten...
Insofern lasst uns doch jeder seinen Whisky genießen wie er mag - straight, mit Wasser oder als Cocktail. Wichtig ist, das er einem schmeckt!