Tantra - wie viel lernen? wie viel leben?
Aus meiner Sicht ist Tantra eine Weltanschauung. So wie Christentum, Buddhismus, Islam, ... Bei allen anderen Weltanschauungen kommt man in Kontakt über Menschen (Freunde, Werbung, Veranstaltungen der jeweiligen Organisationen, ...) Bei Tantra sind fast nur kostenpflichtige Dienstleistungen/Veranstaltungen zu finden.
Da wir selbst in Leipzig eine gut funktionierende Sangha mit ca. 30 Menschen haben, kenne ich das Thema auch von der anderen Seite. Neue Interessierte schnuppern mal bei Treffen rein, bekommen viel Aufmerksamkeit, und gehen wieder. Daher wünschen wir uns, dass Interessierte ihr Interesse erst mal in Seminaren geprüft haben, bevor sie zu Sangha-Treffen eingeladen werden.
Die Umgangsformen in der Sangha müssen gelernt werden, wie z.B. Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen, oder Bewustsein für die eigenen "Dämonen" zu entwickeln. Die Niederschwelligen Angebote, wie der Mantra-Singekreis oder Yogastunden werden nicht als Tantra wahrgenommen.
Und es ist richtig, dass die "Entwicklungs-Booster" in den gut vorbereiteten und professionell geleiteten Seminaren liegen.
Auch bei den Christen, Muslimen, Buddhisten usw. ist ja einiges neues zu lernen, bevor Mensch als Mitglied der jeweiligen Gemeinde anerkannt wird. Allerdings ist es "ungefährlich" mal einem (jeweiligen) Gottesdienst beizuwohnen, wohingegen bei tantrischen Tempelnächten nach 1h vorbereitenden "Abgrenzungsübung" recht schnell "zur Sache" geht. Ich halte das Format der tantrischen Tempelnächte für fortgeschrittene geeignet. Also doch Tantra erst mal "lernen"?
P.S.: "Rituale sind die Ernte der spirituellen Praxis". Auf Internetplattformen gibt es viel Zuspruch für Rituale, aber wenig Resonanz auf solide Grundkurse wie z.B. für Massage oder tantrische Selbsterfahrung.




















