@*******Kali

Wo soll ich bloß anfangen?
Ich bemerke, dass du hier dem Diskurs ausgewichen bist, gar nicht auf meinen Beitrag eingegangen bist und mir stattdessen den Link vom BesD gegeben hast.
Nun, die Webseite des BesD kannte ich bereits. Gelegentlich sah ich mir Videos auf eurem Youtube-Kanal an. Doch ehrlich gesagt: Vor diesem thread hatte ich eure Webseite zuletzt 2023 besucht. Denn meines Erachtens ist das keine gute Quelle.
Die Verweisung des Antrags der CDU-CSU-Fraktion an den Familienausschuss im Februar 2024, beziehungsweise die Terminsetzung durch den Familienausschuss im Juli 2024 für die Anhörung am 23. September 2024 und all die ab Ende August eintrudelnden Stellungnahmen dazu, die hatte ich auf der Webseite des Bundestages verfolgt.
https://www.bundestag.de/ausschuesse/a13_familie/Anhoerungen/1014382-1014382
Nun, aufgrund deiner Verlinkung habe ich mir eure Webseite zu
"POLITIK
—————–
Veranstaltungen, Stellungnahmen, Pressemitteilungen und News"
https://www.berufsverband-sexarbeit.de/index.php/aktuelles/politik/
noch ein Mal angeschaut und weiß wieder, warum andere Quellen viel mehr nach meinem Geschmack sind.
Mein Feedback
Die rechte Spalte zu "Online Veranstaltungsreihe: Eine Stunde – Ein Thema" finde ich völlig in Ordnung.
Dort sind ja unter anderem auch die Themen veröffentlicht, die ich bereits auf eurem Youtube-Kanal gesehen habe. Und so manche davon fand ich durchaus gut gemacht.
Doch in der linken Spalte, da gebt ihr dem Thema eurer Gegner: "Nordisches Modell/ Sexkaufverbot" eine riesige Bühne. Der Schwerpunkt eurer politischen Arbeit scheint auf dem "Wir sind dagegen."-Prinzip zu fußen. Und ich mag es nicht so, wenn sich Vereine, Gruppierungen oder auch Einzelpersonen primär über ihren Gegner definieren.
Auch andere Überschriften fallen doch eher negativ auf.
11. April 2024
Neue Studie der Deutschen Aidshilfe beweist: Nicht die Sexarbeit an sich ist ein Problem – es braucht bessere Arbeitsbedingungen!
Diese Überschrift finde ich verdammt unglücklich.
Ich an eurer Stelle würde es meinen Gegnern überlassen "Sexarbeit" + "Problem" in einem Satz zu bringen.
So etwas tun Gegner gerne & möglichst oft, damit sich auch schön in die Köpfe aller Menschen einprägt, dass Begriff "XY" mit "Problem" verbunden ist.
Der gesellschaftliche Effekt wirkt auf die betroffenen Menschen wie Gift.
Warum macht ihr den Job eurer Gegner?
Warum sprecht ihr nicht einfach die Wünsche eurer Zielgruppe an?
Also ich an eurer Stelle hätte geschrieben:
"Neue Studie der Deutschen Aidshilfe beweist: Es braucht bessere Arbeitsbedingungen."
Während ich den Begriff "Sexarbeit" möglichst oft mit positiven Attributen in einem Satz bringen würde.
Denn ich an eurer Stelle würde es als meinen Job betrachten, dafür Sorge zu tragen, dass sich positive Verknüpfungen mit dem Begriff "Sexarbeit" einprägen.
Das bemerkenswert Positive an diesem Überschriftsbeispiel ist, dass ihr überhaupt ein Mal eine andere Organisation, die sich gegen das pauschale Sexkaufverbot ausgesprochen hat, in einer Überschrift erwähnt!
Ansonsten erwecken all die Überschriften zum "CDU-CSU-Antrag/ Freierbestrafung/ Nordisches Modell/ Sexkaufverbot", ja doch eher den Eindruck, dass der BesD allein auf weiter Flur gegen das drohende Unheil ankämpfe.
Dabei haben sich neben dem BesD 22 andere Organisationen gegen ein pauschales Sexkaufverbot ausgesprochen. (Sowohl die Mehrheit der angeforderten als auch die Mehrheit der unaufgeforderten Stellungnahmen sind dagegen.) Darunter waren auch staatliche Stellen wie Vertreter des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V. und des deutschen Städtetags. Allein in Bezug auf die Stellungnahme der Polizeigewerkschaft wären Schlagzeilen drin gewesen wie:
• Polizeigewerkschaft tritt für klare Abgrenzung von legaler, freiwilliger Sexarbeit und illegaler Prostitution ein.
• Polizeigewerkschaft fordert Freiern eine Mitverantwortung aufzuerlegen und die Unterstützung von Zwangsprostitution unter Strafe zu stellen.
• Polizeigewerkschaft fordert personelle und finanzielle Stärkung für die Fachdienststellen der Polizei sowie der Fachberatungsstellen der bufaS e.V.
• Polizeigewerkschaft fordert den Ausbau der „Runden Tische“ für einen ganzheitlichen Ansatz.
Tja. Aber solche Überschriften hätten wohl den Eindruck geschmälert, dass der BesD allein auf weiter Flur für die Sexarbeiter:innen gegen den Staat kämpft.
Stattdessen scheint mir der BesD mit Schlagzeilen wie
10. Dezember 2024
Ampel-Aus und Aus für die Sexarbeit? Kommt das nordische Modell?
doch lieber Ängste zu bespielen.
Transparenz?
Nun. Mir erschließt es sich nicht, warum ihr erst am 13. September - also erst 10 Tage vor der Anhörung des Familienausschusses(!) - die Anhörung am 23. September ankündigt habt.
Die Tagesordnung ging doch bereits am
31.Juli 2024 raus.
Und die politische Sprecherin des BesD war dabei ebenfalls in der Liste der angeforderten Sachverständigen gelistet.
Auch fehlt der Link zum Ausschuss.
https://www.bundestag.de/ausschuesse/a13_familie/Anhoerungen/1014382-1014382 Dort könnte der interessierte Bürger lesen:
Zeit: Montag, 23. September 2024, 14 bis 15.45 Uhr
Ort: Berlin, Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal 2.200
Die öffentliche Anhörung wird live unter
http://www.bundestag.de ausgestrahlt und ist danach in der Mediathek abrufbar.
Falls Sie passiv auf der Tribüne an der öffentlichen Anhörung teilnehmen wollen, übermitteln Sie bitte zur Anmeldung Datum und Thema der Anhörung, Name und Vorname sowie Geburtsdatum bis zwei Arbeitstage vor der Sitzung an
[weitere Aufklärung über die Anmeldung als Zuschauer]
Aber der Link zum Ausschuss fehlt.
Und der BesD informiert auf seiner Webseite auch nicht über die Möglichkeiten online oder vor Ort zuzuschauen.

