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Warum sind einige Themen auf dem sozialen Parkett Tabu?

********2022 Frau
288 Beiträge
Themenersteller 
Warum sind einige Themen auf dem sozialen Parkett Tabu?
Diese Frage stell ich mir schon einige Zeit....

Warum gibt's überhaupt tabuisierte Themen in der Gesellschaft?
Liegt darin nicht auch eine gewisse Gefährdung und Schwächung dieser?
Welche Themen kommen Euch dabei in den Sinn?
Warum sind sie Eurer Meinung nach ein Tabu?
Wem nützen sie?
Wem schaden sie?

Mich interessiert alles, was Euch dazu einfällt.

Ein schönes 3. Adventwochenende wünsche ich Euch.
Lg Sky
*******enig Mann
15.137 Beiträge
Gruppen-Mod 
Aus der Hüfte geschossen würde ich jetzt einfach mal vermuten, dass es schlicht und einfach daran liegt, dass man sich nicht die gute Laune oder den Appetit verderben möchte. Weshalb eine Diskussion über die Befunde der letzten projoktologischen Untersuchung oder die Frage, ob es Gott gibt und man ihn logisch erklären kann meistens unterlassen werden, damit den Gästen am Tisch nicht schlecht wird oder sie sich in die Haare kommen.
********2022 Frau
288 Beiträge
Themenersteller 
Da bin ich bei Dir, wobei das Glaubensthema ja schon direkten Einfluss auf unser Leben hat. Sei es in der Schule, auf jedem amtlichen Formular wird man damit konfrontiert, Steuern, wir müssen mit unseren Steuergeldern, jedes Jahr einen Vertrag zwischen Staat und Kirche bedienen, welcher schon Jahrhunderte alt ist, Missbrauch unserer Kinder und Vertrauen, Bevormundung und abstempeln der Frauen als Gebärmaschinen, Verweigerung der Verhütung etc..

Und wir tauschen uns darüber nicht aus...?
Langsam erkenn ich das Muster! Wie soll sich was verändern, wenn man nicht darüber sachlich redet?
*********rgara Frau
8.539 Beiträge
Ich kenne das besonders aus dem Tantra , das grundsätzlich alle Tabus auf den Prüfstand gestellt werden. Mit der Frage für sich selber wie man es leben möchte.
Dazu gehörte bei mir zum Beispiel, ob ich mich nackt schäme oder nicht. Ich beschloss mich nicht schämen zu wollen.
Ich beschloss , dass polyamor und bisexuell stimmiger für mich sind als hetero und monoamor. Ich spreche seither völlig offen über Sexualität und Gefühle.

Warum ist etwas tabu? Ich vermute , dass es hauptsächlich zum Schutz passiert. Teilweise zum körperlichen Schutz, aber auch zum emotionalen. Da stecken auch viele Unsicherheiten und Ängste mit drin. Tabus können durchaus sinnvoll sein.
Die 10 Gebote sind eine Sammlung der bedeutendsten 10 Tabus und sollten klare Regeln für das Zusammenleben aufstellen. Je mehr Menschen es wurden, um so wichtiger wurden diese Regeln.
****ot2 Mann
12.420 Beiträge
Der Zeitgeist bringt es mit sich, dass man sich jede Äußerung zwei Mal überlegt, die in irgendeiner Weise sexistisch oder rassistisch ausgelegt werden könnte.

Ich interessiere mich z. B. für Aussprache und Akzente. Aber ich wage es heutzutage kaum noch eine Person mit starkem Akzent zu fragen aus welchem Land sie (und der Akzent ihrer Sprache) stammt, also was ihre Muttersprache ist. Die Frage könnte ja als fremdenfeindlich gelesen werden.

Ich kenne eine junge Frau, die hat in den letzten 1,5 Jahren bewusst 40 kg abgenommen und ist jetzt normalgewichtig, fast schlank. Es ist nicht nur gesundheitlich gut für sie, sondern sie sieht m. E. jetzt auch viel, viel besser aus. Es steht ihr sehr gut. Ein Kompliment dafür sollte man aber heutzutage besser unterlassen.
Mir wurde erläutert, dass das ein vergiftetes Kompliment sei, da es auf indirekte, verdeckte Weise eine Diskriminierung von Übergewichtigkeit sei.
*******tia Mann
5.884 Beiträge
Der Mensch ist ein soziales Wesen.
Darum nutzen Tabus erst mal jedem einzelnen selbst.
Tabus anzusprechen, die einen selbst betreffen, machen die Person schnell zu Außenseiter.
Darum hält man lieber den Mund.

