6. Dezember
Durch den Kamin stieg Nikolaus
zu ein paar Kindern mal ins Haus.
Er wählte diese enge Route,
ihm war nach einem Scherz zumute.
Die Kinder wollt’ er überraschen,
wenn sie gemeinsam Plätzchen naschen.
Die Kleinen saßen brav im Zimmer,
da kam aus dem Kamin Gewimmer.
Der Hilferuf klang sehr gepresst,
der arme Niklaus steckte fest.
Dran schuld war wohl sein dicker Hintern,
er schaffte es nicht zu den Kindern.
Dann, nach zwei lästig langen Stunden,
rief Nikolaus erschöpft nach unten:
„Ihr lieben Kinder, zieht mich raus,
lang halte ich es nicht mehr aus!“
Und als die Kinder kräftig zogen,
kam Nikolaus herausgeflogen.
Nun war er schwarz vom vielen Ruß
und zwar vom Kopfe bis zum Fuß.
Und er beruhigte die Kleinen:
„Habt keine Angst, ihr müsst nicht weinen.
Denkt nicht, ich bin der schwarze Mann,
schaut mich doch mal genauer an.“
Für alle Kinder gab’s Geschenke,
für Oma gab’s zwei Kunstgelenke.
Ein Kindchen aber war sich sicher,
es stand vor Nikolaus allein
und meinte vorlaut mit Gekicher:
„Du musst der Schornsteinfeger sein.“
© Alfons Pillach