Wolltet ihr die Hürde für Zuschauer hoch setzen?
Am 18. September - 5 Tage vor der Anhörung - erfolgt am Ende eures Artikels "Stellungnahme | Unsere Positionierung zum Sexkaufverbot-Antrag der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag" eine wahre Fleißarbeit.
https://www.berufsverband-sexarbeit.de/index.php/2024/09/18/stellungnahme-unsere-positionierung-zum-sexkaufverbot-antrag-der-cdu-csu-fraktion-im-bundestag/

Anstatt den einen Link auf die Anhörung des Familien-Ausschusses am 23. September 2024 zu setzen, kopiert ihr 29 der dort veröffentlichten Bundestagslinks? WTF! Warum?
Das ist doch ganz schön viel Arbeit, um Menschen vom Ausschuss des Bundestages fern zu halten.
Übrigens: Eure Arbeit ist unvollständig.
Zwischen dem 21.08.2024 und dem 23.09.2024 hat der Ausschuss 11 angeforderte und 31 unangeforderte Stellungnahmen zur BT-Drucksache 20/10384 veröffentlicht.
Die letzten 13 Stellungnahmen kamen nach dem 18. September.
Die fehlen noch in eurer Linksammlung.
Lass es mich so sagen: Ich habe schon so einige Webseiten von Berufsverbänden der unterschiedlichsten Branchen besucht. Jeder dieser Berufsverbände vertrat die Interessen seiner Mitglieder gegenüber dem Staat. Doch kein einziger dieser Berufsverbände verfolgte dabei einen derart
desintegrativen Ansatz wie der BesD e.V..