Nur eine von vielen Thesen.
*******tia Mann
5.884 Beiträge
Ich meine nicht diese künstlich erzeugten Tabus.
Nur damit mich niemand in der Ecke derjenigen schiebt,
die gerne laut reden mit der Aussage:
"Man darf ja nix mehr sagen ...!"
*******arre Frau
645 Beiträge
Kommt es nicht auf den Rahmen an?
So ist es für mich persönlich:
Auf Arbeit ist Joyclub tabu (Grenze).
Im Swingerclub ist Politik tabu (beim Sex ist Cortisol kontraproduktiv)
Auf dem Reiterhof rede ich nicht über Arbeit. (Akkuladestation)
Impfen... Darüber rede ich nur noch mit meinem Arzt.
Geschlechtskrankheiten.
Psychische Erkrankungen.


Was ist, wenn unsere Gesellschaft einfach erschöpft ist?

Ich jedenfalls bin es. Ich habe ein Tabu-Burnout.
Oft möchte ich nicht mehr denken. Ich möchte die Geschichte meiner Region sichern und den ethischen Kodex der Archivare einhalten.

Ich möchte auf den Hof und die Pferde putzen und die Hühner füttern. Und in der Sekunde, in der ich das tue, keinen einzigen anderen Gedanken zulassen.

Ich möchte sagen können, was ich denke. Und dass man mich durch Argumente überzeugt, und durch Empirie. Nicht mittels Ideologie oder Emotion.

Die Naturwissenschaft soll mein Nonplusultra sein. Die Ergebnisse der Erkenntnisse von Leuten, die sich den Scheiß 6 Jahre lang in die Rübe hämmern. Nicht auf dem Boden eines 15 Minuten langen YouTube-Videos, auf dessen Basis Menschen glauben, ihre eigene Wissenschaft zu etablieren und sich selbst aufzuwerten.

Ich möchte meine innere Ambiguität umarmen und bejahen.


Vom Tabu erschöpft und trotzdem neugierig.

Ohne Neugier gibt es keine Zukunft.
*******arre Frau
645 Beiträge
Ich hatte gestern einen schönen Dreier mit einem unerfahrenen Pärchen. Sie fragen mich aber gleich zu Anfang, wie es bei mir ist mit "Erkrankungen". Ich fand das mutig und beeindruckend und das habe ich ihnen auch gesagt. Denn die Frage nach meinem STI-Status löst in mir keine negativen Assoziationen oder ein Gefühl peinlichen Berührtseins aus, ganz im Gegenteil. Hab ihnen gesagt, Samhealth und Gyn. Mit einer gelassenen Selbstverständlichkeit.
Mensch, hat das gut getan, dass es solche Leute gibt.

Wir können die Tabus nicht aus der Welt verbannen, wenn wir einfach nicht über sie sprechen. Es funktioniert nicht. Sie müssen raus aus ihrem Schattendasein und ans Licht geredet werden.
Nicht überall, nicht jederzeit. Aber dort, wo es möglich ist und situativ passt. Mit etwas Fingerspitzengefühl in geeigneten sozialen Settings.

Ich nehme die Thematik mit für ein Festival, welches nächsten Sommer stattfinden wird.
*******rund Mann
5.899 Beiträge
Zitat von ********2022:
Da bin ich bei Dir, wobei das Glaubensthema ja schon direkten Einfluss auf unser Leben hat. Sei es in der Schule, auf jedem amtlichen Formular wird man damit konfrontiert, Steuern, wir müssen mit unseren Steuergeldern, jedes Jahr einen Vertrag zwischen Staat und Kirche bedienen, welcher schon Jahrhunderte alt ist, Missbrauch unserer Kinder und Vertrauen, Bevormundung und abstempeln der Frauen als Gebärmaschinen, Verweigerung der Verhütung etc..

