Boah ey . . .
. . . selten habe ich einen so reflektierten Beitrag wie Deinen
@*******a_R gelesen, herzlichen Dank dafür und auch, dass der bochumer Ausdruck ‚
Boah ey‘ für mein Dafürhalten durch mich, der ihn wohl kennt, aber noch nie, nie, nie benutzt hat, mal richtig zur Anwendung gelangen kann.
Ich halte mal - für mich - fest: Was den Begriff
Karma und seine Bedeutung sowie Anwendung durch mich im und bezogen auf den Film angeht, scheinen wir beide grundsätzlich einer Meinung zu sein. Entspricht auch dem, was ich im tiefgründigeren Gespräch vor ein paar Wochen mit meinem indischen Kunden darüber ausgetauscht habe.
Aufgabe. Lebensaufgabe. Als eine der Bedeutungen des Wortes.
Nun zu Mudra. Ich bin mir durchaus bewusst, dass es zu Karmamudra ein paar Erklärungen gibt, die zu meiner Interpretation scheinbar völlig im Widerspruch stehen mögen. Aber: Das schert mich herzlich wenig.
Isso ähnlich wie mit dem Begriff
Manipulation, der fast ausschliesslich negativ konnotiert wird. Für mich jedoch eine durchweg positive Note besitzt, wenn Du ihn übersetzt mit:
Mit den Händen polieren.
Das Schöne zum Vorschein bringen. Die 4 C‘s des Diamanten. Sooo lange diesen unscheinbaren Kiesel bearbeiten, bis Colour, Carat, Clarity und Cut richtig funkeln. Manipulation.
Nun zu Karmamudra und dem zweiten Teil des Begriffs,
Mudra, den ich hier mit Haltung, insbesondere innere, geistige Haltung übersetzt habe. Der häufig übrigens lediglich in der sehr stark eingeschränkten Bedeutung ‚
Handhaltung‘ bekannt ist.
Und genauso wie Du habe ich beim fahrenden Protagonisten eben diese super schöne innere Haltung in Bezug auf sein Leben gesehen, hinter der alles andere zur gesellschaftlichen Fassade wird, hinter der sich die meisten Menschen als Entschuldigung für Fehlverhalten dann zurückziehen und sagen: Ich konnte nicht anders:
Job geht vor.
Familie geht vor.
. . . und, und, und . . . Zuhause . . .
Gut, er hat ‚nen tollen BMW, das hat ihm die Entscheidung für Letzteres dann vielleicht versüsst. Scherz.
Da waren so viele kleine Schlüsselszenen. Als er der werdenden Mutter über‘s Telefon sagt, dass er nicht sagen kann ‚
ich liebe Dich‘ . . . und gleichwohl als Vater bei der Geburt dabei sein will. Bärenstark, wie ich finde.
Deine Schlussfolgerungen ziehe ich so nicht nach . . . keiner weiss, wie‘s weiter geht . . . vielleicht renkt sich alles ein. Es war ja auch für seine Frau überraschend. Von jetzt auf gleich wird ihr Mann Papa mit ‚ner anderen. Ohne Vorwarnung.
Auch überlegt es sich ‚
Chicago‘ ja vielleicht nochmal anders. Wissen wir alles nicht.
Selbst wenn nicht . . . geht eine Tür zu, öffnet sich meist eine andere. So zumindest meine Erfahrung. Wichtig bei all dem scheint für mich, dass er in aufrechter
Haltung (körperlich, geistig, seelisch, spirituell - Mudra) sich im Spiegel ansehen kann. Egal, wie die Umstände sind und welche Konsequenzen es hat. Wenn er am Ende seines Lebens darauf zurückschauen wird, wird er bestimmt lächeln.
Und bereit sein für die nächste Inkarnation. Das nächste Karma. Oder den Ausstieg . . .