Wie viel BDSM steckt im WAM?
Moin zusammen.Gleich als kleine Vorwarnung vorweg, es wird vermutlich etwas mehr Text und vermutlich wird es keine Ja oder Nein Frage werden.
Die Frage beschäftigt mich mal mehr, mal weniger. Seit einiger Zeit aber wieder deutlich mehr.
Ist es eigentlich sinnvoll, BDSM und WAM gedanklich voneinander zu trennen?
Hintergrund meiner Frage:
Bei meiner Internet-Recherche zum Verständnis habe ich herausgefunden, dass es offenbar Unterschiede im Verständnis zu geben scheint.
Im nordamerikanischen Raum scheint es tatsächlich auch eine gedankliche Trennung zu geben. Wet and messy ist nicht zwingend an Machtgefälle gebunden. Sensualität und Spaß stehen im Vordergrund.
Das sich zwei oder mehr SpielerInnen treffen mit dem Ziel, am Ende definitiv nicht sauber davon zu kommen, scheint eine weite Verbreitung zu haben.
Ähnliches lese ich im britischen Raum, wobei dort allerdings schon leichte bis deutlichere Führungs-Elemente mitschwingen. Im britischen Verständnis von WAM scheint eine Nähe zur BDSM-Welt schon deutlich näher zu liegen.
Im Rest Europas, so auch in Deutschland, scheint WAM schlicht als eine Spielart des BDSM definiert zu sein.
Die dominante Person ist aktiv, die submissive Person passiv, Lebensmittel kommen zum Einsatz, der Effekt liegt auf der Haut. Fertig.
Nun habe ich für meinen Teil ganz offenbar das nach meinen Recherchen US-amerikanische Verständnis zum Spiel, was in der in Deutschland gelebten Praxis eigentlich gleichbedeutend zu sein scheint mit: Willkommen in der BDSM-Community!
Meine ganz praktische Schwierigkeit dabei: mir sind Machtgefälle jeglicher Art in der Sexualität zuwider!
Mit dem BDSM-Setting komme ich gar nicht mit. Natürlich kann ich es kognitiv und theoretisch nachvollziehen und bin auch in der Lage, den erotischen Sinn dahinter zu verstehen, allein: BDSM praktisch zu leben fuktioniert bei mir schlicht nicht.
Doch offenbar scheint die deutsche Sploshing-Szene - so es sie denn gibt - sich im BDSM-Bereich eingegliedert zu haben, wo ich mich mit meinem Mindset eher als draußen definiere.
Ist es also sinnvoll, zwischen WAM und BDSM zu unterscheiden? Finden sich im BDSM-Bereich vielleicht eher SpielpartnerInnen als in einer reinen WAM-Gruppe?
Hier sind etwa 60 Personen Teil der Gruppe. Davon sind es vier Paare, zwei Frauen und ca. 50 Kerle. Wie sehen denn hier die Community-Treffen aus? Finden überhaupt Kontakte und Dates hierüber statt und wo sind eigentlich die gelegentlichen einschlägigen Kink-Parties im deutschen Raum?
Ich möchte mal tippen, das praktische Leben dieses Kinks findet zu einem überwältigenden Teil entweder rein theoretisch (Kommunikation oder entspr. Pornographie) oder ausschließlich in autosexueller Praxis (= allein bekleckern und wichsen) statt.
Wer also sein Hobby praktisch und in Gesellschaft lebt: wie hat es funktioniert?
Ist die BDSM-Szene tatsächlich eine realistische Variante, SpielpartnerInnen zu finden? Und kann man(n) denn überhaupt in der BDSM-Community teilhaben, wenn gerade der Sinn für eine der Grundfesten, nämlich das Machtgefälle, gänzlich fehlt?
Ist meine Einstellung zu WAM schlicht zu amerikanisch, vielleicht sogar falsch?
Oder habe ich die BDSM-Szene grundsätzlich falsch verstanden?
Ich freue mich auf eine spannende Diskussion.