Und wir tauschen uns darüber nicht aus...?
Langsam erkenn ich das Muster! Wie soll sich was verändern, wenn man nicht darüber sachlich redet?

Kirchenkritik oder Religionskritik sind keine Tabus. Das wird dauernd betrieben beziehungsweise kann man das recht gefahrlos machen. Ein echtes Tabu wäre es ja nur dann, wenn wirklich niemand darüber spricht. Und: Dass derjenige von der Mehrheit abgestraft wird, der darüber spricht. Aber das ist hierzulande nicht so. Man kann hier sehr offen die katholische Kirche anprangern.
*******ngo Frau
731 Beiträge
Ich spreche über die Themen, die mich interessieren (Berührung, Sexualität, Polyamorie, manchmal auch Geld...), mit den Menschen, die gerade in meiner Nähe sind, wie ich Lust habe. Dabei ist mir schnuppe, ob das in dem Rahmen ein Tabu sein könnte oder nicht. Das entscheide ich spontan. So habe ich bei einem eher etwas steifen Businessfrühstück bei meiner Vorstellung das Thema Polyamorie benannt, und im Anschluss daraus resultierend ein sehr gutes Gespräch geführt *zwinker* Mit einem katholischen Pfarrer habe ich ebenfalls über Polyamorie gesprochen, er hat mir von Menschen in seinem Umfeld erzählt, die ebenfalls polyamor leben. Gerade da, wo ich nicht damit rechne, gibt es die spannendsten Begegnungen. Für mich persönlich gibts fast keine Tabu-Themen mehr. Was nicht heißt, dass ich überall über alle Themen spreche. Ob etwas Tabu ist - entscheiden wir Menschen - jede/r einzeln. Auch, ob ein Thema nicht mehr Tabu ist. wir - jede/r einzelne von uns, sind in der Summe "die Gesellschaft". Und so, können wir, jede/r einzelne von uns, "die Gesellschaft" ändern. Indem wir keine Angst mehr vor den Reaktionen und Urteilen anderer haben. Oder Angst haben, und trotzdem tun *zwinker*
******una Frau
8.913 Beiträge
Religion, Politik, Sexualität.."altehrwürdige Tabu Themen".

Warum? Weil sich die Leute "an die Köppe kriegen".

Deswegen sprechen Briten am liebsten über das Wetter *smile*
*******rund Mann
5.899 Beiträge
Zitat von ******una:
Religion, Politik, Sexualität.."altehrwürdige Tabu Themen".

Das sind eher "Verbote" und keine Tabus. Es gibt gewisse Situationen, in denen es gegen die guten Sitten ist, eins dieser Themen anzusprechen. Aber Tabus sind es nicht, weil ansonsten frei darüber gesprochen werden kann und es auch laufend getan wird.

Ein Tabu müsste eigentlich tiefer sitzen. Ich stelle es mir eher so vor, dass es einem kaum richtig bewusst ist, dass es dieses Thema gibt. Ein echtes Tabuthema wäre eigentlich eins, von dem die Leute nicht wirklich etwas ahnen. Etwas, wo man erst gar nicht auf den Gedanken kommt. GErade habe ich die Assoziation der Geschwisterliebe. Das Inzesttabu also. Vielleicht ist es auch kein gutes Beispiel. Aber es könnte so ein bisschen aufzeigen, was ich meine. Denn ich glaube, sehr viele Leute finden den Gedanken, Sex mit einem Geschwister zu haben (Volljährigkeit hier mal vorausgesetzt!!), vollkommen abwegig. Das meine ich. Etwas, was einem vollkommen abwegig erscheint, so dass man das gar nicht mal richtig in Worte fasst als Gedanke.
*******rund Mann
5.899 Beiträge
Ich habe das Gefühl, ich klugscheißere hier ganz schön herum. *klugscheisser*
Ich möchte das ein bisschen abschwächen und sagen, dass ich hier nicht alle Beiträge bekritteln will nach Oberlehrerart.
********2022 Frau
288 Beiträge
Themenersteller 
Danke schon mal für Eure interessanten Beiträge. Ich werde sie später oder morgen aufgreifen.
******una Frau
8.913 Beiträge
Finde ich einen guten Einwand @*******rund , "gesellschaftlich gesehen" stellt sich die Frage: gibt es überhaupt noch Tabu Themen?

Da denke ich an Thomas Mann, der offensichtlich ein Leben "in Tabus" gelebt hat.

Über Geschwisterliebe, zu Homosexualität, Promiskuität..

Tabuthemen vielleicht bestimmte sexuelle Praktiken, Mordgelüste.( ja, lese nur Thriller)..vor allem der Tod ist ein reales Tabuthema..
***e6 Frau
2.829 Beiträge
Ich finde es gut, dass immer mehr Tabus aufgebrochen werden. (Die Rolle der Frau, Sexualität, Missbrauch,...) und ich würde mir wünschen, dass dieser Trend weiter geht.

Was mich total nervt ist, dass Menschen einfach ungefiltert, und damit meine ich eine absolut abwertend Wortwahl und Tonlage, Dinge raushauen ohne darauf zu achten, wie anderen vlt verletzten könnten. Und die Krönung ist dann bei Kritik an ihren Äußerungen die Aussage "man darf ja nicht mehr...."
Ich persönlich finde, solange man eine wertschätzende Wortwahl und Tonlage hat, darf man alles sagen.

Bei dem Beispiel von der Dame, die so gut abgenommen hat, finde ich, könnte man gut ihre Willensstärke betonen z.B.
Und wenn man Menschen mit Akzent seine Intention und den Grund seiner Frage erklärt, finde ich das auch ok. Grade diese Frage "Wo kommst du her?" kenne ich aus eigener Erfahrung zu Genüge. Und ich muss sagen, sie nervt mich auch massiv, denn in der Regel ist diese Frage mit KlischeeDenken verbunden und nicht mit ehrlichem Interesse.
******una Frau
8.913 Beiträge
Zitat von ***e6:
Und ich muss sagen, sie nervt mich auch massiv, denn in der Regel ist diese Frage mit KlischeeDenken verbunden und nicht mit ehrlichem Interesse.

Was allerdings nur eine Annahme ist!
***e6 Frau
2.829 Beiträge
Zitat von ******una:
Zitat von ***e6:
Und ich muss sagen, sie nervt mich auch massiv, denn in der Regel ist diese Frage mit KlischeeDenken verbunden und nicht mit ehrlichem Interesse.

Was allerdings nur eine Annahme ist!

Nein, leider nicht. Denn in der Regel ist es mit dieser Frage nicht getan, sondern es findet danach noch Gespräch statt. Und diese Gespräche sind oft voll von Klischees.
Ja, natürlich kann man dann bei dieser Gelegenheit gleich damit aufräumen, aber nach nun fast 14 Jahren immer gleicher Laier ist man dem einfach müde.
*********cht76 Mann
1.831 Beiträge
Ich kann dir Erfahrungen von @***e6 leider bestätigen.
******una Frau
8.913 Beiträge
"soziales Parkett".. stelle ich mir da stilvolles Plaudern mit dem Champagnerglas in der Hand vor?

Dann ist es wohl wie die Engländer es halten: keine Religion, Politik, Sport ( hier ersetzt durch Sex *smile* )..
*******rund Mann
5.899 Beiträge
Zitat von ***e6:
Was mich total nervt ist, dass Menschen einfach ungefiltert, und damit meine ich eine absolut abwertend Wortwahl und Tonlage, Dinge raushauen ohne darauf zu achten, wie anderen vlt verletzten könnten. Und die Krönung ist dann bei Kritik an ihren Äußerungen die Aussage "man darf ja nicht mehr...."
Ich persönlich finde, solange man eine wertschätzende Wortwahl und Tonlage hat, darf man alles sagen.

Ich sehe das sehr kritisch. Im Grunde plädiere auch ich für einen wertschätzenden Umgang miteinander. Da liegt mir etwas dran. Insofern kann ich bestimmte Sachen auch verstehen. Zum Beispiel brauche ich das N-Wort nicht und empfinde den Verzicht darauf als absolut sinnvoll. Man muss da nicht aus Prinzip auf dem Wort herumreiten.

Es gibt natürlich ein "Aber" für mich. Das besteht für mich darin, dass oft sehr einseitig festgelegt, was als beleidigend gilt und damit als inakzeptabel. Denn letztlich ist das die Formulierung einer Verhaltensregel. Man sagt: "X ist verletzend, daher ist es falsch, X zu verwenden". Man kann um Rücksichtnahme bitten: "Achte darauf, dass bestimmte Menschen X verletzend finden". Man kann fordern, dass die als verletzende Vokabel nicht mehr verwendet wird. Wenn man das fordert und bei Nichterfüllung dieser Erwartung mit lauter Empörung reagiert, dann versucht man, Regeln durchzusetzen.

Das halte ich für schwierig, weil ich dann auch nicht mehr gefragt werde. Gerechtfertigt wird das dann gern mit dem "Fortschritt" und der Aussage, das inkriminierte Wort sei "rückschrittlich". Aber das ist ja eigentlich Ansichts- und Definitionssache. Auf diesem Wege schafft man eher neue "Tabus", weil Leute wie ich sich dann nur noch in geschützten Räumen ohne dauernde Selbstkontrolle äußern können.
*******rund Mann
5.899 Beiträge
Zitat von ********2022:
Warum gibt's überhaupt tabuisierte Themen in der Gesellschaft?
Liegt darin nicht auch eine gewisse Gefährdung und Schwächung dieser?
Welche Themen kommen Euch dabei in den Sinn?
Warum sind sie Eurer Meinung nach ein Tabu?
Wem nützen sie?
Wem schaden sie?

Zur Sache.
Der Fairness halber: Meine "Alter weißer Mann"-Themen sind keine Tabuthemen. Es gibt genügend Möglichkeiten, in der Öffentlichkeit darüber zu reden. Die Meinungsfreiheit erlaubt es, sie zur Sprache zu bringen. Durch die Etikette, also durch Verhaltensregeln, könnten solche Themen zwar verdrängt werden, aber echte Tabus sind es deshalb nicht.

Deshalb: Was sind eigentlich wirklich tabuisierte Themen? Meine Überlegung dazu: Es müssten Themen sein, die wirklich in großem Maßstab nur schwer ansprechbar sind. Und: das dürfte nicht nur für bestimmte soziale Arenen gelten, sondern mehr oder minder für alle.

Ein solches Thema scheint mir der eigene Tod zu sein. Aber mehr noch , so habe ich das Gefühl, gehört das Scheitern, vor allem das eigene Versagen zu den Dingen, über die viele sehr ungern reden. In dem Zusammenhang ist vielleicht auch die eigene Abhängigkeit ein Schweigethema. Wir sind abhängig davon, dass ganz viele Systeme um uns herum funktionieren. Das gilt alleine schon für die Versorgung mit Energie und Wasser, natürlich auch für die Versorgung mit Lebensmitteln. Wenn diese Systeme zusammenbrechen (wegen technischer Probleme mit dem Internet, einer Katastrophe oder durch den Kriegsfall), stehen die meisten von uns vollkommen entblößt da. Wir verfügen nicht über allzu viele Ressourcen, uns selbst mit dem Nötigsten zu versorgen. Ich glaube, dass wir uns das sehr selten wirklich richtig bewusst machen.
*********Noob Mann
2.387 Beiträge
Hat jemand mal herausgefunden woran man ehrliches Interesse erkennt?
*******rund Mann
5.899 Beiträge
Zitat von *********Noob:
Hat jemand mal herausgefunden woran man ehrliches Interesse erkennt?

Das ist zwar eine gute Frage. Aber...
Ich glaube, man merkt schon, ob jemand ergebnisoffen fragt und dann auch zuhört, oder ob jemand vor allem seine eigenen Ansichten äußert. Ich glaube, dass bei solchen Themen häufig die eigenen Vorurteile oder Bilder im Kopf geäußert werden. Die Frage ist dann nur der Aufhänger, um den Gefragten dazu zu bringen, zuhören zu müssen. Mit der Frage "erzwinge" ich dann bloß die Aufmerksamkeit dessen, um ihm dann lediglich mit meinen Geschichten zu konfrontieren ("Ich hatte ja letztens mit Leuten von Deiner Sorte eine Begegnung, also die haben ja Sachen gemacht...."). Und das braucht natürlich kein Mensch.
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